Nr. 1b Drittes Blatt Jahrgang Erscheint »glich mit Ausnahme des Sonntags. Tie „Gietzener.^aaitlienblättek" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Kretsdlatt ffir den Kreis Siehe«" zwennal wöchentlich. Tie „Landwirtschaftlichen Seit- sragrn" erscheine» nionatlich zweimal. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Dienstag. 2ü. Januar Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sche« Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Drtickerei: Schulstraß« 7. Exvedition und Verlag- E^äl. Redakt>onte-«»»IlL. Tel.-Adr.tAnzeizerEießen. ^b. Deutscher Reichstag. 194. S i tz u n g. Montag, den 19. Januar. Am Tische des Bundesrats: Tr. Delbrück, Richter. T a s p c r. Präsident Dr. Kaemps eröffnet die Sitzung um 2 Uh, 12 Min. M Cla! für öas Aeichsaml des Znneru. (Zweiter Tag.) Abg. Bassermann (??atr.): Am 2onmtbcnb ist beschlossen worden, die Aussprache in einer sozialpolitischen und ivirtschaftspolili scheu Teil zu trennen. Auf diese Trennung sind aber die Redner nicht eingerichtet. Der Beschluß ist praktisch nickt durchführbar. «Ich beantrage, den Beschluß wieder aufzuhcben. Abg. Gröber (Zentr.) liunmt zu. Abg. Scheidemann (Soz.): Es ist mißlich, wenn die Debatte fortwährend durchemander- geht. wenn uns ein Redner von der Maul- und Klauenseuche über die Reblaus ium Berliner Polizeipräsidenten führt. (Heiterkeit.) Aber diesmal wollen wir noch bei der alten Methode bleiben. Abg. Dr. Müllcr-Meiningen (Vp.): Wir sind mit dem Vorschlag Bassermann einverstanden. Der Antrag Bassermann wird angenommen. Abg. Dr. Mayer-Kaufbcuren (Zentr.): Die deutsche Volkswirtschaft steht vor einer Depression der Konjunktur. Allgemein aber glaubt malt, daß diese Depression nicht sehr tief gehen und nicht sehr lange anhalten wird. Sie ist international, sie zeigt sich in China. Argentinien and Indien. Verschärfend wirkt mit derRückgangderGold- auSbeute in Transvaal. Wie lange diese volkswirtschaftliche Krise dauern wird, ist schwer zu entscheiden. Aber alles spricht dafür, daß die aufgehäuften Vorräte ziemlich schnell aufgebraucht und damit die Ueberproduttwn beseitigt wird. Auch die Geldknappheit, die zeitweise bedenklichen Umfang angenommen hat, ist ja schon ziemlich vorüber. Aber man darf nicht übersehen, daß von der Erholung des Geldmarktes bis zur Erholung des Kapitalmarktes heute ein viel weiterer Weg ist als bei früheren Depressionen. Das hängt innig zusammen mit den gewaltigen Rüstungen in allen Ländern. Im Gegensatz zu früherer Zeit geht mit der Depression auf dem Geldmarkt eine tiefe Depression des Anleihemarktes Hand in Hand. Wenn der Kapitalmarkt liquid werden soll, ist dringende Schonung nötig. Sehr bcdenklick ist es dabei, daß eine wahre Sintflut von Kommunalanlcrhen den deutschen Kapitalmarkt überflutet. Tritt hier kein Wandel ein, dann ist von einer Gesundung des Kapitalmarktes keine Rede. Der Deutsche Städtetag sollte erwägen, wie diese Anleihen nach Möglichkeit eingeschränkt werden können. Auch die ausländischen Anleihen sollten dem deutschen Markt in diesem Jahr ganz fern- gehalten werden Wir müssen bedacht sein auf die Liquidität der deutschen Volkswirtschaft. Der deutsche Außenhandel weist einen Rückgang der Einfuhr im reinen Warenverkehr und eine Steigerung der Ausfuhr von 8 auf 9.1 Milliarden Mark auf. Die Folge davon zeigt sich in der deutschen Zahlungsbilanz. Sie war im Jahre 1913 aktiv, ja selbst die Handelsbilanz war zum erstenmal in diesem Jahre zwei Monate lang aktiv. Besonders bemerkenswert ist dre Vermehrung unseres Viehstand , s. Damit widerlegt sich die Theorie des Abg. Hoff, daß die Zollpolitik eine Verminderung des Viehbestandes berbeiführen must. Ebenso unrichtig ist die weitere Theorie, daß die Steigerung der Fleischpreise eine Folge der Wirt- schaftspolitik ist. Auch die Drohung mit der ständigen Steige- rung der Getreidepreise durch unsere Zollpolitik ist durch die Tatsachen glänzend widerlegt. In Bayern hänfen sich die Vorräte und bleiben infolge der Zahlungsnot unverkäuflich. Unsere Exportsteigerung wird leider wesentlich gehemmt d,ä:ch die Preispolitik unserer Rohstoffverbände. Das Kohlen- shndikat trägt Schuld daran, daß die Kohlenprcis« in Deutschland die höchsten m der Welt Ovaren. Trotzdem geht d«k Fiskus daran, wieder dem Kohlensyndikat die Möglichkeit zu geben, die Preise, die jetzt etwas, wenn auch nicht lange genug, herabgesetzt sind, heran szu sehen. Ich würde wünschen, daß die Regierung die Erklärung abgibt, daß nicht wieder, wie im Jahre ;912. dem Syndikat vom preußischen FiSkuS hie Möglichkeit zur Preiserhöhung gegeben w:rd. Aber ich fürchte, diese Erklärung wird nicht erfolgen. Ebenso hat der Deutsche Slahlwerksvcrband die außerordentlich starke Differenzierung der Inland- und Ausland- Preise beibehalten. Der preuißsche Fiskus hat es nicht verstanden, bei ihm seine starke Stellung als Besteller auSzunühen und so der deutschen Volkswirtschaft hohe Summen zu ersparen. Bei Erneuerung der Zölle müßten Mittel und Wege gefunden werden, daß die Schutzzölle auch der Fertigmdustrie zu gute kommen. Wie steht der Staat zu diesen großen Verbänden? Da sie eine gewisse Monopolstellung besitzen, muß der Staat ein gewisses Aufsichtsrecht für sich in Anspruch nehmen. Im Bundcsrat schweben noch Erwägungen; im vorigen Jahre erklärte der Staatssekretär unter dem Widerspruch der Sozialdemokraten, wir seien für Staats- Monopole noch nicht reif. Dabei hat er inzwischen das Petroleum-Monopol eingebracht. Ohne ein genügendes Aufsichtsrecht des Staates müssen diese Pridatmonopole schließlich zu schlimmen Komplikationen mit dem Auslande führen. Der Reichstag muß verlangen, daß ihm Uebersichten der schwebenden Erwägungen vorgelegt werden. Handelspolitisch sind die zollpolitischen Maßnahmen Amerikas von Interesse.. ES hat Differenzierungen geschaffen, die »ine unfreundliche Haltung gegen Deutschland darstellen und die wir uns nicht gefallen lassen dürfen. Aehnliche Klagen' werden über Frankreich erhoben. Mexiko hat inzwischen seinen Zinsendienst eingestellt. WaS gedenkt die Reichsregierung zum Schuh der geschädigten Be- sitzer mexikanischer Staatsanleihen zu tun? Finden tatsächlich des- vegen Besprechungen zwischen den europäischen Großmächten statt? Im vorigen Jahre haben wir eine amtliche Produktionsstatiftik »erlangt, hoffentlich erhalten wir sie bald. Abg. Keinath (Natl.): Auch im vergangenen Jahre hat die deutsche Volkswirtschaft große Schritte vorwärts gemacht. In vieler Beziehung ist Deutschland vollständig an die Seite Englands gerückt, wenn auch der englische Außenhandel noch immer den deutschen übersteigt. Wir sehen doch eine starke Steigerung des deutschen Exports, die höher zu bewerten ist, als eine solche in weniger entwickelten Ländern. Die politischen Wirren des letzten Jahres haben vielfach zu einer Einschränkung der Unternehmungen geführt. Dazu kommt der hohe Zinsfuß Beide haben ein ge- tvisses Sinken der Konjunktur veranlaßt, das aber noch nicht gleichbedeutend mit Stillstand zu sein braucht. Jedenfalls hat die deutsche Volkswirtschaft in dieser Zeit große Widerstands- traft gezeigt, ein erfreuliches Zeichen der Gesundheit. Es ist nur richtig, die größere Liquidität der Banken aufrechtzuerhalten. Das deutsche Publikum gewöhnt sich allmählich immer mehr an den Verkehr mit Papier. In der K a l i p r o d u k t i o n hat sich ein gewisses Uebcrmaß gezeigt. Die Tatkraft und Organisation^ kadrakeü des deutschen Unter n eh me rtums können unter Um* ). n s en gesetzgeberische Maßnahmen notwendig machen, aber vergessen wir nicht, daß die grayen Organisationen heute e:ne Notwendigkeit sind, und daß unsere Unternehmer ihre Arbeiter auch tei schlechter Konjunktur nicht zu entlassen gewöhnt sind. Auswüchse der Organisation verurteilt auch die uationalliberale Partei. Aber viel gefährlicher als irgend einer der deutschen Verbände erscheint das Eindringen amerikanischer Trusts mit amerikanischen Geschäftsgewc>hnhc,ten. Gegen den Petroleum- und Tabaktrust müssen wir Front machen. Eine wichtige Quelle unseres wirtschaftlichen Fortschritts ist die enge Verbindung von Wissenschaft und Gewerbe. Auch die gute Disziplin und Organisationsfähigkei! der Arbeiterschaft haben das ihrige dazu getan. (Aba! b. d. Soz.) Ja, wundert Sie das? Ein Grund dafür, den Sie allerdings sticht anerkennen werden, liegt aber auch darin, daß der größere Teil unserer Arbeiter durch das Heer gegangen ist, wo er Disziplin gelernt hat. Daß die Sozialpolitik das Volk entnervt und verweichlicht, kann ich nicht anerkennen. Sie hat aber z. B. unser Armenwesen ganz erheblich entlastet und für Kranke und Arbeitsunfähige vortrefflich gesorgt. Die Industrie muß E x - pansionsmöglichkciten haben. Allzu rigorose Bestimmungen dürfen sie nicht cinschränken. Die scharfe Kapitalisierung des Rentenwesens