Nr. 19 . Drittes Blatt 164. Jahrgang Zreitag, 2?. Januar 19'4 Erscheint ktglich mit Ansnahnie des Sonntags. Di« „Ließ euer KamiNendlätter" werden dem .Anzeiger" «iennal wöchentlich beigelegt, das ..«reirdlstl für »ei, «reis Sietzen" zweimal wöchentlich. Ti« „Landwirtschasliilden z«tt- ftagen" erscheinen monatlich zwennal. Gietzener Anzeiger Seneral-Anzeiger sür Gberhejsen Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu Universiläls - Buch- und Sicindrnlkerei. R. Lang«, Gießen. Redaktion, Expedition und Dritikerei: Schul- slraße 7. Expedliio» und Verlag: 51. Redaklion:e-WKIIS. Tel.-Adr.:Anze>gerG>eßen. Mb. Deutscher Reichstag. 1B7. Sitzung. — Donnerstag, 22. Januar. »m Buad-Sratstisch: Tr. Delbrück. Ditzebräsident Dr. Paasche eröffnet die Sitzung 1 Uhr 30 Ria. Der Etat des Leichsamles des Znneru. (Fünfter Tag.) Abg. Nowicki (Pole): Gewerkvereinc werden von der Behörde als ltische Berelne behandelt. Ihre Versammlungen werden ver-- c *V;r,}5 Gerichte haben diese Auffassung bestätigt. Wir bitten W» Adhuse, Abg. Dr. Haegh (Eljässer): weine freunde sind der Ansicht, daß die jetzige Wirk- ^rslSponnk betbehalten werden soll. In Elsaß-Lothrinpen haben kch «c »mrttchaftlichen Verhältnisse nicht so günstig entwickelt, wie »« Deutschland. Sehr unangenehm wurde bei uns die neue Wehrrüstung empfunden. Einmal herrscht bei uns öeme Mrlitarbegeisterung, dann hatten wir bereits die Steuer, die «asRerch letzt erngefübrt hat. Dieser Rückgang wirkt natürlich janttf oofd t c politische Stimmung gegenüber dem ^Eick. Dic^tz hat daher ein Interesse daran. Elsaß Lothrinqcn oefondcre Bergünstigunaen zu schaffen, etwa durch Hebung des Tranfitveriehrs, durch Errichtung von ausländischen Konsulaten no Lande, durch Kanalisierung der Mosel und Saar; billig wäre « ich eine Bevorzugung des clsässischen Kalibergbaues bei Durch- firhrnag des Soligesetzes. Reichsbankpräsident Havenstein: Auf einige Bedenken und Besorgnisse des Abg. Dr. Arendt Mwchte ich mit einigen Worten erwidern. Auch lege ich nach den »um Teil sehr scharfen Kritiken, die die Politik der Reichsbank sich zeitweise hat gefallen lassen müssen, großen Wert darauf, daß das Haus über die Fortführung dieser Politik sachlich informiert bleibe und von ihm auch rtuckistur alters pars. Der Abg. Arendt hat in Uebcr- -inftimmung mit anderen Kritikern die Diskontpolitik der Reichs- Oank im August vorigen Jahres bemängelt und gemeint, sie wäre «nderS gewesen, wenn ich selbst im Amt gewesen tvärc. Diese Annahme muß ich zerstören aus die Gefahr hin, daß der verehrte Herr sein gütiges Urteil über meine Person leise revidiert. «Heiterkeit.) In der Frage der Diskontpolitik habe ich auch damals enge Fühlung mit dem Direktorium gehalten, und ich habe diese Politik durchaus gebilligt. ch bin mit der Aufrechterhaltung des hohen Diskantes, von dessen Last für das Land wir alle überzeugt waren, im August und September vollständig einverstanden gewesen und übernehme meinen vollen Anteil an der Verantwortlichkeit für diese Politik. Die Angriffe darauf treffen nach meiner Meinung nicht zu. Sämtliche Zentralnotenbankeil Europas waren im Herbst 1912 zu einer scharfen Erhöhung ihrer Diskontraten gezwungen, die Sle.chsbank mutzte bis 0 Proz. geben — die Gründe dafür beenden bis tief in die Mitte 1913 unveränocrt fort. Sie lagen einerseits in der bochgefteigerten wirtschaftlichen Konjunktur, andererseits iu den durch den Balkankrieg hervorgcrnfenen politischen Unruhen und Besorgnisten, die auch zu ganz erheblichen Thesaurierungen geführt hatten und ferner in der dadurch hcrvorgerufe- ,en. über die Vorjahre weit hinausgchenden Jnansvrucknahme der Reichen!. Erft im Laufe des Juli begann ein Umschwung wenigstens für diese. Ter beginnende Niedergang der Konjunktur, die Abnabme der Börsenlätigkeit drängten die Ansprüche zurück, so daß sich ihr Status allmählich besserte. Wechsel und Lombard abzüglich der Privatguthaben zeigten Ende August bereits gegen dcö Vorjahr eine Besierung von ungefähr 120 Millionen, Ende September bereits über 200 Millionen. Auch der ungedeckte Notenumlauf, der bis Anfang September sich immer noch über don des Vorjahres gehalten hatte, blieb von Mitte September an hinter dem Vorjahre zurück. Rur nach außen trat diese Besserung ln Erscheinung, und es ißt durchaus erklärlich, daß sie. wenn man nur sie sehen konnte, deri Wunsch hervorrief, daß die La st des hohenDiskontes ermäßigt werden möchte. Die Reichsbank konnte sich hierzu nicht Entschließen. und ich glaube, die Entwicklung hat ihr Recht geneben. sie sah, daß die Besierung des Status der wirklichen Marktlage nicht entsprach. Der August ist auch nicht die Zeit des sinkenden Privatsatzes gewesen. Ter geringen Ermäßigung in London stand dre fortdauernde außerordentliche Erhöhung des Privatsatzes in Paris gegenüber, wo er sich bis in die neueste Zeit auf 3% gehalten hat, und auf unserem deutschen Markte eine stark steigende Tendenz. Anfang August stand er in Berlin auf 4%, stieg schnell bis auf 5 und hielt sich in dieser Höhe fast den ganzen Monat hindurch Der deutsche Geldmarkt zeigte eine starke Knappheit. zum guten Teil deshalb, weil eine ganze Anzahl von Geld- stedürfnisien, die eigentlich auf den Kapitalmarkt gehörten und von der Reichsbank nicht befriedigt werden konnten, sich auf den Bankkredit und auf deu offenen Geldmarkt drängten und dort chre Befriedigung suchten. Auch unsere Kommunen haben vielfach Bankkredit gesucht. Nicht nur in vereinzelten Fällen haben sie auch Wechselkredit gesucht. Dazu kamen die Ansprüche des Hypothekenmarktes. die wir ebenfalls nicht hatten befriedigen können, rrnd so mußten diese Ansprüche die vorhandenen Mittel des Geldmarktes sehr bald wieder aufsougen. Diese Geldknappheit kam in der Reichsbank dadurch scharf zum Ausdruck, daß die Frage nach Geld, die bei Geldflüssigkeit immer und ganz regelmäßig erfolgt, sich verminderte und erheblich unter dem Betrag des Vorjahres blieb. Diese Dinge kann die Außenwelt nicht sehen aber sie mahnen die Reichsbank zur Vorsicht. Ihr Status täuscht eine (Heldflüssigkeit vor. die tatsächlich nicht vorhanden ist, und eine Ermäßigung des Diskonts toäre eine Ermäßigung auf der Grundlage bloße« Scheines gewesen. (Sehr richtig!) Zweitens warnte dringend dre Tatsache, daß der politische Himmel damals uock) nicht völlig klar war und die Sparinungen auf dem Balkan noch nicht endgültig gelöst waren. Gerade das dritte Viertel des Vorjahres brachte erst das Eingreifen Rumäniens und später die starke Spannung zwischen Türkei und Griechenland. Erst gegen AuSgang Oktober erschien diese Gesahr beseitigt. Endlich erwiesen sich auch die Verhältnisse auf den sämtlichen rnternationalen Märkten als ganz außerordenllich beengt. Die Bank von Frankreich mußte den für ihre Verhältnisse außerordent- krch hohen Diskont von 4 Proz fortgesetzt aufrechterhalten. Die Bank van Er.gland hatte ihn zwar im April auf 4Vt Proz. er. mäßigt, aber sie mußte ibn infolge der fortgesetzten Versteifung des englischen Geldmarktes bereits Anfang Oktober auf 5 Proz. erhoben. Ebenso hat der R'.ederländisä)« Dank bereits im Juli ihren Diskont von 4 Proz. ebenfalls auf 5 Proz. gesetzt. Diese Entwicklung Ixit der Politik der Reichsbank nach meiner Emv- tzzrtdunß durchaus reckst gegeben. SHe Geldslüssigkeit war tatsächlich nur vorübergehend, im September nahm die Versteifung werter fortgesetzt und stark zu. Ter Privatsatz in Berlin blieb auf seiner großen Höhe von 4% Proz.. in London versteifte er sich von 3% auf 4% Proz. und der deutsche von 4% und 5 bis auf 5% Proz. Die Reichsbank hat die Verhältnisse richtig beurteilt, und cs ist eine durch nichts beweisbare und durch dte Verhältnisse nicht gestützte Annahme, daß, wenn die Reichsbank damals ihren Diskont ermäßigt hätte, die übrigen Zentralnotenbanken ihr sofort gefolgt wären. (Sehr richtig!) Erst im Oktober, als die politischen Verhältnisse sich