Nr. 21 Zweites Blatt Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag». Ti- „«ic&fner z-mllienblätter" werde» dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigeleg,, da» „itrelrblott für den Kreis Eiegen" zivcimal wöchentlich. Tie „kandwirilchasllichen Seit- sragen" erscheine» monatlich jwetinal. 16^. Jahrgang Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhejjen Montag- 2t. Jannar 19^ Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sche» Universität» - Bitch- und Sieindruckerci. R. Lange. Gießen. Redaktion, Expedition tind Druckerei: Sebul» slraüe 7. Exvedttlon und Verlag: k^E öl. Redaktion: l 12. Tcl.-Adr.: AnzeigertSiegen. Mb. Deutscher Reichstag. 199 Sitzung, Sonnabend, den 24. Januar. Am Tische der Bundesratö: AicmanS. Präsident Dr. Kaempf eröffnet die Sitzung um 19 Uhr 29 Minuten Lie Se'inMe der bewasfoelen Macht. Zur Beratung stehen öic Anträge, betreffend die Befugnisse der beivafrneten Macht, den Waffengebrauch des Militärs uno die Militärgerichtsbarkeit. Ter von voltsparteilichcr Seite eingebrachte Antrag Dr. Ablas; isr ein vollständiger Gesetzentwurf. Er lautet: 8 1. Tie bewaffnete Macht kann zur Unterdrückung innerer Unruhen nur^auf Ersuchen der zuständigen Zwilbebördc verwendet werden. Tie Fälle, in denen ein solches Ersuchen zulässig ist. und die Formen, in denen cs zu erfolgen hat, bestimmt der BundeSrat. ■ § 2. Unberührt bleibt das Recht oer bewaffneten Macht, die Ausübung ihrer dienstlichen Tätigkeit gegen Änarisse und Störungen zu schützen. § 3. In de>i Fällen der 88 1 und 2 ist der Gebrauch der Waffen abgesehen vom Falle der Notwehr, gestattet: 1. zur Abwehr eines Angriffs oder zur Ueberivältigung eines durch Tätlichkeit oder gefährliche Drohung geleisteten Widerstandes, 2 zur Erzwingung der Ablegung der Waffen oder anderer zum Angriff oder Widerstand geeigneter oder sonst gefährlicher Werkzeuge, 3. zum Schutze der ihrer Bewaffnung anvertrautcn Pei> soncu oder Sachen. 4. zur Vereitelung der Flucht von Personen, welche ihr alS Gerangener zur Bewachung anvertraut oder von ihr ergriffen oder festgcnommen sind. 8 4. Tie Destiminungcu über den Belagerungszustand werdet durch diese» Gesetz nicht berührt. Ein von Elsässern und Polen unterstützter Antrag Del- so r (Elf.) lautet: Der Reichstag wolle beschließen: In Anbetracht 1. des durch das Vorgehen des Obersten von Reuter in Zabern entstandenen Konflikts zwischen der Militärbehörde und der Zivilverwaltung: 2. der MeiniiiigSvcrschiedenheit zwischen der Militärbehörde und der Militärjustiz einerseits und dem Unterftaatösikrctär des Innern im Ministerium für Elsaß-Lothringen andererseits i»ber die Gültigkeit der preußischen Kabinettsordcr von 1820 in Elsaß-Lothringen: 3. der Gcfahrcii. welche für die öffentliche Sicherheit uiid Rechtsordnung, für die persönliche bürgerliche Freiheit aus dieser Rechtsungcwißheit sich ergeben, die um so größer ist. als für die in Elsaß-Lothringen stehenden bayerischen Truppenteile andere Vorschriften gelten. den Reichskanzler zu ersuchen, baldigst einen beschleunigten Gesetzentwurf einzubringcn, »vclchcr die Befugnis der bewaffneten Ausübung der 'lautlichen Zwang^gewalt für das Reicki ^nheitlich regelt und der Rechtsauffasiung Geltung verschafft, daß das Militär nur auf Requisition der Zivilbehörde zu Polizei-^ lichen Zwecken verwendet werden darf. Der Antrag der Sozialdemokraten ersucht 'den Reichskanzler, einen Gesetzentwurf einzubringen, durch den — unter Aufhebung der Militärgerichtsbarkeit — die Militärpcrfonen des aktiven Heeres und der aktiven Marine und die übrigen in 8 1 der Mil'tärstrafgcrichtsordnung für das Deutsche Reich ge- nannten Personen der bürgerlichen Strafgerichtsbarkeit unterstellt werden. Ein n a 11 o n a 11 i b c r a I c r Antrag Wassermann lautet: Der Reichstag nimmt davon Kenntnis, saß eine Nachprüfung der Dienstvorschrift über den Waffengebrauch des Militärs vom Jahre 1599 ungeordnet ivorden ist, nachdem sich bei den jüngsten Ereignissen in Zabern Zweifel daran ergeben haben, ob diese Vorschrift die Befugnisse der Zivil- und Militärbehörden richtig abgrenzi Ter Reichstag, ersucht den Herrn Reichskanzler. vaS Ergebnis dieser Nachprüfung baldigst dem Reichstag bekannt- SDSebcn. Ein Zentrums« »trag Dr. Spahn ersucht den Reichskanzler. bei den verbündeten Reaicrunacn dahin zu wirken. ban die Voraussetzungen für das Einschreiten des Militärs i"voli- zeilichen Angelegenheiten übereinstimmend in einer die Selbstständigkeit der Zivilverwaltung sichernden Weise geregelt werden. Präsident Tr. Kaemyf: Ich empfehle, alle Anträge gemeinsam zu beraten. Abg. Dr. Müller Meiningen (Bp.) beantragt, den ZenrrumSantrag betr die bewaffnete Macht sofort anzurnhmen und die anderen einer Kommission von 21 Mitgliedern zu überweisen. Die Erklärungen des Reichskanzlers haben nickt voll befriedigt. Wir müssen überhaupt dagegen protestieren. daß so wenig auf die in Resolutionen niedcrgclcgrcn Wünsche .'ingegangen wird. Tie Antworten des KriegSministerS sind eine ununterbrochene Kette von Provokationen (Sehr richtig!) Ich glaube, das Zentrum denkt ebenso. ^Tehr richtig! im Zentrum.) Das wird jcSe Partei tun, die etwas auf sich hält. ES wäre ein Akt oer Parlamentär i s ck n Solidarität, von der ich nur die Rechte auS- uehme. wenn wir unS 'Derartiges nicht biete»i lassen. Süddeutsch- land kennt solche Bestimmungen nicht, wie sie zu den Vorgängen von Zabern gerührt haben. Teöhalb ist ein Reichsgeseh dringend notwendig. Es soll Frieden schaffen zwischen Zivil und Militär, um allen Exzessen und Rcutereien ein End-' zu machen. (Beifall.) Abg. Fehrenbach (Ztr.): Mit ocm Antrag des Vorredners sind wir cindcrstaiiden. Wir wollen eine starke Einflußnahme nur den Willen der Regierung. Hoffentlich kommt dcsha', ein reckt einmütiger Beschluß deS Reichstages zustande. Wir müssen bei der Materie auf gewisse partikularrechtliche Strön. >ngen Rücksicht nehmen. Es wäre zil befürchten, daß ein Reichsgesetz die vorzügliche Regelung stören würde, die die Materie bereits in Bayern und Württemberg gefunden har. Vor allen Dingen ist die Bestimmung zu treffen, daß die Militärgewalt nur auf Requisition der Zivilbehöroe eingreifcn darf. Wenn Preußen den Gegenstand in partikularrechtlichem Sinne regelt, so muß cS ebenfalls in diesem Sinne geschehen. Abg. Dr. Müller-Meiningen (Vp.) . beantragt, auch den Antrag Berssermann sofort anzunchmcn. Die Abgeordneten Bassermann (Natt.) und Fehrenbach (Zenir.) schließen sich an. Abg. Dr. Haase (Soz.): Daß die Regierung die Resolutionen zur Wehrvorlage nicht befolgen würde, haben wir immer vorausgcsagt. Ter Reichstag wird ja immer von den Regierungen mit F utz t r i t t e n behandelt. Präsident Dr. Kaempf: Sie dürfen nicht oavon sprechen, daß der Reichstag mit Fußtritten behandelt wird. Ich rufe Sie zur Ordnung. (Lebhafter Beifall rechts.) Abg. Dr. Haase (Soz.): Wir hatten andere Erklärungen von dein Abg. Fehrenbach erivartet Jedenfalls ist aber das wichtigste, daß die Militärgewalt nur auf Requisition der Zivilbehörde einschreitcn darf. Dir werden deshalb auch für die Anträge eintreten. Unseren Antrag hat der Reichskanzler aus sehr durchsichtigen Gründen dargestellt, als ob er ein Akt revolutionärer Betätigung sei. Wir fragen, ob es nötig war. die bürgerlichen Parteien zu sondern und seinen ganzen Angriff auf die Sozialdemokratie zu richten und damit die Aufmerksamkeit abzulenken von der Schuld der Regierung und der Parteien. Unser Antrag ist oft genug gestellt worden. Dir brauchen ihn daher nicht nochmals zu begründen. Abg. Httlch (Elsässer): Es ist erfreulich, daß der Reichskanzler anerkannt hat, die Kabincttsorder von 1820 vertrage sich nicht mit der Verfassung und den Reckten von Elsaß-Lothringen. Wir wollen aber den Tag nicht vor dem Abend loben, der Gang der Verhandlungen har uns schwer enttäuscht. Wir wissen nicht, ob wir den schwankenden RechtSboden in Elsaß-Lothringen wieder gewinnen. Wenn jeder Soldat sein Recht im Tornister mit sich trägt, so kann bas nach Lage der Verhältnisse für uns verhängnisvoll werden. Abg. Bafsermann (Natl.): Tic Erklärungen des Reichskanzlers konnten im allgemeinen befriedigen. Er hat die Tatsache anerkannt, daß Lücken bestehen, 'und daß eine Prüfung erfolgen werde. Daß Ergebnis werde er uns mitteilen. Die Rechtsfrage ist aber nicht zu bean- das neue berliner Gverntaus. Tic Ausstellung der Entwürfe. Aus Berlin wird uns geschrieben: Ludwig Hoss- manns Pläne für da- neue Berliner Opernhaus sind in diesen Tagen den, Budgetausschuß des preußischen Abgeordnetenhauses vorgclcgt wurden. Ter mühsame Kamps um dieses gewaltige Bau- werk, der gefährliche Formen anzunehmen drohte, ist damit durch- gefvchtcn. Tcnkt -man zurück an die Planungen van Gcntzner. Mittmann und Grude, so hat die protestierende Ocsscntlichleit ein architektonisches Tclrkel verhütte, Krone und Ministerium hat sic vor einem osscnsichtlichen Mißgrin bewahrt, den zu begehen man lis zum letzten Augenblick nur allzu gern bereit gewesen ist. £>.’» »euer Bau ist schließlich auch ein Werk überlegenster Kritik. Selbstverständlich konnte der Architekt die riesigen Vorarbeiten, die vier geleistet worden waren, nickt unbeachtet lassen. Mit