Nr. 2 ) Etr iS(fd«KT Anzeiger eridjemt täglich, außer SvnnlagS. — Beilagen: vterinal wöcbenilich tiejienerjomlsienbirttee, zweunalivöcheralllielr: hlgNIiikdenIirrir Kietzen «Eleirslag nndFrciiagt; zweimal monall. £««(., «ittschgstlich« öeilfragen Feriisprech - Anschlüße: iür ine Redaktio,, 112, Serin# u. feroelttion LI Adresse iüt Depeschen: «»teiger «letzen. Almihme »an Anzeigen lür die Tagesnuramer big vormttlaqS S Uhr. Erster Blatt m. Jahrgang Samstag. 31. Januar 19H General-Anzeiger für Oberheffen kiotationrbnxi «ni» Verlag der vrihl'schen Univ.-Vuch- und §1eindr>«ttrti R. tauge, Redaktion, lkrpedition und vrnckerei. Zchulstrahe 7. StiBUK'H: nionallich7LPs„v>enel- inhrlich Mk. 2.20: durch Aphele- u. Zweigstellen raonatlick, KL VI.; durch diePost Mk.2.— viertel» jäfiri. auslchl. Benellg. Zeilenvrcis: lofal 15 üi-. ausivärlS 20 Plennig. Lheiredakteur: A Goetz. Beraulwortlich lür den volil. Teil: A>,g. Goetz: lür .Feuilleton", ,Ver- mifclitcö" uud.GerichlL- jnnl": Karl Neurath; rar .Stab! raid Cnnb": Kurt Beudi; für den Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umfaht 22 Seiten. Tageskalendcr aus dem Jahre 1814. 1. Februar: Blutige Schlacht bei La Rothrärc. Tie Verbündeten erfochten den ersten Sieg IN Frankreich über Napoleon, politische wochcnscha«. Gießen, 31. Jan. Innerhalb der katholischen Kirche ist in den letzten Tagen ein Zcrlungskamps geführt worden, der auch außerhalb des römischen Einflusses das größte Aufsehen machen -.rußte Der bekannte Streit um die tnterkonsesjwncllen christlichen Ge- wertschasten ist wieder entbrannt, und er hat dadurch eine höchst kritische Wendung genommen, daß zwei Mitglieder des deutschen Episkopats als gegnerische Ruser im Streit öffentlich auftrelen, nämlich Kardinal Kopp als Führer der streng katholischen „Berliner Richtung" und der Bsickzos Dr Sckru lifo» Paderborn als Freund und Beschützer der christlichen Ge werkschaftcn. Der Kölner Prozeß der christlichen iöewerkjcltasten gegen einige sozialdemokratische Redakteure und einen Redakteur der „Wartburg" hat den alten Hader wieder aufgewühlt, da der Bischof von Paderborn als Zeuge den Standpunkt norl> einmal festgestcllt hatte, den die deutschen Bischöfe zu dem päpstlichen Hirtenbrief über die Gewerkschaftsfrage seiner Zeit eingenommen und öffentlich verkündet haben. Wir müssen uns die Vorgänge kurz in die Erinnerung zurückrufen. Am ö. November 1912 wurde in Deutschland der bekannte päpstliche .Hirtenbrief veröffentlicht, der sogleich höchste Erregung hcrdorrief, da es klar wurde, daß die „Berliner Richtung" den Vatikan gegen den „verseuchten Westen" scharf gemacht hatte. Den deutschen Bischöfen lag viel daran, den tZorn der überraschten Gewerkschaftler abzudämpfen, und so erhielt ein Kölner Prälat vom Episkopat den Auftrag, die Führer zu beruhigen und zu beeinflussen. Diese wandten sich darauf an ihren Freund und Beschützer, den Bischof von Paderborn, indem sie ihm ihre schwierige Lage erössnetcn' und ihn ui» Vermittelung anriesen. Bischof Tr. Schulte verfaßte jene Erläuterung zu dem päpstlichen Hirtenbrief, der damit in seinen Vorstößen eine entscheidende Abschwächung erfuhr. Soweit ivaren die Dinge der Oessentlichkeit längst bekannt. Man weiß auch noch, daß die päpstlichen "Ausleger in Rom den, durch die deutschen Bischöfe gezeigten Weg folgten und den christlichen Geiverkschaftlcrn „Duldung", den „Berlinern" nfrcr „Liebe und Billigung" erklärten. Hinter den Kulissen aber ging der Kampf weiter. Bor einigen Tagen veröffentlichte der bekanntlich aus der Zentrumspartei ausgeschiedeue Graf Oppersdorfs in seinem Kampf- organ gegen den ,cherscuchten Westen", der Wochenschrift „Klarheit und Wahrheit", einen sensationellen Brief des Kardinals Kopp, in dem dieser nochmals auf die früheren Vorgänge zurücktam und nachträglich ertlärte, er hätte sich schon «m 1. Dezember 1912 davon überzeugt, daß die vom Bischof von Paderborn angescriigte Auslegung überflüssig und verwirrend sei. Anfänglich habe auch er dieser Auslegung, „den dringenden Umständen nachgebcnd", zugcstimmt, sie sei aber dem Episkopat gar nicht zur Beschlußfassung vorgelegt worden und dieser habe sic später stillschweigend hinge- nommen.^Kardinal Kopp fügt in seinen brieflichen Mitteilungen an den Grasen Oppersdorfs noch hinzu, die General- tzersammlung der christlichen Geiverk chastcn in Essen habe in schroffen und herausfordernden Redewendungen die wohlwollenden Rücksichten des Episkopats völlig inißachtet und „d i e a n g c w a n d t c M i l d e a l s nutzlos erwiesen, weshalb letztere auch ap einer anderen kirchlichen Stellenichtgebilligtwurd e". Es war also offenbar ein Wink aus Pom, der den Kardinal Kopp veran- laßte, am l Dezember 1912 an den Bischof von Paderborn! wörtlich zu schreiben: „Ich bedauere, mild an den Maßnah men zur Beruhigung der christlichen tzlewerkschasten beteiligt zu haben, und will die Interpretation (der fünf Punkte) nicht weiter vertreten, da solche nicht allein wirkungslos, sondern verwirrend sind." Kardinal Kapp schließt seinen in „Klarheit und Wahrheit" vcrössenttichten Brief an den Grafen Oppersdorfs mit folgenden Worten: So gut diele Erläuterungen gcnieiut Ivarc», und man sie an sich viellcickt auch nichi beanstanden kann, wenn man dir Eile der Eniichließung berückfichtigt und ihren Zweck nich! aus dein Auge läßt, so ist doch manches dagegen rinznwendcn. Var allem waren sie nichi nötig, da die Bestimmungen der Enznksika deutlich und klar genug find. Sie waren unnütz, da die Führer der christlichen Gewerkschaften sie mir zu einer schroifen Ablehnung benutzien. Endlich aber muß beionders hervorgehoben werde#, daß es nicht Sache der Brfchösc ist, päpstliche Er- lassezu crläuternundauszulegen, sondern daß dieses Recht allein dem heiligen Stuhle zusieht. In diesem Urteil über die Paderborner Erläuterungen, das ich feil einer Essener Versammlung stets iestgeholten Hab,', hat mich leider auch der Verlaut des eben beendeten Prozesics der christlichen Gewerkschaften gegen die sozialdemokratischen Redakteure iioch bestärkt, und ich kann hinzufügen, daß auch an anderen Stellen die bei dreier Gelegenheit ausgesprochenen Grundsätze und An- sichtcn ein großes Aussehen erregt haben" Man sagt nicht zuviel, wenn man feststellt: Kardinal Kopp hat in der Sack>e eine recht schwantcnde Haltung eingenommen. Inzwischen ist eine Flut von Artikeln in katholischen Zeitungen erschienen, und cs wird da z. B. bekannt, daß in der genannten Wochenschrift „Klarheit und Wahrheit" kurz vor Veröffentlichung des Kvppsck>en Briefe» schwere Angriffe gegen den Erzbischof Hartniann von Köln gestanden hätten, so daß der Klerus des Dekanats Elberfeld öffentlich dagegen Stellung zu nehmen geztvungen war. In einem Brief vom 10. stlvvenrber 1912 halte Kopp an den Zentrums- abgcordneten Dr. Porsch einen Brief ganz im Sinne jener Schulteschcn Auslegung geschrieben: dieser Brief war in dem Kölner Prozeß von einem Gewerkschaftsführer kurz erwähnt worden; jetzt steht er, nicht gerade ein Ruhmesblatt für Kardinal Kopp, dem Wortlaut nach in 'vielen Blättern. Allerdings hvt Kopp darin auch die „Verwässerung" der päpstlichen Gedanken durch die „Köln. Volksztg." mißbilligt. Bischof Dr. Schulte in Paderborn hat den Fehdehandschuh ausgenommen und in dem ihm nahestehenden „Westsäl. Volksblatt" nicht schlecht entgegnet E stellt fest, der Brief Kopps an ihn vom l. Dezember 1912 sei eine gelegentliche, nicht amtliche Aeußerung und weder bestimmt, noch geeignet gewesen, weitergegeben zu werden. Dann heißt es in dem Blatte weiter : Amtlich, und darum für die Sache niaßgcbend, sind in der Angelegenheit der Interpretation überhaupt nur zwei Kundgebungen vom Herrn Kardinal an den Epiilooat ergangen: die vom 24 November 1912 und die vom 9. Dezember 1912. In beiden Zirkularen vertritt der Herr Kardinal, und zwar er allein ohne Berufung aut irgendeinen anderen Bischof, di? Jnterpretasion ror dem Episkopal, der sich zu Fulda zu versammeln pflegt. Wenn der Herr Kardinal seiner "AiiZvracne gegenüber dem Bückws von Paderborn in dem Briese vom 1. Dezember 1912 die Bedeutung beilegt, die er jetzt in dem Priese an den Herrn Grafen von Oppersdorfs ihr allen, Anscheine nach beilegt, so _ ist es durchaus unbegreiflich, daß er über sie den Gesamt- episkopa i in Unkenntnis liefe, daß er länger denn ein volles Jahr vor den Mi zlieder» der Fuldaer Roniercnz schwieg, daß erst ein Brie, de-.