Nr. 18 Zweiter Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Hietzener Fainilienblätier" werden dem „Anzeiger" dermal wöchentlich beiqelegl, das „NreirdlaN für den Nreir Gießen" zweimal wöchentlich. Die Landwirtschaftlichen Zeitfragen" erscheinen nwnattich zweimal. Blatt 1ö4. Jahrgang euer General-Anzeiger für Gberhejsen Donnerstag, 22. Januar 19H RotaliouSdriick und Verlag der Brüdl'schen Univerfiiäis - Buch- und Sieindrnckerei. R, Lange, Eießeiu Redaktion, Ervedilion und Druckerei: Schul- strane 7. Ervednian und Verlag: L-TS 51. Rcdakiioiue^izKllL. Tel.-AdrpAnzelgerGiesen. Mb. Deutscher Reichstag. 196. Sitzung, Mittwoch, den 21. Januar. Am Tische tcz Bundesrat-: Dr. Delbrück, Caspar. Präsioent Tr. Kacmps eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 15 Min. Der Abg. v. Lieber! sRp.) hat sein Mandat nieder» gelegt. Der Ltak für das Neichsam! des Znnern. (Vierter Tag.) Abg Weilnbvck fKons.): Ich habe namens meiner politischen Freunde folgende E r * klarung obzugeben: Wir erkennen gerne an. datz der Staatssekretär gestern das bisherige System unserer WirtscdastSpc>!itlk einschließlich der untrennbar dazu gehörenden Einrichtung der Einfubrscheinc in durchaus zutreffenden Darlegungen verteidigt hat und sich namens der Rcichsleitung zu dem Schutz der nationalen Arbeit bekannte, der unbedingt in vollem Umfange aufrechterhaltcn werden must. Hierbei wird er immer unsere volle Unterstützung haben. Wir hoffen, daß die Regierung auch aus den, (Gebiet des ScuchenschutzcS unbeirrt an den bisherigen Mast,lahmen fcnhalten wird. Der Staatssekretär hat aber auch gesagt, dast sowohl hinsichtlich des Zolltarifs wie der Handelsverträge Verbesserungen möglich seien, die sich aus der fortschreitenden wirtschaftlichen Entwicklung ergeben, aua» tönutc eine Ergänzung des Zolltariffchcma^ in Frage kommen. Auch nach unserer Auffassung ist das für dar Gebiet der Industrie, des Handels und der Landwirtschaft und der ihr verwandten Berufe durchaus zutreffend. Wir erhebe, zurzeit gegen die geirern abgcbcne Erklärung keinen Einspruch, insoweit vorläufig die Vorlegung einer Zokltariiiiovelle und eine Kündigung der ablausendc^i Handelsverträge nicht beabsichtig, wird. Nach der Angabe des Staatssekretärs sollen aber Umstände eintreten können, die zu einer Aendcrung der Zollgcietzgcbung und zur Durchführung nötiger Verbesserungen dienen würden. DaL kann unmöglich in der Absicht der Regierung liegen. Wir bc- dauern, dast man aus eine selbständige Berücksichtigung der Notwendigkeiten des eigenen Landes und die Ausnützung von eigenen Erfahrungen verzichtet, die der Austausch des wir t- schaftlichen Schutzes und der Handelsgesetzgebung in anderen Ländern bietet. Zu einer solchen Politik werden wir uns nicht entschliestcn können. (Beifall rechts.) Die letzte Viehzählung beweist, dast die Viehbestand« im ganzen Reiche erheblich zuger,ommen haben. Wie kann mar noch behaupten, dast die deutsche Landwirtschaft nicht imstande ist, unser Voll mit Fleisch und Brot zu versorgenl Tic Einschleppung der Maul- und Klauenseuche must durch weitergehendc Sperr mast regeln gegen das Ausland verhindert werden. Wir bedauern außerordentlich. daß die großen Städte mit den landwirtschaftlichen Organisationen nicht langfristige Lieferungöverlräge für Fleisch geschlossen haben/ Die kleine Landwirtschaft hat an den sozialen Lasten schwer zu tragen. Dazu kommt die Erhöhung der Löhne. Die Frage des Gerstenzolles sollte derart geregelt werden, dast alle aus dem Auslande cin- gLffüksrke Gerste zu demselben Zoll abgesertigt und für diejenige. d,e zu Brauzwccken nicht verbraucht wurde, der Zoll zurückerstattct würde. Statt der Gerste könnten wir sehr wobl andere Futter- ,nittel verwenden. Unser Hopfcnbau gehl infolge ausländischer Konkurrenz nach und nach zurück. Er bedarf des Zollfchutzcs wie der anderer Länder. Ebenso tut dem Tabak, dem Sorgenkind unserer süddeut- schen^Landlvirtschaft, Schutz not. Der Gemüsebau hat Recht auf Schutz; in unserer bayerischen Heimat must wegen der Wasser- Verhältnisse Meerrettich gebaut Werdern Er ist durch die amerikanische Konkurrenz bedroht. Ebenso sollte die Milchwirtschaft pc> schützt werden. Rußland hat an Handelsverträgen mit uns ein viel größeres Interesse als wir. Wir alle in unserer Fraktion sind für innere Kolonisation. (Sehr richtig! rechts.) Nur mutz sie vernünftig, nicht sprungweise überhastet durchgcführt werden. Es sollen nicht bloß kleinste, sondern kleine, mittlere und selbst größere Besitze geschaffen werden. Die innere Kolonisation, wie sie Frbr. von Wangcnhcim angeregt hat. hat kolossale Werte geschaffen. Sic kann aber nur erhalten bleiben, wenn unsere Wirtschaftspolitik die gleiche bleibt. Sie allein kann uns auf unserer nationalen und wirtschaftlichen Höbe erhalten. (Lebh. Beifall rechts.) Ministerialdirektor Müller: Ich bin beauftragt, namens ^eS Staatssekretärs zu erklären, dost der Seuchen schütz in derselben Weise weiter gebandhab' werden wird, wie cs bisher der Fall gewesen ist. iLebhaster Beifall.) Langfristige Liescrungsverträge, für die landwirtschaftliche Organisationen in Frage kommen könnten, haben wir stets aufmerksam verfolgt und begünstigt, soweit es in unseren Kräften stand. Die Verhältnisse an der russischen Grenze Hader, sich einigermaßen verschoben, unser Export von Roggen ist stärker geworden, als wir angenommen batten. Rußland ist autonom und kann seine Handelsvcrhältnisse nach seinen Bedürfnissen regeln. Wir müssen daher das Weitere abwarten. Einstweilen sind wir überrascht worden. Abg. Gvthein (Vp.): Es wäre ein Unglück, wenn wir gleich wieder mit neuen Gesetzen kommen würden, ehe die alten verdaut sind. Auch die Boa constrictor muß eine Ruhepause machen, wenn sic einen großen Happen verschlungen hat. Es kann eine Ruhepause in der Sozialpolitik eintreten. In Wirklichkeit ist lediglich die Selbstverwaltung aus der Arbciterversichcrung hinausgedrängt worden; die Bureaukratie hat sic in die Hand genommen. Das empfindet das Volk als ein Unglück. Die jetzige Anwendung des Gesetzes schafft nur Erbitterung. Wir begrüßen dankbar den Erfolg, den der Staatssekretär in dem Streit der Aerzte und' Krankenkassen erzielt hat. Diese Erfahrungen Isprechen für ein Einigungsamt. Eine einheitliche Regelung der Verhältnisse ,m Binnenschifscrgewcrbe würde zu sehr schadloni- ficrcn müssen; es empfehlen sich höchstens Gesetze für die einzelnen Stromgebiete. Der Staatssekretär bat gestern, ein moderner Salomo, ein hohes Lied auf unsere bewährte Wirtschaftspolitik gesungen. Aber er wird einst am Schluß wie Salomo sagen müssen: Es ist alles eitel! Welche Wirtschaftspolitik ist das? Die Bismarcksche, die Laprivische oder die Bulowsche? Die sehr großen Unterschiede darunter genieren fre lich einen großen Geist wie den Staatssekretär nicht. Vor den Caprwischen Handelsverträgen ging eS der Industrie geradezu jammervoll. Seitdem ist die Auswanderung zurückgegangen, seitdem hoben sich Handel und Industrie belebt. Die Logik vom Bundesratstische ist ergötzlich. Wenn Immanuel Kant sie hören würde, er würde sich im Grabe umdrehen. Wieviel wirre Ansichten herrschen doch über die Wirtschaftspolitik! Der wirtschaftliche Romantiker v. Oldcnburg-Januschau behauptete sogar. Deutschland brauche vam Auslande nichts anderes einzuführen als Kaffee und Knackmandeln. (Heiterkeit.) Die Kartelle haben die Schutzzollpolitik ausgenutzt. Bei den Fertig- sabrikaten ist die Ausfuhr an, kleinsten, bei den Rohprodukten am grüßten. Das ist sebr bedenklich, weil damit unsere Arbeiter aus- tä&ilUt werden.