all den verfehlten und unzureichenden Versuchen mußic er sich «niseinandcrfctzen, um zu einem Entwurf zu gelangen dessen wesentliche Eigenschaft darin zn suchen ist, dast ei» erfahrener Baunleistcr daS gegebene Programm von allen Schlacken, die >h,n irgendwie «»hafteten. gereinigt hat. Hossmann erstrebte gegenüber den komplizierten Verhäliniisci! die allergrößte Einsachheit. Ter Bau mit dcnt bei allen srühcrcn Entwürfen führenden Aussatz für das Bühnenhaus sollte eine einheitlich geschlossene Masse werden. Steigerungen sollten nicht durch äußere Zutaten, sondern durch die richtige Gcgeneinandcr- stellnnq der Ranmmasien erzielt werden. In, Innern sollte der Zu schauerraum und nicht, wie bei den früheren Entwürfen, ein nronnnrcntalG Treppenhaus die Dominante werden. .Hand rn Hand damit geht das Bestreben, die riesig.' Baumassc iür das Emvsinden leichter, icstlicher zu machen. War bei den srühcrcn Entwürfen an der Fasjadcnfront ein Rieiengicbe! von annohernd 90 Mtr Brcilc zu sinden, io begnügt sich hvlimanil damii, die beiden Ecken durch kleine, gut dnrchiührbare Giebel zu betone», »nd läßt in der Mine den bis zur Front iwrgezogencn Bühncn- aufbau wirken In gleicher Weise verkleinert er die Säulen, die man vordem vom Königsvlatz bis »um Tachgesims ricscn- 1 , 3 * Miswachie» iah. Er scvt sic. wie am ReichStagsgebäudc. au, einen 7 Mir Hohen Sockel und führt sie damit au, ein menichlich- gesölliges Foriiiat zurück. Tadurch vermeidet er das peinliche Gefühl der Enttänschung, das man immer erlebt hätte, wenn man durch eine so reine Säulenarchitektur in die niedrige Vorhalle eingetretcn wäre. Jetzt gib- die Vorhalle den Besuchern den Maßstak Durch sie tritt er in ei» Treppenhaus, das nicht allzu groß ist, das abc, im Gegensatz zu dem früheren Prosekt eine klarere ,liichtungstcnden.z bekommen hat. Es strebt in einer schmal angelegten Halle dem Znschaucrraum zu, der als Zielpunkt dieser überlegten Stcigerungskunst machtvoll monunicntal wirken muß. Die Zugänge zu den beiden Parketts und Rängen sind klare, gerade Achsen, die von der Vorhalle ihren AnSgangSpunIt nehmen und durch ihre Klarheit auch vom seuervolizeslichen Standpunkt versöhnen mit dem Verzicht ans die offenen Höfe, die im Ber- lau» dieses Wettbewerbs als ein beachtenswerter Gedanke ansgetaucht waren. Ten dissizile» Punkt: die Anordnung der kaiserlichen Räume im ersten Ranggeschoß hat hossmann mit genialer Einsachheit gelöst. Es handelt sich darum, durch eine Anzahl Räume eine Verbindung zwischen der kaiserlichen, Proszeniums- und der großen hoslogc zu schassen, ohne hie eine Hälfte der ersten Rangbesuchcr abznschnüren. Zur Isolierung dieser hosräumc sind die schwierigste» Versuche gemacht worden. Bald wurden für den hoi, bald ,'ür die Leute des l. Ranges Brücken, Tunnel. Zivischengeschosse ii. a. angelegt, hossmann bleibt bei der ursprünglichen Programm- skizze, leg! mitten in den l. Rang die große hosloge mit ihren Talons und läßt ganz einfach für die seltenen Fälle, in denen diese Loge benutzt nnrd, die Möglichkeit, den Turchgangsraum für Augenblicke abzusperren. Ebenso verhält er sich bei dem großen Fover, das die Programmskizzc ohne eigentliche Begründung in fünf ungleichartige Räume aufteilt. Er macht daraus eine einzige Särilenhallc von etwa 90 Mtr: Länge und schasst sich so durch ein Zurückgchen a», die allercinsachstc der Möglichkeiten eine architekronislbe Situation von zwingender Größe Man sicht, wie hossmann. als der erfahrene Baumeister, überall daran, ans war, Kompliziertheiten zu vermeiden, aus das Einfachste und Selbstverständlichste zu kommen und dadurch eben bedeutend zu wirke». Auch das Acußere de» Werkes ist ia angelegt. Das Opernhaus lildet mit den beiden zugehörigen Nebengebäude» eine einheitliche Masse, die in sich klug gesteigert ist. Sockel und Tachgesims gehen mächtige horizontalen, zwischen denen an den Seiten Pilaster, an den Eckpaiticn Treiorertcl- Säulen und in der Mitte ichlicßlich als stärkster Akzent ganze Säulen vorgesehen sind. Tie Baumassc selbst ist ziemlich frei ran plastischem Schmuck gehalten, dafür sind die Tachlinien mit einer großen Anzahl Figuren besetzt. Tas Ganze hat dadurch einen stark barocken Ton bekommen, ein Barock, durchgesühlt von einem sein empfindenden Baumeister. Also nicht das. was einem vorschwcbl, wenn man eine Architektur des 20. Jahrhunderts verlangte: aber eine glückliche Lösung dieser Komproniißausgabe. au, barocken Ansprüchen ein zweckmäßig modernes Opernhaus zn entwickeln. ^ Paul Weither m. — T ie Gesellschaft sür Verbreitung von Volksbildung hat im Deutschen Reiche in den letzten sün, Jahren 47 435 Bolksbibliotheken mit 1015 783 Bänden begründet und unterstützt. Es erhielte» Büchcrzuwen- dungcn in den Jahren: 1909 8919 Bibliotheken 181887 Bände, st a n d e n , er hat anerkannt, daß rm allgcmcincn ein Einschreiten der Militärbehörde nur auf Acguintion oer Jwllbetördc erfolgen darf. AnSnahmciöllc gibt ja auch der freisinnige Antrag zu, Tie Sachlage iit soweit klar. Wir hossen, taß die Ergebnisse der Prüfung dem Reichstag baldmöglichst vorgclegt werden. Ter ZcntrumSantrag sowie der nationallibe. r a I c werden gegen die Stimme» der Rechten angenommen, die anderen einer Kommission von 21 Mitgliedern ü b e r w i e ,' e u. Abg. Tr. MüSer-Mciningei! (3Jp.) beantragt Vertagung. Tie Vertagung wird angenommen. lLebhafter Benallst Mittwoch, den 28, Januar, nachmittagr- 2 Uhr: Etat de» Rcichöamts des Innern. Schluß 11 Uhr. Deutlet*?» Ncictz. Sei» Reichs-Zigarette n-Monopol. Im Zusammenhang nift den Ans ehe» erregenden .Haussuchungen bei der Georg A. Jasmatzi A.-G. und anderen Zigarctten-- sabriken in Dresden ist das Gerücht entstanden, daß die Regierung schon seit längerer Zeit mit dem Plan umgehe, das Zigarettenmonopo einzufiihren. Wie die „Verein.Tabak-Zeitungen" hierzu in ei ec Unterredung mit Un.erslaatS.ekrctSr Jahn im Renhsscha^ amte erfahren, ist im Reick-s.chatzamte von diesen Erwägungen zurzeit nichts bekannt. Auch liegt ein e.usgearbeiteter Entwurf zur Vorbereitung deS Zigaretten Monopols nicht vor. Das Rerchssch^ahamt steht vielmehr allen derartige» Nachrichten vollständig sern. Zur zweiten Lesung des Voranschlags des Reichsamts des Innern beantragen einige Vertreter von Weinbaukreisen der' nationalliberal'en Fraktion und des Zentrums im Reichstag, die verbündeten Regierungen zu ersuchen, im nächsten Voranschlag eine entsprechend hohe Summe als Prämie einzusetzen für den E r s i n d e x eines zuverlässigen, gut anwendbaren Mittels, niit welchem der unseren Weinbau schwer schädigende Hen- und Sauerwurm mit Erfolg bekämpft werden kann. Die Verhandlungen über die Bewilligung deS Reichsbeitrags zu den Kosten der Vorbereitung und Durchführung der olpmpischebi Spiele, die zwischen Vertretern der Regierung und den Fraktionen des Reichstags geführt worden sind, haben bisher zu keinem positiven Ergebnis geführt. Für die Bewilligung de-s Beitrags werden nur die Konservativen, die Reichsxarteiler. die Wirtschaftliche Vereinigung, die Natio- nallrberalen und die fortschrittliche Volkspartei stimmen. Das Zentrum hat es abgelehnt, für den Beitrag zu stimmen, hat sich aber bereit erklärt, für den Voranschlag sür 1915 einen Repräsentationsfonds für das Reich zu bewilligen. Tie Durchführung der Vorbereitungen zu den olpmpischrn Spielen wird mithin von den Einzelstaaten zu überuehmeu sein, vornehmlich wird Preuße» die Aufgabe zufallen, einen höheren Beitrag für diesen Zweck auszuwersen. Jn Sachen des Rekurses des Präsidenten Jean vom Souvenir Alsacien-.Lorrain wurde am Samstag vor dem Kaiserlichen Rat in Straßburg das Urteil verkündet. Ter Rekurs wurde als unbegründet zu - rück gewiesen. Tie Kosten, einschließlich einer Pauschalsumme von 20 Mk„ fallen dem Rekurrenten zur Last. Ter Kaiserliche Rat hat sestgestellk, daß die vom Bezirkspräsidenten ans Grund des § 7 des RAG. notwendige Begründung voll gegeben war und daß der Verein Souvenir Ollsacien- Lorrarn nichts weiter sei als die Fortsetzung des Souvenir Francais. Der M it t elr h c in isch e Fab r ikantcn-Ver- ein hielt am 22. d. M. in Mainz unter dem Vorsitz des Professors Tr. Beck seine ordentliche h a u p t v e r s a m ni» tung ab, er hat an Mitgliedern und Beiträgen im letzten Fahre erheblich zugenommen. In seinem Geschäftsbericht behandelte der Bereinssekretär, Syndikus Meesmann, 1910 9640 Bibliotheken 213 362 Bände. 1911 8816 Bibliotheken 194 802 Bände, 1912 8836 Bibliotheken 206181 Bände. 