Nr. 1b Tel «ittzener Anzeiaer erschein! täglich, antzer Sonntags. - Beilagen: nirrinal wöchentlich SlchenerZamIIIenblLtter: zweimal wöchentl.iireir- blatt (fir 4tn Krtisftltjfn (Dienstag uni Freiinai: zweimal monoil. kand- wirtschastlicheSeitsraqen kwrnivrech - Anschlüsse: sür die Redaktion 112, Berlag it. Expedition 51 Adreste inr Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen inr die Taqesnnmmer bis vormittags s Uhr. Erstes Blatt J64. Zahrgang Dienstag. 20. Zanuar 19M ner General-Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und Verlag »rr vrShl'jchtu Unio.-Such- uuö Striudruckerei «. Lange. Redaktion. Lrpedition und Vruckerei: Schulftrahe 7. Ne,g-nt'-ii/ rZeznadoeciO: ,nonatl,ch75Pi„ vienel- iährlich Mt. 2.20-, durch Abhole- ». Zweigstellen monatlich 85 Ps.i durch diePost Mk.2.— viertele jährl. ansschl. Bestell» Zcilenvreis: lokal 15 dl- auswärts 20 Pienniq Cheiredakteur: A Goetz. Verantwortlich für der volit. Teil: Aug. Doetz; sür .Feuilleton", .Vermischtes" und.Genchts- saal": Karl stlenralh, iür .Stadt und Land": Kurt Beudl; sür den Die heutige Nummer umfatzt 12 Seiten. Tageskalender- and dem Jahre 1814. LE Januar: Treffen bei Chamber,, Savoyen), in dem die Oestcrrcicher (Südarmce) die Franzosen schlagen. Die Scht-preuhischen. Als vor sechs Wochen der Fall Zaber» auf seinem „höch- ften" Punkt crnge langt war, da ertönte in der „.Kiceuzzeitung" der Derzweiflirngsriis: Wo bleibt der Preußenbnud? Und alsbald kam die Antwort: Er lebt und wird am 18. Januar vor aller Welt zeigen, daß er da ist. Das hat er nun zwar nur in beschränktem Maße getan. Er hat die Welt gescheut, vielmehr hinter verschlossenen Türen getagt, so daß nian auf die Berichte der „wohlgesinnten" Presse angewiesen ist, um zu sehen, was init dem neuen Bund denn eigentlich los ist. Diese Berichte aber genügen vollauf, um zu orkenneu, uni ioeft' Geistes Kind cs sich handelt. Knapp zweihundert Männlein waren znsammcugekonnnen, uni in dieser Not der schweren Zeit „die Stimme des Volkes zu zeugen", wie Herr v. Hehdebrand sagte. Das klingt fast wie Ironie, wenn mau die Namen hört, die da die Volkesstimme verdolmetscht haben wollen, v Hehdebrand, Roesickc, v. Wrochem, Rocke, Rogge, v. d Groeben, Philipps — alles wohlbekannte Namen aus dem konservativ.'» Partei- lager, womit wohl schon zur Genüge gezeigt ist, daß es sich um die gleichen Frondeure handelt, die schon seit Wochen mit ihrem Lärm die Zeitgenossen belästigen. Und der Inhalt der Reden? Alles dieselben Schlagworte, die in der letzten Zeit in der lvnservativcn Presse, im Herrenhaus und Abgeordnetenhaus umherschwirrten. Auch das Misstrauensvotum gegen den Kanzler fehlte nicht. An den Kriegsminister und den Obersten o Reuter wurden Sym- pathiedrahtungcn gerichtet: als einer die gleiche Anregung sür Herrn v. Bcthmann-Hollweg gibt, da sä llt er ab. Damit iväre eigentlich die Bedeutung dieses Preußentages erschöpft, denn der' sonstige geistige Inhalt der gehaltenen Reden ist so dürftig, daß sich ein näheres Eingehen darauf überhaupt nicht verlohnt. Wohl aber verdienen noch einige Acnßerungen, die gefallen sind, festgenagelt zu werden, iveil sie mehr als alles andere geeignet sind, auch dem Blindesten zu zeigen, wohin die Fahrt gehen soll, lind das ist allerdings eine recht ernste Sache. Da ist zunächst anzusührcn, daß sich ein Redner nicht geniert hat, vom Deutschen Reichstag als von einer „gemischten Gesellschaft" zu sprechen. Das bat der Vorsitzende nicht nur nicht gerügt, sondern die Versammlung hat sogar nach dem Bericht der „Deutschen Tageszeitung" irtit „stürmischer Heiterkeit" quittiert, in die oiscnbar auch die anwesenden Mitglieder des Reichstags, die Herren von Hehdebrand und Gras Westarp miteinge- stimmt haben. Es unterliegt lciueni Zweifel, daß in den fortgesetzten Beleidigungen der deutschen Volksvertretung System liegt. Das neue Wort ist der Ausdruck einer Antipathie. um nicht zu sagen Feiudschasl, gegen das Reich und seine Institutionen, die nachgerade mit einer Ungeniertheit hervortritt, wie man es bisher nicht für möglich gehalten hätte. Zum 18. Januar schrieb in der „Tägl. Rundschau:" Gietzeiier Stadttbeater. Sent M'ahesa. Gießen, 20. Januar. In, Gottesdienst der orienmlischen Völker des A'tertums bat der Tanz c,„c ganz bedeutende Rolle gcfpiclt; die Juden, die sonst keine Kunst zu einer Lühe ausgebiidct haben, räumten dem Tanz in ihrem Kult eine scbr große Stellung ein und bei den Aeghvtcrn Ivar keine scftlichc Veranstaltung ohne große Tanzspiele denkbar. Im Lande der Pharaonen tanzten allerdings nur die Beruis länzer und die Priester mit ibren Gehilfinnen außerhalb des eigenen Hauses, und die Bibel berichtet uns. daß Mickal. die Tochter Saul», ihren Gatten David in ihrem Herzen verachtete, als sie ihn össcntlich tanzen iah. Allerdings loarcn die meisten dieser Tänze wesentlich verschieden von dem. lvas wir heute als Tanz ailseheni es war Feierlichkeit, edle Würde und Anmut, lünstlcrisch gezügelter Fanatismus, ichüvicrische »rast. Daneben standen aber auch die rein weltlichen Tänze und Tanzsviele. wie der Bienentanz und der Ghawasis in einer seiner Grundformen, sehr hoch im Ansehen. Bon all düsen Tänzen sind sehr viel Berichte und bildliche Darstellungen e.ni uns gekommen und aus ilincn beruhten zweifelsohne die seinen, stilechten Vorführungen, die Seilt M'ahesa gestern abend einem erlesenen Kreise darbot. Im Gewände einer Tempel- dienerin tanzte sie zuiiächst eine scierliche Weise, dann in geschlossenerer Kleidung einen Kriegstanz uich einen alt-semitischen Tanz aus dem Cybelefult. Im zweiten Teile führte sic zunächst einen siamesischen Tan, vor, dann einen Zimbeltanz, eine als Tchwert- tanz bezeichnet- Szene und schließlich gab sic als Isis einen Be- griis von den scierliche» Schreilbewcgungen bei dem Jsisknlt. Was die Künstlerin vor allem ouszeichnet. das ist ihr außerordentlich seines rhythmisches Gesübl, dos jeden leisen Untcrion spürt, die ungewöhnliche Fähigkeit, musikalische Werte in darstellerische nmzusctzcn. Formen zu bilden, die mit dem Rbvthmus unlösbar verbunden sind. Ob diese Formen in ihrer absichtlichen Steilheit und Eckigkeit aber Lebens formen der Aegyvter waren, das scheint mir sehr fraglich. Es lind Manier gewordene Kunstsormcn der ägvptischcn Flächenmalerei, die bei den noch erhaltenen Rundbildern gar nicht Vorkommen: man denke nur an die prächtigen Holzschnitzereien wie den Bürgermeister oder,den Schreiber. Trotzdem aber versteht es die Künstlerin, den Fluß der Linie zu wahren, und sic nzüst sogar ungemein seine Farbenwirknngen zu erzielen. Der helle Bronzeton ihres nackten Körpers ist jedesmal aufs glücklichste mit den delorativcn Farben der Umgebung verschmolzen, Hintergrund und Gewandung sind — durch sich ergänzende Farben — aufs beste abgestimmt und üben so eine berückende Wirkung aus. Poll lveichcr Amnut hebt sich ihr gertenschlanker Leib, dem alle Bc- inegnngssäbigkeiten geq.