Nr. 25 Muster Blatt M. Jahrgang Ü rschetnl rägtid) mit Ausnahme des sonntags. £« ZomNteiiblätt«" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigeleal, dar ..rireirdlat, stir de» Krei* «ietzea-- zweimal wöchentlich. Die „L«»d»irtsch-stlich«, Seil- tragen" erscheinen monatlich zweimal. Eichener A'yeiger Seneral-Anzejger für ©btfljejfcn §amrtag. Zs. Januar Rotationsdruck UN« Verlag der Brühl'jchr» UniversiiäkS - Blich- und LlSiiidrucrcrri. R. Lange, Kiesten. Redaktion, Expedition uitb Druckerei: Sctsul* ftraste 7. Expedition und Verlag: s^öl. Redaktion: £*ätll2. Tel.-AdruAttzetgerGtesten, - J"BL^ Ocnlscire Kolonien. Die trntmitüuns unjercr Lchutzgebiel, 1012/18. Die T e nkichrisk der Äolonialverwaltung über die deutschen stchusgebielc Afrikas und der Sudsee für da« Fahr 1912/13 wird zu Beginn der nächsten Woche im Buchhandel cricherncn. Ter .Land friede ivurüe im Berichtsjahre 'April 19l> dir "lvrtl 1913 IN lctnem Scksutzgebt« ernstlich gestört In .»'amerun wurden me von Frankreich erworbenen G,'bietc an den iefl.tcictum Leimt neu m die deutsche Verwaltung übernommen. Tale! laut cs mchnach zu Unbokinäßtgkciten etn- 1 einer Stämme, die aber bald unterdrückt totirven und. sich nickt werter auHdehnten. Tie Be v ö l k c l u ng s Politik der «olanialucrtvä'tunq bat zahltctche IN chlontalvoltttiater wie kolontalwirtichajtlicher Beziehung ivtchlrge Au,gaben zu lösen. In Togo waren die qelundhetk- lichc.it Berhälkuttte sowohl iür Weiße tote sür Einskborette abge 'eben von der ,rn ctmgen Gegenden ausgetretenen Pockenkränktzeil, normal, .tn Kamerun iuztrdeit schritte zur Sanieruitg oon Tntala getan, wobei im Autereise des allgemeinen WohlS auck zur Enteignung non Lmtdcretcn der Eingeborcncu geichritren wer den mußte. Auck att einigen andern Plätzen Kamerun-- lmt die 'Sanierung Fvrtjchrtfte geinatlrt. Tie große Be k- eituitg der 's rf)t n j_fi a it f (; c 11 tn Kamerun madn der Verwaltung noch iatwete sorgen: ihre erjolgreicke Bekämpfung wird nock längere Zell und grobe Energie erfordern Am üleigen wird der die fttndheitözttstattd in Kamerun als gut bezeichnet. Aus O st a t ri k a wird ein bcirtedtgcnder GeinndbeitSzustatid der Weißen gemeldet: auck unter der sarltgen Bevölkerung traten teine verheerenden Seuchen aut. woll abc, werden die vorbandcnen Krankbefteit durch den Zunehmenden Eisenbahnverkehr, auck durch die beim Bau der Eisenbahnen tätigen Arbeiter, vieliach weiter als bisher oer- brei'ct. An S üd wc jt a i r i ka wir der Gesundbellszustanö der Weißen gitntng. wozu auck die fortschreitende Sanierung der ein zelnen Orte beiirug. Tet Gesundheitszustand der Eingeborenen hat tick gebciscrt, nur ist die Kindersterblichkeit immer noch tehr hoch. o Tie weiße Bevölkerung in sämtlichen Schutzgebieten in von -3 iss? aut 2)389, alio rund um 100(1 Menschen, g e stieben. Tut Zuwach:- iommr hauptsächlich out Ostairika. dann aus Kamerun und Aeuguiuea. Tie -Akuahntc in Südivestasrika bängt auch» mit der Lkecndigunq von Eisenbahnbapien rutammen. Bet dem Zuwachs von Neuguinea ist zu beachten, daß auch die Japaner zu den Weißen gerechnet werden. Tic tatiädilidtt Bewegung der gesamten farbigen Bevölkerung, ihre Ab- oder Zunahme. läßt iich schwer bestimmen, solange keine allgemeinen genauen Zählungen vor liege,!. Zuwachs- oder Abnahmezahlen, wie tic_ auch iür das Bcrickistabr vorliegen, lind also zurzeit aus neue Schätzungen und aut Fortschritte in den exakten Zählungen turjicfiLiiii fre.n. An Cftatrila sind durck neue Siedlungen von Eingeborenen länge- der neuen Bahnstrecken Verschiebungen unter der Bevölkerung eingclr.u:tt, die wohl nick: zu ü«en Nachteil gereichen. Tagegcn wirst das Wauderlcben der aut Lohnarbeit ausgehenden Reger eriidulich uttgünstia auf die natürliche Be. völkcrungsvermchrunsi ein, ganz abgeseben von der tchon erwähnten hierdurch bewirkte» weieren Verbreitung von Krank teilen. Tie lumangegltedrrtrit Gebiete Aameruns sind in der BevölkerungSstaliinl ülerlsanpt twch nicht berncknchltgk. An Neuguinea upd südwestatriia. ergaben die netrcrn Zählungen geringere BcvölkcntngSzahlctt, als bisher angenommen war. Zn Samoa Iku itdi die natürliche Vermehrung der Eingebvrenenbevölkeruitg gebesietl. Gleichzeitig hat aber and) die Zahl der Mischlinge wieder zugenomtnen. Letzteres gilt auch iür Toga, Südwestairika und Tetmck-Gufttca. Tie RegicrungSschulen sind in einzelnen schittzgebseten. wie in Kamerun, noch nicht, ausreichend entwickelt. Bewährt bat iich in Neuguinea die schulniäßige Ausbildung von 'Dolmetschern, die dann den einzelnen Häuvklingrm der Eingeborcucnselbstverwallung zur Erleichtcrung des Verkehrs mit den deutschen Behörden beigegebcn werden. Tic w e l t sv i r tcha s t l i ch c Lage war zivar sur die Ko- lonialwittichaft im allgemcinegt günstig. Hot sich aber dockt geaen Ende des- Becichtslahres namenilidi durch den^ Niedergang dec Kautidmkvreiic zu verschlcdttern begonnen. Zn südwengsrila lut sowohl die Z-armloirlichail wie der Bergbau unter dem je tt tociie gcrinacrn Zuzug von Toambo-Arbettern, Zn Kamerun, wo große Nochsragc nach Arbeitern war und wo für die Regelung der Arber eranwerbung iowte -türiorge manches geschah, marine sich gletchsalld zeitweise ein c.iiivsindltchcr M anget an Arbeitern geltend. Zn Citamla waren eie Ärbeitsoerbälrnisie im allgemeinen beiticdigend, lnas nicht in letzter Lintc der kontrol licrenden Tätigkeit der Tistriktlommissarc zuzuichrctben ist. irret iich muß der immer größere Bedars an Arbeitern aus immer weiter entfernten Gebieten gedeckt werben. In Teutich-Reuguinca müßte die Zahl der jetzt dort tätigen Arbeiter verdoppelt werden, wenn nur die bestehenden Unternehmungen ihre Pilanzunqsoer- vckichtungc» iür die auigcnommcnen Ländereien einbalten loollru. Zum Abbau der PhoSvbailagcr mußten chtncnichc Arbeiter heran gezogen werden. Zn Samoa trat bei den ösicnllithcn Arbeiten rin Arbciiermangel ein. Eine der wichtigsten allgemeinen lssrundlagcn der kolonial- wirtl'chast, das Verkehrswesen, ist in seinen verichiedenen Zweigen wieder crheblickt gefördert worden. Tcr