1913 11 219 Bibliotheken 219 551 Bände In 5 Jahren 47 435 Bibliotheken 1 013 783 Bände. Tic Gesellschaft gibt »egen mäßige Jahresbeiträge Wanderbibliotheken »nd Eigcn- büchercicn im Werte von 60—200 Mark ab. Tie Wanocr- brbliothcken können alljährlich bei völlig freier Wahl neuer Bestände umgctauscht werden. Tic Eigcnbüchercicn, die von den bctrcsscnden Körverschaste» völlig frei zusammengcstellt werden können, ,verden IN 4 Jahren freies Eigentum der Gemeinden. Im letzten Jahre hat die Gesellschaft nebni ihren regel- mäßigen Leistungen noch als Käiscr-Wilhelm-Jubiläumsgabc an 1500 wenig bemittelte Büchereien 18 000 Bände im Werte von 37 500 Mart unentgeltlich abgegeben. Anträge sind zu richten an die Gcsellschast sür Verbreitung von Volksbildung, Berlin IW., Lüneburger Straße 21. Von der Geschäftsstelle werden orientierende Drucksachen kostensrer versandt. — LconeavalloS neueste Over. Leoncavallo arbeitet gegenwärtig, wie aus Neapel berichtet wird, an einer neuen Oper, deren Schauplatz Neapel sein wird Ter Titel des Werkes wird ,.2lve Maria" lauten, und cs wird auch in Neapel feine erste Ausführung erleben, - Tas Louvre und die Photographen. Turch den Raub der Mona Lisa ist die Aufmerksamkeit weitester Kreise ans die bedenklichen Folgen gelenkt worden, die das Monopol des lekannten vhowgraphiichen .Hauses Braun. Element und Eo. iür das Louvremuseum schon seit Jahren nach sich gezogen hat. Nunmehr hat der neue Direktor des Louvres, Henry Marcel, kurz nach seinem Amtsantritte den Mut gesunden, den Vertrag dcS Lonvrr mit dem gedachten Hause, wodurch dicici» ieil Jahr zehnten das alleinige Recht des Phoiogiaphscrens und der Ka talogverössciNlichung geirchcrt war, zu lösen. Leicht n>ar dies allerdings nicht, da Braun, wie der Pariser Mitarbeiter des „Cicerone" berichtet, sür die Rcstbeständc seiner Kataloge, die teilweise ans den achtziger und siebziger Jahren stamme» und greulich gedruckt und ausgcstattet sind, die Summe von 65000 (!!> verlangte. Ein Anstguar würde iür diese Makulatur kaum ein paar hundert Franken zahlen. Nach langen Verhandlungen ermäßigte Braun seine Forderung au, 40 000 Franken. Nun hat sich die Zentralvcrwaltuiig entschlossen, sür Verleger einen Wettbewerb auszuschrerben und demjenigen bei Katalogausgabe zu übertragen, der die Schulden des Louvre bei Braun übernimmt und außerdem dem Staate einen Gewinnanteil am Absätze der Kataloge zusichert. Tas Recht, rm Louvre zu photograpbiere», soll allen, die die crsorderlichc Bürgschast zn leisten oennögcn. zu- geiviochcn wcedcn, so daß endlich zu hossen steht, daß^dic ilowt- Welt auch von den Tcnknrälcrn INI sranzösischen Staatsbesitze brauchbare Wiedergaben zu erlangen ersparten kann. u. ii. tue durch dl'» neu.» Zolltarif und Mi* Zöllner waltungsaesetz geschaffene Lage in den Bereinigten Staaten von Nordamerilg. Ersrenlich sei. daß zwei Kestiin munaen de* BerwattnngKgesetzeS unausgeführt bleiben durften, die Bevorzugung der auf amerikanischen Schissen eingehenden Ware» und die Vorlegung der Geschäftsbücher durch Exporteure. Es gelte nun, die allerdings nicht sehr zahlreichen Zollerntästigunge» nach Mögltli ->it auszunutzen, ferner den Markt in den Bereinigten Staaten überhaupt intensiver unter Berücksichtigung seiner besonderen Bedürfnis,: zu bearbeiten und drittens die von den Bereinigten Staaten umworbenen fremden Märkte, namentlich in Mittel- und Südamerika, schärfer ins Auge zu fassen. Besondere Einrichtungen zu diesem Zwecke seien nötigt Berhandlungen hierüber schwebten bereits. Dagegen sei von der (Gründung neuer Wirtschastsvcreine, wie sie neuerdings beabsichtigt sei, nach dem Urteile von Sachkennern für aincrilanischc Verhältnisse wenig zu erwarten. Sodann hielt Professor Tr. Pohle- Frankfurt a. M. einen Bortrag übet: ,,9i£iicte » at i o n a l ö ko n o m i s ch c Lehren über die Stell»» g- d c s Unternehmers und der Arbeiter i m W irt - schaftSlcben" 'und kritisierte dabei besonders die Au ichaunngen der käthed. r-sozialisrischen Richtung der deutschen Nationntölononiic über diesen Gegenstand. - Zn der Be sprechung dieses mit großem Beisalle ausgenominencn Bortrages wurde aus die durch den Kathcdcrsozi.tlismus mik- vcrursachtc falsche Stellungnahme der Leffeiittichkeit gegen über der Werkvereinsbewegung hingewiesen. Diese Bewegung stelle wieder die Gemeinschafts-Arbeit von Unterneh iner und Arbeiter eines Werkes in den Vordergrund utib fördere dadurch nicht nur das Interesse beider Teile, sondern auch das des Bolksganzen. U e b er die Herstellung eines dritten und vierten Gleises aus d er Strecke St r a st b » r g - Basel bezw den Ban einer Seitenbahn zur Entlastung dieser Strecke ist.dem Reichstage eine Denkschrift zugegangen. Tic rund 1 tO Kilometer lange zweigleisige Hauptbahn strastburg-Bascl hat in den letzten Jahrzehnten eine so bedeutende Berkehrsstcigerung erfahren, daß für die Abwicklung des Zugverkehrs große betriebliche Echivicrigkeiceu zu befürchten sind, wenn nicht rechtzeitig für eine durchgreifende Entlastung gesorgt lvird. ES gibt nur zwei Möglichkeiten der Abhilfe, nämlich entweder den drei- und vier gleisigen Ausbau der bestehenden Linie oder die Schaffung einer selbständigen zweigleisigen Hauptbahn, die in verhältnismäßig nahem Abstand neben der bestehen den hin- läuft. Eine viergleisiqe Bahn übertrifst in der Leistungs- sähigkeit zwei zweigleisige Bahnen bei weitem, weil aus der viergleisigen Bahn der Personenzugverkehr vom Güter Zugverkehr getrennt, d. h je ein Gleispaar den schnell» zatzrenden und langsainfahrenden Zügen zugewiesen werden kann. Beim Ban einer zweiten zweigleisigen Bahn tritt die Notwendigkeit, Züge von der bestehende» Bahn wegzunehmen, mit den Interessen der auf diese Bahn Angewiesenen, namentlich im Personenverkehr in Ko.lision. Ter Betrieb einer viergleisigen Bahn ist billiger als der Betrieb von zwei zweigleisigen Bahnen. Tie Tenlschrist kommt zu dem Ergebnis, daß der Ausbau der bestehenden Strecke vom finanziellen Standpunkt aus erheblich wirlschastlicher ist, als der Bau einer Parallelbahu. Au»lanv. Vom Papste. Tic „Tribuns" schreibt: Zu vatitani- ichcn Kreisen tritt unverhüllt die Besorgnis um die Gesundheit des Papstes hervor. Es sind verschiedene Gerüchte verbreitet, unter anderen das, daß der Papst manchmal Ein spritzungen braucht, um Empfänge abhaltcn zu können. Darum wünscht man. daß das Konsistorium, ivelches die neuen Kardinale ernennen soll, nicht zu sehr hinansgescho- ben wird. „Giornale d Jialia" erklärt, daß das Befinden des Papstes sich nicht versclckimmeri habe. Ter Papst sei ivührcud des Winters sichtlich abgemagert. Tic Augen erscheine» größer und leuchtender. Das führte zu dem Glauben, daß er Fieber habe, aber die Chronik der privaten lind allgemeinen Audienzen, die der Papst stets gewährt, sei die beste Bekräftigung der beruhigenden Nachrichten über sein Befinden. Eine russische Auszeichnung Tclcasses. Ter Kaiser von Rußland verlieh dem französischen Botschafter Telcasse in Anerkennung seiner fortgesetzten energi scheu Bemühungen, die französisch-russisch',, Beziehungen enger zu gestalten, den Andreas-Orden, dessen Insignien der Minister des Aeußern Sasanow dem Botschafter persönlich in der französischen Botschaft überreichte. Tcr griechische Ministerpräsident Beni z.clos ist Samstag früh aus London in Paris cin- getrossen. In Mepiko City sind einige wenige Flüchtlinge ein- getrosscn, die berichten, daß die Rebellen neuerdings etwa 100 Frauen und Kinder sowie 150 Bundesfol- datcn niederge metzelt haben. Tic Unglücklichen halten sich bereits ergeben und befanden sich in einer Farm in der Nähe von Maiehnala, wo sie dem Blutdurst ihrer Feinde zum Lpscr fielen. Aus Stadt und Land, Gienen, 2«. Januar 1014» ’* Der.Großherzog empfing am 24. Januar n. a. den Foruassefsor Schäfer von Lanbach. "Tie M a n l - und Klauenseuche ist in O st - Hose», Kreis Worms, erloschen. Tic Seuche herrscht fort in Nnmp en heim . KrciS Osscnbach, und in Nicdrr- W öl lila di, Kreis Fcicdbcrg. ** „Teu t ! che B a u e r » a n s i e dl u ngc „ in Bos n i c l,." Ter Alidcutichc Verband Gießen batte Tr. Alb. O c b l e r aus Banjaluka in Bosnien veranlaßt, über das vorstehende Thema am Sonntag abend im Hotel Großherzog einen durch Borrübrnng von Lichtbädern unterstützten Vortrag zu halten. Freiherr von L i e b I g cröstnete den .Abend, indem er an die gegenwärtige schwierige Lage des Tcutichiums in Europa erinnerte und seiner Ucberzcugung Ausdruck gab, daß der Krieg de- Drei verbände: gegen das Tculiche Reich und Oesterreich Ungarn, den zweiten „kranken Mann" Eurovas, beschlossene Sache sei. .lwar sei die Notwendigkeit einer starken äußeren Rüstung des Reiches und einer lörvcrlichc» Ertümiigung des Volkes jctzl allgemein anerkannt, aber aus den, Gebiete der Erweckung und Erholtu», i des tatenireudigcn, zieldcwnßtc» Borwärtsstrcbcns fei noch viel Arbeit zu leisten. Der heutige Abend gelte einer praktischen H i l s e l c i st u n g für das Deutschtum in den bedrohten Grenzgebieten. Prof. Ä IN e l i n gab an Hand einer Karle eine Ein iührung in die geogravbiichcn und völkiichi-u Berhälmissc Bosniens und der Herzegowina. Daraus trat Tr. O e h I c r in den angekündiglen Vortrag e>» und schildert, zunächst die Lage au! dem Balkan nach dc„ soeben beendigte,, Feldzügen. D.