erscheint nicht wünschenwert. Bei Streiks sollen die Behörden mit Takt und Ruhe, aber auch mit Festigkeit auftreten. Erfreulich ist, daß die Jugendpflege, auch vom preußischen Staate, energisch ausgcgrisfen worden ist. Hoffentlich beteiligt sich auch das Reichsamt des Innern an diesen Bestrebungen, ohne daß Kompetenzkonflikte entstehen. Dagegen lassen die Vorbereitungen der O ly m p i sche n Spiele in Berlin viel zu wünschen übrig. Hoffentlich lommt es hier noch zu besseren Beschlüssen des Reichstages. Hinsichtlich der Wände r für sorge wünschen wir ein kräftiges Eingreifen deö Reiches. Wanderer müssen jederzeit an Stellen gebracht werden, wo Arbeit zu finden ist. Damit könnte auch die Arbeitslosigkeit wirksam bekämpft werden. Wir brauchen ein lückenloses Netz von Arbeitsnachweisen über das ganze Reich. Tie Bekämpfung der Tuberkulose verdient noch wirk- samerc Unterstützung. Im Wohnungswesen wünschen wir eine Regelung des Erbbaurechtes. Die Schädlinge des kleingewerblichen Lebens lassen sich nur langsam, nach und nach, entfernen. Höchst erfreulich aber ist die allmählich beginnende Organisation des Kleingewerbes. In der Praxis läßt sic freilich zu wünschen übrig. Handwerker, die in der Bewegung stehen, lassen sich selbst Unterbietungen zu Schulden kommen. Deshalb muß das Submissionslvesen einheitlich von Reichs wegen geregelt werden. Dasselbe gilt vom Zugabewesen. Die neueren Viehzählungen haben erfreulicherweise ergeben, daß die deutsche Landwirt- sch.^st imstande ist und imstande sein wird, den einheimischen Bedarf zu decken. Dank der guten Ernte ist sie in guter Lage, dagegen steht es mit dem Weinbau geradezu trostlos, namentlich dort, wo kein Qualitatswcin gewonnen wird. Die Erhöhung des Kalifonds kommt hoffentlich der Förderung der Moor - k u l t u r zugute. An den Richtlinien der Wirtschaftspolitik halten wir unverbrüchlich fest. Es besteht darin kein Gegensatz zwischen der Fraktion deS Abgeordnetenhauses und der des Reichstages. Das Gegenteil *ann nur der Parteizwist behaupten. Wir halten unbedingt fest an unserem Z o l l s ch u tz auch für d^e Landwirtschaft. (Bravo!) Er muß allerdings ein Korrelat ftnden in der Förderung des inländischen Verkehrs z. B. durch Bau des Mittellandkanals. Die Industrie findet ihre beste Stühe in Verbesserung der Qualität ihrer Erzeugnisse, Organisation und durch Heranziehung von Kapital. Darin wird sie uns immer auf ihrer Seite finden. Es ist schade, daß sie auf den großen Ausstellungen nicht immer vertreten ist. Der G i f t m-o r d p r o z e ß Hopf hat gelehrt, daß der Handel mit Kulturen giftigster Bakterien verboten werden muß. Dasselbe gilt vom Waffenhandel. Die deutsche Sozialpolitik bedarf einen be onnenen Fortschr, t, wie es bisher der Fall'war. Wir werden sie stets unterstützen. (Beifall.) Abg. Dr. v. Graese (Kons.)':' Die Auffassung, als ob wir die Absicht hätten, m i t bet Sozialpolitik Schluß zu machen, ist irrtümlich. Wir verstehen unter Sozialpolitik allerdings nicht bloß Arbeiterfürsorge, sondern den dauernden Ausgleich der sich bekämpfenden wirtschaftlichen und sozialen Interessen aller Bevölkerungsschasten. Allerdings haben wir Bedenken gegen ein übertriebenes Tempo mit schematischer Einseitigkeit in dem Ausbau der Sozialpolitik. Die tatsächliche Lohnerhöhung ist von der Arbeiterschaft erstritten worden. um einen Ausgleich mit den erhöhten sozialpolitischen Lasten zu schaffen. Das hat selbst Bebel zugestanden. Man sieht also, daß eine gewisse Vorsicht bet der Reubelastung der Bevölkerung mit sozialpolitischen Ausgaben obwalten muß. Die Landwirtschaft aber ist nicht in der Lage, durch Erhöhung der Gctreidepreise einen Ausgleich für die sozialpolitischen Lasten herbeizusühren, da die Getreidepreise durch den Weltmarkt mitbestimmt werden. Warum ruft denn die Arbeiterschaft immer nach der gesetzlichen Hilfe? Ist sie nicht imstande, aus eigenen Mitteln den angeblichen Notständen abzuhelfen? Wozu werden denn eigentlich die kolossalen Kapitalien in den Gewerkschaften angesammelt? Die Folgen unserer übereilten sozialpolitischen Gesetzgebung zeigen sich jetzt £. B. bei der Reichsversicherungsordnung. Man könnte es fast mit Schadenfreude begrüßen, daß jetzt die Gesehes- macher zum Teil am eigenen Leibe die Nachteile empfinden, wie der der Befreiung von der Dienstbotenversicherung, die z. D. in Schöneberg grundsätzlich abgelehnt wird und dem dortigen liberalen Kommunalverein zu energischem Widerstand Anlaß gibt. In der Frage der Jugendfürsorge sind auch wir für ein staatliches Eingreifen und wollen das Reichsamt des Innern gern unterstützen, wenn es auf diesem Gebiet etwas unternehmen will. Allerdings - werden wir die Dinge nicht über einen Kamm scheren lassen und schematische Regeln aufstellen. Wir bedauern es, daß die Reichsunterst ü h u n g für die Olympischen Spiele abgclehnt wurde. Wir beabsichtigen, die Wiederherstellung dieses EtatsposienS zu beantragen. Wenn die Sozialdemokraten, nach der Aeußerung des Abg. Schmidt, das Recht der freien Persönlichkeit wirklich wahren wollen, dann müssen sie streng logischer Weise mit uns eintreten für den Schutz der Arbeitswilligen. Nur dann geben sie dem Arbeiter wirklich die Möglichkeit, sich zu koalieren, wo er will. (Lebhafter Widerspruch bei den Soz.) Ich bekenne mich uneingeschränkt als Freund des Organi- sationswesens. Ich begrüße deshalb mit aufrichtiger Sympathie alle nationalen Arbeiterorganisationen. Es ist bedauerlich, wenn gegen die wirtschaftsfriedlichen Verbände der Arbeiter auch von bürgerlicher Seite der Vorwurf der Feigheit erhoben wird. In Wirklichkeit gehört ein großer Mut für einen Arbeiter dazu, sich einem solchen Verband cmzuschließen. Wenn man den Landarbeitern da« KoalitionSrecht geben vürde, so wäre die Gefahr der künstlichen Herbeiführung von Mißernten unvermeidlich. (Unruhe b. d. Soz.) Auch das matriarchalische Verhältnis bei Landarbeiter zum Arbeitgeber (Lärmende Zurufe bei den >Loz.) würde dadurch vernichtet. Mit größtem Nachdruck muß aber dem Mißbrauch des Organisationswesens, dem Organisationszwang, ent- zegengetreten werden. Die Erkenntnis für diese Notwendigkeit wächst überall im Lande. Ich brauche nur an die nationalliberale Slrbeitswilligenschutzlommisjwn. an die Beschlüsse deS Industrie- lat» des Hansa-Bundes uni* an die goldenen Worte zu erinnern, die der uationalliberale Abg. Dr. Röchling im Adgcord- netenbause unter dem Beifall seiner Freunde gesprochen hat. Wenn wir alle der Meinung sind, daß das Streikposten- stehen ein Schaden ist. dann sollten wir doch als Männer ks offen verbieten und nicht um die Entscheidurig herumkriechen. Ich bedauere insbesondere den ablehnenden Standpunkt der christlichen Gewerkschaften zu dieser Forderung. Wir werden unseren früheren Antrag auf Verbot deS Streikpostenstehens in Form einer Resolution wieder ci.rbringcn. Wir glauben damit vor allem auch >em Interesse des gewerblichen Mittelstandes zu dienen. Der Erlaß >es preußischen Handelsministecs gcgeii den Waren- Kandel der Beamten sollte auch aus die ReichSbeamtcn ausgedehnt werden. Die Gründung dcS Reichsdeutschen M i t t e l st a n d S- Verbandes begrüßen wir als eine heilsame Tat für den Mittelstand. Wenn die Freisinnigen der Mittelstandsorganisation nicht besonders sympathisch gegenüberstehcn, so kann ich daS be- greisen, denn wenn durch eine richtige Organisation der Mittelstand ausgeklärt wird, dann wird er sich bald von dem Freisinn abwenden, dem noch die Eierschalen der Forderung der absoluten Gewerbe frei heit und deS absoluten Freihandels anhaften. (Zurufe b. d. Vp.) Der Abg. PeuS von der Sozialdemokratie hat von dieser Stelle ans erklärt, daß die ZentralgcnossenschaftS- bäckerei in Dessau 30 bis 40 Bäckermeister ruiniert hat zum Nutzen von 4000 Arbeitern, die einen Vorteil von 10 Mark pro Kopf davon gehabt hätten. Er hat aber hinzugefügt, es sei wirk- schaftlich und sozial kein Unglück, wenn die armseligen, durch und durch abhängigen Existenzen des sog. kleinen Mittelstandes zu- gründe gingen. (Lebh. Hört! Hört? rechts.) Ein klareres De- kenntnis zu der großen menschenfreundlichen allgemeinen Men- schenlicbe, zu der Gleichberechtigung aller Menschen kann man sich nicht denken! (Großer Beifall rechts.) Wenn ein so kleiner Verein wie Dessau so viel Existenzen ruiniert, wie viel ruinieren erst die großen in Hamburg und Berlin? Wir sind nach wie vor für cme besonnene, den praktischen Verhältnissen gerecht werdende Sozialpolitik nach dem Grundsatz: Jeder Arbeiter ist seines Lohnes wert. (Lebh. Beifall rechts.) Abg. Pospiech (Pole):^ Die Grubenarbeiter Obcrschlesiens sind nach wie vor vollkommen rechtlos gegenüber der Laune und Willkür der Gruben, besitzer. * Dienstag, 10 . Januar, 1 Uhr pimktlich: Anfragen. Weiter- beratung. ( Schluß nach 6 Uhr. bericht über die Lage der