entspannten, ließ auch die Anspannung des Geldmarktes nach. Auf dem deutschen Geldmarkt beranlaßten die zunehmende V c r - flauung der Konjunktur, die Abnahme der Börsentätigkeit und die sehr gesteigerte Höhe unseres Exportes eine sich steigernde Geldflüssigkeit, die sich nicht nur nn Status der R ichsbank, sondern nunmehr auch in den Sätzen des offenen Marktes deutlich ausdrücktcn. Nunmehr allerdings zögerte die Reichsbank nicht länger, den Diskont soweit zulässig zu ermäßigen und dieser Ermäßigung noch im Dezember eine zweite folgen zu lassen. Daß sie in der Lage war, in dieser Jahreszeit, die sonst nur Diskonterhöhungen kennt, und die auch im vorigen Jahre die Bank voti England zwang, den Diskont anfangs Oktober zu erhöhen, mit ihren Bankraten zweimal herabzugehen, spricht doch auch dafür, daß ihre Politik richtig war und weit davon entfernt, unser Wirtschaftsleben zu schädigen, daß sie cs höchstens gefördert hat. Ter Wunsch, daß die Reichsbank mit diesen Diskontermäßigungen fortfahren möge, ist bereits erfüllt. Der Reichsbankdiskont ist heute auf 4A Prozent herabgesetzt worden. (Beifall.) Einer etwaigen Aufhebung der Noten st euer und Notenreserbe lege ich keine sonderliche Bedeutung bei. Bei der letzten Reichsbanknovelle ist diese Notensteuer lediglich aus dem praktischen Grunde aufrechterhalten worden, weil weite Kreise sich gewöhnt hatten, darin ein W a r n u n g s s i g n a l zu sehen, und wenn die Reichsbank längere Zeit in der Notensteuer ist. so ist dieses Verhältnis tatsächlich ein beachtenswertes Warnungssignal. Aber eine Fessel ist die Notensteuer für die Reichsbank niemals gewesen (Sehr richtig!), und für ihre Politik war eL von keiner Bedeutung, ob und inwieweit sie in der Notensteuer war oder nicht. (Zustimmung.) Gewiß hat der hohe Diskont die wirtschaftliche Unternehmungslust nicht weiter angeregt, aber das ist schließlich keine Schädigung unteres Wirtschaftslebens gewesen. (Zuruf: Im Gegenteil.) Wir standen iu einer außerordentlich hockgehenden Konjunktur, d>e sich s»»it neun Jahren fortgesetzt gesteigert hat und die wieder einmal mehr Kapital investiert und verbraucht hatte, als Deutschland aus seinen immerhin gewaltigen Ersparnissen und Ucberschüsien zur Verfüc.ung stellen konnte (Sehr richtig) und die mit einer sehr starken Kreditanspannung wieder Hand in Hand geht. Diese Verhaltnisie verschärften die Balkankrise noch wesentlich. Ader unter diesen Umständen durch eine Verbilligung des Diskonts, die durch die tatsächlichen Verhältnisse nicht gerechtfertigt schien, einen weiteren Anreiz zur Fortsetzung und Erhöhung der Unternehmungslust und der Spekulation zu geben, wäre ein schwerer Fehler gewesen und hätte wahrscheinlich statt Segen U n s e g e n gebrockt. (Sehr richtig!) Noch heute ist der Kapitalmarkt außerordentlich gespannt. Der Baumarkt liegt seit längerer Zeit darnieder. Nicht infolge der Diskontpolitik, denn wir hatten tu den letzten Jahren längere Perioden, in denen der Bankdiskont nur 1 und selbst 3)4 Proz. war. wo der Baumarkt sich also erholen konnte. Der Grund lag in ungesunder Finanzierung und Kreditwirtschaft. (Sehr richtig!) Sie war nirgends ärger als im Bau- und Terrainmarkt. Aber auch der Hypothekenmarkt zeigt Zins- und Provisionssätze, die seit vielen Jahren für die Kurse aller seit verzinslichen Werte nicht bloß bei uns, son. dcrn auch iu deu Nachbarstaaten, und dort vielfach noch mehr als bei uns, einen noch nicht dagewesenen Tiefstand auftveisen. Die zeitweilige Flüssigkeit des Geldmarktes kann nicht über die immer noch vorhandene Anspannung des Kapitalmarktes hinwegtäuschen. Ick hoffe allerdings, daß diese Anspannung sich nunmehr bei dem Abflauen der Konjunktur lösen toird, abcr nur langsam. Ich glaube auch, daß die gewaltige Summe von Emissionen eine besondere Beschleunigung dieser Entwicklung nicht herbeiführt. Daß abcr die Hochkonjunktur sich nicht zu einer Krise ausgewachsen hat, das darf sich vielleicht auch die Politik der Reichsbank zum Teile als Verdienst anrechnen. (Sehr richtig!) Sie hat einen stärkeren Rückgang und einett Absturz aögelvchrt und zurückgehalten. Deutschland ist mit Riesenschritten wirtschaftlich und finanziell vorwärts- gcgangen, und wir stehen heute Gott sei Dank stark und unabhängig von ausländischen Mitteln aus eigenen Füßen. Das weiß jetzt auch das Ausland. Gerade wegen dieser gewaltigen Entwicklung brauchen wir auch immer wieder einmal eine Pause zum Atemholen und zur Ansammlung frischer Kraft. Ein solcher Zeitpunkt liegt jetzt wieder einmal vor. Die Reicksbank hat keinen Anlaß, durch eine besondere Verbilligung des Diskonts zu einer überhasteten Entwicklung anzureizen, die leicht sehr übel ausschlagen könnte. (Sehr richtig!) Die Reichsbant tbar immer bestrebt, die Last des Diskonts unserer schaffenden Arbeit nicht länger als unbedingt nötig aufzuerlegen. Sie darf den Zeitpunkt der Herabsetzung aber nur nach ihrer Ueberzeugung wählen; sie kann sich nicht von Forderungen der Oefent- l i ch k e i t. die von unzutreffenden Voraussetzungen ausgehen, dazu drängen lassen. Man glaubt vielfach, daß die Reichsbank verpflichtet sei, solange ihr Status das irgendwie zulasse, den Diskont auf den möglichst tiefen Satz zu ermäßigen, und jedem Kreditanspruch gereckt zu iverden, namentlich wenn ihr Goldbestand steige. Ich freue mick. daß wir unsere G o l d r e s e r - vcn in und außerhalb ter Reichsbank wesentlich stärken konnten, aber das Ziel, das wir uns stecken müssen, haben wir noch nicht erreicht, .weder in der Höhe der Goldreserven noch oer dauernden Teckungsverhältnisie, noch der Akticnkraft der Reicksbank. Es wäre «ine kurzsichtige Politik, diese mäßig erweiterte Aktionskraft wieder in billigem Kredit ru verausgaben und späteren ernsten ^Zeiten dann bielleickt wieder mit unzureichender Kraft gegenüber zu stedeu. (Sehr richtig!) Für den Vorwurf, daß wir gerade in einem Jahre hohen Diskonts schon den größten Teil des neuen Kriegsschatzes beiseite gelegt hätten, habe ich gar kein Verständnis, denn einmal war die Sache zu ernst, um sie auf die lange Bank zu schieben, ferner war infolge unserer stark?« Exporttätigkeit die Goldeinfuhr auf ein besonders hohes Matz gestiegen und endlich: Welcher Schaden soll denn durch dieses Weglegen entstanden sein? Der Metallschatz der Bank und die Mengen der Umlaufsmittel sind ja dadurch um keine einzige Mark verringert worden, denn an die Stelle der weggelegten Goldstücke find Reichökasienscbeine getreten, dte sowohl den Metallschatz der Bank, wie auch die Umlaufsmittel im Verkehr auf dem alten Stande gehalten haben. Mit der Dis» konthöhe hat also diese Frage nichts zu tun. Hätten wir diese erste Pflicht der Reichsbank die finanzielle Sicherung des Reiches versäumt, und hätte der Lauf der Dinge zu ernsten internatio- ua!e» Verwicklungen geführt, dann batten otLielben Kritiker und Zwar mit Fug und Recht uns die schwerste Vernachlässigung unse» rer Pflicht zum Vorwurf machen können und sicherlich gemacht. (Sehr richtig!) Ter Goldbestand der Reichsbank ist 1913 um ca. 390 Millionen gestiegen. Die Besorgnis, daß diese Erhöhung im wesent-, lichen durch die Vermehrung der kleinen Noten und Kassenscheine bewirkt worden sei, und der Goldumlauf dadurch bedenklich verringert wurde, kaun ich nicht teilen. Die kleinen Noten sollen unseren Verkehr nicht von Gold entblößen und werden es nicht tun. Wir werden nur für einige Jahre davon absehen können, den Goldumlouf im Verkehr durch die Zuführung der Neuprägungen noch zu vergrößern, werden vielmehr den größeren Teil dieser Neuprägungen in der Reicksbank zurückl>ehalten. um ihn durch kleine Noten im Verkehr zu ersehen. Das ist in diesem letzten Jahre, wo wir doch zum eisten Male freie Hand für die kleinen Noten hatten, durchaus gelungen. Das Plus in dem Goldschatz der Reichsbank entfällt in der Hauptsackie auf die allmählich zuruckgeslossenen und in der Panik von 