^ 2 e l allru prrfeiuerti» M lüj; iss ein Rückst-na der Ausfuhr zu verreicknen (Hört! hört!) Und das nenn: man bewährte Wirtschaftspolitik. Das ist I eine Politik nicht zum Schutze der nationalen Arbeit, sondern zum Schutze der nationalen Rente. (Sebr richtig! links.) Der Wert der Kartelle soll darin bestehen, daß sie eine Stetigkeit der Industrie verbürgen. In Wirklichkeit erreichen sic nur, daß ihr die Kohlen, das Brot der Industrie, dauernd verteuert werden, daß also schließlich ihre Unkosten steigen müssen. Die Wirtschaftspolitik soll nun der Landwirtschaft außerordentlichen Nutzen bringen, trotzden, bleiben wir nach wir vor und immer stärker aus das Ausland angewiesen. Tie Zölle haben ilediglich eine geradezu entsetzliche Steigerung jdcr Bode „preise bewirkt. Die Anbaufläche für Getreide >bat ständig zugenommen, zum Nachteil der Viehzucht, die den Weidegang nicht entbehren kann. Verschuldet wird daö durch die Einsuhrscheine. Infolgedessen sind auch zahlreiche Wiesen in Ackerfläche verwandelt worden. In Sachen der Ein- ' uhrscheine standen früher auch die Politiker der äußersten Rechten auf unserem Standpunkt. Erst seit ISST tritt das Bestreben hervor, eine unvcrhüllte nackte Ausfuhrprämie zu schassen. -Damals sträubte fick, auch die Regierung, sogar ein so agrarischer Minister wie Miquel. Außer der ungesunden Ausdehnung des Ackerbaues wird aber auch die Reichskasse geschädigt. Alle schlimmen Voraussagungen sind cingctrosfen. im Auslande werden die Einfuhrscheine immer mehr wie Ausfuhrprämien angesehen. Die Bemerkung des Staatssekretärs, die Einsuhrschcine ermöglichten dein Landwirt des Ostens lediglich, sein Getreide zum Weltmarktpreise möglichst vorteilhaft zu verkaufen, kann nur Heiterkeit erwecken. Er möge derartiges künftig unterlassen. Der kleine Landwirt verbraucht feine Gctreidcprodnlic in der eigenen Wirtschaft; er hat also kein Interesse an Zöllen. Heute in der Zeit der billigen Futtermittel und der steigenden Viehzucht fordert der Bund der Landwirte zur Einschränkung der Milchproduktion auf. die ohnehin nicht ausreicht, um die ärmere Bevölkerung zu befriedigen. Es ist nicht richtig, daß die Wirtschaftspolitik das Entstehen von Kleinbetrieben begünstigt. In Schlesien kauft das Fideikommitz des Großherzogs von Weimar fortgesetzt Kleinbauern. einen „ach dem andern, aus. Der Großbetrieb entvölkert das Land und schädigt damit den militärischen Nachwuchs. Deshalb brauchen wir innere Kolonisation. Der Kleinbauer braucht keine Saisonarbeiter wie der Großbesitz. Wird Rußland uns nicht diese Arbeiter sperren, tvenn wir nicht Handelsverträge nach seinem Willen schließen? Oesterreich ist bereits ans dem Wege dazu! Wo bleibt dann der Großbesitz? Allein die russische Bureaukratie kann schon die Grenzen für die Arbeiter sperren. Das rückständige Rußland treibt innere Kolonisation in großem Maßstabc und braucht seine Arbeiter selbst. Eigen berührt cs. daß der Großbesitz immer rühmt, die deutsche Landwirtschaft tue ihre Pflicht gegen das Vaterland. Hinsichtlich der Schweinezucht kann er nickt mitreden. Er züchte! nicht Schweine — mack kann höchstens sagen, die deutsche Zuchtsau hat ihre Pflicht gegen das Vaterland erfüllt. (Große Heiterkeit.) _ Ta Preußen absolut versagt, müßte tatsächlich das Reich vorgespannt werden, eine innere Kolonisation durchzusühren. Gewiß ist die Lebenshaltung der Arbeiter besser geworden, dock sinkt der Verbrauch der Genußmittel, und die Geburtenziffern gehen zurück. Welche Verwirrung der Geister, wenn heute ein Meerrettichzoll verlangt wird und die Kandidaten zun, Wähler sagen: „Gib mir deine Stimme, ich bin für Mecrrettichzoll!" (Große Heiterkeit.) Das Koalitionsrecht der Landarbeiter soll eine Frivolität sein. Dann war Bismarck frivol, als er 1866 das Verbot des Koalitionsrechtes aufhcben wollte! Preußen arbeitet den Beschlüssen des Reichstages entgegen. Dieser ..Prcußenbund" hat uns eine „gemischte Gesellschaft" genannt. Wir sind eine gewählte Gesellschaft, und zwar eine sehr gewählte. (Heiterkeit.) Hinter uns stcbt das Volk und nicht hinter den Herren vom „Preuße,ibund" mit ihren Titeln und Orden. Die Herren scheinen ihre Kinderstube ganz vergessen zu haben. (Sehr richtig!) Nach dem Programm Wilhelms I. sollte Preußen doch moralische Eroberungen machen. Wir halten uns in das Wort des Prcußendichterö- „Wag's, um den größten Preis zu werben und mit der Zeit, dem Volk zu gehen". (Beifall links. ) Ministerialdirektor Müller: Es ist ganz klar, daß die Handels- und Zollpolitik für die Beurteilung der wirtschaftlichen Verhältnisse nicht allein als ausschlaggebend betrachtet worden ist. Auch die anderen Errungenschaften, die chemischen und wissenschaftlichen, sind maßgebend gewesen. Tie Kernfrage ist: Ist unsere Zoll- und Handelspolitik so ausgestaltet, daß der innere Markt gekräftigt u„o gefestigt werden konnte, und daß daneben auch auf dem Auslandsmärkte die deutschen Erzeugnisse konkurrieren konnten? lieber diesen Punkt werde ich mich mit Herrn G o t h c i n wohl nicht Der» st ändi g en. (Sehr richtig! rechts.) Ter Redner weist an der Hand üer Statistik von 1907 bis 1912 nach, daß die deutsche Ausfuhr sich auch in dieser Zeit .günstig, gesteigert habe. Tic Ausfuhr stieg in Deutschland z. B. um 31 Proz., ,n Frankreich um 20 Proz., in den Vereinigten Staaten von Nordamerika um 17 Proz. Auch die Ausfuhr in der FertiginduKrie ist gestiegen, wenn sic auch in einigen Branchen zurückgcgangcn ist und das Rclordjahr 1907 nicht erreicht hat. Mehrfach bat man angenommen, daß in Rußland in neuerer Zeit unfreundliche Maßnahmen gegenüber unserer Ausfuhr betätigt worden seien. ^>o lautete wenigstens der Ausdruck. Man mutz bei diesen Maßnahmen unterscheiden zwischen Rußland und Finnland. Nach den unk zugegangenen Nachrichten, ganz Genaues wissen wir noch nicht, ist den russischen gesetzgebenden Körperschaften vom Ministerrat ein Gesetzentwurf überwiesen worden, wonach in Rußland ein Getreideeinfuhrzoll von 3,96 Mk. für den Bruttodoppelzentner und in Finnland rn Zoll auf Roggen. Gerste. Hafer und Weizen von 3 48 sowie ein Zoll auf Mehl ,n Höhe von 5,27 Mk. eingeführt werden soll. Dicie Waren sind bisher zollfrei in Rußland und Finnland eingegangen: nur auf Mehl wurde in Rußland schon bisher ein Zoll von 5,93 Mark erhoben. Man hat unseren Unterhändlern gewissermaßen einen Vorwurf daraus gemacht, daß sie uns die zollfreie Einfuhr von Getreide in Rußland nicht dauernd gesickert hätten. Damals halte aber die Sachc noch nicht die heutige Bedeutung, und natürlich hätte man eine solche Forderung mit auf unser Kon'o geschrieben. Darum war cs kein so großes Omissum. wenn unsere Unterhändler damals die Bindung der Zollfreiheit nicht forderten. Inzwischen ist unser Interesse an de, Ausfuhr von Getreide, insbesondere von Roggen, nach :ttußland bedeutend größer geworden, und so haben wir allerdings ein Interesse daran, uns diese Ausfuhr auch zu erhalten. 2lbg. Dr. Arendt (Rp.): Herr Gothein hat uns seine alte schöne Rede gehalten, die wir schon so oft gehört haben. Herr Gothein ist auch in seiner Partei die letzte Säule des Freihandels. Auch in seiner Partei bricht sich die Ueberzeugung Bahn, daß der Schutzzoll doch nicht ganz so schlimm ist. In der Zolltarifkommission malte uns Herr Gothein allerlei Sckreckbilder. wenn dieser Zolltarif zustande käme. Die Durchführung des Schutzzolles, so hieß es, würde der Ruin Deutschlands sein. Das kann a^cr doch kein Mensch behaupten. Alle Voraussagen des Herrn Gcthein sind durch die Tatsachen widerlegt. Dü Fortschrittler ^olleu nur ab bauen. Sie Llgvbe^ ti tut tefciiiaec »«in der Schwanz stückweise abgehackt wird. Die Weisheit des Herrn Gothein kommt mir immer so vor. als wenn er eine melkende Kuh tötet in der Hoffnung, dann dauernd umsonst Milch zu bekommen. (Heiterkeit rechts.) Die Lehre vom angemesscucu Preise muß auch für den Landwirt Geltung halben. Wenn die Arbeiter angemessenen Lohn haben wollen, dann müssen sie auch angemessene Preise zahlen für die Erzeugnisse, die andere Arbeiter gesckzafscn haben. Tie Caprivischen Handelsverträge haben die Interessen unserer Landwirtschaft nicht genügend loahrgenommen. Zu der Erklärung des Staats' kretärs eine Frage: War es nötig, das Ausland schon jetzt in unsere Karten blicken zu lassen? (Sehr gut. rechts.) Wir bitten den Staatssekretär, neben der landwirtschaftlichen auch die industriellen Wünsche bei den Handelsvcrtragsverhandlungcu möglichst zu berücksichtigen. Tic Sozialpolitik ist leine Frage, des Ja oder des Nein, sondern des Mehr oder Minder. Und wir stehen jetzt mehr beim Mehr. Tic Interessen der Arbcitgcvcr und der Arbeitnehmer sind auf Gedeih und Verderb miteinander verbunden. Das erkennen auch die Arbeiter an, und die wirtschaftsfricdlichc,, Organisationen wachsen daher. Tic Rcichsversicherungsordnung ist das größte foz,alc Werk aller Länder und Zeiten. Es beruht auf Kompr missen und hat Schönheitsfehler, aber die Erfahrungen der Praxis werden mein Urteil bestätigen. Durch die Land» krankeukasscn wird die Bureaukratie der Ortskrankenkassen einigermaßen eingeschränkt. Die Mittelstandssürsorge hat den städtischen Hansbesitz vergessen. Er kam für die Gesetzgebung eigentlich nur in Betracht, wenn ibm neue Steuern auserlegt werden sollten. Ein Sinken des Zinsfußes ist zu erwarten. damit werden wir über die gegenwärtigen Schwierigkeiten lnnwegkommen. Erfreulicherweise sind die Verhältnisse der Reichs bank besser geworden dank dem Präsidenten Havenstein. den ich zu meiner Freude unt«r uns sehe. (Beifall.) Tic