Nr. 34 Erscheint täglich nnl Ausnahme des Tönnings. Die „Gietzener zamiNenblätter" werden dem .Anzeiger' viennal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Krtis «tehen" zweimal «öchenllich. Die „Landwirlschastllchen zeittragen" erscheinen monatlich zweimal. 104. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhejjen Dottnerstag, 39. Jaitimr 1914 Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Universitäts - Buch- lind Steindruckerei, R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- sirahe 7. Expedition und Verlag: bE öl. Rcdaktion:e-^IIL. Tel.-Adr.:AnzeigcrGießen. e Mb. Deutscher Reichstag. 200 . Sitzung, Mittwoch, den 28. Januar. Am Tische des Bundesrats: Dr. Delbrück. Präsident Dr^ ».empf eröffnet die Sitzung um 2 Uhr lö Min. und dankt den -chr.ftfuhrern, die anläßlich der 200. Sitzung seinen Platz mit einem Blumcn>trauh geschmückt haben. Ter Präsident L'Sa^'übeLrachf^'?^ «-ü-wünsch- - Der Etat für Das Reichsaml ves Znnern. (Sechster Tag.) Abg. Giesbcrts (Zentr.): ... Die Ruhepause in der Sozialpolitik darf nicht zum Stillstand führen. Un>ere Witwen» und Waiscnversichcrung sicckt z. B. »och ,n den ersten Anfängen. Sie muh ausgebaut werden. Die Scr- absetzung der Altersgrenze bei der Invalidenversicherung von' 70 aus 05 ^ahrc erscheint notwendig. Der Bekämpsuna der G c w e r b c k r a n k i. c, t c n ist größere Ausmcrtsamkcit zuzu- dem Umitandc. daß einige zuzeiten geradezu massenhaft ouftretcn. Die n,eiste Beachtung verdient natürlich die Tub^Iulosc, die die megten Verhccrunge» onrichtet. Dazu reicht l " emipcft.cn in ihrer jetzigei, Form nicht aus, sie sollte -,nh-,ll>chcr durchg-arbeit-t werden. Möglichst soll das mit Hilfe ^ Arbeiterschaft geschehen, die mich in anderer Beziehung, bei Festsetzung der Lohne mW. in den Fachausschüssen hcrangczogcn werden sollten. Hinsichtlich der Konlurrcnzklauscl ballen wir eine Verstandlgung mit den Angestelltenverbänden sür dringend er- wünscht. Auf der Hundertjahr-Ausstellung von Düsseldorf sollte das ReichSamt des Inner» durch eine umfangreiche Darstellung seiner Tätigkeit vertreten sei», allein schon NM Stimmung für die deutsche Sozialpolitik zu machen. Mit der Haltung unserer Negierung auf der Berner Internationalen Arbciterfchutzkonfercnz sind wir nickt recht zufrieden. Vor allem hätte sie darauf dringen müssen, daß das Sckutzaltcr der Jugendlichen bei Nachtarbeit erhöht werde. Die steigenden Lasten der Sozialpolitik haben^ bei den Arbeitgebern manche Mißstimniung verursacht. Wir dürfen uns aber von Stimmungen nicht unter- kriegcn lassen. Die Klagen, daß die Industrie in den Parlamenten nicht vertreten sei, sind nicht unberechtigt. Aber hinter ihnen steht doch auch die Abneigung gegen die Arbeiterbewegung. Woher der Sturm gegen das Koalitionsrecht, für Schutz der Arbeitswilligen? Ausschreitungen von Arbeitern bei sozialen Bewegungen sind bisher stets scharf bestraft worden. Auch die Polizei- Verwaltungen verstehen sich ausgezeichnet auf ihre Eindämmung. Gegen den Terrorismus, der von sozialdemokratischer Seite geübt wird, haben die Christlichen niemals polizeiliche Hilfe verlangt; sie würden allein damit fertig werden. Staatliche und städtische Verwaltungen bekämpfen aber die Christlichen ebenso wie die Sozialdemokraten. Unter solchen Umständen muß das Koalitionswesen Auswüchse zeitigen. Die Gelben Vereine sind bei uns künstliche Gründungen der Unternehmer, sie stören deshalb die Entwicklung. Vernünftige wirtschaftliche Ziele sind in den christlichen Gewerkschaften vertreten. Unsere Arbeiter sind mündig. Wir werden uns durch keinerlei Ereig- nisseabhalten lassen, auf dem beschrittenen Wege wciter- zugehen. Kein Stillstand, sondern eine Fülle von Aufgaben, die Initiative fordern, nicht bloß der Regierung, sondern auch des Wollenö. Hier darf es nur einen Fortschritt geben! Staatssekretär des Innern Dr. Delbrück: Der Abgeordnete Gothein hat mir vorgeworfen, ich hätte in meiner Lobrede auf die Wirtschaftspolitik die Gesamtguthabcn der Sparkassen mit den jährlichen Einnahmen verwechselt. Allerdings konnte der Wortlaut meiner Ausführungen zu diesem Mißverständnis führen; aber Sie werden nur glauben, daß ich und meine Mitarbeiter uns vollständig darüber klar gewesen sind, daß es sich nicht um die Jahrcsvcrmchrung handeln konnte, sondern um das Gesamtguthaben. Wenn ich für die Sparkassen 11 Milliarden ansetze, und zugleich sagte, daß unser Wohlstand ganz allgemein um 8 bis 10 Milliarden zugcnommen habe, so kann die Öffentlichkeit über den tatsächlichen Wert dieser Daten nicht getäuscht sein. Auch ergibt sich der Sinn meiner Rede aus dem Zusammenhang, in dem ich die Zahlen genannt habe, die auf dem amtlichen Material der preußischen Statistik beruhen und jederzeit dort nachzusehen sind. Der Herr Abgeordnete hat eine andere Berechnung aufgemacht, auf die ich nicht cingche, weil es mir noch nicht gelungen ist, den Zahlen auf den Grund zu kommen, die er ihr zugrundegelegt hat. Im übrigen will ich seinen Vorschlag, meine Ziffern nur auf die Zeit der Caprivischen Handelsverträge einzustcllen, gern einmal Folge leisten. Die Revers feite der glänzenden Medaille, die ich in meiner letzten Etatsrede gezeigt habe, sind die Verhältnisse des gewerblichen Mittelstandes. Der Mittelstand hat ' unter den Begleiterscheinungen der Entwicklung zu leiden gehabt. Er ist von oben her durck Handel und Industrie bedrängt worden, von unten durch den Aufstieg der Arbeiterklasse. Ein großer Teil des Mittelstandes drängt teils als Arbeiter, teils als Meister in die Großindustrie. Durch all diese Tatsachen ist der gewerbliche M i t t e l st a n d in eine ganz besonders ungünstige Verfassung versetzt worden. Die alten Organisationen des Handwerks haben sich allmählich überlebt, und man hat in den fünfziger und sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts bcr der Neugestaltung der gesetzlichen Bestimmungen nicht daran gedacht, geeignete Handhaben für die Ncubelebung der alten Formen zu schaffen. Wir waren deshalb genötigt, auf diesem Gebiete völlig Neues zu schaffen. Es handelte sich um die technische Schulung des Mittelstandes auf allen Gebieten, m denen der Kleinbetrieb noch mit dem Großbetrieb konkurrieren kann oder ihm überlegen ist. Vor allem aber galt eS, die alten Organisationen mit neuem Geist zu beleben und neue Organisationen zu schaffen, damit das Handwerk den schweren Anforderungen der modernen Zeit gerecht zu werden vermag Tic Aufaabe der tccknischen und wirtschaftlichen Erziehung fallt rn das Gebiet der Einzelstaatcn. ES ,st mit hücksster Anerkennung festzustellcn, daß sie auf diesem Gebiete mit großem Erfolg gtz.ar^ttct I Betriebe dem Handwerk zu erhalten, wenn sie ihrem inneren Wesen nach handwerksmäßig geführt werden. In den einzelnen Fällen, wo ein Streit darüber besteht, ob ein Betrieb als Fabrik oder als Handwerksbetrieb zu betrachten ist, wäre es nach meiner vorläufigen Meinung am zweckmäßigsten, die Ent- ' scheidung einem Sckiedsgcrichr zu überlassen, das unter unparteiischer Leitung paritätisch zusammengesetzt ist aus Vertretern des Handwerks und der Fabriken. Die Entwicklung hat sich so gestaltet, daß auch die Möglichkeit der Einbeziehung