- Gnien OpperSdorff^ihn dazu vermochte, über eine so crnüe und i> svlgenschtvere Sache, deren amtliche Dernntworiung aut ihm ru!,c. iid> zu äußern. Wir können aus befsimmtcr Kenntnis der Tatsachen noch hinzusügen, daß der Bischot von Paderborn über sämtliche Vorgänge,, die mit der Interpretation vor »ne nach dem Essener Kongreß Zusammenhängen, dem Heiligen Stuhle von Anfang und bis in die jüngste Zcii beständig und rückhaltlos Bericht erstattete. Die „Essener Volksztg.", das sühr.'iidc Zcntrumsorga» des Ruhrgebietes, veröfsentlichte gestern folgende Erklärung: „Soiveit wir unterrichtet sind, ist es zutreffend, daß der Papst den Frieden im (tzelvcrkschaftsstreit ivunschl und in diesem Sinne sich auch Bischof Schulte gegenüber bei dessen jüngstem Besuch in Roni ausgesprochen liot. Ohne Zweifel dar, angenomincii werden, daß die übrigen Mitglieder des Episkopats sich ans die Seite de» angegriffene» Padcrborner Oberhirten stellen." — Daß jetzt schon für Rom der Augen blick gekommen sei, einen neuen Schlag gegen die christlickzeu Gcwerljchajlen zu führen und die streng katholische Ab jchließuiig allgemein zur Pflicht zu machen, glauben auch ioiv nicht. Aber neben dem Paderborner Bischof beruft sich doch ckuch Kardinal Kopp, und zwar recht deutlich, auf den päpsl lichcn Willen, indem er aus jene „andere kirchliche Stelle" verweist. Kopp wird vermutlich „geliebt und gebilligt", Dr. Schulte dagegen nur „geduldet" Ein einziges positives Er gcbnis ist aus dem Bijchofsstrcit bisher hcrausgekommen: Gcheimral Tr. Porjch, der Zentrumsführer im preußischen Abgeordnetcnhause, hat sein "Amt als fürstbifchüflicher Kviifistorialrat am Breslauer Bistumskonsistorium nieder gelegt. — Die gesamte Regierung von Elsaß-Lothringen Hai ihren Rücktritt anaekündigl, und demnächst ivcrden auf a Uc n ent scheidenden Bcrwaltungsposten, auch auf dem des Statthal tcrs, neue Männer stehen. Ob nur die sreisprechenden Ur teile in Straßburg und die Tatsache, daß aus Berufung verzichtet wurde, diesen Schritt veranlaßt habe», oder ob nach träglichc Richtlinien aus Berlin dem Graic» Wedel und fei ncm Anhang indirekt bedeutet haben, das Feld anderen Männern zu überiasien, muß vorläufig dahingestellt bleiben. An einen kommenden militärisch strammen Kurs in den Rcichs- landen kann man nichi recht glauben, da der Reichskanzler M erst vor einigen Tagen im Reichstag für eine „ruhige und einheitliche, eine gerechte, aber feste Verwaltung" sich erklärt hat. Es mußte in Berlin vor allem zu denken geben, daß auch die elsaß-lothringische Erste Kammer den militari- scheu Richtern in Straßburg mit Widerspruch begegnete. Gras Wedel würde sich wohl dagegen wehren, wenn man ihm vor halten wollte, daß sein Tun mit dem oben erwähnten Pro gramin des Reichskanzlers nicht übereinstimme. Allein der Statthalter ist <2 Jahre alt, und cs läßt sich annchmen, daß eine geeignete jüngere Kraft besser imstande ist, alle Fäden in der Hand zu halten, an denen die schaffenden Kräfte im Reichslandc tätig sind. Die derzeitigen Unterstaalssckretärc haben in den Zaberner Borkommnisscn zu deutlich Stellung genommen, als daß sie einer ihren Anschauungen auch nur leijc eiitgegentretendeil Absicht der Rcichsregierung sich hätten fügen können. Es braucht, wir wiederholen cs, kein ausgeprägter Shstemwechsel die Folge zu sein. Tie heutige amt liehe Mitteilung, daß Graf Wedel sich bereit gefunden habe, noch einige Zeit im Amte zu bleiben und die neuen Regierungsbeamten in ihre Tätigkeit einzuführcn, ist wohl auch dazu bestimmt, die Besorgnisse wegen eines entgegengesetzten Kurses zu zerstreuen. Mehr noch als auf ein besonderes neues Marschziel wird es auf die Befähigung der neuen leitenden Männer in Tlraßburg ankommen. Daß in den Reichslandc» bei weitem alles noch nicht so ist, wie cs sein soltle, wird ja so zienilich allgemein anerkannt. I» Mülhausen soll am Vorabend von Kaisers Geburistag der militärische Zapfenstreich durch Pfeifen und Johlen gestört worden sein, und die „Frankfurter Zeitung" läßt sich aus Sablon, einem Vorort von Metz, berichten, daß dort bri der Kaisersgeburtstagsfeier des 20. vreuß. Pionierbataillons in einer vom Bataillon gemieteten Wirtschaft zwei Lothrin - ger durch ostentative llmerhattuiig in französischer Sprache das Einschreiten einiger Offiziere veranlaßt ha- Zeldmarschall v. d. Goltz über die Erziehung zur wehrtü^tigteit. Ucfcet die Frage, wie die Bolkskrast und mit ihr die Wchr- tüchtigkeit durch jystematt'che F u a e n dp, l e g e gehoben werden kann, äußett sich Feldm-rschall v. d. Goltz m einem Aupaft der Cottä'che» Monatsschriit „Ter Gre„". Die Erziehung der äugend zui Kriegslüchtiglei: ist ein bewnders dringendes ltzebo, der Grgcnwait, weil der moderne Krieg die hochpen Anwrderungen «„ den einzelnen Soldaien stellt '-»d weil anderer,c>ts,n Teutich- land ein allmähliches Sinken der Wehrfähigkeit kon,tattert wird, dem man mit allen Kräften entgcgentrcttn mutz. Nun wirken che allgemeinen LcbcnScinflüsfc heute vielfach der kr,eger>,chcn Tuch- ilgkeil geiadezu entgegen., und nur Ueiung vvn trüh an kann diesen Scha-cii wieder gul maätz:n. So wirb z. B. die M ar scht ä hi g- keit'duiä, die modernen PerkehrSverhättrasic zmeiielloS beein- iiächsiat, da man iuratc längere Wege selten noch zu Fuß macht. Nach einem Ausspruch Napotevils aber „schlägt man den eceind mit den Stiesel», nicht mit der Waffe"; es muß daher schon in der Jugend das Verständnis für die richtige Art des Gehens und Laufens erweckt werden. „Richtiges Atmen, Körperhaltung. Diäiteichonung, Berückiicdiigung von Wegen und Wetter, das "Achten aui die Windseite, rech-zeittges Lüsten von KovtbedeclKng und "Anzu i Regelung des Tempos, je nach den Umilanden, Uiüllk» wall nkerlcgt fein." "Auch das Z u r e ch i > l i> d e n mutz ächibt w^den Vom japani'ckien Heere wird berich-el. daß während des mandickrarsiwen Kriege» »'der gemeine -iüdal imstande ge meien sei seine Kar.e mii Llcherhcit z» le,en. Dies ist nur duich tvrlgesctztei: Gebrauch der Karie im Gelände zu erre.ckstn ?lut den ^Wanderungen imrd die Jugend auch gleichsam ,mclend das Entiernungs'chätzen lernen, du» beute die Grun^-ge tur den wrrkiamen Gebrauch unserer Prazisionsmasten bilde!. , wirlrani u„,crrichl. der