Nr. 2 \ Der «letzener Anzeiger erschein! täglich, nutzer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich «tehenerjamllieadläner; zwennal wöchentl.Attir- dlaNISrdenlireliSittzen :L?ienstag und Freitag); zweimal monatl. landwirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech - Anschlüße: >»r die Redaktion 112, vertag u. Expedition öl Adresse tür Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme van Anzeigen liir die Tagesnummer dis vormittags g Uhr. Erster Blatt Jahrgang Donnerstag, 29. Januar 1914 kzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck nnd Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Strindruckerri 8. Lange. ® c •, n enel- jährlich Alk. 2.28: durch Adhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pb: durch dicPost Mk.2.—viertel« jährl. ausschl. Beitellg. Zeilenprcis: lokal löPh, mlsivärrs 2V Plenniq. lschesredakteur: A 8oetz. Verantwortlich sür den polit. Teil: Aug. Soetz; sür .Feuilleton', .Ver- utischtes'uud.Gerichts- saal": Karl Nenratb; sür .Stadt und Land": „ . ^ _ .... . - . . ... . _ Kurt Beudt; für de» Redaltion, LrpediNon und Druckerei: Schulstrahe 7. Anzeigenteil: H. Beck, Die heutige Nummer umfaht 10 Seiten. Tagcskalender aus dem Jahre 1814. 29. Januar: Preußen und Russen untcr Blücher und Gneiscnau haben ein blutiges Gcsccht bei Bricuuc gegen Napoleon zu bestehen. Blücher entgeht mit Mühe der Gefangennahme durch die Franzosen. wiederum Revolution aus Haiti... Auf Haiti, der Insel der ewigen Revolution, lodert wieder der Aufstand der schwarzen Gentlenien. Deutsche Interessen sind gefährdet und zu ihre», Schutze deutsche Truppen gelandet Seit der im August 1912 crsolglcn Pulvcrerplostoii des „Nativnalpalastes" von Porl-au Princ-, ivobei der Präsident Lecontc mit 200 Offizieren und Soldaten ein Leben einbüßtc, hak man nichts besonders Schlim mes von der Negerrepublik gehört. Man weiß nur, daß Haiti sein internationales Schnldkonto noch immer nicht beglichen hat und daß ein Schiedsgericht über die Ansprüche entscheidet, die von deutsct)en Reichsangehörigen gegen die Republik erhoben werden. Es ist ein Tribunal von drei Richtern. Deutschland und Haiti hat je einen Beisitzer, der König von Belgien den Obmann und Vorsitzenden bestimmt. Ter deutsche Schiedsrichter ist bekanntlich der Hamburger Rechtsanwalt und fortschrittliche Reichstagsabgeordnete Tr. iur. Andreas Bl u n cf Unsere jetzige Militärattion aus .Haiti ist um so schwieriger und verantwortungsvoller, weil sie von einer wenig ivoblivollenden Auslandspressc angesichts der Schieds- .gerichtseinfetzung leicht übel gedeutet iverdcn kann. Aber !wir haben gar keinen Grund, uns dadurch von der Bc- jschützung der deutschenJntercssen durch ein Landnngskorps nbhallen zu lassen. Die „Vineta", die jetzt 80 Mann und .zwei Maschinengewehre gelandet hat, war bereits zur Heimreise bestimmt. Sollte nun eine Verstärkung der deutschen Macht in den Gewässern von Haiti erforderlich iverdcn, so ivird voraussichtlich aus den Kreuzer „Bremen" zurück gegriffen, der an der nrexikanischcn Küste liegt und sür den der Ersatzkreuzer in der „Drcsdc n" bereits vor Berakruz eingetrofsen ist. Es ist ja nicht das erste Mal, daß die „Bremen" nach .Haiti muß. Ihre letzte Entsendung geschah 1911, als sie gerade zu Dermessunäszwecken in der Hudsonbay weilte und die deutsche Gesandtschaft in Haiti aus Anlaß der bei der Eroberung des Kap Hailien vörgekommencn Plünderungen ben Ng,ruf »n das Berliner Auswärtige Amt ergehen ließ. Jni März 1908 war die „Bremen" ebenfalls nach -Portc-au Prince beordert worden, um die haitianische Regierung von feindseligen Schritten gegen die Ausländer abzuhalten. Der Kreuzer mußte damals eine Anzahl deut- slck.-r Unterlancn, die sich in die deutsche Gesandtschaft geflüchtet hatte», au Bord nehmen Und geht man weiter zurück, so war schon im Sommer 1901 die Entsendung des Kreuzers „Bincta" unter Kominvdorc Schcder (heute b. fehligl Kapitän zur Sec Adelung) nach den Küstcnplätzcn von Haiti nötig, um die den Weißen durch Neger drohenden Gewalttätigkeiten zu verhindern: im selben Jahre noch machten haitianische Soldaten sich 'Ausschreitungen gegen den deutschen und französischen Gesandten schuldig, derent- wegen der Präsident in feierlicher Audienz um Entschuldigung bitten inußte. Um diese Erinnerung, die wir das völkerrechtliche Schuldkonto Haitis nennen möchten, vollzählig zu machen: Im September 1902 beschlagnahmte der Kreuzer „Erete a Pierrot" der haitianischen Rcvolutions- vartei gegen alles internationale Recht den deutschen Hapag- Tamxscr „Markomcmnia" in der Nähe von Kap Haitien. Da mal» wurde das Kanonenboot „Panther" der spätere Agadir-Panther! > untcr Korvettenkapitän Eckerniann nach Haiti geschickt. Es überraschte das Sceräubcrschisf im Hasen von Gonaives und verlangte sofortige Ucbergabc. Tie Besatzung verließ das Schiss,aber der anfständischeAdmiral K il - lick blieb mit einigen Mann an Bord, und als der „Panther" seine Prise ins Schlepp nehmen tvolltc, sprengte der schwarze Admiral die Pulverkammer am Heck seines Schisses in die Lust: da dies ein „feindlicher Akt" war, ließ Kapitän Eckerniann den Rebellen-Krcuzer durch einige wohlgeziclte Granatschüssc vernichten. „Brav gemacht, Panther!" telegraphierte damals der Kaiser an den Kommandanten. Wir könnten so die Geschichte unserer haitianischen „Beziehungen" bis zum Jahre 1872 zurückverfolgc». Solange cs ein Deutsches Reich gibt, szgitc es Scherereien mit der unruhige» Negerrepublik, und cs ivärc nachgerade an der Zeit, endlich einmal das Problem Haiti zu löse», um die pein lieben Aktionen, die doch immer auch die Gefahr inlernaliv nalcr Reibungen beraufbeschwöreii, ein sür alle Male unmöglich zu machen. Die Bereinigten Staaten von Nordamerika, die tvie auf Kuba so auch auf Haiti wegen ihrer wirtschaftlichen Interesse» den größten Anspruch aus durchgreifendes Handeln hätte», wollen von einer Besitznahme der Insel wegen der Neger und Mischlingsbevölkerung nichts wissen. Eine Frage aber, die gerade jetzt zu erörtern tväre, ist die amerikanische S ch u tz h e r r s ch a f l über Haiti, wie sie bic_Union schon über Kuba und die Philippinen ausübt. Der Ltckwcrpunkt der amerikanischen Politik ist nun mal ! im Golf von Mexiko und im karibischen Meere zu suchen. ! nicht nur sür den Fall eines japanisch-amerikanischen Krieges, sondern auch wegen der Ausdehnung der nordamcri- ! kanische» Jnteressen-Sphäre über Mittel-Amerika und wc- I gen des P a n a m a k a n a l s! Die Union ist es den anderen Mächten schuldig, hier endlich Ordnung zu schasse». Das