juristischer Personen in die Organisation des Handwerks vorhanden ist. Eine Kernfrage ist die, ob der jetzige Zustand erhalten bleiben soll, wonach es möglich ist, daß für dasselbe Gewerbe in demselben Bezirk mehrere Innungen bestehen. Hier wird eine Aenderung dahin erfolgen können, daß in der Regel für einen Bezirk in einem Gewerbe nur eine Innung besteht. So stürmisch wie vor Jahren die Beseitigung des 8 100q verlangt wurde, wird diese Forderung heute nicht mehr erhoben. Die berufenen Vertretungen des Handwerks haben sick unseren ernsten Bedenken gegen die Aufhebung nicht verschlossen. Am zweckmäßigsten wäre wohl die Regelung, daß man den Zwangs- innungen das Recht gibt, Richtpreise festzusetzen, die jedoch nicht zwangsweise durchgcsctzt werden dürfen. Aus meinen Ausführungen werden Sie ersehen, daß wir die Wünsche des Handwerks ernstlich prüfen, und daß ick ein Verständnis dafür habe, wo dem Gewerbe der Schuh drückt. Ich habe schon sestgestellt, daß der Mittelstand nicht in demselben Maße wie andere Schichten tcilgenommcn hat an dem volkswirtschaftlichen Aufschwung der letzten Jahre. Ich möchte aber doch betonen, daß die finanzielle Erstarkung und Gesundung' in unserem Wirtschaftsleben auch dem gewerblichen Mittelstand dadurch zugute kommen wird, daß bei steigendem Wohlstand die Massen der Bevölkerung in die Lage versetzt werden, an Stelle von Massenartikeln Qualitätsarbeit | abzunehmen, die gerade dem Handwerk und Gewerbe lohnende Beschäftigung bietet. (Beifall.) Abg. Dr. Böttger (Natl.): Eine Beeinträchtigung der Organisationen der Arbeiter wünschen wir nicht. Aber wir wollen auch nicht', daß sich die Dinge zu einem K o a l i t i o n s z w a n g entwickeln, dessen Terrorismus bedenklich werden müßte. Wir wünschen auch nicht, daß die christlichen Gewerkschaften, die sich in nationaler und kultureller Beziehung bewährt haben, in ihrer Entwicklung behindert werden. Dasselbe gilt von den wirtschaftssriedlicken Verbänden. Sie sind noch jung und man muß ihre Entwicklung abwarten. (Unruhe bei den Soz.) Daß nur eine Organisation, wie die der freien Gewerkschaften die Interessen der Arbeiter vertritt, davon kann keine Rede sein. Vorläufig haben die Wirtschaftsfriedlichen noch mit viel Vorurteilen zu kämpfen, die sie hoffentlich überwinden werden. Mit den dankenswerten Erklärungen des Staatssekretärs sind wir jm ganzen einverstanden. Es ist auch unsere Ansicht, daß Sozialpolitik, allgemeine Handelspolitik und Ge- werbcpolitik notwendig zusammengehören. Sie bedeuten dasselbe für unsere gesunde wirtschaftliche Entwicklung. Der Staatssekretär hat gemeint, daß wir sozusagen kampflos von einer Tarisperiode in die andere würden übergehen können ohne eine Reform des Zolltarifs. Eine Kündigung sei unsererseits nicht beabsichtigt und wir müßten abwarten, ob die anderen zu einer Kündigung schreiten würden. Die wirtschaftliche und technische Entwicklung hat sich aber in den letzten Jahren vielfach geändert und es fragt sich doch, ob wir mit einem solchen Abwarten nicht unsere Waffen aus der Hand geben. Die Mittelftandspolitik ist eine der wichtigsten Aufgaben unserer Zeit. Die neue Organisation sür das Handwerk ist eine Notwendigkeit geworden. Bei der Behandlung wirtschaftlicher Fragen, ebenso bei Aenderungen der ! Gewerbeordnung sollen auch die Handwcrkerkorporationen gehört ! werden, wie in allen Fragen, die das Handwerk berühren. Eine * scharfe Unterscheidung von Handwerk- und Fabrikbetrieb ist erwünscht. Kleingewerbe und .Handwerk deckt sich nicht immer, auch Großbetriebe sind zum Handwerk zu rechnen, wenn sie handwerksmäßigen Ebarakter haben. Die Einsetzung einer gemischten Kommission, die unterscheiden soll, was Handwerks- und was Industriebetrieb rst, wäre sehr ö* begrüßen. Sic könnte auck über die Eintragung ins Hcnrdels- regifter, die juristische Persönlichkeit von Handwerkcrorganisationcn und die Zusammensetzung der Handwerkskammern entscheiden. In der Frage der Gesellenprüfung müssen Zugeständnisse gemacht werden, weil Gesellen, die m der Industrie ausgebildet sind, später doch auch selbständig werden wollen und dann nicht beschränkt werden dürfen in der Lehrlingsausbildung. Das wäre sonst eine Härte. Allmählich übernimmt ja die Industrie immer mehr auch die Lehrlingsausbildung. Ich glaube, man darf sie deshalb nicht schematisch zu de, Kosten der Handwerkerorganisationen heranziehen und sic rein ,'chablonenmäßig behandeln. Die Hauptsache bleibt, ob sie das Ihrige leistet. Von der Forderung, daß § 100q abgeschafft werden solß sollte das Handwerk besser abstchen; das würde eine Ausstattung der Innungen mit staatlichen Hoheits- rechten bedeuten. Hinsichtlich der Submissionen wäre eine amtliche Zentralstelle für die Organisation der Uebernahme öffentlicher Arbeiten zu empfehlen. Voraussetzung wäre allerdings eine Verständigung mit der großen Organisation der Handwerks- und Gewcrbckammern. Für das Jahr 1915 ist eine Ausstellung für das Hand Werks Wesen geplant. Es wäre das erstemal, daß sich dem deutschen Handwerk Gelegenheit bietet, öffentlich zu zeigen, Inas cs geleistet hat. Wir können dem Plan nur zustimmen. In einer systematischen Darstellung der Rohstoffe, der Arbeitsverhältnisse, aller Arten von Maschinen soll dem Publikum dargclegt werden, tvelche Stellung das Handlverk in der heutigen Volkswirtschaft einnimmt. Ein respektabler Plan, dem man nur zu- stimmen kann. Hoffentlich findet er auck die Zustimmung dcS Hauses. Gegen die vielen Schwindelausstellungen im Lande muß cingeschritten werden. Ehe eine Ausstellung gestattet wird, muß man jedesmal die Handels- und die Handwerkskammern hören. Die Konkurrenz von Staats- und Gemeindebetrieben ist nach Möglichkeit • einzuschränken, wenn Korporationen von genügender Leistungsfähigkeit am Orte sind. Sie können auch besser für Arbeitsgelegenheit sorgen. Manche Mißstände bestehen noch im Baugewerbe. Es ist erfreulich, daß viele Gemeinden dem s ch wer e r s ch ü t t c r t e u städtischcn G rundbesi tz zu Hilfe kommen. Ein Krebsschaden ist der völlig ungenügende Schutz der Hypothekengläubiger gegen Verfügungen über die Miets- und Pachtzinsen. Manche O s f i z i e r s k a s i n o s treiben einen schivunghasten Handel mit Wein, z. B. in T r i e r. DaS ist eine schwere Schädigung des getverblichen Mittelstandes. Dasselbe gilt vom Zugavewcscn. Die Wünscke des Mittelstandes müssen mehr berücksichtigt werden. (Beifall.) Ministerialdirektor Caspar: Das Einführungsgefetz zur Rcichsversichcrungsordnung bestimmt. daß bis zum Ende des Jahres 1915 eineDenkschrist über.die Frage der Herabsetzung der Altersgrenze in der Invalidenversicherung veröffentlicht werden soll. Da noch nicht genügendes Material vorliegt, konnte bisher eine Vcr- üffentlichuna noch nicht erfolgen. Von Einern Stillstand in der Sozialpolitik kann keine Rede sein. Wir haben ein Heer von sozialpolitisch geschulten Beamten, wie kein anderes Land in der Welt. Abg. Bartschat (Vp.): 'Herr v. Graese hofft, daß das Handwerk sich vom Fortschritt abwenden wird. Er wird sich da sehr täuschen. Das Handwerk weiß, daß beim Bund der Landwirte und beim Leipziger Reichsdeutschen Mittclstandsvcrvand sein Weizen nickt blüht. Die Herren verteuern