in der Armee datur erteilt wird. ,ann"durch rechtzeitige Vorbereitung außerordentlich gesordert werde Wichtig ist es. die Jugend zum S-Hrittmesten. zum lort- dauernden Alfchätzen mit dem Auge an Hameriroraen. Mauern. Gmlenzäunrn u,m. anzuhalten." Ebenw will das Bechmmen der tzimme siegend ohne Kompaß nach der Uhr. nach dem ^nnen- ^da Monchiand. nach dem Polarstern und anderen Merkzeichen ielern'i ton Tic Knaben müssen angchaltcn werden, die Um- nebuna durch die sie wandern, regelrecht zu beobachten Mid die Beobachtungen richtig wicderzugcben, Außgrordetztluh erhöht werden kann die Scbkrait. Werden doch alljährlich etwa 9000 junge Leute — meist Schüler der höheren Lehranstalten — nur wegen Kulzsichiigkcil vom He-resdienst zurückaeitellt. und so geht gerade der gebildete Teil des Eriatz-s der Armee vielfach verloren. Für das Sehen bedeutet aber Uebnng und Aufmerksamkeit unendlich viel. Ter Feldmarfüsttli erinnert dabci an eine Ersahriing, die er vor 30 Jahren machte, alp er an die Spitze des türkischen Militärunterrichlswesens bernien ir.nrde Ihm fiel das äutzergt scharte Sehen der iungcn Türtcn tei iebcr olelegenheit aui. "Als aber dann ein deutscher Augenarzt die Sehschärfe der Leute genau umeriurotc, kam er zu dem merkwürdigen Resultat, daß die Sehschärfe der türkischen Militär,'chüler im Durchschnitt Keineswegs größer war al» die »nferer Jugend, nie waren im neben nur weit besser geübt Teshalb ist „das genaue Aiclerkenncn zu pilegen, das schnctle Abzählen von Zielgruvoen. das Herausfinden der Jlügel vvn in, Gelände liegende,I Linien von Kovsichkiben. Tie Uctaing des Älngcs im Durchzählen gleichartiger Gegenstände IN immer größerer Entieniung wird in kurzen, die nehkrasi merklich leben Sodann »IUI! das Gehör mstematifch ausgebildei werden. In der japanische,I Armee, wo diese Ucbungcn schon seil langem kelricben werden, lern! der Soldat durch das Ohr allein unterscheiden ob ein in, Dnnlel Vorübergehender, dessen nchrittc er vernimmt, in Waffen ist oder nicht, ob er eine Last trägt oder leine. Damit die Jugend aus ihren Beobachtungen richtige nchlüsic zieht, muß da» Svurenlescn betrieben werden, in dem der primitive Mensch dem Kuliiirmenschen so sehr überlegen ist. Die Pflege der "Ausdauer und Abhärtung des Körpers darf natürlich cben- ialls nicht vernachläisigi wcrdrn. Durch Erlrrnung einiachcr Be- lelfarbeiten wird der Knabe aui den Soldntenbcrut wirksam vvr- lereiiri. „Dazu gehört da» Knvtenbindi'n, da»^ Herstellen von Neincn Flößen, eine» piimitioen Bootes, von Tragbahren uiw. t«» Errichten vvn llcbergängen aus Stäben, das Uebcrwinden aller "Arten von Hindernissen »üt den einiachsten Mitteln, das Eibauen mm Bcebrchtungöwarien au» de,, beka,litten P adfindcr stäben" Auch die ?lniang»gründe des Sanitätsdienstes und d,e praksifchen Handgriffe beim Diwalieren kommen dafür in Betracht. Solche Erziehung der Jugend zur "Dehrtättgkeit ist^beutc viellcick, die wichtigste naiionale "Auigabe, denn: „Tie Stätte eines tttcn Volkes siezt in seiner. Jugend, und für seine Grütze und Sicherheit geschieht alles, was man für diese lut." — Ter Richard-Wagner-Verein Darmstadt, der am l. Januar in sein 25. Vereinsjahr eingctreien ist, hielt gestern im .Kasieriaai" feine ordentliche Houptoeriammlung liir tzns Jahr 1911 ab. Nack dem von dem Vorsitzenden, Here» Rat H. Sonne, erstatteten Jahresbericht kann der Verein wiedcrunl auf ein eriolgreichcs Bereinsjahr von crsreulicher künstlerijcher Auiwärksentwicklung zurückbsickcn. Seine Milgliederzahl, die zu Anfang des Jahres 1913 360 betrug, ist bis Ende 1913 bei 130 Neueintritien a»i 990 Personen gestiegen. Im vergangenan Jahre konnten 15 Percinsabende veranstaltet werden, die ausnahmslos von großem lünstlcrischcii Erfolge begleitet waren. Bei der zum Tchlmse vrrgenommenen Neuwahl des Vorstandes >m,rde mit Bedauern davon Kenntnis aenommen, daß Herr Regien,„gs- affessor Tittmar iniolge seiner Derjetzung nach Bübingen aus dem Verstände ausjcheidcu müsse. Sämtliche übrigen Vorstandsmitglieder Ivurdcn einstimmig wiedergewählt, so daß der Vorstand siih das neue Vcrcinsjahr ans solgenden Pcttonen besteht: Grotzh. Rai Hermann Sonne, Vorsitzender: Proseiior 2lrnold Mendels > sohn, erster Stellvrrtretrr des Vorsitzenden: Oberleuinant Erich vo» Knchler, zwitzier Stcllverireter des Vorsitzenden: Oderieheer Tr. Wilhelm Schmidt, Schriftsührer: Oberlehrer Dr. Karl A„s- seld, Stellvertreter dr'S Schrlstsührcrs: Eiienbahninipekt,r a. T. Ferdinand Schevrcr, Bncherwari: Gerichtsassessor Dr. Otto Mclior und Kapellmeister Fritz Rehbock, Beisitzer. Bad Mergentheim kWürttembcrgj, 30. Jan. lE i II c Ansicdlung in der Bronzezeit.) Bei di-n Fundamcn- ticrgrabiingcn sür die Kuranstalt „Hohenlohe" im Herrentale stieß man in der Tiefe von vier Metern auf ein ganzlüt einstiges Tors, das nach drn Unteriuchungen von dem Leiter des K. Landeskonjervatorium«, Prot. Tr. Goeßlrr in Stuttgart, der Hlonzczeit um etiva 1500 v. Ehr. angehöri. Es kamen die Reste vvn etwa 15 Hütten in Gestatt vo» ntelmockeln, Sitzstcincn und Herdplatte» zum Vorschein. Zwischen den Hütte» fand man weiter- hin drei ilrnengräber, bestehend au» je einer Haupturnc uiit Kvhlcnasche und Knvchcnrestc» und mehreren kleiuen Nebcunriien. An Bronzesunden wurden Gcwandnadcln, ?lrmrinae und ein Rasiermesser zutage gesördcrt. Solche vorzeitliche Dörfer sind bei uns von außerordentlicher Settendcil. und es ist anzuneh- men, daß die hiesige kochsalz- und glaubcrialzhattige Karls- aucllc die Veranlassung zu einer solchrn srühzeitigen Nicdcr- iassung gebildet hat. In der Halle der Kuranstalt werden Nach- bUdungcn der Hüttenrcstc und der Gräber angebracht. beu Die „Franftsurter Zettung" stellt den Fakt io dar, als kätte das Unrecht aus der Seite der Offiziere gelegen, die eine unnötige Barschheit und Gewalt angewendct und di> dcidcii Lothringer ans das Bürgcrincistcramt nach Montigni hätten dringe» lassen, wo sic wieder auf freien Fuß gcsetz: wurden. Tic Mililärdehörde rwrosscntlicht dagegen heute b vcite eine Tsrstellung, die unr au anderer Stelle loiedrr heben und die zeigt, dass das Feankfurter Blatl tendenziös irregcführt worden ist. Jedenfalls ist cs bezeichnend, daß. wic^das Bert. Tgbl." meldet, die gegenwärtige Regierung in Slraßburg vor etwa 2 Wochen einen Erlaß an die Behörden gerichtet Kat, wonach diese mit größerer SchärsealsbiSher ihre Befugnisse auSüben sollen. End lich soll auch einem andern viel gerügten Uebclstande ent- gegcngetreten werden. Tic Straßburger Regierung hat »äiu Iich ferner, demselben Blatt zu>olgc, vor einigen Tagen a. sämtliche Ureisdirektore» eine Anweisung gerichtet, fortan gegen die vssentliche Fcilhaltung und Ausstellung von Dro schüren und Ansichtskarten, die in höhnischer Weise die Za- berner Tinge behandeln, mit aller Energie cinzuschreiten. Gleichzeitig soll verfügt lvorden sein, überhauvt gegen die öffentliche Zurschaustelliing von beleidigenden Karikaturen deutscher Militärpersoncn energisch vorzugchen. Ob das schon den Anfang neuer amtlicher Pslichtaussassung bedeutet? Die Statthalterkrisis. Berlin, 30. Jan. Tic „Norddeutsche Allgenieine Zeitung" schreibt I Wie Ivir hören, bat sich der Kaiserliche Statthalter Gras von Wedel bereit erklärt, noch einige Monate auj seinen, Posten ii bleiben, um die Nachfolger des Staatssekretärs Frbrn. Zorn v. Bulach und anderer aus ihren Aemtern scheidender Mitglieder der rcichsländischcn Regierung in die Ge- schäste einzuiühren. . . Tic „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" meldet ferner : Für me an dieser Stelle angekündigte und vom Reichskanzler in seiner letzten Rede im Reichstage erwähnte Nachprüfung der .T i e u ft v o r i ch r i i t von 18 9 9 über den Waiiengebrauch de» Militärs im Friede» sind zunächst beim Kriegtzminifterium die notwendige» Vorarbeiten erledigt lvorden. Gegenwärtig linden unter Zuziehung der preußischen und RetchsressortS der Justiz und des Innern kommissarische Beratungen statt. Auch hat sich der Kriegs minister mit den zuständigen Stellen f ii c bic nicht preußisch en Kontingents in Verbindung gesetzt, U»I eine möglichste Ilcbcrcinltimmiiiig in der Fassung der Vorschris- len herbeizuslihreu. Der Zwischenfall hei der Feier des 20. Pionierbataillons. Retz. 30. Jan. Zu dem i» der „Franliurter .i.