Nr. 15 Ter «ießenrr Anzeiger evfdjfint täglich, auöet SonnlagS. — Beilage»: viermal mödiemlid) äüejenerZLmilieiiblälleri »vkimalwöchenil.iiiei;- blaUsürdentzttisSiehen (Diesstag und Frciiagsi ivelmal monnll. lantz- wlttlchastlicheZtitlraaen F«r»sprech. Anschlüsse: iür die Rcdaklio» 112 , Verlag ». Expedition öl 'Adresse lür'Develchcn: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen l»r die Tagesnu,inner dis vormittags !> Uhr. Montag, 19 . Januar 19 H Vezuasaret»: nionatlich75M.,vierteljährlich B!k. 2.20: durch Äbhole- u. Zweigstellen inonatlich Sö Pt.; durch die Post Mk.2.— viertel« jährl. ausichl. Bcstellq. Zcilenpreis: lokal löPj., answärrS 20 Pleunig. Ehesredakleur: A Goetz. Berauiwortlich iür den volit. Teil: Aug. Goetz: iür .Feuilleton", .Vermischtes" »nd.WciichlS- saal": Karl Neurath: iür .Ttadi und Land": kröaktisn, Lrpcdition und vrulierci: Schulstrahe 7. Anzeig^meil:' H? Beck'. Oberhessen Eenerat-Anzeiger für Kotaticnsörucf und Verlag Ser Srühl'schen llniv.-Bi>ch- „nS Steindruckerei K. Lange. Erster Blatt Die heutige Nummer umfaht 12 Seiten. Tageskalcndcr aus dem Fahre 1814. l0. I «n u a r: Yorcks Truppen schließen L u x c m b u r g ein. Zur Zivilprozehreform. i Aus Richtcrkrciscii wird uns geschrieben: Daß unser Zivilprozeßversahrcii au iiiancherlei recht be- deuNichen Mängeln leidet, ist eine ancrlanntc Tatsache. Nängel, von denen sreilich in erster Linie die Parteien ge-- rosjen werden, deren Beseitigung aber nicht minder den prozeßleitcndeii und prozeßbetreibendci, Juristen ,Richtern und Anwälten) am Herzen liegt, die tagtäglich berufen sind, die Schwächen unseres derzeitigen Verfahrens am unmit- leibarstcii zn erfahren. Tie Frage, wie diesen Mängeln ab» zuhclsen sei, wird denn auch icit Fahren in snristischen Kreisen auss lebhafteste erörtert und sie ist umso attuellcr ge- ivordcn, als eine Revision unserer Zivilprozessordnung seitens der ReichSregicrung und eine Reform ans gesctz-, gebcrischem Wege ohne Zweifel in absehbarer Zeit zn er- ivarten steht. Was aber seither aus juristischen und an-, waltlichen Kreisen an Rcformvorschlägcn vorgcbracht lvor- den ist, bewegt sich doch mehr oder weniger in dein engeren Rahmen juristischer Fachsckrijten und Vortrüge, die ii, der Tagesprefsc nicht in dem Maste Berücksichtigung und Wiedergabe finden tonnen, wie sie cs wohl wert sind. Andererseits hat aber das Publikum in. seiner Allgemeinheit ohne Frage selbst ein großes Interesse daran, von dem, was zur Hebung der bestehenden Mängel geplant ist und zu crwar- ten steht, auch seinerseits unterrichtet zn sein, damit cvcii-, tnell auch ans seinen Kreisen heraus auf etwa nicht berück-, sichtigte, von ihm besonders empsnndcne luuitbc Punkte unserer Prozessordnung der Finger gelegt werden kann. Als wesentlichste Schwächen der ZPO. sind seither die folgenden besonders hcrvorgchobcn lvordcn: Zunächst wird cs als Mitzstand empfunden, daß die ZPO. feinen Unterschied macht zwischen u n b e st r i t t e - n c n und bestrittenen Ansprüchen. Die Klageerhebung soll, so wird vorgcschlagen, von dem 'Nachweis abhängig gemacht werden, dast das Recht des Klägers bestritten ivird. Zur Befriedigung unbestrittener Rechtsansprüche werden folgende Artikel ins Auge gcjastt: 1. Einziehungsämter auf genossenschaftlicher Grundlage, wie sie bereits vereinzelt bestehen. 