-ben zu sein scheinen, von den gesättigten Tönen des Hintergrundes ab. Bei jedem Tanz entdecken wir, daß die Künstlerin neue Möglichkeiten findet. Musik in Rhythmus um- zubildcn, und trotz aller Eintönigkeit des Themas immer wieder der Senior der deutschen Feldgeistlichen, Hosprediger a. T. I Rogge, der vor 48 Jahren bei der Kaiserpronamation in Versailles die Wciherrdc halten durste, es habe seit der Gründung des Reichs, jedcusalls seit dein Ausscheiden des ersten Kanzlers, „kein Jahr gegeben. in dein es so sehr ivie in diesem not täte, das Gedächtnis dieses Tages zu ehren". Hätte er cs sür möglich gehalten, daß gleichsam als Antwort darauf der Prcußeniog den Gründungstag des Reichs als Jnbiläumstag ablehnt? Kann man das anders nennen als Reichsfeindschast? Auf daß das Maß voll werde, streuen diese „Patrioten" auch noch aus die Wasfenbrüderscktzisl der deutschen Stämme im großen Krieg gegen Frankreich ihren Hohn, indem sie die Bayern in dem Gefecht bei Orleans geradezu der Feigheit bezichtigen! Das bringt sogar die „Bayerische Staatszeitung" gegen diese Kundgebung auf, das amtliche Organ des Grafen Hertling bringt nämlich eine hochosfiziöfe Verlautbarung, in der gegen die Aeußerunge» Steilung genommen wird, die nach den Blättern und einer aus Berlin zugegangenen Korrespondenz Generalleutnant v. Kracht Dessau g' legcntlich des „Preußentages" über eine angeblich selbst erlebte Episode aus der Schlacht bei Orleans 18 70 getan haben soll, wo sich die Bayern vor dem französischen Feuer zurückgezogen, die Preußen aber flott angrisjcnz Die „Staatszeitung" bemerkt, cs sei nach den bisher vorliegenden Berichten nicht ersichtlich, welchen Ab schnitt der Schlacht bei Orleans Kracht im Auge hatte, sie erhebt aber schon jetzt Einspruch gegen die Art und Weise, in der das Verhalten verschiedener Truppenteile der verbündeten Armeen gegeneinander ausgespielt werden, umsomehr, als sich gerade in den Kämpfen in und um Orleans die bayerische Armee unter schweren Verlusten heldenmütig geschlagen und mit unvergänglichem Ruhm bedeckt habe. Die Freude an den gemeinsamen großen Erinne nmgen, die Preußen und Bayern aus dem Jahre 1870/71 verbanden, werde durch solche Entgleisungen eines Eiiizclneii sa nicht bccinkrächligt werden können, imnierhin seien sic ans das lebhafteste zu bedauern. Die Konservativen besinden sich nunmelzr in einer we nig günstigen Verteidigungsstellung. Wenn der General von Kracht sich auch etivas vorsichtiger ansgedrückt haben mag. als cs in der Presse zu lesen stand, so hat er doch unnütze Redereien auss Tapet gebracht, die lediglich dem Parti kularismus Vorschub za leisten geeignet waren. Berlin, Ist. Jan. In der heutige» Aöenoausgabe der „Kreuzzcituw," wird die Acußcrnng des Generalleutnants von Kracht über die Schlacht von Orleans besprochen. Danach mußten die Bayern bei Orleans vor sranzösischcr Ucbermacht »urückgehen und vrenbische Bataillone kamen ihnen zu Hilse. Tic Preußen schassten den Bayern dadurch. Lust, wie diese dankbar anerkannten. Bezüglich der Entgegnung der „Bayerischen Staatszcituna" heißt cs: Es lag General y. Kracht durchaus t c r n, das Verhalte» der preußischen gegen das der bayerischen Tiuvve» auszuspielen. Er wird zweifellos ebenso gern wie alle unterrichtelen preußischen Ossiziere anerkennen, daß die bayerische» Truvvcn sich — nicht bloß bei Orleans — heldenmütig geschlagen und den vrcußischen Truvven an ovscrsrcudigcr Todcs- hercitschast nicht nachgcstanden haben. neue Wendungen zu ersinnen weiß. So war den» auch der Beifall stark und herzlich. Ter Abend tvurdc durch Bernsteins niedlichen Einakter Blau cingeleitct, der unter^Herrn Tworkowskis Leitung sehr statt gaschest imirdc. Herr Steinhofer gab einen ganz vorzüglichen Maler, Herr Dworkowski einen schars charakterisierten Gutsbesitzer, Frl. Dagny cinc herzliche Hedwig Meyer und Herr B r u ch w i tz einen tüchtigen Rechtsanwalt. dl. * varmjtädter Musik- uni» Thraterbries. In Darmstadls Konzcrtsolen und im Hoitbcater nah», das neue Jahr einen recht wohlgemute» Anfang. Wir brauchen nicht die kleinen und kleinsten tlingenden und singenden Veranstaltungen z» erwähnen, die sich in diesen sür die Künstler so schweren und doch so verheißenden Monaten überstürzen, die großen brachten dem Publikum wirklich Großes. Im vierten Hchmusikkonzcrt durste man die kiese und musikalische Kultur des einstigen Wunderkindes Bronislav H u b c r m a n n im wunderbar reifen Vortrag des Mendelssohn-Konzertes und der auch seine Violintcchnik glän zcnd erweisenden Ncinen Pavaninischerzc genießen. Die Technik in säst übermenschlicher Ausgestaltung, verbunden mit einer echt südlich slannschcn Schwüle des Temperaments brachte der „immer satten Tarmstädtcr Konzertwelt das V e e s c y - K o n z c r t des Richard-Wagner-Bereins. Das äußerlich so zugunsten dieses blendenden sugcndlichcn Kollegen Hnbermanns ousiicl. Diesen beiden Geigenkonzertcn gesellten sich die aus intimere Wirkung ausgehenden Karnmermiyitvereinigungen: Tie de Haan schcQ»ar- tettvcreinigung mit einer Schubert-Matinee, in der Frau S ch m i d t -L l l i n a als Gefangsiolistin berechtigte Lorbeeren erntete, und das Tarmstädtcr Strcichguartett, das die Herren Boß und Starnitzky aus Mainz (Schumacher- sches Kvnservatorüim) als bcrnscne Interpreten Regerscher Klaviermusik -Variationen und Fuge über ein Beethovcnschcs Thema) verstellte. Die Krone des Kvnzerllcbrns dieser ersten Wochen bildete der tresslichc Tessosf'schc Fraucnchor aus Frank- surt, der einen der älteren, toic auch der längsten Kirchenmusik (Kantate von Hans Gäl) gewidmeten Mend unter regem Besuch in der Stadtkirche gab, nachdem er sich im letzten Jahre im Richard-Wagner-Verein auss beste eingcsührt hatte. Das Konzert der temperamentvollen Dcutschrussin, der .Konzerlsängerin Anna Heise mit dem hier bestrenommierten Pianisten Paul Schramm baddc eine, trotz der .Konkurrenz des alljährlichen Mnsik- vcreinssestes, das ganz Darmstadt zusammensührte, recht ansehnliche Hörerschaft zu sich gelockt, die diese Matineen lam Vormittag nach jenem rauschenden und ausgedehnten Fest) nicht umsonst ausgesucht hatte. Auch die Opcrnbühne ließ an Vielseitigkeit nichts zu wünschen übrig. Sic begann mit einer zyklischen werndervoll gestalteten R i n g a u f s ü h r u » g, in deren ersten beiden Abenden Kammersänger Walter Soonier als „Wotan" sein reiches Können Iviedcr einmal ans der besten Höhe zeigte. Die beiden letzten Abende zeigten auch unser einheimisches En- vie elsah-lothringische Erste «ammer und die Saberner vorsolle. Nach der Zweiten Kammer hat nunmehr auch die Erste Kammer in Straßbiirg zu den Zabcrner Fällen Stellung genommen. Straßburg, Ist. Jan. In der Ersten Kammer begründete heute' nachmittag Tr Eurtius folgende 2l n - frage: „Was gedenit der Herr Statthalter zu tun, um dem Lande die Sicherheit zu verschaffen, daß die Inhaber der militärischen K o in m a n d o g c w a l t in Elsaß Lothringen