1912 zurückgclegteu Beträge. endlich auch durch den mit dem steigenden Export beträchtlich crböhten Ueberschuß unserer Goldeinfuhr» die von 200 auf 309 Millionen stieg. Tie Goldprägungen nahmen im ganzen 176 Millionen in Anspruch. Nach Abzug von 110 Millionen, die durch Vermehrung der kleinen Noten der Reichsbank zuflossen. bleiben noch 66 Millionen übrig, die die Ansprüche der Industrie und sonstige Abgänge decken. Die innere Goldreserve ist also durch die klcinetr Noten nicht um eine Mark verringert ivorden. (Sehr richtig!) Durch den neuen Kriegsschatz von 75 Millionen wurde allerdings cm größerer Teil dieses Betrages dem Verkehr entzogen. Deswegen haben wir aber ja die Reichskassenscheine vermehrt, die jene Goldstücke ersetzen sollen. Insofern sind die Umlaufmittel iu keiner Weise verringert oder beeinträchtigt worden. Die Forderung aber, daß die Reichsbank jeden Krcditan sprach erfüllen müßte, soweit eS ihr Status nur irgend gestatte, erkenne ich nicht an, ebenso wenig wie cs eine andere Zentralnotenbauk jemals getan hat. (Sehr richtig!) Diese Anschauitng muß einmal im Publikum revidiert werden. (Beifall.) Gewiß soll die Reichsbank unserem Wirtschaftsleben Kredit geben und die Gesetzgebung zwingt sie deshalb, verfügbares Kapital nutzbar zu machen. Abcr ihre Pflicht und ibr Recht hierzu ist durch das verfügbare Kapital begrenzt. Die Reichsbank ist nicht dazu da, ihre letzteit Mittel auszuschüttcn, bloß weil unsere gesamte Wirtschaft sich im Ucbermaß aut Kredit aufbaut. (Sehr richtig! rcckts.) Oder weil unsere Lankwelt anstatt für eigene Mittel zu sorgen, sich lediglich aus die Reichsbank verläßt. Wir wollen nicht unberechtigten und übermäßigen Krediten mit der Diskontschraube begegnen müssen, deren Anziehen itaturgemäß Schuldige wie Unschuldige trifft. Das loar wesentlich mitbestimmend für unsere Aktion, die aus Erhöhung der Liquidität der Reichsbank und ihrer Barreserven gerichtet ist. W;c brauchen eine größere Liquidität unserer Volkswirtschaft und Kredit- orgauisation. ein schonendes aber konsequentes Zurückdrängcn ungesunder und übermäßiger Kredite. Diese Entwicklung ist erfreulich im Zuge, aber das Bestreben der Reichsbank darf nicht nur daraus gerichtet sein, ihren Diskont so tief zu sehen, wie cs die augenblickliche Lage des Status gerade gestattet. Dieser würde dann nicht lange Vorhalten und der Neigung, sich lediglich auf die Reichsbank zu verlassen, nur Vorschub leisten. Die höchste Ausgabe der Reichsbank muß bleiben, der letzte Rückhalt in ernsten Zeiten zn sein. Diese Reserve ihrer Aktionskrast muß ihr unter allen Umständen und zu allen Zeiten unbedingt erbalten bleiben. Nun war die bankmäßige Reserve Ende 1909 und 1910 bis auf 130 und 220 Millionen, also bis auf ein Minimum, gesunken. Hätten wir damals eine wirtschaftliche Krise erlebt oder eine politisch unruhige Zeit gehabt, die das Reich zu einer wesentlichen Erhöhung seiner Schatzscheincinrichtungcn genötigt hätte, so hätte sich die Reichsbank diesen doch absolut notwendigen Bedarf versage« müssen. DaS darf nicht geschehen und deshalb muß diese Reserve aus das Mehrfache jener sehr geringen Spannung gebracht werden. Deshalb war cs auch eine gebieterische Notwendigkeit, im Jahre 1911 die L o m b a r d g c ö ü h r e n an den Vicrtcljahrsschlüsien durch einen Zinsaufschlag von 10 Togen zu verteuern. Das zweite Mittel, diese Reserve au AkEonskraft zu sichern, ist wiederum die Steigerung d-ö Goldbestandes. Alle diese Gesichtspunkte tourden vielfach übersehen. Infolgedessen wurde das Direktorium der Reichsbank so ungefähr toie eine Vervielfältigung der Person des Dr. Eisenbart hin- gestellt. (Heiterkeit.) Es ist wahrlick nicht Rücksichtslosigkeit gegen unser - Wirtschaftsleben, nicht übertriebener Goldhrmger oder gar übertriebener Einfluß der Großbanken im Zentralausschuß, der die Reichsbank regiert, sondern es ist ehrliches und wohlwollendes Verstehenwollen und Verständnis für unser Wirtschaftsleben, aber zugleich auch die Rücksicht auf seine Gesunderhaltung und aus die unerläßliche Stärkung der Reichsbatik. Tenn die Gesunderhaltung unseres Wirtschaftslebens, unserer Kreditwesens und unserer Kreditorganisation ist doch schließlich das Fundament unserer wirtschaftlichen Stellung in der Welt. «Lebhafter Beifall.) Die Reichsbank muß gestärkt werden, damit sie der unverrückbar feste Rückhalt in wirtschaftlich oder politisch ernster Zeit bleibt. (Lebhafter Beifall.) Abg. Dr. Werner-Gießen (Wirtsch. Vgg.): Ich werde mich ausschließlich mit Fragen des selbständigen Mittelstandes beschäftigen, weil die Miitelstandsfrage sür uni die nationale Frage schlechthin ist, und weil wir genau wissen, daß, wenn einmal der Bauernstand und der Mittelstand fällt, auch die Kronen der deutschen Fürsten fallen werden. Aus dresenr Grunde sind wir Mittetstandspotiliker und aus diesem Grunde halten wir eine ausgiebige Mittelstandspvlitik im Interesse des Staatsganzcn sür angebracht. Tie schrankenlose Gewerbcsrcihcit von 1869 hat an die Stelle der ansbauendl' Werte schassenden Gesinming und Tätigkeit der schassenden Mittelstände den wüsten Geist des Oloinadentums gesetzt. Werner »ombart triift in seiner Schritt „Tie Inden und das Wirtschaftsleben" das Richtige, wenn er belMuvtct, daß man getrost sagen könne, daß krispielSweisa Schneiderei, Schuhmacherei, Tischleret und viele Baugewerbe als .tzandwcrk zum großen Teil dem rchtlosen Arbeiten jüdischer GcschästSIcute ihren Untergang verdanken. Es ist ohne 8>veiiel, daß der siavitalismus im wesentlichen gefördert wird von jüdischen Kapitalisten und Geschäftsleuten, >und daß Werner Sombart mit seiner Behauptung recht hat, daß die Inden die Mission haben, den Ueberganq znm Kapitalismus zu fördern. Taher wird jede Sozralpolitik und jede MittelstandSpoli.ik antisüdisch sein müssen. Ter Mittelstand wehrt sich gegen die gewerbsmäßige Bankrottmacherei. Er oer- steht cs nicht, daß die Behörden in fast leichtfertiger Weise Ban- gciuche genehmigen, ivie 1911 in Steglitz, wo 129 Bangesuchc genehmigt wurden und wo von denjenigen, die diese Gc.uche cin- reichten, in demselben Jahre schon 72 zahlungsunfähig geworden sind, .vausdrenern. Maler- und Klcinpnergcsellen, auSl'ändiscdeu Arbcbtcrn, Frauen von Architekten, gepfändeten 'öausührern, Bär- ftni&tfMliintnt, die erfolglos jnm Dffoiftituitgätib Wotgtlaiwit wa- ittt, tschlächtermeistern. btt keinen Pfennig besaiten, har man die (benehmigung zum Bauen gegeben Ta braucht man sich nicht zu Mündern, da« solche Strohmänner bankrott gehen. Ter Mittelhand uthrr lich uni der größten Entschiedenheit argen die Schmutzkonkurrenz und das Piulchcrium aus allen Gebieten des geirierd- licheu Lebe»», insbesondere gegen die Ramichvasarr und die Abzahlungsgeschäfte. Es wird nicht eher wieder Ordnung inerden, wen» nicht der Besähigungsuachiveis aus andere tziebiete ausgedehnt wird. Ich glaube, der gewerbliche Befähigungsnachweis ist aus dem Marsche. Auch die sogenannten akademisch gedildeleu Ge- iocrbctrcibciidcn, Rechtsanwälte, Acrztc und Architekten, machen iich mit den, Gcdailleii des BesäbigiingsnachiveiieS vertraut lind käinpscn entschieden gegen das freie Spiel der Kräfte a». Wir haben im vergangenen Jahre eine ganze Reibe Von Anträgen cingebracht, „in die selbständigen Gewerbetreibenden zu schützen und die kleinen und mittleren Betriebe vor dein Versinken in das Proletariat zu bewahre». Davon sind crsreulichcrwcisc ein: ganze Anzahl angenominen worden Einkehr wichtiger Antrag »t leider abgetchnl wordeii. Er betrifft den Schutz der kleinen Müller, die >a noch i» erfreulich großer Zahl im deutschen Vaterland vertrete» sind. Sic kämmen einen außerordentlich ickwercii Kamm gegen die groben Walzmühlen. Eine der wichtigste» ,tragen der (Mittel,landsvolilik ist, diese 40 000 Lleinmüllcr zu erhalten. Ob das nun geschieht dadurch, daß mau die Grostmühlen einer stassel- iörniigen Umsatzsteuer