Reichsben! hat in ihrer Diskontpolitik sich eine ivirklicke Unabhängigkeit von dem Auslände bewahrt. Daß Preußen anstatt konsolidierter Anleihen jetzt amortisable begibt, ist ein Vorgehen, dem ich vollen Erfolg wünsche. Das Publik'm^soll bst Staatsanleihen keinen Schaden leiden. (Beifall.) Der Schutz der nationalen Arbeit, wie ihn Bismarck eingeleitct M, hat uns den großen Aufschwung verschafft. Deshalb halten wir daran fest! Donnerstag 1 Uhr: Wcrterberatung. Schluß GYa Uhr. Der hessische §taat;ha"§hal svoranschlag im Zina»zausjchuh. rb. Darmstadt, 21. Januar. Tcr F i n a n z a us s ch u st der Zweiten Kamme r setzt die Haushaltsberaiunq in ifilfcfirittcii fort; es wurde in der Heu tigen Sitzung neben bem Sieuerkapitet und dem Voranschlag des staatsministeriuins auch noch der grössere Teil vom Boranschlag des Ministeriums des Innern erledigt, .Map. 12—60. Das 'tarntet, Dir e k l c Steuern, Regalien, indirelie Auslagen und Ein- nahmen aus verschiedenen Quellen verzeichnet eine Gcsainteinnahme vvn 26 218 970 Mk. und eine Ausgabe von 2 865 91t Mk., mithin einen Ueberschust von 23-353026 Ms., gegen daS Vorjahr mehr 990054 Mark Tic SiaaiScinkommcnsleucr ist darin mit 13 560000 Mk., die Berinögenssteuei mit 4 800000 Mk. eingestellt, gegen das Vorjahr mehr 900 000 Mt, die Wandergewerbe skeucr mit 93 000 Mk. lim Vorjahr 86 000 Mk.), der Anteil an der Einnahme des Reiches aus der Zuwachssteuer mit 30000 Mk. (i. V. 20000 Ml.j, die stempelciiinahmc mit 4 300 000 Mk (i. V. 4 250 000 Mt), die ErbschaiiS- und Tchenkungsftcuer mil 605 000 Mk. li. V. 536 000 Mk.), die Hundesteuer mit 470 000 Mk. fi. V. 450000 Mk.). Dagegen wurden die Einnahmm aus Strafen wegen Verletzung von Gesetzen über die direkten Steuern anstatt mir 80000 Mk. im Vorjahr nur aus 30 000 Mk. eingestellt, di! Gebühren für aus den Finanzämtern für Gemeinden usw. gefertigte Arbeiten aus 175000 Mk. (i. V. 150000 Mk.) und die Gebühren und Vcrgülungcu wegen Erhebungen usw. für andere Kassen mit 80 000 Mk. i. V. 75 000 Mk.) eingestellt. Bei den Erörterungen über dies Kapitel wurde betont, dast die erheblich» Steigerung der direkten steuern gegenüber den srühercn Jahren hauptsächlich durch die Tcklaralion bei den Gcmcindcumlagen und durch Ergebnisse besonders günstiger Art in den letzten 2—3 Jahren sich er klären. Bezüglich der Wirkung des WehrbcitragS und des General- Pardons werden noch die näheren Feststellungen der Regierung zu erwarten sein, wenn davon Ergebnisse oorliegcn. Dieraus wird auch eine erhebliche Zunahme der Vermögenssteuern für die Zukunft erwartet. Ter Ausschust gehr mit der Regierung auch darin einig, dast für die solgendcn Jahre an Slraien für Steuerdelikte 50000 Mark weniger in den Etat eiuzustclien sein, da sich setzt Bestrafungen weniger ergeben werden, wen» der Generalpardon seine Wirknnge» äustert. Wie betont wurde, hat die t'icmcindesteiierveranlagung für 1913 lOO'OUO Mk. mehr Ausgaben verursacht: die Regierung will setzt für 1914 85.000 Mk. für die rückständigen Arbeiten bei dem Gemcindeumlagcngcsctz und für die Anlegungskostcn des Wchrbei- trags, welche von den Einzelstaatc» zu tragen sind, einftellen. Bc- züglirb der zlosten iür die schrcibgehilicii ,245 000 Mk.) sind gegen das Vorjahr 13 000 Mk. mehr vorgesehen: eine von den Schrech- hilsen elugegangene Vorstellung um Erhöhung ihrer Bezüge soll zunächst der Regierung zur Aeusterung zugehen, und dann im AnS- schust mir besprochen werden. — Tas Kapitel 13, Landständc, erfordert gegen das Vorjahr 16840 Ml mehr, nämlich 158 988 Mark. Es imirde hierzu angcsragl, ob die bereits von der Regierung angeregte 6 .r h ö n g der T i ä i e n sür die Abgeordneten jetzt feste Gestalt gewonnen hätte: darüber soll bei der Regierung nähere Erkundigung eingezogen werden. 'Eine Angabe, wie hoch sich die Ausgabe iür Tiälcn an die Kammcrmitglieder zur zeil beläuft, enthält das Budgci nicht.) Tie Kapitel des Sloatsministcriums 14 bis 17, Ministerium 81 684 Mark, Auswärtige und Bundesverhällniise 45 000 Mark, 8abineitsdirek- Iion 13 880 Mk. und Qber-Reckm^mgskammer 283 996 Mark, sanden keine Beanstandung. Bei letzterem Kapitel ist eine Wenigereinnahme von 25 000 Ml. veramchlagt, da die Gebühren sür die Prüfung der Gemeinderechnungen durch Vereinfachungen im Rechnungswesen sich um diesen Beirag vermindert haben. Tas Kap. 18: VerwaUungsgerichlshos, 24 978 Mk., fordcn iür einen Bureauvorstand I.'>00 Mk. mit Rücksicht auf die durch die Gesetze jestgeleate Ausdehnung der Täiigkeit des Verwallungsgerichts- hois: die Forderung, wie auch einige iveitere kleine Anjorde-- ningcn wurden bewilligt. Tie .üap. 19, .Haus und Staatsarchiv 21 648 Mk. i. B. 37 558 Mk., weil diesmal die Summe der vorjäbrigcii Baukostcu mit 15 960 Mk. nicht henöligi wird), Kap. 20, Rheinschiftahit, 3110 Mk., .üapiiel 21, Stcrbeauariale 1.500 Mk. und Kap. 22, Porto. Tekegravhen usw. Gebühren 2800 Mk. wurden genehmigt. Peini Voranschlag des Ministeriums des Innern wird im Kap. 23, Ministerium, Ausgabe307192 Mail i P. 297 058 Mk.), ein neuer Vortragender Rai sür die Schulakteilimg angesordert: hierüber soll zunächst noch mit der Regierung beraten werden. Bo» den allgemeinen Koste» des Fonds sür Perireluiigen und Aushilsen l.Kap. 245 75 000 Mk., wurde die Mehrn'lderung von 4500 Mk. gegen das Vorjahr gestrichen. Beim Kap. 25, Regierung», und Reichsgejetzblatt usw.. 'Ausgabe 13 685 Mk., wurde die Erhöhung der Kosten sür das Regierungsblatt um 1035 Mk. beanstandet und babei auck, die Frage erörtert, ob staatsrechtlich dein Staatsvcrlag eine besondere Stellung unabhängig von der Kontrolle der landstäildisckieu Vertretung cingeräumt werden könne: es ünd hierüber noch Vcrhandluugcil mit bet jHcflietühö erforderlich. Unbeanftaiibd blieben ÄLP. 26, 'Zvrtv- u'w 117 000 Mf. (i. B. 120 000 Mk.) und Kap. 27, Hausverwaltung, 14 870 MI. Beim Kap. 28, Zentral- bauwesen. 329 550 Mt., erfolgte Streichung der MeliNorderung von .-000 Mk für die laufende Unterdaltung der Baute» im Bereich des Ministeriums- de« Innern. Dre arrgefordel-ten Kosten für Real bauten und gröftei e Verstellungen: Bibliotl, ckder Landes Universität 4000 Mt.. Erweitenrng des .vochspannungslabora- torimns der Technischen vochschule 18 000 Mk., Ecnlüprung der Zentralheizung im Olnmnasrum w Büdingen 12350 Mk., für Oihöhmi des Wasserturnis- im Philippsbvspital bei (poddelau 10 0rX) Ms., für Erweiterung des Zentralkochküctrengebäudes daselbst 17 000 Mk., in der Landes-Heil und Pflegeamtalt Heppen leim für Aufkrau eines Stockwerks ans denk Wirtschaftsgebäude U 000 Mt., in kn Landes-Heil und Pflegeanstalt Alzey tur eine Berieselungsanlage in den Bärten 5i»5»0 Mk.. im PegiernngS gebäude zu Main- für Einführung der Zentralheizung nnd eiet irischen Beleuchtung 25 300 Mk. - wurden vorbehaltlich der Prüfung und Besichtigung der Ausschuhreferenten genehmigt, ^e Kar. 29. Aichrstaatlicbe Bausachen. 30. Provinzialdireklwiien nnd Kreisämter, 31, Gendarmerie, 32, Polizei, 33, Polizeikaisen und 34, Arbeitshaus Tiedurg ergaben keine Anstände. Beim Kap. o-), Kirchen, muhte die Mehrsorderung von 2500 Mk. für tue veran ziehung der Psarr Besoldungsgüter auf Grund des neuen l^e- nceindestcuerzesetzes zugestanden werden. ^re Kaprtct ov, LnndcSunioersität und 37, Technische voch schule landen im allgemeinen Annahme, doch lollen einzelne Pviitionen ujdj mit der Regierung beivroctreii werten: mifiatlender schien der der Technischen »ochuvule der Rürkqanq dn Unterricht sgelder von 2<0 000 aul Mark. Teni Bericht des .Zinanzausschrnses nnrd eine Uedernmt über die ?freauenz der Technisch! Hochschule m den letzten lu Zähren bei gegeben werden. .. . ^ . .. Beim Kapitel L a n d esu n i vets« t a t wurde noch dre Frage erörtert, ob ein zahnärztliches o ir ft l t u t Im» zugeben sei, besonders in Rücklicht aul sitäten zustehende Berechtigung, auch hierüber den ^.oi.or- titel -u verleiben: es sind darüler noch Erörterungen um der Regierung notwendig Beim Kapitel 38, Gymnasien, Realgymnasien. Oberreal und Realschulen, soll das Verlangen der Kamnu-r nach Bereinigung der beiden T a r m st ä d t er El v m n a 11 e rt wiederholt werden. Gegen die, Trennung der Oberrealfchme und des Realgymnasiums in G i c h e n, wodurch die Anstellung ernes neuen Direktors erforderlich wird, wurden keine Einwendungen, geltend gemacht Kapitel 39, Höhere Bürgerschulen, fand kern? Beanstandung. Tre Kapitel 40—45 wurden wegen Abweienhert des Beiichtcrstatrers von der Beratung abgesebt. Ber Kapitel 46, .vofbibliothek, imrrde die Gehaltserhöhung für eine Gehilfin von 1200—1600 