dem Mittelstand dasRohmalerial. Das ist eine nette Mittelftandspolitik. Diese Herren boykottieren so- gar die nichtkonservativen Geschäftsleute. Ist das mittclstands- sreundlick. ivenn der Bund der Landwirte wie ein Warenhaus landwirtschaftliche Maschinen und Geräte verkauft und so dem Handwerk das Brot wcgnimmt. Im Kreise Schweidnitz in^Schlcsicii forderten die Großgrundbesitzer zum Boykott der Sattler auf. ivcil diese höhere Preise fordern mußten. (Hört! Hört!) Das sind die mittelstandSfreundlichcn Agrarier. Der Staatssekretär will mit den Enqueten über das Handlverk stückweise Vorgehen, in einem Jahre sollen die Fleischer, im anderen die Bäcker, dann die Schuhmacher usw. drankommen. Ehe er dann aber alle Gewerbe untersucht hat, ist das erste Material schon längst veraltet. Der Kostenpunkt sollte bei einer so wichtigen Frage nicht ausschlaggebend sein. Tic Wünscke des Handwerks müssen schneller erfüllt werden. Jetzt schweben immer jahrelang Erwägungen. Der Staatssekretär hat sich mit den preußischen Verordnungen zum S u b m i s s i o n s- wese n getröstet. Diese Verordnungen werden aber nicht befolgt. Bedauerlich ist der Widerstand der Regierung gegen eine reichsgcsctzlichc Regelung. Zu der Kommission über die Licfcrungsfragen sollte man auch den Handiverkcrausschuß des Hansa-Bundes Zuziehen. Auch bei den Vorbereitungen zur Verlängerung der Handelsverträge muß das Handwerk gehört werden. Mit der Zusammensetzung des wirtschaftlichen Ausschusses ist kein Mensch zufrieden. Der Scheckstempel, diese Belastung des kleinen Gewerbetreibenden, ist sobald wie möglich auszu- hebcn. Das wichtigste für das Handwerk ist eine ordnnngsgc- mäße, auf Selbsthilfe beruhende Kreditbeschaffung. Sie darf auch nicht an den kleinen Betrieben Vorbeigehen. Auch die Beseitigung der Mißstände im Bauwesen ist gc. eignet, dem Handwerk zu helfen. Die Warenhäuser der Offizier- und Marincvereinc machen dem Handlverk eine sehr schlvcre Konkurrenz, um so mehr, als sie jetzt auch auf das Land gehen. Von einer Erhöhung der Zölle kann unter keinen Umständen die Rede sein. Der sogenannte Bund der Handwerker ist eigentlich nur ein kleiner Verein. Die kraftvolle Organisation des deutschen Handwerks will von ihm nichts wissen, sondern schüttelt ihn als eine politische Organisation der Rechten ab^ die das Handlverk irreführcn will. (Beifall links.). Abg. Kurzawski (Pole): Für die polnischen Sacbsengänger l)at der Staat keinen Sckuh. Tie attri sacra fames macht sie vollkommen rechtlos. Gewissenlose Agenten plündern diese armen Leute aus. Zwei polnische Sekretariate arbeiten dem entgegen. Ihre Tätigkeit wird trotz der politischen Verdächtigungen des Ostmarkenvereins anerkannt. Das Haus vertagt sich. Donnerstag. 1 Uhr: Weiterberaturig. Schluß 1Y\ Uhr. ^ , « ' Aus dem preußischen Abgeordnetenhaus. Dem Abgcordnctenhansc, ba» »ich gestern noch mit dem Gestüt»- Voranschlag beschästigle, ist eine Uebersickit der Entschließungen der Königlichen Staatsregicrnng aut Beschlüsse de» Abgeordnetenbausc» zugegange» Au» dem Inhalte seien die wichtigsten Entscheidungen wiedergegcde»: 'Aus den Beschluß de» Abgeordnetenhauses die S ander - t a r i s c der Seehasen ans Binnen Häsen au » znded- neu, allgenieine Schiss»volireivervrd»ungen iiir die Binnenschiis- ialirt zu erlassen und vor Erlass neuer Bestimmungen die Vertreter der Binneuschrisahrt zu hören, hat die Staatsrcgiernna geantivortet, baß die Ausdehnung der ermäßigten Seehasen Äusnahmetarise aus den Einnahmeninschlagverkehr mit der von der Staatsriseiibahu Verwaltung von seher vertretenen Tarispolitik unvereinbar sei, Auch liege ein loirtirvattliche» Bedür'nis tue eine llederiraauna der 'Aus- nahmctarisc aus die Binncnumschlagplätzc im nllgciuciueu nicht vor, Tie Beteiligung der Frauen aui deui Gebiete f'ct Tchulvilege, wo sic sehr ersprießlich wirken tonne», soll dem Wunsche de» Landtags gemäs; nach Möglichkeit gewrdert nvr- dcn, Aach dein Gesetz ist e» uvar nicht angängig, daß Frauen, ab gesehen von einer von der Tchuldepnlation etiva zum Mitglied« den Schulkommission zu ernennenden Lehrerin, als stimmberechtigte Mitglieder der Schulkommissioncn gewählt werde». Die ^chntaiik- >icht»behördcn sind aber angewiesen worden, itberall da, wo schul« kommissioiieii eingerichtet sind, und die Beteiligung von Frauen an der Schulvilege erwünscht erscheint, daran! hinzuwirken, das; Frauen, Uich ztvar auch Lehrerinnen, als Beraterinnen ZU den esit- ziingen der Schulkonuiiiisionen zugezogen und gegchenensall» mit besonderen Aufträgen bktraul wcrdcn, D i e N o t ft ä n d c de» st ädt > s ch e u Realkrcdit» Iver den demnächst in einem Ausschuß besprochen werden, der vom Rcichsamt de» Innern einberuseu werden ivird uiid in dem namentlich auch die ivirtichastliche» und rechtlichen Grundlage,, de» Realkreditwese»» erörtert Ivcrdeu sollen, ,!» diesen Verhandlungen werden Vertreter der preußischen Jnteressenkreisc tziuzu gezogen werden. Der Anregung de» Abgcordncienhaujc». die ! i n e in a t o g r a v d i s ch c n Da rbietungcn der »onzejsioiispslichl zu, UN terftclle», ist nachgelou»»en worden, Tie Zensur der zur össeut lichen Darbietung bostiinmte» Film» wird jiiiierhalv de» Rahmens der geschlichen Bollmachte» streng durchgesnhrt, Tie Einiührniig einer Steuer sür die Vorstellungen und für die Filmbändcr ist slaal licherseit» nicht bcabsichtigl. Ans den Beschluß um G e iv ä h r u » g von Ortszulagen an die V o l k» s ch » l I e l, r e r wird geantwortet, daß bisher schon in Fällen, in denen die gesetzlichen Voraussetzungen sür ein zwangsweise» Vorgehen gemäß H25 des LehrcrbesoldiiNgsgcsctzer Vorlage», von Aunicht» wegen aus die Einführung von Ortszulagen hingewirkt worden sei, I»I Rahmen der zur Veriügnng stehenden Mittel sind leistungsschwachen Schiilvcrbäiidcn hierzu Ergänzung»« Zuschüsse bewilligt worden. Demgemäß/wird auch künftig veesahren ivcrden. Von der Bereitstellung iveitcrer Mittel tür diesen Zlvcck bat abgesehen werden müssen, auch im Hinblick aus die zwischen den Ressort» schwebenden Verhandlungen über einen Komniunalsteuei ausgleich. Für die Genehmigung zur Führung des in der Schweiz erworbenen tierärztlichen D o k t o r l > t c l » ist maßgebend, ob im einzelnen Falle der Nachweis geiiihrt ist, baß in Bezug aus >2ckulvorbilduiig und Studiengang die Anforderungen criülil iind, die sür die Erwerbung der Würde in Preußen gestellt werden, Ein weiterer Ausbau der Oftniarkcnzulage z n g u n - st c n der P o l k»i ch u l l c h r e r erichcint auch auf wiederholte Erwägung nicht angängig, lieber den ietzigen Staiid de» H a us h a l t u n g s u n t c r - richt» in M ä d chcn v ol k» ich»le n jind Erhebungen veranstaltet worden, uni sestzustellen, welche Kosten die allgemeine Einrübrung dixse» Unterrichts verursachen würde, Tie innere Kolonisation wird gemäß den Wünschen de» Landtags iveiter kräftig und planmäßig gefördert ivcrden, insbesondere auch durch iunliäifte Beseitigung rechtlicher Hemmnisse nnd durch staatliche Unterstützung geineinnützigcr Ansiedlungsuiiternebninngen, Bci- ichiedene Mastnobincn zur Förderung der inneren Kolonisation iind ,n Vvrbereining, Die Urbarmachung von Ocdland wird auch durch Bewilligung von Beihilfen gefördert werden. Auf de» Antrag des Abgeordiietenhauie», die in der Nähe des Landtag» befindlichen stskalischeu Grundstücke nicht in Privathäude übergehen zu lassen und dein A b g c o r d n ct cII b au I e c i n Ga r t c n g > n n b- sinck zu verschasien, antwortet die Regierung, daß zurzeit e,ne solche Absicht »ick» bestehe, nochdein frühere Verträge mir einer Berliner Grnndsiücksbank nicht rechtskräftig geworden sind. Dem Wunsche nach einem Gartengrundstück soll später nähergetccten iverdeii, lieber Maßnahnien zur Erhaltung nnd Stärkung de» deutschen Grundbesitze» in der Ostmark schweben Verhandlungen innerhalb der Ressorts. Die Pflege der Leibesübungen wird die Staatsregiernng durch weitere Bereitstellung von Poranickrlagsmilteln unleistidtzc». Eine D c,i k s ch r i s t über den Bauschwindel wird dem Landtage demnächst zu- gehc», Zugunsten der PensionSverl, ältnisse c!