2. Einführung eines gerichtliche» Z w a n g s v e r - gleichs außerhalb des Konkurses und Befugnis des Richters, Stundungen zu gclvähren und T c i l - z a hl u n gen zu gestatten. ' 3. Weitere Ausgestaltung des Mahnverfahrens, zn dessen besserer Ausnutzung ja auch neuerdings seitens der Aeltesten der Berliner Äausmannschast (an der Spitze der Reichstagsprasidcnt Käemps) in einer hcsonderen Broschüre. „Einziehung von Forderungen in, Mahnverfahren", ausqcsordert worden ist. 4. Tie Zulassung protcstierter Wechsel als vollstreckbare Schuldtitel (ein Vorschlag, dessen Zweckmäßigkeit und Durchführbarkeit jedoch lebhaft bestritten ist). Als Rcsorinvorjchlägc in Ansehung der Geltend,nachniicz st r e i t i g« r A »s P r n ch e kommen in Betracht bezw. werden vorgcschlagen, zunächst als vorbeugendes Mittel: die Einführung von Rechtsauskunftsstellen. Wenn auch solche wohl vielfach bereits bestehen, so tra- gcn sic doch fast durchweg privaten Charakter. ES ist aber durchaus notlvendig, dast im Fntcrcsse der Allgemeinheit hier auch der Staat eingrcife. Als weiteres prozcßver hinderndes Mittel sind sog. Einigung säint er vorgeschlagen, wie sie gleichfalls bereits an vielen Orte» bestehe» und lisch bewährt haben, so z. B. das Einziehungsamt der Aeltesten der .Kaufmannschaft in Berlin. Tie Anrufung der Einigungsämter muß jedoch dem freien Willen ' b e r Parteien anhcimgestellt werden. Ein obligatorisches Sich ncverfahrcn für lalle Streitsachen würde sich nicht empfehle», da.es leicht statt eine Förderung der Rechtsdcfricdi- gung eine Verzögerung in dieser Richtung verursachen könnte. Eine Verminderung der Prozesse tönnte auch sehr ivohl durch eine möglichste Verbilligung der Geltend m a ch n n g unstreitige r A n s p r ii ch c erzielt werden, wie andererseits auch eine C r l> ö h n n g der Kosten bei frivolem Streiten oder eine H crabsetzuiigbeisre U williger Beilegung des Streites ohne Frage in der angcdentetcn Richtung vorteilhaft wirke» dürften. Auch eine Acndcrung der Bestiminungeii über das Arni c ii r c ch t, wie z. B. Kosten e r m ästig n n g stall volle Kosten b e fr ei u n g, ist als Prozcstvorbcngnngsmittel wohlbcrcchtigt in Vorschlag gcbrackn worden. Tie in Ansehung des eigentliche» Ttrcitvcr- f ahrens geinachten Vorschläge und ausgesprochenen Wünsche bedeuten zum Teil recht tief einschneidende A cnde run g en wesentlicher Gr unds ä tz e unseres Zivilprozeßversahrens und können wohl nicht durchweg widerspruchslose Billigung finden. Znsbesondern zielen die vom Reichsgerichtsrat Tr. Lobe ans dem vorjährigen Richlertag in Berlin nach dieser Rich- lling gemachten Barsch. äge aus eine wesentliche E i n s ch r ä n - k u n g d e v mündlich e n B c r h a n d l n n g s in n x i ni c und der Verhandlung des Streites vor dem Kollegium, sowie auch ans eine grundsätzliche lkmgestal- tung der Berufung. Schon die K l a g c s o l l d e n E r s o r d e r n i s sc» d c S 8 130 ZPO. li b e r v o r b e r c i I c n d e S ch r i s t s ä tz e c n t- svrcchen und im Falle ihrer Mangelhaftigkeit von dem Vorsitzenden zwecks Ergänzung oder Berichtigung