aul 1600 -1800 Mark qutgeheihen. Die Frag? des Rieubaus der H o f b i b l i o t h e k. bczw. des Reubans des früheren Ludwigs Bahnhofes zu Zwecken der- vofblbtlotp.'k soll mit der Regierung noch näher behandelt werden. Die folgenden Kapitel Landesmuseum, Denkmalspflege, Römisch- Germanisches Zentral-Musenm. Historischer Verein. Historische Kommission. Zentralstelle für die Landesstatistik, Geologische^Landesanstalt, Geologischer Landesdienst, Aerztlicher Dienst und Zmvf- wcfcn. Hebanrmen Lch:anstalt in Mainz, Landes Heil- nnd Pflege- airstolten bei Goddelau, Heppenheim, Alzen und Gießen. Alicestift bei Darnlstadt und Epileptische Anstalt bei Rieder-Ranstadt nmrden genehmigt. Tie Fortsetzung der Beratung erfolgt mor- gen früh. Akktritzk i« Rkichhta«. Zur zweiten Beratung des Voranschlags des Reichskanzlers beantragen die Rationalli beraten im Reichstage, den Reichskanzler »in Vorlegung eine-? Gesetzentwurfs zum Schutze des Wahlg^heimnisses gegen amtliche und private Nachforschungen über die Ausübung eine? ans Gesetz beruhenden geheimen Wahlrechts zu ersuchen. Zum Voranschlag für das Rrichsmnl de? Innern ist von der nationalliberalen Fraktion beantragt ivorden, einen Gesetzentwurf vorzulegen über den Ausbau des Bundesamts für das Heiinatwesen zu einem ReicpsamlfürdaSHei- i»ats- und Finanzwesen behufs Uebernahme der letztinstanzlichen Entscheidungen in Rertstsstreittgkeiten aus dem Wehrbeitragsgesetze und dem Beiitzsteucrgeseye Tie nationalliberalc Fraktion hat zur zweiten Lesung des I u st i z v o r a n s ch la g s beantragt, den Reichskanzler zu ersuchen, da? Rciebsreckii daraufhin einer Turckrsicht und Prüfung zu unterziehen, ob nicht, vorbehaltlich und vor umfassender Reugeslaltung größerer Rechtsgebiete, Verbesserungen einzelner Teile und Bestimmungen, die von besonderer Tringlichkcit sind, vorzunehmen waren, und hierbei insbesondere folgende Punkte ins Auge zu fassen: 1. die Behandlung der Geisteskrankheit im Zivilprozeß und im Straf» recht, 2. den Schutz der Ehre in materiellrechtlicher und prozehrechtlicher Beziehung, 3. den Schutz der Gläubiger gegen böswillige Schuldner, 4 die Einrichtung einer Mobiliar- Hhpothek mit Zwaiigseiniragung, 5, die Einschränkung der Eidesleistungen, fi. die Beschleunigung des Verfahrens im Zivilprozeß und Strafprozeß, 7. die Ausdehnung der schös- icngerichtlichen Zuständigkeit, 8. die Einschränkung des Legal stälsvttnzrps iin Sirasprozeß, .1. die Zulassung der Bolks- ichullehrer als schössen und Geschwovenc, 10. die religiöse Erziehung der minder aus Mischehen. Zum gleichen Etat beantragen die Rational liberale» die Vorlegung eines Ge- setzeniwurss, betr. Beschleunigung und Vereinheitlich u >, g d e r R e ch t S p s l c ge. Tie fortschrittliche Volks Part ei hat zur zweiteu Lesung des Voranfchlags für das Reichsamt des Innern den Antrag gestellt, das Arbeitsverhältnis der in Reichs- und Staatsbetriebe» befchäftigten Arbeiter und Angestellte», insoweit dies „och nicht der Fall kein sollte, künftig nach neuen Grlmd,ätzen zu regeln, stach diesen Gruw»- sätzcn soll keine Beschränkung der staatsbürgerlichen Pflichten stattfindeii und den Arbeitern und Angestellten die Errichtung von Ausschüssen zugestandc,, werden. Die Kün- dignngsmöglichkeiten sollen eingeschränkt ivcrden und die Gehälter und Löhne denen der Privatindnstrie gleichgestellt ivcrden Zunr gleichen Voranschlag beantragt die sozialdemokratische Fraktion, tun Reichskanzler zu ersuchen, dem .Reichstage baldigst einen Gesetzentwurf zugehc» zu lassen, wodurch alle das Koalitivnsrecht einschränkenden ansnahmegesetzlichen Vorschriften in den reiäps- und landesgesetzlichen Vorschriften aufgehoben ivcrden und seiner für alle Personen, die ihre körperliche oder geistige Arbeitskraft gegen Lohn oder Gehalt in den Dienst eines anderen stellen, das Koalitionsrecht gesichert ivird. Uns Otn Urichriagsarsschüsins. :: Berlin, 21. Fanuac. Der VuögetanSschnß setzte heute die Beratting des Voranschlags des Reichsvofianit» fort. BoiN Zentrum wurde angeregl, Be-mtcnbsttschristen erst dann zu beraten, wenn die Beamten sich »orhcr an die Verwaltung geioantst habe». Ter Vorschlag wurde damst begründei, da« die Bittschristen ihre Wirksamkeit verlieren ivenn sic in solcher Fülle wie jetzt ohne Anrusun, der Behörden vor den Reichslag kämen. Der Staaissekretär des Reichspastami» betwühlr dir Anregung Von der Einführung von Beamtenaus- ichlisscn verlvrach nch der Siaaissekreiär wenig. Der Ausschuß sprach sich schließlich dahin ans, daß die Berichterstatter jeweilig iiitteüen sagten, ab die Bittsteller den Fnstanzeniug erschövst haben oder nicht Die Bittschristen der B u r e a u a s s i st e n t c n nnd Werkmeister der Reichsdruckerei wurden entgegen dem Antrags des Berichterstatters, der 'öerückftchtlgnng bezw. Er- iväguiig iocderlc, nur als MalrruU überiviesen mil i>em Pvrbchatte rnenter Prüiung gelegentlich der Besoldungsnovelle. Beim eigent» riben Voranschlag der Reichsvostverwaliiing wurde die Beratimg mit Rücksich! aus die cinichlägige Tenkjchrist mit den im Titel -ri enthaltenen Beamtinistellen begvnncn. Ter Berichierftatier iragte, wie sich die Aiiftellung brr weiblichen Kräfte bei deil poil- äinicrn dritter »laste beivähet bade. Mail köre aus deii Reihen der Vorstände ivenig beiriedigende Urteile, und cs iei kein Zweitel, .-aß die ausichließlichc Perivendung weiblicher dtliskrätie manche Unjuträglichkeiien zur Folge habe. Ter Nnterstaatssetretär begründete die Einstellung weiblicher Kräfte in diesen kleinflen Pali- imicrn damit, daß inan trüber vielsach Pvstgeliilicn verwenden mußte, die iväier Assistenten und Sekretäre werden ivollle».. Ter Andrang zu den mittleren Beaniienstellen mußte^eingedainmt werden. Tic Einrichtung bciinde sich aber noch ini Stadiiim de? Versuchs: zurzeit würden die neueren GntachiiM geprüft: tm givßcn und ganzen habe ffch die Einrichtung bewährt. Unrichtig ei es, daß die llnterbeamten sich nicht gern von deri Gehilfinnen ntuas vvrlchrefhen ließen. In der Verwendung weiblicher -ilaste stehe Dentfchland noch weit hinter Oesterreich, England und der Schweiz znrült Rur st Prozent der Stellen feien bei »ns mit weiblichen Kräften besetzt Die Beratung wurde dann abgebrochen. Ter Ausschuß für die Errichtung eines K o I o» nialgcrichtshofes deichäiiigic sich mit dem 'Anträge des Rationolliterolc» Dr. Ju n ck, keine» besoiideren »olonialgerichts- hvl zit gründen, sondern die einschlägige Rechtsprechung eitlem neuen, l-elonderen Senate .des Reichsgerichts zu über- traien. Ter Antrag imirde insbesondere Hamit begründet, daß er die Rechtseinheit sicher stelle. Von vottspartkilicher Seile wurde er mit dem Hinweise aus die große Belastung des. Reichsgerichts »nd aul die besondere Eizenart der KoloNialrechtsiällc bckänrvsi. Ter Staatssekretär des Reichstiistizomti's bemerkte, die ganze Frage sollte eigentlich dursti die Beratung eines früheren Ausschuilcs vom Foinc lstst? bereits als erledigt gelten. Tic fetzige Vorlage sei nach den Wünfchen des damalige» Reiätsiages ausgearbritkt. Es nrülfe bei einem l-elonderen Kolonialgcrichishvi bleiben. Tie Rechtseinbkii könne man durch die Annahme eines von konservativer Seite lesteilien Antrages sichern, der bei 'Abweichung des Nvlonialgerichtsboses Von einem Grundsätze des Reichsgerichi? die endgülstge Enticheidung einem cuis Mstglicdern beider Gerichte z u s a ni m e » g e sc tzt c n besvndereii Gerichte übeistrageu loollc. Ter Antrag Dr. Iuiuk wurde dann abgelchnt, ivoraus der Aur- schuh in die Beratung der einzelnen Paragravhen eintrat. Rach deni Bcschtulsc zu 8 l soll das Gericht die Bezeichnung „Reichs- kolnuialzrrichtshvs" erholten. Als Sitz des Grrichtslwles wird in 8 2 unter Abänderung der Regiergingsvorlage nicht Berlin, sondern äpamburg bestiniint. Ter Ausschuß zur Aendcrung des .i> a » d e l o - geletzbiichs hlell higite seine 24. Sitzung als Schlußsitzung ab. Aul die beantragte Schlußabstimiming über die Beschlüsse zweiter Leiung lourde wegen des Widerivinchs der Sozialdinnokraic» ver zichiet. Einzelne Miiqliedcr behielten sich bezüglich des Kvw.vro- misses über die Äonkurrcnzklausel noch Abänderungeanträge sür das Plenum vor. Der Ausschuß zur Beratung der Gcwcrbeord- nnngsnovelle setzte die allgeineine Erörterung fort. Ein Sozialdemokrat bestritt die Rotwendiqkeii zum Einschreiten gegen den Dausierhandel. Ein Volksvorteiler trat dafltt ein, daß die Anlikonzevttonsmittel vollständig aus dem Hausicrhgndel entfernt werden müßten. Die übrigen Redner schloste» sich der letzlcisn Ansicht an. Ein