Ersenbahnbau und »betrieb hat in allen asrikaniichen Schutzgebieten A-ortschrilte auszuweisen, namentlich in Ostafrika, wo die Tanganjika-Eiseu- ba--n am Ende des Berichtsjahr« bis zum kiiometsr 818 fertig- gestellt war. Zm Normen iw) SchutzzebicieS wurde die Neubau- sttecke der Uiamdarabalm Builo-Mo'chi vollendet, auch wurden Boiarbeitcit iür die weitere Aortietzunr der Bahn unternommen, flür eine Sü -bahn und ci..e Eisenbahn nach Ruanda wurden Erinnduiigsarbeiten gemackn. Tie Bcirtebscrgebntiic der Zentral bahn waren gut, bei der llsaurbarabahn mack.'c fielt der Wegsall bet Bausrach cn bemcrtbar. An Südlocstaf ika wurde der Umbau der strecke Karibib-Windhuk beendigt, ebenso der Bau der Nord sü'-bahn: ans den neu ethauten Bahnstrecken wurde der Betrieb, allerdings erst zuin Teil, ausgenommen. Tie Betriebsergebnisse der Ltavibahn waren infolge der Vermehrung der Kuviersördc- iung gut. In Kamerun Hai die Nordbabn eine günstige Vetkelsrs enlwidlnng ausfnweifcn, an der MiNellandbrhn wurde weiiecg"- haur. Zn Togo tourde der Anschluß an Atalprmc -rrcibtx 'ür neue Troccn ivurdcn Vorarbei cn gemacht. Tie Bctrizbsergcb- nissc der fertigen Strecken waren günstig. Für den Seeschiss- iaht lsvertehr der Schutz,sebiele waren der Neubau der Lan- dung-.-briick« in Swakopmund, der allerdings erst zum TeU fertig» gestellt wurde, der löafenauöbau in Tonga, die Errichtung der neuen Landungöbrückc in Lome und die Uaienbauarbeuen in Tuala von Bedeutung. Für die neue Landung:- und tzalcnaii- la.,e in Lüderitzbudst Ivurden Vorarbn'cn gemacht. Für den Se:- ststifsahr'sverkehr unserer Südseeschutzoebieie war es wich ig. daß dtc regelmäßige Dampserverlrndung 2 dneg-Tutucka-san Fean- zislo wiederhergestellt wur 'e. Zm Post-, T c l c g r a v b e u » und Kabelverkehr sind bemerkenswerte Förtschritre zu verzeichnen. Abgesehen von der weitern Aulgcstaliung de» Post- nnd Telegravhenwesens in den einzelnen SLutzgebieren war die Legung Sei Kabels der Teutich-Riederl indischen K-bc-ae>e'lscho't von Rionrövsa uack) Lome und Tuala von großer Bedeutung. Kämerun und Togo sind nunmehr die ersten Schutzgebiete., die eiste deutsche kabclverbindung mit der io intat besitzen. Zn Neuguinea ist eine iuüken'elegraphische Verbindung zwischen ic. Ans iß Angaur und der Insel Aäv hergestollt worden, die ja mciriach an das Weltkabelnetz angeschlossen ist. Unter den einzelnen Zloehgcn der .kolonialwirij-chaik slebt die l ,i n d w i r t i csta i i l i ch e P r o d n k t i o n ebcnau, namentlich wenn man nicht nur an die Auchuhrprodut ion denk-, bei der ja die Ttamanlen an erster S'ellc netzen. Bri den Eingeborenenkuleurtsn ist äußer ihrer groben Bedeutung iür die AuSflthr stets der elvene Perbtauckt der Eingeborenen za berücksichtigen. Turch die Versorgung der Eifenbahnorbeiler mit Lebensmrtieln haben die Ein- geboieiienfulturr» noch einen besonderen Anreiz erfahren. Tie Pslonzerioirtschost hat sich, da die Wirkung dir niedrigen .kant- sdiutviei'c sich im Benchlsiahrc noch wenig geltend mochte, im allgcmcincii guter Vrehälinif e er reu: Auch die kaiitsdsulvslan- zungen in Ostosril.ä delniten sich trotz der Warnungen, an denen es nickst schite, noch erheblich aus. An Siüt gab es eine gute Ernte und iäilanken Abütz zu guten Preisen. Tie Produktion von Kafsee nahm zu. Tie PArnzerwirtschäfr Kameruns ist im Fottichreittn: für einen neuen Zweig, die B a n a n e II Vst l a I! z u I! >!, sind durch ein Ausfuhtuniernehmen günstige Aussichten «schassen worden. Ben ach lick ist "ie Zunahme des P'lanz->« " ^''des i-! Neuäniliea. von tax auch im cr grö crc Teile crtragsfäbig w rden Zu begrüßen ist rer zunehmende Anbau von anaern Produkten, wie Kaitti'chul. Kakao neben den Kokosvalmen. da die einseitige Ko- vrarroduktion iolonialivirstschostlid', immer etwas Bedenkliches an sich h'schen wird. Zn Samoa hat beionders der Anbau von Hevea tautsdnik Fortschritte gemadsl. Die südwcstamkanifche Landwirtichasi hat zwar de» durcks die neuen Eisenbahnen zu erivartenden Anstoß uockr nicht voll eriabrcn. iich immerhin günstig weit« entwickelt. Trotz geringen Regens und vielsack dürftiger Weide haben iich die Biehbeständc der Fannen vermehrt, auch die Zahl der lctztern selbst dal zuge- nommen. Ter wichligste Teil, die Ri n d v ie h zu ch i. in in vieler Beziehung noch im Versuckrsstadium: allgemein anerkannt: Melhodeu werden iich erst bei intensioerm Betrieb Herausstellen. Tas gilt and, iür die Schafzucht, die im übrigen cbenio toie dtc Rindvtehzucku gute Fortichrrttc autztiweiien bat. Für die letztere war auch von Wichtigkeit, daß Zuckürinder aus Toulsch- laud wieder eiugciührt werden dursten. Das Gestüt iür Pferde zuck, und die Bcrsuchsivrm iür siraußenzitckt baden die besten Eu'olge auizmoeiicn. Besonders hervorzuheben ist auch, duß die Viehbestände der Eingeborenen sich gut entwickelt und vermehrt haben. Ter Bergbau und der ionstige Abbau von Mineralien, ein schließlich der PhoSvKaic, hat ein besonders günstiges BcirieüS' iahr zu verzeichnen. Obenan steht südwestairila. ivo dzr Tia inantenabban eine sehr bedeutende Steigerung, namentlick» nach Auinahm: des Betriebs durch die Pomvna-ttzciellschatl, eriuhr. Tie industrielle und gewerbliche Täiigleii entwickelte itdi wer tcr aus der bisher innegchaltencn Linie. Ter auswärtige Handel der iämilichcn Schutzgebiete hat sich von 210 Millionen Mark aul 263 Millionen Mark ei» böhl, wozu am meisten die Steiscrung des Geiamidandcls »pn Ostairrta von 68 auf 81 Mil'ioncn beitrug. Aber auck in allen übrigen Kolonien hat der Geiamtbandel, zum Tnl beträchtlich, zugenv'nmcn. Ter E i n i u K r b a n d c l aller Schutzaebictc zusmnmcn ist lwn 112,2 Millionen Mark aus 112,7 2NilIionen Mark gestiegen, har also um 0 (0 000 Mark zugenvmmen: die Aüsiul>' sie von 98 aus 12s Millionen Mark gestiegen ist. hat um 23 Millionen Mark zugenommen. Von der Au»suhrsteig«ung kommen ans St'ckwestairisa ll und auf Ostairika 9 Millionen Ter 'Anteil Teulscklands am Ec,'amthandel der Tchiitzgebretc ist leicht ge'al'en: von 68 aus 66 Prozent. Tie Finanzlage >oar in