Arbeitrmarkles in Hessen, Hessen-Nassau und waldeck im Dezember sysz. Erstattet vom Mitteldeutschen Arbcilsnachwcisverband in Frank- furt a. M, ßti der Metallindustrie trat im Berichtsmonat keine Besierung in der Geschäftslage ein. In Kassel übte das Weib nachtsgeschäst keinen merkbaren Einstust aus. Für die Eisen- und Mclallwarenbranche gingen wenig Bestellungen ein: eine große Anzahl von Handwerkern war genötigt, anderweitige Arbeit anzv nehmen. In Worms war die Geschäitslage austervrbentlich schlecht. Die Zahl der osfenen Stellen bat seit Jahren keinen sol chen Ticsstanü erreicht, wie im Berichtsmonat. Für Bauschlosscr, Dreher, Gießer und Former wurden überhaupt keine osscncn Stellen gemeldet. Für Sattler und Tapezierer war wenig Arbcitsge legendeit vorhanden, meistens wurden die Leute nur zur Aushilfe für Revaraturarbeiten verlangt. In der Industrie der H o l * und Schnih st osfc stellten nach dem Bericht der Arbeitsvcrmittlungs- stellc Frankfurt a. M. größere Möbelfabriken ihren Betrieb wegen Arbeitsmangcl ein, auch wurden an manchen Stellen ältere Arbeiter «ntlasfen, die schon jahrelang im Geschäjt waren. Der Deutsche Holz - arbeiterverband i» Franksurt a. M. berichtet, daß die Zahl der Arbeitslosen im Berichtsmonat eine weitere Steigerung erfahren hat (191 gegen 104 im Dezember 1912). Aussicht auf bessere Kon junktnr ist nach dem Bericht zurzeit noch nicht vorhanden. Der Deutsche Tabakarbeitcrverband in Franksurt a. M. be. richtet, daß es in diesem Jahre in der T a b a ki n d » str i c im Berichtsmondt, der sonst der beste Monat im ganzen Jahr ist. Arbeitslose gab, die trotz eitrigen Bemühens keine Arbeit linden konnlen. In Kassel blieb im Flcischergewcrbc das Angebot an Arbeilskrösten hinter der Zahl der gemeldeten osfenen Stellen zurück. Aus dem Bekleidungsgewerbe liegen wenig Berichte vor. Frankfurt a. M. und Mainz berichten von einer Abnahme der ostencn Stellen für Schneider: dagegen war in Worms die Geschäftslage für Schneider befriedigend. Für Schuhmacher sind in Mainz und Worms die offenen Stelle» zurllckgc- gangen. Im Bau.gewerbc war nach den, Bericht der Arbeitsver- mittlungsstelle Franksurt a. M. die Arbeitsgelegenheit sehr stau Diele Bauanschläger wurden arbeitslos. Für Glaser, Rabmenmacher und Maurer war noch etwas Arbeitsgelegenheit vorhanden. Der christliche Bauarbeiterverband in Frankfurt a. M. berichtet, daß ein Teil seiner arbeitslosen Mitglieder durch Holzhauen in der Heima» Beschäsliqnnq gesunden hat. In Kassel war für Maler die Lage recht ungünstig: bei eftier Gcsamlzadl von 110 Arbeitsuchenden konnten nur 4 osscne Stellen nachgewiesen werden und auch dies» lediglich auf einige Tage. Aus Mainz wird vom Banvolizeiamk mitgeteilt, daß zurzeit vier iünsgeschossiqe und etwa ein Dutzend steinere Wohnhäuser im inneren Ausbau begriffen sind, daß ferner 3 größere Neubauten des Korvsbesteidnnasamtes und 4 Privat- wobnhäiiser sowie mehrere Neubauten tür militärische Zwecke demnächst begonnen werden. In Ofsenbach a. M. sind nach dem Bericht des städtischen Banvolizesamles im letzte» Dierteljabr 176 Bauanlagen mit einem Gesamtbauwertc von 1210000 Mk. ziir Tchlußabnahme gekommen. Eingereicht, genehmigt und in Angriff genommen wurden in diesem Zeitraum III Bauanlagcn mit einem Gesamtbauwertc von 375 000 Mk. In Worms war es im Bau - gewerbc sehr still. Es wurden im Berichtsmonat neu genehmigt 6 Wohnhausneubauten. 14 sonstige Neubauten und 2 Umbauten mit einer Gesamtbansumme von 152 290 Mk. gegen 125 935 Mk. im Bormonat. In Fulda wurden im Berichtsmonat nur 10 Um und Erweiterungsbauten im Gesamtbeträge von 2360 Mk. neu ge nehinigt. Im graphischen Getzierbc nahm nach dem Bericht des Deutschen Buchdruckerverbandes in Frankfurt a. M. »ach Fertigstellung des Adreßbuches im Antang des Monats die Zahl der arbeitslosen Setzer wesentlich zu. Für ungelernte Arbeiter war der Berichtsmonat trotz des Weibnachtsfestes und des Schneesstls schlocht, da auch viele arbeitslose Handwerker sich um Stellen bewarben, die in nor malen Zeiten den ungelernten Arbeitern Vorbehalten bleiben. N o l standsarbeiten wurden in mehreren Orten eingerichtet. I» Cassel fanden hierbei Arbeitslose in größerer Zahl Beschäftigung. In Mainz wurden in der zweiten Hälfte des Monats etwa 150 Arbeiter, zumeist Tüncher und ungelernte Arbeiter, mit Notstandsarbeiten (gärtnerische Arbeiten und Stcinschlagcir besckssf tigt. In der Zeit von Weihnachten bis Neujahr wurden außerdem etwa 120 Mann zur Schn erbesei tigung hcrangezogen. An 32 Ar- brfter wurde Arbeitslosenunterstuvung bezahlt. In Darmsta dt wurden 49 Mann mir Schneebcseikigung und 38 Notstandsarbciter am Straßenbau beschäftigt. In Ofsenbach a. M. wurden 99 Mxitfi mit ’fiotitouftwrbnttn und 130 mit Smnccirf'suielii bc lifläftiflt In ^Iftf'nffcnburq wurde» bei den ftäbtifffarn Not- standsarberke» durchschnittlich ,50 Mann beschäftigt. Im GaftwirtSgewerbcist nach dem Bericht der Arbeit«- bernnttlnngSftekle Franksutt a M der Geschäftsgang gegen den Vormonat nicht besser geworden Hauptversammlung des tstberhesfiscken Gbftbauvereins. G i 1 6 e n, 13. Januar ixntt !and im Hotel ,7«[i»nf»Q«* eine Honvtverlnminl»»« des Oberb» ist icke» Obstbauvereins statt, die sich eines' starten Besuche? lt» eifrenen batte. Der 2, Vorsitzende des Vereins, LaudtaaS- abgeardneter Breiten dach, bearnbte dieAnwelenden und dankte dir da-: zahlreiche Erlchttnen, Dann aedachte er der erfvrienlichen Tätiateit des bisberiaen I. vorntzenden, Ministerialrats Dr. Schlievbake, der iniolae seiner Verletzung die Kelchäste bätte »iederleaen wüsten Er ichlng bierans streisrat 3rhrn. v. Schenk in flriedderg als neuen vorntzenden vor. Lebrer B u ft - Leibgestern stimmte dem Vorschlag zu und überdrachle zugleich die Grabe des biSkeriqen Präsidenten. , , „ „ UreisratTreiberr v. Sch e»k wurde einstimmig zu», I. Präsiden len des Oderdeibichen Obstbanvereins aewädlt Landtags- abaeordneter Breitenbach bat bieraul, man möge auch einen 2. vorntzenden wädle». da idn in'olge leiner Eigenlcbast als vo>- sttzender des Landw>rticha>tskamnieranr-schniies die Wabrnng der Interessen des Vereins und der-enigeu des Landwirtichastskammer- ausschuiles aemiilermaften zwischen zwei Lager dringe. Nach längerer Aussprache nah», Herr B r e i t e n b a ch ,edoch da? Amt nochmals an. „ . . _ _ . _. Hieraus ging man ziu» zweiten Punkt der saq sordnnng: ,D>e Herausgabe einer gemeinschastlichen Zeitung zur Aabrima der Inte-eilen des Obst-, Wein- und Bartenbaues >» Hessen' sder. Nachde», Oekono,Nierat S v i e ft-striedberg und Re- »ierunqsrat Langerinann Kiesten die Derbältnisse der Per- ianimlnng i» klarer Weise aeschildert batten, wurde »ach kurzer Beratung befchloise», den .R a t q e b e r s tt r O b N- u n d Barten- bau», der in Iriedberg terausgeaeben wurde, weite,bin als Vereinsorgan deizudeballeu. und eine weitere Clellunguabiue zur Zeilschrjtiensrage blr zwecklos erklärt. Mit der Vauvtversanuiiluua des Oberbeistlche» Obstbauvereins rvar eine Hguvtverlainnilung des Kreis-Obst- und Garten- l>a n » De re i ns Giene» verbunden Aus Antrag des Vor- s,»enden die'es Vereins, des Regierungsrales L a n a e r m a n er'olgte geineinschaftliche Abstimmung. An Stelle des als Beisitzer aus bei» Breis-Obst- und »arteudai,-Verein Gieften ausgeichi-denen Lebrers B e n d e r» Blabenborn-Steinberg. der setzt als Vertreter des dortigen Ortsvereins dein Vorstand anaebört. wurde Gärtiier Job Gg. Häuser XVII. in Watzenborn-Steinbeig als Beisitzer gewäklt. An» Stadt und Land. Gießen, 20. Januar 1914. Zur ksinkommenftener in Hessen. Ein rechter Troft für die. die ständig über die wachsende Verelendung der Massen reden, mag in der Tatsache liegen, daß sich die Eiiikommenverhälttiiise in allen Schichten der Bevölkerung in den letzten Jahrzehnten, wenn auch langsam, aber doch immerhin gebessert haben Mit dem alk- gemeiner, tzüedergang unseres Volkes hat es also — wenigstens im Großherzog tum Hessen — noch gute Weile Ein Blük auf die Tabellen, die von der Grotzherzoglichen Zentralstelle für die Landesstatistik aufgestellt worden sind, gibt uns das Recht zu dieser erfreulichen Behauptung. Danach betrug uümlich das gesamte veranlagte Einkommen 1913 651 Millionen Mark, wahrend es sich im Jahre 1890 auf nur 275 Millionen Mark belief, Man wird einwersen, daß die gestiegene Kopfzahl der Bevölkerung dabei in Betracht zu ziehen sei. Dem ist nicht so Aiif den Kopf betrug das Einkommen !913: 493 Ml. 1890 aber nur: 277 Mk. Auch in den einzelnen Einkommensgruppen ist ein Aufschwung zu verzeichnen, mit einer Ausnahme: Die erste Klasse vou 500 bis 900 Mk. Einkommen ist von 64,7 Proz. (1890) auf 36,1 Proz. (1913) gesunken. In demselben Zeit- rarim ist dagegen die EinkommenSgrupve mit 900 bis 1700 Mark von 21,5 Proz. auf 43,4 Proz, mit 1700 bis 2600 Mk. von 6.0 Proz. auf 