Regierungsverttcter gab Darlegungen über digt dausicrhandcl mil Rohbcrnstein. Ei» Mtlglicd der Wirlschast- lichen Bereinigung beantragte, auch tzerrenftolse vom .shansier- handcl ausrnschließen. Der W a b l p r üt» n gs a u s s ch p jh erklärte die ovin Die num zur erneuten Prüfung zurückverwicsene Wabl des Abgeordneten von Dnleni (Rp., 5>. Maricnwcrdcrl ivicdernm stir ungültig. Sn» ttckWch«. Steuerhinterziehungen Die Abgaben der Vermögens st cuererklärnngen z>lm Wehrbeitrag au die Großh. Finanzämter haben, wie man von zuständigen Stellen erführt, zu überraschenden Ergebnissen in Bezug aus Steuerhinlerziehünqen geführt. Es sollen ganz erhebliche Summen zum Vorschein gekommen sein, die bisher für die Veranlagung zur Staats- und ltzrmeinbesteuer nicht herangezogeti werben konnten, da sic der Steuerbehörde nicht betamit waren. Die Furcht vor einer hohen Rach- bestenerung hat bisher wohl manchen davon abgchalteii, sein Vermögen m seinem richtigen Steuenverie anzugrben. Der Umstand aber, daß bei der jetzigen Bermögenssteuer- ertlärung znni Wehrbeilrag alle früheren Steuerbinler- ziehnngen straflos ansgehcn und leine rückwirkende yeran- ziehnng stattsindet, hat manchen au? Furcht vor einer späteren Bestrafung bei einem evtl Betanntwerden seines Vermögens veranlaßt, seine Papiere aus deili sichere» Versteck hervorzuholen und deren vollen Wert zu deklarieren. Die Stenervehördkli werden wohl einen kleinen Aerger hierbei zu unterdrücken haben, da sie stillschweigerw die bisherigen Steuerhinterziehungen annehnien müssen. Doch köimen sie sich mit dem Trost absindcn, daß die Veran-l lagung zur Wehrsteuer auch deur Staate und den Gemeinden einen großen Vorteil bringt. Utmfdx K«!oni ch n u n g c n. 'Anläßlich des preußischen Aröntnigs- tnid Ordrnsfcstes wurden vom König von Preußen, außer den bereits gemeldeten, noch solgende Orden verliehen: Der Rote Adlerordcn uveiter »lasse mit Eichenlaub : Dr. v. Loehr, Großh. hesftsäser Kammerherr. Vortragender Rat iin Auswärtigen Ami, der Rott Adlerorden dritter Klasse nni der Schleife: Laurh, Präsident der Eisenbahndirektion in 'Mainz, der Rote Adlerorden vierter Klasse: v. Baumbach, i>aüptmmm im 2. Großh. .Hess. Fcldarttlleric Regtnwnt Rr. lil, v Becker. Rittmeister im I Großb. Hess. ltzolbcdraqoncr-Regiment Rr 23, Ewald, Hosrat, Legattonskanzlist bei der ttzesandtschaft in Darmstadt, Herrmanu, ioausstinann im Ins Regt. Nr 118, Frhr v Rcchenbcrg, Rittmeister beim Stabe des Train- balaillonS Nr. 18, Re hm, i»mptt„sbanttrellc ,n Dermnstodl; der Kronenorden vierter Masse: Auerhahn, Eisenbahngriter- vorsvehei in Mainz, das Vepdienftkreuz in Gold: Braun, Eisenbalpilolomotivführer sn Gießen, H e i l m a » n, Eiscn» lahnzugsührcr in Gießen, Hörster, Eisenöaftnlokoinottv» sllhrer, Menke, Eisciibahnlokomotivssthrer ln Gießen, O t l, Eisentahnlolvinoiivsührer tt, Gießen, Sartor, Eisenbahn» kanzleiinspcktor in Mainz, Schäfer, Georg, Eisenbadi,» iolomolivftihrer in Mainz-Kastel: das Allgeineine Ehrenzeichen: Beck, Feldwebel im Ins.-Regt Rr. 118, Horn, Garde»nterossizier in der Großh. Hess. Gardeuntcrossizier- >ompagnie, Klein, Vizewachtmeister im Leibdragoner- Regiinent Rr. 24. ** I m Auftrag der h e r für das Groß » li erzogt n m Hesc ». LanSwiitschaltliche Vorträge finden statt : Sonntag, den 2n. Januar, nachmittags 3 Uhr, in O st h e i in im oiaiibaus« von P Ea neider IV. Vorirag über: .Rationelle Jnng- viehaivznciü nnd Fi.iternog". Oekoiiomierai S v i c ß - Friedbcrg. — Zn Verleiben Zeit in ttomberq iOdeehefseni iin Gasidause vo» Lndwig Helm, Doriraa über: .Rationelle Ziegenzucht", Großh, Landivirllchaitslehrer Dr. L » » g - AlSield. " Der Verein der K U n st! r e :> » d e in den Ländern am Rhein wird vom Mai bis September in Siuitgarl eine groß« NnnÜansilcllung auch aus den Verbandsgcbieicn der Selnveiz, der V'alz, Hclien-Rallau, H e I j c n - D a rm li a di, Elsaß.Loliiriv,-,!, Rheinprovmz nnd Krstlalen veranstalten, die Gemälde, Plastik und aravbische Arbeiten umiaßi. Franenverein. Ter durch sttnc i»r Oktober vorigen Jahres hier ^algebolteiie Tagung wohlbekannte A l l g i - nj c i u e Deutsche Franenverein und der G e in c i n d c s r a u c n- verein Gießen veranstalte», „ächtttu Sonntag beginnend. Vorträge über B ü r g c r k u n d e, die Professor Tr. Bogt übcinviiimen hat. Landkreis Gießen. Treis a d, Lda., 14*. Jan. Anl Beranlaliung des llricqer- vereinS hielt aellcr» nachmittag RechiSanwali S cd e e r-vauterbach einen aiiSlöhrlichen »iid geiiieinverliändlichsn Vortrag fider „Das eheliche Güter- nnd E r b r e ch l »ach d e in Bürger- IicheiiGeleyb nch". — Tie FeldbcreinigungSar beiten i» unserer Gemarkung find bereits jcho» etiva siebe» Jahr« in, Gange nnd gehen a llniä hl i ch ihrem Ende entcjefleii; das beweist das Eintressen der Grenzfieine für das Wegeneip Ti« Ar- bcilen gehen zum große» Leidwesen der Bclciliglcn recht langsam, vorioärts, und es iverden voranssichilich bis zur Zuteilung der neuen Grinidüncke immer »och 2—3 Jahre dransgeben. — Grünbcrg, 22. Jan. Wie uns die Kaisettichc Ober- vostdirettion Tainnstadt mitteill. ivird vom l. Avril 1914 ab sür leben an das Orts-Fernsprechnetz in ltzrunberg lHesse»: hcran- gcsühtten Anschluß, der nick» weiter als 5 Kilometer von der Bermittelungsstellc entscrnt ist, eine Jahrcspauschgebühv von 8 f* M ar k erhoben Für die vorhandenen ?lnichlüssc oer- lingeri sich ionist von diesem Zciipnnkie ab die Pauschgebühr von 100 Mark au> 80 Mark nnd die am l April 1913 cnige- sührtc Erundgebührenzahlung iomint in Wegfall. In deii An - schlnßiiiimmern tritt ans diesen! Anlaß eine Acnderung nicht ei». Kreis Büdingen. ll. V ü d i n g c n , 20. Jan. Gemcinderatsiitzu n g. Var Eintritt in die Tagesordnung berichtet Gemeinderat St l e i n über ein int Kreisblatt erschienenes „Eingesandt" die Büdinger Wasserleitung betreisend. Er' führt aus, daß cs unzwcrsel- lnrst seststebt, daß nickst nur in den böher aelegenen rstadttciler» das Wasser mangle, sondern auch in de» nieder geiogenen Wotm- hänscr» das Wasser fehle. Er ist der Ansicht, daß unter alleit Ilmiläiiden ciivas in der Angelegenlstit geichkhen müsse, die entstehenden Kosten sollten dem Fonds, der im Voranschlag sür künftige Einquartierungen vorgciebcn ist, entnommen werden. Ein Aeichluß kommt sür heute nicht zustande, doch wird die An- gelcgcnhcit. die wirklich dringend erscheint, in einer der nächßen Gemeint eratssitzungen zur Tagesordnung gestellt ivcrden. — Bei der Reuvilastcrring der Bahnhosstraße n»arcn last allen Gebäude- dcsitzcrn durch Reparaturen an den Zugängen zu ihren Grundstücken Kosten entstand!'». El» Hausbesitzer sordcrt Ersatz von der Stadt. Ter Gknieinderat lmt dieses unter Hnttveis an» die Bestimmungen in der allgemeine» Bauordnung und des Ortsbem-- siatiiiS abgelehnt. Das Großh. Kreisamt ivar hierzu um ei» Gutachten gebeten Ivorden. Dieses itzniachten liegt vor. Danach wird dem Gcmttnderal empsohlen, iveiier aus seinem ablcbncn» de» Staiidviinkl z» verharren. Es ivird demgemäß beschlossen. — Tic Errickstung ttncr Ortssatzung über Erhebung einer Filialfteucr in Büdingen ivird beschlossen. Maßgebend sür den Entwurf soll die Ortssatzung von Butzbach sein. Tie Bürgermeisterei ist beauftragt, bei der dortigen Bermaitnng Erkundi qungcn cinznzichcii, welche Ersahrungen mir der dortigen Ortssatzung bis letzt gemacht Iviiidcn. — Als Vertreter zu den Versammlungen der Bezirkssvarlasse Büdingen wird Bürgcrmttsttr Fendi, als Stellvertreter Gciueindsrat Klein gewählt. Tic Arbeiten zur Herstellung der F-ußftcige in dce unteren Bahn Hotstraße werden der Firma Friedricki Zipf u. Söhne-Gctnhausen gemäß dem Voranschlag und den Preisen im Angebot übertragen. — Tie Erbauung einer Leichenhalle dicht an dem Fried- hoi wird dem Vorschlag der Kirishauinibeklion Büdingen cnt- svrcchend beschlossen. Ter Gcnieinderat besteht daraus, daß die genehmigte Bausumme von 4000 Mk. nicht überschritten wird. — Ten Änkaui des elremals Knafichkii Hauses in der Kroncgaiie für die Stadt lehnt der Gemeinderat ab, weil ein Bedürfnis nicht vorliegt. Kreis Alsseld. Die BahnhofSauIage in Alsfeld hat schon oslerc Beunrnbigungen in der Stadt Alsiel» herooii- gcruic» »nd auch, wie uns getchrieben wird, jetzt nfieder, du«« die zurzeit schwebende Enteignung von Gelände der Firma Gebr. Wallach. Kommt doch hierbei eine istesamtiorderung der genannten Firma von 417 000 Mark i» Betracht. LüeNn wir auch nickst anncbmen können, daß im Eiitcignungsveiiähren diese bohe Summe bezahlt^ wird, so wissen wir doch noch nicht, wie viel niedriger sich diese Summe