nnlerwirsl, oder dadurch, daß man die Mchl- erzeugung kontingentiert, ist für uns ganz gleichgültig. L,e Haupt lache ist die Erhaltung der Kleiumüllerei. beider koiiimeu die Staatsregieruiigen vielfach über Erwägunge,, nicht hinaus, iveun der selbständige Mittelstand geschützt werden soll. Wenn andere streife, die rassisch unserem Bolle lischt zugehören aber inik einem Wuniche an die Regierung hcraittreien, dann ist diese sofort bereit, den Wunsch zu erfüllen. Lo ist es dem sogenannten gese»e-l,-->-e„ Judenlun, gelungcu, eine Sonderbestimmung in dem neuen SonilagSr h ge er zu erhrltcu. Tat ist Nichts anderes, als ein Ausnahmegesetz gegen den christlich-deutsche» Mittelstand. Tic chiistlichdeurschcn iHcfffcäfte glauben, ivenn er den orilwdore» Juden gestattet sein soll, ihre jüdischen Angestelsten hinter verschlossenen Türei, 5 Stunden während des chrsttlichei, Sonntags beschästige», dost dann die Folge, sciii wird, dast den jüdischer. Geschäftsleuten ein Borsvrung von nahezu 24 Stunden vor den christlich-deutschen Geschäslsteiiien garantiert wird. ES ist ganz ausgeschlossen, dast die ArbkitSpslicht an christlich deutschen Sonn lagen in ortkodor jüdischen Cücfdjaften sich nur aus die jüdischen Angestellten beschränken ioirk. Ei» christlich-dcutschcr Angestellter wird sich nicht nndersetzciu wenn sein jüdischer Ehei ivünschl, dast er mit seinen südischcn Kollegen wahrend der fünf Ausnahme- stunden am Sonntag Mitarbeiten ioll. Tamil würde de», christ lich-dcutichc» Sonntag der Todesstoß gegeben werden. Wir leben doch in einem christlich-dentichen Staate, und die kleine jüdische Minderheit, die allerdings int Handel eine säst erdrückende Mehrheit ausmacht, hat sich dem Interesse zu fügen, das vo» den Tcnt, ichen ausgcht und niemals anders. (Sehr richtig! rechts.) Wenn der Abg. Gunßer von der Fortschrittlichen Volkspartci diese indische Sonderbestimmung für gefährlich erachtete und sich dabei die Bemerkung Nicht v'rknei en kmntc, der Antisemitismus würde durch eine solche Sonderbestimmung oustcrordentlich genährt wer den und das sei doch eine aiisterordcntlich hästtiche Bewegung, so „inst ich ihm erwidern, dast auch seine Bartest in politischer Beziehung nicht gerade einen Adonis darftcllt. (fiteiterfeit!') Eine Kritik der Fortschrittlichen Bollsvarlei Imll ich mir er- svarcn, weil ich die Klingel des Präsidenten nicht in nervöse Zuckungen versetzen möchte Das Ausnahmegesetz, das das Iuden- tmn hier der Regierung abgcrungcn hat, entspricht den Bestrebungen im Friihiaür 1813 in einer Versammlung des orthodoxen Judentums im Rheingold z» Berlin. Ter Rechlsanwalt Löb ries unter tosrndeiii ^eisall seiner Stammes- und Glaubensgenossen- Ter christliche Tlaal must beseitigt werdcil. Diefc» christ- lnhen Staat zu beseitigen, sind die Juden allerdings jederzeit bereit und die Parteien, die dieser Ansiiadmcbestimmuiig zustimmen wollen, wissen nicht, was dabei aus dem Spiele steht. l Tchr richtig! b d. Wirtich. Vgq.! Tie Regierung scheint alles zu tun, ivas die Juden wollen und nichts zu tun. „m den jüdischen Einilllst ein- zudämmeu. Da» Berliner Tageblatt hat im vergangenen Fahre die deutschen »nd christlichen Ideale a»is allerschliMinste derunter- aczogen. ES beschimvite die deutsche» Turner bei ihrem Lkinriacr Turnfest »nd was schrieb es zu der Einweihung des grosten Bölker- ichlachtdenkmals? In allen Grenzgebieten hält cs gewist nicht zu der deutsch-nationalen Richtung, sondern sucht sic zu verwirre». So i» Zaber», so in der Palensrage. Tao geschieht au« de», einfache» Grunde, weil Brrwirrnna und revolntioiiäres Gebaren im Sinne seiner Bestrebungen liegen, nachdem das Blatt 1870 ausichlich lick zur Wahrung südlicher Interessen begründet worden ist. An gesschtS der Tatsache, daß fortgesetzt unrichtige Meldiingen in der Presse auftrcten und Verwirrung anrschten. sollte die Regierung im Interesse der VolkSausklärnng sür eine bencre Nachrichtciiver- iorqung bemüht sei». Ails eine Ansragc habe ich keine Antwort er- lialtcn. Ich gebe deshalb liier die Antworl. Im Jahre iOOO ,var hier in Berlin das. bekannte jüdische Teiearavhenbiirean Wolss in einen Prozcff verwickelt. TaS Bureau Wolss hat mit Ägencc Havas in Paris, mit der Aoencia Steinni in Rom. mit dem Bureau Ioiavhat Reuter »und der Associated Prest einen riesige» Ring zur B'einslni sung der össentlichcu Meinung geschlossen. Hauvtaktionär des Bureau Wolfs ist der Bankier Bl-ichrädcr und cs wurde in ienem Prozeß iestacstellt, dast alle wichtsocrcn Tcveschen zuerst dem Bant Haus Bleichrödel vargclegt werden mustien. Tic Reaiernng Hai tu dicicr ungeheuerlichen BehanMunq geschwiegen. Natürlich ioill sic nicht zugcbcn. dast ihr amtlicher Nachrichtendienst versagt ha! Run drei wichtige Sorgen des Mittelstandes, die unbedingt behoben werden müssen, wenn der Mittelstand nicht zerircle» werden soll. Das Gesetz gegen de» unlautcren Wettbewerb reicht nicht aus. und zwar deshalb, iveil darr» von sogenannten Ausnahmetagen. Ausnahmeverkäuicn und ähnlichen Tinge» nicht die Rede ist, weil eS an einer zeitliche» Begrenzung der Ausvcrkäuie fehlt und ebenso an jeder behördlichen Kontrolle oder behördlichen Aussicht Daher blüht trotz des Gesetzes der unlautere Wettveiocrb in allen seinen Formen nach wie vor, obwohl sür sogenannte Ausnahmetage das reelle GeschSikSIcben absolut keine Neigung bat. In Breslau haben voii 200 selbständigen Gewerbetreibenden sich nur sieben iür diese AuSnahmetagc ausgesprochen (Hört! Hört!) Allerdings iind die Bc- stimmungcn des Gesetzes an sich sehr scharr. $8 droln Geiängnm strafe bis zu einem Jahre oder Geldstrafen bis zu 5000 Ml. an, wenn Waren bei Ausverkäufen vargcschobcn oder nachgcschobcn wer den. Gerade in diesem Bor und Nachschieben von Waren iah der Mrttclftand eine große Gciahr. Aber wegen der Mängel des Gesetze« ist nichts erreicht worden. Die Textil-Woche und d"r Maiiii- saklurist führen den Beweis, daß sich ganze große GcschüslSzweige und Jabrilen etabliert haben, die unter den, Bestehen des Gesetze» gegen den unlautere» Wettbewerb solche Ausverläuse uiw. mit Hilse der GeichäitSleute inszenieren. Ta gibt es Firmen in München- Gladbach. Elberfeld, Berlin, München, Leipzig, die sich Emv- fehlung bringen für Ausnabmeverläuse „nd für weiße Wochen. Viele meinen, das Gesetz könne deshalb niiigangen iverde», weil sich Behörde und Polizei gar Nicht um die Miststande tüiiinier» Ein weiterer Mangel ist das Fehle» eines Verbotes des Zugabe iiiitugs. Mit oer Zugabe glaubt man, Käufer heranzuziehen. Es werden Nahrniigomiltcl gegeben oder Waschmittel, Haushaltrings artilel und Tcitilwarcn. Tie Waren werden gleich übergeben oder Gutickiclne ausgedäichigt und für eine Anzahl Gutscheine grbt es da»» eine Uhr oder sonst ein Geschenk. Eine besondere Art der Zugaben haben die Grostwarcnhäuscr in den (strichenklagen «Mütiflü. Sic erstatte» auch wohl die Fahrkostcn bis zu 75 oder 100 Krkometer. Ganz schlaue Geschäftsleute Helsen auch der deutschen Literatur mit einem z-herlock Holmes- oder blick Carterroman aus den 4.am>u. Famit schädigen sie den selbständige» Buchhändler. Die Romane iind aus zchlechtem Papier gedruckt und gehören zu dein schund IN Wort und Bild, wenn nicht zum Schmutz. Andere Geschäfte lassen ihre Kunden umsonst phoioqravhicrcn, ihre Zähne umsonst plombieren oder ärztlich frei behaud-l». oersichern sie A-gen Unsall usw. Eine Teeimporigesellschast l>at ihren Kunden wgar eine Wandcrtahrt »ach Brüssel versprochen. Dafür waren naturiich große Summen notwendig Für viele minderwertige Ware erhielt der Kunde vielleicht die AuSjicht auj eine Wondm- iahrt nach Brüllet. Ob sie zustande gekommen ist, ivein ich iuchl. IedensallS sncht Ina» damit da« -Publikum heranzulocken. ES komm! da ein Element der Unlauterkeit in das wimchalttiche Leben hinein. Sehr zu begrüßen ist daher der Antrag stAaliewitz, der de» (j 3 des Gesetzes strenger lassen will, daß