-iUmi" au» Metz gemeldeten Vorfall bei der KaiierSgeburlrtageieier de,- AI. Pio nierbataillon» gibt das Generalkommando des I >v A r nieekorps iotgendc Richtigstellunge Die vier Lothringer erregten im Vorderzimmer de» Lokals den Unmut oer dort an wesenden Osfizierc, Unterosiizicrc und Mannschaiten. weil sic ibre „sronzösisch geiorniten" Mützen aus dem Kopie behielten und sich laut in sranzönscher Sprache unterhielten. Dieses Benehmen mußte gerade am Geburtstage S. Majestät als eine HcranSforde rung angesehen wcroen. Ter böslichen Aussorderung eine» Ossi ziere-, da» Lokal zu vcrlasseu. weil es in allen Teilen von dem Bataillon s ü r den Abend g e in i r t c t sei, wurde nicht uachgekomnieu. Ter sodann berbeigeeilte Bataillonskonimandeud bat Nicht, wie angegeben, dem einen dieser Leute die Mütze vom Kopie geschtagen. sondern sie ihm abgcnominen, weil er der Aus iorderung, die Mütze abzunebmen. nicht nachkan,. Auch von einer Ohrfeige durch den Bataillonskommandeur ist keine Rede. Darauf sind die Leute in durchaus ruhiger Form au» dem Lokal herausgebracht und der Polizei pugeiührt worden. Tie Ilnvichtig- kett der Schilderung des Porsalle» durch die „Frankiuvtei Zeitung" beweist ferner der Umstand, daß schon beute eine schriftliche Cr- Ilärungdcrvicr beteiligte »Lothri ii ge rvorlicgi, in der sic bedauern, die Feiert ich teil gestört zu haben, und ausdrücklich erklären, daß ihnen Beleidigungen iern- gclegcn haben. Die vier Leute haben sich außerdem bereit erklärt, mündlich bei dem Baiaiilonskominandenr u ui E u t s chu ldi - gung zu bitten. Paul Deroulebe f. In Nizza ist der Sänger des »raniöliichc» Rebauchegcdmikeu», Paul Tsroulede, >>n Älter von 67 Jahren gestorben Beim Ausbruch des deutsch-sranzöiische» Krieges trat der damals Vicrundzwanzigiäbiige als Freiwilliger in ,iu Zuavenregi- ment ein und Ipurdc mit diesen, bei Sedan gesungen geuouimen und »ach Breslau geschasst. Als polnischer Jude verkleidet, gelang cs ihm, von hier zu cntsticbe» und unter Cbankti und Bourbaki wieder gegen die „Barbare»" zn kämpien Auch diesmak mit »»-- rühmlichem Ende, Bourbolis Armee trat nach der Schweiz über 'und Törouläde wurde mit seine» Kameraden.zusammen utwassnet. Uni so kriegerischer loaren leine i» den solgeiide» Jahren ver- üssentlichtcn Soldatenlieder, die mit ihren zahllosen Auilaaen einen gelrcueu Gradmesser für die Revanchcstiminung de» Volke» bilden Al» Politiker lat er sich zunächst als Begründer und Leiter der Patrioten liga bervor, die durch ihr lärmendes Vorgehen gcacn den dcutscheu Turnverein i» Paris 1882 „,,d ihre Tamtamreklame für ei» sranzösisch-russische» Bündnis des dcittschieindlichen Publizisten Katkow iu Petersburg ' 1887) unliebsame» Aussehen erregte. Seine Begeisterung erreichte iheiNi Höhepunkt iu der Verhimmelung des Generals Bonlanaer. für den nie Patriotenliga io oisenkund'.a warb, daß iich die Regierung 1689 genötigt sab. sie außzulösen. Beiui Begräbnis de» Präsidenten Faure am 23. Februar 1898 widerte er den General Roget aus offener Straße zum Stur, der Republik aus Er Ivurde wegen Hochverrats verhaftet und nach der Freisprechung durch die Geschworenen zu zehnjähriger Verbannung venirt-ilt. Grollend zog er iich nach Ton Sebastian zurück und hielt sich auch nach der Amnestie vou 190.7. die ihm die Rückkehr nach Paris gestattete, von der Politik fern. Au» Stad» und tan». Gießen, '31. Januar 1914. Strußenvah» Gießen—Wieseck. Am Frr»ag fand aui den Bürgermeistereien in Gießen und Wieseck die l a n d c » p o l i z c i l i di c Prüfung d e s Projekts einer elektrischen Straßenbahn Gießen, Mar- burgcrstraße Wicscck statt. Al» Berireter de» Ministeriums war Geh. Obcrbanrat Kilian -Darmstadt erschienen. Es tauchte bei den Versammlungen wieder das Projett aui, die Liiiiensübruug die Marburgerstraße entlang, beim Etablissement Tvrield nach Wieseck einbiegend, vorzunehincn, doch iand der Gedanke keine Gegenliebe. Auch inüßtc hierzu erst ein neue» Projekt hergestcllt und ausgearbeite! werden. Vom Kreisanit wurde verlangt, daß iich die Stadt Gießen vcrpilichtcn sollte, für den Fall, daß die Straße nach Wieseck mit Klcinpslaster neu befestigt werde, da» Pilaster der Schic uenbahn aus ihre Kosten herzuftclleu, weiter die Straße >väh rcnd de» Bahnbetriebe» zu belcuchtc» und außerdem, fall» es lick, als nötig erweise, uud wenn der Krei» es verlange, rechtsseitig ^ - die Bahn geht linksseitig - nn 2,5 Meter breite» Bankett außerhalb der Baumreihe der Straße anzulegen, zu dem daun der Kreis ciuen gewissen Zuschuß leisten würde. Oberbürgermeister M c cu in crllärle, daß die Stadt diese Bcrpslichtnngcn nicht übernehmen könne, da die Durch führung einen Betrag vou 60000 bi» 70000 Mk. erfordern würde Tie Strecke Wieseck werde sich aber ohnehin nicht rentabel erweisen. Kreisbauinsvcklvr Daurat Hechler er klärte, daß noch Jahre vergehen würden, che die Straße mit Kleinpslaster belegt werde, und baß »uch die Herstellung des Banketts nicht unbcdingi sofort erfolgen müsse. Der Obcr- ürgermcistcr bemerkte, daß es ein zweischneidiges Schwert sei, solche Verpflichtungen ein zu gehen, denn die Zusagen des Vertreters der Krcisbau ehörde böten keine Garantie dafür, daß der Kreis von der Stadt nicht alsbald die Ausführung der eingcgaugencn Ber vflichlungen verlangen würde. Die Entscheidung in der Sache hängt nun von der höheren Instanz ab. "Tageskalcnder iür kamstaq, den 31. Januar, und Sonntna. I. Februar: Ftadtthcater: „Krieg ia> Frieden. Abends 7'/, klbr. ^ K o » z e e 1 v e r c i » : Toniita' »ackmtillcia 4'1 Ilbr ii» Sladt- Ibeater: Astetiiln,er Idokorchester. (Probe I I Ilbr.l Samstag 7 Uhr in der Sladtkirckie: Probe zur Mnlthäuß-Pa'iion. O b e r b e l s i l cki e r K » n st v e r c i n. & omttag: Volkslag. Eintritt 10 Pi». Po» II bi» 3 Uhr aeössnc!. Kar » ev » l « efeIllck> a11: Maskenball im (Sole Ebel. 9 i rt, 11 p i 1 1 (i a ii {•: Täglich Porstellung. U» l p » »T b e a I e r: Täglich Vorstellung. lTienStagS u»b SaniStaas neues Proaramm.1 O b c r b- i l, l cb er M »i t u m ii n b ffl o il • i cfi e 6 n in m • luiioeii üteöstnet Sonntag vorinitlagS II—I Ubr unentgeltlich Museum für Völkerkunde. Geöfluc! an Sonntage» iwrmtliags von II —I Ubr unentgeltlich. Tie A » l a g e m >i l ik findet Sonntag vormlllag II Udr bei aüustiger Witterung statt. Spiclplan: I. Frau Luna! Ouvertüre von Linke: st. Wir iiäeleii SoOat. Eharatlertlück