stellt, und da die Stadt ?llsseld, wie bekannt, mit rz bei deni ftaglichen Gi'ländcerivcrb beteiligt ist, so bedeutet die Wallachsche Forderung sür die Stadl eine Anforderung von etwa 140000 Mark, eine Snmnie, die für die Stabt Alsield um so schwerer in die Wagschale fällt, da sie in letzten Jabren durch die Schulhausbouien usw. eine ganz bedeutende Lchnldenlast bekomme» hat. Die Steuerzahler werden cs demnächst schon merken. Der i-tadtverlretung soll btt der Festsetzung des zweiten Bahu- hoisvroiekts bahnstttig die Berticherung gegeben ivorden sein, wenn sie^hrc Zustimmung zu dicscni Protest iBabnhossoerlegnnq nach der Stadt! gebe, itzelände aut der Gcgcnstttc. on> Wallachichen «agewerkplatz entlang, nicht ettordcrlich sei. Run hat sich aber hcrausgeftellt, daß trotzden, noch Geländ,' aus dieser Stttc nötig ist und nachdem das Gelände auf der Siadlittte ans Grund der Kaulabichlüiie I,sw. schon die Summe der stöberen Wallachschen Forderung iure «ägewerk nicht unbichentend überschrttttt, so itt die Rechnung, die die Bahn der Stadt gemacht bat, wie so manche andere, anders und zu unguniten der Stadt ausgeiatlen. „hat die Stadt Alsield zu allem Uebcriluß. UNI drin „vcrittcktcn Bahnhoi, der »ach dem neuen Proiekl sich bis znn« Egncttchen Bentz legt, tteier zu gestatten, auch noch die Ohlei für 2»-»euc Z-ttuhrltratze gebiwdit. Wenn nun leiten* Cur 3tubt AlSwld »u guter Letzt iwch verlucht wird, durch Schließung des ,!eller Weges Austamckgelände für dos Wallachs»« Gelände zu bewmmeu, io itellen sich angesichts der damit im Zusammenhang ftclrenden vocdit-rahe u> große «djtoicriqf eiten entgegen, daß auch die Aussichten m die,er Beziehung recht zwciselhastcr Art sind. Ed mutz deshalb immer nnedar gefragt werden, warum die Erweiterung des BahnhvsS nach der Stad, tun erfolgen rauft. iJBeim hierzu o^e hohe Forderung der Firma Wallach Veranlassung gegeben yaoeir sollte, ^ann rst es nicht zu begreifen, daß nuin nicht chon «rni eritcn Prvickt die Enteignung cingellitet hat. Wir sind fest davon Überzeug,. das; die Stadt «lsield l„ diesen, Falle viel toeld gclvari lwttr und was besonders »> BeiraMl loniini, die Er werlcrungsmvglrchkett wäre obm- loeitercs vorhanden gewesen. Wenn demnaäilt wieder einmal eriocitcrl werden muß, kann dies nur nach dem Wallach,chen Lagewerk hin geschehen. Auch in der Richtung iiach Grcßen hat n;an die Erweilcrniig nach der Stadl vorgesehen und anstatt das Sondermann und Blick,ngsch« ldelände, iür welches 35000 Mark gefordert waren, anzukanieu, wurde gegen über das Heidelbachrche Anweien kür 34UlX> Mark erworben und um das notige Terra,» zu gewinnen, mutz weiter noch das vor einigen Jahren nenerbante Bahnmciftcrhans im Werte von etwa 30 000 Mark entkernt werden. Nun mögen sich die Steuerzahler Alsfelds ihren Per» dazu machen. B. Ruhlkirchen, 21. Ja» Ter 13jäyrige Sohn des Bäckermeisters Setzer geriet beim Fulrerschneiden init der rechten Hand in das Oietriebe der ö ä ck fe l m a s chi n e Er verlor dabei den Zeigefinger, während der Mittelfinger stark zerquetscht wurde. Kkrris Lchotrcn. L Hartmannshain, 20. Ja» Ass heute ,n>„ag ein l^spannlcr Schlitten IN raschem Tenwo unierhalb des Ortes IN die Strohe nach Dolkaltshain cinbicgen wollte, welche hier eine kurze Kürvc beschreibt, schlug der Schlittel, mit seinen vier Insassen um. Das hierdurch scheu gewordene Pserd raste in tmldem Galopv davon und kanntc erst in Volkartshain eingesangcn^werdcn. Schaden lial dabei niemand erlitten Demselben Schicksal preisgegeben war Bärkermeister Hch. I o st II. aus L>crchenhai„. Doch dessen Pserd blieb sieben, und mit hisse >nderer konnte Jost seinen Weg bald sortsetzcn. > Kreis Wetzlar. -*• Lützellinden. SI. Jan Die I e l d b e r e > „ i g u n a s. , arbeiten iür die bielige Gemarkung gehen i'ren, Ende zu Dis neue» Parzelle» sind den Eigenlümeru bereits aiigewielen »nü dies« werden sie im loiüende» üalne z„„, ersten Male adernten Ten Wegebau bat der SpezialauSschuß Wehlar de» Maiirermeiiter» lÄümbel-pörnsbein, und Paßbach lind Alleiidvrler-Lützellindei, über* tragen. Auch in, Dorse leibst weiden einiae chansüerte Wege angelegt. Aber direkte Derbinbinigswege mit de» Nachbarorte» sind durch die Zusammenlegung nicht geschossen worden, nach varnS- beim nicht, weil die Gemarkung Groiien-Linde» sich zwischen beide schiebt Es wäre sebr wünscheriswert, wen» die Gemeinde diese» Verbindungsweg sorliühre» würde. — In der Zeu vom Id.—22 Januar sollte hier durch Odilbaulehrer Http aus Wehlar ein O b st b a u k u r s » S für Lützellinden n»d die benachbarte» Orte abgeballei, werden. Wegen der ungünstige» Wittelimg »iuhlc er bis «ist weiteres verschoben werben. Hessen-Nassau. 0 Bieber b.Rodhcim. 21. Jan. I» der Obersörsterei Strupbach wurde am Montag für den Schutzbezirk Bieber und Haina di« erste .H o lz v er st ei q e r u ng abgehalten. Tie Pr eise waren verhältnismäßig sehr hoch. Bucheu- scheitholz kostete durchschnittlich 1l Mk. und Buchenknüppe! KMk. für den Raummeter. Auch das Nutzholz war sehr begehrt, Jichtenstangeu und Stangenholz kamen über die festgesetzte Taxe, mir Eichenstümme für Schreiner und Wagner geeignet, waren preiswürdig. Gcricbtslaal. w. Frankfurt a. M., 21. Jan. Bor dem Schwurgericht begann heute die Berbandlung gegen die Brüder Hugo und ftuiio Schalten wegen KrankenvcrsicherungSschwindcls. Sic batten in den letzten Jahren verschiedene Krankenkassen gegründet, so die Südwestdentsche Versicherungsanstalt in Frankfurt a. M., die Mittelrheinische Bcrsicherungs-Gcsellichasi w Wiesbaden, die Rohal-Renten und Veriichernngsanstalt i» Darmstadt. Tie 4>>riin= düngen erfolgten mir, um sich selbst zu bereichern. Die Mitglieder erhielten in den seltensten Fällen Krankeilunterstützung. Denn alle Mitglieder wurden von den Vorständen der ls!escllsa»astc», das waren die beide» angcNagtcn Brüder, im ErkrankungSiallc immer in ein Ärantcnhaus cingewicsen. Wenn die Mitglieder dann nicht in das Krankenhaus ginge», verloren sie alle Ansprüche an die Kasse. X. Hanau, 20. Jan. Vor den. Schölle»geeicht hatte sich der.Mehl- und Getteidehäiidler M a nIre d L o e b e >i st e, „ zu verantworte», Ser von ihm z»n> Berka»! gebrachten Kleie Olive»»,ebl, Maiskolbenlleie, MaisstengelmeA, Erdnußklere ». o ui. beigenilicht hatte. Er entschuldigte sein üandelu >»ii der Notlage der Landwirlschast sinolge der ungewöhnlich l,eiben Witterung. Das Urteil lautete aul 2500 Mk. Geldnra'e. Ferner l,atte sich vor dem Schöffengericht ein Kaulions- »nd Warcnschwmdler, der Maler Wilhelm Ubland aus Bisüngen an der En, zu verantworten. Er hat die Gepüogcnbeu, sich Muster und Ware» schicke» z» lasten, die er daun schleimigst in seinem Interesse verwertet. Auch such, er Angestellte zl, engagieren, doch ist es ihm hier nur um die Kaution z» tun. Pente war ihm zur Last aelegt, verschiedene Firme» u> Karlsruhe, Franksurt, Kassel, Duisburg, Barmen, Kitzingen, Berlin und Haua» in der gedachten Weise m» gröbere oder geringer« Beträge betröge» zu baden. Das Urteil laulcle ans drei M o - a t e Gefängnis. Berlin, 20. Ja» Vom Landgericht III. wurde der frühere Angestellte der Siemens-Tchuckert-Werkc, Karl Richter, der sich Erpress»,igsveriuche gegen die Firma ichuldig gemacht hatte und wegen Diebstahls zu 2 J a h r k » Zuchthaus unh 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. Riäncr hatte aut Grund gefälschter Zeugnisse eine Anstellung bei der Firma erlangt. Er ist wegen Diebstahls und llrliindensiilseliung schon vor- bestiast. AlS Tiicktionssclreiär der Siemens -rchnckert-Tochter gesellschoft in Tokio eignete er sich Briese an, aus denen Inrvar- geben io», daß die Firnia hol>c javanische Marineossiziere nnt „klingenden Zuwendungen" bedachte und in Java» 30 bis 40 Prozent l illiger als in Deutschland verlause. Richter haiie das Angebot gemacht, die Briefe gegen 50 000 Mark der Firma miede, zumstcllen. Berlin, 20. Jan. Ter Terniin zur Verhandlung gegen den Glasen M i e l z » » s k i ist ans den 23. Februar anberanmt. Die Verhandlung soll IN Graetz statksindeii. _ Universitäts-Nachrichten. Der Marburgs r Philosoph, Universitätspi osrssor Tr. Paill Natorp, begeht am 24. Januar seinen 60. Geburtstag. — In S e i d e l b e r g ist am 20. d. Mts. der einer, vrd. Professor der Mineralogie und Geologie au der üor- ttgeit Universität, Geheünrak Tr. phil. Harro R o s e n b n s cli, im Alter von 7K Jahren gestorben. Tr. Oscar Loki» Ivurde zum vvlwracproscss«, für Pslon zcnchcmie an de, Universität München ernannt. — Dem Bibliothekar an der Technischen Hochschule zuP > es lau. Piosessor