-e Friede sei ücher nur ein WaiienniUsiand zwischen den beiden großen Völkerschastcn der Bulgare» und Serben, der dem Deutschtum allerdings die Rolle des lachenden Dritten zuweisc. Darum iei es an der Zeit, alles zu tun, um die oarbandcnen deutsch nationalen Kolonien zu stärken und zn mcbren Harte .Arbeit sei geleistet, die Eroberung des Boden- habe Blut genug gekostet: nun dürse auch lein LuadraUneler deutschen Landes verloren gehen. In beredten Worten schilderte der Redner den steigende» Wohlstand der „Schwaben", der nur eines billigen Vciricbs- kredits bedürse, uni die Wucherschulden abzulösen und zu günstigen Bedingungen türkische Ländereien »>,»kaufen. Bönerliche Svoc und Darlehnskasscn und eine Bank siiid dort gegründet »nd oer- zinscii eingelegte Gelder unter größter Sicherheit mit 0 Prozent So biete sich jedem Kapitalisten gute Gelegenheit, der Kolonie zu dienen, ohne etwas opfern zu inüiien Alsdann wurde eine stattliche Anzahl wohlgelungener Bilder oo» Land und Volt vor- geführt, die allerdings nicht für die Propaganda, sondern für den 0 onrislenvcrkedr herg.'sicllt ivurde», dennoch wohlgecignct sind, überall Interesse nie jene Gegenden zn wecken. Tr Oehler schloß mit dem beifällig aiisgenommenen Satze: Nnnwohl, der B»l kan den Slawen, aber Bosnien dem T c u t s ch t II NI ! ** Pom K o n j e r t o e r c in wird uns geschrieben: Wie im octgailgeucn Jahre, vcransialtet der Kmizcttvcrein auch in diesem Winter zwei ausciiian.-ersolgendc große Konzerte in Ge- niciiiichast mit der Meininger H o f k a v e l l c und dem a k n - demiichen Gesangverein. Sie finden »ne folgt statt: Am Svnntoi, den l. Fel.gar. Orckicsleiabend der Meininger 5g oika pelle unter, Pros Dl. Max Negers Leitung im Sta'tti eatei, pünklickrum und am Montag, de» 2. Februar, Aussührung der Matthänspassron. von Job. Sebastian B a ch, in der Stadckirche. püntilich 7 Uhr. In letzterem Konzerte, da- Prot. T r a n r n, a n n leitet, wirken außer »amhasten Solisten die Meininger Hotkapcllc, der akadrmiiche Gesangverein und die evaniel. Knabenschule mit. Beiden Konzerleir gehen ös- sentlichc Proben voraus, und zivar am Samstag, den Ml. Januar, abends 7 Uhr in der Stadtkirche, die zur Matthäuspassion. und am Sonntag, den l. Februar, voi mittags 11 Uhr im S t a b t t h e a t e r, die zum Or chcsteikonzctt der Meiniger Ta sich für diese hervorragenden Beianstialtnngen ein reges Interesse »ich. nur hier, sondern auch ausx.i.cts runtgil.t, sei daraui hingewieien. daß der Kaitenoerkant für Nichtalvnnentcn in der Musikalienhandlung von Ernst C ballier bereits begönne» Hai. Tort werden auch schriftliche Bestellungen vvrgrnierlt und erledigt. ** I m Union Theater wird in dicker Woche ein interessantes Programm vorgesührt. Tic tzaup.schlager sind: „Eine Betzweiselte", „Ein Tranra im Baskenlande". Scnsationsdrama in 3 iklkten und , Bon Indianern überfallen", Wildpest-Trama in 3 stlllcu. Auch der Humor kommt voll zu seinem Rechte. - * Gewerbliche Revisionen 1913 (4. Quartals. In den Monaten Oktober, November und Dezember ivurden revidiert: 1 Petroleum!,intanlage der Dentsch-Amerikänischen Petrolcumge- ieilichait und verschieoenc Petrolenmlagcr ani Grund der Bcr- ordMiiig vom 20. Moi 1903 und der gestellten Bedingungen. 2. Milchhändler und Molkereien inbezug aus Verkauf von Kair- nnd Kindermilch aus Grund cer Milchvcckaussordnnng. 3. Frucbt- eishändler inbczug aus Reinlichkeit der Geräte uno des Materials. 4. Oiiene Verkaussstellcn, in denen sog. Bluiwein angepriesen nnrd. 5. Piandlcihans allen »nd Trödler a»t Grund der Verordnung vom 2. August 1899. 6. Kammerjäger inbezug aus Ausbewahrung von Giften aus Grund der Verordnung vom 15. April 1896. 7. Verschiedene Benzinlager auf Grund der Verordnung vom 20. Mai 1903 und der gestellten Bedingungen. 8. Borstcnzurich- tercien, Bürsten- und Pinsclmachcreien aus Grund dcr bundes- ratlichcn Bestimmungen vom 22. Oktober 1902 soivie bezüglich Desinsektion ausländischer Ware und Impfung ausländischer Arbeiter. 9. Kleider- und Wäsch.konsckliunSircrtstätlen ans Grund der Verordnung vom 3k. Mai 1897 und 17. Februar 1904 und 8 241 der Hess. Aussührnngsbesiimmungen zur Gewerbeordnung. 10. Verschiedene DamvjI.'sselanlagen. 11. Warenhäuser und größere ossene Berkaussstellen inbezug aus Sitzgelegenheit des Personals a»! Grund dcr Bekannimachung des Reichskanzlers vom 28. November 1900. 12. Verschiedene Schlosiercien an, Grund des p 130 dcr Gewerbeordnung. 13. Gewerbsmäßige Güterhändler ani Grund der Bekanntmachung vom 27. Juni 1908. II. Mineralwasfcr- sabriken aus Grund der Verordnung, betr. die Herstellung künstlicher Mineralwässer vom 22. Juli 1880. 16. Toilcttengeschästc und Friseure inbezug gut Verkauf von bleihaltigen Haarfärbemitteln aui Grund des ReichSgeietzes vom 5. Juli 1887. 10. Benzin« wäschcrcirn aui Grund gestellter Bedingungen. 17. Farbwarcn- hgndlungc» aus Grund dcr Verordnung vom 17. April 1895 und 15. Juni 1905, den Verkehr mit giftigen Farben betr. 18. Knochen- unb Lumpenlager aus Grund des Lokalreglemcnts vom 8. Oktober 1884. 19. Warenhäuser und offene Verkaufsstellen inbezug ans Lagerung von Zelluloibwaren. 20. Barbier und Friicur- stubc» ani Grund der Polizeiverordnung vom 20. Dezember 1909 'und 14. Juni 1904. 21. Drogisten, Bandagisten und Frisemie inbezug auf össentliches Anpreisen von Präservativs nfw. auf Grund des 8 184 des Reichzstraigesctzes. 22. Führung von Lohnbüchern in den Kleider UNS WSschekonjcktionsgcschäflcn aus Grund der Bekgnntnrachung vom 14. Februar 1913. 23. Bäckereien nnd mit diesen verbundenen Konditoreien aut Grund der bnndesrai- lichcn Bekanntmachung vom 4. März 1890. 24. Beschäftigung schulpslichtiger Kinder in gewerblichen Betrieben aus Grund des Kindcrichutzgcsctzcs. 25. Ossene Verkaussstellen und Warenhäuser, in denen ein Kleinhandel mit Kerzen betrieben wird, aus Grund der Bekanntmachung vom 4. Tezrmber 1901. 20. Warenhäuser inbezug aus Feuers,chcrl,eit aus Grund der gesetzlichen Bestimmungen vom 15. Juni 1905. 27. Offene Verkaussstellcn, m denen Margarine, Margarinetäse oder Kunstsvcncsett nnsbewahrt »nd verlaust wird, auf Grund des Gesetzes vom 16. Juni 1897. 28. 98 Betriebe, in welchen in der Regel 10 Arbeiter beschäftigt werden und diesen gleicht ehenden, inbezug aus Beichästiguug jugendlicher Arbeiter und Arbeiterinnen über 16 Jahre aus Grund der 88 107, 135—139 dcr Gewerbeordnung sowie 88 241—243 der Aussühruiigsverordnung zur Gewerbeordnung. 29. Zur Erhebung kamen 58 Nahrungs- »nd Geunßmitlelprobcn sowie Gebrauchs- gegenständc, darunter 38 Vollmilchproben nnd wurden dem chemischen UntcrsuchungSamt überleben. Von den Milchprobeu wurden beanstandet, eine wegen zu niederen spezifischen Gewichts und eine wegen Wassrrzusatz. Im crstcrcn Falle trat Verwarnung ein, im zweiten wurde Anzeige erboben. Außerdem wurden 00 Straßcn- lontrollen vorgenommen, hierbei ergab sich eine Begnstandnng wegen z» niederen ivezisischen Gewichts. Der Mischmilch wurden Proben, bevor die Milch gemischt, entnommen, und dem chcmisck>en IlntersucbungSamt zugesührt, von diesen wnrde eine als gewässert bczckchnct. '* Mäuse in der Orgel. Daß das Acer der Mäuse aut den Accker» ungeheuren Schaden anrichten kann, ist allgemein bekannt. Mit ollen mög ichen Mitteln tühit man gegen sie den Vernichtungskrieg. Welchen Schaden aber schon eine kleine Zahl dieser Nager anrichten kann, iolltc man an dcr Orgel zu Hattenrod erfahren. Scho» etliche Wochen zeigten sich beim Srielen Mängel, die man allgemein der Feuchtigkeit dcr Lust ziischrieb. Daher ließ man die Orgel in diesen Tagen von einer Lichec Firma einer Reparatur unlecwersen. In der pneumatischen Orgel werden die einzelnen Psciien durch znsträmcnden Wind geeiinei. so daß >ic cillingcn können. Der zuströmendc Wind füllt tzueri kleine W i n d s ä ck ch e n aus dünnemLeder, die durch Austlähen das Oeffnen dcr einzelnen Psciien bewirken. Nun hatie» tie „a r Ui c II ft i r ch c » mäns c" etwa 100 dieser Söckchen angenagt, so daß diese sich nicht mehr füllten. Tic Folge war, daß die entsprechenden Pseiscn streikten. Tie Mäuse batten sich eine teure Mohlzeii geleistet nnd sind wahrscdcinlich doch nicht latt geworden. .**■ G üt c r r c ch ts r c g ist c r. E r rn n g c n s ch a t t s g c » m c l n s ch a s t haben vereinbart: Die Eheleute stgeinrich Sn - tr I s - Landwirt, und Henriette Adelheid geh- Paricnheimer in Lt. xivhann, eichniiedcmeistcr Georg Ludwig W e i » in n n n und .eile» Ehe rau Kothaiinc geb. Kern zu Holzhiiiscu, Peter A st - Ls i,m i' l XI , Techniker, und Ehesrau Elisabeth: geh. Becker in Brlck-oisheim, Wilhelm T b o» . Lökomviivlieizer. nnd Eheirau Margarethe gel Raab in Bischofsheim. Ehristoph Ludwig Friedlich I> Landwici. nnd Encsr.ui Angelika geb Brodhecker in 'L»I eichen 8 ü t e r l r e „ n n n g haben verei hart: Johannes iki ünewald Il„ Händler, nnd dessen Ehesrau Elisabetbe geb. 8 ** 1 , l.i e in_Eierstadt. Friedrich Wilhelm Huwerth, Fa- l:i! i»t, und Eheirau Elise Wilhclmine geb Fcregonncan in Osten- lacha. M.. Wolf Heinrich IV., Schuiied in Esscnhcim und Mar- gnrete geb. Stern, Maurer Mar.in Kr I m Ni in Raibach nnd seine Frau Anna geb. Appel. 'Anton Schneider. Backoienbauer, und dessen Ehesrau Elisabethc, geb. Sorg, beide in Ebcrstadt, Kanimonn Johannes Günther und dessen Ehesrau Anna geb, Brrilhanpt z» Darmstadt. Landkreis Gießen. E Trohe, 24. Jan. Nachdem die 61 e >» c i n b c t a 15« >v a h l vom 31. Oktober 1913 durch Beschluß öe? Krei?» anSschnsse? de? Kreise? Gießen vom 22. stlovember 1913 snr »»gültig erklärt ivordcn ivar. fand heule eine neue Wahl stall. Hierbei ivurden geivahlt: Ferdinand Löhner, Karl Nan und Johanne? Krämer. Krämer »inßle durch da?La? be- üimmt werden, da ein weiterer Kandidat (Heinrich Haas) die gleiche Stiimncnzahl erhalten hakte. Kreis Schotten. z. Gedern, 23. Jan. Gestern abrnd wurde die Maschine de? kurz vor 7'/- tthr hier einircssende» Zuge? defekt nnd mußte gusgeseizt ivcrdcn. Erst nachdem eine Reserveinnsehine vorgehängt ivordcn war, konnte der Zug mit anderthalbstündiger Bcrspäiiing seine Fahrt nach Ober- Seemen fortsclze». z Hcrchcnhai», 23. Ja». Die B n r gcrin c i ster° ivahl vom 20. Dezember, bei der der bisherige Bürgermeister Heinrich Nomps V. cinslimmig wiedergeivöhli wurde, ist bestätigt ivurde. KrciS Fricdbcrg. ? Bad-Nauhetm. 