von Eilen erg: 3 Mgritnna, Walzer vou Tellinger; 4 . st'leiti Regiment! Marlch von Blankenburg. , " Von der Landes Universität. Der bisherige Privaldozent für Ch-inie Dr. Erich Befchke in Gießen ist in gleirbei Eigenschaft in der phsiviopiiischen Fakultät der Universttüt Halle a. S. aiisqrnoininen worden. " Ans deni Schuldienst. Uebertragen wurde dem Schulam'.Saspiranten Johannes Nikolaus Diehl ans Langstadt, klr. Dieburg, eine Lebrerstelle an der Volksschule zu Brandau, in demselben Kreise: dem SchiilamtSaspiranten Georg Wehr a»S Weisenau, Kreis Mainz, eine LehrerileUe an der evang. Volksschule zu Hosheim, Kreis BenShriin. — Erledigt tind zwei mit cvangel. Lehrern zu besetzende Lchrerstelle» an der BolkSschnle zu Ar heil gen. Ernennung Tein G>'o,neterg«hilsen Ernst Stephan au» Stausfenberg wurde da» Patent eine» Großherzogl. tKeometer» 2. Klasse snr den Kreis Gießen erteilt. Städtische ll e b c r l a » dz e n t r a l e. Die Schamotte sabrik der Firma Scheidhauer u. Girßiug- Mainttar hat sich vertraglich verpslichtct, aus dem städti- fchcn Werk jährlich ein.' Mitlion Kilowattstunden elektrischer Energie abznnehinrii. Ein tveiterer derartiger V»r- i>«lt sei, sondern der noch tätige Anwalt der im Jahre l8:»> j„ Schotten geborene Justizrat Oltmar Weidig ist, U'klcher in wenigen Wochen sein 82. Lebensjabr twllendit. Er wurde am 8. April I86l unter die Zahl der Advokaten und Prokuratorcii bei dem Ier geeicht der Provinz Oberbelien ausgenommen und war vorher van (854 bi» 1864 als Geriilitsalzcssist bei verschiedenen Gerichten Overdeiten» beschästlgt, so daß er nunmehr seit beinahe 60 Jahren im Justizdicnst tälig ist Er ist »och vollkommen rüstig und übt zurzeit als Rechtsanwalt bei dem Amtsgericht Homberg a. O„ wohin er vor wenigen Jahren von Gießen perzogen ist, die Praxis au». Sgecr Weidig ist vielen älteren Gießenern noch als langjähriger Öanptmann der Gicßener Freiwilligen Feuerwehr jn Erinnerung. ** Stadttheatcr. Wie sehr die lrebeiieioürdigeri alten Lustwikle noch gcsalicn, hol der Erfolg von „Krieg im Frieden" bei der Ausführung zu Kaisers Geburtstag bewiese». Es sei deshalb aui die morgige Wiederholung der Ausführung bei kleine» Preiir» nachdrücklich hiugewiese». — Tic Ausführung der „H » m - boIdti a n e r" am nächsten Montag zu V a l k s v r c i s e u ist die unbedingt letzte de» WKeke», da später verschiedene der -’-'t l: wirkende,, verhindert sind. Es ist zu hohen, daß diese letzte Gelegenheit^ intereiiante und iehenswcrtc Szenen aus Gießens Ver- gangeuheit aui der Bühne zu iehen, von recht vielen benutzt wird, *• Waiseri chäden machen sich anläßlich der zeitigen Witterung in großer Zahl bemerkbar. Es kan» demgemäß den Hausbesitzern nur dringend empiohlcn ivcrden, sich gegen Wasterlkitungsichäden z„ versichern, zumal diele Schäden nicht sKien recht umsangreich »nd empfindlich sind. " Eine gefährliche Ein brecherb an de, die seit einiger Zeit .Hessen unsicher machte, wurde von der Os,enbacher ,rri,n,nalpolizei unschädlich gemackst. Es sind die» der lOjührige Arbeiter Ferdinand Zimmer aus Egelsbach, der 18,ähriae August Neubauer, der 21jähr,gc Ludwig E l c m c n I und der 23jährige Heinrich »e i m , sänit- lich aus L a i, g e >i. Das würdige Kleeblatt hatte iiachgelmese- ^'erwciie in Darmstadl und Sprendlingen eine große Au- mhl Einbruchsdiebilable verübt Bei einem Einbruch in einer Darmstädter Wassenhandlung sielen den Dieben für über UI00 Mark Wasien, in Schultgeschäflen größere Partien Stiesel, m Konfektionsgeschäften die feinsten Binsen und dgl incbr, ferner beim Erbrechen eine» »assenschrankes in Sprendlingen <400 Mk Bargeld in die Hände. Bei einer Tnrchsuchung der Wohnungen der Berhaftcten wurde eine Iiimenge der gestohlenen Sache» zutage gesördert. Ma: glaubt, den Verhafteten noch mehr als die bis jetzt erwiesene» Diebstähle zur Last legen zu könne». Tic Tiebe haben besonders Geldschränke ihres Inhalt» beraubt. Sie waren mit einem modernen Sauerstvisapparal mit vollständigen! Zubehör ausgestattet. ** Werber der Fremdenlegion Kurz vor Weihnachten hat ein junger Mensch au» Bad-Nauhetm, der in Gießen in einem Kiiwlheater als Portier iu Stellung loar, vor der Polizei in Bad-Nauheim persönlich die Angaben gewacht, er sei in Gießen von Werbern der Fremdciilegiun iu betrunkeucn Zustand gesetzt und dann im Auto nacl> Liiremburg cntsührt worden: dort sei er zu sich gekinnnien und bade sich in einem unbeobachtete:, Augenblick unter Aneignung der Barmittel seiner Begleiter aus den. Staube gemocht. Tie acnaue Ilntcriuchung der Angelegenheit hat nun — uste uns aus Bad- Nauheim mitgeteilt wird — Jkgcbeu, d a ß an den Angabe» nichts Wahres ist, daß sic der junge Mann viel mehr gänzlich aus der Lust gcariiien hat. Man iveiß nicht, wie der Mensch aus den Gedanken kam, eine Entführung durch Werber zu finaiereu; jedenfalls dürste sein Verhalten aber »och die verdiente Bestrafung im Geiolge haben. ** Schutzgchölze für Singvögel. Ein „achahmens- werte» Beiimel bat die Gemeinde Lcihiestern gegeben, indem sie einen größeren Geläudekomplex >» ^:r Nähe der Obstbaumanlagc» zur Anpilanzung von Schutzachölzcn für die Singvögel erworben hat. Tie,'es Vorgehen der Gemeinde ist um io mehr zu begrüßen, al» in Leihgestern, wie fast überall, in- iolge der Feldbcrcinigung, fast säintliche Hecken vom Erdboden verschwuiideii sind. " Kleine Mitteilungen. Jn den Dönern des Kreises Marburg wurden iür den durch Sjaftpftidtt in Not geratenen Landwirt Homburg in HarteShauicn 1836,95 Mark qeiain- uielt. — Ter am 2. August von Haina cntwickn'nc 'Arbeiter I u n k au» Nicdenveimär, der früher dort Brandstiitung beging, lour-e in Wehrs« icstgenommen und nach Haina zurü-ckgebrackt. - Jn Aubstodl cxplodieNc beim autogenen Sätwäßoeriahrötztz ber Apparat. S>icrbet wurden die Sckmiiedc W a g c n b r c n » e r und Fuchs aus der Stelle getötet. — Am 13. Dezember nachmittags, in der Zeit von i—ß Uhr. wurde aut dem Frank- furttr Postamt 5 ein Palet unter der ?ldrcise Heinrich Cra- iner, Berlin, bahnrwstlageriid, auigegeixui. Als unbestellbar gelangte das.Pake: wieder an das Frankiurtcr Postamt zurück, wo <1 nun »ach der üblichen Lirgesrist tun Oberpostdireklion zur Oest- uung übergehen wiir c, UNI den Absender iestzustellen. Ter Name teS Absenders aui der Pokctadrcssc: Karl Beck, Elkenbachstraß,' Nr. 6, konnie aber in Frankfurt ebenfalls nicht ermittelt werden Als das Paket NU» geöffnet wurde, iand man '.um größten Er staune» eine Kindcslciche, die bereits so stark in Vcriveiuna übergcgangeii >»ar, daß nickü einmal das Geschlecht iestzustelleu war. Tie Leiche war in ein Hemd und Zeitungsvapier cingc wickelt und in einer grauen Prppichachtc! verwahrt. Diese war nochmals i» graues starte» Papier verpackt. Landkreis Gießen. L. Leihgcstern, 30, Jan, Mznitag. de» 2. Februar, abends 7% llhe, findet eine öffentliche GemeinderatS- litznng mit folgender Tages ordnnng statt: 1. Ec- cichlnng eines erköbten FnßllrigS noch der Bahn. 2. Ge- nehinignng der Jggdverpachtung. 