zurück-, gegeben werden. Die Entscheidung über gerichtshindcrndc Einreden, die in der K lag e be a n r w o r t n n a vorgebrncht werden m ü s s c n (untcr.Verlvcigeruug der Verhandlung zur Hauptsache) soll durch Gerichtsbeschluß erfolgen. Verläuft die Frist für die Klagebcaiitwortnng fruchtlos, dann soll der Bo r sitz e n d e Vcrsnninnisurteil erlassen, das sür vorläufig vollstreckbar zu erklären ist. Mit der Klagcbe-- antwortung kann der Anspruch anerkannt werden, woraus gleichfalls wieder durch den Vorsitzenden Anerkcnntiiisnrteil ergebt. Sind Rechtsfragen streitig, dann ist H a upt- Verhandlung vor dem Kolleg anzuordnen, andern- salls findet aus Anordnung des Vorsitzenden ein Vorverfahren vor einem Mktgliede des Kollegs statt. — Der Sach- und Strcitstand ist in diesem Verfahren derart vorzubereiten und zu klären, daß das erkennende Gericht alsdann wenn irgend möglich in einer.Hauptvcrhandlnng zum Urteil gelangen kann. Die Parteien sollen aber nach Schluß des Vorverfahrens auch berechtigt sein, die Sache sofort durch den beauftragten Richter entscheiden zn lassen, unter II m - aehnng einer Verhandlung vor dem Kolleg. Die Parteien sollen berechtigt sein, die Zuziehung von Sachverständigen zur Hauptvcrhandluiig zu bcan tragen, die an der Beratung und Entscheid n n g teil- zunehmen hätten. Tie Zuziehung m nst erfolgen, wenn beide Parteien hier über einstimmcnd beantragen. Tic Auswahl der Experten steht im Ermessen des Gerichts. Eine wichtige Aendcrung bedeutet auch die von Lobe gc- fordcrtc Beseitigung des „bediiiglcn Endur teils" an dessen Stelle die eidliche Vernehmung der Parteien treten soll. Au» Hessen. Ein Antrag zum neuen G e in c i n d e st c u c r g c s c tz in der Ersten Ka m ine r. rb. T a r in st adt, 18. Jan. Zur Abänderung des neue n Ge m c i n dcstc n e rgc sc tzc s haben die Mitglic der der Ersten Kammer Fürst v o n I s c n h n r g - B i r st e i n und Freiherr Hehl zu Herrnsheim folgende Anfrage an die Regierung gcrichlcl: Am 15. März 1013 bat die erste Kammer einstimmig beschlossen. die Givstb. Rcgicriing zn ersuchen: l. einen Gesetzen: - wun belr. Auslegung des Ge neindeumlagengesktzcs vom 8. Juli 1011 I orzulcgen. wodurch die To ppelic stelle r IIII g des land wirtschaftlichen Lrtriebskapilali beseitigt wird: 2. alsbald^ einen Geietzcntwun rorzulegeii, wodurch bestimmt wird, daß der Steuer pflichtige der Istnsligcii Veranlagungen schon während de- Per aiilagungsvenahrens von der Bewertung seiner laudwirtichait lichen Grundstücke durch die Steuerbehörde, beziehungsweise die Leranlagiingslommission Kenntnis erhält, um ihm das Aulrags- rccht gemäß Rttikcl t des Gesetzes vom 8. Juli 101 t aus Beste ne rillig nach dem Mittelwert zu sichern. Tic Unterzeichnete» richien an die Großh. Regierung die Anträge. welche Täiritic sic in der Zwists .