Deutsche Reich, dem das immer wieder notwendig werdende Eingreifen auf Haiti durchaus kein besonderes Vergnügen macht, wäre für solche „Sanierung" vor Eröffnung des Kanals nur dankbar! Pvrt-au- Prince, 28. Jan. Bewaffnete Abteilungen amerikanischer Matrosen benoachen die anierikanischc Ge- sandtschast, das Telcgrapbcnamt und das französische Krankenhaus. Deutsche Ai a t r o i c n sind vor den übrigen Gesandt- s ch a s t c II n II d v o r d c n d e u i sch » n utz eschnftr II aut Posten gezogen. Gestern hörte man in allen Stadtteilen sortgesetzt Ge- Iveheteiicr. Des nachts wurden verschiedentlich Raubvcrsnche unicr- »omnicn, die jedoch unterdrück- werden konnten. Washington, 28. Jan. Das Linicnschiss „South Carolina" erhielt Befehl. Guantanamo zu verlassen und sich unter Volldampf nach Port au Prince zu begeben, um Leben und Eigentum der Ausländer zu schützen. Das Schiss mutz heute abend vor Haiti eintresfen. Hessens 5'aatss^uld, Tilgung und verzi"sung. Die gesamte Staatsschuld des Großherzogtums beläuft sich iin Staatsbudget sür 1914 aus 448 Millionen 296 709 Mk. Die Staatsschuld setzt sich bekanntlich aus zwei großen Gruppen zusammen, der Eisenbahnschuld und der Schuld für andere staatliche Zwecke. Die Eisenbahnschuld besteht in erster Linie in der für die Erwerbung der hessischen Lndwiasbahn ausgenommenen Schuld von 196 322 700 Mk., von welcher Summe 179 216 100 Mk. zu 3 Prozent und 17 106 600 Mk. zu 4 Prozent zu verzinsen sind. Für sonstige Eisenbahnzwecke wurde eine Schuld im Betrage von bayerischen 5t. Moritz. Kg. Garmisck>, im Januar. Bor zehn Jahre», als man den Schnee noch für den Feind hex Menschheit hielt und sich vor ihne in die warmen Zimmer zu- lückzog. lagen die als Sommerfrischen brzeichneten iüdbqprischen Städtchen wie Tegernsee, Schliersee, Tölz, Garmisch-Partenlirchcn ein halbes Jahr hindurch — denn io lange dauert hier der Winter — in einer Verlassenheit, die kein Tourist störte. Tie Hotels tvaren geschlossen, die Billen verbarrikadiert, die Einwohnerzahl verminderte sich um die Hälfte oder um noch mehr.. Die Züge aus der Stadt brachte» »ur die Post und ein paar Gc- schäktsrciscndc, — das war die ganze Verbindung mit der Außen- welt. Wer dagegen heute von München ans einen )chöncn Wintcr- sonntag zu einem Ausflug ins Gcbirg benutzen will, kann einen untcr zehn oder zivöls Sportzügen benutzen, die ausschließlich sür de» Touristenverkehr ab gelassen tverd,m. am Münchener Haupt - bahnhok abrolic» und erst mitten im itzebirg wieder Hallen. Tan sende von Menschen eilen da dem Bahnhof zu, und die große Halle ist überfüllt von vermummten Gestalten, die ihre Skier schultern. Kaum zwcr Stunden Fahrt — und man schnallt die Bretter an. macht einen Ausstieg aus die Fürstalm, die Bodenschncid, au) die Rotwand oder de» Jägcrkamp, ist vor der Dunkelheit nach mehr oder weniger schneller Abiahrr wieder unten im Tal und abends zu Hause in München, wo man, wenn es die ausgestandciien Strapaze» erlauben, sich noch karnevalistisch betätigen kann. Tie Wintersportsleute sind gekommen und haben den Frieden der Ivinterlichcn Hochtäler und Gebirgsdärser gestört, aber auch Geld in Hülle und Fülle hineingebracht. So sind sic denn höchst tvillkomnicne Friedensstörer. Ganze Industrien sind sür sic enr standen, Wiiitcrsportslädc», Reparaturwerkstätten, Ski und Rodcl- »crleihgeschästc. Die Äoicls schließen im Winter nicht mehr, im Gegenteil: sic erleben eine zweite Hochsaison. Aber kein Ort hat durch den Wintersport einen größeren Aufschwung genommen als Garmisch-Partenkirchen. Aus dem alt- bahcrischcn Toppelstädtchen mit seinen buntbemalten Häusern und den dazwischen verstreuten Bauerngchösten ist eine „Kurstadt" ge Ivordcn, die Lolalpalrioten ohne besondere Uebcrireibung das bancrischc St. Moritz nennen. Tie Hotels haben iich liier in den letzten fünf Jahren mindestens verfünffacht. mitten in Garmisch ist ein Kurhaus entstanden, eine Kurkapcllc hat sich gebildet und »ach größeren Mustern wird sogar eine Kurtaxe erhoben. Cafe- Konzerte und Lichtspieltheater haben sich aufgktan. aus den Straßen wandelt in unerhörter Wintcrelcganz ein Publikum, das sonst die Tanentzienstraßc passiert, und kaust Berliner Zeitungen. Dieses Publikum vermag den richtigen Skwrtsmcnschen in Entzücken zu versetzen. An ihm kann er studieren, wie man fürs Gebirg nicht gekleidet sein darf. Diese) Kostümierung (grelle Farben lrinmphiercn!) besteht ans Tichcrhcitsmaßregcln gegen Frost, Wind, Glätte, gegen all jene Unbilden, die diese Herrschaften nicht erleben, weil sic hübsch int Tal bleiben. Will man ihnen cntilichen, so genügen 100 Meter Steigung. Das wird nicht mehr der Fall sein, sobald die gevlanten Bergbahnen gebaut sind, die Bahn auss Kreuzcck gegenüber der Alpspitz, und die Zugspitzbahn selbst. Tann wird es lediglich eine Angelegenheit des Geldbeutels sein, den „Lunch" oben in der Eisrcgion zu nehmen und am selben Abend die „Reunion" in Garmi.ch mitzumachcn. Bis dahin wird Garmisch-Partenkirchen eine noch stolzere Entwicklung genommen haben. Tie neuen Eisenbahnlinien nach Innsbruck und Neusse (ins Allgäu) werden inzwischen vervollkommnet und ausgebaut sein und den Toppelort nicht nur zu einer Wintersportsstalion, sondern auch zu einem Verkehrsknotenpunkt ersten Ranges gemackrt hoben. Taim wird cs hier vielleicht ganz so international zugehcn, wie in St. Moritz, — doch die richtigen Sportslcute werden dann längst andere Regionen ausgesucht haben. — Eine komische Oper Sepp Roseggers. Ans Graz wird berichtet: Mit seiner komischen Oper „Lilumlci" hat Tr. Scvv Rosegger, Arzt in Langenwang und ein Sohn Peter Roseggers, einen musikalischen Schwank geschaffen. der im hiesigen Opernhaus mit recht freundlichem Erfolg iw Szene ging. Nach der schweren Romantik seines „Schwarzen Doktors" bedeutcl „Litumlci" einen gewissen Fortschritt, namentlich in technischer feinsicht. Ter Stoff ist in den Grundzügcn au» Kellers Novelle „Ter Schmied seines Glücks" geholt, aber ziemlich frei umge- staltet. Tie Musik schlägt öfters einen volkstümlichen Ton on und hat hübsche melodische Einsällc. Das Publikum nahm die lustigen Szenen mit Beifall au) und ries lebhaft nach der sympathischen Persönlichkeit Roseggers, der mit den Darstellern wiederholt vor dem Vorhang erschien. Der Aufführung wohnte auch Peter Rosegger mit seiner ganzen Familie bei. — I n der englischen Telegraphen Verwaltung niieitct man zurzeit an der Herstellung eines Apparates, der imstande sein soll, sechsTclegrammez» gleicher Zeitau) einem Draht zu befördern. Nach der „Umschau" hau delt cs sich dabei um eine Vervollkommnung des Baudotichcn Duplex-Systems, dos seit 40 Jahren in England in Gebrauch ist für den Tclegrammvcrichr nach deni Ausland, während man sich im Jnlandc des Whcatstvneschen automaiisckym Telegraphen- systcms bedient. Das Prinzip der vielsach.