sich in Znkunst innerhalb der gesetzlichem Schranken ihrer Bejugnisse halten? Darauf gab Staatssekretär Freiherr Zorn von Bulach folgende Erklärung ab: Di.' Regier,„lg hat i» der Zweiten Kammer ihren Standvuilkt klar gekennzeichnet. Inzwischen sind die Krieqsgerichtsurteile rcchis- lräiltg geworden. Jnznnichen hat auch die Reichsregierung zu der Frage von Zobekli Stellung genommen und zwar in der „Nordd Allgemeinen Zeitung" vom 15. Januar. Der Staatssekretär verliest dicse Kundgebung und erckärt weiter: Tic Regierung tft. der An sicht, daß durch die Nachprüfung der Dienstvorschrift von 1890 iin der Teile der Äabincttsordcr betresfend den Watten- gebrauch des Militärs verwertet sind) eine vollständig klare Rechts tage geschaisen wird. Aus der Mitte des Hauses wurde sodann folgende Entschließung eingebracht: Tic Erüe Kammer betlagt ans das ticsstc die Vorkommnisse in Zabcrn, welche geeignet sind, ein vollständig falsches Bild der Slim- mung in der elsässisch-Iothringrschen Bevölierung und ganz besonders übe: das Verhältnis zwischen dem Militär und der Landcs- bevölkernng hervorznrusen. Ohne irgendwie die in Zabcrn von Zivilverionen begangenen Ausschreitungen und das die Aufregung der Bevölkerung schürende Verhalten einzeln,»- Presseorgane zu entschuldigen, in sic der Ansicht, daß die bcdaucrliche» Vorgänge vermieden worden wäre», wenn das u n - Ivürdigc, die Bevölierung verletzende Benehmen eines junge» Ossizicrs seitens seiner Vorgesetzten sosorl die e n t s v r c ch c II d c R c IN e d n r erhalten hätte und letztere bekannt gegeben loordcn wäre: sic ist scrncr der Ansicht, daß dl»' militärische Bcschlsbaber, auch wenn er sich zum selbständigen Einschreiten besngt erachtete, sedcnsalls in der maßlosen, das rech-llichs Empfinden verletzenden Weise ersolgten Aussührmig sich s ch w c r c t ll e b e c k ch r c i t » u n c n seiner Befugnisse hat zu schulden kommen lassen: die Kammer ist endlich der Llniicht. daß gegen die Wiederholung solcher Vorgänge eine sichere Garantie gegeben werden muß, insbesondere auch dafür, daß die in Elsaß-Lothrmgen zu Reckst bestehende Gesetzgebung von den in Elsaß-Lothringen garnisomeren, den Militärbehörden genau beachtet wird. Die Kammbr crsltckp die Regierung, an matzgebender Stelle eine Entscheidung in diesem Sinne hcrbeizusühren. Die Entschließung trägt 18 Unterschriften, darunter die Namen: Exzelle,ig Dr. Bock, Tr. Eurtius, Tr. Schwendar, Tr. Vonderschcer und Frcih. Dr Zorn von Bulach (Weih bischos von Slraßburg). Pfutfcit«* Reich. Ter Wahlprüsungsaus schuß des Reichstags hat einen weiteren Bericht erstattet über die Prüsung der Wohl des Abg. v. Liebcrt (14. Sachsen, Borna-Pcgou). Er beantragt U n g ü l t i g ke i t der Wahl. Es ist anzunehmcn, daß das Plenum des Reichstags diesem Beschlüsse beitrctcn wird. scmblc tbcsonders Frau Eallwey) der Wagner'schcn Geiftcswclt durcknms gewachsen. Aber noch einen andere» Gast, dem noch cinc goldene Zukunft bevorzustehen scheint, hatte die rege Leitung des Lvstbealers berangczogen: G e o r g e B e k l a n o s s trat in dem rigens sür ihn in, ursprüngliche» Stil (Tecirezitative, tviede'r hergcüelltcn „Barbier ran «eviiia" als Figaro aus und cnt- entratlctc hier, noch eindringlicher allerdings in seine,» Scarpw lTvska) seiner zweiten dicswinterlichen Gastrolle, neben scincnr wundervollcn Organ besonders im Spiel cinc hinreißende Gc- ftallongskrast, die dem bcgeislcrten Publikum auss beste bewies, welchen Vorzug es hotte, diesen ganz Großen zu erleben, der im Frühiahr in der Oper in Monte Earlo singen wird. Nicht vergessen wollen wir die tüchtige Leistung des Posener Tenoristen Wiesen banger im „Wa fsc » s ch m i cd", der mit seinem warmen, stark lyrischen Ton als aussichtsreicher Bewerber sür die frcigcwordcne Stelle Otto Sempers in Betracht kommen dürste. Doch hat er noch cinc Reihe aussichtsreicher Gäste vor sich. — Was nützt Radium bei Krebs? Es wird uns geschrieben : In der letzten Zeit erregen die Verüssentlichungen über die Hcilwirkungen des Radiums und Thoriums die beiondera ?luimcrksamkcit weitester Kreise. Heilwirkungen, besonders in ver- zwkiielten Fällen bei Krebs, sind auch gar nicht zu leugnen: aber diese Erfolge erstrecken sich nur aus einen Bruchteil der Fälle, denen die reichlich 90 Prozent betragenden Mißersolge gegenüber- stehen. Schon ans der letzten Natnrioricherversommlung wurde ausdrücklich vor zu optimistisckwr Auiiassung gewarnt. Tie Begeisterung ist aber immer wieder angeiacht worden durch die geschäftlich interessierten Kreise, besonders seitdem überall Sammlungen znm Ankout von Radium und Tborium cingeleitct wurdm Von cinsicküiqen Städten und Instituten ist deshalb auch der Ankaut vorläusig binausgeichoben worden. Der zweite Band von E. Marx: Handbuch der Radiologie, welcher von E. Rutberioip bearbeitet ist, behandelt „radivaksire Substanzen und ihre Strob- lungcn". R.. der anerkannt erste Forscher aus dem Gebiete der Radioaktivität, bezeichnet hier den heutigen hohen Preis des Radiums als einen künstlichen, welcher mit den Unkosten bei dcr Gewinnung in keinem EinNang steht. Diese Unkosten belausen sich nach der Aussage von Fachleuten aus höchstens 40—60 Mark vro Milligramm reines Radiumbroniid. Tie Begeisterung sür das gewiß sehr wertvolle Radium wird wieder abslaucn, wie es seinerzeit geschah, als Koch das Tuberkulin ersand, besonders, do wir voraussichtlich schon bald, mit Hilse der Röntgcnröhrr Strablenwirknngen erhalten werden, welche, bei genauester Dosierbarkeit, uns rascher und billiger die gleichen Heilerfolge sichern, wie wir heute schon mit Zuversicht.anzunchmeu berechtigt sind. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. In Berlin ist Prosessor Genre im 'Alter von 90 Jahren gestorben. »«»lanv. Der ar i« ch it ck c Minister» ras ident in Paris. Präsident ¥ «tiu « vf a«b zu ©neu des M»i>stiwpiäsidentcn B c nrzelo « ein Frühstück NN Kemen Kreise, an dem Minister vräsident Doumergue te,s»»dnl Ter trübere sraiizösische .