Tr. vhil. Wilhelm Molsdorf, ist der Titel Obrrbibliothrka, verlicbeu nwrdcn. — Ter ordentliche Professor der Physik und Mathrnuni, am Lyceun, zu Eichstätt, Geists. Rat Franz von Sales Rvm- st öek feiert am 22. Januar seinen 70. Gcbnrtsiag. CnitictiüTAbrt. Frankfurta. M., 20. Jan. Tie Gothaer Waggon-Fabrik, die seit vorigem Jahre mit großen, Erfolge den Flugzeugbau ansge,rammen und von den großen Preisen dev Nationatslugspendc den zweiten und dritten Preis erkalten hat, bat der» Meteoro- log,sä»-geophi,s>kal,scheu Jnstittlt des phpslkalischrn Vereins hier in Anertenimng der bei diesen Flügen gegebenen meleotologischcii AuSlünste eine erhcbtiärc Tnmme f ü r d a s T a » n u s Observatorium überwiese» M n „ ch c ii, 21. Jan Heute vormittag ist ans dem Flug platz der^ Fliegerslnlion Schleiß heim der Unlerossiziers- slieger Schweißer aus Nürnberg beim Nehnien einer Kurve aus einer Höhe von 35 Metern abgestürzt. Er war sofort tot, daS Fliigzertg ivurde völlig zertrümmert. vermischte«. *■ Gefahren des Tchneehallens. lieber einige gc fahiliche Augcnverletzungcn durch Schncehallen berichtete im vor, gen Winie, Tr. Feiär in der Berliner klinischen Wochenschrist. Be! einem Knaben trat sosort nach dem Wun aus dem beiressendcn Auge Schsechtsebcn aus, das durch eine Ablösung der Netzhaut in, Innern des LlngapselS ocranlaßl worden >oar. Tabes ließ sich äußerlich an, Auge oder i» dessen Hingebung teinerlei Perletzniig Nachweisen. Be, einen, andern Knabe» trat sogar eine lotalc Trübung der Linse ein. Lluch hier war die Geioaltwirkung äußerlich Nicht anders als durch einen tlelnen Riß in der Regenbogen haut nachweisbar. Diese Fälle, so selten sie sind, mögen doch letzt wieder einmal daran erinnern, auch beim Schncehallen vors>ä>- ttg zu sein. Ties ist bcsondeis an solchen Tagen angezcigt, wo der Schnee die Neigung zeigt, sich zu stcinhartcii Äugeln ballen zu lassen. Trc Freude a» einer srisch-sröklichen Schnccschlacht möchten wir unserer Jugcnd natürlich nrchi trüben, aber alles mit Maßen i Tie erste meiste Frau als Gcisho. Eine Engländerin, die eine Zcitlang als Lehrerin im Tienst des Gencial- gonoeiricurs von Korea gestanden bal und dann bei der Polizei von Sapporo angeftctlt war, bat sich setzt einen neuen, bisde, „och nie von einer ivcißen Frau ausgeübren Berns erwählt: sie ist Geisha in Potoixima geworden. Als sie um die Erlaubnis zur Ergreifung dieses BerriscS bei den Behörden cinkam, erschien das Gcluch so ungewöhnlich, daß die Bcaiiitcn der Eingabe gar keine Beachtung ichenkteii, weil sic cs Mit einer Geistesgestörten zu tun zu haben glaubten. Das Gesuch wurde aber in dringlicherer Form wicderhvsi. und da zur Ablehnimg keine Veranlassung oorlag, ivurde es bewilligt und die neue Estssha dann mir alle» Formali- iälen in eins der Gcishabäuser von Pamowpa eingesührl. Ter Geishaname der Engländerin wird Lena sein: sic kennt alle Künste dieser Mädchen, spielt vonrcsslich die Samiscn und spricht fließend japanisch. * D l c A n l e i be. Ten geschästlichen Scharssrnn seiner Gattin lrat ein Ehemann »o, kurzem brwundrr» gelernt. Seine Fra» tani zu Weihnachten, wie da» so üblich, mit der Bitte NM inehr Geld. Vielleicht könnte er ihr bi» aus weiteres ein Zwanzigmarkstück leihe». - „Adel das kriege ich ja nie wieder," protestierte der Gatte, „es ist nicht das erste Mal, daß ich dir Geld geliehen habe." „Wetten wir um zwei Mark, daß ich dists im Januar wiedergebe?" Ter Gatte beeilte sich, die» sportliche Angebot anzunchmen. Vor tvenigcn Tagen stand die Gattin tiefbetrübt t>ov ihrem Mann. „Sctmtz, ich babe die Wette verloren. Hier hast di> deine zwei Mi i dem Pudli ln in. Ter Zaubcrkümller im Variete wendet sich an das Publikum: „Und jetzt, Herrschastcn, mochie zu meinem neuen Experiment irgend ein Knabe aus dem Publlkuni zu mir herausbommcn." — Ein kleiner Junge ivagt sich schüchtern hinan,. „Säwn, kleiner Freund, nicht walzr, du hast nüch doch noch nie vorher gesehen?" — „Nein. Papa," sagt das Kind aus dem Publikum. * Ta» Nötigste. Mr. Snip, »er sein neues Auto selbst sührt, Hot aus der Landstraße eine Panne und arbeitet im Sckuveißc seines Angesichtes an de, Ausbesserung des -Schadens. Ein Marm der vorüberkommt, fragt hilisbercit: „Darf ich Ihnen zur 5gilfc kommen, loa» ist das Nötigste?" — „Ach. bitte, beantworten Sic doch die Fragen meiner Frau, während ich die Maschine in Ordnung bringe." Mirkte. tb. Gieße», 21. Ja». Der aestriae B i e l> w o r k t zeigte eine» etwas arößeren Borrat ols der erbe Jannnrmarkt. Es ktanve» z»n> Berkanl etwa 750 Stück Großvieh sowie 400 Jungtiere und Kälber. Beim Vorniarkt >vie bei», Hauvimarkt war das Geschält ruhig, bei etwas gednicklen Prei>» in aste» Biebgaltnngen, außer in letten Rinder», die gnte Preise dielten. In lrilckniielkende» und tragende» Küben, lowie in selten Kühe» fehlte es nti Önalttäls- luaie. Kälber waren nur zu billigen Preßen an den Monn z» bringe» Der Markt war außer vou rdeinilcheu Einkänler«, die leite Kübe kaulten, mebr vou kleinen Provinzbandelslente» besucht, die keine hoben Preise anlege«, und auch, wert ne tleine Pollen kan>e», die Preise nach oben nicht bceinslnnen können. Tie Ber- känler klaaen, daß sie z» den leßigen aesunkeucn Notier»»aen nichts verdienen, iondern sogar znlegen, iveil Biel, bei den Produzenten imnier noch zn hoch bezahlt iveiden »uitz. Es wurden gebandelt da? Stück: Milchkühe >. Onalität nicht au, Markt, 2. Qualität Alk. 450—525, 3. Qual. Mk. 380—420, junge Rinder und Stiere je nach Aller »»ü Form Mk. 160—230. Bezahlt wurde für den Zentner Tcdlachtaewicht: Fette Rinder 1 Qualität 'Vit. öi—94, Qnal. Alk. 89—91, leite Kühe I. Qual, nicht n>„ Markt, 2. Qual. Mk. 74 bis 78, 3. Qualität Alk 89—71; Kälber I. Qualität Mk. 87—90 tetnzelnc schrvcre Tiere wurden von We&eiin- Metzaern bis 94 Mk. ar.gefoii't), 2. Qnalltät Alk. 84 —8V. Der Kälbervorrat ring nach Frankfurt a. 2kl. Nächster Markt 3. und 4 Februar d. I, — Die Preise, welche die lbicßener Mehger seht für Schlachtvieh anlege» müsse», stellen sich: Ochsen Alk. bö—97, Rinder Mr. 90—94, Kühe Alk. 74- 77. geringere Ware znr Wurspabrikation Mk. 70 73, Bullen für den gleiche» Ziveck Alk. 84—85, Kälber schwere Tiere Alk. 90—96, leichtere Ware Mk. 88—90, Schweine Mr, «8-69. Danen Mk. 60—64 lür de» Zentner Schlachtgewicht. KL. Wiesbaden. D i e h h o I -M a rk t b eri ch t von, 2l. Jan. üluftvieb: Rinder 76 (Cfhieti 22, Bullen 10, Kühe »nd Färsen 44), Kälber 197, Schake 32, Schweine 417. Brest« Iür 100 Pld. Keschäsl mitlel. Lebend- Schlacht- L cki e r. gewicht Bollfleüchige, ausqemästele, böchsien Schlacht- All. Mk, inertes tut Älter von 4—7 Jahren .... 50—57 89—90 Junge, fleischige, nicht aiisgemästite imd ältere ausgemästete............ 49—53 87—95 Maßia genäbrte junge und gilt gegenährte ältere...........-15—48 80—86 Suiten. Bollsleiscknge, ausgew., böchüen Echlachtw. . . 46—48 78—83 Boll fleischige, jüngere........ . 42—45 "0—76 Färse«, Kühe Bollsleifchiae »»«gemästete Färse« höchste» Seblachtwerte«........ , . 48 —83 85—94 B oll fleischige ausgemästet- Kühe höchsten ÄHIachtwerle« bi« ,« 7 Jahren..... 39—43 70—7 i S'fUete ausgemästete Kühe und wenig gut ent- ivickelle ,ü»gere Kühe......... 44—47 77—84 Mäßig genähtte Kühe »nd Miese»..... 34—38 65—89 Gering genährte Kühe und Färsen.....31—53 58 —62 Kälber. Feinste Mastkälder...........*9—72 115—12» Mittlere Mast- und beste SaugkÄbec ... 61—«5 102-10* Geringere Alast- und gute Saugkälber . . . 53—58 90—98 Geringe Sangkälber.......... 48—52 89—87 Schase. Weideniastlchaie: Mastläninier mid Alasthammel .... 43,-»—44,0-: 90—92 E ch io e i n e. kollsieischtge Echivetue von 80—100 hx Lebendgewicht .........• . . . . 547,-6* 70-71 Bell fleischige Schwelne nnter 80 lcg Lebendaewicht 54-567, 69—7» Bollsteischrge Schweine von 100—120 Icx Lebend- gervicht............. 58 57'/, 70—72 Bollfleischige Schroeine von 122—150 üp Lebend- gen'icbl..............544)5 68—00 Fettschiveine iiber 150 Lebendgewicht . . 490,-51 62—64 Limburg fl. ». Lahn, 21. Ja». Fruchtmark!. Durchschnittspreis vro Alalter, Roter Weizen che kclitzionsgemein-t. Sottrz-irnst m -er Zyna-d-e (Süd-Anlage), Samltag, den 2 4. Jan» ar 1914: Borabend: ».«<) Uhc. AlorgeiiS: !>.Y0 Uhr. Feier des 6»eburt«tagcs Sr. Majestät »e» Kaisers. Nachmittags: 3.30 Uhr. Sabbaiausgang: 5.5» Uhr. Irraelilljche Ueliqiolizgtsellschast. O«tte»dieast. Sabbatleier am 2 4. Januar 1914: Freitag abend 4.40 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr, Feier »es Geburtstages Lr. «i. »es »entschen Kaisers. Previg«. EamStag nachmittag 3.30 Uhr, Sabbat-Ausgang 5.55 Uhr, Wochengottesdrenft: Alorgens 7.00, abends 7.30. Meteorologische veobachtuogen der Station Sieden. Jan. 1914 fo| | 5 s £ Z t LZ ii l§ *& Bf 8 li| Wester 21 2’* 74^,8 - 4.7 2,4 75 NW 2 io 21. i>" 749,5 — 8.2 90 NW 2 1 7 50,4 -10,0 2,0 91 NNW 2 0 Höchste Temperatur ani 20. bis 21. Januar 1914 = — 4,3 '6 Niedrigste , . 