-n Telegraphie ist, daß verschiedene Telegraphisten jeweils au) den Bruchteil einer Sc künde den in Rotierung stehenden Apparat benutzen, wobei jeder 1 162915800 Mk. gemacht, wovon 26508700 MI. zu 8 Prozent. 92 818 700 Ml. zu 8' Prozent und 48 598 400 Mk. z» 4 Prozent angelegt worden sind, in Summa also 859 228 500 Mk. Eiscnbahn- schulden. Für andere Bcdürsniisc des Staates wnrdcn zunächst 79 621 809 Mt. Schulden gemacht, von denen 35'.5 Millionen zu 8 Prozent, nahezu 16 Millionen zu 3' - Prozent und 28' , Millionen z» 4 Prozent begeben wurden. Zu dieser Summe kommen noch weitere 3041 700 Mk. als Restkausschilling für den Erwerb der Jsenburgischcn Besitzungen im Kreise Olkenbach. die zu 3' Prozent verzinslich sind, und die sür die Landcskredilkassc übernommene Schuld von 12 699 200 Mk , insgesamt sonach eine Staatsschuld von 454 601209 Mk. Aus diese epchuld sind aber die sür die Jahre 191 l und 1912 vorgenommcncn Tilgungen aus 3180 800 Mt., scrncr die für 1913 vorgesehene Tilgung von 1 410 600 Mk. und die sür 1914 bestiminte Tilgung mit 1713100 MI . in Summa 6 304.500 Mk , in Abrechnung zu bringen, so daß sich »ach der Feststellung des Finanzousschnsics sür das Etatsjabr >914 eine G c s a NI t st a a t s s ch u l d von 4 48 296 7 09 Marl ergibt. Für das Etalsjahr 1914 sind an Zinsen crsorderlich: Für die Eisenbahnschuld von 359 238 500 Mk. - II 848 223 Mk., für die anderen Zwecken dienende Schuld von 79 621 809 Warf — 2 665 914 Mark, sür die Schuld der Jscnburgschen Besitzungen 104 832 Mk., sür die Landeslreditkaiscnschuld 104 832 MI., in Summa 15063 441 Mk. Bon dieser Summe sind aber abzurcchnen die Zinsen von deni aus de» Jahren 1911 und 1912 verfügbaren und für 1913 »och zu tilgenden Betrag 105 920 Mt. und 46 972 Mart, zusammen 152 892 Mk. ,sodaß der Gcsamtbcdars an Zinsen sür 1914 14910 549 Mk. beträgt. Die T i l g u n g d e r S t n g t s > ch u l d erfolgt bekanntlich nach dem Gesetz vom 17. Juli 1912, das am l. April 1913 in Kraft getreten ist. Darnach wird die gesamte bis dahin begebene und weiterhin noch zu begebende Eisenbahnichuld mit >/, Prozent des Nennbetrages dieser schuld und die gesamte übrige Staatsschulk mit * , des Nennbetrages getilgt, während sür die vom l. April 1918 ab für andere als Eisenbahnzwccke auszunehincndc Staatsschuld mindestens l Prozent der für tverbendc Zwecke ausgcwcndetcn und mindestens 2 Prozent der im übrige» an) Anleihe zu »ebmendeu Beträge zu tilgen sind. Tie Tilgungsbeträge betragen deinnach zu Beginn 1914 sür die Eisenbabnschuld von 359 Millionru 0 •. Prozent) 1 197 462 Mark unv für die sonstige Schuld von rund 65 Millionen labzüglich der Schuld sür die Landesbypothekew- bank usw.) 526011 Mark, in Summa 1 723 473 Mark. Hiervon gehen aber nach den geietzlichcn Bestimmungen noch verschiedene Beträge wieder ab, so daß sich der Gesamtbetrag der Tilgung sür 19I4^au) 1354 100 Mark stellt. Dazu kommen noch für Tilgung der Sckmld sür die; Jscnburgischen Besitzungen 187 700 Mark, io daß sich der Geianu betrag brr Schuldentilgung für das Groß- hcrzogtnm mii 1541 800 Mark beläuft. Deutscher Reich. Im Haushaltsausschuß des Reichstags brachte Abg. Dr. W einet eine Entschließung zu gunstcn der Unterbcainlen bei der Rcichspost, die aus dem Tcle- gravhenarbciterverhnllnis bervorgcgange» sind (Anrechnung der Arbeiterdienstjahre) ein. Tic Enlschließung wurde einstimmig angenommeil. Zwei n c ii c kleine Anfragen sind im Reichstage gestellt worden. Ter Abg. Tr. Trendel (Ztr.) fragt an: In weiten Kreisen der Bevölkerung und der Ltcuerbe- hörden herrscht trotz der Erklärung des Herrn Rcichsschatz- sekrctärs vom 10. Januar ds. Js. noch Unklarheit darüber, ob das nach dem Wehrbcitragsgesctze nach dem Stande vom 81. Dezember 1913 sestgcstclltc Vermögen, mag cs nach dem Ertragswert oder nach dem gemeinen Wert (Berkaufswert) fcstgestellt sei», unverändert gemäß 88 19 und 20 des Bc- sitzsteucrgesetzes bei Fcststelluiig des Vermügcnszuwachscs im Jahre 1917 zu Grunde zu legen ist oder ob im Jahre 1917 Beamte in einer Minute nngejähr 30 Worte abscnden oder aus- nchmcn kann. — Das Schicksal des neuen Kobinur. Ter „g.-lbe Kohinur", der neue Riesendininanc von 178' .■ Karat Gewicht, der im vergangenen Oktober im trockenen Bert des Baal-Flusses in der Kap-Kolonie von H. Bowker gesunden wurde, Ivird jetzt in l'Iinslcrdam geschnitten werden. Der Besitzer, der mit seinen! Schatz nach London kam. muß sich zu diesem riskanten Versahren entschließen, da cs ihm nicht gelungen ist, den Stein in ungc- schlisfcnem Zustande zu verkauscn. Bowler hat in den letzten leiden Monate» alles versucht, UNI sein Kleinod an den Mann zu lringcn. Er ist von einem großen Jnwclendändlcr zum andern gegangen, hat die Diamanten den Großbanken angebotcn, aber überall cnipsängt er stets dieselbe Antwort: „Wir könne» ihn nicht lausen. Wil wissen ja noch gar nicht, was aus ihm wird. Gewiß ist der Diamant in ungcichlisfencm Zustand von ungewöhnlicher Größe: aber wer sann sage», wie groß er sein wird, wenn er die Operation des Schleijcns dnrchgemacht hat. vor alleni, wer kann wissen, was sür eine Farbe er dann hat." Timnanten sind sehr cmpckndlich, und das Schleijen ist bei ihnen immer ein gefährliches Verfahren, ans dem sic sehr verändert hervorgehcn lönnen. Ter „gelbe Kohinur" — ■ wie inan den Stein bereits geinun hat — wird nunmehr in Amsterdam out das sorgfältigste geichliitcn werden, und dieser Prozeß wird mch- lerc Monate in Ansmuch nehmen. Der Tiamam soll ein einziger großer Stein l leiben, und man hofst, daß ec seine eigen- artige, I ernsteingelbc Färbung behalte» an» zu einem noch viel höheren Glanze ennvrckeln wird. Geht alles gut, dann hat das einzigartige Juwel seinen sicheren und zwar einen ungeheure» Marktwert. — Ein Gesamtverzeichnis der deutschen Zcit- schrillen. Das vom Anskunftsburean der Deutschen Bchliatlyck bearbeitete Gesamt-Zeitschristcnverzeickmis soll demnächst in Druck gehen. Es Ivird rund 16 000 Titel au) 280 Seiten enthalten und Ansang Mai encheinen. Darunter dürfte an ivisscnschaitlich wichtigen deutsche» Zeitschristcn kaum eine einzige fehle», während die ausländische Zeinchristcn-Litcratnr in einer Fülle und Man- nigsalligkeit vertreten ist, wie sie kein anderes der bisher ver- öfsentlichten Verzeichnisse auiwciscn kann. Ta die Herstellung des Manuilriples unerwartet große Aufwendungen ve-uriacht hat, und dem Auskunstsverein weitere Mittel nicht zur Verfügung stebcir lwt die Kgl. Bibliothek die Kosten der Drucklegung und den Vertrieb aus ihre Gcsahr übernommen. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wisscn- i ch a > t. Ter Gesährle Scotts au) dessen Südpolexpedition. Evans, hielt in der Sorbonne einen Vortrag über diese Ex- redition. Präsident Poincare überreichte Evans das Osjizier- kreuz der Ehrenlegion. die ®vuii5beiusct uuu neuem eine nachträgliche Bewertung rbier Grundstücke nach dem Ertragswert oder Berkausswert rüriioirkeiid aus das Jahr 191-1 beantragen können- Eine bestimmte Auskunst über die Ansicht der Reichsleitung würde im Volke beruhlgend wirken und eine Unzahl von Berusungen hinlanhalten. Ist der Herr Reichskanzler bereit, hierüber Auskunft zu erteilen? — In einer weiteren Ansrage erfnn digt sich der Abg. Li Hart Ztr.i ob beabsichtigt sei, das 99- Infanterieregiment wieder nach Zaber» zu verlegen oder ob ein anderes Regiment nach Zabern in Garnison kommen soll. Die Borg äuge in Zaber» haben angesichts des bevorstehenden K ö l n e r K a r n e v a 1 s zu einem Meinungsaustausch zwischen Militär und den Veranstaltern der Fest lichkeiten geführt- lieber den Verlauf einer Sitzung der gro ßen Larnevalsgesellschaft in Köln berichtet der dortige Stadk- anzeiger: Präsident Prior benutzte die Begrüßung der Ehrengäste vom Militär, Angriffe der Frankfurter Zeitung auf d e n & i 1 n e r Karneval zurückzuweisen, in denen behauptet war, der Gouverneur von Köln habe von dem Karnevalspräsidenten verlangt, die Zaberner Vorgänge nicht zu berühren, andernfalls müsse er den Offizieren dkn Besuch der Sitzungen verbieten. Wie Prior versicherte,, ist an dieser Behauptung kein wahres Wort. Allerdings besähen die Leiter jener Sitzungen sv viel Taktgefühl, daß sie die militärischen Ehrengäste nicht Beleidigungen aussetzlen. Das Verhältnis zwischen Militär und Zivil sei in Köln so ausgezeichnet, daß man über den erwähnten Artikel kein Wort zu verlieren brauche. Major Sieger unterstrich unter dem Beifall der Anwesenden die Ausführungen des Präsidenten. M i n i st e r v r ä s i d e u t V e n i z e l o s ist am Mittwoch abend von Berlin nach Wien a b g e x e i ft. A«»lanv. Die französische K a in m e r erörterte am Mittwoch die Vorlage, welche die Regierung des Protektorates über M a r o k k o ermächtigt, eine A n l e i h e v o n l 70 M i l l i o ii e n zur Ausführung öffentlicher Arbeiten und zur Tilgung dar Schulden des Maghzen aufzunehmeii. Ter Berichterstatter Long, der auf die verschiedenen Einwendungen aut wartete, erklärte, daß die Vorlage 500000 Francs für Ei send ahnst u dien vorsieht. Der Bau dieser Eisenbahnen soll im wirtschaftlichen Programm inbegriffen sein. Lang wies die Berechtigung für die Wahl Casablancas als Hafen nach und gab für die dortigen Hafenarbeiter Gründe wirtschaftlicher und militärischer Natur an. Ter Ministerprü- ’ibcnt erklärte, daß das Parlament demnächst sich über eine Vorlage zum Bau einer E i s e n b a h n v o n T a n g e r n a ch Fez aussprechen solle, die da« erste Stück der marokkanischen Eisenbahnen bildet. Die Vorlage wurde hierauf durch.Hand aufheben einstimmig angenommen. Eine französisch-russische Spannung. Die Pariser Blätter beschäftigen sich lebhaft mit der Petersburger Meldung des „Echo de Paris", wonach die P u t i l o w f ch e n Werte non der Firma Krupp angekauft worden feien. Der „Temps" will wissen, daß es sich nicht um einen eigentlichen Ankauf dieser Werke durch die Firma Krupp handle, sondern um eine Kapi- talsverMehrung der Putilowfchen Werke, welche von Krupp und der Deutschen Bank gezeichnet worden sei. Das Ergebnis wäre übrigens dasselbe, oa die Gruppe durch die von ihr geschaffene .Kapit-lsvermehrung die Leitung des ganzen Unternehmens in die H^ad bekäme. Man könne sich nicht vertzehlen, daß eine Be itätigung dieser Nachricht in Frankreich eine» schlechten Eindruck bervorruien würde. In welchem Maße der Wechsel in der Leitung der Putilowichen Werke eine Rückwirkung auf das Geheimnis der franzöiiicheu Patente und der französischen ErzeugungSver- iahren ausüben könnte, lei eine sachmännische Fraget aber daneben gebe es auch eine politisch,- Foage, welche zwischen Frankreich und Rußland mit vollem Freimut erörtert werde» müsse. Es ici unbestreitbar. daß rml Lause der letzten Alonate die srauzöfische Industrie bei den Bestellungen der russischen Regierung keineswegs begünstigt worden sei. Ferner müsse daraus hingewieien werden, daß Rußland bezüglich der M o b i l i s i e r u n g und der 2 ch i e- nenwege nicht alles getan habe, was eS hätte tun können DaS russische Nachrichtenbureau setzt auseinander, aus welchen Gründen der M i n i st e r r a t, als er eine russische Privat Gesellschaft für Wafsensabrikation bildete, einer mit dem baut« B i ck e r s liierten Gesellschaft, den Vorzug vor anderen, nnt Creusot-Schneider »der mit Armstrong-Whitewoth liierten Gesellschaft gab, Tie Gründe seien die folgenden: Das Haus Vickers sei auerlaiinterinaßen das erfahrenste in der Herstellung von schweren Artillerie-Geschützen in Stabt und Chromnickel, sowie der besten Verschlußstücke. Außerdem müßten die in langer Erfahrung ausgearbeiteten Fabrikationsversahren der genannten englischen Firma der Wafseninduftrie Rußlands eine allgemeine .Vollkommenheit geben. Die oben erwähnte russische Gesellschaft begann bereits iistt dem Ban einer neuen Wasfensabcik bei Tsa ri t s y n S ki. Modernisierungen in Palästina. Aus Jerusalem wird gemeldet linier dem neuen Gesetz über die Bilajets har das französische Bankhaus Pörier eine auf 10 Jahre lautende Konzession erhalten zum Bau einer Trambahn von Jerusa lein nach Bethlehent, zur Installierung der elektrischen Beleuchtung in der Stadt und zur Anlage einer Wasserleitung von Wadi F o r o h. Arbeiterbewegung. Ter Au » sta » d der Kohlentransportarbeiter in London ist nahezu beendet. Eine große Zahl von Arbeitern hat die Arbeil nieder ausgenommen und fortgesetzt kehren zahlreiche Arbeiter zur Arbeit zurück. Ter Präsident des SvndikatS der Kvhlentransportarbeiteri erklärte, die Arbeiter Initte» die Arbeit wieder aufgenommen, damit die Arbeitgeber' auf ihre For- teiungen cingingen. Einige Arbeitgeber haben Lohnerhöhungen bewilligt. An» Stabt und Land, Gießen, 29. Januar 1911. Tageskalender lür TonnerStag, den 29. Januar: O b e r h e i l i i rl, e r A e i ck> i ch I s v e r e i » : Vortrag : „Ter Fast Eaniß." Eolel Schütz 8'/, Uhr. D e Ii t l ck, e r F r a n e » v e r e i » v o in 3! o t e n K r e uz! u r d i e Kolonien: Borlrag mit Lichtbildern : »Die Aickgaben des | Noten Kreuzes im Kriege, Ettahrungen aus dem ruflifch-javanilchen Kriege und dem Balkankriege." 