künstig ttl össentlichen Bekanntmachungeti oder Mitteilungen NN einen größeren Kreis von Personen verboten sein soll, Zugabe von Waren odcr Äeschenle in lAuosicht zu stelle». Kleine Freiindlichkeiten, wie Wrihnachts» oder NeuiohrSkalender, Notizbücher, fallen Nicht unter da« Gesetz. Sie haben bisher >m Geichästsleben fein Unheil cm gerichtet Tic Regierung ioll sich auch »lehr um de» .iiizeigeiiteil der Blätter kümmeln und die tstehcim und ^chönheitsmillcl verschwinden lassen Auch dicic fallen unter den unlauteren ^Wettbewerb. Dem Pi'.blikiim toird damit mir Geld aus der aaiche gezogen. Tie Regierung hat die Wicht, es vor Ucbcrvorteilmig zu schützen. ... . . , Für die Landwirtsckiast bekommen ivlr ,a setzt ein Gesetz gegen den Schwindel mit Dünge- und Futtermitteln, Saachut usw. Imnier Iiock» tverden in den Zeitungen Vieb , Frest, Mast lind Milchviiloci angebotcn. Alles Dinge, die zum grüstten Teil purer Schwindel sind. Das rrzeugt nur Verbitterung im Publikum, Treu und Glaube wird lustemaiisch in den Lculcn ertötet. Unsere mobeine Gesetzgebung bat im deutschen Mittelstände die Krästc derart verschöbe», dast die Kleine» immer kleiner und schwächer geworden sind und ein eigentümliches wirlschaiUiches Gebilde aui- gelomincn ist, das den Untcrgniig der selbständigen Eristcnz verschuldet. — 1 1 Das Warenhaus. Viele Leute, die die Verhältuifse glicht überschauen, bolten da« Warenhaus sür einen wirlschastliche» Fortschritt. in Wirtbickkeit ist cS ein Rückschritt in bester Form, ein Rückschritt nach dem Gemifchrwarengefchäst, das heute nur noch in kleine» Landstädten von Bedeutung ist »nd sein wird. Aber in der Großstadt uerlänst die Linie des wirtschastlichen Fortschrittes nichi im Warenhaus, sondern im Spezialgcschäst. Das Waienhaus ist nicht in der Lage, billiger zu verkauien, als der leistimgssähige Spezialist. Das hat der Vcrband deutscher Rabatt- sparvereine ziomgend in seinem Flugbialt .Treue lim Treue" nachgewieicn. Tie Warenhäuser, die Dich im Rheinlande^ errichtete, arbeiteten im Durchschnitt mit 40 Proz. Ausschlag. Seitdem dies össcntlich sestqestellt >va>-, hat Tietz seine Gennnnzahlcn nicht mehr im Börsenbandbuch veröiscntlicht. Die Wareirhänser können auch nicht billiger arliäten schon wegen der gewaltigen Unkosten für Rckiauic, Brlenchtnng usw. Allerdings machen sie durch eine scheinbar ganz genaue Kalkulation, durch 87—8n- Piennig-Tage und andere Dinge dem Pnvlikmn vor. als wäre bei ihnen alles bis aus den Psennig ausgercchnct. Solche Lockmittel und andere Formen de« unlauteren Wettbewerbs laffen das Warenhaus als die tonzentrierte Forni des unlauteren Wettbewerb, im wirtschaftlichen Leben überhaupt anscheu. Ta« Organ deren Warenhäuser, der Konfektionär, hat selbst einmal zugegeben I Man müsse, um Publlkui» zu bekomiucn, eiiiigc Waren billiget verlausen, dann kann man an den anScren um so mebr verdienen: die Frau, die einige Dinge billig bei UNS gekaust ltzti. glaubt selbst verständlich, dast alle« bei uns so viel.billiger, vielleicht sogar noch billi-gcr a'S der Fabrikpreis ist. und so können ivir cm ieidene-i Mänteln usw. um'omehr Geld einstrcichcn. FürdicPra ss die er sastauS-- schllcstlich in jüdischem Besitz stehendeu Wareuhäuser einige Beispiele. Von dem Warenhaus Fricdländer in Görlitz hat der Verband Görlitzer Zvezsalgeschästc bekannt gegeben, das, cs Kalao zu 68, z»c 7:5, zu 80 Psg. zu 1 M> Uitd zu 1,20 Mk. pro Pitiiid verlause und cS wurde von sachmäunischcr Seite nachgewiesen, dast all dieser Kakao die gleiche Sorte ist. Ta« Warenhaus Tietz in Plauen verkauft eine „gutgehende"" Uhr iür 85 Pi. Diese Uhr blich wohl nicht von selber stehn — sie wird wohl überhaupt niemals zunc Gehen komnicii. (Heiterkeit.) Das gleiche Warenhaus verlaust laut seinem Prospekt einen Fülliederhalter „guter Konstruktion" mit I4karätiger tholdsedcr sür 85 Psg. Ein vorwitziger Mann, der einen solchen Halter gekauft und das I Ikarätige Gold aus seinen eigentlichen Wert untersuckicn liest, stellte fest, dast das IIkarätige Gold Itlarätiges Messing ivar. Ebenso verkauft das Warenhaus Julius Tietz io Plauen gestickte Deckche» sür 3 Psg., während mir Fachleute. Sticker und Musterzeichner in Plauen, sagte», dast allein die Einlassung dieser Tcckchen einen Arbeitslohn von 12 Psg. oerla,igle. Ein bekanntes Warenhaus iit Weit- ialeii verlaust als prima Plockwurst ca. 2000 Pfund Picrdcivurst. In Wittenverge ivurde Sevtember 1810 der Geschäilssührer eines Wareuhauscs, Heinrich Hinze, in cinenr sehr iutcressanteir Prozeß vor Gericht gestellt und,er äußerte hier sehr bezeichnend: Ein Warenhaus hat andere Qualltätsbkgriise als ein Svezioigeichait: was in eincm Warenhaus als prima Oualitäl vlacicri wird, wird in einem Spezialgeschäst als ininderwertige Qualität angesehen. (Hört! hört!) Zu allen Praktiken des unlautere» Wettbewerbs suchen die Warcii- häuscr^auch nach Möglichkeit christlich-deutsche Ideale i» den Dienst ihrer Sache zu stellen. Wunderbarerweise haben die voiiti» christ lichen Kreise von Berlin und Uinacbnng nickt Front gemacht gegen die Praktiken des Warenhauses Werkhcim in der Passage Fricd- richltrast? Es hatte einen riesig grosten Tannenbaum auiaestclll, liest die Ellocken crlöncii, deutsche Weihnachtslieder spielen und stesste uiikc,, in der tzluslaae eine Hütte auf. in der zum WeihnachtSieste beschert wurdr. Das Warenhaus Wertheim mit all seinen Hinter männern steht doch zum deutsch-christliche,, WeihnachtSscst in den eigentümlichsten Beziehungen, die nickst christlich sein können. 'Zürn- von den Soz.: Ist ja kaiholisch!, Ja, cs gibt auch latholriche Juden, das sollte» Sie eigentlich Ivisscn. (Große Heiterkeit. — Abg. Heine-Dessau^ Es gedöri ,a gar nicht Wols Wertheim: es gcistt ja nstr so!) Selbstverständlich heißt cs nur so, aber die dahinter stieben — sie haben vielleicht bessere Peziebungcn dazu! - Abg. Heine- Dessau: Wer dahinter stccki, ist der Fürstenlonzern. lieber Kollege, Abg. Bruhn (Wirtich. Vgg.): Bis vor einigen Monaten aber hat es ihm noch gehört!) , -tu-.- esarrnyausiuiiei» roiro allen tsewcroelrclvense» ge,a tich. Es ist crsreulich, daß mehr und mehr auch die grosten Hände tan,mein gegen d,e,e ungeheure Gcsahr iür unser Wirttchastslel Front mache». Die Warendäu>er gehen dazu über, eigene Tru reic» einzurichten. Ter Sortinienisbuchhankel wird vo» ih, an die Waud gedrückt. Die Berliner Handelskammer schreibt. I Mt' Geschenk!iteralur, die Klassiker, die Bilderbücher, die Zuge! l.teratur uiedr und mehr von den Warenhäusern beanspruchl >o den, ebenso die povulären Atusikstücke. 'Auch die Schuluvgrrnbrao klagt über die wachsende Konkurrenz der Warenhäuser. 'Auch l Flci>a,crgt'wecbe wird schlver geschädigt. Der Deutsche Fleisch veibond hat mehriach gegen die Warenhäuser Front gema. Gerade die Lebensinittelabteilung mach! Preisuuterbietungcn, >, die Frauen Fleilchtzücke z» beurteilen verstehe». Sie rech, daraus, daß die Haussrau, tvenn sie billig in der Lebensmitt ab leilunq ciiigelautt hat, nun auch andere Artikel gleich mitla, o.as War«iihaus Tieg har auch versucht, die Berliner Flrii vcriorglliig l» leinen Dienst zu stelle,,. Berlin Hai bekanntlich du Sie Berinittecung des Herrn Aron aus Rustlaud eine ganze Mei stlcuch bezogen und mar in der Lage, den ?lrveitern brllil «>>»Ein anderer Schädiger der Miitelstandskreisc sind die Koiisnui- vereine. Erfreulicherweise stellt sich die Beamtenichast allmählich aus oen Standvunkt, dast der Beamte nicht bloß den Nurkonsiiiiieiiten- standviinkt vertreten darf. Das hat auch die Deutsche Postzcirung. das Organ der mittleren Postbeamten, ancrkannt. Gerade die Ber- lehrsbcamten haben ein Interesse daran, dast auch Emiuhr und Aussuhr gedeiht, daß unsere inländische Produktion gestärkt wird. Tel,,, wenn sich die Wirtschaftspolitik »ach oben entwickelt, dann haben auch die Perkchrsbeamlen den Vorteil. (Sehr richtig!) Wir stehe» selbstverständlich aus dem Boden der bisherigen Wirtschaftspolitik. Bei den neuen Handelsverträgen müssen auch noch andere Kreise herücksichtiat werden. Ich nenne nickt bloß die Bauern, die durch das Qucbrachohvlz in ihrer Existenz bedrokü iocrdcn, die Schälwaldbauern im Siegencr Kreis, verioeisc auch aut die Gärtncreibctriebe, die zweifellos In kurz gekoiinncu sind. Tie nationalliberale Partei hat ein erfreuliches Belennttus zur bestehen den Wirtichaslsvolltik abgelegt. Wenn mir diese Botschaft aber nicht blost hören, sondern auch alaube» sollen, damc dürsen die Nativ nalllberalen in der Stichivahl jmiicfjen einem Freihändler und einem ausgesprochenen Schutzzöllner nicht sür den Freihändler stimmen. Ich erinnere an Waldeck. (Sehr richtig!) .Herr Gothein hat gestern gegen die Wirtschastspolilik Front gemacht. Er ist abe ' in seiner eigenen Fraktion die letzte Säule, die von verschwundener Freihandclsvracbt zeugt. <Öeiterleit!) Ob sie bald bersten wird, werden ja die nächsten Wahlen zeigen. (Heiterkeit !