$ ri c.j 4 m i n i ft rr l'U- ntrol P > 8 u (t r t ist geswrben Piguart war ani Dienstag voi, Doch« bei« Reiten »ui gesrnrener Erde mit dem Pferde gestürzt »nd hatte tick dabei eine Verkenn NI am' oberen Teile des Kvpfes »gezogen, Die Wunde schien leickiter Natur Am Samstag trat plötzlich eine Verschlmsmernng ein A«» Stadt und Land» Siebe», 20. Januar 1914. Die Lnndeduniversttstt «st,ehe». Der Voranschlag der E > n n a h m e nu n d Ausgabe n nir die Landesuniveriit»! Aießen bildet alljährlich ri» sehr umtang- reickeS Sondcrkavitel >n> Ttaatsbichget. Tie Einnahmen sind sütz dos Rcchnungssahr vom t. April 1H14 bis daliin 1915 an» 731013 Mark und die Ausgabe» aut 1 747 654 Mt. berechnet, so dat; ein -c>taatszuschuß von ein,» Million lti t>41 Mk, ersordcrlub ist Ter Br ginn des neuen EtatsjahreS bedeutet für die Entwickelung der Landcsuniversttät eine wichtige Etappe, denn eS werden in ihm zum ersten Mal zwei neue grpfte, Kliniken mit einem S o n d c r o o r rr n s ch 1 a g ausgesübrt, die im vorigen herb» cr- ösinct worden finb: die »iimf für Ohren--, Nasen- und halskran! beiten, und die Klinik für haut lind Geschlechtskrankheiten: sic wurden mit einem üNstriiaritwand von über 1400 0M Mk. errichtet, zu welchem die Stack Gießen 100000 Mk. Beitrag geleistet hat. Ter neue Staatsvoranschlaq gibt ein erfreuliches Bild voi, dem Wachsen und Csidkihen unserer Landesuniversität. Während im Eiatsiahr 1913 die Aeiamteinnahmen 638 601 Mk. und die Gesamtausgaben l 653 041 Mk. betragen, konnten für >014 die Einnahmen "und Ausgaben mit ca. 100 000 Mk. höher eingestellt werden und während sich 1913 gegen das Vorjahr ein Zuschuß Mehrbetrag von 24 835 Ml. ergab, ist für das neue Etatsiahr nur e>« Mehr von 1871 Mk. gegen das Vorjahr erßarderlich, Tie Landes untverfilät besitzt zurzeit acht b e s o n d e r e .st l i n i k r n , für die auch im Skaaisbudget bejondere Boranschläac ausgestellt sind. Diele Kliniken erfordern inSgesaint (mit klinischer Apotheke, Zentral- Waschanstalt. Veterinär- und Polikliniken' bei einer Einnahme von 610 441 Mk. und einer Ausgabe von l 002 867 Mk. eine» Staats- Zuschuß von 392 426 Mk. Tie persönlichen Ausgaben der Universität für Professoren usw. Beamte und Bedienstete belaufen sich inkl. eines Disvositionsionds von 10000 Mk. und eines Wobnungsgeldzu- schuiseS von 31642 Mk. »»samtnen aus 495 582 Mk., wäbrend die s a ch l i ch e n und Betriebs-Ausgaben 1 252 072 Mk. betragen, d. f. 89 963 Mk mehr als im Poriabre. Dielen erhöhten Ausgabe«« stehen aber krsreulicherweifc noch höhere Einnahmen gegenüber, nämlich anstatt 638 800 Mk. im Vorjahr für 1914 731013 Mk., also eine Mchrcinnahnie von 92 412 Mk. Die allgemeine Verwaltung der medizinischen und Frauenklinik, sowie der klinische» Apotheke und der Zentrasi waschanftalt erfordern einen StoatSzuschuß van 144 350 Mark, gegen das Vorjahr 12000 Mark mehr, während der Sondcr- boranlchlag für die meLizinizchc Klinik bei einer Einnahme von 114 673 Mark unb einer Ausgabe von 100 049 Mark, ein-n Staats- zuschuh von 13724 Mark und einichlichlich des Anteils an der allgemeinen Verwaltung und den Kosten der klinischen Aoothekc und Zentral Waschanstalt 75 629 Mark erfordert. Der Sonderboranschlag für die Frauenklinik erfordert bei einer Einnahme no» 76 250 Mark und einer Ausgabe van N0 965 Mark inkl. des Anteils einen Geiämtzpschnß von 83 347 Markt für die chirurgische Klinik beträgt die Eiirnahme 303 871 Mark, die An gabe 242090 Mart, der Geiomtzuichnß 53 964 Markt für die Augenklinik stellt sich die Einnahme aui 57 340 Mk.. bie Ausgabe aus 10< 042 Mark, der Gesamtzuschuß aus 55 935 Mark, für die Klinik für psychiatrische und nervöse Krankheiten ist die Einnahme 73071 Mark, die Ausgabe 138 432 Mark, der Getämlzuschnß 71 011 Mark Für die neue Obren-, Nasen- und halSklinik ist die Einnahme mit 24 138 Mk , die 'Ausgabe mit 38 518 'Mark, der Staatslutcknih mit 16 677 Mk, und für die Klinik für haut- und Geschlechtskrankheiten betrögt die Einnahme 32875 Mark, die Ausgabe 40 465 Mark, der Staarszulchuh >0985 Mark. Die chirurgische Vetcrinär- klinil und Lehrschmiede endlich erfordern bei einer Einnahme von 20 950 Mark und einer Ausgabe von 31915 Mark einen StaatS- zusckmß von 10965 Mark. Der L e h r k ö r v e r der Laiidesuniveriität hat oeaen daä Vor iahr nur unwesenktiche Veränderungen erfahren. Bemerkenswert ist das austerordentliche Anwachsen ckr Stuckere'iden aut dem e.na- tomlicken Institut und dem ohriwlogi'chen Praktikum, deren Zabl von 18 im Fahre 1905 auf 79 in 1913, be:w. von 50 auf 138 stieg. Es muhte deshalb für Anatomie und Physiologie ein neuer Assistent angestcllt werden. ** Tage Skalen der iiir Dienstag, 20. Jan. Stadt» theat«r: »Tie Fonenaliften'. Anmng 6 »str, Mi ebener Franeiroerein. Regienumsrot Lanaer- mann: „Tie Reicksverück-r-magordnniia und ihre Bedeutung für Me .Omiü'ratt". In der Universitätsanla abends 8'/, Uhr. " Zum Scheiden Professor Körtes, Ter Großherzog bat am 17. Januar d, Fs. den ordentliche» Professor i» der Philosoph,scheu Fakultät der Landesunivcrsi- tät Dr. Alfred störte in Gießen aus sein Nachsuchen mit Wirkung vom l, April 1914 aus den, Staatsdienst entlassen ** Piarrpersonalien. Der Gro sicher zog hat den durch die Tekanatssnnodc» aus die T-ruer von fünf Fohren vollzogenen Wahlen- des evanäolischen Pfarrers stonrad Belte zu Darmstodt zum Stellvertreter des Dekans des Dekanats Därmstrdt, des evanaelischen Pfarrers Adam Glück zu Heuchelhein, zum Stellvertreter des Dekans des Dekanats Gießen, des evangelischen Pfarrers Julius Diefenbach zu Eudorf zuni Stellvertreter des Dekans des Dekanats 'Alsfeld, des evanaelischen Pfarrers Otto Bv° q e l zu Reichelsheim zum Stellvertreter des Dekans des Dekanats Friedberg, des evangelischen Pfarrers Ludwig B e r ck zu Mainz-Mombach zum Stellvertreter des Dekans des Dekanats Mainz und des evangelischen Pfarrers Heinrich Klingen sckimidt zu Alsheim zum Stellvertreter des Dekans des Dekanats Oppenheim — die Bestätigung erteilt. ** AuS dem Schuldienft, Uebertragen wurde am 15. Januar dein Schnlamtsaspiranten Heinrich Breit- wiefer aus Daruistadt die erledigte Lehrerstelle an der Volksschule zu Ober Mumbach, streisHeppenheim, ** Der Grvßhcrzog hat an, 17, Januar d, I, die am 19. Dezember 1913 von der Stadtverordnetenverfanim- kung zu Bingen vvrgenommenc Wahl des Lederhandlers Johann Baptist Schneider III zum unbesoldeten Beigeordneten der Kreisstadt Bingen bestätigt. »* Aerztlickcr Fortbildungskurs, 'Bei dem am Mittwoch, 21. Fmiuar, ghends von 5 bis 7 Uhr, in der Chirurgischen Klinik stattsindendcn 7. Vortzgqsabcnd sprich, Professor D> P g p ve c t über neuere Destrebuiigen in der Behandlung der Knochen- brücke, Prasessor Dr. Brüning über chirurgrscho Behandlung der Epilepsie und Privatbazent D>-, Thics über die Behandlung der Phlegmone, " Aufnahme von Z w e i j ä h r i g-F r e i wi l li gen, Zweijährig-Fretlvtkligc Schuhmacher, Schneider, -Sattler und Musiker können, wie man uns mitzuteilen bittet zum Herbst ds. Fs, im 4. Bad. FeldartiNeric-Rrgfmrnl 66 zu Lahr i. B. eingestellt worden. " Neuerungen im Vo lks bad. Die 'Arbeiten, die zur Erweiterung der Bi-ausebad--Abteilnng im hiesigen ftädti fchen V-olksdade erforderlich wurden, sin-d nunmehr becn del. Neu hinzugekoniiilcn sind Wannendader dritter Klasse zum Preise voii 40 Pfennig, und zwar drei Bäder für Männer und drei für Jeanen, Während es bisher Brausebäder erster mit> zweiter Masse gab, h,rt man nunmehr die Klassenunterschiede aufgehoben; es gibt jetzt nur noch Brausebäder zu 15 Pfennig, Dadurch ist ein Ausgleich geschafferi und der üleberfüllung der einen der bfibcn fsbteilungcii gesteuert worden. Es s,„d jetzt vorhanden' für Männer: drei 28an- uenbäder dritter Klasse »nd 13 Brausebäder; für Frauen: drei Wannenbäder und sechs Brausebäder. Die Wannenbäder erster und zweiter Klasse sind hierbei, natürlich nicht mit