>cmali- ger Beamten verstaatlichter Privatcisenbalincn hat die Staatsregierung Bestimniungcn erlassen, die einen Teil bestehender Härte» beseitigen sollen. Den bei Beratung de» W a ss e r g e s e tz e s geäußerten Wüu iche», auch in den übrigen Bundesstaaten aut die Reinbaltung von Flüssen ein wachsamere» Auge zu haben, ivird seitens der Staats- rcgieruug nachgekommeii werden. Au» Aus Dem Finanzausschuß der Zweiten Kammer, rb, D a r m st a d t. 28, Jan, Vom Finanzausschuß der Z w c i t c n Kam »> e r ivurdc heule vorniittag die P o r a n s ch l a g » b e r a I u n g iortgcietzt und zunächst Kap 115, P e „ sionc», beraten. Das Kapitel Iveiü eine Ausgabe von 5 075 650 Mark und eine Einnahme von I 228 :>4H Mk, aui, erfordert also einen Staatszuichuß von 2,846 804 Mk,, d, i, 168 750 Mt, mehr als im Voriahr, Pom Ausschuß wurde u.a die Unübersichtlichkeit der ganzen Position im StaatSooranichlag bemängelt und der Beschluß gefaßt, der Regierung eine bessere übersichtlichere Darstellung anzm-n,»fehle» Eine eingehende Erörterung fanden dann die verschiedenen, in diesem Kapitel verzeichnctcn Fonds der Zivilstaals- diener-Wliwenionds, der eine Höhe von ,1l20 4S0 Mk, answeist, die Schullehrer Wilweiikassc mit einem Bestand von 1987 574 Mt! nnd d>-> Fonds der Oniziers nnd Untcroiiizicrs-Witwcnlaise mit einen, Bestand von 798 782 Mk, Dieter letztere wird nach Wegsaü sämtlicher Bezugsberechiigten zu " , Hesse» und zu -/, dem Reich »gewiesen, Tie erstgenannten Fonds, die durch die Eintrittsgelder der Mitglieder entstände» sind, setzt aber nickst mehr vermehrt werden, toeil die Eintrittsgelder weggetallen sind, sollen mit der Regierung näher besprochen werde», toeil eine weitere Ausrechterhallung ohne besonderen Zweck rrschctitt, Dabei soll auch die Frage erörtert werden, ob e» sich nicht cmvtiehlt, der Regierung eine allgemeine Er »lächligung dahin zu erteilen, daß den Hinterbliebenen von nicht angcstellten, aber längere Zeit verwendete» Staatsdienitantvarlern rin entsprechendes Witwen- und Waisengeld gezahlt werden kann. Der bei der Erörterung dieser Frage erwähnte Fall, dan ein GerichtSasscisor, der im 41. Lebensiahre nach einer V-rwendungS- -,cit von mehr als 9 Jahren verstarb und daß dessen Witwe und ihr Kind IIN ganzen nur 800 Marl Witwen nnd Waiienpension erhielten, gab den Anlaß zu dieser Anregung, Weiter soll auch : darüber mit der Regierung verhandelt werden, tvie jich die Ber- ■ trage de» Staate» zur AngesteNten-Bersichcrung, etwa 80000 Mk,, iin einzelnen gestalten und ob nicht die Lasten dieser Versicherung, ! besonder» bei gering besoldeten Funktionären de» Staates, in Form« cincr Gehaltszulage bewill-gt werden könnten. Beim Kapitel 116, Verhältnis zum Reich, Einnahme , 4567605 Mark, Airsgabe 5 796 661 Mark, regle der Bericht- i erstattcr die Frage an, ob die Auiwrndungen Hessens sür die Per- , Ivaltung und Erhebung der Reichsstcuer» und Zölle durch die Ver- I gütungcn des Reickfcs auch voll gedeckt würden In Bade» sei I oaraul hingennescn ivordcn, daß dort über eine Million Mark ( ,n«hr sch, die Verivaltuug der Zölle und Reichsstcuer» gezahlt würden, als das Reich vergüte und daß dort vom Zentrum ein Antrag eiuqebracht worden sei, dahin zu wirken, daß die Entschädigung der Einzelstaaten für diese Verwaltung höher bemessen werde: auch hierüber soll mit der Regierung verhandelt werde», E» wurde dabei u, a, daraut hingennesen, daß die Behörden^ welche die RcickiSsteuern vereinnahme», zugleich auch hessische -steuern zu verwalte» hätte» Bei Kap, >16», Ausgleichs u » d T »1 * gnnqsiond », Einnahme 2 C03 000 Mart, Ausgaben 4 48» 016 Mark, wurden keine besonderen Einwendungen gemacht. Bei dem zweiten Teil des Staalsooianichlag»: Für da» Vermögen, wurden die EisenbabnauSgaben inr Gesamtbeträge vvir 6l>78 000 Mark giitgehesßen. Die übrigen Ansorderungen sür das Z e n t r a l b a u w c s c n ballen sich in einem bescheidenen Rahmen und belrenen inr weientlichen »irr die Ausgestaltung reiv, Fertigstellung bereits vorhandener Gebäude, io die Forderung kür das chemische Laboratorium in Gießen mit 57 200 Mark, sür Errichtung von 'Anbauten sür Dauerbäder an der v s u cl> i a t r i i ch e >1 Klinik in Gieße» mit 84 000 Mark, sür Ergänzung nnd Verbesserung der WasservcrsorgungSanlage» I» der Heilanstalt bei Alzey mit 88000 Mark ideren Anlage am 10. Februar voni Finanzausschuß besichtigt werde» sollst icrner eine Forderung von 19 800 Mark sür verschiedene Einrichtungen i» der L a II d e S H eil u kl d P i l c g r a n st a I l bei Gieß e» und von 87 000 Mark für die innere Einrichtung des A »t t s g c richIsg c bäudcs i n G ieße » Diese Posten wurde» vom Ausschuß nicht beanstandet, während der geiorderte StaatSbeilrag von 96 500 Mark für den Ausbau des rechten M a i u u i e r s bei Mainz zunächst mit der Regierung besprochen werde» soll. Der Ausschuß beschäftigte sich daraus eingehend »ui Kav, 114, A „ »lei h u ii g o ii li ii ö Staat s schuld, welches Kapitel in Verbindung mit dem gleichen Kapitel 142, im Veruiögcnsteil be- ivrochen wurde, Tee AitSschukoorsitzeode, Avg, Dr, Oiann. legte hierzu als Berichterstatter eine eingehende Uehcriicki über den gegcntoartigen Stand der hessischen Ltaaisschuld, sowie deren Verzinsung und Tilgung vor, worüber wir an anderer Stelle in einem besonderen Artikel Näheres mitteile». Mit der Erledigung dieser Kapitel ist die erste Lesung des Fi nanzauss ch ii sse s über den Staatsvoranschlag mit Ausnahme des Kavftels über die Landlvirtschaft. das morgen beraten werden toll, zum Abschluß gelangt In den nächsten Sitzungen werden »ur nockk die im Ausschuß beanstandete» Gegenstände in gemeinsamen Sitzungen mit der Regiernng behandelt werden, Tie B c s o l d u n g » v o r l a g c nnd die Erste K a m in e v. rb, Darmstadt, 28. Ja», Ter Fiiia n za »»schn ß der Ersten Kammer hat heute vormittag und nachmittag sehr eingelzendc Bcratnngen über die Besoldungsvorlage abgehalten, Nach dem Bericht des Fürsten zu I s c n bu rg - B > r - st e i II und des Gegenberichterstatters Geh Koni 'Rat Tr.T l r e ck c r fand eine längere allgemeine 'Aussprache über die Hauptpunkte der RegicrnngS-Vvrlage und die Abänderungsbeschlüssc der Zweiten Kammer statt. Es wurden dem Vernehmen nach noch keine festen Beschlüsse gcsaßt: diese lollen vielmehr erst nach