-».zeit getan hak. um dem einstimmig geslelklcii Ersuchen zu cinsprecheu. zumal die ReichSgcsetzgebung in dcni WehrbeitragSgeictz und in dem Besitz» Ilciieigckctz ffir die landwirtschaftlich genutzten Grundstücke die Besteuerung nach dem ErlragSlvcrt rorgcschricbrn l>at. T i c E r st c K a m m c r und d i e B e s o l d n n g s v o r l a g c. rb. Darm stadt, .18. Jan. Ter Finanzausschuß der Ersten Kammer wird Mittwoch, 28. Jan., zur Beratung der Gesetzentwürfe über die BesoldungSresorm znsa inmen treten. DcrAnsschiitz dürste, nachdem die am vorigen Mittwoch ab» gehattcnc vertrauliche Besprechung der Mitglieder der Ersten Kammer eine Uebereinstimmung darüber ergab, daß die von der Zweiten Kammer beschlossene Erhöhung der lSehaltc der Volt s s ch n l l e h r c r lvegrn der hohen, niigcdcckten Mehrkosten nicht angenommen werden könnten, sich in der Hauptsache für die W i c d c r he r st c l l u n g d c r R e g i e r n n g s - Vorlage entscheiden und mit geringen Abänderungen deren Aniiahinc deni Kammerplenuiii empsehlen. Rachdent der Finanzausschus; seine Beratungen beendet hat, wird ini ersten Drittel dcS Monats Februar die Erste Kammer in die Beratung der Vorlagen cintreren. Bekämpfung von Schmutz und Schund in Wort und Bild. rb D a r ni st a d t, 18. Jan. Zur Bekämpfung von Schmutz und Schund in Wort und Bild ist gestern nach mittag im Ausstellungsgebäilde auf der Künstlerkolonie aus Veranlassung des Hessischen Bolksschriftciivcreins eine inler- essante Ausstellung eröffnet worden. Tic Eröffnung fand in Gegenwart dcS Ministers des Innern von Hombergk. StaatSrat Süsser t, Prälat O. Flö r ing, Provinzsaldirektor Fe», des Rektors der Technischen Hochschule, Bürgermeister Müller und zahlreicher Leiter höherer Lehranstalten und der Volksschulen statt. Der Vorsitzende des Volksschristenvcrcins, Obcrlandesgcrichtsrat Lang begrüßte die Erschienenen und legte dar, daß die Tätigkeit des Vereins von jeder parteivolitischen oder konseslionellcn Parteilcndcnz frei sei und lediglich vom Gleist der Liebe zum deutschen Volke geleitet sei. Ter Verein verfolge den Zweck, vorläufig im Großherzogkiim Hessen den für das Bolkswohl nottvendigen Kamps gegen Schund und Schmutz in Wort und Bild nicht allein durch bloße Warnungen und Abwchr- maßregrln, sondern auch durch tätiges Eingreifen in der Gietzcncr ^onrcrtvcrci»»« IV. Konzert: 3. Solistenabend Gießen, 10. Januar. Y-cnr Vorstand des Konzcrtvcreins war es nun doch gelungen, r gestern Frau Erler Schuaudt aus München zn gewinnen, die 1 Kanrmermuiik-Abend iuiolgc Erkranlung allgesagt Halle, und war sicher so bester: denn die außcrordeillliw starke :>uhvrer- - t kvnn c aus die e Weise die hohe Geiangslullur und die v,eicht zurzeit cinzigailige pastose Altstimme au, „ch viel intimer rken lasten als in Rachbarickiack von tanimermunlalnä-cn Tar »uuacn — Ich l'aac intimer, denn ,o vornehme pncltcrlichc fribft im größten Konzertsaal intim und der Juhärer gstt^äuzich eine Umgebung und lauscht nur andächtig dieier » einem io reinen ivar-mblütigen llulcrlon getragenen ,o zu ■tun sprechenden Stimme und trägt die emviaiigenen Eindrücke ich Hause um sie noch lauge „ill und dauibar zu.gemelzeu. Jrau Erler-Scknaudts Art vormlragen „t mtiachlich heut iaac etwas sehr seltenes: So Ichlicht und emlach, ohne Noten. i^Te 't nur deii geistigen Inhalt, des .ewecligeu Werkes selbst lebend steht diese ung-wöhnlich lhmvathische.,große Jraucn- übKnuna aus dem Podium und singt mit einer stimme - ciii-r LBeten' Sümme voll unendlichen Wohlla.stes. Hier st. cn i-de Note nicht nur von einer auiicrst distcrenzierten. mustkalr- eir Bild, na ersaßt und iviedcracgcben. sondern ,cdc Rote wird 'i Rcqistcr ausglcichenden eminenten Geiangsiechmk aeböre» che cS die unvergleichlich hohe muiikoli,che, Kultur r ^Künstlerin im 'Innersten lorderl. In Frau Erlcr-schuaudi reinigen sich eben endlich 'weder einmal die Gaben einer glanzcn,- einer vollendeien sechnik und einer uriprunglichen chik°lüä7 voll kastvollstem Rhythmus. T.e Künstler,», iuhrte uiiiaiiiar i -Urogramm vor, beginnend »nt drei säiu * :i S!i-.