> Seinen Bortrag gegen unsere Zölle hätte er heiier seinem Kollegen vom hessischen Landtag, dem 2lbg. Korcll, halten sollen. Denn der Herr Korell ist >a auch ein freisinniger Mann. Er hat sich allmählich zum Schutzzoll bekehrt. Ich will nicht untersuchen, ob es damit zusainmcnhängt, daß er vlötzlich in eine kleinbäuerliche Gegend hincingekonrmen ist. Er gebt sogar soweit, dast er den Landwirten noch höhere Zölle verspricht, als bereits bestehen. Auch das ist eine Politik, die man als eine Politik mit dovhel- tem Boden bezeichnen kann: In einem industriellen Wahlkresie iür de» Freihandel und in einem bäuerlichen iür den Schutzzoll. Unter diesen Umständen darf Herr Gothein nicht glauben, daß man alles, was er gesagt hat, sür bare Münze hält, ivenn er sagt, sic hätten kein Interesse am Geircidezoll. Ich bl» der letzte, der bchaiivten möchte, dast die kleinen Landwirte ernstlich a», ttietreidc- zoll interessiert sind. Das ist nach den Gegenden verschieden. Ter einzige Bauer, der aus dem national-sozialcii Parleilag 1887 war. der Landwirt Möser aus Nicdercribach, bat scstgestellt, daß gerade dir kielneu Bauern am Gctreidczoll interessiert iind und nicht blost die 25 000 Grostgruildbejltzcc, und dast ein kleiner Lauer von 16 Morgen allein 70 bi« 80 Zentner Getreide aus den Morlt bringt. Das ist mindestens genau so viel, wie ivenn der große Landwirt 700 bi« 800 Zentner auf den Markt bringt. (Sehr richtig!) Wia werden die Freisinnigen über dieses Dilemma hinwegkommen. Psarrcr Korcll und Herr Erkelenz treten in unseren bäuerlichen! Wablkrciscn ruhig weiter iür den Schutzzoll ecu. Ick lwiic, dast Herr Golhcim einmal in den Korellichen .Hochburgen in Bingen. IWörstadt, Obcringelhcim nach dem Rechten lieht, und seinen entgegengesetzten Standpunkt entschieden vertritt. > Große Heuerkeitli Ich lehre zu de», zurück, von dem ich ausging. (Zuruf links: Zu den Juden!) Tann müstte ich zu Ihnen kommen. (Große Heiterkeit!) Sic wissen genau, ivenn die Iudensrage erledigt ist, ist auch die FortschritUick»: Bolksvartci erledigt. (Heiierleit rechts.) Ich kehre zurück zu der Frage der BeamtentumS und der Konsumvereine. Ter Beainte ist sin Staat an, sichersten gestellt. Der sortichrittlichc 'tlbgeordncte Delius hat im „Hailsabund" er» klärt, dast der genonenschaktliche Zusanimenschlust in sehr Violen Fällen für die Beamten nicht eininal von sinanziellem Vorteil ist. An her Spitze der Beamtenkonsumverciue stünden Leute ohne iachmänittsche Ausbildung. Gerade als ausgesprochener Bcanitcn- srennd ertläre ich: Ter Beamte sollte auch bedenken, dost neben ihnl auch noch andere Leute ein Recht aus Existenz dabei,. Er sollte dem Mittelstand das eben lischt schwerer machen. In vielen Fabriken, auch i» Fabriken von Herren, die diesem Hause angchören, gibt es Werkkonsllmvercinc, dic^ganz gegen das Gcätz noch Waren an NichtiNitglieder verlausen. Hossentlich konmit cinmol ein Beibot wie in Frankreich. Diese Konsuinoereinc sind nicht in der Lage, billiger zu oerkauic». als der selbständige Geschäfts - manu. Bei de» Produktivgeilosseilickzaileii handele es sich aber um Geuossenschaslcn, die die Piodukiiou oerbilligeu. Da« dark man nicht vcrivechsel». Herr Thiele hat erklärt: Wir verkausei, zum Tagespreise aus ^Rücksicht auf die ansässigen Gewerbetreibende». Ach, Herr Abg. Thiele, ick, iveist nicht, ob Sie hier iind (Große Sjeiteitci ', aber sch kann Mich wenigstens an Ihren Platz wendep. Sie glaubkii dock, nicht, dast die Sozialdenivkratie blost aus Rücksicht ans die Gcschästftcnte bil'ii verkauft. Die Konsum vereitle sind nichts anderes als eine Waste in dem Kample des Proletariats, wie aui dem Inicrnaiionalen Sozialistcntangrcst erklärt wurde. Wir bürgerlichen Parteien haben die Pslicht. dagegen aiizulänivstn, weiiil Sie die Konsumvereine dazu benutz",,, um einen Steil Ihrer Gesinnung -genossen in sichere Stellung zu bringen und andcrciilcils den, selbständigen Mittelstände das Wasser abziigraben. TaS bestreitet auch der vsienhcrzigc Herr Peus nicht. Tic Gciah, der sozialdrmokratsichen Konsumoereine besteht aber auch darin, dast sic zur Eigenproduktion übergehen, Bäckereien, Metzgereien begründen und damit den selbständigen Mittcl- stand aus dem Sattel heben. Wenn der 'Abg. Thiele bestreitet, dast der Kauf»,an,Island zun, 'Mitlekstand gehöre, so ist das neueste iiaiionalölonamische Weisheit, die sehr ivcnrar Gläubige siich-n wird. Ter ^selbständige Kanfmannsstand gehörl sePstvei-sttindluch zum Ntittclstond. umsomehr als er durck, ferne Tätigkeit und iach- männischc Ausbildung in der Lage ist, die Ware» und die Produktion zu fördern. Ter Geschgstsmann, der die Warenaualität zu beurteilen vcrnrag, wird selbstverständlich auch die Produktion sördern können. Tie Sozialdemokraten Hchaup'en ja, dast durch die Housi-rer der Fabrikant ge'ördert werde. Wenn der Hausierer ein wirkliches Mitglied des Mittelstandes sein soll, ist es natürlich auch deer ansässige Kansinannostand Tatsache ist. daß alle gewerblichen -Organifatloncn und Handelskammer» seststc l-n, aut der einen Seite werde durch das kavitalistischc Warenhaus und »Ui der anderen Seite durch die genossenschastlichc-n Konsumvereine der Mittelstand vernichtet. Sie ist also nicht zu bcstrciieu. Schlies:- lich wird in Konsumvereinen alles zu babcn sein wie im Waren- haus, und dadurch eine Menge von Mittristandseristciizen zugrunde gehen. Herr PcuS hak cs mit cesrculichcr Deutlichkeit ausgesprochen. tzn einem Vortragr in Denan ankerte er: „Urverak! sind Zsitr essen gegensä-e, Tic Arbeiter haben wirtschaftlich das Neckt, ihre Interessen zu wahre», und iie tun es, indem sie in *oniuim>ereinen sich ju einer Jnterejsenlengruvve zusammenschlicßen Wie das .Kleinbürgertum dabei fährt, ist seine Sache. Wo es nicht mehr existiere» tonn, mögen seine Angehörigen Arbeiter werde», wie wir es iutd.'i Das ist die letzte Weisheit der Sozialdemokratie, Die Er- ricktnilg eines Konsulnvereins kann von Vorteil sein, wo ein leistungsfähiges Geschäft nicht existiert, aber die Konsumvereine sind überall, wo eine zahlreiche Konsmannschast vorhanden ist, von arötztem Nachteil für den selbständige» Mittelstand, Deshalb be° lämvsen wir sie überall, wo sie de» Mittelstand schädigen oder aus schalten, ebenso löse alle bedanerlichei, Erscheinungen unseres Wirtschaftslebens, Wir^sind ausgesprochene Anhänger des Mittelstandes, Werner von Siemens sagte aui dom 39, Naturforscher und Aerztetag: Nicht eine Ni enge großer Fabriken in den Hände» reicher Kavualisten, in denen Sklaven der Arbeit ihr kärgliches Taskin iristen. ist das Endziel der Eutwsckeluna des Zeitalters der Maschinen. sondern die Rückkehr zur Einzelarbeil, Tos ist unser Ideal, die mrttleren Schichten sollen nicht zu Grunde gehen. Deshalb ver taugen wir von der Negierung eine ausgiebige niid zielbewuine Mit- telftandsvolitik, genau io, wie sie. zugunsten anderer Stände getrieben worden