Nr. 2') Ter Clt&tntr JInje!gtr erMinnt tödlich, annec Sonntags. - Belagen: viermal ivöcheiillrch «ietztlieijamlltkyblclter; zweimal ivöcheinlRreis- dlon sürdea Itreir Sießen iTienstng »nd Frei: na): xivelniat monatt. Lind- wittschästlicheöeitfroge« Ferniprech-tzlnschliiste: Kr bie Redaktion 112, Berlar, u. Ervedwon 51 Adicfle h‘ir Deoelchen: Anzeiger «ießeu. Annahme von Anzeige» bür die Tagesninnnicr bis vormittags S Uhr. Erster Blatt *64. Jahrgang Samstag, 2*. Januar *9*4 General-Anzeiger für Oberhesten Rotation;-ruck und Verlag der SrLhl'schen llnio.Vuch- und 8tem-r>«kerei R. Lange. Redaktion, Lrpedition und Druckerei: Schulftraße 7. S(,ha 5> reis: monatiitf) 75 'CUDicrtel. jährlich Pik. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 -Bf.; durch die Post Mk.2.— vieriel» jähri. auslchl. Bellellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pl, ausivärts 20 Pleuniq. Chefredakteur: A Goetz. Neraulwortlich lür den polst. Teil: Aug. Goetz; sür .Feuilleton", „Vermischtes" und.Gcrichts- saal": Karl Nenralh; lür .Stadl und Land": Kurl Bend!; sür de» Anzeigentest: H. Beck. Die heutige Nummer umfaßt 24 Seiten. Tageskatenvcr ans dem Jahre 1814. 24. Januar: Siegreiches Gefecht des Blückierschen Korps über die Franzosen bei Bar-sur-Aubc. Blücher besetzt B r i e n n c. An demselben Tag schlagen die Russen die Franzosen bei Lüttich. 2j. Januar: Die Russen besetzen St. Dizicr in der Cham- pagnc. — Ter preußische General v. Lobe erstürmt H e r - zogenbusch iu den Niederlanden. *. .. — . _ - politifcfrc H?ocbc!Md>rtu. . Gießen, 24. Ja». Schicket euch in die Zeit, so müßte man jenen selbsl- beivußten Preußeusührcru znrufeil, die da glauben, sic konnten dein Organismus unseres bentigen staatlichen Lebens mit ein paar tönenden Kraftworten die Knochen zerbrechen. Gewiß, das Volk bcdari noch einer anderen Leitung als der teuer „gemischten Gesellschaft" des Reichstags, von der Herr v. Wrochem höhnisch sprach und Sie allerdings oft unharmonische .Klange durcheinander läutet und daS „Gold" ihrer Reden vrelsach sehr unprodulriv zum Fenster Isinaus- loirft. Aber denen steht die Führerrolle doch noch schlechter, die über diese „gemischte Gesellschaft" mit dünkelhaftem Hochmut und ein paar armen Phrasen zu Gericht sitzen wollen. Die Anteilnahme des Volkes am öffentlichen und staatlichen Leben ist doch ein Faktor, mit dem.gerechnet werden mtlßl ivenn in der Politik von ethischen Dingen wenig die Rede sein kann, so liefert doch gerade die Volksstimmung das Lebcns- rlement, das die kalten Geschäfte der Staaiskunst erwärmt und beseelt. Demagogische Mißbräuche hören je eher auf, je besser cs gelingt, die Massen mit dem Geiste der großen Männer zu durchdringcn, die der deutschen Bildung ihren Glanz verliehen haben. Nun fa>cint cs uns aber, als ob die ,,ed)t preußischen" Leute bei ihrer Zusammenkunft am 18. Januar zwar hervorragend den Hochmut und Aerger einer höher gestellten Kaste, dagegen bei weitem nicht die Aristokratie der deutschen Bildung vertreten hätten. Sie haben sich mit billigen Schlaqwortcn und mit Sclbstlob her vorqetan. Dabei sollte ihre Bersammlmrg und Verhandlung doch wohl Eindruck machen, und es war eine Kundgebung nach außen geplant. Wie aber hat sie gewirkt! Wenn die .Herren auch hinterher ihren partikularistische» Reden die Spitzen abgebrochen habeu, ein starker Unwille außerhalb der schwarz-weißen Grenzpsähle ist dennoch die einzige Folge gewesen. Die Veranstalter des Prcußentages sprechen nun in bezug aus die bekannten Worte des Generals v. Kracht von „Mißverständnissen", und das Organ der bayerischen Regierung hat ihnen eine nachsichtige Beurteilung zuteil werden lassen, obwohl einer der Prcußenredncr, Herr Perrot, auch überflüssige Angriffe gegen die Katholiken und die katholische iGeistlichkeit sich geleistet hatte. Indessen, der Groll in den einfachen Volksschichten wird noch lange nachzittern, und die Draufgänger um Herrn v. Hehdebrandt werden es auf dem Gewissen haben, wenn demnächst auch parlikularistischc Regungen im deutschen Süden sich bemerkbar machen sollten. Wir meinen: gerade in rechtlichen und moralischen Dingen hat unser Zeitalter der Oesfentlichkcit ein gesundes und zuverlässig sich äußerndes Volksempfinden herausgebildei. Das ist vielleicht ein besonderer Vorzug des deutschen Volkes, und man soll dieses Empfinden hegen und pflegen, wie man die Vaterlandsliebe fördern soll. Nicht nur das Heer, sondern auch das Recht ist eine .Hauvtstütze des Staates. Wenn Gietzener Theaterverein. H. Opcrnvorstellnng: Lohcngrin. Gießen, 24. Januar. Im Winisr 1844 '45 beendete Wagner seinen „Tannhäuser", wärmst er sich sofort den Eniwnrscn zu „Meistersinger" und „Lotzengrin" jmwniMc. Vielleicht wären die „Meistersinger" unter dem wohltuenden Einflüsse des M.arienbader Auienthaltes nicht von der „Lohcngrinidee" zurückgedrängt worden, dütte sich Wagner qanz der heiteren Stimmung des durch die Beendigung des Tamchäaser unbedingt notwendigen Erholungs-Aufenthaltes hingeben können. Doch die sür die^iamalige Zeit nur zu begründete Besorgnis, sein Tannhäuser" konnte vom Publikum mißverstanden werden, verlieh fbm wenig Arbeitskraft „nd lies; ihn nur mit der all-rdings schon fertigen Skizze zu „Lohcngrin" nach Dresden zurückl-hren. Dmrch die nun folgende ,.?annh?.uscr"-Aus'Lhrung und die berühmt? Vorbereitung imd Ausiüheung der „Neunten" von Beethoven im Winter 1845'4K tonnte Wagner na tie Text-Tichlung des „Lohen eslc Gastspiel des Tarmstädtcr Hofthcaters, das Gießen je erlebt hat es war frei von den sonst immer ziemlich deutlichen Merkmalen einer. Abstecher Vor'eilt,ug". 5'errNowack als Spielleiter sorate sür äußerst wirksame Bühnenbilder, doch konnte er an oerschie- denen bedeutsamen Stellen, z. B. „Des Brudermords klag ich sie an" den .Herrenchor nicht dazu bewegen, an solchen dramck tischen Höhepuniicu reichsten Anteil zu nehme,i. Man merkte. die leitenden Personen an der Rcichsspitze dies nicht gebührend berücksichtigen, wenn sie nicht sein und wachsani dein Empfinden des Volkes entgegenkonimen, so bringen sic Unheil über uns. „Schlägst du erst diese Welt zu Trümmern, die andere mag darnach entstehn." Auch die Zabcrncr Frage muß zur letzten Beantwortung geführt werden, und nur schwer kommt das öfsentlichc Gewissen darüber zur Ruhe, daß die obersten Autoritäten des Staates der Gerechtigkeit nicht völlig Genüge getan nnd andere angebliche Notwendig keilen darüber gesetzt haben. Der Reichskanzler, der gestern im Reichstage Rede stehen mußte, ist sich dessen doch allmählich bewußt geworden, daß die Regierung von den sich rege:.den SJininun en nicht fremd sich abwenden darf. Er hat der bereits veröffentlichten Absicht, daß die Dienstanweisung von 1899 nachgcprüft werden solle, eine befriedigende Erläuterung hinzugefügt. Es wi rd Klarheit geschaffen werden über die Abgrenzung der militärischen Machtbefugnisse. Nach des Kanzlers Worten, der ausdrücklich auf die Notwendigkeit verwies, einheitliche, klare Bestimmungen, die für das ganze Reich Geltung haben, aufzustellen, darf man nicht inehr, wie es das „Berliner Tageblatt "dennoch lut, daran zweifeln, daß „elwaö rechles dabei herauskomme". Es klang denn doch aus Herrn von Bethmann-Hollwcgs Worten heraus, daß er bei der Schaffung der neuen Grundsätze selbst täligen Anteil nehmen werde. Sehr erfreulich war ferner, daß der Kanzler an den letzten bedauerlichen Vorkommnissen, die weile Volksschichten befremdet haben, nicht vorübcrgegangen ist: er hat sympathische und befreiende Worte gehabt gegen die konservativen Frevler am Reichsgedanken, und wir hosfen, daß dies nicht ohne Wirkung bleibt. Heute veröffentlicht bereits die „Konservative Korrespondenz" eine parteiamtliche Erklärung, daß der Preußentag keine Veranstaltung der deutsch-konservativen Partei sei. Wir haben nun gerade genug von „mißverständlichen und mißverstandenen Aeusterungen". Es wäre aber wünschens- loert, daß nicht nur eine vorsichtigere Ausdrucksweise allenthalben beliebt würde, sondern daß auch ein anderer, besserer Geist einziehe, der Geist „des Gemeinsinns, der Volksbildung, der Ausbildung aller BollSträfte", den Herr von Bethinann-Hollweg gestern gelobt l)at, der aber von seinen Lonservat. Widersachern heute noch so schnöde befeindet wird. Ob wir vor Rußland zurückgewichen sind, ob es llug und tapfer lvar von unserer Reichsregiernng, ihr Einverständnis daztt zu'geben, daß dem General Liman von Sanders rn Konsiantinopel das Kommando über das dortige türkische l. Korps wieder