10,3 Proz., mit 2600 bis 4000 Mk. von 4,04 Proz. auf 5.46 Proz., mit 4000 bis 6000 Mk. von 1,90 Proz. auf 2,36 Proz., mit 6000 bis 8000 Mk. von 0,81 Proz. auf 0,91 Proz., mit 8000 b's 12000 Mk. von 0,59 Proz. aus 0,70 Proz und in der Klasse mit 12000 Mk. und mehr Einkommen von 0,54 Proz. auf 0,73 Proz. gestiegen Es ist somit erwiesen, daß die Einkoninrensvcrhältnisse aller Klassen gestiegen sind. Denn, wenn ailch die Zahl der Personen, die nur -ein Einkommen p>n 1700 Mark und weniger hatten, noch 79,5 Proz. der gesamten Bevölkerung ausmacht, so ist doch eine langsam? Besserung dadurch zu verzeichnen, daß die Zahl derer, die der niedrigsten Klasse angehören, stark znrüekgegaugen ist. DaS veranlagte Cinlommeii der nach der letzten PolkS- zählung gezählten 31 153 Erntvobner des Kreises Gießen belief sich im Jahre 1913 auf 21 712 321 Mark, wovon an Stciiern 580634 Mark bezahlt wurden. In der Stadt Gießen zahlten die 14 064 Steuerpflichtigen an Einkommensteuer 967 512 Mark. K. B. " Oberbibliothekar a 2. Professor Dr. Wilhelm Belke vollendet am 21. Januar sein 60. Le- benSsahr. Zu Belpke geboren, besuchte er das Gvmnasium in .Helmstadt, studierte klassische Philologie und Geschickt' in Leipzig und Marburg und wurde 1876 Hilfsarbeiter an der Universitätsbibliothek der letztgenannten Hochschule 1877 ging er in gleicher Ciqenschast »ach Göttiitaei,. erwarb sich 1877 mit der Dissertation „de metr,s polvschematistis" de* philosophischen Doktorgrad und wurde >879 Bibliothekar au der Mainzer Stadtbibliothek 1896 erhielt er de» Prosessortitcl und >907 trat er in den Rultestand Das Haupt- hebiet feiner literarischen Betätigung war die OKschichte der stkheinlande und besonders die Vergangenheit von Mainz. Hierher gehört auch a. seine Arbeit über die Landgrafen und Großhcrzöge von Hessen-Tarmstadt. Ferner veröffentlichte er „Kiinsthistorische Analetieu" (1882) und gab 1901 06 die Berichte über die Bcrwaltuug der Stadlbiblivthek und des iHlutenberg-Museums heraus, das er 1900 begründet hatte und dessen Leitung er bis zu seiner Ucbersicdeliiiig nach Gießen beibehielt. Zahlreiche Publikationen hat er in den Jahresberichten der Geschichtswissenschaft über Mit- teirhein und Hessen niedergelegt. Er ist Mitglied des Hes- Irschen Tenkmalsrats und der Gesclischast für rheinische Ge- schichtSkunde. " Stadtverordneten - Versammlung Für die sitzuug der Stadtverordnerim-Bersammlung ain Donnerstag. den 22, Januar 1914, nachmittags 4 Uhr, ist folgende Tagesordnung ausgestellt worden: I. Auslosung von L-chuldvcrschreibmtgen 2. Mitteilung 3. Baug.'such Ludtvig «ehrum für die Erednerstraße. 4 Äeschasfuna von Radium, 5, Haltung eines Kraukenautomobils durch die Firma Kro- nenberg u. Schilling. 6. Anschluß der Sanitätskolonne au die Feuermeldeanlage 7. Bauliche Veränderungen uv der alten Klinik und Lieferung elektrischer Energie für Zwecke der GewerbeauSstestung. 8. Sttftung de- Apothekenbesitzers Th. Schwieder, 9. Rechnung der Armenkasse sür 1912 10 . Rechnung der Plockscheu Stiftung fiir_ 1912. 11. Preise ^für Erbbegräbnisse. 12. Schallwand im Stadivcrordneten-Sii- zungssaal. 13. Grunderwerb sür ein TranssormotorcnhäuS- che», 14. Anschluß des WasseriverkS Göbelnrod an dieZlcber- landanlagc. 15. (besuch des StmographenvereinS „Stolze- Schrey" wegen .Herabsetzung der Vergütung für die Benutzung eines Schulsaales. 16. Zuschuß zum Säuglingsheim. 17. Gesuch des Georg Emil Baum ium Erlaubnis znm Schau!- wirtschaslsbetriebc rm Haus Sieinstraße 23. 18. Desgleichen des Satt Wirth im Haus Kaplansgassc 10. 19. Desgleichen des Johann Waßmutk, für Baltnhofstraßc 62. 20. Desgleichen deS Otto Wenzel für Brandgasse 4. 21. Desgleichen den Heinrich Bönsel Ehefrau für Hammstraße 15. " Winterfelddienst der 116er. Am Samstag in der Frühe um 6 Uhr rückte das Regiment Kaiser Wilhelm mit der Maschinengewehrabteilung und den Feldküchen seld- marschmäßiq nach der Wetterau ins Gelände. Tic Mannschaften sollten zeigen, daß sie sich vor dem Wetter nicht fürchten, um den Felddienst zu üben. Bei Gambach wurde mittags auf freiem Felde Halt genracht und die Feldlüchen dampften, daß es eine Lust wart noch größer aber war das Vergnügen, als ihnen die gekochten Speckerbsen in die Feldkcssel gelöfselt wurden. Gleich nach dem Essen gab cs den bereiteten Kaffee, worauf der Märsch auf Butzbach los- qing. Die Stammannschaften marschierten nach einer kurzen Pause aus dem Butzbacher Kaseruenhofe auf dem direkten Wege nach Gießen zurück. Die erst im Oktober cingetrctene junge Mannschaft wurde iin Extrazuge in die Garnison zurückbesördert. " Fürsorge fiir bic Heranwachsende weibliche Jugend. Der Gemeindc-Frauenverein und die Ortsgruppe des Allg Deutschen Frauenvereins halten Frl. G'»da Diehl aus Frankfurt a. M. veranlaßt, am Samstag aeend über obiges Thema im großen Hörsaal der Univcriität zu reden. Frl. Diehl betrachtete zunächst die durch das gcgennxirtige Maichinenzeitalter veränderte Lage der weiblichen Jugend in Deutschland, loodurch eine ständig wachsende Ausschaltung der Haus- Vroduktion statthat, dagegen die Notwendigkeit des Geldverdiencus an immer weitere Kreise heranttitt. Dementsprechend steigt auch der Prozentsatz der erwerbstätigen Frauen, Diese Tatsache bringt zwar manche Vorzüge mit sich, birgt aber auch mancherlei Gefahren und Nöte. Der Freude an der eigenen Tätigkeit, der errungenen Selbständigkeit, dem Bewußtsein der Verantwortlichkeit stir sich selbst und die Gesamtheit, treten die Auslösung oon der Gemeinschaft der Familie, die Untergrabung aller Autorität, die Unkenntnis der sittlichen Gefahren, die verderbliche Freude an Tand und Schein als üble Begleitumstände gegenüber. Besonders zu beklagen ist, daß die entsetzliche Leere des Fabrik- lebens ungezählte Schoren junger Mädchen den Problemen der Wie so gänzlich unvorbereitet gegenüberstehen läßt, sie vielmehr durch Wohnungsnot, Alkobolbcdürfnis und mangelnde Aus- und Weiterbildung der llnsittlichkeit in die Arme treibt. Eine laxe Ausiassung der ethischen Pflichten, durch die Propaganda der neuen Ethik geichürt, greift um sich. Da erhebt sich nun die Frage, ob Hilie nötig, ob sic möglich ist und loas da Helsen mag Daß ein Gegengewicht notig ist. erscheint wohl zweifellos. Tü wachsende intellektuelle Bildung kann aber nicht allein die Umkehr bringen, wird doch durch sic viel Weibliches und Feines verschüttet. Die Familie vermag auch nicht alles, ist weder immer willig noch geschickt dazu. Es ist ein unumstößliches Naturgesetz, daß der junge Mensch jemand draußen braucht, der ihm helfende Hände cut- qegenstreckt. So erwächst von selbst die Notwendigkeit organisierter Iugendpfte-e um neben der intellektuellen Bildung und dem gesellschaftlichen Schlif! auch Eharaktcr- und Herzensbildung zu vermitteln. Weiter ging die Vortragende auf die Geschichte und den gegenwärtigen Stand der Jugendxilcge ein und besprach als letzten Punkt die Frage, >v i c rechte Iugend- vilege zu geschehen habe. Oiewiß sei Leitung nötig, aber sie dürfe nichi in Bevormundung ausarten, nicht in Langeweile und Pedanterie ersticken. Zu vermeiden sei auch die Gefahr der Schmeichelei, um ein Entgleiten zu verhüten. Die Jugend darf sich nicht für die Hauptsache halten: sie darf nicht der Familie cntirerndet werden. Wer Mitarbeiten solle? Nun, jeden geht die Sache an, jeden, der einen Zzig zum Heranwachsenden Eieichlecht fühlt und imstande ist, die nötigen Führereigenschaften zu entwickeln. Eines aber muß man sich vor allem klar machen: Hinter dem Worte steht etwas Schweigendes, das Lähmung oder Kraft gibt: das ist das Vorbild Unter lebhajtem Beifall konnte Irl. Diehl ihre gediegenen Ausiührnngen schließen. „St i r dt c n t u m und Volksbedürfnisse" behandelte der frühere katholische Pfarrer, >etzigc freireligiöse Prediger und Lehrer Herr Dr. I. Schiller aus Frankfurt a. M. gestern abend IN einem üssentlichru Vortrage im Hotel Einhorn. Der Redner bekannte, kein Prophet einer neuen Sache sein zu wollen, sondern nur die gegenwärtigen Formen der Staatskirche und ihren Einsluß auf die Beoüriniiie des Volkes zu bele.ichten. Diese Bedüriniiie seien keineswegs allein materieller Art. vielmehr greise der irüher allein den höheren Ständen zugestandene Bildungshunger ans immer weitere Schichten über, und wenn inan auch keine seichte Alleswisserci sürdern wolle, so gelte es doch, logische Klarheit zum Allgennmgut des Volkes zu machen. Solch geistiges Streben sei ebenso zu begrüßen wie die Fortschritte in - echnik, Handel und Woblstand. Das deutsche Volk sei im friedlichen Konkurrenzkampf der Völker nur dann im:ande, in Ehren zn bestehen, wenn es in Wissen und Geisteskrait Hervorragendes leiste. Wohl könne es scheinen, als sei die Kirche vor allem bernien, der Bildungsnot abzuhelsen: in WirNichkeit aber psropie sie die Köpfe nur mit Wottstoff