ist. Möge die Negierung Tateil sinden, damit der Mittelstand nickt von seinem Platze verdrängt wird, Ich wieder zole daher nochmal, wenn der Mittelstand fällt, dann fallen auch >ie Kranen, die die deutschen Fürsten tragen Abg. Heine (Soz.): Da« Geschrei „ach Einschränkung de« zroali- kions recht es ist je t Siebe geworden. Es ist den Herren voll der R.chten verhaßt. wk,l cs ei» Ausdruck de» selbständig«,, Geiste? der ius-iter ist Die Heere» aber, die sich jetzt im .Preußen- bu»d" gro-macken, diese Herrenmenschen, ertragen cä nicht, dast das Volk selbständig seine Angelegenheiten i» die Hand nimmt. Ec -st ein bewußter volksfeindlicher Trieb, der sich in dieser Mode ausdruckt, Wir haben dieselbe Mode ja schon zur steil de» stuchthausgeiedcs erlebt. Sie iil tvie eine epidemische Geisteslränk, bau, dre lawei,' um sich greift und don» allmählich wieder zuruckgedt Aber m s diese Psvchose wird aujbörr», wen» der Reichstag ruhige, Blute» die Forderungen dieser Schreier in de» Papierkorb toirf: wie die Kuchtdausvorlage, Gewiß gibt cs bei Streiks Schlägerei«,I Lber da» pasiiert mnh in itzafthauserii, Wollen die Kouseroativei, deshalb den Schaapsen,»schan! »erbirleii? <2ehr gul! >,»d Heiter- reit link» • Der größte Teil der Vorkommnisse bei Slreik« aber betrilst kräftige Schimofworle. I» de» Kaserne,, aber neunt man dob die , elfr smeite Jugendlichkeit". Wer dieses Recht ihnen streitig machen will, der ist ein Feind der Arbeiter. (Sehr richtig! links.) Der nationalliberale Landaerichtsrat De. Röchling hat besondere Streikpolizlsten verlangt. Das ist gar nicht nötig. die Polizisten werde» jetzt schon bei jedem Slreik dahin instruiert, daß sic die Streikposten siftieren. Die Rechtsprechung kapituliert dabei vor dem Schutzmann s h e I m. Man will das Streikpvftenjtehe» verbieten, weil man damit das Streiken verhindern will. Auch bei dee zivilrechtliche» Beurteilung von Botzkolts und Sperren wird gegen die Arbeiterorganisationen unverfälschte Klassenjustiz geübt. Tie llnternehmrrorganisalionen terrorisiere!, nicht »ur die Arbeiter, joudern aue!, die gewerlickastlich organisierten höheren Angestellten, llngenier: bedienen stch die Unlernehmerveebände der Berrusc-erklärung. Ans die schwarze Liste werden jogor die eigenen Arbeiter des Betriebes gesetzt, damit sie aus diese Weise a» die Fabrik gcjeffelt sind. Das ist ei» diabolisches Mittel mir der bclvußtei, Tcndenz zur Versklavung der Arbeiter. Das Koalition-recht muß demgegenüocr ein ro'cher de ironct stabilisiert werden. Es ist ein« soziale Notwendigkeit und deshalb ein natürlicher Recht, das nicht Gegenstand der Willkür sein darf und nicht durch Privatvertrag aus der Welt geschafft toerden kan», Ter Kamps gegen die Nichtorganinerten, die „Gelben", ist eine Lebensnotwendigkeit für d,e Gewerkschaften. Was wird aus dem Arbeiter, wen» ihn tickst seine Organisation Unsere Arbeiter dürfen nicht zu Kotig der t>» t e r N e h IN e r gemacht toerden. Wer es gut meint mit dem deutschen Bolle, der sorge jür ei» frei« stoalitionsrecht. Ter Präsiden k beraumt dke nächste Sitzung aus Freitag. 13 Ubr: Kurze Anfrage, Die neu e n In terpe11 0 . linnen über Zaber» und die Anträge der «ockspart« und der Elsässer über die Wgssengewalt des Militärs, Abg, Graf Westarp (Kons.) keantrack. diese A ntr-, ge von der Tagesordnung -ibzu setzen. Suchlicke Anträge dürfen an Interpellationen nicht angeichlofle» werde,» Wir können uns b,eiern neuen Bor- geben aus grundsätzlichen Bedenken Nicht anichlicßen. Abg, Hanse (Soz.) stimmt dem Vorschläge des Präsidenten zu« Abg, Gröber (Z«»tr.)r Tiefe Anträge sind formell unabhängig von den Jntir- pellationeu De Interpellationen werden solmell erledigt sein, ich- dir Anträge an die Reibe kommen. Das .Haus ff! Herr seine, G schäftsordvung. Die Bedenk:» des Grafen Wesiarv sind ggn« unbegründet, Abg, Bassermaittl (Rats,): Bedenken gegen den Borschlag des Präsidenten liegen n d i bot, denn die Anträge sollen ja nicht Mit den Interpellationen verbunden werden, sondern »nabhängig davon nachher beraten werden, Abg, Gras Westarp (Kons,): Es Handel: sich um einen lveiteren Schritt beim Aushau dr» Julervellationsreckckck, Das mache» lvir nicht mit, ' Abg, Dobe (Pp,): Die Anträge bauen sich doch geschäftsmäßig gu: nicht a» den Interpellationen auf. Dies- lönneu behandelt werde», wie sie wollen, z, B, zurückgezogen werdest, die Anträge aber blechen selbständig bestehen. Abg, Dr, Spahn (Zentr,): sprickl gegen den Antrag Westarp, , Abg, Bassermanu (Nakl,): ^ ^ Es lieg! und völlig fern, mit unserem Vorgehe» eine E.- weiierung der geltende» Bestiinmunge!, herbeizusühren, W'e ballen es aber auch nicht für richtig, daß jede Woche eine Zabern-Debatte stattfindet, (Beifall.) Abg, Graf Westarp (Kons.):' Sie können uns überstimmen, wir halten aber a» unsere» Bedenke» sejt. Der Antrag Westarp wird gegen die Rechte ab ge lehnt. Es bleibt bei ber borgeschlagenen Tagesordnnng, Schluß GVü Uhr, 0 cricftt»faal* iöüD tilgen, 19. Ja». (Schöffengericht, Ter Land toirt H, L. von Düdelsheim wurde wegen Ueberlreruug des Ait, UH Pol,-St,-G, zu 2 Blark oder I Ta, Hajt oerurierlt. Er hatte gegen einen amisricknerlichen Straibriebl wegen Be- iahien des Fußsteigs mit seinem Wagen rechisgültig Einspruch eingelegt, - Ter Tienstlncchr I. G. von Haingründa» erhielt wegen Sachbeichädigung als Jugendlicher die Strafe des geeicht lichcn Beiweises, Er hatte mit einer Nadel den Lultichlanch und Mantel eines dem PH, W, Z, iil Hatngrüildau gehörige» Fahrrades durchstochen, - - Gegen iolgende Walzbrüder wurde» sorgen Beltelns nackstebende Strasen erlannt: l, Maurer G, T, aus Wittenberg 8 Wochen Halt Iintcr Anrechnung der erlittenen Unter- iuchungshatt. 2, Miijer I, G Seli, aus Ei!a eine Woche Hast, 8. Taglöbner H, H, aus Wisselsheim eine Woche .Haft, 4. L, G, aus Heppenheim S Tage und 5. Schleifer H. S. 8. aus Burg eine Woche Haft, — Die Bolksichüler F. 8. nnd W, I,, beide von EctartShauie», erhielten wegen Sachbeschädigung je die Verweisstraie, Sie hatte» mehrere der Gemeinde Eckarts- I.ausen gehörige Ziegel mit einem Stock entzwei geschlagen, — Der Taglöbner H, D. VI, von M i t t e l g r ü » da», der sich ini letzte» Vierteljahr 1918 dem Trünke und Müßiggang der gestalt hiitgegeben hatte, daß er iil eilten Zustand geraten svar, in welchem zu seinem und seiner Familie Unterhalt die Gemeinde Mittelgründau um Uiilerstützung aiiaegangen werden mußte und er trotz, Auitorderung der zuständigen Behörde sich der Unler- l.attspflicht entzogen hattet er mußte sich deshalb vor dem Sftsöften-- geiicht verantivorteu. Er wurde zu einer .Hgststraja von 4 Woche» verutleilt. auch wurde die Ucberweisuug »ach verbüßter Straje au die Laudesvolizeibehörde ausgesprochen, Ta weiter zu befürchten war, daß T, die Straiovltstreckung durch Flucht vereiteln würde, erging Haslbüeht, — Gegen den AnilSaerichtSrat E, R, in Autich, den Apotheker H, B, lii Neichelshcim i. W,, de» Pächter W. S, von Hot Herrnhaag, den Rentner F, ,C, lind den Förster st. H„ beide von Büdingen, waren Sttasbeiehte wegen Tierquälerei beantragt worden, Ta Bedenleu bestanden, die Strafe ohne Hauptoerhondluug iestzusetzeu, stand lseutc Termin, Nach erfolgter Peweisausnabme wurde» iäuttliche Ange- klagteu freigelvrochen und der Staatskasse auch die Kosten der notwendigen Verteidignug ausertegt. Im Oktober v, Js. fand in Büdingen von eitlem Verein eine Sticke zwecks Prüfung und Prämiierung von Jagdhunden statt, bei ivelcker vorstehende Peiioneu teils als Preisrichter, teils als Führer zugeaen waren, Tie Hunde wurden einzeln aut einzelne, zu diesem Zwecke nlit- gelrachle Katze» gelassen, die dieselben dass» stelltest und ab- wüigteu bezlv, töteten, Ta die Veranstaltung seitens des Vereins eine» sozial gerechtserttgiei, Zweck verfolgt, nämlich »Nt tüchtige Hunde tici einen erfolgreichen Jagdbetrieb zu züchte», er- feilte Freisprechung, Die beiden Privatklageii W, St, von Rohr bach gegen L, G, daselbst und L, G, gegen L, St. daselbst wegen gegenseitiger BeleiAgungen, ivurden zurückgenommen. L r ch, 21, Jan, S ch ö s i e u g e r t ch t.) Ter GeschästS'ührcr de: hiesigen Tonwerte H. S, hatte gegi-st eine» ihm gngestellien Strasbejehl Einipruck erh-ob.