genommen wurde? Diese Frage hat nach der bekannten halbamtlichen Äerössenilichung der „Kölnischen Zeitung" die mannigfaltigsten Beantwortungen gesunden. In der „Köln. Ztg" ist zugegeben worden, daß Deutschland vor die Frage gestellt worden war, ob es seine Beziehungen zu Rußland verbessern oder verschlechtern wollte. Da waren nun viele Zeitungen leicht geneigt, zu sagen, die deutsche Regierung sei cs ihrer Ehre schuldig gewesen, ihre Selbständigkeit gegenüber dem Zarenreiche zu wahren und damit ihr Ansehen weithin nach außen aufrecht zu erhalten. Mir der Temperamentlosigkeit, die der deutschen Regierung zuweilen eigen ist, wurde aber amtlich verkündet, Deutschland habe diese Miiiiärmissionsfrage und die Frage der Kommandoqetvalt des Generals v. Liman von Anfaug an nicht als eine Frage seines Prestiges betrachtet, nur die militärisch-technische Zweckmäßigkeit sei maßgebend gewesen. Dabei hat man aber doch aus das Dreinveden des russischen Ministerpräsidenten Rücksicht genommen. Daß daly solche Stellen dem Chor längst „bekannt'" sind. Ich möchte damit nicht Herrn sttvwack, sondern dem Clior allein den Bonvurs lnachen, besonders wenn er in solch starker Besetzung gastieren kommt. Vielleicht wären im Brautgemach infolge de- kleinen Platzes besser nur je vier Damen nnd vier Herren vom Chor beteiligt gewesen und hätten die anderen Chorherrschaften den übrigens ganz vortrefflich gesungenen Brautchor hinter den Kulissen unterstützt, was sa an vielen Theatern gennacht wird. Das ganze Finale im eisten Auszug bedeutete entschiedeir einen Höhepunkt, was Kraft des Ausdruckes und regste Anteilnahme an Spiel und Gesang jedes Beteiligten anbrlangt. Herr Kapeil- meistcr L e r t bekundete gestern wieder, welch ein umsichtiger und sicherer Führer er Sängern i:»d Orchester ist. An vielen Stellen klang das Orchester ganz mächtig, doch müßten die Holzbläser mehr aus Reinheit der Intonation sehen. Im Vorspiel, dar meines Empiindcns zu schnell - lvar, waren die beiden Bccken- schlägc viel zu laut, das war ein dem Grundcharakter des Vorspiels ganz entgegengesetzter fast brutaler Krastausbruch. Ebenso war das Vorspiel zmn dritten Akt viel zu schnell. Von den Solisten ist an erster Stelle Frl. Geyersback als EI >.I su nennen, weil .sie, abgesehen vom der musikalischen Beherrschung der Rolle, sür diese Partie in Erscheinung und Stimme wie geschaffen ilt. Ein ännigbcsecltcr Vortrag und äußerst oorneymes Spiel wie eiudrueisvollste Gesangskunst machten diese LcisMng zu einem erlesenen Geiruß. Doch möchte ich der Künstlerin — wie allen Solisten —- ! eindringlich raten, die Stimme nicht io oft bis zur Grenze ihrer Kraft in Anwendung zu bringen. Es Iväre besonders sür diese so sympathische Stimme jammerschade. Neben der Partie der Elsa ist Frl. Callwcy als Or- trud zu nennen. Auch sie erscheint in den gleichen Eigenschasten wie Frl. Geycrsbach lür die Rolle der Friesensürftentochtcr wie geschaffen. Es war eine Leistung voll dämonischer Leidenschast und stimmlich von höchster Kraft. Äon den Herren möchte ich Herrn Schützcndorf als König Heinrich das Vorrecht geben. Wenn er auch zu jung und wenig mach, lg aussah, so ergänue er doch diese Mängel durch ein königliches Spiel, und sein musikalisches Beherrschen der Partie, unterstützt durch sein an und sür sich hervorragend schönes Stimmaterial — das nur durch zcitweiscs Trcmolieien etwas beeinträchtigt wird —, verdient vollstes Lob. Herr G l o b e r g e r, der für Herrn Becker als Lohengrin einiprang, bewies ebenfalls große musikalische Sicherheit und wußte vom zweiten Akt an für sich einzunehmen. Die Partte ist ja so voll von lyrischen Stellen, daß, sie von einem lyrischen Tenor leicht bewältigt werden kann, besonders, wenn er, wie be, Herrn Globerger, auch die entsprechende Tiefe besitzt. Tie Brauigemachszenc wie Uberyaupt der letzte Akt bedeutete eine^wachsende Steigerung in Stimme und musikalischem Ausdruck. Schade, daß Herr Globcoger vorlänsig, besonders im ersten AuiAM, »u dieses Bekenntnis verösientlicht wurde, war doch wohl nicht gmiz klug. Es heißt zwar nachher noch in der ciinilichcn Er- tlärung, durch die Verjünzung der oberen Kommandvstellen sei der Alters- unv Ranffunterschied zu erheblich geworden, um gegen Lim ans Verbleiben in seiner Stellung als Korpskommandeur nicht starke Bedenken zu lvecken. Tamit wird jedoch der Verdacht nicht beseisigt, die Rücksichtnahme aus Petersburg sei entscheidend gewesen. Man hätte darum besser von einer solchen Verössentsichung abschen sollen. In der Sache selbst läßt sich natürlich auch die Annahme ver- treten, Envcr Pascha 1>abe „ach: seiner Ernennung znm Kriegsministcr als maßgebender Kenner der Lcrhältttissc neue Vorschläge gemacht, deren äußere Wirkungen sodann bekannt geworden sind. Ob Enver mehr der Not des russischen Esi'iflnsses oder Veni eignen, Deutschland günsttgcn Trieb gehorcht habe, ist nicht ohne ioeiteres zu entscheiden. Man inuß sich damit trösten, daß die dentscheit Offiziere nichts als einflußlose Puppen sich werden hcrumschieben lassen. Ausfallend bleibt es, daß gegen das Komniando eines englischen Admirals über die vergrößerte lürlischc Flotte anscheinend nichts eingewendet worden ist. Preßstimmen über die Zabern-Erörterungen im Rcichsiag. :: Berlin, 24. Januar. Das „Berliner Tageblatt" schreibt: Der Herr Reichskanzler macht seine Ansicht in einer Frage der Rcichshohcit nnd des Vcriassungsrechtes von einer Prüfung abhängig, bei der er schwerlich mitzuwirken hat, sonderen deren Ergebnis ihm einfach zugestellt wird. Ein ruhiges Wort zur Deckung des Kronprinzen war sicher ruhig hinge,wmmen, aber so vergreisen kann sich im Tone der Herr Reichskanzler nur, weil er sich in erster Linie als Diener van Mächten fühlt, die über alle anderen, nur nicht in der Reichsversalsung begründet sind. Der politische Ertrag der 'Aussprache war wenigstens insosern ersrculich, als die Reichslagsparicicn in ihrem Süd- »nd stlorddeutschen Bestand bis aui das lonscrvative Häuftein die Entschtasienheit betundeten, daß der zersetzende Oieist des Parttkularismus in der dcntschc» Volksvertretung keinen Boden hat. Es wäre eine Antwort aus die,Frage Naumanns angebracht gewesen, was denn im Rcichslande geschehen soll. Will man dort die Dinge wieder einmal rückwärts drehen? Ten, Frieden und der Ruhe würde es ebenso wie den Reichs intecessci, nur förderlich sein, wenn diese Unklarheit recht bald beseitigt würde. Die „Vossrsche Zeitung" schreibt: Ter Reichslanzler hat Recht. Es gilt, wenn die ursvrüuglichcn Forterungei, des Rechtsstaates ersultt werden, wozu der Reichstag verdienstvoll Anlaß gegeben hat, nicht weitcrindcrWunde zu wühlen, sondern sie zu heilen. Das hat auch die Volksvertretung gewollt, als sie ihre Jnterpellationci, stellte und da alles einmal ein Ende haben muß, so ist auch gestern die Zabsrnev Debatte glücklich geschlossen worden. Wir denken, es ist dafür gesorgt, daß sich in absehbarer Zeit kein Scitenstück zum Fall Zabern ereignet. , Die „Kreuz-Zeitung" erklärt: Nach der wirkungsvollen Rede des Reichslanzlers, die aut der rechtcn^Sci'e des Hauses sichtlich einen guten Eindruck machte, da sic de» nationalen Oiesichtspunkt stärk in den Vordergrund lücktc, wurde die Besprechung der Jnicrvellation beichlosicn. Tie Debatte hielt jedoch nicht, was die zahlreichen Tnbünenbcsiicher sich zwesiellos von ihr versprochen hatten. Es gab keinerlei Sc„- iotio». In einem besonderen Anitel rügt die „Kreuz-Zcitiing" das otlz» laue Verhalten des ReichstagsM'ätidcnten Tr. Kamps gegenüber Tr. Frank nnd urteilt, daß ein Reichstagspräsidcnt, der die Mitglieder des Kaiserhauses nickt in ausreichendem Maße vor vltimven 'Anrempelungcn schütze, nicht an die Stelle gehöre, an der er stehe. wenig Zpiettalent mitbringt und so stark vom Dirigenten abhängig ist, obwohl ich letzteres gerne ans eine Nervosität des Künstlers zurücksührcn möchte: denn es ist mir aufgcsallen, daß er auch in Momenten aus seinen mukikasischcn Helfer sieht, wo ihm seine Partie noch keinen baldigen Einsatz vorschreibt. Als Ortruds Gemahl war Herr Perkins ganz am Platze und wußte besonders die draniatiichcn Akzente stimmlich und darstellensch im Sinne dcS Komvonisten ausgezeichnet zu unterstreichen. Herr Semper als Hccrrutcr bringt einen überraschend weichen Bariton mit »nd fügte lick im Spiel und Ausdruck trcsilich dem ganzen Ensemble rin. Das ausverkaufte Hans spendete reichsten Beifall, worin zu- aleich der D-nk gegen den Theaiervcreinsvorstand sich als herzlicher lkntcrion