allen schutzgebielen günstig: Zn SüZwcstg'rika iniolge der erhol ltchgt Steigerung der eigenen Einnahmen aus dem Diamantenabbau, in Kamerun iniolge er» höb'er Zolleinnahnicn aus Gruuh des allgemeinen Gedeihens des Handels und der erhöhten Zölle iür geistige Getränke, in Ost- a'rika iniolge erhöhter Zoll- und Steuereitmahmen, ebenso wie in Samoa und Neuguinea. Tcr erhöhte Zui'ckiuß sür letzteres Schutz-- aebiet wird hauvtiochlick iür sanitäre Einrichtungen und laud- winschastliches Veririchswescii verwandt. Nur in Togo hat sich 'ie Finanzlage iniolge der gcringeim Eiiinalnnen aus de» Vcr- kehrsanlagen und der durch schlecht- Crnteergebniise verursachten Schwächung der Kauskrait der Eingeborenen etwa«! vericklechsert. Ans Sta-t nn-S Lanv. Gießen, 31. Januür 1911. Berusswahl und Handwerk. Pou zuständiger Seite erhakten wir die i'okgendiin beachtcisse werten AuSiübruugen: Tic Schwierigkeiten, die Eltern und Vormündern hei der Atzib wähl eines Berufes entstehen, lassen es gcrecktie-t-.q: erickemen, aus das Handwerk zu verweise». Tas Hanchrerk in seiner reichen Vielgestaltigkeit bietet jedem ernste», ebrlich vor- wärtrstrebende» jungen Menichen günstige Aussichten aus eine gesicherte Existenz, und in vielen Zwciam ist Gelegimheit gz'bvten. selbst ohne reichliches Kapital sich ielbständig zu inacken. Aber auch Niem dieses letzte Ziel versagt icrn tollte, iindei bei tüchtiger Ausbildung in den meisten Fällen lohnenden Eriverd, denn viele Handwerkszweige sind in stetig steigender EniwiRuisg begrissen und in der Lage, dauernd gute Löhne zu >Men. Tie immer ntzch vielfach verbreitete ungünstige Ansicht über die Bedeutuitg und Zulunit des Handwerks ist durchaus irrig. Wenn auch i,u Wandel der Zeilen einige HandwerkSzweige der iortidtreilenden Entniistlung und dein Ueberhandnehmen der Tcdsnit nickst standbolten ionnten, so sind dock> wieder andere Zweige gerade durck die Etrnngen- ickasten der Neuzeit zu hoher Blüte gelangt. Bei manchen Betrieben ist eine Konkurrenz der Industrie überhaupt nicht zu be- bcsürchrc». da deren handwerksmäßige Erzeugikissd dizrch die maschinenmäßige Herstellung der Industrie nickst gleichwertig ersetzt werden können. Wer daher ans den .zablrciöhen Bestrebungen staatlicher, tommunalcr und gemeinnütziger Korvorationear zur Hebung des Handwerks lernt, an jicki gut veranlagt ist und nach erlangter Selbständigkeit gute 'Arbeit liefert, nitdt'beit Wliuschen der sanier IN genügendem Maße Rechnullg trägt, der wird die Erlernung eines Handwerkszweiges nicht zu.bereuen haben.' Ohne Zweifel lind die Ani'vcüche der Vcrbrauckier gegen trüber größer geworden, hem steht aber entgegen, daß die künstlerische Gestaltung der handwerklidien Erzeugntiie, die in zahlreichen Zächichulen, Kurten und Ausstellungen dem Lernbegietigen dar geboren werden, den jungen tzanöwerker in die Lage etzen. allen Aniorderungen .zu genügen. Franen-Rnnd?cti«n. l „Heim, nicht Harem!" 'Als die Engländerin Graec Ellison, die zurzeit in Könstan- lirrovel in einem türkischen Haute das HarcmSlcben einer rür Wchc» Frau führt, »or einigen Tagen Hatideh-Hanum, die bc- kannte Führerin der modernen Frauenbildtiüg in der Türkei, tut Namen der großen engliicken Frauenorgantialiätten iraare, was die engliicku'tt Frauen tun könnteu, um ihren türkischen rsst'- irossinncti in !t,retn stanivie um de.ii Fortichritl zu helfen, da meinte Halideh-Harium: ..Buten Sie die Frauen Europas, das mißverslandene Won „Harem" iür immer aus ihrem Svracki ichatze zu streichen und statt desscu nur von dem „Heim der türkischen Frau" zu sprechen, sagen Sic ihnen, daß ne versuchen sollen, scnc t'Divulc Aimoivbäre, die sic mit dem Begrissc eines otienloltichen Harems verknüpfen, aus il.ccnt Bontellnngslrcis zu der--teil: sagen Sie ihnen einiach, wie hier-unser Leben veiläüsl." „Za. die türkische Frau," jo «zählt Grace Eltrson aus ihren Hqremseriahrungen, „vetkelnt nicht mit der Getellschan von Pcra, aber nur ganz wenigen »SU ihnen erscheint das als eine Ent behrung Tic wtrkttwc türlitche Frau ans guter Familie bat «ine 'Äneigung gegen die Gciellichaitsdav'.en von Pera, und diese Abneigung ist, da ste die Frauen nocks bester kennt als d,ie Männer, vielleicht noch größer als die Abneigung gegen die Männer. Für die Fremden, Herren und Tamen, die NN euroväijckcn Viertel Konstanlinovels leben, hat die echte Türkin einen besonderen Ausdruck, der nie vl,ne eine gewisse milde Geringschätzung von ihren Lippen fällt. „Petotf" nennt sie die Fremden. Sie verabs'ckseut da-s laut« Svtednn dreier Frauen, denn von Kindheit an Hai die Türkin vornehmeren Standes gelernt, ihrer Stimme Zurückhal lung auszuerleaen und rat mit einer weichen, halbierst-» Stimme zu sprechen. Sic verabscheut die Gewohnheit der „Peroten", Fragen zu stellen, denn die Tülkii, tvill nickü gefragt sein: und ne vetäkichenr das- ueit-neriqe S'iarr.cii der Männer, die mit ihrem Mstck den Scksleier der- tzürtrn durcksdringen möchten. Aber sie weiß genau, ivelche 2Irr R>->mantrl der Euroväer ihrem Leben beileg! kennt jene Haremödüchm. die das Leben des türkische» Hauses so grenzenlos entstellen und mißverständlich nnedergebcn. tun die Phantasie europäischer Leior anznrege» und dabei zu mißleiten Mn einem Ackiselzuckcn der Ironie spricht sie von dicicr Verkennung :l,r-'-s .Hcintes bei den Fremden. Grace Ellston erzählt, wie sic kützlim eine ihrer türkischen Freundinnen ragte: .Warum hat di.' Mehrzahl von Euch Türkinnen eine ioickic Ab neigüng gegen ?ie Peruicit'?" Und die Amivari lautete: „ste haben das Blut von sechs Nationen und die se.'le keiper. »ic haben die Laster von seckjs und die Tugenden von keinem Volke." Tie Lcvaniinerinncn sind es. aut die dieses harte Urteil, btn- zieti. und die Levantinerrnnen und ihre ausgesck'mückrcn Märcken waren es auch, die Europa eine so salickse Vorstellung von dem wirklichen Haeemolebcn gaben. „Armer türkischer Mann, in: viel wurdest du verleumdet! Ter Türke liebt sein Heim und seine Frau, er ist ein güliaer und nachsichtig« Gatte und ein ,örtlichee Bat«, aber teotzdem wird