3. Festseßnng des Termins für die Bürgermeisterivahl. — Die Bersteigecuna Sec iniolge der Fcldbereinignng gebildeten Massen- g rund stücke erbrachte die Sinn,ne von 18 t 992 Mk. Mil dikseni Betrag können nicht allein säintliche BrreinignngS kosten gedeckt iverden, es verbleibt vielmehr noch ein Ueber- schnß, der zur bcsieren Hcrrichtung der Feldwege nsw. Verwendung sinden soll. l. Mainzlar, 30. Jan. Bei der heute aui dem hie- iigen Gemeindehausc stattgestinhenen I a g d v c r oa chtu n g blieb Fabrikant Julius N a t t m a u n au» Gießen init 905 Mark Höchsi >>ielc»de,. Tie Genebmigung ist erteilt. — Metzgernieiftcr Heinrich Zecher I. von hier rnvai'b in der Nähe des Bavnhois ein Grundstück und beabsichtigt, daraus einen Neubau z» ,-rrichtc». Ivo rin ee Metzgerei betreiben will. Auch bat er um Wirtichast»- konxeiiio» uachgeiucht. Kreis Friedberg, I', Butzbacki, 30. Fan. Tie Dominialwaldiagd der stska. liich,'» Waldgemarkuna O st h e i m e r Wald brachte bisher einei- JabreSerlös von 650 Mark. Bei ihrer jetzt eriolalci, Neuverpach- tung blieb Herr von G u st c I t - Halle, LandlchoitSdirrktor der Provinz Sachse», mit 1010 Marl Höchstbiktendcr. Seither lvar die Jagd a» eix, Koniorrnim verpachtet. — Eine große Verpachtung von Grunditücken de» hiesigen K » g e l h o u s i o n d » findet am 5. Februar statt. E» sind zusammen 28 Nummern, die in 96 Telle zerlegt werden. Tie größte Nummer zählt 45 586, die kleinste 460 Ouadratmeter. 8 O b c r R o s b a ch , 30. Jan. Natbdcm die hiesige cvange- lischk Piarrstclle über ein Vierteliahr verwaist war, wurde sie setzt durch Piarrverwaltrr Schäfer neu besetzt. i'r Beienheim. 30 Jan. Tie Gemeind« hat das Gut de» Rentners N k II h a r d t, bas 00 Morgen umfaßt, käuflich einwrbcn. Scho» zweimal sind hier größere Liegenschiaiten in letzter Zeit verkauft lvorden und der Geutrinde verloren gegangen. Teshalb findet da» setzt criolgtc Vorgehen de» Ortsvor- standes ällgcmeine Billigung. Starkcnburg und Rheinhefscn. rb. Tarmstadt, 30. Jan. Fl » a n z min i ftc r Dr. Braun gab gestern abend in den Geiellickiaftsräumen der Ber- einig'en Geiellichait ein Ateiidcilcn und Ball, an welchem etwa 100 Persoiicli, meist jüngere Damen und Herren, teilnahmen. Hessen-Nassau. Frauliurl. 30. Jan. Tic in Süddeutschland gern beaihtelk» P i c r d e m ä >' k t e unierer Stadt wurden auch in diesem Jahre aui jeweils de» ersten Mittwoch im Monat festgesetzt: der erste findet am 4. Februar statt. An diesem Markttage uerdeii in der lgn»w»tichaillichcu Halle einig 700 bi» 800 Pferde »um Verkam gestellt, io daß iür die Landwirte und Industriellen, ivelche Arbcitspierde iür ibren Betrieb benötigen, sich gute Gelegenheit ,»m Kaut und Taiiick, bieten lvird. Angcsagt ivurde,i meist belgische »nd srauiöslickic Lastpferde: mit norddeiitsckien Pferden loerdcn nur einige Züchter vertrete» sein. Verttnsnachrkchten. — Tie Gieener Ruder G e^e l! s ch a f t 1 877 'Gr. SB. beging am vergangenen Sonntag in „Steins Garten" die Feier ihres 37jLhrigen S t i s t u n g s s e st e s. Fn bem prächtig geschmückten Saale hatten sich ctiva 200 Mitglieder mit ihren Tt^tien cingesunden, zu denen sich noch eine stattliche Anzahl gclodener toaste gesellte. Zu Beginn des Festessens begrüßte der l. Vorsitzende, i'ipoi heker S ch m i e d e r , die Erschienenen. Ihm dankte im Namen der 0)ästc der Rektor der Universität. Pros. Tr. «orte, indem er daraus hinmies, daft »eit einer längeren Reihe von Fahren die Universität es sich zur Aufgabe geuiacht habe, idie lotademischc Fugend nach englischem Muster zur .Ausübung Sportes zu erziehen. Er g??achtc dartkbar der Gieheurr Ruder-GeseUschast. die im vergangenen ?5ahre dein: Akademischen Sportfest zu Giehen die Universität mit Rat und Tat unterstützt habe, so das; die beiden aikSgesahreueu Rennen von der Gie^ener Akadinnlschcn Mannschaft siegreich bestritten lverden tonnteil und versicherte schließlich, daß die Gießcner Ruder-Gesellschaft auch fernerhin des unbedingten Wohlmollens der Universität aewitz ikln könne. Zum Schlus; der Tafel brachten 2 Damen der Gesell- ichait em reizendes GesangS-Tanz-Tuctt „Stelldichein" zu Gehör, r^m sich ein zmeiaktiges Lustspiel „veimlichkeiten" von Felix Rcuker anschlotz. . Dieses wurde von Mitgliedern des hiesigen -LitadttheaterS, den. Damen Martini, Frenzel, Raabe. sowie den zerren (voll, Rotteck und Votck unter -verrn Golls Regie gespielt, ^.urch emen Ball wurde das würdevoll verlaufene Fest beschlojseir. vermischte». * Grubenunglück Ans Dortmund, stO, Jan., wird gemeldet: Aus dem i^xhaibt 2t di e n b a dj in dein benachbarten Bramheuer ereignete sich beute nachmittag kurz vor Schicht- tocchset aus der dritte» Sohle ein gröftcres Unglück, dessen Umsaog noch nicht bekannt ist. Bis jetzt sind sechs Tote und sieben Lcicht- verletz'c geborgen worden, Tas Unglück entstand durch eine S ch l a g w c 11 c r cx; p l o J { o n. Von den benachbarten Zechen wurden Vuwmnnnschäften angesordert. Die techmschc Beamten- 'chalt x\t in en rchacht eingefahren, Tie Ervlosion ereignete sich um l, Uhr 2) Mm. abend:- bei Jlötz ltt und 20, Bis 12 Uhr nachts waren 22 aote und 17 Verletzte, davon 10 Schweruerletzte, geborgen, Berghaiiptmann Liebrechl-Tortmund und Oberbcrgrat vöchst sind an der UnglückSftcllc. Tie Verwaltung glaubt, dar, Uch kerne Tote» mehr in der Grube belinden, * V e r h a s t e t c S t u d c n t c n. Aus B o n n wird genteldet: vier wurden zwei Stridenten verhafte!, welche an den Nektar der Universität und an eine Anzahl Professoren anonyme Briefe mit den schwersten Beleidigungen gerichtet hatten, * Unterseeboot gesunken. Gestern nachmittag ist in Vlnsingcn das dort gebaute Unterseeboot „ö" gesunken. Ein Mann ertrank, sechs konnten sich rette», " Güicn&aljnunfall. Aus Philadelphia wird gemeldet: Bei I ahn stow n in Pcnnlblvania (lieft gestern „acht ein Pullmann Expreftzug mit einem Gütcrzug ziiiammcn, Trel Personen wurden getötet, drei schwer und mehrere leicht verletzt, ' D a m v s c r u n g l ü ck. Aus N o r s o l ' lBirainieift, 30 Januar, wird gemeldet: Der Dampfer ^.Monroe" stt heute inoraen an! der Loae von Mog-Jsland iniolgc eines ZusammenstofteS mit deni Tampirr ,,bianti!cket" gesilnken. „Nantucket" rcncte 8ö Passagiere und Mannschailcii von ,.Monroe" 48 Personen lind ertrunken, Tic Ueberlcbcndcn crzählteii, das; der „Monroe" 12 Minute» nach dem Zusammcnstoft ii» Nebel 2 Uhr morgens gekentert sei, Verschieden» Leute kletterten aus den freiliegenden Teil des Rumpfes des „Monroe", bis iw mit dem Stifl nach oben sank. Inzwischen konnte eine Anzahl von Personen stiel- tungsgürlcl nnilegen Vm'chirdenc Leute trieben drriviertel Stunde» in, Eiswaiier umher, bis sie von Booten des „Nantucket" au>- genommcn würdig,. Ein Paisaaier erklärte, er habe die Katastrophe erst gemerkt, als das Wasser IN seine Kabine eindrang. Es herrschte nur wenig Verwirrung, * 'tu It raub. Aus N vstow o, Ton. 30. Jan,, wird ge- mcldcl. Bei der Beförderung der Post vom Babnhos zum Postamt ttmrdei! 1OO 900 Rubel gecani» Ter die Post begleitende Beanilc wurde verhaftet, *■ Untaugliches Mittel. „Ihr Rasiervulver taugl nichts," erklärt entrüstei der Knude vom Lande, „ich schmierte mir icslern vor dnn Zulrettgehen das ganzr Gesicht damit ein, aber heute morgen waren ric vaore länger als je," San^cL — Der Verband ö s s e » t l i ch e r L c b c n s v e r s i ch e - r n n g s a n ft a l t c n in Tcutichlano bat seinen Geschäftsbetrieb nunmehr auch im Groftherzogtum üesseu ansgrnommrn und IN Tarmstadt, Sandstr. 