einbegriffen Bei der Ausführung hat man sich die 'Neuerungen, die sich im Badehausbau inzwisckse» Geltung »erschafft haben, zunutze gemacht. Besonders praktisch ist es, daß die Bassins i» den Brausebädern größer sind, als beim alten Systein. Tie neuen Anlagen sind in glasierten iKail- schert Steine» hergestellt, während die Firma Emil Horst- Gießen die Platten lieferte. ! * Siegreiche ® i c 6 e H e v 2 chwi »> »> e r. blui dem nationalen Schwimmiest inr Hallenbad zu Darnrstadt hegte tu dein akadenu Mgnnschastoschwiinmen, wie wir bereits ineldeten, die Mann» schgit der G i - ß - n - r Universität, Plan schreibt m,S noch dazu: Z» der lnr die »niversttäten Heidelberg, Tarmstadt, Marburg »nb Riehen gnsgeschnebene» akabennschc» Schwimmslnssette b,tle auch die «iehener Universität ibrc altbewäbrte Mgmischast stadt (2,15*/*). Außerdem bellritt Herr'Hoesels noch das Kürspringen »»h erhielt neben den Meisterspringern Luder (Berlin) und Nikolai (Frankl,irtl den 3. Preis, Tie negreick- Miede,ter llnwersitgls- mgi»,schall erhielt einen Ehrenpieis und 4 silberne Plaketten, ” Schiverer UnglückSs«Il. Der Spengler Paßpach aus Gießen, der ans dem Buderussche» Eiscniocrk i» Wetzlar beschästigt ist, wurde ani gestrige» Montag schwer verletzt »ach Gießen in seine Wohniing aut dem Linden- platz gebracht. Der Schwerverletzte hatte eine Leiter bestiegen, an der plötzlich eine Sprosse brach. Der Mann siel so unglücklich herunter, daß er mehrere Rippen brach. Eine Rippe drang in die Lunge, so daß eine starke Blutung eintrot. Es besteht jedoch begründete Aussicht, den Mann am Leben zu erhalten. " Schweres 21 „t omob ilnnglück. 2luf der Land» strafe von Steindors »ach Wetzlar ereignete sich gestern nachiiiittag ganz in der Nähe von Wetzlar ein schivereS Lluto- niobtliinglück, über dessen Ursache noch nähere Angaben kehlen. TaS?lnto war von dem HanowerkSmcistec Brichtel a»S Frankfurt a. M. und den, Chansienr beseht. Beide Insassen flogen bei dem Anprall, der plötzlich erfolgte, aus dem Wagen. Brichtel erlitt eine Verletzung am 21 »ge »nd einen Schädclbrnch, Ter Verunglückte wurde nach der Gießcner Klinik gebracht, wo er seinen Verletzungen erlag. Die Verletzungen des Chauffeurs sind leichter 2lrt, ** Vermißt wird »och iniiner, wie u»S ^schriebe» wird, die seit dem 25, November v, Js, verschwundene Marie Leinweber, geb. 6,2Närz 1898 zu Gießen, die nach einem hinter lchsenen Blies beschlossen hat. sich das Leben zu nehmen. Sie ist etwa 1,70 Meter groß, hat mittlere Fissur, volles rundes Gesicht, schwarze Haare. Bei ihrem Weggänge trug sic hcllgrüiieS Facketl mir schioarzen Franzcu, dunklblauen Rock, Die Untersteiber sind weiß und nicht grzeichnet, schwarze Ttlümpte und Schnürstiesel. Personen, die ütmr den Ausenthalt und den Ber bleib der Vermißten Auslkuml geben können, «erben ersiicht, bei Grvßh. Pulizeiamt .Kriminal-Ahte-ilnng) Mitrril'ung zu machen. ” Christlich-soziale Partei. Tie Ortsgruppe» M i e Ü e n, D » t e » h o > e » »nd Klein-Linde» der Ehristlich» sozialen Partei hielten am lebten Sonntag iin Saale der Herberge zur Heimat eine» gut besuchte» F a >» > l i e n a b e n d ad. 2!aeb einer musikalischen Einleitung de? Klein-Lindener ZitbcrchoreS und einer Vegrüßung »nrch Oberbibliothekar Tr. Heuser wechselten innsikalische Darb!et»»geii des Hausanarteits und des Zitberckors mit Ai,sprachen, Reiangövorträsse» des ResaugschorS Tiiteiibostn, Sologesängen von Frä"Ie,n König und Dellamatw» de? Heirn Schnitt Sämtliche Darbielnnaen landen allseiiigen 'Beiiall. Ten Mlanzvinikt des 2li>«n's bildete die von Duchhänoler Sonnen- i ft) t i n-Marburg gebalienc Festansvr ach e. B c n a ch r i ch t i g u n g 4 z e t t e l im Po fta u s t r a g s - dien sie. Bei Postauslräge» mit dem Vermerke „Sofort zurück" oder „Sofort an 2,'. in N." oder „Sofort zum Protest", sowie bei Postpiotestausträgeu, die schon nach dem ersten Versuche der Do> - zesgniiss zu protestieren sinö, lassen bie Brresti-ägci künitig einen gedruckten Benachrichtiqniissszetl.'l zurück, wenn sie weder den Emp, länger des PoftaustragS oder dessen Bevollmächiigten aniress'ii, noch eine der sonstigen, zur Bareinlösung von Postausträgeu berechtigten Personen über das Porlicge» des Anstrags mündlich verständigen können. In deui Bcnachrichtignngszettel sind die Postausträgc naher bezeichnet mit dem Züsatzc, daß ihre (Alltagen bis ZUN! Slbend am Postschalicr unter Vorlegung des Beuackirich- tigungszcttels noch eingelöl! oder angciwmmcn werden können. Die Strcuvslicht ans dem Lande, Es wurde in einige» Ortschaften beobachtet, daß aus das 'Ausstreucn von 'Äsche »iw, bei Glatteis nicht die er>o>dcrlichc Sorgsatl gilegt loird. Sb kann »,a» beobachten, iiasi sich in den Dortsiraße» Eisstächen vildc», die, i» den meisten Fällen durch das Schlei sin der Kinder noch besonders glatt gemacht, aesahrucl werden tüimcn: besonders in der Tniilelhcil. Hat sich dock erst dieser Tage in Langd durch einen Fall aut den -himcrkops ein 21!an» schwere Verletzungen zugezoge». Da wo noch keine Aosscrsiitunaen angelegt sind, wo also noch die Brunnen aus den Sbeaßen das cn- schderliche Wasser ticsern. müssen die tKemeindevenoaltungen dasür sorge», daß u», die Brunnen herum stets gestreut wird, denn das überlanscnde Wasser bildet sofort eine Eiüssäckie. Fetzt, in der Zeit der HauSschlachtungen ist der Wasserverbrauch größer, wodurch sich natürlich auch die Gesahr des dlusglcitenst erhöht, *'* Kleine Mitteilungen. In Friedberg ist die Gründung eines größeren Männerchores zustande gekommen. 77 aktive Sänger iind dem Verein bciqeireteu. Biichhändler Se ri b a wurde zum Präsidenten erwählt. Die Leitung des Chores hat SeniinarmiNickchrer Hücker übernommen. — In Wetzlar hat sich ein 8 a n i u ch e n z u ch! v e r e i » gebildet, um die rationelle Zuckt des bei den hohe» Fleischvrcisin gut zu verwendenden Kaninchens z» betreiben. - In Frankenau glitt die Ebesrau des 'Maurers Sckcllberg beim Hcrabiverien von Stroh in der Scheune aus und brach das Genick. - In Geismar ist unter den S cka se n die Räude ausgebrvchen. - Aui der Fried berg er Eisbahn war Eissest. Der bekannte Asiikareisende p, Schilgen imrd in Fricdberg in nächsier (heit einen Vortrag halten über |,inr Forschung » im dunklen Erdteil. — Brötchendi ehe sind wieder in Frsidberg »t Tätigkeit, — D« Eisenbahnrangierer Koch aus Roth e »berg eg stürzte beim Rangsiren ab und ivuroe üb e r sa h r tu. Koch starb kurze Zeit nachher an den erlittenen Verletzungen Als der Fabrikarbeiter Martin O h l von B ü r st a d t !wch Hause aing, irart* er von drei betrunkenen Burschen übeisalsii, Er trug drei schwere Verletzungen am Kovse und am Rücken davon und sei» linker Daumen ist ihm ans dem Gelenk gerissen. Die Täler wurden sestgenommen — Ersroren ist in Gernsheim der 12 Jahre alte Soh» des SckiNSmannes Kiesel, Der .Knabe, der bisher vergeblich im ErS des Winkeibaches gesucht iwurde, ist um DamStag nachmittag tot ausgesundcn worden. Kreis Lckllterl'ach, A A >1 s dem Kreise L a i> t e r b a ch, 18. Jan. Das Er» gebnis der Viehzählung zei g ein starkes Llntsieiaen des ge- saniten BiehbesiandeS, An Nindvieh sind vorhanden 24 901 Stück (1912 nur ‘-3 258), darunter Kühe 11510 (1912 — 11 .