er von den meisten Euro- päeri; nackt jenen l uutauigevutz'en Haremsromanen beurteilt, die nichts, aber auch nichts von dem wirklich«! Leben der tLtlischr» Frau gelnt. Nein, die Türiin steht nick abseits vom e.llgc meinen Lehen: immer starker werden die BerbindnngSfäden, die sie mit der 'Allgemeintteit oerknüpien. Wo sind Kaute ihr: Av welen NUS ihte Schmuckgcrätc'? Mit Ernst und Begeisterung wurde alles geopfert, um die Verteidigung des Baierlandes zu «leichter». Za. cs wäre Zeit, daß Europa tick daran gewöhnte, die türtiicke Frau zu sehen, io mte sie ist: jo. wie sie mustcrbait den roten Hallmond organisierte, wie sic ihre Frauen,citung'lieft, wie sic du: Krankenkurie absolviert und in ihrer allein Lärnt ab- folden Weise tn der Stille alle jenen Bildungsmöglichkeiten ergreift, die die letzten Jahre ihr eröffnet haben." Aus dem Sündcnregiftcr vcr B.lonvinen. W« hat an den 110 000 Ehescheidungen schuld, die int letzten Zahle in 'Amerika ftattianieit? - Tie Blondinen und nur die Blondinen. Tas „American Magazine" beweist es uns, nachdem es die Gutachten einiger bedeutender amerikanisch« Juristen, die..Spezialisten in Eheicheibungofachen" sind, ejngebolt hat. Nach diei'c'u Angaben cntiallen neun Zehiuel aller Eheichetdunaen aut Blondinen. Ter in 'Amerita bekannte Richter Giegerich vom New Borkcr Gericklshoi hat in der letzten Zeit 220 EKeichet- iungsrrozesje entschieden und in 210 war eilte Blondnn der schuldige Teil Dictc Blondinen bilden nack der 'Ansicht der Richter iür Amerika eine viel größere Gefahr, als die schwarze Eciahr. Man toll ihnen ein Schild umbängcn mir den Lüorten: .^Vorsicht! Geiahr!" — „Ick weiß nicht, woher es kommt," meint der gelehrte Nicki«, „aber cs ist nun einmal so." Ebenso ungünstig sür die Blondiuen lautet die Auskunft bcL New Porter Rechisanwol'es Hermann L. Roth, der die ScheidungS- prozesse vcri'Mcden« Periönlichkeiien von hoher gesellschaftlicher Stellung geführt hat. Auch er kmnmt aus Gruu" sein« Er- salttnngen zu dem Ergebnis, daß in 99"-- der Fülle Blondinen de: schuldige Teil sind. Roth kommt aus Grund sein« Erfahrungen ü. -rhaupt zu einem sehr ungünsligeu Urteil üb>-r den Cha> ralter dlond« Frauen. Sie sind eilet, mankelmütig, lieben den Flirt und die Koketterie. Ein bedeutender Tdcatcragcnt hat die priahiung gemacht, daß blonde sck'auivtclertniten tu Fanttlien- ranten in her Regel die Znirigantinnen spielen, die 'Rallen der Flauen, die mit rückiicknsloi r Energie die anderen niedertketen, rghiend die Rollen der bedauernswerlen Wesen, die durck ihr gulee Herz unterliegen, gen-ähnlich von Brüneltett gespielt wer en. Roth lwrmas viele Beispiele anzusührcn, in denen Männer in ihrer Ehe mit Blondine., iehr üble Eriahrungcn -sxmacht ',ate„. Ein Millioiiärssohn heiratete «n Cbormädch,-». Tie Ehe wurde sehr bald wieder geschieden, -sie verlangte wöchentlich 'Alimente von 250 Dollars 1000 Mgrk. obwohl lic wenige Wotven vorbei', als sie noch unvcihctraiet ivar. kanm 20 TollarS 60 Marl, in der 'Wollte verdient batte. Es lliebe noch F» «-- klären, wol.er die vielfach verbreitete Aussaiinn-t von dt-.ut inilden Wesen der Blondinen hmrübrt. Tic Schuld liegt vielleicht an 'en Mal«», die Madonnen und Engel meist um goldenem Haar malten, bloß deshalb, weil eine lichte Haariarbe dem Bild ein hübsches Aussehen gebe Ein ebenso barles Urteil fällt ein anderer, in Eliecku-töuttgs- sachen viel auigeiuch'er Jurist Wef-ge Robinson Er Kai «die Erfahrung gemacht, daß in vielen Fällen, wo Sie Briim-tie der schuldige Teil ist, sie durch ihre Herzettsgüle ihren Mann' wieder zu gewinnen weiß. Im übrigen lind die Brünetten mit dem Heiraten schlechicr daran, da «fahrttngsgemäß ein viel böberer Prozentsatz Brünetter unverheiratet bleibt. Ter Regenschirm der Königin. Ti, Köttigt* von England bat dieser Tage die Erfahrung macken Müfteü. daß der heilige Bürokratius nickt mit iich spaßen läßt. Nährend ein« Besuches bei tau Bischöfe Tr. Pollock äußerte dt" Königin plötzlich den Wunickl dem Schloßmnienm -in» Beinck ahzustakte». Tcr Museumsdiener jedoch, d« sie nicht .rlonnte, bestand stell und fest darauf, daß sic, ehe sie einten,', erst ihren Reacafchitm abzugeben habe. Ta zu hatte diese jedoch kein Lust. Ter Museums Keamtc seinerseits ließ sich nicht irre macken und hinderko trotz det Fürsprache des Bischofs und des Gcj-'lt. - der Königin iiand- haftcitveiie den Eintritt. Ter veiltge Bü-otratinS aber tourde diesmal doch übers OKr gehauen, denn als sein a-.m-w Tiengr Hörle, daß cr der Königin von England den Eitttrtli oertueigert habe, rühr ihm der Schreck derart IN sie Glieder, daß die Königin unterdessen und zwar mit ihrem Regenschirm ungebiirdcrt ciu* kielen konnte. SrtbRrei'mtt ift »5 «atfi bei mm loIdK« Beruiswahl ertotbet-« B(K airi btr natürlickie Begabung und körperlichen Fädigkeiten der jungen Mannes gebührentv Sülifttdif jn nehmen. Auch bie Unterbringung bei einem tiirfitigen Hanpwcrkrmersler io» ernste Zorge brr (s^tem unb Vormünder sein, ist Iiieebiierf, doch (Vnröbr ge- leiftei baß der innge Monn »u einem tüchtigen selbständigen Menichen erzöge» wird Die den Eltern iniolqe der geringe» Erwerbsmoglichkrtten der Binder wädrend d<"r Lehre ouserlegten Ovjer trogen bei guter Ausbildung reichlich Früchte und machen itch später gut bezahlt, Immer wieder must auch daraus hingennesen werden, daß die Ilntentützung während der Erlernung einer Berufes be, vielen Elter» das einzige ist, was sie dem Kinde mit aus den Lebensweg geben können Durch die Bestimmungen der vandiverkergcsctzgebung kommt der junge Mann sosort nach der Entlassung aus der schule in geordnete Verhältnisse, sein Lehrgang ift geregelt und wird über- »acht Durch die Gesellen »nd Meisterprüfungen, die in anerkennenswerter Weise von den gewerblichen Korporationen ständig gefördert werden, erbringt der runge Mann den Nachweis, das, er Lehr und Gesellenzeit richtig ausgenützl hat und nach vollendeter Ausbildung i» der Lage ist, versehen mit gediegenen praktischen und theoretischen Kenntnissen, den Kamps mit dem Leben auf- Knnebmen Was nun