8!i Uhr in der Neuen Aula der Universität. . ** Privatarchitekten unb H audwerkska m - mcr. Am 21. Januar 1911 fand, ivie uns die Handwerkskammer zu Darmstadt schreibt, auf dem Bureau der Hand- iverkskammer abermals eine Besprechung mit Vertretern der Architektenschaft und des Baugewerbes statt, (Kegen- stand der Besprechung bildete wie im vergangenen Jahre l die A u f st e l l n ii g eines Vertragsentwurfs für ' » r i ö (i t e Eubmissionsan geböte. In früheren Ver- , Handlungen hatte man sich über die weseiiilichsten Punkte - bereits geeinigt, und es war im Laufe des Winters ein > Normaleiilwurf ausgearbeitet worden, zu dem beide Parteien verschiedentlich Stellung genommen hatten. Bei bei kürzlichen Zusammenkunft galt es nun, die letzten Bedenken zu klären. Tie noch vorhandenen Meinungsverschi.- -denhviteu nmrden Punkt für Punkt durchgesprocheu, und e« gelang, alle strittigen Fragen klarzustelleu. Die Besprechung hatte das erfreuliche Ergebnis, daß Ueberein- sttmmung erzielt und ein Vertragsentwurf geschaffen wurde, der den vielseittgen Klagen des Handwerks über schädigende Bestimmungen privater Submissiousbedingungen Rechnung trägt. Ter Entwurf trägt aber weiter nocki den so oft geäußerten und von der Handwerkskammer stets vertretenen Wünschen des Bauhandlverks Rechnung, soiveit die« bei privaten Vergebungen möglich ist, ohne die berechtigten Interessen der Arckiitektenschaft zu gefährden. Die Vertragsformulare werden unter der Bezeichnung „Ausgestellt vom Landesverband Hessen der Deutschen Freien Archi tekteuschast D. F. A. und der Handwerkskammer für das Größt, erzogkum Hessen" herausgegebeu. Bekanntgabe von Zeit und Ort des Erscheinens sowie der Beziigsstellen Ivird rechtzeitig erfolgen. Hessischer Lande s ge werbevc rein. Ter Ausschuß des tieffischeu LandesgewerbevereinS hält am 81. Januar in Darmstadt eine Hauptversammlung mit folgender Tagesordnung ab: Voranschläge, B.rechts girngswesen der geuierblicheii llnterrichtsanstalien, Jugend fürforge, Auflösung kleiner Gem.-rbevereine, Abhaltung von Meiiterliirseii außerhalb Tarnistadts. ** Stadtthealer. Aus privaten Gründen scheidet Herr Brnchmitz im Einvernehmen mit der Direktion schon letzt ans dem Verbände unserer Bühne. Als Ersatz ist Herr Oskar Höcker vom Koni gl. Echan spiel hau so in Potsdam geivomien worden, der zum ersten Male am 6. Februar als Eguiout auftreten ivird. Herr Hocker iii auch für den louimenden Winter für das Heldcnsach m Aussicht genommen. ** Allge m. Deutsch e r Ä i n d e r g ä r t » e y i n neu = Verein Berufsorganisation Gestern wurde in den Räumen des Gießener Fröbel-Seminars eine Ortsgruppe des Allgenreinen Deutschen Äirzdergärtnerinnen-Vereins gegründet. Mitglied kann >ede geprüfte Kindergärtnerin werden. ' Konzert-Verein. Man schreibt uns: Johann e b a st i a u B a ch i (1685 — 1750) Matthäus Ii e i ii o ii gehört zu den ivi beste» Sinne voltsMmlichsten Werken edler Munk und bildet in einer großen Reihe von Städten das allfähttich wiederkehrende, von immer weiteren Kreisen heiß begehrte Programm der Kar-Woche. Ans äußeren Gründen ist eine derartige Auflührung um diese Zeit hier leider nicht durchzuführen. Daß sie überhaupt zustande tommt, dasür werden die Musikfreunde dem Konzortverein Dank wissen, ebenso wie oeni Akademischen Gesangverein, der sich in strenger, unermüdlicher Arbeit dem Studium des Wertes hingegeben hat, um es zulainmen mit dem Meininger H o f o r ch e ft e r unter Prof. T r a u t m a u n s Leitung zu einer würdigen Aufführung zu bringen. Tie Matthäus- Paiiiou rilr als die bedeutendste inuiikalstche Darstellung der Leidensgeschichte und in ihrem Aufbau, ihrer musikalischen Erfindung und Gestaltung als eiü Wunderwerk Die Pastionsgeschich.te ist IN ihr in der dentbar vollendetsten Weise mit höchster dramatischer Kraft und Tieje des Ausdrucks bei belounderungswücdiger Schlichtheit der Mittel und größter Verständlichkeit geschildert. Fu der heutigen Fassung entspricht sie oer Umarbeitung aus dem Jahre 1740. Bei der ersten Aufführung, am Karfreitag 1729 war der Schlußchor ivergl. Kretzschmar. Führer durch den konzertsaal, Bd. 2 „O Mensch bewein' dein -linde groß" noch nicht darin Nachdem das Werk in Leipzig selbst bis gegen 1780 verein U'lt aufgeführt worden war, geriet es später in nöllige Vergessenheit Dem jungen Mendelssohn gebührt das große Verdienst, es mit jener denkwürdigen Erstauifsthrung in Berlin am 12. März 1829 neu belebt zu haben. Balb folgten Königsberg, Dresden und andere Städte. Auch hier erlebte man, wie so oft in der Geschichte der Musik, es sei nur an Beethovens Svmpho- nieu, an feine bei den Zeitgenossen als uuauiiübrbar geltenden Streiawuartette erinnert — daß das Werk einiach abgelehni wurde. Schüchtern nur l>eißt es in dm» Briest- über die Dresdner Aufführung, daß die Pastions-Mnsik neben jeder neueren Tondichtung bestehen tonne. Heute sprechen wir nur mit Ehrfurcht von ihr, und verstehen nicht, wie es möglich war. daß sie unerkannt in den Archiven schiummern konnie Die Wiedererweckung durch Mendelssohn bedeutet einen Markstein in der neuen Mniikgeichichte überhaupt Sie bal, wie Kretzichinar sagt, eine Periode der muii- kalischen Renaiiiance eröifnel, in der wir heute noch mitten darin stehen. Zwar wurde sie, wie schon erioähnt, auch im 18. Jahv- hundert gelegentlich aufgeführt. io durch Rochlitz unb Doles. doch fehlte damals das Verständnis für die gewaltige Größe des Werkes und die eigene Sprache Bachs, welche heule zu Tage bei fedem Gebildeten vorausgesetzt werde» darf. Freuen wir uns, daß jetzt wieder, nach 5 Jahren seit der letzten Ausführung, Gelegenheit gegeben wird, uns au diesem Werke höchster Bachschen Meisterschaft zu erbauen. ** I ii d e r g e st eigen Filmzauber-1 uffü h r u n g im Stadtthealer hatte für den ertränkten Herrn Rotteck, dessen Erlältung schon in der Festvorstellimg am Dienstag zum Ausbruch gekommen und nun noch verschlimmert worden war, Herr Sie in Hofer die Rolle de« Map Rabcmacher übernommen und führte sie trefflich durch. Selbstverständlich hatte der Künstler den gesanglichen Teil der Rolle nicht so schnell einstudieren können, und man mußte daher auf das Tanzduett mit Fräulein Lindeck „Machen wir zusammen eine Firma api" leider verzichten. Im übrigen stand die Vorstellung aus der gewohnten Höhe. ** I ii b i e Gießener Klinik eingeliefert wurde der Rottmeister