voll und betrachte zu viel Wißen als schädlich. Dos gelte nicht nur sür dir katholisch', sondern auch für die evangelisch: Kirche. Tiefstes Uebcl sei die Nötigung des Gläubigen zur u n e l, r l i ch kr i t vor sich selbst. Dieser Vorwurf treffe mich die sog. liberale Theokogäc. die sich nicht von Worten' trennen könne, die von den Zuhörern geradezu inißvcrüanden werden müßten. Nur auf Grund völliger Freiheit könne Achtung vor der einzelnen Persönlichkeit erwachsen. Tie Freiheit des kl h r i |t e n m e n f d) e it fei im letzten Grunde allein die, zu tun, was der Priester lehre, Tie Wohltaten der Kirche lausen aut einen Handel mit dem Himmel od-r aus den Dienst vor dem Reichtum hinaus. Darum säßen die wahren Vatettandsieinde nicht außerhalb, sondern innerhalb der Kirchen, Eine wahre Reformation dieser ict unmöglich, nur, reinliche Scheidung angebracht. Doch dürfe niemand aut Trennung von Sjnat unb Kirche warten, wndern — wo irgend angängig — mit der eigenen Perion vorangehen. iamtt ici keineswegs ein Beweis von Uiichriiclichteit gv- geben: ern Verblerben von kirchlich llnglänbigcn im Schoße der alten Ernrlchlung aber wirke geradezu lächerlich. Wer nickt die freie Lat wolle, dürie auch nicht vom freien Gedanken schwärmen. —Zit der freien Aussprache bekannte sich Herr Prediger Euler als cm Mann, dcz gerade um. seines entickuedencii Ehristimtums TülUl aus der «taatslirche ausgetreten sei. Wissen, Freiheit, uralt bliebe» ewrg Llüäwerk, aber der persönliche Halt, den er in dem Lebendigen Christus gesunden habe, helfe ihm über alte Lchwiertgkeüen hinweg. Herr Dr. Spohr betonte deni- gegenuber, daß gerade tiefstes religiöses Leben einer Autorität gut entoehren .onue. ihm iei Christus wohl ein Vorbild, aber teilte Autorität, ^n seinem Schlußwort gab Herr Tr, Schiller lemer Freude über ie.de chrliäie Gegnerschaft Ausdruck. Unterschiede wurden stets bleroen: aber viel sei schon erreicht, wenn es gelänge, .lndersden.ende an lrredlichcs Nebeneinanderleben zu gewöhne». E int 8« 11 •»' 1 1 e ü e t e i n i g H n » des Großher- 5 • 1 u ™ - Die freie G a ft w i r i e - I n n u n g in D a r m st - d t not W Ute, ^>nnungsveriommlung angeregt und beichlosien, den ttezttt der Innung au, das ganze Großherzoglum auszndehnen. Die Geunde, die in der Beriammlung zu dem Beschluß iühtten, sind Wlgende: Bis vm -.'ahees,rist wurde» die Interesien der hessischen Gastwirte ausichlreßlich von dem G a st w i r t e v e r e i n D a r m - der seinen Wirkungskreis über das ganze Grotzherzogtum erltreckt. g.ie in Tarwstadt wohnenden Mitglieder des Vereins lchlopcn „ch nun E>4de 1912 z'n oer Gastwirle- I n n u n g T a r m st a d t zusammen. Beide Vereinigungen hatten eine gemeinsame Verwaltung, insbesondere denietben Vorstand. Auch die Mittel ließen sichi bei dem Jneinanoergreift'n der Aus» gaben und dem Zusaminenbang deS Vereins- und Innuugslebeni namentlich im Hinblick aus die geschiäftlrche EntiMckettirg kaum trennen. Nur die Formen der beiden Korvorotionen sind verschieden. Da hierdurch Schwierigkeiten bei der Führung der Berwal- NiNgsgcschäite entstanden sind, io emichloß nmn sich, auch die anßee- halb Darmstadts ivohnenden Akitgtrcdrr des Vereins in den Kreis der Innung einzubezichen. Damit chkrd einerseits die Existenz eines besonderen Gastwittevereins cnibchrlich, andererseils erleichtert sich die ganze Geschäils- und ilkechnungsiührung der Jnnunis. — Da bei den nbttgen Gastwltteveremen der 3 Provinzen und auch bei den ÄerioaliungSbehörden keine Bedenken über die Ausdehnung des Jnnungsbezirke? vorlicgen, ivird die Genehmigung hierzu durch das G r o ß b. Ministerium erfolgen, ** Alldeutscher Verband, Der 'Alldeutsche Verband veranstaltet, wie uns geschrieben wird, am nächsten Samstag im Hotel Schüjz einen Vortragsabend mit Lichtbildern, an dem Herr Dr, jnr, Lilbr. O e h l e r über das Deutschtum in Bosnien und die Frage der Großgrundbesitzauiteilung zum Zweck der Ansiedlung .von Kleinbauern iprecheix Ivird, Herr Dr, Oehlcr ist feit mehreren Jahren in Bosnien tätig als Oreo i ator des Raiiieiienkasienwe'ens in den dortigen deutschen Bauernkolonien und eben aus dem Rückweg nach Bosnien begriifeil, ** Die Herrin des Nils ^gelangt zurzeit im Lickt- i v i e l h a u s zur Ausführung und lockt täglich durch den Ruf, der dem Drama vorausgeht, ein zahlreiches Publikum in das Theater, Dieser stiul ist nicht unberechtigt. Was die Technik aus den lobenden Photogrävbien hervorzuzaubern versteht, in dieser Geschickte der Königin Cleopatra, des von ihren Reizen umgarnten Liebhabers Marr Aurel und des stolzen Römers Antonius Hai sie alles vereinigt, um die beabsichiigie Wirkung zu erzielen. Rein vom technischen Standbunkte aus betrachtet, ist das Drama eins der besten aus dem Gebiete der Kinematographie, Prachtvolle Bilder in orientaliichem Prunk, jesselnde Szenen aus dem römischen Krtcgs- leben, Massenizenen in Aegnpten und Rom, sie alle bieten, in raisinierter Regiekunst vereinigt, ein technisches Kunstweick ersten Ranges, das das Interesse des Zuschauers ungewöhnlich anecgt, Lluck die Darstellung der Hanvlrollen, besonders der herrischen, graniamen und^ sinnlichen Cleopatra, ist wahrbeitsgetteu, wie es uns kein Geschichtsbuch anschaulicher schildern kann, ** Einigeübermütige Musen söhne, die des Alkohols anscheinend überdrüssig waren, führten am Sonnüag iinttacs von einem in der Schulstrabe haltenden Milchwoaen mehrere Flaschen Milch aus. Sie zogen damit in ein nahes Ladengeschäft, um sie dort unter allerlei Ulk zw leeren. Der Besitzer, der sich^ ihrer: vergeblich zu entledigen versuchte, holte schließlich euren schlitz- mann zn Hülfe, Nachdem dieser die Srudenten mit Mühe aus dem Laden entfernt hatte, wollten sie mit dem Milchweigen das Weite, suchen. Erst als ein zweiter Schutzmann enchien, gelang es, die Uebermütigen abzuiühren und so an weiteren Taten zu hindern. ** Blind - r Eifer schadet nur. Ter Besitzer eines einsam gelegenen T. ittSlnruses in der Nähe Gießens wollte mit seinem Knechte einen Kirschbaum fällen. Ter Knecht stieg hinaus, um ein Seil anzubiingen, mit dem der angi'iägte Blaum umgezogen iverden sollte: ei wurde aber abgeruien und ließ das Seil mir lose liegen. In der MeinuiP, daß es befestigt sei, riß der Wlrp, dkm es nicht rasch genug ging, mit Leibeskräften an dem Seil, Es gab nach und der Uebereiirige flog in großem Bogen aus die Erde allwo er sehr verdutzt liegen bläeb. Das Sigen soll ihm HOttt noch Schwierigkeiten bereiten, " Ser linein der Hausbesitzer läßt, ivie mm, uns ickreibt, gelegentlich seiner Iabres-Hanvtverlninmlnng, die an: Mfttwoeb abend in, Saal des Hotels Schlitz stattstndet, einen Vor- traa über H a u s b a I t v i l ^ch t nnd die V e r l i cf) e r u n q S - anstatt deutscher Haus- nnd Grundbelitzer, soivie über den Webrbeitrag halten. Das Reseral hierüber hat Rechtsanwalt Raab übernommen. "Tie (über ii eöodi*eit feiern heute Georg Schimmel und Frau. Herr Schimmel ist Werknieister in der Ztgarrensabrik Bender. Landkreis Gießen. ’2< Lich, 18. Jan Ter starke Frost der letzten Woche ermöglichte es den hiesigen Brauereibesitzern und Metzgern, diesmal in kurzer Zeit ihren Eisbedars zu decken. 'Alle zur Berfiigung stehenden Borratsränme sind schon gefüllt. Die Brauerei Jhring, die gegen 50 Arbeiter zwei Wochen lang beschästtgte, har allem rund 1500 Fuhren Eis geerntet. 4 Muschenheim, 18. Jap. Seit sehr vielen Jahren ist die Wetter in diesem Winker wieder einmal so stark zugefroren, daß sie zum Schlittschuhlausen benutzt iverdcir icntn. Heute unternahmen viele Schlittschuhläufer auf der Wetter Ausflüge nach benachbarten Orten. ll. Lollar, 17. Jan. Durch Stauung der lahnabwätts- treibenden Eismassen an dem Wehxe vor der Turbine am hiesigen Hüttenwerke hat das Wasser einen großen Teil derGemarlung Rnttershausen überschwemmt. Um sich einen Abfluß zu verschaffen, haben die Fluten das anliegende Wresengelände auf eine Läng-e von ca, 100 Metern und durchschnittlich 20—25 Meter Breite durchbrochem. Hierdurch ist den Geländcbcsitzern ein großer Schaden entstanden, -r, Muschenheim, 17, Jan Der hiefige landw. Konsumverein verlor bei der Hmlptgenossenschaft Friedberg 3500 Mk. Zur Deckung dieses Verlustes wurden die Reserven und Geschästsguthaben der Oienossen verwandt; außerdem muß nach Beschluß der letzten Hauptversammlung jedes Mitglied noch 10 Mt. bezahlen. Das letzte Geschäftsjahr war für den Bercin sehr günstig. Der Reingewinn beträgt nahezu 1800 Mk. Davon sollen als Warendividendc 8 Prozent verteilt und der Rest zur Gründung eines neuen Reservefonds verwandt werden. Kreis Büdingen, h, B ü d i u g e n, 18, Jan Ter Wilddieb, der kürzlich in den ksicsigen fürstlichen Waldungen überrascht und dann dem Wächtcrsbacher Gefängn»- zugeführt wurde, dort aber noch am gleichen Tage a u s b r a ch,i wurde in Witkgenborn