die Aussichten in den einzelnen HandioerkS- Hweigen anlangt, so werden in der Aekleidnngsbranche, bei S ch n e u- b e r n und Schuhmachern stets Lehrlinge gesucht. In diesen Gewerben sind die Aussichten günstig, und tüchtig ausgebildere 'WebiTieit linden gut bezahlte Stellen sn Klein- wie in Großbetrieben Tw Nahrrin'gsmittelgewerbe. Metzger, Bäcker und Konditoren klagen weiter über Lehrlingsmangel, In diesen Gewerben werden bereits in der Lebrzeit Kost und Logis getoäbrt und noch angemessene Löhne gezadlt. um Lehrlinge herbei,»ziehen Angemeiien bezahlte Gehilienstellen sind stets vorhanden, und 'strebsame gu> au-vwbildete Leute mit etivas Kapital können sich -eine Eristenz schatten Das Friseurgewerbe, welches schon lange Iabrc bestrebt ist, durch gut geleitete Fachschulen die «us- lnlduug seitles Nachwuchses in bester Weise»u weder,,, bietet eben- soll» gut bezahlte Gehilienstellen, Ueber Lehrlingsmangel wird hier wenig geklagt. Dagegen werden in den verschiedensten Zweigen 'des Bauhandwerks, insbeiandere in den Städten Maurer-, Zimmerer, Dachdecker. Schrriner, Weinbinderlehrlinge stets ge bucht, Hier erhalten die Lehrlinge vielfach schon Löhne, auch die Gebilten iinden durchweg gute Bezahlung, Aednlich liege» die Verhältnisse im Spengler-, Installateur - und Schmiede- Handwerk, beionders im letzteren ift für gut durchgebtldete Leute leicht Möglichkeit zur Ausnahme in Großindustrie, Fudr- tgeschästen, Landwirtschaft usw geboten. Dauernd gutes Fortkommen ist Elektroinstallateuren und Elektromechanikern möglich, ebenso in der sich immer mehr enifaltenden Zohrrad und Auiowabilbranche. Das wären die Gewerbe, in denen Lehrlinge stets Unterkommen können. Jedoch auch die hier nicht erwähnten dandwerkszweige kneten Arrsiicht auf gute Ausbildung »nd auskömmlichen Verdienst, Erwähnt iei hier aber auch, daß das Tchloisergewerbe stets lehr starken Zudrang von Lehrlingen hat, da hier die Aus- fttfite« auf Weiterkommen, insbesondere durch Verwendung bei äMeudobnen „nd dergleichen, ausgezeichnet find. In den sog. «rrapdiicknn Gewerben, Buch und Steindruckereien, sowie in den LuxusgeNterden, Sattler», Lederwarensabrilaiion. bei Photographen und dergleichen finden anstellige junge Leute, insbesondere, wenn sie etwas kstnstterijch veranlagt sind, ebenfalls sicheres Unterkommen, Ueber die weiblichen Handtverkszwerge ist zu bemerken, daß fick Iw Vorscheinen über ordnungsmäßigen Abschluß von Lehrverträgen asm allmadlich mehr und mehr eingebürgert ltabcu. Der Andrang zur Gesellen- und Meisterprüstina bietet den Beweis, ldaß anck die weiblichen Handwerker diele Einrichtung schätzen und ’br -übt sind, sich die für den wirtschastlichen Kamps nötigen Kerrnt- wr„e an der hierzu am !>esien geeigneten Stelle anzueignen, '.Immer noch ist es das Schneiderinnengewerbe, das am meisten »an ,ungen Mädchen ergriffen wird. Bei vorhandenem Talent »nd Ausbildung IN einer gediegenen Werkstätte bietet es fiebere» Auskommen, desgleichen auch der Modiftinnenberui Ebenso haste bl für Weißzengnäberinnen und W e r ß st i ck eri n- «tit in Wäschegeschäften stets Nachfrage, In den verschiedensten weiblichen Handwerkszweige» mlrd es bei den> heutigen ständigen Wechsel der Mode einem gnstelligrn und begabten Mädchen nicht schwer fallen, sich selbständig zii machen oder eine gut bezahlte Anstellung in den größeren Geschärte» zu finden, * ** Die Evang, Konferenz für das Großhrrzos- t„m Hessen (Frredberger Konferenz) veranstaltet am Montag den 2. Februar, nachmittags 5 Uhr, in Darmstadt („Kaisersaal", Grasenstraße) eine Bezirksversammlung, Der Vorsitzende der Konierrn». Prosestor Tr Treh 1 - Srie&hcm wird einen Vortrag halten über „Dos Psründengesetz und seine Be- deutung für die Weiterentwicklung der hessischen Landeskirche", an den sich eine Aussprache anschlia- ßen wird, ** Grnndstücksverkeh r. Das Grundstück Rheinstraße 87 zu Mainz, das auf den Namen der a) Perl ch, Heinrich, Wirt >/r, d) Persch, Johanna geh, Moll, dessen Ehesrou >/, einge- tragen war, soll Donnerstag, den Nt, Mär, 1914. nachmittags 3'/« Uhr, im Wege der Zwangsvollstreckung im Justizgebäude zu Mainz versteigert werden, — Mehrere Grundstücke zu ^Lampertheim, die aus den Namen des Schreiners Friedrich Seelinger des Ersten in Worms im Grundbuch eingetragen waren, sollen Freitag, den 20, März 1914, vormittags 10 Uhr, auf dem Amtsgericht Lampertheim im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden, — Das Grundstück Stistsstraße 13 zu Mainz, das auf den Nomen der K l a i b e r , Ena geh, Herrlein, Ehefrau de§ Kutschers Friedrich Georg Peter Klarber in Mainz, eingelragen war. soll Donnerstag, den 19, März 1914, nachmittags 3Vj Uhr, tm Wege der Zwangsvollstreckung im Iustizgebäude zu Mainz versteigert werden, — Mehrere Grundstücke zu Eberstadt, die aut den Namen des Heinrich Zlcklcr HI. zu Eber- itofit und dessen Ehefrau Magdalene geh. Scherer eingetragen waren, sollen Mittwoch, den 25, März 1914, nachmitlags 3V> Uhr, im neuen Gerichtsgebäude zu Darmstadt im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden. — Die Grundstücke zu Mainz, die aus den Namen der Juliane Watzel geb, Demkowsk», Ehefrau des Wirtes Wilhelm Friedrich Watzel in Karlsruhe, jetzt in Mainz, eingetragen waren, sollen Donnerstag, den 19, März 1914, nachmittags 3V» Uhr, im Wege der Zwangsvollstreckung im Iustizgebäude zu Mainz versteigert werden, — Grundstücke zu Waldmichelba ch. die aus che Namen von Äs E m i ch, Ludwig Adam, Müller zu Unter-Waldmichelbach, b) D i e t) m, Elisabeth, nun denen Ehefrau, eingetragen umreit, sowie ein Grundstück, das auf die Namen von a) E mich, Jakob, Müller zu Unter-Waldmichelbach, h) E m i ch, Ludwig Adam, Müller zu Unter-Waldmichelbach, Diehm, Elisabeth, nun Ehefrau des zu b genannten, sollen Samstag, den 21, März 1914, vormittags 9>- Uhr, im Sitzungssaal des Amtsgerichlsgebäudes zu Waldmichelbach im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden, — Grundstücke zu W o h n b a ch, die auf den Namen des a) Brü ck, Wilhelm, b Brück. Katharine geh, Karl, dessen