24. Jan. Nachdem am 3>. Dezember als icßtc? der Badehäufer Badehaus 8 geschlossen worden ist, bleiben seht n.lc Badchäuser für wenige Wochen außer Betrieb. Trotzdem werden gegenwärtig im städtischen K o n i tz ly - S t i s t iäglicki Bäder verschiedener Formationen verabreicht; in dieser Woche waren es an manchen Tagen iiahczil 100, dir von den 200 anivesenden Kurgästen genommen wurden. G Ockstadt, 24. Jan. Ein Gi s t in o r d v c r s u ch, der an die Schandiaien Hopfs erinnert, ist in Ockstadt auö- gesührt worden, aber zuni Glück ohne verhängnisvolle Folgen geblieben. Bei dem Landwirt M e u s c r standen ein aus Tiltenburg gebürtiges Dien st m ä d ch e n und der Knecht Karl Weber in Diensten. Ta die 5aerrschaft das von ihnen uuterhaliene Liebesverhältnis nicht gern sah, faßten beide den Entschluß, die ganze Familie Mcuser zu vergiften. Sie mengten den Speisen Salzsäure zu. Ter starl' Eleruch der Säure ließ die Herrschasi und besonders deren Kinder, die die Annahme der stark riechenden Milch, des Kaffees und der Suppe verweigerten, Verdacht schöpfen. Tie chemische Untersuchung ergab den Beweis, daß Salzsäure verschiedenen Speisen beigemischi ivvrden war. Tic Salzsäure war den beiveu Giftmischer» l'icht zugängli'b da sie im Hause als P utz m i t t ei Verwendung fand. Das M ä d ch e n, das bereits in seiner Heimat verhaftet ivvracn ist, hat sofort den Plan, die Herrschaft zu vergift'», gestände» und den T i e n st k n e ch i als den Urheber de s Gedankens bezeichnet. Weber, der noch im Hause Meuscr war, wurde daraufhin sofort verhaftet, l. » g n e t aber bis heute noch hartnäckig. — Das Dorf ist über die verbrecherische Tat in großer Aufregung. 2 Holzhauscn v. d. .h„ 24. Jan. An den Folgen eines Schlaganfa.ls ist B ü r g c r ni e i st crBeckergestor- b en. Ter Verstorbene, der in, 61. Lebensjahre stand, erfreute sich im Dorfe allseiliger Verehrung. Er Hai verschiedenen gc- meinnützige» Bestrebungen stets gerne feine Dienste ge liehen: so gehörte er u. a. seit kurzem auch dem Vorstande des Hessischen Vereins für ländliche Heimat-, Wohljahrt- und Kuiistpslege an. Da Holzhauscn gegcmvärtig auch keine Beigeordneten hat, mußte dem GemeinderatSmitglicd T e c u- n y die provisorische Leilung der Gemeindeverwaltung übertragen werden. — Die Wahl des neucn Bürgermeisters svll, wie verlautet, schon am 5. Februar stattsinden. Hcsscn-Rassau. Biebrich a. Rh., 25. Jan. Die Städtischen Kollegien haben heute in einer außerordentlichen geheimen Sitzung den A n k a u f s ü m t l i ch e r Aktien des B i c b r i ch c r Gaswerkes A.-G. beschlossen. Das Werk verfügt über ein nominelles 'Aktienkapital von 302000 Mark, das sich seither in den Händen vier Privater befand nnd zwar der 5oa»pttcil dcr Aktien in einer 5oand. Das Werk rentiert sich außerordentlich gut, löge- sich daraus ergibt, daß der letztiährige Gewinnanteil dcr Stadt allein 44 000 Mark betrug. ^ T i e O b st b g n m s ck> ä d l i n g e im W i n t e r Ter ausmertiämc Natur- nnd Gariensrcuud bat auch im Winter, besonders an trockenen. Hellen Tagen, in seinem Garten Gelegenheit zu recht intcrcssanlen Beobachtungen. Ta NM diese Zeit tonst wenig im Garten zu tun ist, so ivendct er seine Anf- merksamkcit ans die Schädlinge des Obstbaues und bc- iieil i emsig deren Vertilgung. Vielc Insekten überwintern in den Eiein, welche die Weibchen an -geschützten Stellen abgelegt haben, andeic überdauern den Winter in der Puppciisorm, eine ganze Anzahl auch im lebendigen Zustande als Schmetterling oder Raupe. Wer nun sorschenden nnd prüfenden Sluges durch seinen Gatten schreitet und dabei der Rinde seiner Bäume besondere Allsmerk iamkcit schenkt, dcr kann viel schädliches Ungeziefer ohne viel Mühe vernichten und sich so vor großem Schaden im nächsten Frühiahr bewahren. Vor allem sind es die großen und kleinen R a n pe n n e st er, die zn vernichten sind. In ihnen übttwintcrii viele Hunderte von kleinen Ränvchcn, die im ?lpril und Mai durch ihren Fraß oft großen Scheiden anttchten. Tie großen Raupennestcr stammen vom 61 o l d a i t c v , die kleinen vom B a n m iv c i ß l i n g , der in unserer Gegend seltener geworden ist. An dünnen Zivesgen findet man die kitiarfigen Eierringe des Ringelspanncrs, eines braunen Nachtialiers, dessen Raupen die sogenannten „Livreen", uns so oft die Obsternte ftrciaj machen: ferner sind für ein geübtes Auge auch die Ei er schwämme des Tickkopis oder Schwammspinners leicht zu sehen, die als braune, unregelmäßige Flecken an den Stämmen dtt Bäume und an den Latten und Planken dcr Gattcnzäunc eine gewisse 'Acbnlichkeit mit einem Stückchen Feucrschwamm haben. Feit an die kleinsten Zweige der vcischicdcnstcn Obstatten angeschmicgt, kann man auch die s ingen, überwinternden R ä u p ch e ii der K u v s c r g l u ck c crir-uhen. denen sellst die größte Wintcrkälte Nichts schadtt. Alle diese Schädlinge sann man jetzt im Winter leicht vernichten. Man schneide! die E- setzten Zweige ab und verbrennt sie. Tie Eicrdcr Blattlaus, die wie kleine Pulverkörnchen die Rindc^ dcr jungen Triebe der Rosen nnd Obstbäumc bedecken, sowie die S ch i l d e r d c r S ch i l d- läute am alten Holz dcr Johannis und Stachelbeeren, dcr Rosen lind der Weinreben find leicht abzukratzen und so zu vernichten. Wer nun gründlich ausränmcn will mii all diesem schädlichen Ungeziefer, auch mit den Flechten nnd Moosen am Stamm und den Acstcn der Bäume, der nehme die Baumspritze und gehe mit einer lOprozentigcn Lösung von Schachts L bst b a u m ka r- botinciim gegen diese Obstbauinschädlinge vor. Im blattlosen Zustande dcr Obstbsume und Bccrenobststtäucher, der Rosen und Weinrebe» werden die Eier, Puppen »nd Larven der Insekten leicht mit diesem Sptttzmittcl getroste» und getötet, ohne daß die Bäume dabei Schaden leiden. Wenn so dcr Gartensrcnnd und dcr Obsb- züchter immer ossene» Auges, beobachtend nnd überallhin an?- |o)üue>i{), nud) im Winter den Kampf gegen j»« Schädlinge unermüdlich sortsctzt, dann wird reicher Legen feine Arbeit lohnen, Mer nur der Kundige sieht, was dem Unkundigen und dem Unwissenden verbargen bleibt. Deshalb sollten die Belehrungen über derartige Erscheinungen in der Natur schon bei der Jugend beginnen. Nur wer in der Jugend gelernt bat, tu seben und zu beobachten, der wird in späteren Jahren niil sicherem Blick sich vor manchem Schaden bewahren und manches Unheil leicht abtvenden und verhindern können. veremrriaHnci'tni. — N a t^r r h e i l v e r e i n. Am Samstag feierte der Natur- hcrlverein im Saale des Katholischen Brreinsbauses feilt Slip tunasfcst, Tic Festrede hielt Tr, Svohr, Einige lustige Theaterstücke, darunter ein Singspiel, erregten grosse Heiterkeit, Tas bekannte Quartett von, Baucrschen Gesangverein, ebenso Herr H a s s - n c r mit einem Bariton-Solo, ersrenten die Zuhörer mit ihren Bortrügen, Auch Gicßcnrr Wandervögel mit Gitarre. Mandoline und Violine wurden für ihre schönen Volkslieder mit Beifall belohnt Vor dem Tänzchen zum Schluss tvurde ein? Verlosung zum Besten des Bundeskranlenhauics abgehalten, —■ Der Kellner verein Gienen vielt au, Donnerstag lein Wintcrscst in Steins Garten ab, das >>ch eines starken Besucher erfreuen konnte, Das reichhaltige Programm fand allgeiueinen Beifall, besonders die Vorträge des gemischten Ehorö der Gesangvereins „Liedertafel", Ten Schluß bildete eine Tombola und der Ball, (-) G r oß e n - L i » d e » , 25. Ja», Am Samstag vcranstal tete der Turnverein sein W i n t e r f e st, Herr Stein nagcl sprach über den Vorteil des Turnens für die Gesundheit und bc antragtc die Gründung einer Tamenriege, Mnsilvorträge. turnerische Uebungc» und ein flott geshicltes Theaterstück verichönerlen das Fest. Ein frohes Tänzchen hielt die Gälte lange beisammen. Lich, 24, Jan. Tic Ab cn d u n lc r d a l t u n g des StcnographenvcreinS „Gabelsberger" bot ein reiches Unterhaltungsprogramm, das die zahlreichen Gäste aufs angenehmste unter hielt An eine graste Anzahl Mitglieder kamen die Diploms zur Verteilung, die auf verschiedenen Bcttschrriben im adgc taufenen Jahre errungen waren, T Hattenrod, 23. Jan, Ter hiesige Z w c i g v c r c i n des Evang. Bundes veranstaltete heute eine Abendunter oaltung, Nach begrünenden Worten des Borfiliendc» sprach Pfarrer H o s m a n n - Winnerod über das Lebe» und die Persönlichkeit Blüchers, In lebenswahrer, fesselnder Weife stellte er diesen .Helden den zahlreichen Zuhörern vor die Seele, Turch uon Schülern vorgetragenc Gedichte und die Mitwirkung des Gesangvereins „Eintracht", unter Leitung des Lehrers M e i d l, wurde die Feier verschönt, £ Bad-Nauheim, 25. Ja», Eine Vorfeier zu Kaisers Geburtstag beging heute der Krieger und M i l i t ä r