verhaftet. Er hatte sich hier in einer Scheune wohnlich eingerichtet, ^ .. h- «tockheim (Dberhessen), 18, Jan, In Gegenwart d»e Kreisrats Bocckiilanil (Büdingen) fand heute eine gutbefuchlc Berjammlung statt, die sic!, mit der Wieder- erössnung der seit sechs Jahren stilliegenden Zucker- fabril beschäftigte, Nack, längeren Verhandlungen wurde ei» Ausschuß gebildet, der in den Interessentenkreisen der Umgegend Umfrage halten soll, wieviel Morgen Zuckerrüben inan zur Bcrarbcilung bauen will. Wenn inindestens 3000 'Morgen augemeldet werden, soll die Fabrik zum Herbst dicsesIJahres wieder in Betrieb gesetzt werden. Der heutigen Versammlung nach zu schließen, rst die Stimmung für die Mlederaiifnahme des Betriebs günfttg, Kreis Alsfeld, 0 Eh rings hausen, 19. Jmi, Gleichwie in Krofdorf, so ist auch für die hiesige Bürgernieisterei ein Kriegerdenkmal ^nrt emein Voranjchlag von 2000 Mark beschtosien, Tie Sammlung hat bis jetzt 1000 Mk, an freiwilligen Gaben ergeben. Das Denkmal kommt unterhalb der Kapelle mrd des alten AnttsqerichtsgebäudeS an der Kreisstraße Wetzlar-Herborn zu stehen, Kreis Lauterbach, 4 Lauterbach, 18. Jan, Die Inbetriebnahme der neuen El senb a h n str ecke Nr ederaula-Schlitz wird am 1, Juli dieses Jahres ersolgen. Die Streck« pe'reoeeaula.AIsseld wird erst näcksfles Jahr serttg- gestellt sein, da sich dem Bau viele Schwierigkeiten enr- gegewgestellt haben Kreis Lchotten. »e » ob « „ ba »Ie „ II. ,9. Jan. Ter Lehrer Sch, bisher an der Büraettchnle zu tzü'vlten, winde aeilern linier Dem Ber dachte, ein Lttilichkeitsver brechen an einem Knaben be- aanaen zu bade», verhaltet und in das Änilsae'änonls uaw Utrichstein gebracht. Kreis Friedberg. JnderGcmcinderatsiitzung »Hii) die Bernlung über der Bcrvachtung der Schäferei nat. i.t. Bogt berichtete namens des Finanzausschuiies, daß die Berbondlung nrit dem Vertreter der hiesigen Schaiereigenosien schalt, Ockoiwm veil, ergebnislos verlausen iei Ter von dem Finanzausschuß gemachte Vermittlungsvorschlaa, der Stadt anstatt einer lährlichen Pacht von 2)0 Mark, für bas Jahr und Stück 50 Pig zu zahlen, fei ton Oekonom Heil abgelehnt worden. Ter Gemeinderat habe sich nun schlüssig zu machen, was in dieser Angelegenheit weiter geschehen solle Müller bemerkic hieraus, dass er von der GenoHeusckxm den Aunrag e,hal:en habe, mit dem Gemeinderat weiter zu verhandeln, Er müsse aber ent schieden auch den Vorschlag des FinanzauSichuücS ablehnen; die Genosienichajt sei jedoch bereit, eine Jahre-pachi von l00 Mark zu zahlen. Ohnacker fragt an, in ivelchcr Weise die Qbt* nosscnschast die Aufnahme von Mitgliedern zu regeln gedenke. Müller teil« mit, das, die Mitzticaerzohl bereits iestneic»' sei und cs jedem Pupbacher Schasbentzcr gestattet Nnirde, Schajc bis zu einer bestimmten Höchst za hl der Verde zuzutreib.'n. Beigeordneter Hi: i l verlangt die Ausnahme der Beringung in den Vertrag, daß dem Schäfer nur das Behüten der städtischen neuen Slh.baum anlage bei trockener Witterung und vorheriger Einholung der Genehmigung der Bürgermeisterei gestaltet sei. Metzger bezeichnet bas Verhalten der diesigen Gcuosicnichatt als ein z» gc- schäilliches Gebahren und bittet, an dem geforderten Pachtbctrag sestzuhalten. Ohuacker ist der Ansicht, den Vertrag nur aus kürzere Dauer — 1 bis 2 Jahre — abzinchliekc» Tröster bittet um Berücksichtigung der hiesigen Landwirte. Hieraus wirb mitgetcilt, daß aus die Aufforderung d-r Bürgermeiüerri 'ich 12 Besitzer gemeldet und etwa 360 Schale angcmeldet haben. Metzger ist der Ansicht, die Debatte zu Ende zu führen, denn man habe doch nur zu beschließen, ob die Verpachtung der S 'vt- seiet an die hiesige Genossenichast oder an auswärtige Händler stattsindeii solle. Ovvcnheimcr stellt folgenden Antrag: Die Gcnossenschait hat bekannt machen ZU lassen, daß sic jedem hie. sigen Einwohner innerhalb eines bestimmten Zeitraums den Zu tritt zur Genossenschaft gestatte, das, sie für sich nur 25!) Schase zur derbe treiben dürsc und der übrige Teil von Nichttnitgliebern der Genosienschait bcigelricben werden könne. Dr. Bogt schlägt vor, mit der «etzigen hiesigen Gcnoiscnschalt den Vertrag abzu- ichließen mit der Auferlegung der Verpflichtung, den Zutrieb von Schafen hiesiger Einwohner unter gleichen Bedingungen wie die der Genossenschaft selbst sowohl der Zahl wie der Höhe des Triebgeldes nach zu gestatten. Ber entstehenden Streittgkeiten in dieser Hinsicht steht dem Gemesnherai die Entscheidung zu. O p - venheimer zi°ht hicraui seinen Antrag zurück und eS erfolgt Abstimmung über den Amraq des Tr Bogt, der aua-nom- men wird mit der Bedingung, daß die Genoiienschail eine JahreS- vacht von 156 Mark zahlt und der Schäser vor Behütting der jungen städtischen Obstbaumanlagc bei trockener Wil erung die Ge nehinigimg der Bürgermeisterei cinholt — lieber die Orts» satzung, betreisend Anstellung eines besoldeten Bstbgermeisters erstattet Tr. Bogt namens des Finanzausschusses BerickN. daß mit das am 17. Mai Geratene und genehmigte Statut ovn Grohh. Ministerium einige kleine stlbänderungcn gemacht worden seien. Heydt ist gegen die heuttge Abstimmung, da die neuen Mitglieder noch nicht genügend darüber iniormicrt seien. Ohnacker und Metzger verzichten aus Verlesung des Statuts, da sie nach einer so eingehenden Beratung desselben und auch die Behörden keine wetteren Beanstandungen vvrgcnvmmen hätten, sicher auch keine neuen Momente heieinbringen könnten. Tr Bogt schlägt vor, das Statut bei sämtlichen Gemcinderatsmttgliedcrn zirkulieren zu lassen. Tem Vorschläge wird zugcstimmt. — Gemeinderat Heil verliest die von dem erwähnten Ausschuß abge^ndert- Ortssatzung bettessend die Erhebung der Gebühren für Wasserleitung und .ttänoliiation. Hieraus stellt Ovvenheiiner wiederholt seinen Antrag: Tie Erhebung des Wasicrgcldes in der KiSbcrigen Weise wird abgeschosst. Jede Haushaltung erhält 56 Kubikmeter Wasser frei, der Mehrverbrauch wird nach den bisherigen Sätze» er. K>bcn. Jedes HauS erhält einen Was'ermesser, der Meh-veeb-auch wird von den Hmisbesitzern erhoben. Ter Ausiall von 13 600Mark wird durch Steuererhöbung von 12 Prozent bereingcb'acht. Heil emv'iehlt die Annahme der vorgclescoen Orts'etzung. Br a u b a ch weist eaarui bin, dass demnächst ,rotiere kostioielige Revarattiren auszu'übicn seien Metzger hält den stintrag Oppenheimer nicht für annebmbir, und das verlesene Statut sei i?m> auch nicht ivmpathisch Wasser iei eine Ware und deshalb müsst jeder Abnehmer wirklich das bezahle», was er nach dem Mest'er per brauche. 0 b n a ck e r stimmt der Skala Opaenb-imer -II. nur iknn der große UkberaanaSsatz aus. Er habe aber auch volles Vertrauen zu dem Ausschuß, der die Gebührensätze neu iest- aeietzt Kob' H c h d macht daraus auimerkigm, das, bie_ einzelnen Sätze früher noch ungleicher gewesen seien und aus seinen Vorschlag gemildert worden wären Tr. Vogt bemerkt, das, gerade unser Statut aus sotialen Gesichtspunkten heraus aelchoistn --nd an vielen Orten nachgeahmt worden sei TaS auigeNeendeie Kapital sür Wasserleitung und Kanaliiatio» sei noch lange nicht amortisiert, wie Ovvenbeimer meint, sondern es la"en vgrn>„ mit den dcmuächstigcn Ausgaben nom ungc'äbr rund 350 600 Mark. Tröster warnt vor einer allzusttaiscn Svannung der Steuer. Metzger »ragt an, ob sich noch in Däusern vor dem Messer ein Ablaushabn befinde. Grauer teilt mit daß dies nur noch in einem Hause der Fall gewestn, und der Hahn beseitigt nwrdcn sei. Ter Antrag des Bürgermeisters Flach, das verlesene Statut in seiner ganzen Fassung an - zunehmcn, wird mit Stimmenmehrheit angenommen. veretnsnachrifften. . — Watzen born-Stcinberg, 18. Jan. Gestern abend fand eine stark besuchte Versammlung unseres Obst- und GartcnbauvcreinS bei Mitglied Balth. Sommer statt. Nach verichiedeucn Mitte,lnngen dos Boriitzenden sprach dieser über ein neues Hilfsmittel bei der Frühgcmüse- und Blumenzucht. Eine Anzahl Mitglieder wollen Versuche in dieser Hinsicht im lauienden Jahic misiühreu. — Darnach hielt der Schnstiührer des Vereins, Finauzamtsaehilse Schäfer, einen ausführlichen Bortrag über die Wcbnwrlage, au> beweine lcbhaite Aussprackw iotgte. - Taubringcn, 16. Jan. In einer ordentlichen Haupt Versammlung des Manu erg csangverelnSTaubringen wurde einstimmig der Beschluß gesaßt, den Männeiturnoercin Täublingen in das Vcreinsrcgistcr des zuständigen stlmts- gerichl- eintragen zu lassen. Aus diesbezüglichen Anirag wurde dieser Verein am 3. Januar 1914 in das VcrcinSregistcr des Großh Amtsgerichts Gießen cingeiragen. --- L a n a» G ö II s , 17. Jan. Ter G e > l» g e lVogel un d K a n i nche n ,n cb t-Verein Song.GönS oeranNalicl in den Tagen vom 2-> Februar bis I. März d. Js. ttme 2. Lokal- AuSliellm"' in dem Saale des Herrn vemrich Senrich. i~i Bleichenbach. 