-ii denen in der zwcilcu Abteilung vier Lieder von ^aruincr'da-"- entzückend im Dialekt vorgelragene Kölncr ^Bie tunim ich daun de Porz crenu", IN der dritte» „Im - bst' na'n Rob Franz. „Die Verschmähte" von H. K. Schmid, wbavä-e" von M. Fricdland und „Storchciibol'chail" von ' tlÄ Mir persönlich bereitete das erste Lied „Tie w -am YadcS" o Schubert den größten Genuß von allen arbielungen, weil hier Frau Erlcr-Schnandt nreigenstc Tanc , geile» zur Geltung kamen, doch ,oll damit mclH gciagt iei», - Lj! ..ai-cv liegenden spüleren Vorträge der Künstlerui stiinmlich Ri so gelegen wären. In, Gegenteil konnte man,rn „Im — endlich lvicdcr einmal cm Lied von Rob. ecran; — den ungewöhnlichen Slinimiimiaiig an einem siegreichcii „hohen ges" bewundern. Frau Erler-Tchnaudt erlang sich »anirlich einen vollen rauschenden Ersolg. an dem auch Meister Trautmann als genialer Bcgleiicr seinen schönen Anteil Halle. vcinrich K i e f e r. de» hcroorraqenden Eellovirlnoie», nach langer Zeit wieder zu höre», war i» vielem ein bohcr Genuß. Wenn auch der Vortrag der Back>sck>e» E-Dur-Suite nicht nach Erwartung aussicl, was einerseits aus eine hohe Feuchtigkeit des Instrumentes, aiidrerseits aber auch auf eiii,,besonveis in der Technik, de» Bachstil wenig unlerstreichcndeS Spiel - der letzte Satz war durch sein rasendes Tenrpo schon mehr ei» Lrsztsches Rhavsodienprestissimo — zurückzuführen ist, so konnlc man beim Tchumannkonzerl besonders von, langsamen Satz an bis zu dem ausgezeichnet gemeisterten Schlußsatz dem eminent virtuosen Spie! des Künstlers sich ganz hingcbcn. Außer den beiden genonulcn araßen und so bedculenden Werken der sonst ziemlich kleinen Eclle- Llteraliir, soieltc Kiefer noch Stücke von Ehopi», Tvoräk und A. SchlemüllerS „Gavotte" und danlle für den starken Bestall mit Schumanns „Abendlied". Pros. T r a » l m a II n begleitete auch hier wieder glänzend, tonnte aber trotz seines nniiikalischen Spiels Nicht über die Mängel der so unhandlich übertragenen Schllmanil- schen Orchcstcrparlitur hinwcghclscn. a—r. — Tie urausj» h r Ii n g von G c r h a r t Lanolin a n n s Odysseus-Drama. Die Uraustühruug von Ger bart Lauptmauns sünfakiiger dramaiischcr Dichtung „Der B o g c » des O d v > > c n »" i » T e u t l -0 - » " ä » st l c r i b e a » tcr S o z i c t ä tz brach c dem Werk und noch mehr sciiic » Sch'pst r ciuc» rollen Erwlg. Nacli dem drillen Via Mur eer Beisal. illgar so liaik, dast Lauvlmann das Lansgesetz des Theaters durchbrach und. obgleich nach der ausdrücklichen Angabe des ThcalerzellelS „der Dickster, wenn er gerufen wird, erst zum Schlüsse der Vorstellung erscheint", lich bereits in der Mitte dreimal dem jubelnden Publrkum zeigte. Am Schluß erschien er dann viel Örter, zuletzt mit dem