36 Genossensckwitshaus., euic cigcuc Geschäfts st eile zur Turchiührung der Organftation im Gros« hcrzogtum Hessen errichtet. Der Verband beabsichtigt, wie dies von den privaten Gesellschaften bereits geschehen ist, gleichfalls Per- tranensleutc in den einzelnen Lrlen anzustellen, Jnr das grafte Vertrauen, das der Verband sich in der kurzen Zeit seiner Tätigkeit bereirs erworben hat, sprich: die Tatsache, daft bisher Anträge über rund 120Millionen Mark Versicherungssumme beantragt worden sind. Van besonderer Wichligkeit dürste die Tatsache sei», dass der Verband auch IN blessrn bereits mit graften wirlichaftlichen Vereinigungen Verträge abgeschlossen bat bczw, demnächst abschlic- ften wird, um deren Mitgliedern die Beteiligung an den besonderen Vorteilen der öffentlichen gemeinnützigen Lebens- und Volksver- ilcherung nach Möglichkeit zu erleichtern, Tic öffentlich-rechtliche Lebens »nd Bolksveelicheeung vcriolgt bei ihren Bestrebungen keinerlei Erwerbsinleresscn und ist daher in der Lage, ihren Versicherten einen ivirklich billigen Versicherungsschutz zu bieten »nd lediglich der allgemeiiieii Wadlsahrt zu dienen. AmUichel Wetterbericht. O c s s e n t l i che r Wetterdienst, G i c ft e n. Dellcianssichten in Hessen an, Sonnlae, de» I, yebr, 1914: Vormwgeud trüb und wolkig mit veiemzelleii stiegrn'ällen, ive-teie Zimahuie der Teuipeialiie, släilerc Winde aus westlich«» Nichtunge», l'ochwail«rgelahr. --— -— Letzte Ilndmcbten. T c r N a l i o n a l > t ä t c n k a in p f i n N o r d s ch l c s >v i g, Berlin, 31 Ja», In der heuligen Sitzung des Budgel- ausschnsses des Abgeordnetenhauses erklärte der Minister des Innern aus sreilonservaiivk Ansragen betr, den N a I i o n a l i t ä > c n kamps in N o r d sch l e s w i g », a,: Tic dänischeAgl k a t i o n hat an Ausdehnung z u g e n o m in c Anderseits tritt die Slaatsregierung dieser Agitation mit allen gesetzlichen Mitteln entgegen und sucht das Deutschtum durch kultrrrelle, wir, - schaftliche und sonstige Maftnahmeu z» heben, Jur Bekämpsung dir Agitation in der Presse haben die Staatsanwälte eine scharfe Kontrolle auszunben und diese Kontrolle sei nickt erfolglos gebandhabt worben und werde daneend weiter geführt. Im schrigen hätten dis dänischen Zeitungen dieselben Freiheiten wie die deutschen, Bezüg - lich des Bereinswesriis in Nordschleswsg geben das Vereins- und Versammlungsrecht loenig Beftigniffc zum Einschreiten, Bor allem werde der Zusammenhang Mit den dänischen Agitatoren abge, schnitten und das Auftreten ausländischer Agitatoren Nicht geduldet, selbst dann nicht, Ivenn gegen sie nichts vorlicgc. Decfcr Rez pt fördert rvrttkiich den Liaar« »vncds. Zä» las vor einiger ;}cit in r»lnom Blatt daö :Ke*cpt ;>u einem •öaanuoffev. dao die Sch'.lvvenbilhnna besciligen und den Haarwuchs erdeblich fördern sollte. Obivohl ich sävni viele Mitte! ohne Erfolg angen-andt balle, und mein Haar sein gelichtet >oar mib immer noch darf aussiei. entschlaf; ich mich tuxh, mit bei» Rezept einen Versuch »n machen. Zch lies; es .nir alw vom Apotheker laut Vorschrift zusammenstelten: ST> gv Rum. 80 *rr Livola de Com- pose.e und t gv krist. Menthol, ^ch wandte eS regelmäbig morgens und abendö an. indem ich die Mischung immer sorgfältig mit den Fingerspitzen in dir xropshgut einrieb. Wie erstaunt und entzückt lvar ich. als das leidige Jucken schon nach der erstell Anwend,»na uusbörle, als die Schuvven verschwanden und der HaaranSsatl sich verlor. A'ach Berbranch der vierten rvlasche baue ich einen feineren, länaeren und lunuiüfere» Haarwuchc. alS ie zuvor. Deildem babe ich das Rezevt vielfach emosohlen. und überall lvar das Resultat in gleicher Weise beiriediaend. ^o viel lch rvein, kann man sich das Rezent in allen Aporbeken n,td Drogerien znsaminenttellen lassen, rver es noch nicht versucht bat. uilterlassc nicht, es and» einmal zu vrobieren. Tante (5isa. Wichtig! Wir hören, dav viele Avotbekcr nild Drogisten dieses arobartiae Mittel ivcaen der starken diachsrage jetzt auch sertia ans ^ager balieu, und zwar tnlter den» Namen ^ivola-Haar wasser. vaür,ort?!rfke» in seinerra c <*li u. > -üt:!le> Wirkung. In nllcn Apo4. 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Neuwied. i73l) livl Optima Fahrräderj (*fc .^uirntunt «etnr« b.»urJl4UlegBaued vo»Waffen hcrgcstcllt werden. '-"Ns Wiedcrvcrkäufer erkalten koke Rabattilltze. Vertreter gesucht. Samson & Co., Waffen-Fabrik, Suhl i. Thür. Ich Unterzeichnete.Mnvoliue Lieber, Ebefrau der- Pudwig Weber z.Bevberg. nehme um Bedauern die ausgesvr. Be- leidigung. die ich gegen Wil helniirre Kölner, Tochter t on Karl Römer 1. zu Vetzberg auSgespr. babe. al:» unwahr zurirck. and» bekenne ich. d- ich der Wilbelminerttviner n. der ganzen ivflin. nichts schlechtem nachsagen kann.Bedaure auch dan ich so kurzsichtig gewesen bin, datz ich nicht »veih, wer mir die Püge i'nd die Dori- klatsche erbrach: hak. <‘702 ttarotiue 2 '-eher. IN. tan Ger Meta Kotaal-MMai! Einladung: uh dem am VoniierntAfi;. den 5. Februar 1914, abends 8*/ 4 Uhr, in der neuen Aula der Universität stattfindenden Voriro? mit liicht - Bildern des Herrn Haupt mann a. I). v. Amelunxen über M Her Vortrag ist für Mitglieder gegen Vorzeigen der Einladungskarten frei. — Von Nichtmitgliedem wird ein Eintrittsgeld von 50 Pfg. erhoben. Schüler zahlen die Hälfte. (1495 D] Der Vorstand. Allgemeiner Deutscher Frauenuerein Ortsgruppe Stehen, Gemeindefrauenuerein Liehen, 5 Vorträge über Bürgcrknnde, gehalten von Herrn Professor Dr. Vogt (Auditorium 13 der Universität) Nächster Vortrag: 1551D Montag-, den 2. Februar 4 Uhr nachmittags. Karten bei CliaHier. Auch Nichtmitglieder willkommen. Sonntag, 1. Februar, S^llbr, in StcinS Garten 71m Reichen des Tango! 1314U Neberrafchungcnr Vergnügungen all. Art Eintrittskarten im Vorverkauf Mk. 1.25, iür Damen Mk. 1.— (an d. Kaffe Mk. 1.M) bCAio. Mk. 1.25) au baden tn d. Geschäften Der Herr.: (»g. Todt, Plokknr.u.Marktvl.. S. Voed, Bahnbofstr., V. Sdiarmann, Vitt* denvlav- Germania-Drogerie < Seidel«. Franks. Str., Salomon & Cie., Schulstr., Jncit. „Krokodil", Kaiser-Allee. (Eintritt nur im Maskenkost. od. Gesellschastsanä. Dienstag, den r. Februar 1914, abends pünktlich 8' ^ Nh'r, im Saale des Hotel Einhorn Z^effentlicher Vortrag Herr Aug. F in hold, Gerichtsvollzieher «. S., Cv!n: Wie ziehe ilh meine gor&eriiHp ein Mitglieder der Unterzeichneten 3 Vereine und Interessenten haben freien Eintritt, MWürbtttttiu. kaiislimiiischcr Min. 3'fteißiitfn^fiffiit. 1463D Cafe Ebel Heute aUond 7 Uhr 59 tfinnten: Lgr. Maskenball do'S Vereins Thalia E. G..... Karten für NichtrnitgUeder 1.— Mk., i. Vorverkauf 8O Pf. R«hnh«fsli'aUe 34 1534a UnsereProgrammebildendasStadtgespräch Ab kente ftanttitag: Die gefeierte Schönheit u. Künstlerin, welche vor 2 Jahren auch hier in Giessen ihre sensationellen Tänze vorführte, spielt die Hauptrolle in Ein feinsinniges Lustspiel in 3 Akten Dieser Film der Nordischen Film Co. (welche wir von jetzt ab auch alle bringen) gehört mit zn den besten dieser weltberühmten Filmlirma. — Ferner ?!! Max Linder!!! Der unnachahmliche und beste aller Film-Humoristen .spielt die Hauptrolle in Max als Zauberkünstler. Köstliche Humoreske in 1 Akt Aufopferung der Indianer. Hochinteressantes Wildwest-Schauspiel mit prachtvollen Natnranf nahmen Pathe-Journal Der beste aller Wochenberichte im Film Das elfte Gebot Grosser P«th6-fr6res-Schl»ger in 2 Akten Saint Louis. SsSäu«. Versäumen Sie nicht diese« Programm. Frsfklawsigrc Uuslk. TienStag, den 3. Februar 1914, abcudS 8.45 ttbr Grosser Maskenball in inmllicbrn fcfll, befov. Rannten des M l'al« F,bcl -1K Grone Neberraichun» und Prämiierung der schönsten Herren- u, Tomen,»asten, l. TantcnpreiS eine Ilbe im Werte von 2 » Mark. 1224 Zu recht zahlreiche!» Besuch ladet ergebenst ei» Ter Vorstand. Marktplatz: Sonntna, Schul Bölkel. Neuen Baue »nd East- Ebel, Hcrrcnkartc Mk. I,—, Tamenkartc SO Psg. An dcrAassciHcrrcnkartcMk.l.SO, Tamenkartc 7« Psg. Vor, erkauf Maschinenbauer-Gesangverein. Sonntag, den 1. Febr. im Cafe Leib :s Grosses* :: Mhen-M Hierzu erscheint „Prinz Karneval" und dringt IN einem groben Kasten 1llPrtlscsiiri>lesl!iöns!cnMisktn. Anfang: 8 Uhr 31 Minuten Ende: wann wer dam ged. EintriltSvreiic. Vvrvsrkank: Geheimkarten für Herren 50 Pfg„ für Damen 40 Pfg..