18. Jan. In einer stark besuchten Versmnmlung des kiesigen Kr i e gerverei ns hielt Lehrer Storck von Altenstädt einen Borrrag über die Zeit vor hundert Jahren Preußens Erstarkung unter Führung der Geistesheldcn der verschiedensten Stände und endlicher Sieg der guten Sache, gaben dem Nedncr Gelegenheit, ein crhcbend-es Bild vergangener Tage mit Mahnung an die jetzigen Zcitau,gaben oarzuiübren. o Nidda 17. Jan. In der Dauptvenanrinlung des hie iiacn Gewerbe Vereins hielt gestern abend Nechtsanwali Kauiinann auS Gießen einen «ortrag über das neue Ge mcindeumlagcn-Gcsctz und den Wehrllcuerbe,trag. Wegen de, großen Wickttigkctt der beiden BortragSablchnutc hatte nch eine unerwartet hohe Zahl von Zuhörern lm Laale . zur Traube eingcsundcn. Ter Vortragende vcr,tand es. an der Hand ovn Bciltnelen und Mustern den schtoierigeu Ttott in klarer Weise zu erläutern und erntete dasür großen BeiiaU. Schlitz, 18. Jan. Tcr Familienabend des Kircken- gcsangucrcins. der ber zahlreickwi' Beteiligung im Gunt rnmichen Saale statt and. nahm miler Lkiiung von.Kantor Böhl äncn gute» Verlaus. Tie Nonzerrmuük d^ Kapelle Wagner, vie die Geiangsdorbielungen von geistlichen und Dolkslicderr andeit lebbaiteu Anklang. Eine hiesige, svmmbeaabte Sängerin Fil Jungblut, trug zwei Lieder, ,,Tonntagslied" von Men- elsiohn und „L i t haur s ch e s Lied" von Chipin, recht ansprechend wir »nd erntete wohlverdienten B isall. Ein kleines Tdeatmstück, gespielt von den Damen Feick und Habicht, beschloß bcn ossiziellen Teil. LüttDutivtsciicift. o. Nidda, 18. Jan. Gestern und heute sand hier in KraitS Saalban die l. Kreisver bandsaus st cllung der Ka ninchenzuchtvereinc Nidda und Büdingen statt, die mit etwa 130 Nummern büchickt war. Ter Besuch der AuSstellun- von auswärtigen und hiesigen Züchtern war recht stark. Tic aus gestellten Tiere entsprachen durchweg tu Körperbau »nd Farbe guten Nasselierrn. 63 Preise wurden verteilt. Es erhielten: I. Ehrenpreis für die beste Gesamtleistung bei 8 Ausstel lnng tieien mit <21 Punk en Finanzam sachilkc W. Klaus-Ni bi, den 2. E h r c n v r e iS sür tic zweitbeste Gksanttleistung b.'.r 1 Aus stcllungStiercn mit 350 Punkten k. Bölzing Nidda. I. In der 21 l t t i e r k l a s s e: a' B e I g i s ch c R i e s e n: 1. Preis Ä. Braun Ni>da, 3 Preis L. Uhl-Nidda. 2 3. Preise A. Jenjch-Ni.'da, 3. Preis Gg. Lind-Nidda, 3. Preis St. Sibramm-Wallernlwuicn 3. Preis K. Aßmuß-Wallernhausen. — b) Japaner: 2. Preis Ü. Franz-Kob^ cn, 3. Preis Gg Lind-Nidda. a> Blaue Wiener: 2. Preis und -zwei 3 Preise W. Klaus-Nidda, ck tz a n noverancr: 2. Pr i-5 K Tied Nidda — e Silber: 1 Preis D. Äiatz-Ridda, 2. Preis K. Bölzing-Nidda 2 Preis W. KlöS- Nidda, 2. Preis K. Keller-Nidda. 2. Preis 0 Töngcs-Bleickwn- bach. 2. Preis W. Schüs;ler-Bü4ngen. 3. Preis 0. Tönges- Blkichenbach, 3 Preis K. Wcvel -Nidda. 3. Preis K Keller-Nidda. 3. Preis K. Bölzing-Nidda. — f) Russe n: 3. Preis 0. Tüngcs- Bleichcnbach, 3. Preis A. Brock-Nidba. — g) Hascnkanin- chen: 2. Preis K. Bornheimer-Büdjngen, 2. Preis Joseph Güntbc, Büdingen. 2 Preis D. Braun Ri^da. 3. Preis ÜB. Schüß- ler-BLdingen. 3. Preis Otto Methscsscl Büdingen 3. Preis K. Müller-Nidda — h) Holländer: 2. Pres» St. Kniß-Nidda. — i) Hermelin: 1. Preis Joseph Traud-Nidba, 1. Preis K. Müller-Nidda, 2. Preis L. Geiger-Nidda, zwei 3 Preise K. Böl-inNidda, 3. Preis A. Eckhardt-Nidda 3. Preis I. Weib- lingcr-Büsingen, zwei 3. Preise Ernst Weber-Büdingen, ll. In der Jungtierklasse- a) Belgische Riesen: 1. Preis H. Franz-Kohlen, 2. Preis I. Weiblingcr-Bädingen. 2. Preis K. Weil-Büljngen, zwei 3 Preise F. Becker-Wallernhauien. zwei 3. Preise K. Asnnuß-Wallernhau'cn. b Deutsche Riesenschecken: 2. Preis Jo'evh Olünther-Bü'inqen c) Blaue Wiener: 3. Preis W. Klaus-Nidda, ckl H a n n o 0 c r a n e ä: 3. Preis K. Lorz-Nidda. e) Silber: 3. Preis K. Keller- Nidda. 3. Preis W. Klaus Nidda, f) Russen: 3. Treis K Keller-Nidda, g ■ Hasenkaniiichen: 3 Preis W. Schüßler- BDinecn, 3. Preis Joseph Güntbcr-Büdingen. h) Hermelin: l. Preis L. Geiger-Nidda, il Häsinnen mit Jungen:. Belg. Riesen: 2. Preis I. Junker-Nidda. Silber: 2. Preis H. Kaatz-Nidda. 3. Preis I. H. Beck-Büdingen, 3. Preis W. Seivel-Niddg B l a k u n d t a n: 3. Preis K. Weyel-Nidda. Holländer: 3. Preis K. Kniß-Nidda. Der öritle Nrnpp probst. Berlin, 19. Jan. In der Verhandlung wurde ein aus M e n t o n e eingegangenes Telegramm des 5)errn von M chen verlesen, in dem dieser mitteilt, das; er in Mcntone ;ur Kur weile und deshalb als Zeuge nicht erscheinen tonne. Der l^efichtshof behält fid) Beschlußfassung vor Sodann erscheint als Zeuge der Bnreauvorfteher Brandt. Der Zeuge, der sich augenblicklich in einem Sanatorium befindet, macht den Eindruck eines kranken Mannes. Er bekundet, er sei infolge seiner Verbaftung ungemein niedergeschlagen gewesen und habe bedeutend mehr sit Protokoll gegeben, als den Tatsachen entsprach. Uebrigens litt auch sein Gedächtnis infolge eines Unsalles. Er könne nicht mit Bestimmtheit sagen, ob ihm der Angeklagte Pfeiffer Mitteilungen machte. Er könne sie auch crns dem Kriegsministerium oder anderswoher erhalten haben Weiter erklärt der Zeuge, er habe gegen seine Verurteilung keine Nevision eingelegt, weil es Direktor Eecius und auch die Firma Krupp nicht wünschten und die Straie bereits verbüßt war. Ans eine weitere Anfrage bemerkt der Znige, er könne nicht angeben, welche anderen Bearnten des Kriegswinn- sterinms ibm Mitteilungen oema.cht haben. Im weiteren Verlaufe bekundete Landrichter Dr. Deüel. er hätte bei der Vernehmung Brandts als Untersuchungsrichter nicht den. Eindruck gehabt, daß Brandt aeiües- oder gedächtnisschwach w'ar. Der' Vertreter der Anklage erklärt, aus das Zeugnis des Herrn rwn Meden verzichten wollen während der Verteidiger nicht daraus verrichten will. Sodann tritt eine kleine Pan>'c ein. In der Nachmittaassitzung wurde eine Anzahl Zeugen vernommen, die über die Kornwal-er und den Verkehr der Beamten im Kriegsministerinm Auskunft oeben soUen Wiederholt wurde vorübergehend die Oefsentlichkeit ausgeschlossen In öffentlich«! Sitzung bekundet Major Wurübacher vom. Kriegsminiüerinm, daß Brandt ein ganz vorzüglicher und sehr intelligenter Beamter mar. dem er etwas Unehrenhaftes niemals 'ngetrant habe Dr Meiner als-vertretender Untersuchungsrichter, beki'Ndet, auch ans ihn Hube Brandt nicht den Eindruck eines gedächtnis-- oder geistesschwachen Mannes gemacht D»e Weiterverhandlung wurde daraus au» Dienstag vormittag 10 Uhr vertagt. GicricbtslaaL h Frankfurt o. M.. 1^. Z n. Gegen^b'osa Lurernbnrg ist von >er lnestaen SigatSoinvatt'cbaft ein Strafverfahren wegen Vergebens gegen die lU> und NI lVerä'ebtlichmachen staatlicher E'nr'kt tunaem des Strafgeietzbnebes einae'ettet Das, Delikt ivird in einem Vortrag erblickt, den die Vednerin Ende Seolember 1-08 in einer ostentlickien Versannnlung hieZelbst bielt. Die Verhandlung ist auf den 20. Februar anaesegt. London, 17. Jan. Acht Offiziere und acht ?lngestellte oder eben'alige Angestellte der bekannten Nahrungsmittel irma Livton Limrted" unter denen sich der Direktor Jchn Ccrissiel) befindet, erschienen heute vorinittag vor dem P o l i zei g e r i ch t in der Bowstrect. Sie sind wegen B e st c ch u n g angeklagt, deren sie sich bet dem Abschluß von Lieserungsverträgen für die veereskantrnen Verwaltung schuldig gemacht l>atten Es hrnxlt 'ich um die Zah lung und Annahme ungesetzlicher Kommissionsgelder. OcrmüdiK*. * Zum Untergänge des „W 7", L o n d v n , 10 Januar. Die Versuche, das gesunkene Unterseebvot 7" aufzufinden, wurden gestern fortgesetzt, bisher jedoch erfolglos. — Anläßlich des Unglücks richtete der Staatssekrc ör des Reichsmarineamts, Großadmiral v. Tirpftz, an den ersten Lord der Admiralität folgendes Beileidstelegramm: Der Mmiralität der britischen Marine übermit ele ich namens?hrer deutschen Kameraden den Ausdruck der aufrichtigsten und wärnisten Teilnahme an dem Unter gang des „A. 7". Mit der englischen Motte trauert die deutsche um die iapfere Besatzung, die in treuer Pslichi- crfüllung ihren Tod sand. — Ter erste Lord der Admiralität. Winston Spencer-Churchill, sandte folgendes Tanktele- gramni: Meine Kollegen »o» der Admiratttät vereinigeu ,ck> mit mir tu dem Tank für den Ausdruck Ihres Äoi cids. Tie gütigen ernsten Worte, die Sie namens der den! chen Motte ausfprechen. werden von der britischen Ma ine hock, gewürdigt. — Gegenüber der scharfen ösfentlickw: Kiritik über die Ursachen des Unglücks des Unterseeboote „A, 7" vciöüentlicht die „Evening tstews" von der eng lischen Admiralität inspirierte Mitteilungen. Danach seien oic 15 Unterseeboote der Klasse A (von denen einschliebltch ocs „A. 7" bereits acht untergegangen sindß zwar die allsten, aber durchaus nicht veralteten Unterseeboote. Sic .