v e r e i ir „Hassia" durch eine Abcndunterhaltung in der Turnhalle, die aus allen Bevölkerungskrcisen zahlreich besucht war und ein reichhaltiges Programm bot, Tie Festanivrache, die IN das Kaifcrhoch ausklang, hielt der Vorsitzende, Ttadtrai Schäfer, ,0 Reichelsheim (Wctlerau", 25, Jan, Eine grost angelegte KaiscrycburlSIagsicier veranstaltclcn heute Kriege r- und T u r n- n er ein unter Mitwirkung des Musik- und Gesangvereins in der „Post", Im Anschlust daran wurde daS Bolksschauspiel „Aus g r o st c r Zeit" aufgesührt. vom Sriegasten. Man kann de» Briefkasten wohl gleich der Briefmarke als eine Schöpfung der neuzeitlichen Vcrkchrsentwicklung anfehcn, "Allerdings fehlt cs nicht an älteren Versuchen, doch ist ihnen ein dauernder Erfolg nickt besckncdcn gewesen, lieber de» Ursprung der Briefkästen, dieser heutzutage selbst auf deni kleinsten Torfe vorhandenen Behälter, die aufsälligerweifc nicht zuerst in Europa, sondern auf den, afrikanischen Erdteil vorgekommen zu sein scheinen, verdanken wir einem Schriftsteller, Johann Akbreckt von Man dclslo, eine interessante Mitteilung, Tiefer hatte sich im Jahre 1633 gemeinsam mit 'Adani Qlearins (eigentlich Oelenschläger) einer von dem Herzog Friedrich III, ;» Schleswig.Holstein zuerst nach Moskau und dann nach Persien geschickten Gesandtschaft an- gcschlossen. Er vcriastte über diese und andere von ihm nistest »onimene Reisen im Orient eine „Morgenländische Reniebeschrer bn»^", die sein Freund Llcarrus im Jahre 1658 herausgab. Darin finden wir in dem die Rückfahrt^ von Persien ans dem Seewege betreffende» "Abschnitt folgende Stelle: „Ein Briefkasten von Stein (Jnhaltsvcrmcrk am Randes, Ter Ort Eavut bonac spei (Kap der guten Hoiinungi wird von den Ostindiensahrern >ür den halben Weg, nämlich 2500 Meilen von Indien, gehalten. Sie legen ungemein allhicr a», Tie Holländer haben am Hasen einen gewissen Ort und Stein, in welchen sie Briefe legen, damit andere' vorbei! rehsende Holländer von ihrer Rens und Fahrt, wenn und wo sie ausgeqangcn und wohl» sie gcrchset und was ihnen tonst begegnet. Rachricht haben mögen. Es gibt große Freud, wenn iic daselbst anlangeu, nicht allein, weil die Repse hrlb verrichtet, sondern auch wegen der Kranken, welche sie allhier an Land brrn-en: dann durch die Erfrischung, gesunde Luit und Speisen und War tung iic innerhalb wenig Tagen wieder gesund werden können," "Auch auf der Insel St, Helena befanden fick, fo wird erzählt, n ewige Stellen, wo man Briese nicdcrlcate, die für nachkommcnde Schisse bestimmt waren, Achnliche Briefbehälter wurden mit der Zeit noch an vielen Orten an den Schiiiahrtsstrasteu eingerichtet, und noch heutigen Tages lind solche Sammclstellen iür Bries- ichaitcn vorhanden und unter dem Schutze aller Rationen im Gebrauch. In Deutichland wurde der erste öffentliche Briefkasten im Jahre 1765 im Flur des Postamtes i» Berlin ausgestellt : ein zweiter lnm erst im Jahre >824 in Lunzig hinzu. Gern hätte man ein weiteres getan, „zur Gemütlichkeil des Korrespondenten", aber mau traute dem Publikum nicht. Selbst der preustiiche Pott- rat Piftor regte im Jahre 1801 an, zwar mehr Brieikästeu au zubringen, aber stets auch eine Schildwache dazuzustellen. So mußte denn noch lang" Jahre die schreibselige Welt ihre Brief« immer hübsch zum Pofthause tragen. Allerdings must man hi-rbei berücksichtigen, dast zu jenen Feite» ein staatlicher „Ortsbrief verkehr" ganz unbekannt war. Deshalb entstanden im 13, Jahrhundert auch allenthalben private Stadtposten Diese sandten dann rcgclmästig ihre Boten aus, die einen Sammclkastcu bei sich trugen und die Einwohner durch Klingeln aus ihr Kommen ansmerkiam machten. In Wien hatten sie Klapp.'nt; daher war dort auch der Name „Klapperpost" gebräuchlich Im Jahre 1850 wurden die Freimarken einaesührt, und nun begann man auch damit, allenthalben össentliche Briefkästen auszu^cllcn, so dast cs also Briefkästen im heutigen Sinne erst seit rund «10 Jahren gibt, Ten Ruhm, das drieikastenreich e Land Europas zu sein, darf nach einer vom Rcichspostanit veröiientlichten Statistik der euro- väischen Briefkästen das Deutsche Reich einheim'cu. Innerhalb seiner Grenzen sind nrcht weniger als 153187 Stück dieser nützlichen Einrichtungen vorhanden. An zweiter Sielte steht Frankreich mit 83100, an dritter Großbritannien und Irland mit 63 332 Brieikästeu; dann folgen Oesterreich mit 43 317. Italien mit 36 270, Rußland mit 27 763 und die Schweiz mit 13 472 Briefkästen, Am Ende der langen Liste ist Griechenland mit 913, das kleine Luxemburg mit 818, und schließlich die Türkei vcu- ieichnct, die in ihren iämtlichcn unmittelbaren Besitzungen in Europa, Asien und Afrika ganze 486 Briefkästen aufzuweisen hat. Für ganz Europa ergibt iich eine Gesamtzahl von etwas über 510 000 Briefkästen,__ Wenn die Zahl der i» den einzelnen Staaten vorhandenen Briefkästen jeweils aus die Bevölkerung dieser Länder »nigcrechnct wird, dann rückt Deutschland an den vierten Platz, da bei uns im Turchlchnitt erst aus 424 Einwohner ein Brieskasten entsällt. An der erste» Stelle steht das kleine Täneinark, ioo »ur 234 Men - scheimicki in den Besitz eines Briefkastens zu teilen brauchen z auch die Schweiz und Luxemburg, ioo ei» Brrefkaftcn auf ie 286 und 320 Einwohner kommt, übcrirciicn nock das Deutsche Reich, Geradezu den Rang einer Sehenswürdigkeit erlangt aber der unscheinbare Brieikastc» in der Türkei, denn liier kommt ein solcher crst aus je 63 300 Menschen! Zum Schlüsse sei »och erwähnt, daß die Zahl der in den Vereinigten Staaten von "Nordamerika vorhandenen Briefkästen aus 144 640 Stück, also annähernd ebensoviel wie in Deutschland, geschätzt wird. vcrmiscbke». ^Bombenanschlag Aus Glasgow wird gemeldet: Am Samstag explodierte im Botanischen Garten eine lleine Bombe, durch welche die Treibhäuser beschädigt wurde». Später fgnd ein Wächter eine zweite Bontbe, Es wird vermutet, daß es sich ioieder um eine Tat vo» Anhängerinnei, der Frauenstimmrechts handelt, * Gin Streit um d i e G i o c » n b a. Ter „Lanlerne" zufolge ist dem höheren Rat des Ministeriums der schöne» Künste dos Ansuchen vorgelcgt worden, zwei der lostvirste» Werke der italienischen Primitive des Louoremuscums der italienischen Regierung »um Dank für die Rückerstattung der „Gioconda" ;» schenken. Dieser Pla», der von dem iranzöilschei! Botschaslcr in Rom Barrcre angcregt worden sei, habe unter den Mitgliedern der "Akademie der- schünen Künste lebhaften Widerspruch horvorgerilsc», Der Wert der beiden Bilder, die man Italien zum Geschenk mache» wolle, komme uiigeiäbr dem der „Gioconda" alcich, und man trage iich, ob ce- »nter diesen Umständen nick» besser gewesen iväre, das Werk Leo- imrdo da Vincis in den Händen Perugias zu lassen, * Vergiftungen, Infolge eines Zcrwüriniiies mit feiner Mutter vergütete sich in Oienpcst ein 18 jähriger Gehilie einer Avothelc. Drei im Hause bedienstete Mädchen, bei deneil der junge Mann sehr beliebt war, vergifteten sich gleichialls * Zugübersall Aus R e Iv Bork wirb gemeldet: In der "Nähe von Jakion hielt ein Bandit den Michiaau Zeniralichnetl zug an, raubte mit vorgehaltenem Revolver die Fahrgäste aus und zwang den Weichensteller, die Beute einzusautmcln und zusammc»- zuvacken, ^ A » s g c k r c in p c l t c Ta >» e u r ö ck e. Die Schuiucht, die in gewissen Kreisen uuicrcr Frauenwelt lebt, cs den Männer» in allem nach und gleich ZU tun, bringt euch in der Mode iclt iame Einiällc und Neuheiten hervor. Dar jüngste Stückchen dieser Fraueuemanzipatio» aus dem Gebiete der Toilette ist der aus- gekrempelte Tamcnrock, Wie sich der Dand» die Beinkleider schon vo» seinem Schneider Umschlägen läßt, so soll auch der Rock der Frau nun diese Verschönerung erhalten. Der Saum des Rockes crhült einen sauber gefalteten Umschlag, der etwa einen Zoll breit ist und ein ivenig von dem Rock abstebe» must. Die ivciche schmiegsame Linie der Toilette geht ireilicki dadurch verlöre»: der Rock erhält etwas Slärres und Strenge», Mau ist zu dieser Neuerung auch bisher nur in den Tailor-made-Kleideru porge- druugen: die eleganteren Toiletten werden bisher noch von dieser „inännlicheii "Note" verschont. Merkwürdiges aus Rüvv e s i a. Der italienische Reisende Giovanni Marchctti, der kürzlich vo» einem längeren Jagoaussliig aus Südafrika zurnckgekehrt ist, schildert im Netto del Earlino einige Merkwürdigkeiten, die er in Rhodcsia bei der eingeborenen Bevölkerung beobachten konnte, Tie Frauen wie auch die Männer reiste» sich die Schucidezähne aus, um nicht den Zebras z» ähneln, die ein vollständiges Gebist haben, Tic Steuer, die die Eingeborene» enirichteu, wird in Rhodcsia nach dcr^Zahl der Frauen bemessen, die der Steuerzahler sein eigen ueniit. Für jede Frau muß er lährlich 10 Schilling Steuern bezahlen, Ta die Polygamie vorherrscht, haben manche Eingeborene ganz hübsche Steuersummen zu entrichten: Marchctti sprach mit verschiedene» Männern, die Nickt weniger als 12 Frauen per stcucru und somit 120 Schilling Fraucnstener der Behörde ab liescrn, Tic religiösen Vorstellungen der Eingeborenen Rhodcsias find austerordcntlich gering und primitiv, sie glauben im Grunde nur au die Geister Verstorbener, Wenn der Tod