>86), a Schiveinen 19014 <1912 — 17333), darunter Zuchisaucn I12s <1912 nicht lesonders gezählt), an Ziegen 32-« (1912 — L94l> Kanmcke>i 10 854 Stück <1912 überhaupt nicht gezähitl. Die Zahl der Kaninchen oder LtaNhaien beträgt in der Siadt Lainerbach »Nein schon 2580, in Angersbach 983 Stück. Kreis Schotte». st, Schotten, 19. Jan. Kaum ist der Brand voin 14, d. Mts, gelöscht, da ertönt l>ciitc morgen 94j Uhr schon miede> Feuerlärm. ES brannte in der Werkstait des Schneidei- Meisters Louis Zeiingcs. llstre Fenerwehr war sofort zur Stelle und der Brand wurde im Keime erstickt. Da niemand in der Werkstatt ivar, mußten die Fenster von außen eins geschlagen werden, tvorauf dichter Qualm den, Haus entströmte, Die Werkstatt liegt im 2, Stock: ini dritten Stock wohnt der Kellner Lndivig Buß, dessen Frau gcsderir iiiedergelouimei, ist. Die Frau tvurde mit den: Kind über das Dach eines Hintergebäudes in ein Nachbarhaus gebracht, — Es ist nicht je st gestellt, ivodurch der Brand entstanden ist; jedensakls, wie vermutet loird, durch den >Of«u, Es war schon misgestreut Warden, durch Knrzschl u s-> in der elektrischen Lichtleitung sei das Feuer entstanden: dic-:- ist jedoch vollständig aus der'Lust gegriffen, Herr Ingenieur Zucker aus Nidda war sofort erschienen und fand, daß die HauSleitung vollständig in Ordnung war. Zum Beweise hat der Schlossermeister Zefchiy sofort nach 'Ansbruch de.- Brandes die Sicherung an der Zätzlertafcl, die noch unversehrt ist, herausgenommen und auf der Bürgermeistcrei niedergelegt, Starkenburg und Rheiuhkfscn, UI, D a r I» sta d t, 20, Fan. Unter den Insassen der der Lau- üesversicherungsonstalt Darmstadt gehörenden Lungenheilan - st a l t i» S an d b a ch im Odenwalv ist ein S t r c i k ansgebrochen, der gegen die Anstaltsdirektion gerichtet ist mW in den dort angeblich bestebcnden mißlichen Verhältnissen seinen Ursprung hat. Schon seit längerer Zeit Ivurdcn von den Anstaltsinsassen Magen tvegen schlechter Verpjlcgt>ng erhoben, die aber von dem Direktor Tr, L i v v- unberücksichtigt blieben. Als nun eine Deputation der Kran len abermals nicht gehört iuurdc, wandte man sich telegraphisch an den Vorsitzenden der LandesversicherungSanstalt. Gchcimrat Dietz- Tarmstadt, mit der Bitte, um Abhilje der bestehenden Mißstände, Dieser entsandte 2 Kommissare »ach Sandbach, um die nötigen Schritte einzuleiten. Da aber der Wortführer entlassen wurde, per ließen von den 116 Insassen 90 sofort die Anstalt, Nunmehr hat sich Landlagsabgeordneter Hartmann mit der LandeSvenichcrungs anftalt, dem leitenden Arzt towsi den Beschtverdesührcrn in Bel bindung gesetzt, um eine sriedlichc Lösung der Angelegenheit herbei- znsühren, rm. Darinstadt, 19. Jan. Ein Grobfeuer war heute nachmittag in der Werkstättc der deutschen Fakirol- werkc durch Selbstentzündung entstanden. Rasch stand der ganze Hosrauin in Flammen, da die vorhandenen Vorräte an Benzin, Wachs, Petroleum, die meist in großen Blech- kannen aiisbewahrt waren, in Brand gerieten und die Vorderhäuser, wie auch die anstoßenden Häuser der Rückseite sehr qesährdetc«. Die init aster Anstrengung unter Leitung des Branddirektors Fischer mit der neuen Dampispritzc arbeitende Feuerwehr hatte die größte Mühe, de? Feuers Herr zu werdeu. Der Schaden ist bebcutcnd. Nur ein Arbester Rode ivurde ini Gesicht leicht verwundet. rm, Tarmstadt, l9, Jon, Zu dem Automobilnn glück zivischen Geinsheivr „nd Waller statten erfahren ivir, daß aui vergangenen SaniStag in Amvescnheit der viasi- g eben den Behörde», bei denen die Ttaatk-anwaltschoit durch Kri minalkommissar Re pp vertreten ivar. eine OrrSbesichtigung statt fand, die ergeben Kat, daß der 17 Fahre alte Landwirt A. Dil bclnr die Schuld an dem Unglück trägt. Er fuhr am frag licken Tage mit dem Fuhrwerk seiner Mutter, einer Witwe, mit Eis imch Groß-Gerau, tvurde aber dort länger, als vorgesehen, ausgehalten, da erst am Nachiniiiag das Eis von der Unionbrauerei abgenwnnnen ivurde. Auch der Landwirt PH. Wede! bvn Gcinsheini Izattc Eis nach (tzrvß-Gerau gebracht und siihr sonderbarerweise ei wo >00 Meter hinter dem jungen Wilhelm, obtvohl er eine brennende Laterne hatte, tvährend W, o h n c L i ch i war, Ter das Auto sührende Chausseur K Hcldmann aus Wolsskehlen, dessen Zustand cs gestattete, daß er der -Ortsbr iichtignng driivohncn konnte, gibt NN, daß er in Ser Ferne drei Lichter gesehen habe, als er plötzlich die beiden Pserdeköpse direkt vor sich sah und rasch bremste lind nach der Seite lenkte, Tas cinc Pserd sprang in die Höhe, riß die Deichsel mit sich und dem vorwärts geschleuderten Fngcnieur W, Schlot t direkt in den Leib, so daß er aus dem Wege nach Groß--Geran starb De, Chausseur hatte mir de»! kaum beschädigten Auto Herrn Sckolz sofort in das Krankenhaus gefahren, -Sehsott lag nach dem Zu sammenvivll einige Schritte Istniei- deui Wagen, während der Chausseur vor dem 'Auto lag. Wie sestgestcllt wurde, sah der Chaussenr das Licht des hinter Wilhelm fahrenden Wagen Wedels, sowie zwei aus gleicher Höhe mit diesem fahrende Radler die Arbeiter Bvllhardt und Bockhardt aus Geinsheim, die von ihrer Arheil nach Hause fuhren, Schlatt war aus einer Re visivnosahit zur Besichtigung der elektrischen Lichianlage», Das Anvv hatte nur ein-,- Geichwinds-ikeit von eüva 30 Kilometern und hat nach dem Zusammenstoß sosort gehalten. Nach allen Feststellungen wird sich der junge Wilhelm wegen Körper Verletzung mit tödlichem Erfolg oder fahrlässiger Tö tung zu verantworten haben, m, Os s en bach, 24. Jan Bei der Bn racrm eister wähl in F r o s ch ha u f c n, die weg-en Wahlbeeinslussnitp kassiert worden war, siegte nunmehr im zweiten Wahlganp der bisherige Beigeordnete Holler mit 120 Stimmen ge gen den Fabrikarbeiter Kaspar Gärtner mit 112 Stim- men, der bei der ersten Wahl den Sieg dovongctragen hatte, sressen-Nassau. X Marburg, 19, Fan, In dem von der Be z ir ksvc t< waltung des Regierungsbezirks Gaffel erstatteten Bericht über das Etatsjahr 1913 wird bei dcnr LandeLhospitol Haina cnväkmi, daß dort Ende 1912 in Abteilung VIII ein Kranker an Typhus crkranlte, der wieder gcnaS, später aber an L u n g c n t u b e r k u l o s c starb, To er schon inr Jahre 1910 cinnml ThphuS gcbabt hatte, muß seine letzte Typhuscrkrankung als Rüctsail ausgesaßl werden. Ein irischer Tvphnsjall kam im Berichtsjahr nicht vor, dagegen erleankten an Ruhr 12 Geistes kranke, von denen vier starben. Renn der Erkrankungen an Ruh, traten in Atteilnng VIII ans. Gleich nach den enteil Erkran kungen wurde von allen Psleglingen der 'Abteilimg VIII, soweit Mniich, Blut zur ilntcrsuchung nach Marburg geschickt, DaS Er gebnis Ivar infvsern überraschend, a!S last