ätcn durchschnittlich drei Tage in der Woche Dienst und würden zur Küstcnvcrtcidigung verwendet, wofür sie twch geeignet seien. Tie Mannschaft dränge sich wegen des angenehmen HafendlenstcL zum Dienst aus ihnen. Ter Hcbc» apl-arat, über den die Admiralität verfüge, sei stark genug. Llus Sidneh werde noch ein Hebedampscr erwartet. ES sei aber unmöglich gewesen, das in 24 Jaden Tiefe liegende Schiff binnen 24 Stunden zu heben. Tas deutsche Unterseeboot „U. 3", das in 7 bis 8 Stunden hccaufgcholt worben sei, habe nur in jicben Jaden Tiefe gelegen. Kleine Tagerchronik. Aus dem Romcrsdorser Weiher bei Gladbach braßen die beiden Sohne des Schmiedcmeisters Fink ans äladbach im Alter von 12 und 13 Jahren beim Schlittsckmh- auscn im Eise ein und ertranken. Bei dem Ver- uihe, sie zu retten, geriet ein l?iährcher Bursche namens Schlemmer ebensälls unber das Eis und büßte glcich- ialls sein Leben ein. Die „B. Z." meldet aus Miitweida: Am Sonntag abend gegen 10 Uhr brach am Markt ein großes Muer aus, das in kurzer Zeit 12 Häuser vernichtete. 3 2 Fami» ,icn sind obdachlos geworden Mehrere alte Mauen und Kinüer schwebten in Lebensgefahr, konnten aber noch ecchtzei:ig gerettet werden. Ein alter Mann erlitt einen Beckcichruch. Wegen Schneeverwehung ist der gesamte Verkehr ans der Strecke Alt rc i chen au — iaeid m ühle bis auf weiteres gesperrt. Märtte. Gleste», 20. Jan. V! a rttteri cbt. Auf be»liaen> Wockien- i»artte tastete: V»tter da« 1 lunb ' ,25—1.00 -3»f. Hühnereier 1 Stück 12-00 Pta, r Stück o ä°a, käle kos Stück 6—8 -! Io, käseniatte 2 Stück h—6 ! i.,„ Taiib^i las Vanr tz,W—l.st» ?' f. Hübner per Slüct 1,00—1,60 Ulf., Hahnen rr. Stück 1,50—2,5» T k„ Ente» vr. St. 2,50—ä,50 Alk., vöicke das äld. 75—85 0cklensteisch rr. i-'d. 92—100 I >q„ Ri»bü«isck pr. Pt»nb 90—94 -Jfa, kiihfleisch 80 Pia, Ccknvei»«- f «ifeti rr. T'itit) 90—100 ä >a« Kalbs eisch pr. Pld, pc- ph >lp. Hammelüeilch re. Vtb. 70—90 Kartoffel» vr. 100 K». 5.00 bis 5. 0 Pik., Weißkraiit bas Stück 10 bis 2 » Vtg, Ziviebel» ,>«l Zte. ' 2,00—15,00 Mk.. Plilch das i itee 22 Piip, Nüsse 100 Stück 50— 0 Piq., »ec Zlr. 0—00 Mk» Birnen bas Vtnnd 15 bi« 0 Plg, A-viel üer Zentner 15 bis 22 Alk, wlarktzett von 8 bi» 2 NKr. SO. rsietzbadcn. V ie l, b »i-M a rkt b eri ch t vom 19. Jan. uUrleb: Rtnvee 2 1 f> (OtMfn »l, Bullen 22, Kühe und Färien 130), Kälber oy, Schale L, Schweine 1036. Marklvtckaui: 2>Naen,>»„ ruhiges Geschält. Grostvieb »nd Kleinvieh »e Inzer Uebcrstand. Tchsen. Voststkllchiqe, anSqemästete, höchsten Cchlacht» irertes in, Alter von 4—7 Jahren .... J»»a«. steilchiae, nicht ausaemästete und ältere ansaemästete ............ Nläßia aenäbrte junge und gut ge* Prelle >ür lOO Pid. Lebend- Schlacht- aewicht Bullen. Vvststcilchigs, ausgew., höchsten Schlachtw. Färlen. Kühe. Voststeischige ausgeniästete Färsen höchsten Schlgchtivertes..... . . » , - Vvststeiichige ausgemästete Kühe höchsten Cchlaebtwertes dis zu 7 Jabre»..... 2 eitere ausaemästete Kühe und wenig gut ent» Mäßig geaäbrie Kühe und Färsen..... Gering genährte Kühe uns Färsen..... Kälber. Feinste Maslkälber........... Mittlere Blast- »nd beste Saugkälber.... Geringere Blast- und gute Saugkälber . > . b eringe Saugkälber.......... Schale. Mcideniastschale Biaftlämmer i>»5 Dlasthammel .... 43,'X Schwein e. Loststeischige Schweine von 80 —100 bg; Lebend- ge>vi IN.........• . . . . Vollllcischige Scknveine unter eo ’ng Lebendgewicht Bvllsleischige ochweinc von loO -120 kr Lebend» geivicpt ... .......... VoUsieischige Schweine von 120—150 kg Lebendgewicht .............. üenschwenie über 150 kg Lebendgewicht . . Mk. 50-57 BN. 89-90 49-53 87—95 45—48 80-88 17 78—83 70-76 48-53 85—94 39—43 70-77 XU 77—84 65—69 58-62 69—72 61—05 53-58 48—52 115—12Q 102-103 90—98 80-8'. >-44.00 90—92 54 x ' 3 -56 54-567, 70-72 69—70 55 57% 70-72 54-00 49' ,—51 68—"0 63-64 Meteorologische veodochtungen der Station Gießen. Je * Ja», po : 1914 plf Z W "4 If -£•§ E S if s - is| Wetter 19 1 2'' 747,5 - 1,0 3,3 78 ,NE 9 10 9. 9" 747,1 — 2,7 3,1 83 NE 2 10 20. 1 < H 746.2 - 5.3 2,6 83 NNE „ 7 Höchste Temperatur am Iß. bis 19. Jaguar 1914 = — 0,6 ’C. Niedrigste . , 18. , 19. „ 1914 = — 3,2', Niederschlag: 0,0 mm. r'OOD Wer Odol konieauent täglich an- wendet, übt „ach unseren heutigen ^Kenntnissen die denkbar beste Zahn- r unb Mundpflege aus. Preis: , l l Flasche «Monate ausreichend, M. 1.50, '/- iXasche M. —.85. i'sp- _ ». 2 £ ", öj-a s> = 3-?= 3«?°' - -3 - s^h ®=co» £- Z-- © «'S*-_°.e -3 A“~ - SEg-O 3—S> ^.3 >-. ~.;r® ts _- i* o ? «E 3 !, 3 s.--r 3 f' "1 r I s?s- 2 ,»;s > 3 E-s-s 3 - » sag ,*Ö »a-_, 2 .^.^' ^'S.^'ä'o ° § > ~ Es,“f *•- a**^ :z# i «: »s» 3 1 52.W- tt3 2 -- -> 2 - 3 --------3-. = r,2 “3'="®5 3“f'E3°- £äa -g 3 2. 3 " 3 - ='»- 2 3 0 -* 1 O" “' ■ "2,2,3 ^,««^-->3 “rS_ « rt O » .-« “f K £2 e?<=r r-{ o —^3 -* Ss-d-«?^ 3 “ fsjISsS^Si 2 <3 C-£ 3^^® 2*3 3P^C3 3 3. 2|§'a2^=c|s'SS3 « - 2-« Cs)r" - - - 3,“ 0^5 2,3 °"- 3'- 13 « 2 o £ S'or» *«. £2- E s,fcor lS-«3 3 3? ii=a? is»>i 0 .S'=?:c?- 0 ‘a 2 2 3 3 ,® " - » l-äS-Sf--** ©3 ^»co 3 - " - 3 » f “ - - LP *• 00 3- o* ~ o‘3*^ > o ^ 2 3 LZ Z^L' ^ = 5 r *=■ 2 i,i ri 3 6) 3 S7«f «|S.. ^ e' 3 3 cf?t-2-= 1.33 3® gi 1 sl I ’§Z ( 5 , «<= |5|;S 3* ■ ■ CO O M o' “ ■|gfs s - e5 ' ö'i'“o2.5u3§§;S’^’a. > r-t 2. o » 3 fO gl'g’ßi..-. „.17- L> g'jJ.-E.’&S 3 §-5tz>ff-5-Z,E?f - -"§ -r E»s 3-f 5 » er 3 I-HnLo-A 3 2" vS.'»2.^2 3 ! or F= LS 0*3*2 Z° ~ — 3 te ^a* 3 2. 3 £ 3- ^ rv CO ’ 3 ® 3 (-»• oT £,3 0-^5. 3 3 _ Ä ** ». - sts*» «5 ^ & 2 : -277 « —. _ ra fft - - Cf> 1 = 3 IO 3s 3 s? ? « 3= ZsL 3 K 3 2 t% •s' CO 3 n _ ffi 3- Tf* — - = 03 2 2 "»- C3_ y s o'w-gS o- 3 " 3 ~_s-?;s »«Sfgsrg- ^§8ZI ° 6 hS-3s = S =3?5-; sc »'S. » _ 2 ^ i ■ E to|f S-: 3-3^2 3 S-g- 3 3 53 fd ® r> I »j3 ^«'3 3 3 af § f 3- 3- |- 3 a; ™ 3|§ T a|?f ^ ZZA - S'n _§; 5 Elf" OTrr — D -soSZ ■JO " §KZS 3 gg-s; « :« r* » 5 3 §f= 3 ' ll-fff S ' 3 s’««3 Jsffrt t.--".S *“ 3 s'S-ES r^iotsif“«. äs,.? 55 . —. io = -' & ff = o : 2 T I o-S f|3 ALS “ 5§. ?' s e-r» If i s m F I - 35 7 Z5«"?S S.5i p - -2.5- li'äf 3 3-B " ® 3 50) 2 " '19 E »2 'o g ri | "* Cr* 'TO ■•'sp-: 3 =-? f§: cr> 3 s> ■*a -i"r?~cr 3 S- ’-s- -Sl' 2 S“3 3 ; «-5 3, Ö 3 "“*» r^3 e c 3 »'• 2 'S'® 3." 0 3i; . m o _», ^ O«' L C=!--^ ^ 3 g?ss=r |§|f 2 - s D AAAZ- ?JftJg s- 3 «» 2 3 3'g 2 a,o-or 2 3, 3 - 2 2 - 3 - oj fl 67613 f S~ rs,-^ &|sr « 3 3 0 0' — •*f| « •9' 05 SSsC 3 «* a 0 5 co O, S;*“ 3 0' 0)^3 o'fl, " 3 S Z O 3 2, er t ' 3 =. es 2 = 2 5 S'SsIl ^ Sb 3 % n * 3 » 2 .^ Ägi? ißt > ? n = := 2 : ©er 32 _ 2 ,£ -Lg © 55 ©2, §'Üf II lg 3 2 T 2 5 E 3- " w 3r, <1 a 03 2 -CT -ti 2 3 «b ^ 1 2-.fl 2 fdl §?Z>S5 ■i-Ö’E 3 m 5 3 ^'C5^ ~ s ~mZ> g&s- H »=a 55 ^ 2 ? 3 S’^5'2 ^ -3-> ^ - 3 ' 2 ^ 2 ' =2" cr^ 5 = ry Sb 3 §3 3 ^ ° r _, 5; ^ = oicr ~ So 2. 3 ^ 3 3'5 ^2 to T- 3 5! -? —• »-r>i»i—ro 2T -t CK «'t« er» —•»/ 3 P fg^: Z." 3 =S’l&or“' , 'Z 3 =-'’1’_l'2 s ' c: 2-s»»? 3 '3-“s”' a 3 S-Ö-'S- 1 ' 3 ?» - E E 3 g 1 3 ?|*&S { * S ‘ Ü § 3 «I “5 l.s- = 3 &3.SÄ- » -tsaa» jl» 2 = “-S - ? 2 - -Ko 2 ----“®.°-so= -o -S. 2 ,= 5 _ L' I §'!'®=!3 0-0 *2" O er « k^-o m t3 E-E 2 Ss --■ - -->? & . 3 -LZ §2 -S 3 3 H _ '£?■ ~ ä C , =, ~ - - :o ^ _ s - ?• c ^ . ~-S 3 ?6 SZ~ 3 ™ 2 g säsl-.C» crH' 5:'* - 3 2 - 2 .» f'r '3 s co -0=-" s " rZ 2 .«^L «-»lös f*>o>E" §■ A^? 3 33? S'CB- ^ 3 c O- co 2 0 o 2 ■^or? f 8 Ts» - I - 3 "r-^^ 3 " -—2' 01 - o'3„'-*cr ^ — 3 — 2 — 5— o — ,?c2 - 1 «3 —o-y— 5 ;^= S-.s» 5 ^ 2 -«S'äosgä;,' (SsE-—© »—“7S~-3;' -* i 3 a=.s.g g g 3 g- w 3 2 .ZF -2 r-~ 3 a~öS-EorM S-öZZ sg S 2"2 KE-3-s.Z Lg^ELZ 3 o -s-^ ' ^"'Z"S--^LZ2L" 3 " k Z, J^Saa 3- ^ ä -. r ®»3^ - 3 2. 3 ^«roo-' 1 aT.'-a'a 3 _3T' Zf, 3 «■*2 43 g ?3 2° * _.^f m 2 : .? 2 2o ____ 3 ^ *-~- O Q, 2 n. _ —3 O 5 HO — 1 _ 0 » —3 *3 w' 3 — '"• —1 ^r- EL z:.~ o —. ^ “ Ei; a '5 5 ?a 5 ,f«p r 1 l^ 3 -~ ?-»§ So £• &« EsxS>- - -o-3oO-_S = 3«„°3=^ _ a. 3 - E» S.3- 2 2 3 5.°^?® ffg-S.Ä?^g 2 =®- 0,0 = 5 - 42 , - 2 - - K- g,s - 3 - _ 2. 3 _, »So o=- i “3* *“-•£3'2 3 - 3 Ii-; P" a?° = ; 3 r*. Ä ^ M_------ b" 0 : 3 &? s ' o f S sr 3 ?e“ 53 Et “ • r— 3. -! q O 3 Js ,5. 2.03,5' 2 -» . —TS r— - "5— '*' n _ — , S- "— , , ISO — .— r— r— * __ ■ - r» '1,2.0 ^ 3 CB »"8 3 Sb *» 'TZ . 3 ^ ‘£ ( ES’!?-; r* o> _ “ 3 3 cntT 2,0 n ■ S* ir* o “ 3 s a s- M äf 3- ?S3 = 3 2 er o JT-o'isj er f^fl-org. 3 «Ä‘2' ^ Sb ^ 2 » OM , a'*?® 5 - " L K3 3 S TT «co 3 ,— 3 ^ e 5 d 5 '® r » ■ ' «^3^ ?-LS^Z'3-5 3^0-» * 3 3- _ 3- "ySS« r ® 3 y s=i §3t, |- 2 „ST» oSoEs-E 3 er 3 r 3 ?=SS-» 0 J «r ^*7-2 2**2Ü3 2. er®,a ™3 —3 sjS^'SC 13 S- 'S — 10 0 n 0 » wuu 3 - —. <-► i > « » «U 3 **<3 «-. co '^1 a?ti 5? ra? 3^-a f Sss «a= Sjga’yf® «c ü _, er 2 er o — 0-3 '^3 or d o 2 -3?Qs 3 . SK ZL 'S» 0 « ;•? 3 =«or 2 . f ------ „ , . 'S ZS'5 " S ^^ 2 s LKo-' -2, o 3 50 ^3« H*tts2.ß,°2, - 3 TT* 2T E; er 1, , H,» o-^ « 2 ^ -O— — 3 — —r,"-«-*. 3 ^ ^ 3 " So ^ 2 . « » -31 » 3^ ' » ^ s.g» m H 2 »-P a _ STS»^JL-S5.a' &=i3'5 2 * S3cr»r:-. 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