Ludwig Becker nus S t e i n b a eft bei Gießen. Er wnr beim Fällen eines Baumes im Gemeindewalde zu Sleinbach auSgeglitten und einem anderen Arbeiter, der gerade zum Schlage nusholte, vor die Atzt gefalle n. Diese durchschlug ihm von hinten das eine Bein oberhalb des Kniees bis auf den Knoche». Man legte dem Unglücklichen einen Notverband an und brachte ihn nach Gießen. Der Verunglückte besitzt eine starke Familie Heute früh um 10 Uhr verunglückte der Holzhauer Karl Hof auS Trohe int Walddistrikt Hangelstein bei Wieseck. Eine bereits gefällte Buche, die au einem Abhang lag, sollte etwas zur Seile transportiert werden, wobei der Baum ins Rutschen kam. .Hierbei geriet Hof unter den Baum und brach das linke Bein. Der Verunglückte wurde in die Klinik nach Gießen verbracht. ** Ei ii Ki n d mit zwei Köpfen. Der Gießener Anatomie wurde ein Kind mit zivei fest miteinander per wachfeuen Köpfen übersandt. Das Naturwunder war dieser Tage demkPhiliPP Gerhardt scheu Ehepaare zu Spreu d li ii ge n (Offeubach) geboren. Das Kind lebte bei der Geburt, starb jedoch nach kurzer Zeit. " Festnahme eines „schweren Jungen'. Am Mittwoch wurde in Offenbach der etwa 20 Jahre alte Ferdi. »and Zimmer aus Ginn heim tFrantfurt) festgeiionimeii »er in Gemeinschaft mit seiner „Braut" kleine und große Diebstähle in ganz Hessen ausgeführt hat. Im letzten Monat soll ec allein in Darmstadt sieben Einbruchsdiebstähle ausgesührt haben, in einem Wastengeschäft, einer Schuh, und einer Nähniasthinenhandlimg »sw. Man fand bei ihm von allen diesen Einbrüchen herrührende Gegenstände vor. Er wurde in Darmstadt eingeliesert. " Jagdvervachti, ngen. Während in andere» Gegenden die Jagdpachtprerse erheblich in die .Höhe gehen, sind sie t nt ogeUd erg an einigen Orten auffallender Weise g e su n -, 5 " 0 '.^^ die Verpachtung der Jagd Eschenrod nur 70., Jiott gegen 920 Mark im früheren Termin. Tie llrsackgin unten m der zunehmenden Kultivierung und dem steigenden Touiistenverkehr z» erhlicken sein. "Ein neuer F r a u c u b e r u s. Im Aulchluß au de» Artikel .Ein neuer Franeiibenö", den wir dieser Tag» veiölieni- lichteu, soll »odi erwähnt werden,daß das Gießener Fröbcl- Se miliar dieielbeu Ziele erstrebt, wie daS Kiudergärluerimieu- äcminar zu Mainz. Der Kursus lür Jugeudleitermueu wurde bi» jetzt in Gießen noch nicht abgel,allen, weil sich noch Nicht genügend Leiluelimeriuneu gelmideu haben, die den vorgelchriebenen Bc- Lmgungen entipracheu. Vorbedmaungen zur Llickualime i» ciucit ftugenfleitecimieutuviiiä sind : voll räudig o.blolvierie Iliklasiige höhere Mädcheiiselmle, mit Erkolg abgelegte staatliche Prülung »ach lZZähriger Ausbildung in einem Kiubergärlueriuneii-Lemnigr und l Jabr Praktikum an einem auettanulen Kinbergarken. Sobald das Bedürlms vorliegt, wird auch im Gießener Fröbel-Semmar em Kursus lür Juqeudleilerinizer, eröfsnet werden. — Kiuder- qärtueriuiien, die die vorerivahiikr 'AiiSdildiUig besitze», tömieii, ialls sie sich zur Juqeudleiterin auSbilde» ivollen, daS vor- aeichriebene vraktstche Jahr im hiesige» Seminarlii,vergärten oder Bürgerkiiidergarlen abiolvieren. ** Kleine Mitteilungen. Bei einer Schiitteniahrt aus der Eisbahn zu In Heide» wurden drei Personen i'chwer verletzt. — Vom 8. bis 11. Februar findet im „Gambrinus" zu Nidda eine Wanderausstellung künstlerisch wertvoller Bilder stall. — Am nächsten Sonntag iindet zu Lind heim das D e k a >l a t s m i s s i o n s f e st im Detanat Büdingen statt. — Ein kleines fi iitb geriet in Langen beim Spielen deni Herdfeuer zu nahe und wurde so schwer verbrannt, daß es nach kurzer Zeit st a r b. - In G r o ß s a ch s e n in der Bergstraße gerieten die Kleider des Wagnermeifters Frösiinger, als dieser einen Böller abseuern wollte, in Brand. Der Mann erlitt furchtbare Brandwunden am ganzen Leibe und liegt hoifnungslos darnieder. — Der Landwirt Pfeiffer aus A f ch a f f e n b u r g stolperte im ltzeineindewalde bo» Sommerau über einen ltzrenz- stein und erlitt dabei einen tödliche» S ch ä d e l b r u ch. — In dem Fabrikgebäude der Schuhfabrik von D r e f ch f e l d und Halberstadt in Ofsenbach >var in den Kellerräumen, die von der Metallwareniabrik von E. Mallhaei als Lager- u. Ankleide räume benutzt werden, Feuer ausgebrochen. Es wird Brandstiftung durch einen Lehrling angenommen. — Beim Fenster- reinigen stürzte gestern iiachinittag in der Walvodenstraße z» Mainz aus dem erste» Siock ei» T i e n st in ä d ch e n aut die Straße. — Auf der Strecke ziviicheu L a u b e n h ei m und B re tz cu h e i IN wurde der 50 Jahre alle Bahnwärter undStrecken- läufer Simon au-5 Laubeuheim au der Nabe vom Schnellzuge Kreuznach—Bingerbrück ersaßt und getötet. Die Leiche wurde gräßlich verstümmelt. Der Bahnwärter hatte sicki erst vor 11 Tagen zum zweitenmal verheiratet. Landkreis Gießen. r. Arnsburg, 28. Ja» Ter Realschüler Melchior von hier verließ heute Morgen die elterliche Wohnung, um nach Station Hofgüll zu gehen. Unterwegs stürzte er so unglücklich, daß er ein Bein brach. Ein vorübergehender Mann aus Mufchenheini fand ihn und benachrichtigte die Eltern. -ii. Göbelnrod, 28. Jan. Heule fand in Gegenwart des vollzähligen Gemeinderats die Verpflichtung unseres neuen Bürgermeisters, des Laiidivirts H. Weber IV., durch daS Kreisainl statt. Der bisherige Bürgermeister, Herr H. Damm, der 18 Jahre dieses Amt geiührt halte, hatte wegen seines hohe» Alters eine Wiederwahl abgelehnt Seit einigen Tagen wird ein Tanzkurfus für Kinder von einem Tanzlehrer aus Homberg a. d. Ohm im Schultbeißickien Saale abgehalten. °m. Hungen, 28. Jan. Auch unser Städtchen seierte gestern abcnb im Saale der „Traube" den G e b u r t s t a g d e s ,K a i s e r s in altherkömmlicher Weise durch einen Fest Kommers, an dein sich die Bürqerichast zahlreich beteiligte. Nach einer turzen An ivrache des Bürgermeisters Fendt ergriff .Kirchenrat H a i n e r das Wort zu einer längeren Rede, in welcher er auch die Zaberner Vorfälle streifte. Sein Hoch galt dem Kaiser. Lehrer Bürstleiu brachte ein Hoch aus den Großherzog aus. In vorgerückter Stunde sprach »och Rechtsanwalt Sandmann. Tie Musikkapelle Hisgen Lick, und der Geiangvcrein „Eintracht" sorgten für Unterhaltung. Kreis Büdingen. h. Büdingen, 28. Jan. In einem Zeitraum von wen, gen Wochen bat es bier achtmal gebrannt. Wenn auch die Brände durchweg keinen nennenswerten Schaden anrickiteten, io ist doch die hohe Zahl der Brände immerhin sür einen Ort von etwa 8500 Einwohnern bemerkenswert. Geiß-Nidda, 29. Jan. Wie wir meldeten, war die Tochter des Spetzereihändlers Äeutzenröder an den