der morgen stattsinbendeii gemeinsamen Beratung mit der Regierung erfolgen, * rb. Dar m st a d t, 28, Jan, Tic FrakliondcSBaucrn- b IIII d e » hielt heute nachmittag eine längere Sitzung ab, in der die .landwirtschaftlichen Kapitel de» neuen Staalsvoranichlags nnd verschiedene Punkte der Besolduiigsvorlagc erörtert wurden. Es svlleu zu diesen Fragen eine Anzahl besondere Anträge eingebracht werden. Aus Siiah-Lotdringen. Ans Saarbrücken erhält die „Kreustjeitiurg" nachstehende Zuschrift: „Nur ein paar Kilometer von Saarbrücken liegen die lothringischen Kohlen- seldcr der Firma de Wendel, derselben Firma, die au der Westgrenze Lothringen» die größte Eisenverhüttung betreibt iHayingen), Hier bei Saarbrücken, in Kleinroiseln, unmittelbar neben der preußischen türenze, hat diese Firma vom 1, Januar 101-1 die französische Geschäft» spräche in ihrem Betriebe e ingc führt, Tie Kohlengrubensirma de Wendel beschäftigt hier über 10000 Bergleute, alle in der Ilmgebnng (Lothringen, Preuße», Pfalz) wohnhaft. Verschiedene Beamte sind noch Preußen, die sich seht der französischen Sprache in ihrem Dienst zu bedienen haben. Das ist auch symptomatisch Wie lässig die deutsche Verwaltung mit deutschen Interessen u,»gegangen, ist schon daran» zu ersehen, daß sie schon früher die Erlaubnis gegeben hat, verschiedene Ortsteile in dem genannten Kleinrosseln französisch zu bezeichnen, z, B, Eile Wendel, Eite Gargau, lind da» fast 40 Kilometer von der französischen Sprachgrenze entfernt! Die deutsche Eisenbahn- verwaltung aber wird der Firma de Wendel weiter wie bisher ihre Fabrikate abkaufen," — Die „Post" bemerkt dazu: Man tvird diese Milteilungen zunächst mit einem Fragezeichen versehen müssen und der Annahme Raum geben, daß hier ein Irrtum vorliegt, Rücktritt der clsatz-tothr, Regierung, S t r a ß b u r g i, E,, 28, Jan. In der heutigen Ausschußsitzung des Landtags gab auf eine 'Anfrage des 'Abgeordneten Haust Staatssekretär Zorn von Bulach die Erklärung ab, die G e s a in t r cg i e r u » g von Elsaß- Lothringen habe ihre K o n s e q u e n z e n a u s d e n Za b e r- net Vorfällen gezogen, eine Entscheidung sei noch nicht getroffen, Grrys Antwort aus die vreidund-Note. Wie aus Wiener diplomatischen Kreisen niitgeteilt wird, wurde die Antwort Eir Edward GrcyL den Londoner Botschaftern Deutschlandk, Oesterreichs und Italiens aus die Note der Drerbllndmächte am 14. Januar überreicht. Tie Antwort lei'teht aus zwei Teilen, von denen üch der erste mit der Inseliraqe befaßt. Der zweue Teil enthält einen Vorschlag für die isafinna der von den Großmächten der Türkei und «Kriechen» land zu überreichenden Note. Im ersten Teil schliebt sich Grey im yrogen nnd aanzen bem Standpunkte des Dreibundes an. indein er qleichialls dakür eintritt, dab s e i t e ll s l») r i e 6) e u l a t» d s B ii r a s ch a i t e n verlangen jeieu für deu S ch u 1; der Minderheit auf beit ägäischen Inseln, sowie sür die Neu» t r a l i s i e r u n g d e r n o r d ä a ä i s ch e u Inseln. Auch schlaft er vor. man möqe von Griechenland das feste Versprechen verlangen, sich der Durchführnnq der von beit Mächten nctroffeucii Beltiminnngen nicht zn widersetzen nnd einen Widerstand dagegen auch nicht m unterstützen. der von Venizelos geiorderten G r e u z b e r i ch t i - gnng im E v i r n s erwähnt der englische Minister desAnswärti- gen nlchts^ I»n Anschluß daran ketinzeichnet Grey noch einmal klar den ^lcindv>mkl Englands iit der «^rage der von Italien h e j e tz teil tz g äi sch e n Insel n. Er sacit, dast, fotanqe auch l! l ' r e,, * e ^'"zige Insel im Besitze einer europäischen (Srovmacht nch befinde, man den Zustand nicht als normal bezeichnen könne. England will damit jedoch keinen Druck aus Italien ausnbcn, sondern ledlgltch eine Feststellung vornehmen. Der zweite Teil der Antwort "renS enthalt einen Vorschlag für die Fassung der Note, m der die Machte m Athen nnd in Konstantmopel ihre Ent- 'chetdung über die aaaischen Inseln mittei'.en tollen. Es steht jeder Macht stet, etwaige Aenderungen an der Tertiernnq vorzuschlaqen. Man hofft, die Verhandlungen über diese Note bald beenden zu können, so dasi bereits in der allernächsten Zeit ihre Uebcrreichung erfolgen dürfte. (davon in Europa) 1 32 2 OCO Mann 1017 000 „ 1 3 . t? 000 . 1 032 000 r 1 «58 000 w 1047 000 . Zeit die Aus'bil- Aeder die russische heeresstärke. Durch die Verlängerung der Dienstzeit der Kaiserlich russischen Armee bei den Fusztrnppcn von 3 aus 8»/, und bei den berittenen Truppen von i aus !>/, Jahr ist die Kopsstärke de» russischen Heere» bedeutend gesttcgen. Unter Bcrücksichtigimg der Berstürlniig, die durch anderweitige Maßnahmen erreicht wird, ist der Stand der russischen Armee wie folgt: 1913/1814, Winter . . . 1840080 Mann 1914, S Ommer .... 1415000 . 1914/1915, SBiiilcc . . . 1860000 . 1915, Sommer .... 143500) . 1915/1816, Will,er . , , 1 900 000 , 1919, Evimner .... 1 455 (MX) , Mit welcher Tatkraft in letzter d ui, g der Reserven vorgenommen wird, da» beweisen die Zahlen, die wir dem „Reichsbudget der russischen Regierung" sür das Jphr 1913 entnehmen. Im Jahre 1907 waren zur Verfügung für tlebungseinbcrusnngen 290000 Rubel, Im Jahre 1909 stieg diese Ziffer bereits ans 2Nt000 Rubel, Für 1913 aber waren angefvrdert 11 165000 Rubel, die nnrti Bewilligung durch die Dnnia am 30. Juni durch Unterschrift durch den Zaren genehmigt worden sind. Während der Voranschlag de» russischen Kriegsminisie- rinm» im Jahre 1908 mit den ordentlichen Ausgaben (die anßerordetittickien Ausgaben sind hier nickit berücksichtigt) in Höhe von 462,5 Mttiionen Rubel abschlost, schließt er für 1918 mit 545,6 Millionen ab, und es geht aus den amtlichen Nachweisen klar hervor, daß die ftarle Steigerung um 100 Millionen Rubel, das heißt über 200 Mill. Mark, in erster Linie durch die Verstärkung bzw, Vcrdessc- ruiig des Artillerie-Materials verursacht wurde. Bemerkt sei hierbei, daß die Verstärkung der Armee durch Mannschastef, erst iin Voranschlag 1914 unter den Ausgaben erscheinen wird. Nach den iiencstcn Nachrichten ist ferner zu erwarten, daß iin Lause dieses Jahres die russische Kavallerie um 19 Regimenter vermehrt wird. Arr» SraSt »nrS lkanv. Gießen. 28. Januar 1914. ** A » sde m M i l i l ä r >o »ch c » b l a t t. X VIII. A t m c e k 0 rPS, Iin Beurlaub.enstand z» Obcrleuinanis befördert: die Leutnants der Reserve: Linke d, Greu.-Rqt». König Friedrich Wilhelm II, >l. Schief,' Nr 10 ,Hanau), Schreiber d, Ins,- Rzts. Kaiser Wilhelm >2, Grvßtz, Hess,' Nr. 116 l Darniftadi, Herbst Hanau, Sauer /Worin»« d, Jns.-Rgt», Prinz Earl I. Grvßli, Hess, Nr, 118, Mcrto »I fc. H»i-Rg>s, Landgraf Friedrich II. von Hessrn-Hoinbin i >2, Kurhess,' Nr. 1s ZI Frank s»lt a, M.i, Kölling d, 2, Wests. Feldart-Rgt», Nr, 22 lMc- schede«, Liertz d, l. Rhein. Train-Bat». Nr, 8 «I Tarniftadti: dir Leutnants: Witte kt »d d, Landm.-Jns, >, Ansgeb, /I Tann stadt'. Schult ii d. Landw, Felda, t, 1, Ausgeb, Hanau), Zn Leutnants der Reserve lesördert: die Vizeieldwebel beziv, Vize Wachtmeister: Raßbach, Schttii Wiesbaden, Hasner iHöchst, d, Fns.