mischte. ^ a—r. T ! e l ä n g st c T r a h t s e i l b a h n Europas geht soeben ihrer Vollendung ent-egen. Sie sschr' von der kleinen Stadt Sidcrs im Rhonetal zw>sch-n Lenk und Sitten ant die Ho-bftäche von Montana, die schon biKier von Sommergästen viel besticht worden ist. Tie Bahn besitzt eine Läng" von 4150 Mir., die ans zwei Abschnitte verieilt ist. Ter erste Wb'rtmitt von 2350 Mir. Sänne hat eine Höchststeigiing von 49 Prozent, der zweite von 180(1 Mir. Länge eine solche von 40 Proz. zu überwinden. Man hat dem Drabtikftbelrieb vor einer Zahnradbahn den Bor- zog gegeben, weil sich die 'Anlage im Bau und im Betrüb billiger stellt. Die ganze Fahrt wird V« Stunde dauern und im ganzen einen HöheiUiiitenchicd von 1143 Mir. bezwingen. Sidcr- liegt 537. der "v„nMna 1510 Mir. und hie Eud'do'ion Vee. mala 1 fc'8^ Meter Uber dem Meere. Tie ganze Str-cke mit einem cin-igen Kabel zu überwindeii, erschien zu gelvaat auch »orderte schon die Bodcngestaltting eine Teilung in zwei Strecken, -''je Leistnngssähigkstt der Anlaoe ist aut 100 Fahrgäste in der Stunde bemessen. Die Winden, die das Drahticil beiati-en werden durch Elektromotoren gettiebe». die ibre Energie aus einem Elektrizitätswerk bei Sjders erhal'en. In d-n lctz'en Fahr-n hat sich aut der Lochiläche zudem ein starker Winterkportdet-neb enl- mi-telt, so daß die Bahn v-rmutlich Jahresbitrieb wird ein- iühreii müssen. In schneerei-sten Wintern wird das allerdings vcruiutlich großen Schwierigkeiten begegnen. — TiePräsidentenFrankreichsvvrdemKi'ne- matvgraphen. Bekannftich svi"lt die Pbotogra'chie und Kinc- matogrovbie im Leben des modernen .Herrschers eine anßerordcntl'ch große Rolle, und kommende 0seschlcht»chreib-r werden die zghl- losen b'ldlrchen Darstellnnoen als eine willkommene Ergänzung betrachien. IV'IIN sie das Leben unstwcr Epoche in leinen wineren Formen darslelle». Diesem Zuge »»er Zei» kann ii-b kftn Staats- oberhM'pt entzieben, so schwer cs ibm auch anfänglich saften mag jeder seiner Lebensrrzungen im Bilde sestgchaltcn zu wissen. Tic .Deutsche TageSzeitunsj" sagt ! Der Reichskantker iand am Schluß seiner Rede lebhafte» Bestall, »ich! nur bei bcn Nationalliberalen unb im Zentrum, sondern auch aus der Rechten. Was er sagte, gibt im jetzigen Augenblick keinen Anlaß zur Kritik Es hätte vielleicht noch schärfer beraiiögehobeil werden müssen, nämlich, daß eine Einschränkung der Komma»t>oaewalt nicht ersolge» dürse. Mer vielleicht bat ha« der Herr Reichskanzler nicht besonders betont, weil er es für selbsiversiändlich erachtete. Wir tverden abwarten, ob sich unsere Bernintung bestätigt. Die „tägliche R u n d s ck a u" urteilt: Zobern ist endlich erledigt Wir hassen, dass man endlich die ssssakt-Lolhrinastchen Verhältnisse einsichtsvoller beurteil« und Ge rechtigkeit tvirklich zeigt. Gerechtigkeit guckt für das Reich, das nicht nur immer zu geben, sondern auch zu fordern Hot und Gerechtigkeit für die dlmtschaciinntc Bevölkerung im Elsaß. dst man nicht der französischen Agitation prcisgeben darf. Die Sozial demokratie iah, dost mit .«aber» keine orode» Er'olae mcbr zu er zielen Ivareit und vcriäwb das Kampfgebiet. in dem sie durch xcrsönliche Äuställe gegen den Kronprinzen die Gunst ihrer Massen zu erwerben suchte. Die „M o r q e » p o st" urteilt: Ter Geiamteindruck der gestrigen Rede des Reichskanzlers war unvergleichlich besser, als der seiner orotorischen Leistungen in jenen Tezembertagen. _ ©Ctiffefti?» Seitö. Bei der preußisch-hessische» Eisenbahn betriebsgenieinschafl betrüge» ii» Tez-mber 1913 die Eintiadme» aus de», Personen- und Geväckverkebr BöfflOfK) Mk. (plus 356 000 9Kf.), aus dem Güterverkehr 130636000 Ml. (minus 1 «Vf 000 Mk und ans sonstiwn Quellen 13508000 Mk. (plus 1335000 MI . zusammen 179 743000 Mk. «plus 3.7000 Mt. , ferner seit Beginn d's Rechnungsjahres die Einnahmen aus den, Personen- und ttzepärkverkehr -H.540.7 Mark , zusamnien 1935824 000 Mk. iplus ,<8 4t4 000 Mt Eine Anfrage zum G i s t »i o r d p r o z e ß H o v s Ter sozialdeinotratische Abgeordnete Tr. Quark (Frankfurt hat int Reichstage folgende Iiirze Anfrage gestellt! Will der Herr Reichskanzler die nötige» Lchrstre tun, um angesichts der (Feststellungen im Franlsur'or «tziiimord vrozeß .Hopf eine Ergänzung der d'ntsckieii Gesetze und Verordnungen über den Handel mit Giften durch (riitlr've« hung seil ebener remmder Milroorgani^nie» in das amtliche Verzeichnis der Giste sowie eine internationale Regelung d"s Handels mit Gift und solchen Mikrooraanssme» in Anlehnung an §12 der preußischen Land'spolizeiperordnung vom 22. Februar 19tx» in die Wege zu leiten? Ter Regierungsantritt des Prinz: n zu Wied. Tos Wiener „Deutsche Volksblatt" melden Ter Prinz zu Wied hat Sie Kabinette verständigt, daß er nach Besuchen in Wien und Rom in den ersten Tagen des Februar in Albanien zu landen gedenke, — Die Agcnzia Stefani meldet ans Valona: Ter internationaleKontroll- ausschuß hat den Ministern in einer Verbalnote mitgeteilt, daß sie die R e g i c r u n g s g e tu a 11 von Ismail stc- inalübernommen habe. Die Minister erklärten ihr Einverständnis und das K abiit clt hat sich aufgelöst. Der bisherige Minister des Innern Fewz i Bei wurde mit der Leitung der Regierinigsgeschäsle in Valona betraut. Tie andern bisherigen Minister werden ihm als Ressort Direktoren unterstehen. Tie Behörden in Berat »nd Elbassan sind telegraphisch aufgesordert, Fewzi Bei als Borgefetzlen anz„- erkenne». Tie Abdankung Ismails hat einen günstigen Eindruck gemacht. — In Alessio traf eine aus österreich.- ungariichen und italienischen Soldaten bestehende Abteilung von 50 Mann ein. Au» Stadt «nd Land. Gießen, 24. Januar 1914. Mehr Vogelschutz in den Anlagen der Stadt. Eine mit Recht erhobene Klage über d>e allzu starke Bc- schiietdnng der Kugelatazien, durch die die Vogelwelt großen Schaden erleidet, gebt uns vom Vorstand des Tierschutzverein «zu Gießen zu: Wer seit einiaen Tagen durch die Anlagen gebt, wird kaum ohne Kopfschütteln mid innere Entrüstung an den zum Entsetzen kahlgeschorenen Kugelakazien vorüber lieber die Halbing des irnizössschen Präsidenten dem Kinemato- graphen gegenüber hat sich kürzlich ein Mitglied des betamiteii Pariser Hanse» Paltzs ir-res zn einem Berichterstatter der „Li- beitö" geäußert nnd babci in Worten dankbarer Anerkennung von dem irüheren Präsidenten Fallisres geivrochen, der ein ge- ra^ezu ideales Olielt für jeden Photographen gewesen sei. Cfine «nele Amvkisimgen zn tedürien, ,:,b.- er stets die Stellung eingenominen. die iür irgendeine Auinahnie am geeignetsten war und mit diesem Vorzüge verband er noch den w-iieren einer vollendeten Höiiichkeit. Dem irgenrpärtigen Präsidenten Poincarö war es ,u Beginn seiner Präkidentschast sehr unangenehm, sich stets von PhoMgravben und .»snemaiogravhe» um-eben und ver «olgt zu losten. atei all.näh'ickl geivöhnte er sich daralk die Nttauz '«'sehteil photographischen Ausnahmen als eine Bervilichtung anzilsehen. die er mit den übrigen Lasten seines Amtes zu tragen Hobe, und jetzt nnd die Photographen mir ihm zlstrieden. Nicht einen aenni enZwang mar daoegen Tonme-gne, her ietziae Mtrn'ervräudrnt der iran-osischcn Rew h'sk, u bekeh-en". Jeden Photo tiapben tvirs er. nicht immer höilich. zurück, bis ihm end- Ü® etstrr Ieiner „Bei tolgee" erklärte, daß er iür eine zahlreiche nanitlic zn sargen habe, und sich von Herrn Tanmergue, der d-ch ein guter^Reputlitaner Irin lovsse, tischt da- Brot iregnehmen lais-n iverde. Dieser Apprss an das re0ilb«ilanliche Herz des Miuiswr- ma,Genien wirkte, und seit jener Zen im, sich über ihn lein Photograri, mehr zu blsagen. Binsenwahrheit. Woher mag diese Bezeichnung für eine Wahrheit, me jede» inleuchten must, stammen? Hängt sie mit lciu lateintinVK Lv'.schwort nodnm in seirpg guaerere, nach nVoten au der Binse, d h. Schwierigkeiten suchen, wo es keine lsot- Mammen, oder haben die Mn'ensödne Heidelbergs erst dieser Wort geprägt? aer bekannte Arzt Pros. Ad ü« »Iißmiu, erzählt nämlich in seinen ..Erinnerungen"! ,,Unter Binen per stand man die sanieil nnd steiten Holme einer hoben (ürasart rer Molinsa eoernl-a. die aus den Berohotden in Menge ivöchsi Mit einen,lichen Binse» hoben die>e Grasiwime wenig gemein Ten HaiGel damit tetrieb ,n Heidelberg ein Menich von tr-nni Wem - ehe», aber Gelulie-eiGem Sin,, der aut dm, schloß borg Ha„s und lbami'ie b-saß. Er iRnio und so",weite di- rei«en Halme, tro^ne'e sie bind Hz zu B ischeln und brach'e und verkan'le sie den P'ei enraucher» in den