- Dauerkarten für Herren 1 Mk., für Damen 50 Pfg. Abendkasse: Geheimkarten für Herren «0 Pfg., für Damen 59 Pfg.. Dauerkarten für Herren 1.20 Mk., für Damen 00 Pfg. Galerie 20 Pfg. Karten zu haben in den Gcichäften: Salomon, Sdiul- strafze: Sonntag, Schulürane und Seltersweg: Dckel, 3cen- ttadt. Scharmann. Lindenvlcw: Schön. Friseur, frankfurter Straüe: Scigenspan. rZriseur, Bleichürane. 11S8D Oer Vorstand. Sorrntag, den 1. Februar, abend« 7 I hr 59 Hin.. Im Caf6 übe 1. Oamensllziing mit anschließende Herrenkarten Mk. 080. Im Vorverkauf Mk.0.60 bei den Herren Petersen, Marktplatz, und Friseur Pfeil, Walltorstrasse. Damen frei! 1060D Damen frei! Ziegenzucht-Verein Gieszen soiintao.de» l. Februar, nachm. 3-/, Ubr, Stadt Kassel General Bersammlung. Tages - Qrdnuiig: illechmmasablnoe, Berichierstaliung. Herabsctznna der Prämie», Borsinndswadl, Berschiedcnes, [ 1 ;i 11> Da sehr Ivichiiae Besprechunac» vorlieacn, wird um recht zahlreiches Erscheine» dringend gebeten, Ter Vorstand. Union-Theater « genannt das Schmuckkästchen von Gießen K-j SELTERSWEG ©I CrtBc Attraktionen von Samstag, den 31. Jannar ab Coney Island. Herrlichste Naturaufnahmen. 2Ä"; Die kleine Residenz Heizendes Lustspiel in 3 Akten. In der Hauptrolle die berühmte Hedda Vernon. Fnnrhaldig. Hervorragendes Drama in 1 Akt. Spannend von Anfang bis Ende. Unter weiblichem Regime. Entzückende komische Szenen. Zum Lachen. Wochenübersicht des Dniontheaters Neuestes aus aller Welt! Mode, Sport etc. Komischer Schlager. IMe Hosen de« Herrn Kandidaten. Hochkomische Szenen. Lachen ohne Ende. Sensation! 1531a Was kümmern ihn ihre Tränen! Grosses aufsehenerregendes Drama in 3 Akten. Diese vom einfach Tragischen bis zum Furchtbaren gesteigerte Handlung, in der nicht eine einzige ereignislose Stelle das unerbittliche Schreiten des Schicksals unterbricht, ist mit einem auBscrgewöhnlich grossen Aufwand an dekorativen Einzelheiten aufgenommen Abgesehen von dem prachtv. gelungenen Löwenszenen. entrollt sich vor dem Auge, der Zuschauer ein lebhaft bunter Jahrmarktsbetrieb mit seinen unzähligen Huden und originellen Ausrufern. Später wohnen wir einem seiner märchenhaften Künstlcrbillle im Tivoli bei dessen Ausstatlungsoracht und Massenentfaltung im Film ein genaues Spi gelblid derWirk- liehkcit gibt. Dieser Film ist eine Attraktion kallerersten Ranges. »io »Irrktion Giessener Konzert-Verein VII. und VIII. Konzert am i. und 2. Februar 1914 Sonntag, den I. Februar, nachmittags 4", Ohr pünktlich Hauptprobe vormittags 11 Uhr im Stadttheater Meininger Hof-Orchester Leitung: Programm: Wagner, Meistersinger-Vorspiel, T) Siegfried-Idyll; Reger, Böcklin-Suite: iXC^Ci Brahms I. Symphonie C-moll. Montag, den 2. Februar, abends 7 Uhr, in der Stadtkirehe (Oeflentliche Probe am Samstag-, den 31. Januar, abends 7 Uhr): Matthäus-Passion Leitung: Orchester: Meininger Hof-Orchester. Solisten: nrYontmfinn ® Ta ^ ru * m aus Essen (Sopran): Tilly Koenen J. I clUHlldllll aus Berlin (Alt); Henry Wormsbächer aus Hamburg (Tenor); Adolf Müller aus Frankturt (Bariton); Gustav Schiatter aus Heidelberg (Bass). — Der Akademische Gesangverein. Die Evangelische Knabenchorschule. Organist Otto Görlach. FintritfsL-arten f“ r indes Konzert: I. Platz Mk. 5.—. II. Platz Mk. 4.—, UI. Platz Mk.a— , IV. Platz Mk. 2.50. Studentenkarten Mk. 1- sind in der Musikalienhandlung von ERNST CHALL1ER (Rudolphs Nachf.). Telephon 071, für Studierende auch hei Herrn Hausverwalter Ritter u. abends an der Kasse zu haben. Zu den Prskez Mk. 1.50 (für Mitglieder Mk. 1 . 1 . für Studierende 75 Pfg., Schülerkarten 50 Pfg. Die Karten für das Kirchenkonzert auch bei Herrn HUBERT HEINZ, Kirehenplätz. vom 30. Januar ab. 12051) Ordnung des Theaters bezw. der Stadtkirche eine halbe Stunde vor Beginn. Sang! -es BST Sang! Uutscher-verein Gießen Ssintag, (äea S. Februar Im Calb Leib Anfaag 7 Uhr El Elineleit 11 Sekunde* Hritmiierang <1. 10 schiinsten Herren- und llamen-tlasken Die Preise werden bei Herrn Köhler, Schutstrahe. ausgestellt. Eintrittspreise IM Borberkaut: Geheimkarten für Herren 50 PL für Damen 40 Pt., Dauerkarten s. Herren 1 Mk., für Damen 50 Ps. An der . Nasse: Gehetmfarien s. Herren80 Ps., 1 - für Damen 50 PL Dauerkarten jiir Herren 1.20 Pik., jür Damen 60 PL --Galerie 20 Ps. • Karten sind tut Dorvcrkaus su haben bei den Herren: Bette, MauSburg: Heiibronner, Marktstrahe: Ockel, Neustadt: Wahl, Neustadt: Psetl, Walltvrstr.: LangS- dors, Stcinslrahe: Tichy, Friseur, Seltersweg. 1571D Der Vorstand. Hotel Sofhäiz Satusta^ abend 7 l’hv Anstich des berühmten St. B smm aus der Löwenbraucrei München. 1495 Humorist. EConzes*i Es ladet zum Besuch höflichst ein L, KlängBee«; nessr R Samstag, den 7. Februar 1911, abends 8.11 Ubr in sämtlichen unteren Räumen des Cato den Herren Karl Olim, 15ase t£ücl; Joses Bölkl, Zigarren° aeschäst, Neuen Baue: Georg Klarl. Reitatiraicur zum Bayer. Löwen, Marktplatz 5: Fritz Böhtw Restaurateur, Biertunnel atu Badnbos: ^osel Kxbn, Mannsakiurmaren» geichai!, Frankinrier Sirane 89. jl587D( Ter Borttaiid. 805DI Wir eröffnen Freitag, 9. Februar 1911, abends ^ ,9 Uhr, in der Stadl Knabenschule INord-rinlagc 8) einen Aut *9* ■ | Sonnl Tanzmusik *■» Sonntag, den I.Febr. ni Pfau °7(K)j w t Schernmly. Tanz-Füus!k Ta Loinitag, den | l. Febr. d. Js. WKW Es ladet ergebenst ein (0707 Gastwirt Th. Bänlkc, Karser-^lllee nngor- Knrsus sür Damen und Scrre». Unlerrichtsgeld (i Mk. An- Meldungen an t»g. Kling. Buckingslraffc 2 oder bei Be ginn des Kursus. Beginn des Fortdildunns-KursuS Dienstag, (».Februar. Babeieberger Stenographen-Verein (E. V.) gegr. 1861 Bamenverein Babelsberger Nachmittags C n. abends 8V. Ubr Aultübrnna des SalegieRheitskauf Farbige Oberhemden Zephir und und feste Manschetten Kaufhaus Gießen, Bahnhofstraße 14 iSriefmapken 30 000 verschiedene, garantiert echt, tadellos, versendet auf Verlangen zur Auswahl, bis 60% Rabatt un er Senf-Katalog. hvl553 A. Weis*, Wien I, Aülergassc 8. Einkauf von Sammlungen. Dir.: Hermann Stelngoetter. Sonntag, d. I. Febr. (911 nachmittags wegen BÄan- staltung des Konzerttiereins keine Vorstellaug. Abends 7’l, Ubr: Kleine Prelle! Kleine Preise K rieg im Frieden Lustspiel in 5 Akten oon Gustav von Moser und Franz oon Schönthan. Ende gegen 10‘/ 2 Uhr. Montan, d. 2. Febr. (911, abcudS 8 Ubr: Volks VorstcUuuq PolkSoreise! BolkSvreiset Letzte Aufführung. Uz Historisches Schauspiel in 5 Akien, zur Erinnerung an Gievens Erlebnisse vor 100 Fahren, von illemhard Strecker (Bad-Nauheims. Ende 10'/. Uhr. I»» C