Ehefrau, van Wohnbach, eingetragen waren, sollen Montag, den 9, März 1914, nachmittags 4 Uhr aut dem Ortsgerichtszimmer in Wohnbach im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden, — Grundstücke zu Glauberg, die auf den Namen des August Birx des Ersten in Glauberg und dessen Ehefrau Katharine gab, Koch eingetragen waren, sollen Montag, den 16, März 1914, vormittags 10 Uhr. auf dem Rathause in Glauberg nn Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden, ** Güterrechtsr cgi st er, Errungen schaftsge- meinschast haben vereinbart.' Wilsdorf, Georg, der fünfte, Weinhändler in Rieder-Saulheim, und Anna geb, Reinemer: Loos. Georg, der zweste, Gast- und Landwirt in Nreder-Saul- heim, und Marie Phllrppine geb StröMe: Landwirt Wilhelm Rudi von Lartmannshain und dessen Ehefrau Marie geborene Kneipp, — Allgemeine Gütergemei nschaft haben vereinbart: Landwirt Wilhelm Schäfer II. und dessen Ehesrou Sophie Katharine geb. Gärtner in Hebstahl: Schreiner Karl Niebergall zu Keilshausen und seine Ehefrau Katharine iwb. Maus. —■ Gülertrennu n g haben vereinbart t die Eheleute Leonh, S ch ö- s e r III. und Christine geb. Kurz zu Haingrund t Friedr, .Karl Wilh, Heister, Bahnarbeitcr zu Büdingen, und dessen Ehesrou Marie geb, Wiedersum: Meder, Michael, Handarbeiter zu Wendelsheim, und Katharina geb, Klippel: die Eheleute Johann Beck, Äckersmann, und Gertrude geb, Welz in Gau-Weinheim: Johann Horn, Schreiner und Glasermeister, und dessen Ebeiran Maria geb. Ihrig, beide zu Langen i. H,; Feanz Ott» Müller zu Lollar und bellen Eheirau Kalharine geb, Tiegel, Landkreis Gießen. stz L a n g s d o r f. 30, Jan, Gestern abend glitt der Zimmermeister Heinrich Weil auf der Straße aus, Ter telegraphisch gerufene Arzt stellte Gehirnerschütterung und Lnetschung eines Beines fest, Kreis Schotten. s Eschenrod, 30. Jan, Die Vervakblung unserer Feld- iind Waldfagd ergab tu de» beide» Jagdbezirke» einen 50! i u b e v- erlös von 215 501 f. gegen die letzte Verpachtung vor sechs Jahren. Hessen-Nassau. --- Franksurt a. M„ 29, Ja», In zwei Tagen wird die Fetlhalle in ihrer neuen Gestalt als „Zirkus der Fünfzehn- tausend" wieder eröffnet, In der Festhalle sind zwei Manegen uiid die Rennbahn eingebaut. Zwei von den drei Sonderzügen mit den 250 Menagerietteren und 300 Bierden sind schon ange- kommen. Truppen von Indianern, Beduinen, Chinesen uich Cowboys — es sind ja gegen 300 Mstwirkende — in ihren Trachten, gebe» der Stad! eine exotische Note. Spiclplan der Eichener Staditheaterr. Tirektron: Hermann Steingoett^r. Sonntaa, den l.Rcbtunr: Nachmittags wegen Veranstaltung des Konzertnereins keine Vorstellung. A'ends 7". U^r, bei kleinen Preisen: ,^riea nn Frieden - Ende 10 Uhr. Montag, den 2. Februar, abends 8 Uhr. bei Volksvreien: Vo>k4«Vor- nellnnq llegte dluffübrnna): ^Die vumboldtmner." Ende 10'/, Uhr. Vienstag, beit 3. Februar, abends 8 Ubr 15. Dienstaa-Nbonne- ments'Porstellnna): ,Tie Schmetterlingsschlacht.E Koinödie in -1 Akten^von Hermann Cuderniann. Ende 10 ^ Uhr. Mittwoch, den 4. Febrnar, abends 7 Uhr (14. Mittwoch-AbormementZ-Vor- stellnng^ : »Die Journalisten " Ende Ö ; X Uhr. Freitag. den 6. Februar, abends 8 Uhr (14. Freitaa-Abonnementä-Vorstellung). inner Plitwirkung der Kapelle des hiesigen Fnsanterie-Negnnents: „Egmont ■* Trauerspiel in 5 Akten von W v. (Goethe. Musik von L. van Peet'ouen. Ende I I Uhr. Sonntag, den 8. Febrnar, nachmittags 3'/, Ubr, bei kleinen Prellen: „Fägerbltlt." Ende nach 6 Uhr Abends 7'/, Uhr, bei kleinen Priisen. unter Mitwirkung der KgpeLe des hiesigen Infanterre-Regiments: ,Das Mustkantemnadel/ Ende 10),' Uhr. 'Die Hauptmarke SERE MARINE Schlager in Qualität Giehtn. Ansgebote: Jan 24, Karl August Wilhelm Christoph lsHahn, Taglöhner in Gießen mit Anna Fenster in Garbrnleick, — Heinrich ülicklas, Maurer in lyeuern. Mit Mario Kalharina iOVprr in Treis o, d, Lda — 26, Hermann Ferdinand Bender, rine Weber, 80 Jahre alt, Lickier Straße 74, — 28. Elisabeth Appel, geb Zecher, 46 'Jahre alt, Walltorstraße 13, — Anna Elisabeth« Becker, geh, Honig, 52 Joche alt, West.Anlage 43, — Elisahethe Haas, gtb. Horn, 75 Iahte all, Frankfurter Straße 6t. Hilft». Stuf geböte: Januar 5. Heinrich Riedel, Grvßh Geometer 2 Kk,„ mit Anna Marie Trechrt, Schneiderin. Heide zu üllsield, — 7. Johann Gattlieb Kaspar Werner, Eisenbabn-Boricknnied in Meiningen, mit Olga Emma Rosalie Pommer in Hervt, — 8. Friedrich Schiitt, Schlotter in Vadenrod, mit Katharine Oestreich in Beltershain, — 12 Heinrich Herrmann, Manrrrgechlic in Alsiekd, ini: Eiisabethe Fink in L?uiel, E he i ck'Ii e ß n n g e»: Januar 17, Jakob Georg Köhler. Fabrikarbeiter in Assseld, mit Margarethe Krast in Grebenau, — 24. Heinrich Stiebet, Graßh Geometer 2. St, mit Anna Marie Iieterl, Heide in TKsielb. Geburten: Januar I Dein Kaiserl, Bankiwrstand Karl Dietrich Dopheide eine Tochter, Irmgard, Tein Kauimann Moritz Stern ein Sohn, Kurt — Tom Erdarbeiter Christian Leonhard Dörr ein Sohn, Heineich Adam 6 Dem Bauunternehmer Valtkasar Bücking 1, eine Tochter, Eliie Johanna, — 7. Dem Kaiismnnn Meier Levi ein Sobn, Joie!, - 19. Dem Äolzaibeiler Karl Georg ein Sohn, Friedrich Karl, Sterbesalle: Januar 6. Theodor Selzer au - Ruhlkirchen, 13 Joche all, — 18, Werner Müller III,, Bäckermeister, 75 Jahre all, — 22. Weier Levi, Ktantmann, 37 Jahre alt -- 23 Heinrich Arrnd, Bademeister, 63 Jahre alt Scutkn, Geborene: Januar 19. Tem Landwirt Karl Schombcr ein Sohn, Heinrich Philipp — Dem Landwirt Friedrich Wilhelm ' Otto TI. eine Tochter, Maria "Marie Luise Katharina, Büdingen. Auigebote: Januar 26, Adam Jmhos, Taglühner, mit Käroline Röder, beide in Bindsachsen, — 28. Wilhelm Kuhn, Schraubendreher in Osfenhach. mit "Marie Muth in Büdingen, Geborene: Januar 19, Tem Landbriefträger Wilhelm Wentz eine Tochler, Helene Louise Christine, — 23. Tem Hos- buchbindermeisier Ludwig Weitzel eine Tochter, Erika, Sterbesälle: Januar 28, Marie Hirsch, 78 Jahre alt, Butzbach. Aufgebote: Januar 9 Konrad Gunkel, Taglöhner, mit Anna Elise Emmert, beide in Osfenhach a, SN, Geborene: Januar 4, Tem