-Rgt«. vvn Gersdorss (Kurhess,) Nr. 80, Reif senstein, Jmgardt(I Frankfurt a, M. , K ausckat /Mainz), Henrich |Hana»', d, 2, Nassau, Ins, Rgbs, Nr, 88, Bast «Friedberg), b. Ins -Leib-Rgts, Graßherzogin «3, Großh, Hess,) 'Nr, >17, Reichardt (I Darmstadt), d, Garde-Drag.-Rgl», ' 1, Großh, Hess,) Nr. 23, v o n P a s > a v a n t ll Frankfurt a, M, , d. Hul-RgtS, von Ziele» Brandenbl Nr, 3, vom Rath fII Frankfurt a. M,t, d, Huß-Rgis, König Wilhelm I, (1, Rhein,) Nr, 7, Zeiß ckl Frankturt a, M?, ,d, Braunschiv, Hui,-Rgts, Nr 17, Grobe (I Darmstadt), Gotte»leben Mainz,, d, 1, Lberelsäls. Feldart,-RgtS. 2ir, 15. Jcenlckc (WieSbadcu', Bamberg er (Mainz , d. 1. Nassau, Feldart Rgi», Nr, 27 Oianicu, K remcr (I Frankturt a, M, . d, Straßburger Frldart. Rgt». Nr, 84, Srcbcl Wiesbaden, d Kurhess, Train-BatS. Nr, ll Zum Lt, d, Laiidlo. Kav, I, Ausgeb, befördert: Romig, Bizeivachtin, (Wiesbaden', ** Ta» Großh crzoglich Hessische Regierungsblatt Nr, 3 enthält: Bekanntmachung, Aenderung der Deutscheii Wchrorvuung betressend, ** U c b e r die c v a n g c l i s ch - ch r i st l t ch c Liebes- tätigsteit in, G r o ß h c r z o g t u m Hessen IUI Jahre 1912, soweit sie vsarraintlich sestgeftelli werden konnte, wurden W sondere Eet>ebu»gcn veranlaßt, die svlgendc» ergaben: \ Milde Gaben aus de» öfeineinden an Vereine und Anstalien kvan gclisch christlicher LicbeStätigkeit: Acußcre Mission einkchl. Juden missio» (anSschl, Epivhauiaskollekte 74 032 Mark, Innere Mission «aiisschs, Augustkollcktc, «50549 Mark, Gustav Adals-Berciu lausscht. ResormalionSsestkollekte 45 388 Mark. Evangelischer Bund und evangelisch,- Bewegung tu Oesterreich 27 962 Mark. Elisa bethenstist 14 2,54 Mark, Diakonie Verein 13829 Marl, Kranken pilegestation 98 953 Mark, Anstalten de» Tekanais Kranken- vilege, Eiziehungsverein) 5449 Mark, besondere mildtätige An statten und Vereine der Pfarrei 96 481 Mark, sonstige christlickie Vereine und llntccnehniniigcli 16 543 Mark, sür besondere Not stände 9t89 Maick, zusammen 452 629 Mark, B. Allgemein erhobene Kirchenkollekten ausschließlich Neujahrskollckle: Evivba iiiaSkollektc Aeußeie Mission 7027 Marl. PaimarnmSkollekte ibednrstigc Tiasvora-Grmrinde» des Inlandes >758 Mark, ausländische Diaspora 4183 Mark, Pfingsten 'Lutherstisinng, 4100 Mark, Augustkollcktc (Innere Mission' 4080 Mark, Hessische» Krüvvclhciiu 4951 Mark, ResormatiotiSiestkollelte (Gustao-'Adols Verein' 4668 Mark, sür bedüriliie hessische Gemeinden: 1, Fra mershcim 3351 Mark, 2, Frei Weinheini 3691 Mark, Kaiser« Bilhrlm Sliitung «Sedanscstkoltek»-' 1207 Mark, für die cvan qelischen Gemeinden IN Oesterreich 4722 Mark, sür verschieden, Zwecke 1266 Mark, zusammen 48 004 Mark, ( Cpicc und Gallen sür die Ortsannen: Neujahrskollekte: 3641 Mark, Büchlcn- geldee 22 688 Mark, sonstige kirchliche Kollcllen ''Adventskollekte, Ahendmahlspsennige uiw > 3325 Mark, sreunllige Gaben 43 184 Mark, Kircheitopicr. imveil sie für die 'Armen bestimmt sind, 33 887 tzNark, I), Toyftige ireiwillige Leistungen für kirchliche Zwecke: Kiiihenovser, soweit sie nicht sür die Arme» besiimml sinh, 34 937 Mark, Gaben und Stiftung«» sür die Kirche und die Psarrei 116 788 Mark, kirchliche Vereine zur Hebung des ötient lichen Gottesdienste» 39 122 Mail, tirchliche Vereine zur Förderung des Gemeindetebrns 8 18,56 Mark, außergewöhnliche Posten 21 62-5 Mark, zusammen 239 287 Mark. G e s a ,» t j n ni m c aller Liebesgaben: ',100 936 Mark, ** W a s muß ein Hand w c r k e r über seine Re ch t e und Pflichten als Mitglied einer G e n o i j c II i ck, a i t mit ii n b c i ch r ä n k t c r oder beschränkter H a s t v i l > ch t wissen? Ans diese jetzt besonders ivichtige Frage gab Reckst», anwall Kaut mann Gießen die Antwort in einem Vorträge, den er vor Vertreter» der Gewerbcvercine de» Kreise» Friedberg in Bad-Nauhci in hielt. Wir haben über drn Verlaut der Versammlung schon berichtet, bringen aber über die Aussührungen des Redner», da sie weitgehende» Interesse beanspruchen, »och den folgenden Auszug aus de», Portrag, der »ns vvn Bad-Rauhcinl übermiltelt worden ist: Der Redner, der da» gleiche Thema INI Aufträge der ttzroßh, Zentralstelle sür Gewerbe aus der letzten igaiivlveriamnilting des Landesgeivcrbevereins i» Lauterbach mit Erfolg behandelt hatte, gab zunächst ein Bild über die e,eschichtliche Entwickelung der deutschen Geiivsienschasten nnd der einschlägigen ReichSgesetzgclmng und wie» dabei wiederholt daraut hin, daß der Z w c ck aller G e n o s s e n s ch a i t c n der der Selbsthilfe der wirtschaftlich schwachen B e r » i» ft ä n d e d e r Handwerker und Arbeiter sei. Dann erklärte der Vortragende an Hand der gesetzlichen Bestimmungen die Unterschiede zwischen den einzelnen Arten der Genösset,schaitcn mit uiibe«' s ch r ä n k t c r Haftpflicht, unbeschränkter N a ch s ch u ß - v i l i ch t und beschränkter H a s t II n g, ebenso die Bestimmungen über Erwerb nnd Verlust der Mitgliedschaft, dabei bv- tonenb. Mt fiiv 'Bfqinu UIW vaibiaiuiq her Mitglirdschast emsig •unb allem der Eintrag brzw Löschung i» der beim zusianswen Amtsgericht genihrte Liste der Grnvsien matzgrtu'nd ist nicht nur die , 0 t I -> ch I l ch r An- und A b m e I b u it q Eingeh-nd behandelte d-ram der Neon, r die Rechte und Pflichten der Vor Itands- und rluistchlsratsmitglirdcr, sowie dir Beilinimungrn über die Rer,"' o II Tabes zeigte er an zahlreichen Beiwiclen au- >e,i,er Präzis und au» den Beröiiemkichungen über die tsirschäst» sührung ber laudiintlichaitkichen Grnoiienickiattsbank. wie diese zwar an sich recht gute» gesetzlichen Bestimmungen in Wirklichkeit 'teile 'umpaiiflen. teil» gar nicht beachtet werden. Hier NI u ü die Tel' Qjf I t d er CM_e Nossen selb st ergänzend ei n greifen, i^ingebend aus die zurzeit in Hessen vorhairdenr Gr „vlsrnichaitskrtsc. ivarm der Redner dringend »or über eilten »mwandlungobeichlüsjen und vor einer Boge|s-tra„b Politik der Mitglieder durch Austritt. Die Ikinwandlung in G in b £1 bat einen '.[Baltentürtjufl der Spareinleger zur Folge. io da« der Geuoiicnickiau die gerade >» Zeiten einer .»nie so sei» eriorderlicken Mittel entzogen werden. Und der Austritt nimmt den Mitgliedern ,ede» Recht und Mittel, aus den ferneren Geschäftsgang irgendwie belliminend initzulvirlen. Dazu koinmt. das, mit dem Austritt die^ Hanpllicht Nicki endigt, sondern noch sortbeftebt lind zwar 2 Jahre lang, soll» in dieser Zeit der Ikon kur» über die irtexoiie» Knast erkannt wird Da der jetzt erklär,- Austritt erst um, Schlüsse des Geschäftsjahres, d. i. der III Dezember 19 , 4 . wirkt io bleibt die Haltung bi» zu», UI. Dezember lillii bestehen Zur diese drei ^atjie schaltet sich da» betressende Mitglied vollständig aus und must mit allen, einverstanden sein Iva» die in der Genossenschaft verbleibenden Mitglieder beschliesten jun, -chz„ö iMvsiehli der Redner allen Genossen, recht lebhaft von den ihnen .iuüehende» Rechte» Gebrauch zu mache», ,n die Ha-wtveriamm lang zu gehen und dort durch Ueberwachung der tseichänssübrunq de» Boriiandes und Ausfichtsrats ihre Interessen selbst zu Ivaliren. mein steiler als dies durch die betten Revisoren geschehen kann - rer Redner erntete lebhasteu Dank ber Versammlung. Kreis Schotten. ^ Wetterseid. 