sämtliche Kranke fü'- inchrere Pararuhrstämme vositive Reaktion zeigten. Von den vom Leite! beS UntersuchungsamtcS als besonders verdächtig Iwzcich- neten Kraulen sowie von denen, die klinische Anhaltsvunktc boten, wurden mebrsach Stühle zur bakleriologische» tlnicnuchung ein gesandt, Ruhrbazillcit wurden bisher nicht gesunden: dies hol wahrscheinlich seinen Grund darin, daß durch die Versendung nach Marburg, besonders bei warmem Wetter, eine Veränderung der Proben erfolgt. Es wird deshalb dalsingeftrcbt werden müssen, die Untersuchungi-ii in Ziikunsl in Hainau vo-zuiichmeii. Dir Abteilung 8 wurde alsbald »ach Austrcten der Rnhrcrkrankungen gesperrt und die erfordertschen Tesinsektionsmaßnahmcii wurden durchgcsührt, ch, B t n g e r b c ü ck, 19, Jan, Zu einem Z u s a »i m e n - st o ß kanl es auf deni Bahnhose von Stromborg, Dvi gegen 11 Uhr abends dort eintrrsjcnde Zug der hunsrückbahn lief gegen den dort zu gleicher Zeit rangierenden G ü - te r z u g. Durch den den Zusamnienprall begleitenden Stoß wurden die meisten Fahrgäste des Personcnznges von rhren Sitzen geschleudert, (Mehrere 'erlitten mehr oder weniger TtfWW * «J* r*n-rr^en Sr i De Lokomotiven jini) ' *n D«.M ?t-ruUs«t»d-n 'st beamtend Der A-finm-mrstox ,-oll «up-dlut» dadurch porgettnmnrn fein, ottfe «n stjn«Urui rnsolpe des nicht ein waridsrei Tanrtiofiicrte. .**■ 9**. Der F-brikh-sty« und Kom- EM» °M «o«. lanan-chntes Miigiied der Äandkls- rrnwn«, » im «Her von 73 anuttn o e R o r b e n. g f Wiesbaden. 19. Jan. Heute um die Miuaq--, ** Eden öv Bewohner der «eltkurstad: durch die Nack> richi m Ausrnzrinz versetzt. paß in der Jahustraße Nr ein Raubmord verübt worden sei. In dem Parkerreswck qe lunmte» Hanfts wohm der Müchliänüler Wendel in Schweitzer, der seit eiuigen Jahren nül seiner Iran ein Milch, und Rahmgeschaft betreibt, früher war Lchweitzei- »i der Sronenirwueret ru Wiesbaden tätig. In der Frühe ,edeii Morgen» geyen 6 Uhr verläßt Schweitzer mit ieinem Milchkarren das VmlS, um seine stunden, hauptsächlich in dem Weüritzviertel, mit Milch zu versorgen, während seine Ehefrau eine Stunde später dem Milchgeschait iiachgehl und die Kunden "in den um ihre Wohnung liegend'» Straßen und d,e 9tochbarschai> bedient. Drshalb kehrte Frau Schweitzer stets früher als ihr Gatte nach Hause zurück Tie Tätigkeit der Eheleute hatte sich ein Mieter zur .Kennt ins genommen, der seit dem >4. Januar bei ihnen sich ein genrietet, nachdem das von ihm bezogene Zimmer kürzlich von einem der Söhne dm Eheleute Schweitzer wegen Ver- l»cirattulg geräumt wurde. Schweiler hatte versäumt, diesen seinen Mieter nach Name und Stand zu sragen, d»ct, soll dieser Mitte der 20er Jahre stehen und .Holzarbeiter sein. Tas Vertrauen der Mietsleote hatte sich der Mieter, durch iicheres Auftreten und Vorauszahlung der Miete erworben, des wetteren dadurch, daß er angab, er habe bereits jeibst seine Anmeldung bei der Polizei vollzogen. Heute früh »errichteten die Eheleute in gewohnter Weise ihre Geschäfte. Die Ehefrau Schweitzer wurdc um 10»,', Uhr noch bei Kunden in der Jahustratze Nr. 6 und beim Kohlenhändler Brill, Jahnstraße Nr. 3, gesehen. Als ihr Mann um 12'/, Uhr heinrkehrte, fand er die Wohnung verschlossen. Als ihin nicht geöffnet wurde, stieg er durch ein Fenster vom Hose aus ein and sah seine Frau erwürgt au die Bettstelle im Zimmer des Aftermieters sestgebmiden, Gesicht und Hals dick angeschwollen. Schweitzer rief um Hilfe, die Bewohner des Hauses liefen zusammen. Die Erdrosselte war, als man sie abschnitt, bereits eine Leiche. Es sollen, wie man hört, 200 Mark Bargeld und ein Sparkassenbuch fehlen. Auch wurde bei der Leickze kein Pfennig rroy der vereinnahmten Milchgelder gefunden. Bon dem Raubmord ist in der imnierhtti belebten Jahustratze und trotzdem sich in fraglichen Hause ein reger Verkehr abwickelt, zumal im Hinterhaus der Maler Gustav H i l d e b r a n d t sein Geschäft betreibt, nichtsbemerklwordeu. Man nimmt an, daß der oben gekennzeichnete Astermieter, der jetzt spurlos verschwunden ist und von dem Namen und Stand fehlen, diesen Raubmord begangen hat. Polizei unb Staatsauwallschaft trafen bald am Ort der Tat ein und nahmen den Tatbestand aus. — Neueren Feststeilmigeu zufolge soll der Mörder ein gewisser Karl Müller fern und im Alter von 22—25 Jahren stehen In seiner Begleitung soll sich eine clwa gleichaltrige Frauensperson befinden. Beide ivrc chen rheintändischen Dialekt Der Mann war stell lcnlos, von Beruf angeblich Dreher, und stammle aus Köln. Bor dem Morde hat zwischen dem Burschen und seinem Opfer «in Kampf stattgefunden. Die Leiche loies mehrere Messerstiche am Halse aus. Der Tater hat dann versucht, mit einem Stemmci>cn die Kommode auszubrccheu, in der, wie er wühle, 200 Mt. ausbewahrt wurden. Da ihm dies nicht schnell genug gelang, raffte er das in der Nähe befindliche Geld zusanimcn und entflob. — ® t e 61 it, 30. I«, Sot Samtoa hielt der Artillerie- Verein Pt den Räumen 1>er Turnhalle am Oswawezatten fein Wintervergnügen, eleiriueirifl «j;di die ifcier Mm ifmier« Oeöuris- tag ob. Die Kameraden waren link ihren Familien zahlreich erschienen Oberstleutnant v. Kn.helsboris nebst Ädjuiani, meb- rere Reftrveosfiiiere, die Vorhände der Gießener Haina Vereine, der Geiänaverciu Hedcrkrunz nnd viele andere (»ießener Bürger waren der Einladung geiolg, Das Lsiizttrkoro- oe« (tzietze- ner Kaiser-Wilhelm-RegimeMs war durch eine FelddienstübnnG ver- binderi, eine Abordnung zu entsenden; es sandte ein Tankichrciden. Das Programin war reichhaltig. Kamerad Tr. Sieger! hielt die Festrede, anschließend hieran fand die Kaiserhuldigung statt. Es ioigten mehrere Lieder des ttzesangvereins Liederkranz, die unter Leitung des Dirigenten Bauer vortrcsslrch vorgetragen lourden. Nicht tuender vor,restlich waren 'die Original-Vorträge des Kante- raden Straub. Ein kleines Theaterstück wurde von den M,I- Ivirkenden flott gespielt. Nach Progranimschtutz fand Ba» statt. Die Musik wurde vom Trompcterkvrvs des Feldartillerie-Regiments Nr '2ö 'Großh, Arlittene-Korvs> ausgeiührl, I. Geilshausen, 19. Ja». Ter 8 o » sui» v c re i» Eieilshansen hielt am Samstag abend seine Jahrcsrechnnng. 'Bei einem llmiav von 2b000 Mark wurden L Prozent Dividende verteilt. — Am Sonntag fand im Hillgartnen'chen Lokal eine Versammlung des Bundes der Landwirte statt, in der Herr G u ß m a » n - Eberslad, bei Darinstadt einen Portrag über Wehr Vorlage und Wchrstcuer hirtt. Wohnbach, 19. Jan Am Samstag abend hielt der Geiangverrin „Eintracht" seine HniuMvettammlung ab. Tic bisherige» Porstaiidsmilglieder, mit Ausnahine des Dirigenten, nmrdeii durch Zuruj wiederaewäbll, Au stelle des bisherigen Titigcnlen, des Lehrers Brücke! ist Lehrer Kahler getreten, da Herr 'Stüde! von Wohnbach nach Griedel venetzt toorden ist. r. Bad Na» heim, ltz. Ja». Tic Ortsgruvpe des Deut scheu F l v t t e n v e r c i n i hielt gestern abend unter Borsitz des Maivrs g D. Stgmm ilire Haupiocrsammlung ah. Die Mit iliederzahl der Ortsgruppe beträgt 122 und hat gegen das Bor iah, »in 0 zugeiromuren, An Kgiienbeftand sind 298 Mark vor- Imiiden Für das dentjche Seemanns-Alters- und Jnval!denl>e>t!i bewilligte die Pettammlunq einstimmig den Betrag »on 50 Mark. Lehrer Hotmann von der Sladlsckuiie hielt einen Vortrag über die im Sommer statttesunden- Fabel an die Wasserkante, an der 200 Lehrer aus allen Gebiekc» Deutschlands tcilnalMen. - Heute inerte der hiesige Ga st Wirteverein das Fest seines tOiährige» Bestehens, unlcr Teilnahme zahlreickzer Gäste, durch eine Alerid Unterhaltung im Sprudel Hotel. 