einen eingeborenen Familienvater dahinraiit, bestreue» die niehr oder minder zahlreichen zurückbleibenden Witwen ihren Leib mit "Asche und dann beginnt die Totenklage: dröhnende Schreie und Klagegesänge, die von Tromnrelschlägen begleitet werden. Bald geht der Gesang in einen wilde» Tan; über und da man mit den, einheimischen Licblrngsgetränk, einem stark alkoholischen Maisbier, nicht kargt, endet alles mit einem tüchtigen Rausche, der die schönen schwarzen Witwen freundlich mit ihrer Trauer aussühnt, * Das Land der m e i ft c n Mord c. Unter den Lö» der» Europas weist in der Keiminalstatistik wohl Italien die meisten Mordtaten ani: in deni Jahrzehnt 1901—1910 erreichte die Zisser der Mordtaten au« 100 000 Einwohner 3,9, "Aber die Bereinigten Staaten haben nach den Ergebnissen der jüngsten Statistik noch nngünstigerc Ziiiern auizuweiien, ihr entfielen während der gleichen Zeit auf 100 WO Ei rwohncr 5,9 Mordtaten zu, "Aach einer »ntercssanteu statistischen Unlerilichnng, die Hosimann im New Boiler Tvectalor vcrössentlickst, zählte man 1912 in New Bork aus 100 003 Einwohner 6,8 Mordtaten, und wenn man de» Vergleich aus 30 große amerlkanlsche Stabte ausdehnt, erhält man die Durchschnittszahl 8,1, gegenüber 1,31 in London, Tic amerikanische Stadt, in der die meisten Mord taten geschehen, ist Memphis, wo 1912 aus 100 003 Eliuvohncr 64,3 Morde kamen. Nach den Landcstcilcn betrachtet, weist der Süden mit der Tulchschniitszisser vo» 20,2 Mordiaten au! 100 000 Einwohner das ungünstigste Bstv aui, in den Ttäoten des, Westexis kam man aut 10,8, in den Mittelstaatc» aus 8,9 und in ben Städten der östlichen Staaten aus 4,6, Gegenüber dem Vor- inl.ie ist eine Zunahme der Verbrechen um 0,9 iür 100000 Einwohner iestzustellen. Für die hohen Mordziiicrn der südlickn» Städte ist das Borwiegen der Negertevölkernng verantworrlich: hier bildeten auch Neger die weitaus überwiegende (Mehrzahl der Opier, " "Berka ii nt. Der britische Admiral Sir John Fisher erlebte kürzlich bei einem Jnsvetlionsgang durch die Wersten und Tockanlagen einen lustigen kleinen Zwischenfall, den eine englische Wochenschrift berichtet. Durch einen Zuiall verlor der "Admiral die Herren seiner Begleitung, wanderte allein werter, und stieß schließlich aus einen "Arbeiter, der gemächlich vor den großen Wer! stätten an einem Eiscnstücke hämmerte, „Sind die Herren vo» der Admiralität hier irgendwo in der Nähe?" fragte Sir John „Keine Sorge, Herr," erwiderte beruhigend der Arbeiter, der de» sehr einiacki und nachlässig in Zivil gekleideten Admiral nickt erkannte, „ich stehe ja hier Schmiere," „Schmiere? Wieso denn?" „Was? Tas wissen Sie nicht? Sehen Sie, setzt machen es iich »seine Kameraden drin in den Werkstätten beaueni. Solange niemand naht, aus den cs ankommt, klopsc ich wie setzt ganz sanst. Aber wenn der alte Jack» Fisher in Sicht kommt, dann hämmere ich wie wild, »nd die Kamcrade» drin wissen Bescheid und binrmcrn ebenso," Sir John Fisher sagte nichts, aber am nächsten Tage ioar dieser „Bcobachtungsposten" eingezogcn. Süchrrtisch. Neues vom Mars In geschickter Weife sind wissen schastlichc Ergebnisse als Grund'agc ;» einen soeben erschienenen Roman . Fünf Jahre auf dem Mars" von W. Schilling, 83 Psg,. Phönix-Verlag Siwinna, Kaltowitz benutzt ivorden. Ein Pro seiior ioird durch eine Radiuniexplosion in das Weltall hinaus geschleudert, "Angezogen von den inagnciisck>cn Feldern des Mare landet er aus dem fremden Planeten, dessen Bewohner sich seiner liebevoll nnnehmen, Jnlercssant werden die Einrichtungen der Marsbewohner, die "Bor und Nachteile des Marsklimas usw, geschildcil, - „Des I n d u st > i c b c a in len Taschenbuch l 3 l 4", das der Bund der technisch-industricUcn Beamten hcrausaegcbcn Hai, und das vom Jndnstriebcaniieii-Perlag, Berlin NB. 52, Werststraßc 7, zu bczieden ist Preis 1,50 Mark , ist Kalender und Lexito» zugleich. Wirtschafte» und sozialpolitische Rückblicke fasse» die Ereignisse des vergangenen Jahres lritiich znsainmcn: eine Reihe von Spezialartileln sachkundiger Autoren insormicrcn Über alle für die Arbeilnebiner» und liisbeiondcrc die Angestellten bewegung bedeutsamen Zeit- und Tagessragcn, — ,2tc D e 1 r a » d n n t", Krimlnalroinan von ,3. Lenz, lskiirschiiers Bücherichan Rr. 342>, Hermann Hillger Verlag. Scnivel. — T c l n i l h a n d e l S - B e r n l s a e >i a l i e » s ch a > t, 21m 19. und 20. dS. ‘l'i'te. wild in "Berlin im LebrervereuiShans die erste ordentli pe Gknosievicha8Srerla»»»l»»g der am 4, November 1912 aus «Kriind de- BiiiidesratSbeschlusteL vom 10. Olieber 1912 neu gcarnndeleii Tetallba»deIS-Ber»ksgc»osse»jchait nntcr deniVorstt dcö KauinianneS und RrichStaqsabgeordnelen Jakob Astor-Bern castel-EueS stall. An der Periannnliing naliNie» 66 Tctoillisle», Vertreter ans känitllchen Bezirken des "XeleheS teil. Tic in dem Wob!Vorschlag des Walilvorstande? benannten 24 VorstandS- liilt.ilieber wurden ohne Gegenvorichläge gcwälilt. Ter Vorstand irkiblle als Vorsitzenden den Kaulmami und ÜlcichStagsabgeordiietcu Jakob Astor-Veriicastel-Eiies, als 1. i:cllverlrcleii"ei> "Borützenden den Kanimam, und Ha»b>lSkoninierinitgtieb Wilhelm Kalhsnst, Darmsiadt ioieder und als 2, stellvertretenden Poesttzenden Kanl- inanu und Handelskaiiiiiierinttglicd Herma»» Behn-Lnbcck neu, "AnS dem umlangreicheii Jahresbericht ist hernorzuhebc», dast bei dcr iieiieu VerusSaenolienscha l bereits 62 446 Betriebe mit 355 937 ver- licherte» Perkonen einac ruae» und. Zur Entschädigung gelangten 1474 Uiiläüc Mit einer Jahreslast vo» 005 855 "Mark JabreS- eiitichädiginig. Gemeldet ionrden 50k3 Uniälle, darunter 18 neue TodeS>«üc, "Bon den Perbandlinigsoegcnsländen Ist liervorznheben, Last der Beichlilst zur Fesllemmg des Eitzes bis zur nächste» ttzcnosien» ichailsversaiiiiiilnng, die im Ecvteinbcr in Nürnberg stattinidct, »erlagt worden ist. Ter (Semhrentari! wurde NI der vom Vorstand vorgelkglen Form genehmigt, in zioei Jahren soll ani Grund des eigene» bis dabi» oiigesamincltcn ilolislische» Mateiials ein »euer Eiesahrentnrii nnigenellt iverden. Eine Tieiistordnung, in der die AnitellliiiaSverkältnissc der "Angestellten geregelt sind, »nd ein ÜlorniatbesoldinigSplaii wnrden anigeitellt. Der Kostenvoranichlog Iür 1914 wurde mit 66« 500 Mark Unlallausivendmige» und 432 78)5 Mk. VerivaltmigSkollen genehmigt. Miirlte. — Fried be r ge r F r ü li j a l> r S - B i e r ü e - un d Folileii- innrkt, Tee Landivirlichailskammer-Aiisschnb jür Oderl-effe» schreibt uns: Ter weithin bekannte, iclion seit Jahren gut besuchte Friedberger FrübsahrS-PIerde- und Fohlenniarkt wird auch in diesem Jahre an, 2 4, Februar, vormittag« UN, 9 Uhr beginnend, ab ehaltcn werden, Danebc» findet, wie seither, eine Prämiierung vo» Belgier und Oldenburger Stuten und Foblen i» je 4 Klassen statt. Anmeldungen vo» Tiere» zur Prämiierung find bis zni» 20. Februar bei dem Landwirlschcnts- kanimer-Ausichust in Gießen zu beioirken. Tic Prämiierungs- kla-en find iolgcnde: Belgier beziv, Oldenburger Mntlerstute» mit Nachkaminen, Beloier beziv. Oldenburger nachweisbar in >913 ge deckte und tragende Sticken, Belgier bczw. Oldenburger dreijährige Hengst-, Stut- und Wallachsohle» und Belgier beziv. Oldenburger zweijährige Hengst-, Slul»^ und Wallachsoblcn. Bei der Anmeldung ist anzugebcn lür Stute»: Schlag, Alter und Farbe, Be- zeichuung des Hengstes, wovon das zugehörige Fohlen abstammt oder die Stute trächtig ist, l e; zwei- und dreijährigen Johlen: Schlag, Alter, Faibc und Geschlecht, sowie der Raine des "Bater- tierc:, Weiterhin hat der Pierdebesitzer bei der Anmeldung die Erklärung abzugcden, ob er Mitglied des LandcSpierdczuchtvereins ist oder nicht. Briefkasten der Bedaktion. «Anonyme Anfrogen bleiben nnbcrü«rsichtist.D 100 . ^olm Davison Nockefellcr ist ans Nichsort iin Llne.t.' New ^ovt gebürtig. — Wenn Cie sich ilinr in pekuniärer Hinsicht näliern wollen, so rnünschen ivrr griten Erfolg. wöchenü. Urbrrsicht -erTovessälle t. -.Stadt Sietzen. 2. Woche. Vom 4. bis 10. Januar 1914, Einivolinerzahl: angenonrmen zu 42 403 O nf[. 1600 Man» Militär). CterblichkeitSziger: 25 68 »ach Abzug vo» 10 OrtSsre nae l: 9,63 "i M . Kinoee Iv* starke» an: Sujammeir. Erivachsene: u» voui 4. stedensjahr: 2.—15. Jahr Lungenentzündung 2 1 — 1 Herzleiden 2(2» 2(2) Lchlagslnsr 2 <1, ^ (1) Varalyle I (1) 1 (1) Darinkronkbeilen 3 (3) Kl) 1(1) 1 (1) Nierenentzündultg I 1 — Rrebs 2(2) 2 (2 — — Verunglückung 1 U) 1 (1) — — Aller4ichwäche 1 1 — — perzjchtväche 1 — 1 — ^ltkk'INI 6 1 10) 12 8 3(1) 2(1) A n in,: Die in Klammern gesetzten Ziiiern geben an wie viel der Todessällc in der belresienden Krankheit ans von auswärts »ach Gießen gebrachte Kranke konlmen. Meteorolo gisch e Beobachtungen der Station Sieszen. 