29. Ja». Man schreibt uns: Ei» Herr au» (Vrankfurt Tubr dieser Däne nach Wetterseid, seinem Heimat» ort, und kehrte erst kurz vor Mitternacht in gehobener Stimmung von dort zurück, llnterivegs vor der unweit von Welterjeld ge legene» Brücke stürzte da» Pserd mit Wagen und .Insassen 'in de» fehr tiefen Graben. Der Herr kam mit seiner Frau unter den u in gestürzten Wagen zu liegen. Der Fuhrmann siel in» Wasser. Mit Hilfe von Leuten ans Wetterield wurden Pserd und Fuhrmann au«, der Bach gezogen . Es ist als ein Wunder zu betrachten, datz sich nicht schon längst an dieser Stelle ein Unglück ereignet hat. Es wäre zu wünschen, dal! an dieser geiährlicheit stelle ein Geländer angebracht wird. Kreis Friedberg. 1 V i 1 b e 1, 29. Ja». Gestern »acht wurde in den Wirtschaften zum Löwen und zur Stad! Friedberg e i n g e b r 0 - eben. I» crsterer Wirtschaft, welche von Frau Will Ww. geführl wird und direkt am Rordbahnliok gelegen ist, war ein Fenster des Wirtszimmers nach der Straste zu eingedrückt. Der Einbrecher hat die vorhandenen Zigarren, etwas bare» Geld und einen Umhang im ungefähre» Werte von 200 Mk mitgenommen. In der Wirtschaft zur Stadt Friedberg, dir von Gastwirt Ohl» geführt wird, wurde der Einbrechr, nachdem er ein Fenster zur Küche eingedrückt hatte, durch Anschlägen des int Wirtszimmer sich befindlichen Hundes, gc- störl. Tie hiesige Gendarmerie, die heute eitrig nach dem Einbrecher fahndete, bat in Erfahrung gebracht, daß ein junger Mann am sraglichen Abend ans dem letzte» Zug von Frankfurt, am Nordbnhnhose ausgestiegen ist, und dann morgens mit dem ersten Zuge mit einem großen Paket beladen wieder in der Richtung nach Frankfurt zu abgefahren ist. 1> Ktrch-Göns, LR Jan. In der vergangenen Nackit wurde die Umzäunung des K i r ch h 0 s e S , der seit Jahren schon teilweise mit Gras eingesät ist. zerstört. Es bandelt sich im, einen Platz, de» der Turnverein zu seinen Uedungen lür notwendig erachtet, der ihm aber trotz seines Antrages an de» Gemeinderat vorenthalten Ivird. U»iiverjität»«riachrichten. H a n s c n -P r eis. Am I4 Mai ds. Js. kommt zum ersten Male der von E m i l E li v. H ansen gestiftete Preis bestehend in einer Summe von mindestens 2200 Mark und einer goldenen Medaille mit dem Bildnis des Stifters-) für die beste, in Dänemark oder dem Ausland publizierte Ar beit auf dem Gebiete der medizinischen Mikrobiologie zur Berteilung. Rach der „Münch. Med. Wochenschr." besteht das Preisrichtcrkollegiu»! für 1914, abgesehen von zwei Aduiini- straloreu des „Earlsberg-Laborotorium." ans den Herren E alm et te Lilie, Gafskn Berlin und Dh'eghg,h S ni > k h Bo st 0 n Zur Beiverbnng um diesen Preis be stimmte Arbeiten sind an die Bertvalkmig des „Carlsberg Laboratoriums" in Kvveuhagen zu richten. Der Privaldozent Dr, Edmund Stengel in M a, hurg ist für die durch Berufung de» Proseisors A. Brackmann nach Königsberg erledigte a. 0 . Proiestur der mittleren und neueren Geschichte in der Marburger vliiloiapliiichen Faknttät in Aussicht genommen. Dr. Stengel ist IH7Ü zu Marburg geboren und liest sich Ostern 1997 als Privaldozent in Marburg nieder — Ter Pruvatdozeut lür Piuchratrie und Neurologie, Aisisteul a» der vsiickiiatrsichen und Nerveukllnik zu Kick Tr. »red. Ferbi» naud Kehrer ivurde als Nachfolger von Proi. O. Bunike z»,n erste» Aiststeute» a» der vsifchialrischeu und Nervenkltuik der Universität F r e i b n r g i. B r berufen. — Ter Geheime Medizinalrat Prot. Tr. ined. Ernst Tie«, in an«, Ordinarius der allgemeinen Pathologie und rurtholo- giichen Anatomie an der Universität Königsberg i. Pr., be gebt am :!0 Januar seine» 8l> Geburtstag. 1903 wurde Neu- niann von seinen aintlime» Pilichte» enibuttden — In Frei bürg i. Sv. ist am 25. d. Mrs. Tr. »red. bans S ch l i in v e v t, Privaldozent lüe Geburtshilfe und Gynäkologie und Aisisteul an der Frauenklinik der dortigen Universität, im 32. Lebensj hre gestorben. Märkte. PL. Wiesbaden. V ie b h 0 !-M a rk k b c rk cht vom 28. Jan. Auftrieb: Rinder 86 I Ochsen 2!, Bullen !>, Kübe und Färsen 57f, Folder I IN, Schale 2", Schweine 39t. Poesie lür IststPib. Geschäft »ilttelmäkng Lebend- Schlacht - Ochsen. oewickst Pollsieiichige, anSqemästete. höchsten Schlacht» Dtk. Mk. n>ertes in, 'Alter von 4—7 Jahren . .. . bst—54 89-66 Jimae. flelMiiqe, nicht auSgtmäflete und ältere oiwgenrästete............49—03 Massig genährte junge und gut ge- aenährte ältere...........45—48 Bullen. Vollsteischige, ausqew , höchsten Schlgchtiv. . . 44—40 Pollsieilchige, lungere. . ........41—43 Färsen. K ü h e. Poklsieifchtge ansgemästet; Färsen höchsten Schlnchtwerles...........48 -43 Tollsteischige ousgemästele Kühe höchsten Schlarbtivertes bis z» 7 Jabre».....39—42 ? eklere ansoemästete Kühe lind Ivenig gut e»t- iviclelle jüngere Kühe . . ......44—47 Mäßig genährte Kühe und Jarsin ..... 34—38 Gering genährte Küh« uns Färfen.....29—33 Kälber. Feinste Mastkälber...........88—71) Wildere Mast- und beste Saugkälber .... Geringere Plast- und gute Saugkälber . . . Geringe Saugkälber.......... Schake. Weideinast! checke Mastläuuner und Masthammel . . . . 47,A Schweine- Pollsieischtge Schweine von 80—3GO kg Lckbend- gewi hl.........• . . . . Bollfleifchrge Schweine unter 80 kg Lebendgewicht Bollfleischige Schweine von Ivst—120 kg Lebendgewicht ..............64-66 Dollfleifchige Schweine von 120—löst kg Lebend, gewicht.............. Fettschmeme über 150 kg Lebendgewicht 87—95 80-86 76—80 68-75 85-94 70-76 77-84 63—69 58-62 68—70 113-117 09—62 98 - 103 52—56 87-94 48-52 81—88 9-00.00 96—00 68-70 53-54 68—69 64-66 68-70 6J 7,-64 66-69 49' ,-52 62—65 fr Frankfurt a. fvt. P , e h h 0 fm« rkt b e ri cht vom 29.Jan Austrieb: Rinder 104, Ochsen 34, Bullen 2, Kühe und Färsen 68, Kälber 830, Schale 136, Schweine 1519, Ziegen 0, Tendenz: Rinder, Kälber, Schale und Schweine laimjam. bei Schweinen Ueberstand, Preis für 100 Ad. _ Levens- Schlachtgewicht, Kälber. 3>Ik. Mk Feinde Masikätber ..... . . . 66-70 110-11 Mittlere Matt- und beste Saugkälber. . . . 58 - 63 98-1«»- 6)ermqere Mast- und gute Saitgkälbe: . . . 54 —57 92-97 iLeringere Saugkälber....... 95-9) Sch aie. Staslinastschche: Mastlämmer und fnngere Masthamme! . . . 43-45 94 +-98 cf) to e i n e. Aollfleischige Schweine oonSO-lOOWg Lebendgewicht........52,09—55.00 65.00—68 Pollsieilchige Schweine linier 80 kg Lei>endge,vlckit........ Voll fleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht........ Boüsieischige Schweine von I 20 —150k,- Ledendge,nicht........ Limburg a. b. Lahn, 28. Ja». F r 1 , cht ma tft. Ducch* idimttSovet» rro ffllattcr. Roter Weizen 15,70 Mt. weisiee Weizen (angebame Fremdiortenl 15,20 - ck, Korn 11,50 Mt, Gerste tFntier) 9,00 M:„ Braugerste 10,60 Mk.. öaiec 7,75—0,0. Wt. Erbsen 0,00 Mk^ Kartosseln 2,1 >—0,00 Mk, Butter dg» Psund Mk, 1,10—0,00, Eier das Stück Ist Psg. 52.09-64,00 65.00—6799 52.00-55.00 65.00-68 » 52,09 —56.09 65,09— 68,0' Airchlichc Zladiriditcit. Svangelische Semcinkic. Tguuerstga, den 29. Januar, gbe>ws 8 Uhr, im Markus saal B i b c l ft u n d e. < ttnv. 3.) 