Regisseur Rülncr und dem Odysseus-Tarfteller Morr zujammen. Ter Inhalt und die dichlcriichc Gestaltung dcS Tra- mos ist ja bereits nach dem Erscheine» der Dichtung in den Dcih- iiachtolage» aussülstlich behandelt worden. Was damals oicliach besrcmdcte: die willkürliche Ummodelung der Homerische» Gestalten, die soitzsiiidige lind gesuchte Chaxaklcristik einzelner Fg- gureu, wie der (nicht auitretcndc», aber viel erwähnten' Pcnclove, des Lacrtcs und dcS Telcmach — das zeigte sich in der Plasrit dci Pülinendaniellung i» einem reineren und natürlicheren Licht. Der Eindruck einer mächtigen dramatische» Wirkung war der tünst - lcrischc Gewinn des Abends, und es lvar das große Verdienst der Austühiung, ibn mit allen Mitteln herausgearbeitist zu haben. Manches, ja säst alles, was den Leser entzückt Halle, ging dabei iicilich verloren: die Musik der Verse, die zaiie griecyiickie Patina, die in dem diskreten Lokallolorit und dem geschmackoollcn homerischen Ornament der Rede liegt, die Lvrik der cinzelneii Hymnen »>ld Gebete. ES war ein hmrdscstes Theateripiel. das die Darsteller ' ölen. Hans Marr als Odnstcus gab ehrliche Derbheit, aber Nichts vou der Feinheit des Listenreichen. Tic, die zu stilisieren und idealisieren versuchten, versagten, und am beste» waren, die ihre Rollen ganz realistisch aussaßtcn. Reicher als LacrteS und Tagny ScrvaS als Mclantv. — T i c Verbreilniig dcSParatyphusbazillus. Unser ärztlicher Mitarbeiter schreibt uns: Man ist es leider »ach- gciadc gcwöbnt, daß besonders in der Sommerszeit, die Oessent- lichleit durch die Kunde vau Flciichocrgistuiig und Hacksleisch- epidcimen alarmiert wird. ES entsteht dann immer die Frage, ob ei» Verschulden bei der Fleischheima» Vorgelegen hat, infoserir als das Fleisch kranker Tiere unbeanstandet durchgelassc» wurde. Die Erörtcning einer derartigen Frage aber ist deswegen zwecklos, lvcil die Erreger der Flcischvergistung. die Paratyphusbazilleii. iür die Tiere, IN denen sic Hausen, nicht pathogen sind, d. h. weil sie kcl nc Kran khei l Sa n zcichc» he ro o rr usc u Sic iührcn eine „savrovbnniche" Eriftcnz genau io wie etwa die Starr- kiamvibazillcn. Man dal sogar geglaubt, daß die Baratnohus- bazillen überall in der Naiur verbreitet wären und Hai geradezu von einer „Ubiauiläi", einem ,,Ucbcrall!cin" gcivrochc». Ties läßt sich jedoch glücklicherweise, wie genaiic Nachprüiinigcn ergab«», keineswegs ausrccht erhallcii. Sic sind weder in cinwandsreien Nahrungsiiiiltcln noch im Dari» der Tiere allgemein verbreiietg und die geiinideneu Bakterie», die zur Paraiinstuisgriiovc gehören, sind wahricheinlrch auch für de» Mensche,, nicht „pathogen", - K i, r z c Nachrichten ans Kunst und Wissen- sch oft. Im S l u t t ga rI er H»i 1 1>ea I er iaud eine aus Schillers Kabale und Liebe beruhende Over F e r d i n a ii d ii n d L u i s e von JiiliiiS .'loiezek trotz ihrer viiendareu Mängel eine recht irrundlichc Aniiialinie. - Karl '.ii oeßlc r ■■ neues Lunioiel R ö s- scls vr» ii g iaud bei der UrauHnhruug in München eine freundliche Ausnahmc. ®eiit' ;u jüöicii, daß tt durch Usiupiehlmiii, Beschassuug und Verbreitung von gute», nicht tu teueren Volks und Jugend lchrijte», sowie in Bildern besonders auch in