Wirt- und Rrinaih'u'eni. Er reiste sogar mit seiner Ware „n^ ait[ (, on D i c j ( „ pirschen Unfm(t*äten als Heidelberger Pin«e"bich b-konut Ta er sich leschrönlter stellte, als er wir io galt er bet den Musentöhnen iür das llrbild oeistiaer B'ichränktbeit »nd man „annte .Binom ivohrdeilen" solche, die sogar drr Binsenb,b verstand. Ter Ans- tluck ist mis drr Studenleuivrache in die Schriftsprache übzr- gegaiigen, seine Heiinnft dürste vergessen sein." können. In einer geradezu schauerlichen Weise sind die noch vor kurzem so schön geformten Bäume verstümmelt. Mag ja auch von gärtnerischem Standvunkte aus ein Beschneiden von Zeit zn Zeit als notwendig sich erweisen, so dürste es doch andererseits fraglich sein, ob zu einer solchen Rasur die Lage angelegt werden muß. Bor allem sollte man dabei bedenken, ob man dadurch nicht in anderer Weise einen viel grotterc» Schaden anrichtet, in dem man nänilich die Bogclwelt «chädigt. Sicherlich haben alle Spaziergänger mit großer Freude und Eieniigtuung nach dem Blätterfall im Herbste die Wahrnehmung g"mackit, wie mannigfach genide von nn- seren kleinsten und lieblichsten Sängern die dichten Kronen der Kugelakazieu als der s i ch c r st c Ort gegen Fei n d c und Unbill der Witterung z um N estba u a u s- gesucht werden. Dazu kommt noch, daß in den reichlichen Astauirlen leicht nnd sicher eine Wohn und Brutstätte Gebaut werden kann. 9 J u it i st z u in w c n i g st c n s ü r e i n I a h r jede N i st g e l c g c ii b e i t g e n o_m in c u. Wen wird cs da noch wundern, wenn gerade die Böget aus de» Anlagen und Gärten verschwinden, die als die Vesten Obstschützling« von unersetzlichen Werte sind? Hat doch die hiesige Stadtverwaltung sich eines verstärkten Vogelschutzes in lobens- und dankenswertester Weise angenommen, indem sic zur Vermehrung und Erhaltung der Vogetwelt sog. V o q c l > ch nß g >'h ö l z c anleaen ließ. In nicht minder anerkennenswerter Art beniüht sich der hiesige Tierschutz Verein durch Fütterung im Winter nnd Anbringung von R i st statten, die Vogelwelt zn erhalten »nd zn beleben. Hier aber wird all diesen edlen Bestrebungen geradezu Hohn gesprochen. Verehrt. Stadtverwaltung wird ohne Ztveiiel mit Tausenden von Mitbürgern des gleichen Sinnes sein und im Interesse der Erhaltung und stärkeren Belebung der Bogel- wett dahin Weisung ergehen lassen, sämtliche Baume nur soweit beschneiden und aiisputz-n zu lassen, als cs unbedingt erforderlich ist. In gleickicin Sinne sind auch dem Borstande des Tierscbutz-Bcrcins Zuschriften ,»gegangen, in welchen mit Entrüstung diesem Banmichnitt Ausdruck gegeben wurde, ** Tageskalender wr EmnSfcan. den 24,, und Tonnlgg, 3 ',. Ja». Stodtthenter: Naelnnittaa? 314 llbr ! ,TieZari»', ateiibs 7 1 '. Uhr: .Aägerdl»t" («aftiriel Tieher), v i eh t s v I e l h a n s: Tool teil Vor'tellnno. U» io» -Theater: Täglich Porstellung. tTienstagS und Samstaas neues Proaraniitt.l O b e r d e t 1 > l eh e s llnieine nnd 6 t a il' sche Sa in w - hm neu. Geöffnet Sonntag vormittags «1—,1 llhr imentgeltlich Museum iür Völkerkunde Grösinet an Sonntagen vorn inaas von 11 — > Uhr unentgeltlich. O h e rh e s s i I ch er 5l n „ s> n e > e > n. Tse Gen»tlde-dl„4stellinig ist tnalich von II — I Uhr. Miinnochs von 3 bis L Uhr, und an Sonntoaen von 11 — 3 llhv geöffnet. ?IlldeutIcher V e > l> a » d. Sonntag abend? 8 ', Uhr: .Tentsche Bauerziaiisiedlnngeil in Bosnien' tinit LiehtdildernJ Hotel ist, oitberz uz. K a r " e » a l - G e > e I [ (rf) n i t 6 , teste n. AlgSkenball in, Ewö «3eib. Sonntag abend. Dlot'tao. 28. Jannar, naelnnitttas 3-5 llbr INI Hotel Schütz: Oeüe »lisch er Vortrag mit praktischer Anleitung über die E h e IN I > ch e i'i >s s eh e z n Hans e. Die A» l aa enills i k stndet bei gutem Weiter morgen vor- inittaa tun It Uhr in der Cüd--Anlage ilatt. Svielvian: I. Die Denllche» in der Lnlt voran! Marsch von W. Kommallein. 2 . , Ouvertüre zur Operette „Berliner Lust', von P. Linke. 3. „Atsba', »Jnkermezzo von H. Lindsnn. >. Mein Regiment! 'Maisch von L. Blankenburg. ** P f a r t fl c 11 e. Der Äroßherzog Hai dem Psarrvcr- wakler Fritz Weiß zu Bieber die dortige evangelische Pfarrstclle übertragen, " Ter Großhcrzog hat dem Präsidenten der preu-- pischen Zentralgenossenschaftsläss.', Wirkt. Obersinanzrat H e i l ig ein st a d t, in Berlin das Köinptnrtreuz t. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ** Eine Borparadc z u K a i s e r s G e b u r t s - t a g fand heute morgen um 10« •> Uhr auf Ossoalds-Garten statt, die vom Regiinentsl'ommaitdeur abgenornmen wurde. Zu dem seltenen »lititärischeil Schausviel hatte sich eine große Menge von Zuschauern etngesunden. 3 u dein Geburtstage des Kaisers sind die giäumc des Großh. Amtsge richts, wie mau uns bittet mitzuteilen, geschlossen. Nur in eilenden Angelegenheiten findet die Annahme Rechtsuchcndcr statt. " Stnhttbeatcr. Nochmo!-; sei ans das morgige ein- malioe Kastivist des Königl Banr. Hoischaliivieiers Konr. Drehet hingewie'en, der alle» Freimden des Humors mir seinem Doridader Zongerl in dem Bolksstück beiondere lffade bringen wild. — Die Aufführung de? hekanulen Ivirknngsvolle» Sehauivieles .Die Zarin' am inorgiaen Aaehniittag dütsle vorausnchtsich die letzte Auffül rniig des Werkes nberhaupl !ei». Sf * Ter Evaiigel. Arbeiterverein veranstaltet am Sonntag ans Anlost von Kaisers Geburtstag im Ber- eiiislokal einen F a m i i i c n a b e» d , bestehend in innii- ialischen Tarlietungcn, Gesangsvorträgen. Ansprachen usw. Am Samstag,' den 31. l. Mis. ijälr der Verein seine diesjährige H a u p t v c r s a m in l u n g ab. " Die Eisbahn ist dureh de» anhaltende» Frost i» denkbar bestem Zustande. Morgen, am Sonntag, stndet nachmittags von 3'/„ bis ö‘A Uhr Konzert statt, " Durch den starken Frost haben eine Llnzahl Ka stanien b ä »ine an der Fraiiksurter Straße fingerbreite Risse erhalten. Durch solche Erscheint,nqen ist es zn verstehen, wenn man allgemein »ach wärmerer Temperatur verianat. ** Alle Besitzer von Zugtieren und Leiter von Fuhrwerken werden dringend erniahnt, bei der zurzeit herrschenden strengen Kälte Zugtiere nie länger als unbedingt erforderlich und nie unbedeckt i m F r e i e n st c h c n zu lassen. ■.* Der Eisvogel richtiger Eistaucher —, von dessen häufigerem Vorkommen in diesem Jahre wir gestern berichteten, und da« mit Recht, hat das Interesse unserer Leser eriveckt. Aus Klein Linden fomntt die Nachricht, daß die Wahrnehmung ani einer Täuschung beruhe, die durch den tiefen Lehne- im Bogclsbcrg hcrvorgcruscn sei. Eine Bestätigung unserer Ansicht erhalten wir aus B ad-N anheim Man schreibt uns von dort: „Jahr für Jahr kommen ans vielen Teilen Deutschlands nnd Oesterreichs Nachrichten über die Abnahme des Eisvogels (Mcedo ifpibai dieses wegen seiner Farbe,ipracht so herrlichen Juwels un- jercr heimischen Pogelwclt. In vielen Gegenden ist er schon recht selten geworden, aus nianchen (ßebicten bereits gänzlich verschwunden. Es wird daher jeden Bogelsreund dic'Mit- teilung intcrefiicren, daß der seltene Vogel hier noch verhältnismäßig zahlreich vorkommt, in einer Häufigkeit, wie sie wohl nur noch tveni- 3 e i, L a n d >r r l ch e n der Nachbarschaft eigen ist Besonders am großen Teich und an der tl fa halten sich die noch gevne auf. Spa^i.ergänAer, die von hier den Promcnadcnweg nach Fricdberg nehmen oder einen Gang um den Teich machen, können jetzt täglich die larvenpräch. tigen Tiere beobachten! man kann oft 5 —6 der Böget auf einmal sehen. " Silberne Hoehz ei t begeben am kommendett Montag Emil S ch ü n l e r und Fron, 'Marie, geb. Schurz ** Das Grobherzoglich Hessische Regierungsblatt Nr. 3 vom 22. Januar bat sotgeuden Inhalt! I. Gesetz, die Hingabe eines Darlehns und die Erüistiung eines «tzredits an die Zentralkasse der Hessischen landwinichastlichrn Genossenschasten, E. G. in. b. H. zu Tarmstadt betresscnd. — 3. Gesetz. Beteiligung des Staates an der Hessischen Landeshvvothekenbaiik betreiiend. — 3. Verordnung, die staatliche Betriebstraitkenkaise für das Großherzogtum Hessen betrefsend. — ! Pekauntmachung, die Versiche- riingsbehördeii iür die staotljche Betriebskrankrutasse iür das Groß- herzogtum Hessen betrefsend, — 5. Bekanntmachung, die Errichtung eines selbständigen Standesamts für die Gemeinde Münch-5K'»sel betrefsend. — 6 . Bekanntmachung, die Anlegung des Grundbuchs betresieud. — 7. Bekanntmachung, die Durchsührung der Besiim mungen des Bundesrats über Hansarbeit in der Tabakinditstrie vom 17, November 1913 betresiend. ** Zur Stadtverordnete n-Sitz u^lg. Wir schrieb:» in unserem Berichte! „Einige Zweifel loagt Stadto. Wi»n zu äußern, oh die Anlage (elektrische Ueberlattdanlagel wirklich io tadellos sei, wie alle 'behaupten." Herr Winn schreibt uns dazu, daß diese Mitteilung nicht ganz richtig sei! Ich habe seinen Zweifel in die Gille der Ansage der Ueber- landzentraie gesetzt, sondern im Gegenleii ausgesührt, die Herren Vorredner hätten midi liiajt üderzeugt, daß ein Sachverständiger zur Beurteilung der Anlage nötig sei. Nach den 'Mitteilungeil der Herren Vorredner sowie des Herrn Oberbürgermeisters sei die Anlage gut und sachgemäß ausgesührt. Weuil ein Sach verständiger erst nach Fertirstellung die Anlage prüiem soll, dann kann an den eventuell bestehenden Tatsachen nichts mehr geändert werden. Wolle man aber einen Sachverständigen zu« ziehe», dann solle man jetzt di: «Anlage vrüsen lassen, damit daim bei weiteren 'Anlagen Nachteile, wenn solche bestehen sollten, vermieden werden lönnen." 