1’farra* 2 ch w n b e. Jrraeiikijche Nciiaiousgenieinde. EeUerdienjt in 5er Llfuagsge (Süd-Aulage), S a n>; t a g, den 31. Januar 1 9 l i: S erab eitb: 5.00 Uhr, S)1 ora ens: 9.00 Uhr Nachmittags 3.30 Uhr. Schristertläi ung. Sabbatausqang: 0.05 Uhr. Jrraelktischc Keliqionrgesellschast. Gottesöicnft. CoMatteiet am 3 1 . Januar 19 14 obei^d 4.50 U(ir. Gamotaq vor»uttaq 8.!;9 Ulic. 6am4tm nachinitta^ Z. i) N ^ 2 . Sabbat-')lußqanq 6.0» Utir« Woctrenaottesvienst: Morgens 7.60, nbe ^dZ 7.30. Viele Millionen Dorsche werden alljährlich au der norwrchscl-en Küste gesaiMN, die besten bei den Lofoten-Inseln. diur der allersclnste Losotea-Lebertran wirdzn Scotts Einutsioil Kootts ErnulZion 'verwendet und dem Scottschen Versah» ren unterzogen, ans welchem der Erfolg des Pravarate-L beruht. Scotts tznrut- sion schmeckt angenehm, Geruch und Geschmack des Tranes find völlig gedeckt. 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M Der Poranschlag der Gemeinde Grüningen für 1914 Rj. liegt vom 28. d. Mts. on eilte Woche lang auf dem Bürgcrmeistereibureau zur Einsicht der Beteiligten osten. Einwendungen gegen den Voranschlag können dort schriftlich oder z» Protokoll des Unterzeichneten vorgebrachi werden. Zn den vorgesehenen Umlagen werden auch die Ansniarker heranaezoge». * Grüningcn, den 27. Januar 1914. Großh. Bürgermeisterei Grüningen. B i n g c l._ 1441 Jagd-Verpachtung. Dienstag, den I». Februar l I., nachm. ki Uhr, soll die Jagd der Gemeinde Klein-Eichen in der Wirtschaft Krieger ans weitere sechs Jahre verpachtet werden. Ter Jagdbezirk ist 1 Kilometer von der Bahnstation Weickartshain und Stockhause» entfernt. 1442 Klein-Eichen, de» 28. Januar 1914. Großherzogliche Bürgermeisterei Klein-Eiche». Hoffman n. Jagdverpachtnng. Tie der Gemeinde Avendorf a. Lumda zu- stehende Wald- und Feldjagd — 582 ha Wald und 839 ha Feld »sw. wird in zwei Abteilungen Donnerstag, den 5. Febr. l. Fs., vorm. 10’/« Uhr aus hiesiger Bürgermeisterei auf 9 Jahre verpachtet. Allendors a. Lumda ist Bahnstation der Nebenbahn Gicßcn-Lollar-Grünbcrg. Allendors a. d. Lumda, deii 27. Januar 1914. Großh. Bürgermeisterei Allendors a. d. Lumda. Rein. 1380 Jagd-Verpachtung. Donnerstag, den 5. Februar l. I., nachmittags 2 Nhr, soll aus hiesigem Gemeindehaus ' die der Gemeinde Allertshausen zustehende Wald- nnd Feldjagd aus weitere ll Jahre verpachtet werden. Allertshausen, den 27. Januar 1914. Großh. Bürgermeisterei Allertshausen. Hillgärtner. 1411 Lieserlllll, voll HeiMMaterilllitn. Die Lieferung der Heizungs-Materialien für die Universität Marburg und ihre Institute cinschl. der Neubaureu und deren Bureaus für das Etatsjahr 1. Avril 1914/15, etwa 15600 Ztr. Nutzkohlen. 1000 Ztr. Anthrazitkohlen von verschiedener •'öcrTuitfr, z. B westfälische, belgische, holländische, englische. 19000 Ztr. Zechenkoks tKlein- kokSj, 3600 Zn. Gaskots. 900 Ztr. Briketts und 205 Rin. Tannen Scheitholz. soll vergeben werden. Angebote sind dis zum IO. Februar bei der Unterzeichneten Kaste einzureichen. Bei letzterer können die näheren Bedingungen cingesehen »verden. die übrigens gegen Zahlung von 85 Psg. abschriftlich mitgetcilt werden. Marburg, de», 20. Januar 1914. _ Königliche UniversitätSkasse. _ 141< D Hülzversleineritnge«! in der Freiherrliche» Obersörsterei Rabenau. 1. Mittwoch, r>cn 4. Februar, „ach Zusammenkunft urn IO Uhr vormtttags auf der Kreisstraste Allertshausen —Beuern, am KrebSkovs aus den Distrikten Eichwald, Krebökops. Burghaiu. Neugeheeg u. Antrest'erkovs: Derb stangen: 33 Fichte — 6,11 Fstm.. Scheiter, ÜKm.: 215 Biwie, 4 Eiche, 5 Fichte; Knüvvel, Rm.: 105 Buche, 33 Eiche. 14 Kiefer. :16 Fichte, 6 Erle, 2 Awe; Reiser, Rin.: r«O Buche lhieroou 514 Stammrciser), 338 Eiche, B Erle; Knüpvcl reiicr: 86 Eiche, IO Kiefer, 58 Fichte. 18 Lärche; Stöcke, Rm.: 118 Buche, 17 Eiche, 7 Kiefer. 77 Fichte. Das in Eichwnld 1l und Ncugehceg sitzende Holz wird nicht vorgezeigt. Nähere Auskunft erteilt Freihcrrlicher Forstwart Leyerer, Climbach 2. Dicnettaa. den 19. Februar, nach Zusammenkunft um IO Uhr vormittags au der Kreisstrahe Rüddingshausen —Wcitershain, Waldeingang zum Eibsckeuvail,. aus Distrikt Eibichenbain: Scheiter, Rm.: 42 Buche, Knüvvcl, Rm.: 220 Buche. 90 flicfer, 26 Fichte; Reiicr. Rm.: 290 Buche. 16 Eiche, 27 Nadelholz tansgekniivvelt»: Stöcke, Rm.: 21 Buche. 42 Kiefer. 17 Fichte. "Näheres durch Forstwart Lenerer, Odenhausön. _ 1413?. Holz-Submission. Aus den Waldungen der Gemeinde Ober- Bcjffngen soll nachverzcichneles Holz aus dem Wege schriftlichen Angebots verkauft werden. Eichcn-Ttämme: 2 Stück 4. Klasse mit 0,77 Festmetcr 19 „ 5. „ .. 7,93 199 , 6. „ „ 47,59 Kiesern-Stämme: 1 Stück 3. Klasse mit 0,32 Festmetcr 56 .. 5. „ „ 10,99 Fichten-Ttämme : 4 Stück 3. Klasse mit 3,70 Festmetcr 15 „ 4 „ „ 8,96 28 „ 5. „ a. „ 11,79 „ 86 5. „ h. „ 19,36 210 „ Fichte-Derbstangen mit 9,94 Festmcter 80 „ Fichte-Ncisslangcn „ I,9O „ 101 Rm. Fichtc-Nutzreisig „ 20,2 „ Angebote sind nach Sortiment getrennt, bis zum 6. Februar, morgens 11 Uhr, bei Unterzeichneter Bürgermeisterei abzugcben, wo alsdann Eröffnung erfolgt. Ober-Bessingen, am 28. Januar 1914. Großh. Bürgermeisterei Ober-Bessingen. Kühn. 1412 Holzversteigerung in de« Waldungen der Gemeinde Wieseck. Tamsiag. den UI. ds. Mts„ voruiittaas II» Ubr beginnend, sotten in den Disirillen Klause, Rebccke, Essig- vsnd und Tcuielsvsütze nachverzeichncte Hotzsoriimcnic versteigert meiden. 2 Eichenftämme 3. Kl. 40—49 Elm. Drchni. — 1,32 Fftni. 5 „ 4. „ 30-1)9 „ 9 „ 5. „ 25—29 „ S „ 0. „ »NI. 25 „ 3 Buchenstiinime 3. Kl. 40—49 „ I Etsbeer-Siamin 4. Kl. 30—39 „ 211 Fichlc-Derbslangen mit 252,2 Raummeter Buche» 10,8 2.94 = 2,92 - 2 - = 4.95 -- 0,27 15 & _ Scheitholz Eichcn-Scheiiholz Kiefern Scheitholz >i ,, Fichten-Scheilhotz 59 „ Buchen-Knüvvetbolz 3 ,, Eichen-Knüvveibotz 5 ,, Kiescrn-Knüvvelboiz 40 „ Fichten Knüppelholz 3200 Welle» Buchenreisig 90 „ Eichenrcisin 200 „ Kicscrnreisig 29 Raummeter Buchenstockholz 1 !• Eichenstockbolz 4 „ Kieternstockoolz 12 „ Fschlenilockhol; Die Zusammenkunst ist aus der Kreuzung der Pera- sahrt und Sen,pelsch,reise in, Distrikt Rchcckc, Wicseck, an, 28, Januar I9l4, Der Bürgermeister. S ch o in b c r. 13756 Submission. Montag, den 2. Februar 1914, mittags um 1 Uhr, soll auf hiesiger Bürgermeisterei der Gcmeindcbuüe der Gemeinde Rödgen aus Lebendgewicht verkauft werden. Rödgen, den 29. Januar 1914. Großh. Bürgermeisterei Rödgen. Stein. 1408 Das Ecke der Bahnhof- und Schulstraße gelegene reichseigene Posigrundstück in Fricdberg (Hessens Flur II Nr. 348- ,,,, Flächeninhalt 714 qm, Schätzungswert 94000 Mk., soll am Samstag, den 14. Februar d. I., 11 Nhr vormittags, im Amtszimmer des Unterzeichneten öffentlich versteigert werden. Das Grundstück ist mit einem zweigeschossigen Hauptgebäude und einem eingeschossigen Nebengebäude in einer Gesamtfläche von etwa 490 qm bebaut. Das Hauptgebäude umfaßt außer den Keller- und II Dachgeschoßräumen im ersten und zweiten Geschosse zusammen 19, meist größere RLuniiichkeilen, Die Versteigerungs-Bedingungen iönnen auf dem Amtszimmer des Unterzeichneten, sowie des Kaiserlichen Postamts in Friedberg während der Geschästsstunden cingesehen werden und werden außerdem beim Beginn der Versteigerung verlesen werden. Fricdberg, den 12. Januar 1914. Der Großhcrzogliche Notar: Jäckel, Geh. Justizrat. 780D m ge 43) Schöne 2-Zimmcrw. Tchiffenb.Weg sosz» vcri». 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