Folge» einer Gehirnerichntteruiig, die sie sich durch einen Sturz aus dein Eise zugezogen haben sollte, gestorben. Wie wir ans sicherer Quelle erfahren, lag bei dem Kinde keine G e h i r n e r s ch ü t r c r n n fl , sondern eine im Verlaus einer schweren Erkrankung ausgebrochene latente Gehirnhautentzündung vor, an der sie starb. Kreis Wetzlar. ---- Fellingshausen, 29. Jan. Unter den ehemaligen Gar disteu, die au der Jubiläumssahrt am 11., 15. »ich 16. Juni nach Berlin teilnahmen und daher de» ltzardeslern aus Silber zu Kaisers Geburtstag erhielten, sind aus Fellingshausen die ehemaligen Gar disten : Ludw. Wagner, Ludw. R u P P e r t, Karl Leib und Heinr. Wagner zu nennen. Hessen-Nassau. Hanau, 29. Jan. Bei einem Einwohner in Hanau wurde von der Polizei ein großer R e i s e k o s t e r b e i ch l a g nahmt. Er soll mit Juwelen und Goldn>aren gciüllt sein, die in Mannheini lind Straßburg g e st o h l e n loorden sind. Der Kotier wurde vor einiger Zeit ans Ehrenbreitenstein gesandt, und zwar von einem Kauftnaim Sittig aus Frantsurt a. M„ der früher hü einem Hanauer gewohnt hatte. Dieser Hanauer, dem die Sache verdächtig erschien, erstattete setzt Anzeige bei der Polizei. Sittig wird von der Staatsanwaltichajt Frankfurt wegen llnterichlggung verfolgt. Er steht im Verdackü, an jenen Ein blüchen beteiligt gewesen zu sein. Sittig hatte geschrieben, man möge den Kassel uorläustg auibewahren, er selbst wolle sich nacli Kairo begeben. Sittig soll übrigens inzwischen in Italien verhaltet worden sein. b. Bad Homburg v. d. H . 28. Jan. Bei der Zwangs Versteigerung der S p i e s 's ch >' n F a b r i t. die einen gc richtlick, festgesetzten Wert von 8311>00 Mk. hat. blieb die Konservenfabrik von W. Spies, G. »i. b. H„ mit 205100 MI. Best- bielende und erhielt auch den Zuschlag. veretnsnachrichten. Watzenborn, 27. Jan. Ter Gesangvereiu Sang e r kränz feierte am Samara i fein 88iäbrigeS Stiftungsfest. Die GesangSvoriräge zeugten von einer guten Schulung. Von dein Präsidenten Harnisch wurden die Mitglieder Karl Schäfer und Balthasar Lang aus Anlaß ihrer 25jährigen Mitglied ichait zu Ehrenmitgliedern ernannt. Hieraus gedachte da- Vor standsmiiglied Schäfer auch der übrigen Ehrenmitglieder, ins beiondeie der Gründer des Vereins. Der Verein steht nnier Lei tung des Lehrers Blaß. L i ch, 21. Jan. (Verspätet eiiigcgangen.) Heute hielt hier der Gesangverein „M ä » n e r g u a r t e 1 t" seine 5d a u v i v e r - s a m m l u n g im Hotel „Holländischer Hof" ab. Tie Versammlung begann mit einem Ehorlied. Sodann gedachte der Präsident des verstorbenen akiiven Mitgliedes PH. 2 v a b r. Ter Rechner. Höhnet verlas die Jahreseinnahinen unb »Ausgaben, wonick, die Kaste einen recht erfreulichen Barbestand ausweist. Als Vor stand wurden folgende.Herren gewählt: E Marchalelt, erster Vorfitzender, A. Zdisgen, zweiter Vorsitzender, H. Höhnet, Rechner, A. Weber, Schrittiührer. I. Becker, K. Jung. R. Jeu ich, H. Heß, Beisitzer. Es wurde beschlossen, in drei Wochen eine Abendunterhaltnng im engeren Kreise des Verein? abzuhalten. wozu die Herren R. Moll, K. Kambeis, I. Herter, H- Reichwald und F. Grob als VergnügungSausickiuß gewählt wurden. Nach Schluß der Versammlung wurden »och einige vom Dirigenten, Hanptlehrer Roth, gut eingeschulte Chöre vor- getragen. Ui»lversitäts»Nachrict>ten. P Marburg. 28 Jan. Der Marburgcr Lileralupdistoriker und Direktor des germanischen ZemmarS au der birfigen Um» UfiRtät. Pro, e,>a> Xr. Ernst Elster, ist heute na» Amerika abgereist. Er wtgt erner Einladung der Eornell llniversitat ui Jtlmca im Staate d,ew Bork, wo er während uveier Monate einen Jullus von Vorlesungen über neuere deutsche Literaturgeschichte halten wird. Au, den dort begründeten Lehrstuhl zur Pslcqe des Teutschtums wird, wie schon srüher mitgktrilt, alliährlich chr ein Iwlbf* Semester em deutsäier «riehrter beruü-n. Ale erster sprach dort im vorigen Jahre Gchcimrat Marcks aus München liber die Errichtung des deutichen Reichs gesteigert wurde, als nian eriubr, das, nach der erstrebten Erwerbung der Burg durch die Franziskaner die olle Feste Nicht mehr dem allgemeinen Besuche zugänglich iverden würde, und das imvojantk Tickingcn-Hutien-Tenlmal, das aus Beiträgen aus ganz Teutschland errichtet wurde, abgebrochen loerde» und in die Rumpelkammer wandcrii soll, Ten evangelische» Vereinen, die bei, Ankau» der Burg durch die Franzislaner unter alle» IlmstänSen verhindern wollen, sind zur Erwerbung der Ebernburg bereits 260 000 Mark jreiwillige Beiträge zugestellt ivorden, alleiii noch iehlen >50000 Mark, da der BcrkaussvreiS der Burg 400IKK) Mark beträgt. Ihr gegenivärtiger Besitzer ist der Ebernvurgec Bürger Günther. * Aus einer Sii>i > ahrt tödlich v e r u n g l ü rt l. Aus Freiburg OBaden, wird gemeldete Ter Student der Medizin Ehrhardt rannte aus einer Schitour an eine Tanne. Eit, Ast drang ihm i» den Unterleib: die Verletzung war so schwer, das; er bald daraus st a r b. 'Blattern in Belgrad. Jmolqe epidemischen A»i. lrelens der schwärzet, Blattern in Belgrad bat der Mittister des Itiner» die Jmv>»»g der qesamteu Lladtbevöllcruug angcoidnet. Bisher sind »> Personen erkrankt, vvt, denen S0 qenordctt sind. * EIvlosion einer P u l v c r s a b r i!. Aus G e » » a , 28. Jan., wird gemeldet; Heule nachmittag ist die zwischen M a - >' o » c und M e t e gelegene P u l v e r > a b r i k A re,,, in die Lusl geflogen. Aus Bol tri, >vo die Bevölkerling in groste Unruhe geriet, begaben sich die Behörden und Einwohner au den Unglücksorl, um Julie zu bringen. Tie Meldung,» ivrechen voll fünf Toten nnd mehreren Verletzten Einzelheiten iehlen * ll n g l ü ck s > a l l b c i c i n c m B e g r ä b II i s Aus L i f s a b o n , 28. Jan., wild gemeldet: In E S I» v o r i z im .itreise Ovar brach IN einem Saale in dem Augenblick, als man eine» Sarg sortschafsen ivollle, der F u st b o d e n ein. Dabei stürzten ettva 5 0 Personen, gröstkcnteils Frauen und üind.'r, i» das darunter bejtndliche Stockwerk. Ter Sarg »nd die Personen wurden mit grober Mühe geborgen. Mehrere Personen lvurde» verletzt. * Internationaler Dieb. Mit der Verhaltung eines in Bologna lestgenommenen Hoteldicbes hat die dortige Polizei einen guten Fang getan. Durch den Iiiternalivnalen polizeilichen Erkennungsdienst ivurde fejigestetlt, da» der Verhajlete der 28 Jahre alte in Frankfurt a. M. geborene «etlner August Fried,. Sittig ist, der in de» letzten Jahren nur von HotcUuebstählen lebte und oft groste Beule machte Er loird von de» Polizei behördc» von Berlin, Münche», Baden-Baden, Homburz, Strast bürg und