-n, »ach loelchei» ihm zur Last gelegt wurde, jugendliche Arbeiter länger als dir vorgkschricbeue AibeitSzeit beschäftigt zu habe». Durch die Bewcisauinahme konnte aber nichts Belastendes iestgrstellt werden und mußte daher Frei- iplechung erwlgcu, - Ter Metzgergrielle G, H„ früher in Lick beschäftigt, hatte de» Th, Z, von Lick, nachdem einige Tage vorher ein Streit zwischen ihnen stattgeftmdrn hatte, abends ohne jegliche Veranlassung auaegrifte» und mittelst eine» geiälwlichgi Werkzeugs »sehreie blutende Verletzungen gs» Kopie beigebrachl, lltteil 89 Mark Geldtttaie oder ft Tage Gefängnis, -- Ter vielfach voibestrafte Arbeiter I, B, ans Leivzit hatte ist Eberstadl, wo er a»> einer Ziegelei beschästigr war, seinem Arbeitgeber einen gestrickten Wams gestohlen, Ter Angeklagte ist geständig uitb wurde zu 1U Tagen Gefängnis verurteilt Aus der Unteiftichungshait rarge>übrt wurde der noch ,unendliche Schnnede- icielle A Sck, aus Eoslar, der ist Laugsdori seinem Tienstherni, sowie uock, einer in demselben Hause iv'hnende» Frau größere Geldbeträge entwendet bane. Ter Angeklagte legte ein oftenes Geftötldnis a!; das Gericht ectannte aut eine Gesamtstrafe von •'! Tagen Gefängnis, die bnlch die tlntersuchangshasl als verbüßt gelte», N a ft a t t, 2?. Fan. Voe dem Krieasgerjcht bei Division batte fi 1t (ltule dee Musketier iitlmnnii nns Gergisbach von bei. fto»,vaa»ie des III ln>a»leeie-Reaiments zu veeanlworien, d'r am ll'e-ljo!,rataae i» der Lndn'iasieöe bet, Msisketier R»r ans E l> e in II i h iSachlenl mit dein T ienügewebe erfrteoMen ho» -, Ditlman» batte, wie > -i--erzeit nen-eldei wurde, eine alle Hnlie ae- iunben und sie i» ber Meinung, daß st« leer fei, in ent alles Geschoß aelnde» »nd ani Nutz ana (rot, der, in den Wild aetcaffdi, lochet lo: jiiinmmcnbracti. Tos siriegsaericht ««turtelte den l'lnaeklagten zu l e ch S Sl o n a t c u 61 cläua »ts. Tie Anklage batte auk 'abr- löl’i • e Tötung durch unvorsichtige Behandlnng der Waffe und Iln- gebo>jan> aelautet. IV. F r a n k > n r I n. M.. 22. Jan, TaS S ch w urqeri di i lvraeli nach z vellagiger Verha»dln„g die B o r ft a » d S », i t - a l i e b e v der S >> d w c 8 de I, I j ch e >I B e r ! i ch e ru n gs - Geielljchait, die a-n 20. Av>>l v, I in Konkurs geraten ist, Gebrüder Hugo und ftnno Schölten, deck Vergehens geqen das Privatoersichernilgsaeleh und der schweren Unteene beziv, der Pei !»>,« dazu l ch u l d i g. Hugo Scholien wurde zu einem Ja br e » n Monaten Geiäuanis unb »00 Mk Geldstenle a»»o Schollen zu einem Jahr und o>X> Mk, Geldstrakeverurteilt rnktictiisfeikrt. Nizza, 22. Jan, Dic^Großhcrzogin-Mutter Anastasia von Mecklenburg-Schwerin unternahm gestern aus einem von dem Flieger Maiton gesteuerten Wasserflugzeug einen Äufstteg. Sie flog in 400 Meter über die Ortschaften Ezc. Beoulieu und Saint Jean Ter Flug dauerte etwa 20 Minuten, — Bei einem Aufstieg, den die Baronin Baughan »nd eines ihrer Kinder gestern nachmittag mit dem Wasserflugzeug Mailons unlernahm, verlor der Avvaral das Gleichgewicht, da einer der beiden Schwimmer de« Flugzeuges von einer starken Welle weggerissen wurde und sank ins Meer zurück. Es gelang jedoch noch zur rechten Zeit, die Baronin, das Stint» und ben Flieger mit einem Motorboot zu retten, _ vermischte». Tie Schulden der Prinzessin Luis c. Aus Brüssel, B2. Jan,, wird gemeldet: Gestern abend haben die Advokaten der Prinzessin Luise dem belgischen Staate mitgeteilt. daß der angestrebte Vergleich zwischen ihrer Mandantin und deren Gläubigern zustande gekommen ist. Es wurden 100 Gläubiger mit Ui Millionen Franken Forderungen mit -U , Millonen Franken abgefundcii. Es bleiben aber noch cimge tPänviger, mit denen eine Llbmachinig zu treffen ist, * Erzbischof und T ang op roses so r. Der Tango wird in Paris Anlas, zu einem amüsanten Prozeß gebe», Ter Erzbischof von Paris, Amcttc. bat unlängst ein Verbot gegen de» Tango erlassen, nachdem vorher schon einige sranzüsische Bischöfe diesen Modetanz verurteilt hakten, Ter „Taugovioseisor" S l i l s o n, der diesen Mvdc tanz Artisten und Mitgliedern der Gesellschaft beibrachte, erklärte »uii, daß er durch dieses Verbot einen iingeheuren Verlust erleide, und strengte deshalb gegen den Erzbischof einen Prozeß anf 100 000 Franks Schadenersatz all. Kleine Tageschronik. Der Großtitdustrieile H e » sch e l in K affet schenkte dem Vaterländischen Fraucnverein 100000 Mk., seine Mut tcr den Betrag von 50000 Mk, In Königsberg i, Pr, wurde der Acrztckoil flikt bei gelegt. Ein den Wünschen der Aerztc ent sprechendes Honorar ist festgesetzl ivordc». Die Aerztc nahmen bercils heute ihre kasscnärztlichc Tätigkeit wieder auf. Aus Ottawa lvird geuieldet: In dem H o >v i ck s a a l, in dem eine Volkssestfcier stattfand, wurde der Dampfkessel schadhaft. Durch etne Explosion ivurden vier Personen ilnd 20 Pferde zerrissen. kiandcl. — Po» der Neickisbank. In der Sißmig des Zentral nusschusseck der Reichsbaut am geslriaen Tomierstaa belprach Erzellenz Hauen st ei» die Zablen des Zwischetlanssvesjes vom IS. Januar n»d führte sodann aus, die Ansprüche an die Reich-- bank seien von Tezembermilte bis Dezemberende sehr groß qeweieu, aröber nie lemnlö in 6en Vorjahre». Die Rsickslüffe „ach diesem Lermin hallen sich aber normal aestallel. Tie Vrivalgnlhaben hätten sländta zugeiioniineii, Tie »naedecktei, Rolki, hätten ihren flimftinen Staub bewahrt int Vergleich z» dem Voriahre. Ter PrivaldiSkont hielt sich aus 8 Prozent, Auch aui dem internationales, ft eldmarkte hätte die Enlioa„„»na Forlichritte geinaeht. Tee Stand der Teoftenkuise sei lischt bedrohlich. Unter diese» llm- ftnnbeii halte das Retchsbankdirektorium keine Bedenken gehabt, den Diskont um * I, Prozent zu ermäßigen. _ Märkte. -- Gieße», 22. Ja», V i e l, >» a r k t. Bei dem am 20. und -I Januar abaebaltenen Alarkt waren aulgetriebe» Ift«I Stück stindvieb und «7 Schweine. Der nächste Markt findet am s. und l. Februar statt, (In einem Teil der Amlage loiederholt,) f,. Front,»rt a, M. V i e b b 0 s ma rk t l> e r, chk vom 22,Jan, Auftrieb: Jlinder 141, Ochsen 65, Bulle» 4, Kühe und Färsen 82, llälber 859, Schale 197. Schiveine 1269, Ziegen 14, Tendenz: Kälber langsam, Schafe rege, Schweine aedrmtt, erheblicher Ueberstand, Preis für 100 Ad. / Lebend- Schlachtgewicht, Kälber. Mk. Mk, Feinfte Mastkälbee.......... 66 - 69 JlO-llü Mittlere Malt- und beste Sanqkäldee. . Geringees Mall- und gute Saugkälber . . Geringere Sangkälber.........52—55 Schal e, Stallmaftschcv«: Dtastlänunee und jüngere Masthitsiiniel . . . 48-44 Schiveine. Pollsieischiae Schweins vonS9—100 Lebeiibge>vlcht , , ... ... 53.00—56.00 66.00—70,00 Pollfkeisthiae Schweine untec 80 t» Lebendaewicht........ 52,00—54.00 65.00—68.0) Bolllleischtqe Schweins von 100—120 l>- Lebendgewicht........ 53,00—56,00 Polltteilehige Schweine von t20—I50ß- Lebendgelvicht........ 53.00—58.00 80 -64 102 -108 56 -59 95—109 88-93 94-95 66 . 00 — 69 00 65 . 00 — 68.00 Meteorologische veobachlu ngen de r St ation Siehen Jan. ||© | 1914 1! leS e* *•& SZ !| £> ® i| A ö ifi o'l ? » el-e' 9 u\ Letter 22 1 2" 751,0 - 4,1 2,4 70 X o 0 Sonnenschein f>2 752,9 — 7,4 2,2 83 X 0 .3. i” ^3,8 - 9,9 2,0 91 NNE 0 höchste Tcrnweratur am 21. bls 22. Januar 1914 = — 3,6 # C. Niedria'te „ 9 21. , 22. „ 1914 = — 10.4" 9 Ülieberjchlaa' 0,0 mm. NK fä 3 riÜ»*i allt'Mi'» liSM WWKW 8 .»--. KÄMM-ULtt- s| ro - 3 IIg’ff-- - ^ a - a i 15 = f 11 ' » ' 2 *^ --2 § ° ° -S, 3 Z^)-r = =* r* rrS:S or $ 3 ZLZ.SS3 3 g- " _.f 2 .g•=.«.— 43 == 5 I?|P =“ fs k "K S. I“ . 'r •r - §' s - s Hf"f£~gs F ili? 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