2/aStunde v. Frankfurt a.M. I’rospokt« duren Or. Schulze-Kahloytt, Ner* wnartu bsüebftsfes Kittsk zur Regelung des Stuhlganges und Verhütung von Verstopfung für Erwachsene und Kinder. Höchster Wohlgeschmack, milde, sicher© Wirkung, ärztlich glänzend begutachtet und empfohlen. - ---- Dose (20 Fruchtkonfitüren) Mk. f 20. ■— - ■ ■ Man hüte eich vor minderwertigen Nachahmungen und verlange ausdrücklich LAXIN-KONFEKT. Bahnhofstraße 58 Springmanns Schuhwarenhaus • Gießen Großer Saison-Ausverkauf welcher in allen Artikeln grosse Vorteile bietet, beginnt Donnerstag, den 29. Januar Ilintli 350000000 MslosdmUttllß lchtHatzimkisiillykit Es gelange» zur Ausgabe Mark 400 Millionen 4"„ zum Nennwert auslösbare Preußische Schatzanweisungen von 1014 Cingeteilt in 16 Serien ;n je Mark 2.9 Millionen und in Stücke voif 100000, 50 000, 20 000, 10000, 5,000, 2000, 1000, 500, 200 und 100 Mark; Zinslaus April/Okioder, der erste Zinsschein ist am I. Oktober 1914 fällig, — Tilgung durch Anslosnttg von jährlich Einer Serie zu Mark 25 OOP OOP. — Tie.Auslosungen finden im Oktober jedes Jahres, begiiiticitd im Oktober UM 4, dir Rückzahlungen am 1, April des folgenden Jahres statt. Welcher Serie die einzelne Schahanwcisung angehört, ist aus ihrem Texte ersichtlich, — a^on diele» Sckahanwciinngrii und Mark 55 Millionen bereits fest beaebe» morden. Der Reit oon Markooo 000 wird namens des Ucbernahuic Konsortiums bis Donnerstag, den 28. Januar d. I.» mittags I Uhr zur öffentliche» Zeichnung aufaelegt. Der ZeichnnngSvrciS ist auf 97° „ unter Berrechnuna von 4°'„ Stückzinsen biL zu»> Abnnbmetage sestaefetzt. Die Zeichner können die ihnen zuaeteitte» Beträge von, 14, pebrnar d. I. ab jederzeit voll bezahlen, sie sind jedoch verpflichtet: 3V des zugeteille» Betrage» , , , am 14, Februar d. I. 40°/,, „ ,, „ spätestens „ 23, März d, I. 30% „ ,, „ „ „ 15. Avril d, J, zu bezahlen, Zeichnungsbcträgc bis 3000 Mark einfchtientich find am 14, Februar d, I, ungeteilt zu berichtiaen. Die nähere» Bedingungen sowie ZeichnunaSscheine sind bei den Reichsbankansiaiien und den andere» bekannten Zeichnungsstellen sowie durch Bermiitlnng der Bankiers, von denen mich Zeichnungen angenommen werden, erhältlich. Königliche Seehandlung (Preußische Staatsbank). 1290Id Kleinbahn dienen—Bieber. Mit Gültigkett vom l. Februar er. teilt ein ErgänznngS- l'latt zum Binnentarif, enthaltend eilten AuönaHmetarif für Kohlen, Kvks und Kalk in Kraft. 13091) Be rlin, den 21. ,Aannar 1011. ___ Die Direktion. Bekanntmachung. Dcr von dem Gemcinderal dnrchberatene Voranschlag der Gemeinde NonnenrotH für 1914 Rj, stiegt vom 27. Januar ab eine Woche lang auf dem Zürgcrmeisterciburean dahier zur Einsicht der Jnlcr- effenten und Vorbringung von mündlichen oder .schriftlichen Einwendungen offen. Es ist die Er- chebiiug einer Umlage beschlossen worden, zu der zinch die Ansinärker beizutragen haben, NonnenrotH, den 26. Januar 1914, Großherzogliche Bürgernieisterei NonnenrotH. _Hoppe. 1302 Holzverstergernngen der Oberförsterei Laubach. .. ^ Montag, de« r. Februar, «ach Buiamnrcnkunst >0' Ubr am oberen Hubbcrgokanal. I. 2lue< rcnzco berg. Buche, Nut.: Litt Scheiter 1. Kl., 252 Prüirel I und 2. Kl., 35 Stöcke, 320 Zovsreiser, 18 Eichenvrügel. 2. Hub berg. Buchen. Nm.: 128 Scheiter, 217 Prügel 1 n. 2. Kl., ^ Stöcke, 340 Bovireiser. Aickitert, Nm.: 11 Nimdscheit, 4 Prügel. 34 Stöcke. 34 Eichenvrügel. 3. Hirichrot. Buchen, N,52 Prügel. 225 '.opfreiser. Leöbolz flächen ivenc. Das Hol-, unter Nr. 2 und 3 ivird nnvorgczcigt bctm Zetter aucgebvten. . II. Dienstag, den 3. Februar, nach Bnfammeir- kuttst Io* ^ ttbr mit der ttreionranc Zaubach—Schotten beim «trauenwarterhättetcden. 1 . aus Heinzebcrg: Bucken, Nm.: 204 Scheiter 1. und 2. Klaffe, 314 Prügel h HüS ?• L' " Blöcke. 45 Nstreiservrüqel, Birken. Nm.: U Scheiter, . Prügel. 1,3 Stöcke: Erlen. Nm.: 5 Nimdscheit. 42 Prügel: Mchten. Ntn.: 8 Prügel, 18 Stöcke. 2. 2icse- waldchen: Bttchen. Nni.: 3 Sckieiter 2. Klasse: 40 Stöcke, .57 Anrenerprügel. 3. Struth: 0.0 sichtenvrüael 2. Kl. J: dclten: Scheiter. Nm : 0 * Buche 2. KI.. 2.8 Ktrschbaum: Prügel, Nm.: 2.8 Buche 2. Kl., 9,2 Kirfchbatnn. 2:! Bucken B'.tchettretierurtigel. 5. ^orstwicic: Bucken hnt.: .... scheuer 2. KI.. 25.7 Stöcke. «. reichern, Weibchen: Bucken, Nm.: i.i Scheuer 2 . Kl., 2,4 Priigel 2. Kl.. 50 Stöcke, 2/ -Ltammreifer. 17 ?lichtettfchctter 2. Kl.. 10 Eichen- und ^cbtenvrugel. 2esbo!, und Kohlreifer fläckenweisc. Holz unter Nr. 2 -0 tvird unvorgezcigt im Hein;e- oerg veitn fetter attsgebo teti. 12900 Holzverftergerung i» der iürftlichen Lberiörfterei «ich. Montag, bcu -i. Xcbtnnr, vormittags 9", Ubr. im Dntrlkt Mo, Ibach scheuer, Jim,: 35 Buchen, 1 Eiche crundi- ,'tnuBpei. mm.: i.4t Buchen, 92 Eichen, 2Birken. >7 2Iadei- boiz: ^locklw Rin : 2» Buchen, IN Eichen, IN Radelbolz- Welle,:: 3I9t, Buche» idnbet 1000 ftarftivrUenh 10 ?ich,bansen - Wortcuuiofica i2,20 Mtr, lau» = y>2 &itm„ 919 Sichte» Derbxnnacu = 29,12 Kftm lz» 'Banner und Weis-binderltangen necimicti- 1195 .richlcii Oicieiiaiiac» 10,91 Jstni, lSvatirrbotzi . Die Znsannnrnluns, i„ mir der .KrciSstrahe "ich— Hattenrod beim Steinbruck in dcr Mcilbnch. Dien^iaa, den 3. Februar, vormittags 1»'. Ubr. tv, ^J; £ l * ^hbackerhof Seile): Scheiter, Nm.: 540 Bucken, 20 Etchen trund', I Birke: Knüooel. Nm.: 290 Buchen, 46 Eichen, 2 HnrtiaubholF: Stockholz, Rm.: 133 Buchen^ Eichen. LNa^lboiz: Neisbolz-'Wellen: 4170Bm cken. .,00 Etchen. 22 (sichen (Kartenvfosten -- 1,61 »^üm. Dte Zusammenkunft ist auf der Schneise beim Petrv- Stein. 1230 P, Holzversteigerttng fürstlich Solmsischc Lbersürstcrei Holieniolms. Donnerstag, den 29. Aaunar. vorm. 4»'/ ttbr, in: Itvkalc des E-astwirtS Krait zu Eisrrnband. . > W.'ndc bach. Rudbolz: 2 Rm. Birkrnrollrn. \- Nadrlban >o z mit 3,HO ,\m„ ,1 St. Tcrbstangcn 2. Miaue. Brciiuliolz. Buche: 142 :Rm Sdicit u. Präget, Wellen. Eiche: Priigel. 32,2V Hdt, Meilen, Birke: I Rm. Prügel, Erle: I Rm, Prügel, Kickte: 3 Rm. Prügel, Sreitag, den 30. Januar, mittags ttbr, im Vokale dcS GaitwirlS Sckiterback in Biebcr. Nuvbolz. «icke: 1V St, Wagendeichseln, Jickte: L St. Bauholz mi: 0,32 Fm,. 25 St, Derbstanaen 2.-3. 91. 13 1 St, ReiSilaugen Brennbolz, Buche: ldv Rm, Scheu lind Präget, 50,20 Hdt, Welle», Elche: 10 Rm. Prügel, ' ir>7n Hdl, Wellen Nadelholz: 3 Rm, Prügel, 0,70 Hdt. ttieicrnftaniinrollen. l1251v KcimLvcil- Hrdkel x W in immcnier Auswahl ! fianiciifllliibcr " u,b - “"S,« AarneoahotRtüancU Meier 2 ötinö mit 2 riDctta(tini vorz, Qualität, in 25 versch, Farben Meter Ifirlcttmö»ovi.e» ctcr 42. 904 i«4 15 4 454 «tirHfiilbiber cinfövbifle 9 f *?^ 18 4 Kolbliticii nUen l* 33 it 8 rlrünii)if 12 -., » 5 . 4 « ?8 4 Ba8haitl>siiilihc 350013 254 Slinncn, srnfie Sortimente Stofen Bisltzc 2 ciöen=Stoiie sowie iümtl. anderen Karneval Artikel ganz besonders billig! NgrLtstrssse 17 KNtergLsse 8 (1305a Bckanntmachnng. Die Holzverstcigernng vom 23. l. Mts. ist genehmigt. Ausgabe der 2lbsuhrschcine. Holzübertveistmg und erster 12921! JaHrtag: Tyrcitag. 3V. l. Mts. GieHen. den 21. Januar 1914. fklrokHerLogliche^Dberförsterei Schisfenberg. _________ ? rautivei n. _ Alle Magen- u.Darntlctdende, Buckerkranke. Blutarme usw. esfett, tun zit gesun den, das echte Kasseler [ 616hv 8inioii»brot, verseh. m. Streifband tt. schwarz-tveiü- rvter Schuvmarke. Stets echt u. frisch )"bab. in Giehcn bei (^arl Schwaab, Eberhard 2)iehger Nachf.. t^corg 2PaUcnicls, Marktpl nur 21, aegen- ubcr d Engetanotheke. Emil ^iithbacki. Gegen Zugluft bei schlecht schließenden Jen- Hern und Türen schnven die überllochienen XntlDftgib' Mchlie. er. 817 Tapetenhaos Hochstätter Brandvlatz 1 Delevhon 36 BciHnstenKLrb. mnng !, „Jarri" Pack 30 Pi, dir beit, lSnkalvvtns-Men tllol - BonbonS. Pelikan- Avotbeke, Mrenzoinv, 121» Holzversteigerung. Jrcitag. den 39. Januar d. I. werden auS den Tamanialwalddillrikle» väunsbaäi Vlbi 15 und 10 und 2Uienburgckovi der Jorstwariei WinnerSbanien veriteigerl sckcitcr Rm.: Buchen 438 1 Kl. Kniivvrl Rm,: Buchen 490 igesnndi, 4M idürr» Eichen 22; Birken 8; Rre-er 20. Kiew, Reiser Rin,: Buche» 480, (Oew. Stöcke Rm,, Bucken 85, Zniammcnkunst: Bormitiägs 1t Uhr im Distrikt vaunSOach, ZchnNionnkt Tauben u, ttmererväunsbackwen Sannliches Holz iiui an ckauisiexen Wegen oder in deren Stäbe ca, 3 / 4 Stunde von Bahnstation Schotten und Ramrod, Das Dürrholz wird nickt vorgezeigt. Rohere Ausknnil erteilt der Grogh, Aorstwart Schott zu Schotten, Schotte», de» 2L Januar 1914, Grogherzoglicke Lberiöriierei Schattc». Seidel. 12951) Holzverstergerung Freitag, den 30. Jannar 1914. vormittags 9 1 /, Uhr beginnend, tuerbeit in den Waldungen der Gemeinde Treis a. Lda„ Distrikt Aspen- strauch versteigert: ö Eichen-Stämme mit 1,99 Festnieter 104 Fichten-Siäumie mit 10,38 Festmeter 4 Eichen-Derbstangen mit 0,1 l Festmeter 188 Fichten-Derbstangen mit 17,02 Festnieter 28 Buchen-Stange» mit 0,69 Festmeler. 360 Raummeter Bitchcn-Scheitholz 107 „ Buchen-Knüppelholz 3 „ Eickien-Knüppcltiolz 16 Fichten-Knüppelholz 70 „ Buchen-Stockholz 3 „ Fichten-Stockholz 1361 „ Buchcn-Neisholz 10 „ Eichen-Reisholz 30 „ Erlen-Reisholz 5 „ Fichtcn-Rcisholz. liefert in. unübertroffener Ausführung-, vornehmer, matter Glanz, tadelloser Sitz, keine rauhen Ränder Grosswäscherei Edeiweiss 8ehat»a>trate 12 Oirurn Feinsprecker 427 AnnahmesteUen in Alsfeld, Bu’ zbnrh, Heuchelheim, Lollar, Wetzl.-ir u. Wieseck. — Reffelmflssijrer Fuhrwerkverkebr nach Welzlar und Butzbach. Tüffl. Post- u. B.dmver .and. Die Zusammenkunft ist beim Steinbruch am Aspenstrauch. Treis a. Lda., am 24. Januar 1914. Großh. Bürgermeisterei Treis a. Lda. 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