Wäscher Johannes genannt Ludwig Hahn eine Tochler, Kgtltcheii, — 13. Tem Kutscher Tdeo- do> Paul Schönherr eine Tochler, Marie Kätlrnrine, — 16. Tem Bierbrauer Hans Wol» eine Tochter, Maria Wilhelmrne, Sterbesälle: Januar 20. Luise Philipps» e Hardt, geb, Bernhardt, aus Alteulirchen (Oberlahnkrers>, 69 Jahre alt, — 28. Luise "Amalie tzehd, geb, Brückner, Witwe, 59 Jahre alt, Zriedberg. "Aufgebote: Januar 26. Willi Korncumvs, Schutzmann, mit Anna Maria Elisabetha Wilbelmine Volv, beide in Frredberg, Geburten: Januar 21, Tem Versicherungsinspektor Karl Brelthauer eine Tpchter, Gertrude, — 22, Tem' Taglöhner Heinrich Bauer eine Tochter, Maria Bertha, Slerbeiälle: Januar 22, Heinrich Nikolaus Ewald, Sohn des Landwirts Nikolaus Ewald in Ockstadt, 1 Jahr alt, — 24. Konrad Genebich, Tchreibgehilse, 21 Jahre alt, Grshrn-vuseck. "A u i g^b o t e: Januar 28. Heinrich Schmidt I,, Maurer, mit Eliiabetbe Stein, beide in Großen-Buseck, Geborene: Januar "22, Tein Schmied Heinrich Münch I, ein Sohn. Karl Konrad, — 23. Dem Kvnsmairn Friedrich Karl Hahn^ein Sohn, Willh, Sterbesälle: Januar 22, Joseph Berlin, Handelsmann, 71 Jahre alt, — 24, Louise Elite Servv, geb. Schwalb, 41 I, alt, GrotzeNiLinden. Sterbesälle: Januar 27, Heinrich Kerl, 10 Jahre alt. Grünberg. "Aufgebote: Januar 30, Karl Ritter V., Fuhrmann, mit Katharina Krommelbein. geb, Hachenberg, beide in Grütcherg. — ffiillb Christian Müller, Metzger in Hungen, mit Margaretha Jäckel in Grünberg, Geborene: Januar 19, Tem Ptlasterer Karl Rahn eine Tochter, Johanna, — 21. Tem Schreibgehilsen Heinrich Schell- haas eine Tochter. Leonre Marie, Sterbesälle: Januar 25. Daniel Weiß, Hospitalinsasse, 89 Jahre alt, heuchelhrim. Geborene: Januar 22, Tem Wagner Friedrich Sack ein Sohn. Erhard Adolf, ksungcn. Geborene: Januar 15, Dem Bahnarbeiter Otto Redlinz eine Tochter Marie, — 17. Tem Landwirt Karl Kohlbeuer II. em Sohn. Otto. — 21. Dem Geometergehllien Karl Tirlamm eine Tochter, Marie Margarere, — 22 Dem Landwirt Richard Bender eine Tochter, Marie. Mein-Linden. Eheschließungen: Januar 24, Friedrich Weller, Tag- löhnei, mit Marie "Adolphine Elisabeth Bernhardt, beide in Klein- Linden Langsdorf. Geborene: Januar, Tem Landlvrrt Wllhelm Scheid zwei Söhne, einer namens Jakob, das andere Kind ist gestorben, — Tem Sieinhauer Karl Kling ein Sohn, Karl, Lautcrbach. ?lusgebote: Januar 16, Adam Köhler I„ Weber in Lauterbach, mit Elisabetha Blum in "Maar, — 20. Heinrich Wahl, Zimmermann, mit Marie Rausch, beide in Lauterbach, Eheschließungen: Januar 24, Andreas Fiedler, Schub- macker, mit Marie Sovbie Füg, beide in Lauterbach, — Georg Friedrich Karl Bloch, Bahnarherter, mit Katharina Otterbein, Heide in Lauterbach, — 27 Franz Adam Thiemann, Tieibau- untcrnehmer in Soest, mit Anna Josesrne Kramer in Lauterbach Geborene: Januar 16, Tem Spenglermcister Johann Friedrich M'römmelhern, ein Sohn. — Dem Hutiabrikarbeiter Karl Linn II, ein Sohn, Heinrich, — 22. Tem Messerschmied Heinrich Gürtler IF, eine Tochter, SNarie, Sterbesälle: Januar 23, Wllhelm Martin. Taglöhner in "Maar, 30 Jahre alt, — 21 Hermann Reiß, Kaufmann in Lauterbach, 71 Jahre alt, — Marie Öarrmann Toglöhnerin in Lauterbach, 73 Jahre all, — 25. Johannes Stöpler XI., Maurermeister in Lauterbach, 78 Jahre alt. Nidda. Geborene: Januar 20, Tem Treherineister Johannes Oesterling ein Sohn. Kurt. Sterbesälle,: Januar 26. Franz Weil, Schmied Und Landwirt, 75 Jahre alt, Schotten. Auigebote: Januar 27. Otto Keller I,, Schneider, mit "Marie Knöß, beide in Sellnrod, Sterbesälle: Januar 27. Emilie Fischer, 9 Jahre alt. wtchenborn-Stcinderg. Slusgebote: Januar 24. Heinrich Wchrum, Zigarren- fabrikarberter in Annerod, mit Maria Slöbmig in Sternberg. Eheschließungen: Januar 28, Jakob Phrkrbv VI,, Landwirt, mit Katharina Degen, geh, Straßheim, beide in Watzenborn. Geborene: Januar 17, Tem Landwirt und kMuiiker Ludwig Hirz ein Sohn, Ludwig. — 21. Dem Bergmann Peter Kon- tandin eine Tochter, Emilie, Leibst in stärksten "Aufgüssen flrnossen. wirkt Kaffee Hag, der coffeinsreie Bohnenkaffee, weder aufHerz, Muskel, Nieren, A llqcmrin- b, finden oder Schlaf. Er ist unschädlich für Jedermann. Gesundheitspflege. Ueber Qzetbäder. Bon Dr. Med. C o r m a k. , (Nachdruck verboten). Ein derartig durchgreifender Erfolg eine- neuen Kurmittels, wie derienige des Dr. Sarafous von Lzetbäder, kann nicht fünft - lich gefchaife» fein und nmß innere, in der Güte der Sache selbst begründete Ursachen haben. Und jo dürile eine Aufklärung über Lesen und Bedeutung des dem Arzte längst vertrauten Ozetbades gewiß auch die Aufmerksamkeit e-nee tveiteren Leser> lrciies in Anspruch nehmen Ozttbäder sind nicht Sauerstossbader im gewöhnlichen Sinne. Es ist nichts der in Badcsonn allbekannte Lustsauerstoss. sondern der „tätige" Sauerstoff im sogenannten Entstebungszustande, kurz „Ozetgas" genannt, erne Borstuse des Ozons, wovon etn>a 22 Liter im Ozetbadc zur Entwicklung gelangen. Dieses Lzet, das in einer Anzahl von ungeiähr 50 Milliarden perlender, äußerst kleiner Bläschen das Wasser durcheilt, schmiegt sich zum Teil als eine glitzernde Take der Haut an und dringt tret rn ihre Poren ein, wo sich die Endverzweigungcn der Eni vsiichungsnervcn verästeln, zum Teil entioeicht cS aus dem Wasser nach oben und wird eingcatmcr. Bedeutungsvoll ist daher der Umstand, daß das Ozetgas sich innerhalb einer — an der hcll- braunen Farbe erkennbaren — Mangansuperortidlösung bcündct, die, einen eigenarngcn Zclleeiz ausübend, an dem Einilus; des Ozetbades aut den Körper mitbeteiligt ist. Das Ozetbad bewirkt zunächst — nach Ansicht des „Vaters" bei BäderbeHandlung. 