8. Butzbach, 18. Jon. Der Verein Großh. Heil'. G e - fangenaufseher, Ottsgruvpe Butzbach, veranstaltete am Samstag im Hotel zum Hessischen Hos vor vollbesetztem Saale eine Allrnd-Unterhalttrng, Tas reichhaltige Programm nahm zu seiner Abwickelun, so geraume Feit in Anspruch, daß die tanzlustigen Gäste erst um >42 Uhr auf ihre Rechnung kamen. Sevicht»taal. Frankfurt a. M., 19. Jon. Dem Gisrmörder Hopf ist do» seiner Verteidigung nahegelegt toorden, gegen den llrteils spruch des Schwurgerichts keine Revision gnzumclbcn und auch nicht die Gnade des Königs anzurusen. Luftschiffahrt. Johannisthal, 19, Jan. Aus dem Flugplatz hatte gestern der Flieger B g t I o d mit seiner Jegniiin-Stghltgnbe mehrere Ausstiege gemacht. Bei cjnbreckamder Tunkcllicit landete er, droiseile jedoch den Motor so stark als da st er stehen biieb. Ilm nicht den schweren Eindecker über das Feld schieben ;» müssen, stieg Bellas aus und tvari den Motor wieder an. Ta jedoch der Gashebel aus Halbgas stand, setzte sich der Avvarat mit großer Scknellig- teit in Bcwegniig. Der Flirgr'r batte gerade noch Zeit, sich autz die Seite zn werten, um nicht von dem Schlittel, getoosfen zu werden, als das Fahrzeug mir großer Geschtvindigekit davon sauste. Nach 10 Minrilei, geriet der Eindecker in eine Grubenvertteiung. Ballod schwang sich jetzt aus den Führersitz und kannte sein Flugzeug unversehrt in den Schuppen bttngen. t Jena, 20. Jan. Beim Medcrgehen des Ulit drei Insassen besetzten Freiballons „Lembeck" verfing sich das Schlepptau des Ballons in der Mampfte der elektrischen Hochsvannimgslcstung, wobei Kurzschluß entstand. 'Aus dem Maste sprühten Flannnen empor Tie Ueberlandzentrale Döbritzschen wurde telephonisch ersucht, den Llrum ouszuschaltcir, Die Luttichister ließen das Gas aus deni Ballon entweickien. Durst» Unterstützung von Passanten gelang es schließlich, den Korb zur Erde zu bringetl. Permi *S»rdtzfeucr, Aus Mannheim, 19. Jan . wird ne- mrtftfi: I» der Mann he, men Jsvlierwerke- und »tt>rkste,n- sabrik G w. b. H. in Rheinau brach heuie abend, u»ie die „Nene Badische Landeszettnng" meidet, Großseuer ans. d,:s an Majchcmm, Mnlcnatien iiiiv Gepiswett rmm ödj«w»et, »pp ettva 30000 Mk verursachte. Rettnirgswerk eines Offiziers. Aus B r au risch wei g, 19. Jan., ivird gemeldet i Hauptmaun v Grone, der Ftugeladsnttuit des Herzogs von Braun schweig, rettete gestern drei Person«, vom Tode des Ei irurlens. Dem „Allqemerneu Anzestgett' zusolge brach an, einer abgeeisten Stelle des Kretizlrichrs her Riddags hausen ein I2jähriger Knabe rin, den der Hauptmapn unter großen Anslrengnagen ans Land brarlste. Ilnmittel bar daraus war an einer anderen Stelle desselben Teiche - ein I2jähriges Mädch«',, versnnsen, den, Hauptmann von Grone sofort zu Hilfe eilte. Er selbst unb ein älterer! Herr, der sick) an dem Rettungsioerk beteiligte, brackienl ei». Es gelang .Hanvtmaiiii v Grone, zuerst den älteren Herrn zii retten und darauf das Kind m, das Land z>t kriiigeii. Der gänzlich ermattrte Hauptmann mußte mit fremder Hilft i» ei» Privathaus gebracht werden. Er lvnrb? Isätcr tnillels eines Aulomobils in seine Wohnnng natt Braui,schweig üvcrgesührt Amllicher Wetterbericht. O e > > e >, t l i ch c r Wetterdienst, Gießen. Weltcraussichten in dessen am w,tilwoa>, den tl. Jan. 19H Pjellach wolkig, teilweise heiter, Teinperatur Ivenig geändeu keme wesentlichen Niederschläge, östliche Winde. Letzte NacHriechten. Von der deutschen M i 1 > t ä r in i s s i o n in der Türkei. V e r I i », 20. Jan. Ter „Lokalanzeigei" und die „Täglirde „Rundschau" melden aus Chemnitzi Der Masor des hiesigen Ulanenregimenls und bekannte Herrenreiter Kirsten ist mit Ge nehmigmig des Kaisers und des Königs von Sachsen zum M i t g 1 i e d der deutschen Militär Mission IN der Türkei be rnscn worden. Kirsten, den der Sultan zum Oberstleutnant und Kommandeur des I. türkischen Kauallcric-Regi men tS eriiaitttt hat, lolrd ansangs Februar nach Kaiislaittinoinü reisen. Er soll später Lasier der neuen Reitschule werden. Eine Rede des iriechischen Ministerpräsidenten in Paris. Paris, 2t. Ja». Venizcloc- lnelt aui einem ihn, zu Ehre» voll der gricchiichcn Kolonie gegebenen Bantett eine Red, , in der er Frankreiä, für die Griechenland gewährte Frenndschait und »ivialtiche Öilie, jowie die nfci der sranzolischen Militär Mission geleisteten Dienste in wärmsten Wonen dankte. Ben, zclos erklätte weiter, (Griechenland ttäume nicht von Eroberungen, aber es verlange sin sich dicielbe Achtung, ivclche cs vor dem Gute de> anderen hege. Demi am Recht und Würde begründeten File den fest zugetan, werde Griecherrland IM nahe» Orient ein ernster Faktor der Ordnung, de? Fortschritts und der Zivilisation iverdcn llio keinen r»s-ig>n> 2' <■ <■ s au Hrüiwch-Indtrn ilmlen mein und mehl- Benrhtnng. Von dev boknnnten, überall ('ingeführten Marke TEE sind London Tee und Englische Mincliungk Mk. -dC bezw. Mk. 3.20 das Pfd. zmn grössten Teil, die beiden Ccylon- Indian ü Alk. 2.80 bezw. Mk. ‘.150 das Pfd. fast ansschlicsslicl mir hriti^h imllwi hon Tees zusammengesetzt. »Sic seien deshalb Liebhabern vom kräftigen und im Gebrauch spafsamcit Sorten besonders empfohlen. 006ss Vertraciien «;ls(iiKen«l belohnt! SBiofoit hm mein Ben rauen glanzend belohnt. Das Mittel wirkte auf mein ^erreniriüem Derart ücruöiflcnb, dah sich mein Allgemein befinden täglich besserte, ^ach kurzer P,eit erfreute ich mich wieder einer frifcben, gesunden (Äesrdnefärbe und verfuge jetzt über eine nie gehabte Energie und Arbeitskraft, dl. Küntscher, Dresdens, ((arlotvitzftr. 27. Unterschrift beglaubigt:26.0.16. Gr.(6nlle. »gl.Nv'ar. Liason. das Batet, mehrere Wochen ausreichend. Mk.ll - in dlvoth.Drog. (2!J8b) Aenne Leib Leo Weitzenkorn Verlobte Aachen (Maria Theresia-Allee 30) Giessen Am Donnerstag, den 32. Januar 1914, abends 8'/..Uhr, finbet im großen Saale desHotel Einhorn eine öffentl. Versammlung nnt freier Aussprache statt. Tagesordnung: Dorttag des Herrn Gutsbesitzer A. Wolf in HunSpach i. E. über: Elsaß-Lothringen und das Neich. Zu dieser Versanivilung ladet ergebenst ein, um rege Beteiligung bittend, Gießen, den 19, Januar 1914. wod Tor Verein der fortschi ittl.Volkspartci Metz, Geh. Jusiizrat. jtitttnrpcv« öcii "• l. ttmium". Schlachtfest. 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