0'ewiß ist, daß ein Zweiiel in den Worten des Herrn Winn vernehmlmr geworden war. Daher »ahm Oberbürgermeister M e - c ii in Veranlassung, ihn darüber auszullären, daß die Anlage gut sei, und das Ergebnis war, daß von der Zuziehung eines Sachvetsländigen vorerst abgesehen werden soll, r *' E i n neuer Frau c » b e r u i. Seit zwei Jahren bestehen in Preuße» an staatlich anerkatiiiten Kindergärtnerinnensenlinaren Kurse mit staatlicher A b i ch l u ß v r ü s II NN g zur Heran - biidling von Jugendleiterinneu, d. h. von Leiterinnen von großen Bolkskindergärten, Horten, Lehrerinnen für Kindergartenun-crioei - sung an Frauenschulen und Kindergärtnerinnen in Seminaren. Ostern 1111-4 wird in Hessen oni Kindergärtnerinnen-Seminar der Mainzer Jrauenarbeitsschitie. Rosengasse 13, in Mainz der erste Kurins süjr Jilgendlriterinnen mit staatl. Abschlußprüsung eröffnet.. Auinadniebcdingungcn sind! Vollständig absolvierte lOklass. höhere Töchterschule oder Lheeum, mit Erfolg abgelegte staatl. Prüsung als Kindergärtnerin und ljähriges Praktikum an einem anerkannt voll- wenige, > Kindergarten. lJn Ansnahmesallen kann das Pratikum' auch nach bestandenen' Augendieiterinnenepainen absoiviert werden.k. Das Be'ürinis »ach staatlich grorüsten. sackstich ausgebildeten JugenNcite'.innen ist iür Erziehungsanstalten reichlich vorhanden. Tie Anstellungsaiissichten lind günstig, die Ekehaltsoerhältnisse entirrechen denen der Gewerl'.äehrerinnen. 'Ansragen nnd Anmeldungen für den zu Ostern 4 5» 14 beginnenden Kursus sind zn itchlen an das Kittdergärrnerinnen Seminar Rosengasse 12 IN Main z. G ü t e r r »th t s r e g i st er. Gütergemeinschaft habe» vereinbart! Johann Adam Müller, Landwirt, und dessen Eheiran Eva Marie geb. schmidt in Ollen. Jakob ü ö r r, Schneider. „nd dessen Ehefrau Christine geh Hot chuh in Hebstahl. Wit- heli» Körber, Jagiöhner, nnd dessen Ehefrau Margarete gcb. Nest in Hebstahl, Wilhelm Haas I! . Landwirt, und dessen Eh>'- srml Margarete geb. Menges in Hebstabi. Johann Peter Gü rill e r, Landwirt, und dessen Ehesra« Elise Katharine geb. Ihrig in Hebstahl, Karl Sauer, Wirt, nno dessen Ehesra» Anna Christine geb. Stuck in H e b st a hl. Johann Jost Stein, Wagner, und dessen Ehefrau Elisabetho geh. Kiehl in Güttersbach, Peter Schaler. Steinbrechiw, und dcssen Ehesra» Anna Cbristiilc geb. Haas in .Hchstahl, Peter Ouiä. Taalolmrr, und dessen Ehefrau Anna geb. Schwinn in Hrbstadl. Adam Herold, Taqlöbner und dessen Ehesra» Anna geb. Neil in Hebstahl. Bernhard Schä- ser, Steinbrecher, nnd dessen Ehefrau Sophie gcb. Beisel in Öebstahl, Wilheim Ihrig Ii., Steinhauer, nnd dessen Ehesra» ,2ophie geh. Krämer in Hebftahi, Kars Hagendorn, Schul'- uiackier, und dessen Ehefrau Marie geb. Miltenberger in Heb- irahl. Wilhelm Schulz. To.glvt.ner, „nd dessen Ehefrau Eva Katharine geb. Bonde« >,i Uuter-Srnsbach, Adam En gelter, Maurer, und dessen Ehefrau 'Anna Katharine geh. Heilmami in Beerfelden, 'Adam Tamm, Dreher, und dessen Ehettau Sophie geb. Miltenberger i» Beerselden. Wiihelni Brück, Wilchhändler, und dessen Ehesran Katharine geb. Tpies in Lang Göns haben Errungen schastsgemein schast vereinbart. — Karl Hermann Otto Müns und Ehesran Helene geb. Schäfer in Osten, bach g. M. haben Gütertrennung vereinbart. ** Grundstücksverkeh r. Grundstücke in der Gemarkung Villi Ilgen, die auf den Namen des Philtvv Heinrich Eiraf i» Billingen und Ehesran Karoline geb. Bontmersbeim und Philipp Heinrich Gras Ehesran Karotiue geb. Bommersheim eingetragen waren, sollen Freitag, den 13. März 1914. nachinittags 2'/ t Uhr, aus dem Gemeindehause in Villiugen im Wege der Zwangsvols- streüung versteigert werden - Ein Grundstück ;n Mainz, das auf den Namen des »1 Bernhard B a nm g a rt n e r, Privat mann, d) Maria Theresia Baumgartner geb. Richter, dessen Ehesran cingetragen war, soll Donnerstag, den 12. März 1914, nachmittags 4 Uhr, im Justizgedäude zu Mainz, Saal 314, im Wege der Zwanasvollstreckuna versteigert werden. — Gr»ndstücke zu Bingen, die aut den Namen der Frieda Maria Elisaietb I a ehne geh. Daiinhäilscr, Witwe von Friedrich Wllhelm Jaehne in Dingen eingetragen waren, sollen Samstag, den 14. März 1914, vormittags 9'-'.. Uhr, im Amtsgerichtssitzungssaal des Amtsgerichts Bingen im Wege der ZwailgsvoUstreckung versteigert werden, werden. —! Eine Hosreike zu W'ieseck. die aus den Namen des Map S i m v „ von Wieseck und dessen Ehesran Marie geb. Roth eingetragen mar, soll Freitag, den 13. März 1914, nachmittags 3 llhr, aus dem Gemeindehaus zn Wieseck im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden. *’’■ Klein e Mitteilungen Förster Tillemuth in Bermiltshain konnte wegen der Strenge dieses Winters nicht weniger a!s zwöis Füchse in letzter Zeit sangen und erlegen. — In Friedberg fand gestern nachmittag im Seminar die Entlassung der Llbiturienten statt. — Zwei Fuhrleute der Braiwret Bindecker vernnglüttten, als sie inst dem Bierwagen von F r r e d b e r g nach Nauheim suhren. Beide lamen unter die Räder des Wagens. Ter ri»o erlitt eincn Schenlelbruckt der andere verletzte sich schwer am Kops. — Zu Seligenstadt Narb die Ehesran eines Schuhmachers hei der Geburt de? 20. Kindes. — Wegen des anhaltenden Frostts. werden in Friedberg sowohl in Privalgärten ais auch in den Anlagen von seiten der Stadtverwaltung F u t t c r h ä u scheu iür die hungernden Vögel errichtet. — In Großen Buseck ivurde ein Jungsrauen verein unter Leitung des Ortsgeistlickieu gegründet. Dem Verein gehören bis setzt etwa 22 juiige Mädchen an. — Zu DaubriIIgen fand der 'Abschluß des Tanzkurses statt. — Ter 34 Jahre alte Taglöhner Nikolaus Nefs III. in Viernheim war mit Schweineablade» beschäftigt. Dabei schlug das durch einen bissigen Hund belästigte Pferd aus und traf Nest so schwer, daß die Schlagader am Beine platzte. Ter Schwerverletzte wollte noch zum Arzt gehen, brach aber unterwegs zusanimen und verblutete, ehe ihm ärztliche Hilse zuteil wurde. — Eni lunger Mann aus Vilbel, der seit längerer Zeit mit schui- ptslchtigen Mädchen ^sträflichen Verlehr pflog, wurde gestern v e r- baltct. — Ein Strebendorser Einwohner stieß in der Trunkenheit seiner Frau ein tzAesser. in die Brust und verletzte sic dadurch l e 6 e n s 9 e i ä f) r 1 i dt. Ter F e [ b 10 e b e I Rickes von ber 9. Kompagnie des hl. Jii'anterie-Regiinenttk erlch 0 ßs 1 ch heute nachmitlag mit seinem Tienstgewehr. ** «»itTnrjc itt «ffictt. Uebec das VermSaen d-s SchreinermeisterS Pin! ivp Arnold von Rödgen bei Kietze» ,» am 20. Januar das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt PeterS in (Aji-tzen ist zum Konkursverwalter ernannt. Konkurs- kordcrungen sind bis zum 12. Februar 1V>14 bei de», Amtsgericht Greven anm'nelden. —- dem Konkurse fibi’r das Bermö reu der ^irma „Bernhard Beraer II." i>t Terinin benimmt a»ri Montaa. 9. Februar 1914 , vormittaas 9% Uhr, Ämtsqeri^t WöN- stein, Zimmer Nr. 92. - In dem Konti,rse über das Vermögen des kammanns Hermann Berger und des »aukmannS Moiiiz Berger ans K a „ - B i ck e l l, c i m ist Termin benimmt an! Montaa. 