20. . 21. , 1314 = — 8,8' , Niederlcblag: 0,0 mm.__ Die ccbte Scotts Emulsion nachzumachm, wird vielfach versucht. Mit ivclckscm Erfolg, zeigt ein Vergleich des Originals mit irgend einem der Ersatzpräparalc. Schale und äußeres Gcwaud trifft man Wohl, aber den Kern, das, worauf es ankommt, nic- mals Dazu gehört eine Erfahrung von fast 40 Jahren, auf welche die Heyteller vv» cottö (f muljion zurückblickm, dazu gehört vor allem das nur chnm dekaimtr Scottschc Verfahren. , Somit auch hi« vop Dachahmungcn loifd gciparnt I Färberei Oebr. Rover a -«»»» Clienii»< Ue« Reiiiijrei! u. Fttrben r»n Unmea-, Herren* o. Kind©i f»nlere^,TerhäR?e». Deeken, Teppichen, Pertiereii, Fellen, Spilren, Federn, Reihern. KindenufHxen. »iÄndvhnhen etc. Zirka 1000 Angestellte.. Einrichtung und Organisation rniserer Werke sind in der ge>anilen Fachwelt als in qgtmrüLii; «nerk^nnt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die überaus zahlreichen .Blumenspenden hei dem Hinscheiden meines innigstgeliebten Gatten, unseres liehen Vaters, Schwiegervater», Bruders, Schwagers und Onkels Herrn Carl Georg Kleinhenn sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten innigsten Dank. Insbesondere sprechen wir noch herzlichen Dank. acn Vereinen für die erwiesenen letzten Ehrungen aus. Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. Namen: Anna Kleinhenn u. Kinder. Giessen (Bahnhofstr. 59), den 22. Januar 1914. 1196 CARLZIMMERMANN 4 SCHREINEREI SARG-LAGER 'X Uebernahme von Erd- u. Feuerbestattungen * Neuen Baue 15 Neuen Baue 15 *■- rnr Bneisiesig. 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Es wird zur Beschlußfassung über die Bei- behalnmg des ernannten oder die Wahl eines anderen Perwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretenden Falls über die in § 132 der Konknrsordnung bezeichnelen Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Donnerstag, den 19. Februar 19x4, volmiiiags 9>/„ Uhr, vor dem Unterzeichneten Gerichte, Zimmer Nr. 3, Termin anberaumt. Alle« Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkurs- masse etwas schuldig sind, wird ausgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabsolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum >2. Februar 1914 Anzeige zu machen. ni7B Großherzogliches Amtsgericht in Gießen. Konkursverfahren. lieber das Vermögen des Schreinermeisters Philipp Arnold von Rödgen bei Gießen wird heute am 20. Januar 1914, nachmittags 5 1 , Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Der Rechtsanwalt Peters in Gießen wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkurssordernngen sind bis zum 12. Februar 1914 bei dem Gerichte anzunielden. Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschnsses und eintretenden Falls über die in § 132 der Konknrsordnung bezeichnten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen ans Donnerstag, den 19. Februar 1914, vormittags 9 Uhr, vor dem Unterzeichneten Gerichte, Zimmer Nr. 3, Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkurs masse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschnldner zu verabsolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie ans der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 12. Februar 1914 Anzeige zu machen. u 16B Großherzogliches Amtsgericht in Gießen. Das Ecke der Bahnhof- und Schnlstraße gelegene reichseigene Postgrundstück in Friedberg (Hessen) Flur II Nr. 348*/,„, Flächeninhalt 714 qm, Schätzungswert 94000 Mk., soll am Samstag, den 14. Februar d. I., 11 Uhr vormittags, im Amtszimmer des Unterzeichneten öffentlich versteigert werden. Das Grundstück ist mit einem zweigeschossigen Hauptgebäude und einem eingeschossigen Neben- gebäude in einer Gesamtfläche von etwa 490 qm bebaut. Das Hauptgebäude umfaßt außer den Keller- und II Dachgeschoßräumen im ersten »nd zweiten Geschosse zusammen 19, meist größere Räumlichkeiten. Die Versteigerungs-Bedingungen könne» auf dem Amtszimmer des Unterzeichneten, sowie des Kaiserlichen Postamts in Friedberg während der Geschäftsstunden eingesehen werden und werden außerdem beim Beginn der Versteigerung verlesen werden. Friedberg, den 12. Januar 1914. Der Großherzogliche Notar: Jöckel, Geh. Juskizrat. zuov Vcrdinannn. Dienstag, de» 3. Februar 1014, vormittag» 11 Uhr. Verdingung non Bernfiegungomitteln und grünen Semnien heim Oinrnifon-ttazarell Gleiten für t. IV. 14 hi» 3t. SU. 14. Ansgeschloffen find Fleifchmareii und Kartoffeln, dahin gegen werden Brolrefte. Knochen und Knchennhfnllr vergehen. Bedingungen und Mengenongahe liegen i»> Geschäftszimmer 24 Ingiich von 8—6 Uhr jnr Einsicht au». Tie Bedingungen find vor dem Termin schriftlich um u,erkennen, die geforderten Proben find mii dem 21m,eben cinzuretchcn. i09sl> _ Garnilo» Lazarett (fliehen. _ Bekanntmachung. I» unser Handelsregister Abt. .4 wurde heule eingetragen: Die Firma Ludwig Bernhardt zu Gießen; Inhaber: Ludwig Bernhardt, Schiwmacher- nieiftcr zu Gießen. Der Eheiran des Ludwig Bernhardt, Elisabeth geb. Kölle zu. Gießen ist Prokura erteilt. Gießen, den 20. Januar 1914. ut»u _ Gr ü i zo i VI ■■ »ne r itf)t. _ Bekanntmachung. Der vom Gemeinderat durchberatene Voranschlag der Genicinde Rüddingshausen für 1914 Rs. liegt vom 23. Januar l. I. ab eine Woche lang aus dem Bürgermeistereibureau zur Einsichi der Beteiligten offen. Einwendungen gegen den Voranschlag können dorr schriftlich oder zu Protokoll des Unterzeichneten vorgebracht werden. Zu den vorgesehenen Umlagen werden auch die Ausmärker herangezogen. Rüddingshausen, den 21. Januar 1914. Großherzogliche Bürgermeisterei Rüddingshausen. ___ Braun. _ 1128 Bekanntmachung Die Jagd der Gemeinde Alten-Buseck soll Donnerstag, den ö. Februar, nachm. 2 Uhr, im Gemeindehaus dahier auf weitere 6 Jahre öffentlich verpachtet werden. Die Gemarkung umfaßt 3870 Morgen inkl. 800 “Morgen Wald und ist der Jagdbezirk von der Bahnstation Rödgen in IO Minuten, von dem Bahnhof Groß-n-Buseck in 25 Minuten zu erreichen. Alten-Buseck, am 21. Januar 1914. Großh. Bürgermeisterei Alten-Buseck. Körber. 1126 Jagdverpachtnng. Die der Gemeinde zustehende Wald- und Feld- jagd soll Samstag, den 31. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, aus dem Rathaus dahier auf weitere sechs Jahre verpachtet werden. Leihgestern, den 15. Januar 1914. _ Großherzogliche Bürgermeisterei. _ *4 Jagd-Bcrpachtnng. Die hiesige Gemeinde-Wald- «nd Feldjagd mit einem Gebiet von zirka 1900 Morgen soll Donnerstag, den 29. Januar 1014, nachmittag» um 3 Uhr, auf weitere 9 Jahre auf hiesigem Rathause verpachtet werden. Bahnstation mitten im Jagdgebiet. Auskunft wird Liebhabern jederzeit bereitwilligst durch die Bürgermeisterei erteilt. Großh. Bürgermeisterei Trais-Münzenberg. Tag, Bürgermeister. 1968 Holz-Submission. Aus den, Markwald Trais-Münzenberg sollen im Wege des schriftlichen Angebots zirka 100 Fftm. Eichen-Ltammholz» Kl. 4, 5, 6 , von 15 — 39 Ztm. Dchm. verkauft werden. Angebote sind nach Klassen geordnet, mit entsprechender Aufschrift bis zum 2«. Januar l. Js„ nachmittags 2 Uhr, bei Markmeifter Häuser einzureichen. Trais-Münzenberg, den 18. Januar 1914. _ Martmeister H äuse r. _ 1043 Brennholz-Versteigerung TonnerStaa. den 29. Januar 1914 im Fürstlichen Förfterhrztrk Gedern an» den Distrikten TcuiveiSwald, Ganlskovf. Frettoh und Spietzmald; Buche». Rm.: Scheit I. SU. 338; Scheit 2. Kl. 431; Knüppel i50,5; Astreifer 1010. Sonst. Lauvbolz, Rm.; Scheit I. .Kl. 2.75; Scheit 2 KI. 7,25; Sinüppel 2; Reiser- knüppei 1,75. Fichten, Rm.; Knüppel 2.5. Zusammenkunft 0' ., Uhr normitinn» iinBerawirtehau» ju Gedern. Auskunft erteilen die Farftfchutzen Bauer und Oberheim, Gedern. _ 1113 Holzversteigerung. Mittwoch, 28. Januar l. IS., von vormittags 10 Uhr an soll im Grüninger «nd Tors-Gitter Markwald nachverzeichnetes Holz versteigert werden: 2 Eichenstämme 1. Klaffe mit 4,77 Fftm. .? - 19 6 10 2. „ 8,i '2 3. „ " 16*39 „ 4. „ 14,51 5. „ 3,74 6. ff „ 4.90 „ 3. „ 1 42 „ 4. „ ", io,n „ 5. „ , 0,80 n 18 9 " ’’ J 6 » H 2 „ „ knuppel "00 „ 5 t „ „ 74 „ „ «tfig 8| " -- 26 " » 21 ,, stocke Das Nutzholz kommt zuerst zur Versteigerung. Zusammenkunft ist aus der Kreisstraße von Dors-Gill n»ch Garbenleich. Grüningen. den 21. Januar 1914. Markmeister Marsteller.