'Btofefioi Winternitz in Wien — eine takt- mäßige Zusammen,iehung der seinsten Blmgeiäße, eine Art Haut» gpmnastik, eine stärkere Sauerstoiiveriorgung der rn der Haut liegenden Nervenzellen und eine reichlichere Zuiuhr von Cjct zu den Lungen. Als wettere bedeutsame Wirkung des Lzelbades wurden entdeckt an der llnioeriitätsuervenklimt der Professors Ziehen in Berlin eine Steigerung der Murkelcnergie: an der Tharitöklinit des Proicisars Senator in Berlin eine Herabmin- derung des bei numchen Leiden (Arterienverkalkung, chronischer Nierenentzündung krankbatt gesteigerten Blutdrucks: an der Bvda- vester Universitätsklinik des Professors von .'teilt) eine Vermehrung der bei Herz- und Nierenleiden verminderten Harnmengc sowie eine allgemeine Blutoerbesserung: am Berliner Univeriitäts- instilut für Hvdootherapic de! Prosejiors Briegcr eine Verminderung der Zahl und Verbesserung der Qualität de« Pulses sowie eine Verkleinerung des kranlhast oergrößertcn Herzens, tvas nur durch eine innere Energievermcbrnng seiner MuSlclmnsse erklärt werden kann. Ganz besonders aber tvird von allen Forschern übereinstimmend der cigcnarlige ucroenberuhigcnde und schlassördernbe Einfluß des Ozetbades ltervvrgelwben, der so regelmäßig cintrat, daß 'chemische Schlai- und Beruhigungsmittel, jene traurigen, aber oit nicht vermeidbaren Nolbcstclie, beim Gebrauche von Ozct- bädcrn haniig ganz fortgelaiien werden tonnten. .Herz, Adern, Lungen, Haut, Blut, Nieren, Nerven also die Hauvttore des Lebens sind es. durch die das Ozetbad Zugang zum inneren Körperbclrieb findet. Und so wird man auch verstehen, warum die Aerzte bei so vcrschiedenarti zen Leiden Badekuren mit Ozetbädern anordnen. Unentbehrlich sind sie bereits bet der Behandlung von Herzassektionen, Nierenleiden und jener verhängnisvollen Zcitkrankbeit, der Arterienverkalkung, geworden, weil die Lzelbädei durch Erleichterung der Herzarbeit bas Herz selbst schonen, so daß cs sich zu erhole» vermag: ivcil sie die bei der Ärlerienverkalkung zu schwach pewordenen Adern durch rhpldmischc Zusamwenzrcbung übeu: weil sie die schädliche Hotn. ivannung in den Adern, den zu hohen Blutdruck, erniedrigen, die Ausscheidungen der Haut und Nieren aniegcn, das Blut düun- slüsiiger, also lcichrcr durch die Adern gleitend machen und, nicht' zuletzt, weil sie beruhigend, crsrischend, nmstimmend, im besten Sinne „belebend" aut das gesamte Nerocnitzstem einwirken. So sind denn auch die Erkrankungen der Nerven, von der Neu rasthenie und ihren zahllosen Erscheinungen angefangen bis zu den Lähmungen, Kramvizuständcn, Entzündungen der Ncroensubslan; und den zentralen Organcrtrankungen, das zweite große Haupt- anwendungsgebiet der Ozclbäder gcivvrdcn. Daran schließen sich die Erkrankungen der Atmungsorganc, insbesondere chronische Katarrhe, Asthma, Keuchhusten. deS weiteren Erkrankungen des Blutes und Stoiiwechicls, wie Blutarmut, Bleichsucht, Basel«wiche Krankhctt. Tiabetes, Fetllcibigk.it. Schöne Ertolgc sah man seiner bei rheumatischen Asscktioncn, wie bei Gicht, chronischem Rheumatismus, Ischias, Neuralgie sowie bei den allgemeinen Beschwerden, die die Schwangerschaft und die Störungen der weiblichen Serualsvhäre begleiten. Einen merkwürdig Ivohliätigcn Einfluß scheinen, wie Pro- sessor Baioin von der Universität Padua berichtet, die Ozet- bädcr aus Magen, Tarm und die Organe des kleinen Beckens auszuüben, indent sie den Blutzusluß vermehren, schmerzen lindern und di« inneren Muskeln der Bauch- und Beckcnhöhlc zu vermehrter Tätigkeit anrcgen, Proiessor Baiion hat bemerkenswerte Erfolgt bei nervösen Magen- und Tarmleidcn, Lebcrassekiioneu. Ituhlträgheit und Sexualstürungen beobachtet. Auch der große römische Kliniker Baccelli hat sich mit dem Studinm der Ozelbädcr besaßt und läßt darüber durch Dr. Eolescku int „Policlinico" berichten. Ihm ist cs gelungen, den indirekten Nachweis zu erbringen, daß das Ozcl tatsächlich durch die Haut, in den Körper eindringt. Er fand nämlich, daß die Lzetbaber nicht nur das Blut oellhejsern und das Herz kräittgen. sondern daß sie auch die Menge dev im Harn ausgeschicdeneu Stosswechselschlacken .Harnsäure, Harnstoss ustv> erheblich r>e> mehren, das beißt, die innere Perbrcnnungscnergie oder, wie mav sagt, den ozodativen Stoiiwechsel steigern, ein Vorgang, der für Gtchtiker und Rheumatiker, Diabetiker. Fettleibige und Stuben Hocker dev höchsten Wert besitzen muß. Vergessen dort endlich nicht werden, daß die Ozctbäder sich als ein überaus wertvolles Hilfsmittel zur Stärkung der Muskel imb Nervenencrgic im Sportbetticbe, beim snstcmatischcn Trai ning sowie zur naturgemäßen Erholung nach marimalen Lei stungen. sei es körperlichen, intellektuellen oder solchen des Ge müts, bewährt haben. Das modcntc Leben verlangt bisweilen leider eine derart volle Hingabe der Körper- und Geisteskräfte, die bis zur Opferung der letzten Reserven iühren kann, daß «in rriinösee Zusammenbruch des Organismus droht oder gar ein tritt. Wir nennen das Ivohl einen „Klaps" und reden vone „Netvenklaps" oder „Herzklaps". Zn Amerika, wo derartig Ovier des ruhelosen Daseinskampfes am häuiigsten sind, namentlich bet Geschäftsleuten und geistigen Arbeitern, spricht man dann von „uervous prostation".. Es ist nun in der Tat eine wahre Freude, zu sehen, wie gerade solche Mensckwn durch systematischen Ge brauch der Ozctbäder sich vor dem gefürchteten Zusammenbruch bewahren oder seine Folgen wieder ausgleichen. Die Erschöviungs zustände des Neroenstzstems sind ja, wie erst neuere Forschungen seststellen konnten, vorioicgend durch einen Auibrauch de» Ozeis verursacht, und so ist vielleicht die an sich überraschende Wir kuug der Ozetbäder bei dcrarligen Erscheinungen zu erklären," •) Au einer fluv «uMrcii \o bi» SO LzctbSdrr. b»e in jeder Ba^ewaune du,ü> Hineinsäwktcn dev fernsten Bestandtetlc ins Badrwaiser zubereiket werden können, Aussülniickc Llnweilungf" nebst einer B'olchürc über da» Ozetbad versendet, wt-: inan unS mikreilr, k»e sZirwa L Llkau Erben, Berlin Westcnd A/65, ju Prova gandazwecken kostenfrei. IMAO Individuelle und schnelle Vorbereitung auf alle Klassen höherer Schulen, besonders Erai Kleine Klassen. Arbeitsstunden. Abendkurses. Gute Erfolge: Ostern 1913 erreichten von IT Kandidaten 16 ihr Ziel, teilweise mit bedeutendem Zeitgewinn. Frequenz im Sommer-Semester 1913: 43 Schüler. Näheres (Keferenz., besond. Giessener) durch den Leiter: Direktor Brackemann, Bleicbstr. 6. 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