0. „ebrnar ISIS, oormittaaS 9>, Ubr. Anitsgericht Söll» stein, Znnnier Nr. 83. — lieber das Vermögen des Wagners Heinrich Arnold von Rödgen bei Kietzen ist am 20. Januar daS Konkursverfahren eröffnet. Rcchlsannmll VeterS in Wietzen ist ,»>„ Konknrsoenv alter ernannt. Konkurs ordcrungen sind bis zum >2. Februar 1914 bei dein Amtsgerichte in niesten anzn- inelden. — Ueber das Vermöge» des BackncininacherS Johanne» Wen „er von Erielden ist am 21. Januar das Konknrsvcr- inbren eröffnet Kanimami Hernann Neniier z» Wrotz-Kera» ist znm Konkursvcrwaller ernannt. Konknrsiorderungeu sind bis zum 1". Februar 1944 bei den, Amtsgerichts i» Groß-Gerau an- zumelden. Kreis Aricdbcrg. O Friedberg, 23. Jan. Ein bei einem Gärtner in hlad-Nauheim beschäftigter Lehrling, der aus .Leiden bergen gebürtig ist und im Friedberger Bersorgungshaus in Fürsorgeerziehung mar, verließ heutse nachmittag die Wohnung seines Lehrherrn, ohne daß inan wußte, wohin er sich begeben hatte, später wurde er in der hiesigen Gemarkung an einem Gittermast derelcktrischeu Ueber- laiidleitung gefunden, als er den Ruf „Feuer, Feuer!" wiederholt von sich gab. Der Jüngling hatte den Mast erstiegen. Tabei »purde er von, elektrischen Strom schwer verletzt. An den Beinen, am Leche, an den Armen zeigten sich heftige Brandwunden; die Kleider waren z. T. verkohlt. Der Schwerverletzte wurde in das hiesige Krankenhaus gebracht: man soll noch nicht wissen, ob er mit dem Leben davonkommt. Aus welchein Grunde der Lehrling den Mast, vor dessen Betretung doch and drücklich durch einen Anschlag wegen der damit verbundenen Lebensgefahr gewarnt ist, erstiegen hat. iveiß man noch nicht. Es soll der junge Mann seinem Lehrherrn schon mehr ent- lausen sein und auch schon Selbstmordgedanken geäußert haben. Kreis Schotten. HAusdem Vogelsberg, 24. Jan. Eine gefunbc Natur hat ein junger Bergarbeiter aus Groß-Eichen. In der Silvesternacht schoß ihm sein Freund eine K u g c l i n den Leib. Er verbiß den Schmerz, arbeitete noch zwei Wochen im Jlsdorfcr Bergwerk, bis die Wundc ihn auss Krankenlager zwang Zufällig entdeckten des Burschen Geschwister die schwere Verletzung — der junge Manu hatte bis jetzt nichts gesagt — und veranlaßten seine Uebersührung ins Krankenhaus. Starkenburg und Rheinhessen. ch. Bingen, 23. Jan. Festgenommen wurde hier ein Gelegenheitsarbeiter aus Büdeshciin. Obwohl keine direkten Beweise vorliegen, ist der Mann dringcndver- d ä ch t i g, den R a u b a n f a l l a m D r a i s b r n n n c n verübt zu haben. Der Berhastetc leugnet seine Schuld. vkreinsnachricsiten. — Der Turnverein von 1846 feiert seinen Maske,i- tall in Gestalt eines Trachtenfestes in der Turnhalle am Oswalds- garten am Samstag, den 7. Februar I. I. Das ausgcstetlte Programm versprecht einen gemißreichcn Abend. L. Aricdbcrg, 24. Jan. Hier fand in, Saalbau eine Feier der evangelischen Vereinigung statt. Festredner ivar Pfarrer R e h w a l d von Heppcichcim, der über die kirch lich«» Verhältnisse Englands sprach, 'solovorirägc und Gesänge oeS KirchenchorS verschönten den Abend. c. Rodhcim a. b. B., 24. Jan. Dieser Tage biclt der Gesangverein „Eintracht" seine gut besuchte Hauvtoesiammlung im DcreinSlokal ab und satztc de» Beschluß, in diesem Jahre sei» iünfzigsübriges Bestehen festlich zu begehen. Der Verein ist de», Dünsbcrg-Sängerbund bcigetrelen. ES ist sicherlich eine seltene Erscheinung in unserer iestreiciien Zeit, daß der Verein l0 Jahre seinem Ziele zugestrcbt hat, ohne bisher ein Fest zu icicru. Die Berufung des Chauffeurs U. St. aus Frankfurt a. M. imirbc Wege» Nichterscheinen des Angeklagten verworsen. Gießen, 23. Januar. Wegen ll n t e r s ch l a g u n g und II n t r c u e wurde der Kauimann W. &. aus Buhbach zu eine m M onil Gefängnis und wegen Unterschlagung seine Ehefrau zu einer Geldstrafe von 50 Mark verurteilt. Der Ehemann war Rechner der S t e r b c k a s j e des Bundes d e u t s d> c r G a st Wirt c. Als solcher vereinnahmte er im April vorigen Jahres Mitglicdcrbeiträgc im Gesamibeirage von etwa 180 Mark. Diese Simone sollte er an die Witwe des verstorbenen Mitgliedes PH. Th. als Lkerbegeld auSiahten. Außerdem hatte ihn letztere bevollmäch tigt, den Rest des ihr zukonuiiendeii Sterbegeldes bei der Kasse des Bundes iür sie zu erheben. Er erhirll denn auch Mille Mai 1913 von der Kasse 779 Mark mit dem Austrag, dieies Geld zniammen mir den 180Mark an die Witwe Dt. ausziizahlen. Beide Betrüge hat aber der 'Angeklagte für sich bestallen und zusammen mit seiner grau, tic um die Sache wußte, rcrdraucht. Tie Angeklagten besau den sich damals in unverschuldeler Rot und dailcii ltidu das Rot wendigste zum Leben. Das Gericht erkannte dcslmlb aus die genannten milden Strafen. Wegen Beleidigung des GcMcindeiorstwartcs F. K. in Billingcn toar der Landwirt F. K. aus Petterweil angcllagt woidcn. Das Schöffengericht haue ihn sreigc spiochcn und die Straskammer kestüiigie dieses Urteil. Im Früh ahr vorigen Jahres ging in Pctierweil und llnigcgend das Gerückt, es würden ans dem Pctteriveilcr Gemeindcwaldc Sicine abgesahlcn, für die ein Entgelt nicht in die Gemcindekajse käme. Das veranlaßtc den 'Anictiagicn, der Gemeinderalsmi giied war, dem iberede aut den Grund zu gehen Gelegentlich einer Holz- kersteigrrnng stellte er gegenüber dem Zeugen L., der selbst mehrfach Steine aus dem erwähnten Walde geiahrcn haue, die Be- l.auvtnng ans, es würden mehr Steine abgesahrcn, als Geld in die Gemeindefasse flösse. Tie Worte, welche er branchle, sowie die sickeie "Gl seiner Bebmivmng lonnten dm V-r^achk als wol tc er den gor wart F. ii., der di.' Al sihi über die Berwertung der S.einc Haie, einer Pstichtoerletzung tezi^ilgen:! desbalt nahmen sich auch die Foistbcbördc und die Slaatsamvaii schait sehr energisch der Tacke an. Das Gericht aber kam zu der Ansicht, daß es dem Angeklagten »ich, um eine Beleidigung des Fvrstwartes zu tun war. sondern lediglich NN, die Ziiarsiellung des -Sachverhaltes, an der er als Gcmeindcratsmi glied iebhosic Teilnahme hatte. Wenn er auch eine recht ungeschickte Form gewällt hatte, so nahm das Gerichl dock an. er habe in Wahrneck- lnung I eiccktigiee Jutercsscil gehandelt. Cs hob aber zugleich berror, daß die Verhandlung nicht den geringsten Zweiscl an der Plichinenc und Znirrlüssigkeit des ForsM'artcs habe nafkommen lassen. Fahrlässige G c s a n g c n e n b e s r e i n n g war dem 0! ei an gen cn Wärter T. ans Vilbel zur Last gelegt. Eine» Bettler, der sich >» Untersuchungshast bejand, hatte er ohne Erlaubnis des dieiistaufsichtsührendcn Richters, welche zur Anßenarkeit solcher Häsilingc erforderlich ist, am ciner Wiese in der Rühr des Waldes »eben de» Schießftänden beschäftigt; er selbst war ebenfalls don tätig. Der Lüstling, weicher zur Arbeit seine HaslNeider abgelegt hatte, entfloh durch den Drahi zaun de» Tchießstüiibc. Ter etioa >5 Jahre allere 'Angeklagte vermochte ihn nicht mehr einzuholen. Der Bettler wurde später wieder enigeliefert Der 'Angetlagte ist schon zweimal ivcgen des gleichen TeliltS beslrail worden. Er wurde deshalb z» ciner Geldstrafe von 30 Mark verurteilt. Wegen Vergehen gegen das V i e hsc u ch e u g c se tz wurden die Arbeiter St. W . M. D.. I. P. und 8- K. aus Berns bürg zu je 1 5 Mark Gelds» rase verurteilt. Tic Bekannt- mackmng des Kreisamtes vom 12. 'August 1912 stellt die Pflicht auf, Klauenvieh, das von einem Bezirk außerhalb Hessens cingcsührk wird, der Ortsvolizribchirde anzuzeigcn und i» Qua ran töne zu geben. Tic 'Angeklagten hatten je 2 Schweine ans einem verseiichien iüebiet. aus dem Regierungsbezirk Kassel, erhalle»; K D. hat die Anzeige unterlassen, von den übrigen 'Angeklagten ist das nicht scktgestellt: sie mußten aber trotzdem be straft iverden, weil sie die Schweine mit anderen Tieren zusammen- gestellt hatten. Gegen einen rückfälligen Dieb wurde in der letzicn Sache verhandelt. Ter Maurergeselle L. W., ans Mansbach gebürtig, hatte in Laute rb ach in der Nacht vom 15. auf 16. Dezember vorigen Jahres bei dem Schuhmacher H. G. D. einen Einbrnchsdiebstadl verübt, nachdem er am Tage zuvor die Gelegenheit ausgekundichasiet hakte. Er drückt: aus einer Trevvc stehend von außen die obere Scheibe des LadenicnsterS ein und stahl auf diese Weise zwei linke Hcrreiisckinbk und ein Paar Damenschuhc. Der 'Angeklagte aalte sich damals i» Not befunden, weshalb ihm mildernde Umstande zugebilligt wurden. DaS ll r t e i l lautete auf 1 I a li >• GesüIIgni s. __ Gictzcncr Strafkammer. Gießen, '20. Jan. Wegen AuSgießcns von Wasser aus dem Fenster ihrer Wohnung war die I. L. Ehefrau aus Kirkori Mil 8 Tagen Hast bestraft worden! die gegen dieies Ur teil eingelegte Berufung wurde mit der Maßgabe zurnckgewiescn, daß anstelle der Laststrasc ans eine Geldstrafe von 25 Mark erkannt wurde. Die 'Angeklagte, schon lange verärgert darüber, daß der an ihrem Hause vorüberführende, nach ihrer Behauptung im Privateigentum stehende Weg vom Publikum öiientlich be- icutzt wird, hatte am 25. Jul, 1913 der Zeugin E. E., als sie das erste Mol vorbeiging. Schimvimorte zngerusen, und als die Zeugin der Weg abermals vorübenührte, Wasser übcrgcgossen, io daß der ganze Rücken durchnäßt wurde. Obwohl die Angeklagte die Schuld leugnete und die Sache io hinstcllic. als sei die Zeugin nur durch ein Versehen ihrer 12jährigen Tochter, die ge- radeZiic Fenster geputzt habe, mit Wasser bespritzt^worden. kan> die Stroikammer dock in gleicher Weise wie das SchSstengericht zu der Ucberzeugnng von der Schuld der- Angeklagten. Aut lieber Weisung an die Landespoiizci- b c h ö rd e und aut 8 Tage Hast wegen Bettclns lautete das Iliteit Großh. Schäsfengerichts Gießen vom 16. Deznnber 1913. Der Gelege» hcitsarbciter B. T.. aus Steinbcrg gebürtig, vieliach wegen Bet telns vorbestraft, haue im Dezember vorigen Jahres aut dem Seltcrswcg die Passanten durch Betteln belästigt. Er halte Berufung eingelegt, insoweit das Urteil aus Ueberweisnng lautete. Die Berufung ivurde jedoch verwarten, iveil das ifferichl zn der Ucbeizcngung kam, daß es sich um einen ar!