Mannheim gesucht Bei eine», Holeldietutahl iu Bad Hombui, im August v. I- erbeutete er Brillanten und Schmuck jachen ist, 30000 Mark, die er einer amerikanischen Tome entwendet Hane, die in dem gleich«» Hotel wie er wohnte. * Ter vcrmistlc amerikanische Perioneuzug ist wieder ausgetunde» worden. Er besauft sich im Distrikt vor Santa Barbara im Ile» rickuoenttnungsgebiet tiei im Waste, Tie Passagiere lounten mit Boote» gerettet werden. ' Bau derb itts Jacht gestrandet- Ans st! e lv Cr« l-c ans, 27. Ja» , wird gemeldet; Aach einer suukentclegrasthijchen Meldung ist die Tampsjachi S. W VondcrbiltS „Warrior" bei Kap Agualrn an der Küste von Eolumdie» gestrandet. Unter den Gästen an Bord befinde» sich der Herzog und die Herzogin von Manchester und Lord Falcvner. Ter Tampser „Fruiera" eilte zur Hilse leislnilg herbei und brachte die Reisenden a» Bord des TamvierS „A l in i r a n t c", der nast Rew Bork geht. „Warrior" setzt lest; seine Lage ist »ngesährltch. Tie Mannschail ist an Bord geblieben. Wetteransiichten in Hessen mit Freitae, de» ckö. Jan. tilll. Vorwiegend wolkig, vereinzelt stliederschlägc, etwas warmer, rocst- liciie Winde. Lrtztc Nach richten. Ter >f a i s c r un d d as R c ichs t ag sP r ä s id i u m. Bcrli », 29. Jan. Tic Meldung, daß der Baiser bei der Desilierronrvoiid e m R eichstagspräsid e n len k" i n e N o t i j g r n o nt in e n habe, ist, nach dem „Berliner Tagcb'a:!", unrichtig. Der Kaiser nahm die Glückwünsche des uteichslagsprüsidenteu, der in Begleitung des Vizepräsidenten erschienen war, mit dem üblichen freund l i ch c n K o v s n c i g e u entgegen. Es ist eine etwas schran -enhaste Beurteilung, in der Unterlassung der Begrünung Demonstration gegen de» Reichstag zu erblicken. Der „Brr lincr Lokalanzeiger" erklärt dazu: Wenn man berücksichtigt, daß Herr von Wedel Hausmeister des Kaisers war nnd dasz Gras von Schwerin-Löwitz als Vorsitzender des Deutschen Landwirtschastsrates dem Kaiser intim bekannt in, >väh rend er solche veriöulicue Beziehungen zu dem Prüsidenleiz Kämvl nicht Kar, so lvird man diesen Vorgang natürlich sin de» und ihm keine volitische Bedeulung beilege» oder ihn gar als eine kaiserliche Kundgebung gegen de» Reichstag be.ziv. dessen Präsidenten hinstellc» können, - - Ter „Borwärls" behauptet, das Reichstagspräsidium habe nach der Desilicr- cour die Einladung , uin T inc r z u rückgezogcn Regier u ngswechselin den Reichslande n. .Berlin, 29. Ja». Tas „Berliner Tageblatt" meldcl ans Stra ßbur g: Ter Statthalter hat schon vor der Jabcrnassaire die Rcichsregierung bitte» lassen, dast er infolge seines Alters und der Kränklichkeit seiner Gattin .zurücktreten wolle. Sein Rücktritt war schlieszlich ans den Spätherbst des Jahres 1913 festgesetzt worden. Jnsolge der Zaberner Sache tonnte dieser Termin nicht innegeholten werden, (straf Wedel hat in Straf,bürg, und Berlin gegenüber Kaiser und Reichskanzler kein Hehl gemacht, das, die Erledigung der Jaberner Affäre nicht seinen Ansichten entspräche. Bei der letzten Konferenz in Berlin wurde die Form des Rücktritts festgelegt. Staatssekretär o. Bulach glaubte sedoch des Vertrauens des Kaisers sicher zu sein und ist daher durch den Rücktritt ziemlich überrascht wor- dcn. Er wird Anfangs Februar nach Schloß Osthausen im Unterelsas; nberjiedeln, wahrend Gras Wedel ein Hans iu Berlin gelaust hat und seincu Wohnsitz in Berlin und ans seinen Güter» in Schweden nehmen wird. Außer dem Staatssekretär nnd dem Unterstantssekretär sollen auch der Präsident des Odeejchulratcs Tr. Aldrecht, sowie der Präsident der Wasserdanvrrwallnng Traust ans ihren Aemtern scheiden. Als Rachsolacr sur den Posten des Oderschulrates gilt a. auch Professor Martin Spahn. — Aller Voraussicht in,di wird der Unterstaatssekretir Mandel nack, sciuem Rmttrstki Kurator der Universität wcrdrn. Wcih- dischof von Bulach, ein Bruder des Staatssekretärs, beabsichtigt, über die Jcibcrner Angelegcuheit eine Bro» sch n r e heranszugeben. Raubmord. Piede rach, 20. Jan. Der Altertumsbändier K. Baur wurde 1 ei einem Rauba nsall durch einen .Holzbildhauer gctötrt. Dieser hat sich daraus selbst erschossen. Beendeter A u »stand i» L o n d o » London, 29. Ja» In dkl» Aus stände im Bange w erbe wird gemeldet, dast viele Arbeiter, sowohl organisierte wie nid» organisierte, d i e Bedingungen der Arbeitgeber a n g e n v m m c n baten. Tie neue Regierung ist l b a u i e » r. Salon«, 29. Ja». Ter Kvinrollaiisschuh nahm beule die Ol gauvierung der von ihr a » S t e l l e d e r p r v o i s o r > s ch e n R e g i c r u n g er» a unten ,! e » t r a l r e g i c IIIII g vor. Von den irühercn Ministerien iverden zwei, die jetzigen Tircktioncn des Acker baucs und der önentlicken Arbäiic», gänzlich aujqchubeu, während die Ministerien iür Justiz, Fiuau zeu. des »ulerrichts, sowie der Post »nd der Telegravheu amredn erhalte» bleiben. Tem Ebei der Jeu- tralregicrung, Fchzi Beb, iverden zwei Sekretäre, einer sür die lür- kischc »nd ein anderer iür europäische Sprachen, sowie ein Archiv beamter, und den liretloren ie ei» Selrelär beigegeben Aui biest Weise wirb die ganze trübere vroviioriidie Regierung nur 12 Be amle beschränkt. Tie gesamten übrigen tzeamtcustclle» der irühereu vrovisoriscdc» Regierung werde» auigehoben. Für die entlassene» Beamte» werden je nach ihrer Tüchtigkeit und Benvendmigsmöglich leit Anstclluiige» iu de» verschiedene» Gebieten des Landes gesunde» werden. Erde r s ck> ü l l e r u » g e » in § ii d a m c r i k a. B II e » o s Aires, 29, Ja». Eine Tcveicbe aus M e II bo t a lciirbtet: Hier wurden zwei Erdstöße verspürt, die von » n t e r > rd i i d> r m Tonn e r begleitet waren; die Bevölkerung wurde von schrecken rrgriisen, _ Bestbewährte gesunde und inagen- darmkränke Nahrung für: schwächliche, in der Entwicklung zurückgebliebene Kinder. G iessen, 28 Januar li)H Für die überaus berzlicbe Anteilnahme beim Hinsoheiden meines geliebten Mannes, unseres guten Bruders, Sohwagers, Pflegevaters und Onkels Herrn Johannes Bender Privatier sagen wir allen unseren tiefgefühlten innigsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Louise Bender geb. Steinmeyer. Giessen, den 29. Januar 1914. >"> Heute wurde uns ein lcräf tiger J unge geboren Eckeliard Prof. Dr. Opitz und Frau Selma Opitz geb. Rehorst ausserordentliche Bekömmlichk it meiner Der feine, prickelnde und aromatische Geschmack und die Flaschenbiere Marke Mainzer Aktienbier Marke Sandler Culmbach steht einzig und unerreicht da. Jeder Versneh führt »ur dauernden Kundschaft. 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