>eitsscheucn Men scheu handelte. Wegen Beleidigung loar der G. L. I. aus Altcnburg aut die Privatilage des H. W. II. daselbst durch das Schösscngcricht Alsfeld verurteill worden. Der Angeklagte hatte Beruiuilg eingelegt und Freisprechung lrgehrt. Tie Streitteile lcbicn in gespannte» Verhältnisse» und gelegentlich eines geringiügigcn Anlasses hatte der Angeklagte in unschöner Weise daran, angcspiclr, daß es dem Prioatilüger fetzt, wo ec eine Invalidenrente beziehe, viel bester gehe als früher, so daß er jetzt sogar baue. Der Streit drehte sich hauptsächlich UNI die Worte, welche der Angeklagte gebraucht hatte. Das Gc- licht kam zu dem gleichen Ergebnis imc das Schössengericht und verwarf die Berufung. Aus Zurückweisung der Berns,, n g lautete auch das Urteil in der Strassackic^gegen den Tchutzmackier I. B. aus Rieder-Ohmen. Er war ooni Schöffengericht Grünbcrg veiurtcill'worden, weil er ngchträglicherweisc den Genieindeziegen- bock, den ,Admn", aus dem Stalle des Ziege»Halters berauSgeführt und in den Stall des Zeugen I. Sch. gebracht hatte. Seine .Hameiabcn Fr. B. und H. R. waren in l. Instanz mangels Beweises frngespvocken morde»! dem I. B. aber wurde der gelbe Sand, der am andern Morgen „och an seinen Sckiulien hastete zmn Verhängnis. Solcher Sand befand sich zur Zeit der Tat rm ganzen Ort mir in der Hoireite, in deren StaUe der Ziegenbock gebracht worden war. 'Ans diesem Umstand schloß die Stiaskamnier gerade nne das Schöffengericht in erster Linie ans die Täterschaft des Angeklagten Zaberner Urteile. Zaber II. 23. Jan. Heute Ivurde der 57jährige Maurer und Fabi i ta,heiler H i e » wegen Gefangen c n befrei II Ii g, veiült Ivahrcnd der Zaberner Etrahenmirahen am 10. Ravember volige» Jahres ,» Tateinheit mit tätlichem Angriff gegen einen Polizeibeamlen und wegen Widerstand- gegen die Staatsgewalt zu einem Monat Gefängnis vciurieilt. - Jener R c k, u t, der icineiseit wegen unbefugter B 'ka»i!iqal>e dienstlicher Mitieiiungen an die Presse bezw. wegen Unterschreibens der be- lanntc» Mitteilungen an den „Elsässer" mit 43 Tage» Mittel- arrest bcstrast ivorden nor, wurde begnadigt, 2!) Tage der zuerkminten Strafe hatie er bereit- verbüßt. Ge ln Han sc», 23. Ja». Der Schachtmeister Link, der durch Zcitungsinseratc zivei Kasseler Mädchen kennen gelernt hotte und lick, ihnen als Zietenhusarcn stiilinieistcc vvrstcllw, sich mit ihnen vcilobtc und sie dann zur Hergabc grSßcrcr Geld- summen veranlaßt kaue, ivurde von der Kasseler Slraikamaicr zu acht Jahre n Z u ch ich a n S vckurtcilt. ?l l t o n a . 23. Jan. Das S chw n r g c r i ch t verurteilte »ach 13stündiger Perbandliing den 27iahrigen Emil Bahn, der anl 22. Jani-ar 1913 seine Geliebte Minna Meyer in Alton» erstach, wegen M o r d e S z u m Tode. _ «pOft. - Beginn der Tiroler W i n t c r s p o r t io o che. 'Aus Jnnstinck ioird uns geschrieben! Gleichzeilig mit den Dculichc» Tkimeistcischa'ten, die licner in Gärmstch-Pae'en!irchcii, also hart an de, tirvlisckw» Grenze zur 'Austragung konimen. nimmt am 25. Jänner tic große Tiroler Winleiiporlwoche ihre» Ansang. Sic kringt neben einer großen Zahl kleiner svortlickpr Veranstaltungen. an deren Turchiührung sich sämtliche Winlersporistanonen des Landes leteiliaen. die wich-igsten österreichischen Winierspor!- Mcisteischaite». Besitzer von leilnehmerkarte» zum Preise van 6 Kronen genießen überdies aur allen Linien der k. k. österreichischen Ttaatslahncn eine .dOprozcitti,e Fahrpreisermäßigung, die bis cinfchl. 15. Februar Geltung hat. vermiscbts». kf. S 5 n i n Ko » stant >» » n d der Invalide. I» Atben hat He»e» Bordcanr eine büblchc Weichiclite vom Wriecheirkönig llonsianlin eriabren, die in, letzten Ballankricqe kpielt. I» emem Biic'e an ouS »Ecko de Paris" teilt er sic etiva ioigendcrmanen mit; Ter König kebit im 'Aulomobil i» kein Hauptquartier zurück. Unterivegs trifft er eine» einiamin Coidatcn, der niüliianr vorwärts hinkt. Er '-ölt a» und front: »Wohin de» Weges ?" — ,I» die Stadt, Majestät, man hat mich »ach Hanke geschickt" — „Warum?" — »Ick' bin iin Kriege gegen die Türken verwundet ivorden: meine Wunde schien gebellt, »nd so zog ich wieder inS Feld, eie Wunde ist jetzt aber nieder aistgebrochen. und ich bin »nn ins KronkenhanS zurnckacickickt ivorden." — „Eteiq i» nieine» Wagen " — „O »ein. Alaiestäl." — .Rasch steig ein !* — „Ich kann nicht." — .Ich beiehkc es!' — ..Uunlögkich, Majestät.' — .'Aber warum 7 Heraus mit deinem Grunde." - .Ja . . . ich habe" lbier nennt der Invalide Jaiekte», >v>e sic aui den, Balkan, iiunal i>n Feldlager, nicht selten sind). — „Steig ein ... die habe ich auch!" Kleine TagWchronik. Der Aelteste der deuiseben Turnerschast, Geh. Sanitäts- rat G o c tz, dem ein 'Arni abgenommen ioerden mußte, ist als genesen aue- dem Krankenhouse entlassen worden. Ter Ober,vllaii,stcnt Schwatlo in Dresden versuchte sich und seine Familie angeblich infolge iinanziellcr Schwierigkeiten zu veigiztcn. Die I7jäbrige Tochter ist gestorben, während die Eltern lebeiiSgciährlich eickralckt im Kronkenhauic liegen. 21 js die in Steglitz loohichafte Frau Zillmann auf dem Gaskocher dos Mittagsbrot bereiten ivolltc, singen ihre Kleider Feuer. Die Nachbarn erstickten auf das Geschrei die Flammen, doch liegt die Frau hoffnungslos darnieder. Der a n d a l n s i i ch e E r p r e ß z u g ist, nach einer M ei düng ans Toledo, 22. Jan., infolge eines Erdrutsches entgleist. Sieben Personen nmrdcn verletzt. 'Aus Homburg i Pi wird gemeldet: Während in der hie jigen Heil »»d Pilegeaustalt de, 'AnstaltSarzt Tr. Markgraf mit der lünstlichen Ernätzrnng eines Kranken bcschaitigt war. wurde er von dem in der 'Anstalt zur Brvbackitung seines Geistcszn standcs uniergcbrackne» U»iers»ch»ngsgkfangeiicn Kollmehcr ü» er fallen und durch siini Mcssenkiche in den Rücken verletzt. Das Bcsinden des 'Arztes ist dem Berbältnis nach gut. und man hofft, daß er in einigen Tagen dos Bell Ivieder wickd verlaffen iönnen. Einem Obervsieger brachle kollwiUier einen lleinktz --tich in einen Finger bei. 'Aus Küstrin wird gemeldet: In der Nacht zum Freitag wurde auf den Wacht v o st e II bei den Munitionsmaqazinen hinter 'Aitdreiviv ein scharfer Schuß abgegeben. Ter Täler cntkani. Zehn R ü r „ b e r g c r Bürger stellten dem Oberbürgermeister Tr. »'.Schuck, 100000 Mk. iür einen von ihn, zu bcstinimenden freien Zweck zur Verfügung Die Stillung soll den Ramen Schuck stismng tragen. I» Schanghai ist die Gattin des deutschen Flei» s ch e r IN c > st c r s Richard 'kl e u IN a » II c v.m ordct auigesundcn Ivorden. Der Mord, der in fiühcr Morgenstunde begangen ivurde. I hat in Schanghai große Aufregung verursacht. Die Frau >va> ' schrecklich verstümmelt. Der Kops war beinahe vom Rumpfe ab getrennt, ei» 'Arm nahezu abgehackt: ferner hatte der Mörder ihr mehrere Finger abgeichnilie». offenbar, um sich in dcn Besitz der Ringe zu setzen. Der Wert des entwendeten Geldes und der ge stohlcnen Juwelen wird ans annähernd 4000 Pfund geschützt. Die Brutalität, mit der das Verbrechen ausgeführt ivurde. laßt darauf schließen, daß noch andere Beweggründe alS die eines bloßen Raub Mordes voriiegcn Der Galle der Getöteten, der ein großes Ge schält in Schanghai besitzt, befand jicki zur Zeit des Mordes in, Hospital. Tie Frau neu mit einem chinesischen Diener allein zu .Hanse, der jedoch der Tat nicht verdächtig ist. _ Hanvel. X Hanau, 23. Jan. Die Hanauer H a n d e l s k a »t m c t beschloß zur Ermittelung der im hiesigen Bezirk vorliegenden Wünsche über die A b io e l> r des englisch amerikanische» Tabak t rüste S eine Besprechung sm Kreise der Tabakintcresscnten her beiznsühien. lieber die Lage der im kiesige» Bczirt stark der tretenen Tabakindnftrie ist in der Plenarsitzung der Hanauer Han delskammer wie folgt berichtet worden: „Teure Robmateriasien und zunehmender Zigarette,ikonsui» erschwerten auch in 1913 der Zigarrcilfabrikaiion des Geschäft. Immerhin konnten einige Betriebe ihren UniiaN steigern. Zn klagen ist über unliebsame Ersah rungen mit den Kreditverhaltnissen und der ZahlungSweisc de, Kundschaft. Die Herftellnng von Zigarreii-Eiilettiernngen lwtte normalen 'Abiatz. wen» auch zu gedrückten Preisen: in Zigarren Kisten und Wickelsormen erreichte das Geschäft nicht ganz den vor- jährigen Umfang. ,_ Briefkasten der Redaktion. >B»o»n»,e Bnsrage» bleibe» »nberüasichligb.1 tztraßendahn »ießen—wieieck. Ihr Eingesandt lönnen wir erst dann veröffentlichen, wenn Sie »ns Ihren. Namen nennen Anonyme Einsendungen drucke» wir grundsätzlich nicht ab. Weiteranssichtcn in Hessen an, Sonntao. de» 25. Jan. >911: Vorwiegend heiter und trocken, Frosiwetler, 'Winde ans östlichen Richtungen. Letzte Nactzrictitcn. Eisenbahnunglück in Frankreich. Paris, 24. Jan. Ter L u x n s z u g Paris-Calais stieß gestern nachmittag iin Bahnhos von Marquise mit einem Güterzug z u s a in m c n, der gerade verschoben wurde. Cig Schaffner wurde gelötet und mehrere Reisende leicht verletzt. Die Bekämpfung der Trunksucht in R II ß l a II d. Petersburg, 23. Jan. Der Reichsrat begann heute mit der Beratung des Gesetzentwurfes betreffend die Bekamp- s ei i> g d e r Trunksucht, istras Witte legte in längerer Rede dar. seine Nachfolger im 'Amte als Finanzininifter hätten fein Werk, das Branntivcinnlonopol, das-"die Uni.rdriickung der Trunksucht erzielen sollte, enistcttl. Das Volk bezahle für den Monopolschnavs über eine Milliarde, Ivährend für Bollsauikläruiig nur 160 Mil lioitett verausgabt würden. Sei! zehn Fahren seien die Monopol einnahmcn um eine halbe Milliarde gestiegen. Es fei Nicht zu verwundern, daß dadurch ein großer Barbestand gebildet Ivorden ist, doch das Mittet, dura, welches dieser vornehmlich für die Landcs- vcricioignng bestimmte Barbestand erzielt sei, sei anormal, und es wäre besser, die Monopoleinnahmen zu iirieren und die Ileberschüffe zur Betäinpfung des Bolksübcls zu verwenden. Mittel zur Landesvcrleidignng mußten bereit gehalten werden, sie dür- icn aber nicht durch die Förderung der Volksschwäche gesammelt werden, die anderen müßten durch neue 'Anleihen und Steuern beschafft werden. Ter Ministerpräsident erwiderte, die Ziele des Grafen Witte seien nicht vergesse» und ioürdcn wie früher gefördert. Der Schnapsverbrauch pro Kopf sei in den letzten lo Jahren nicht gestiegen. Tie Maßnahmen zur Bekümv simg der Trunksucht würden ebenso energisch sortaesilhrt, wie zu Miltes Zeiten. Eine dieser Maßnahme» bilde der vorliegende Gesetzciitiviirs. E r ni o r d ii » g d e s f r a n z ösische » General» f o ti i u l S von Tanger. Tanger, 24. Ja». Der französische Generalkonsul v v n T a n g e r, E h e »> a n d i e i d e V a l d r o ni e , ist gestern von seinem >1 och erschossen worden. Er gab abends ein Tiner lind befahl seinem Koch, die (Mste zn bedienen. Im Salon gab der .ü-och zlvei Schüsse auf dcn Konsul ab, die ibn sofort töteten. Ter Täter wurde »er. hastet. — Eine andere Meldung besagt dazu: Der gestern von seinem Koch erschlossene sraiizösische Generalkonsul von Tanger bal erst seinen Posten an, 1. Dezember angetreten. Er stand im 49. Lebensjahre. Voranzeige! Gesangverein „Gntenberg“ f Sonntag. 15. Februar im Cafe Leib Maskenball 'iSSZZ Licht-Spiel-Haus • Vornehmes und sroBto« I.U-hr. Colmers Direktor beJ Landkrankenhauses in Coburg: „Die Ausgaben des Roten «reu,;es im Kriege, Erfahrungen ans dem rnssisch-japanischcu »iid dem vattankricge". Eintritt sür Mitglieder frei. Richttnstglieder 39 Pin, Schüler r> Pia, 871 T> Ter -Vorstand. Frauenbund der Deutschen KofooialgeselEschaft giessen Mitglieder-Zusammenkunft Sonntag. 25. .lanoar 1911, nachm{(tags 1 I hr. fsn Hotel Groß her zog von Hessen. Gast: Frl.Wolffv. d.Kolonialfrauenschule i.Weilbach IllpicliseitiK machen wir auf den vom Frauenvorein v. Koten Kreuz für die Kolonien veranstalteten Vortrag aufmerksam, der am 29. Januar 1914, ahends 8 1 , (Ihr, m der neuen Aula stattiindet. Herr Prof. Colmers wird über die Aufgaben de* Kote,n Kreuzes im Kriege sprechen ._ 122SD ____ Wer Vor»!und.” Maschinenbauer-Gesangverein. Sonntag, den 1. Febr. im Cafe Leib :: Grosser :: jYiasHen-Bal! Hierin evitbeint „'Kr ins Marne na 1" und bringt in einem groben Saiten lOPrtiscsiir-itslhiiiistciiMilsktli. Antang: 8 Uhr 31 Minuten ('■'nbf: wann wer hont fleh, hrintritlblirriic. Vorverkauf: Geheimlgrlen iiir Herren •l** K’fl... .mr ranteii 40 -t-ig. Tanerkarlen iür Herren 1 Ml., für Damen r.o Pig. Abeedkasio: Webrimlarten hir Herren SOPlg. snr Damen r.o Pia.. Danerlarien für '.■'ertcu 1.20 Ml.. iui Damen 60 Pia Galerie 20 Psg. »arten,u haben in den Geichäsien: Solomon. Sch»l> nrane: Somitgg. LdmInraKe unb Seiiervweg Ddei, Reu- 'ladi. -aiarrnanu. stindenoiav: Schön. Jriieur, !>ranl ntrter -trage: Aemetmmu, rwiseur. Blcichstratze. IMl_ Per V,retand. Tanzvergnügen im Ostend Sonntug. den ‘55. Januar. i^l hliilcr. Tanzmusik ää Ph. llofmann. Verein ehemaliger 1 er. Giessen. Kn der am SamStaa, den 31. Januar 1914, abends 82.4Ibr, im aroiten Saale des trat,'- tfeid ilailiinoendeii L keierliesLIIerKöoKstell ksdurts tages Sr. Majestät des Kaisers verdimde» mit Hall laden mir nniere Miiaiieder nebil Jamilic hierdurch cr° aedenst ein. Wir bitten die Beichlüiie der Miialiederveriammluna zu deachie». nach denen Minder unter 14 ,labten »nd Söbnr. die fclbit Milnlieder drS Bereins lein konnten, iiberhanpl nicht eingeiiibri werden dürfen. Gäile können nur au! jchriillichen Antrag durch den Variiand cin- aeiaden werden. Jedes Milalicd kann nur stoei Gaste einladen lasten. Aiströge lind dis zum 28. Januar 1914 beim Vorsitzenden zu stellen. Der Eintritt ist nur aeae» Karlen gestattet, die von den 'Mttgttedern von Zonmag. de» 2ö. Januar 1914 ab bei Kamerad V ö b, Bahichoistraste, in Emviang genommen werden können. Slnziig: BcreinSanzug und Mütze mit Abzeichen. 12 . 01 ) _ Der Vorstand. I TienStaa, den 3. Februar 1914, abendS 8.4f> Nbr Grosser Maskenball in iämllichcn teil!, betör. Raumen des W Cale Ebel -fla Große Uederraichunii »nd Prämiierung der ichönsten Herren- u. Dninennmslen. 4. TamcnvrciS eine Mir im Werte von 25» Marl. 1224 Zu recht zahlreichem Bestich ladet ^.rgebenst ein Ter -Vorstand. Ut*nCI*fllllf t,c i .'4>e»ericn, lOJovftplots ; Sonntag. Schul- Ontl'UiUUI „rage: Völlei. Neuen Baue und East- Ebel Herrcnlarte Mk. 1.—. Tamcnkartc 5.0 Psg. 2ln derKaste HerrcnlarteMl. 1.29, Damenlarte 70 Pia. Ünieei-Theater A4 nenannl das Sohmuckkästchen von Gielen Kq ©d SELTERSWEG Ql Vornehmster Aufenthalt am Platze Tel. 911 Gutventiliertes Lokal! Tel. 911 Spielzeit: Jeden Tag von 4 bis 11 Uhr und Sonntags von 3 Uhr a h geöffnet Sensationelles Schlager-Programm! Von Samstag, den 24. Januar 1914 ab ßkuf sSem Pilatus Hochinteressante \atnranfnahmcn. Eine ßeldheirat Komische Szene. Lachen ohne Kndc. Grosser Schlager! 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Leitung: Trautmann. «Solisten: Eva Bruha aus Essen (Sopran); TUly Kocnen Berlin (Alt): Henry Wcrmabächer aus Hamburg (Tenor); Adol! mittler aus Frankfurt, (Bariton); vns.sv SehUtier aus Heidelberg (Bass). — Der Akademische Gesangverein. Di< Evangelische Enaüeneberschnle. Die Meininger Hotkapelle. Organist Otto GOrlaek. F!intriftc;k-nrten 1iir Konzert: I. Platz Mk. 5.—, II. Platz Mk. 4.—, III. Platz inn u HU Kcti I,ui Mk ;i __ IV. Platz Mk. &50, Studentenkarten Mk. l - sind in der Müsikalicnhandlung von ERNST CHALL1ER (Rudolphs Nachf.), Telephon 671. für Studierende auch bed Herrn Hausverwalter Ritter u. abends «an der Kasse zu haben. Zu den Proben Mk. 1.50 (für Mitglieder Mk. 1.—), für Studierende 75 Pfg M Schülerkarten 50 Pfg. Die Karten für das Kirchenkonzert auch bei Herrn HUBERT HEINZ. Ivirchenplatz, vom JO. Januar ab. 1205D Oeffnung des Theaters bezw. der Stadtkirche eine halbe Stunde vor Beginn. 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ErmätzigunnS- knpons gewöhnliche Preise. Einmaliges Gattiviel dev stistttgi. Baaerstchen Hai- schauspielcrS »nnreä Dreier Jägerblnt. Bolksstuck in 4 91f*cn von Benno Jirturfjencnflei*. Ende 10'/« Uhr. CJ