den Kreisen der Minderbemittelten das vorhandene LcscbcdürsniS bcsriedigen Inlil und den, Verlangen nach geschmackvoller Ausschmück- »»g von Haus »nd Heim cntgegenkommt, Die Beslrebungen des Vereins richten sich namentlich auch gegen die A u s w n ch s c der k i n e m a t o g r a v h i s ch c n D a r st c l - l u n g c n , und er veranstaltet zur Erreichung dieser Ziele besonders Vorträge, Bücher und Bildcrausslellungcn, unter stützt Volks-, Schul- und Arbeiterbibliotheken, gibt auch selbst volkstümliche Schriiten heraus, Bloße Abiochrmaßregeln seien dabei nicht ausreichend, sondern cs inüssc dem bildinigs- üedürstigen Volke auch Genuß und Befriedigung aus dein reichen Schatz von Kunst und Literatur geboten und namentlich den minderbemittelten Volkstreiscn gezeigt iocrdcn, dost inan auch mit geringen Mittel» Schätze erwerben kanii, ES ivcrden deshalb etwa 120 Wanderausstellungen in kleinem Maßstabe im Lause des Winters in allen drc, Provinzen veranstaltet und »ebei, Scftritttiim und Bildwerken auch die Kinobilder mit in den Bereich des Ausstellung gezogen werden, — Im Anschluß au die Rede ersolgte dann ein Rundgang durch die Ausstellung, Rach Schlust der Besichtigung hielt Professor Brunner (Berlin), der literarische Beirat des Berliner Polizeipräsidiums, unter kinematograpbischer Vorführung von Filmausschnilten einen sehr interessanten Bortrag über das Thema „Der Kincmatograph von beute — eine BolkSgefahr", worin der Redner in längeren Ansfüh- rungen und unter Vorzeigung zahlreicher Beweisstücke die in der heutigen Ausartung zutage getretenen Schädigungen unseres Volkslebens in sittlicher und ästhetischer Hinsicht illustrierte. Deutsche» Reick. Da? KrönungS- und O rdcnSsest wurde am gestrigen Sonntag im Königs, Schlosse in Berlin nach alter 'Sitte gefeiert. Es wurde» zahlreiche Ordcnsauszcichnungen verliehene der von den Zaberncr Vorfällen her bekannte Oberst v, Reuter hat den Roten Adlerorden 0, Klasse erhallen, was z, B, dem „Berliner Tageblatt" Anlaß zu kritischen Bemerkungen gibt, die aber unberechtigt sind. Der Oberst ist freigesprochen, und es lag kein Anlast vor, ihm etwas vorzuenthalten, was ihm infolge seines Dienstalters zugedacht war. Die Beratung der neuen Anfragen über die Zaberncr Vorgänge lvird im Reichstage erst am kommcudcn Donnerstag oder Freitag stattsinden. da der Reichskanzler sich gesundheitlich nicht ganz wohl fühlt, Ucber die Einbringung von Anträgen mit dem Ziele, die Rechte des Militärs bei Un- ruheneinzu schränken, fanden am Samstag im Reichst- tage Befvrechungen zwischen dem Zentrum und den liberalen Parteien statt. Zu einer endgültige» Entscheidung ist es noch nicht gekommen, da die Formulierung der Anträge Schwierigkeiten macht. Es wird auch daraus hingearbeitel, geinein- fouic Anträge cinzubringen. Auch die Sozialdemokraten bereiten ähnliche Anträge vor, die sich auch ans die Rcsorin 'xs Militärstrafrechts beziehen. Die Hauptergebnisse der Veranlagung z u r Ei n t o m m e n st c u c r in P r c u st c n für das Jahr 1010 sind dem prenhischcn Abgeordncleiihansc zugegangcn. Der M c h r b e i t r a g an Einkommensteuer beläuft sich gegen 1012 ans 24985139 Ml, Mit einem Einkommen von mehr als 3000 Mk, sind veranlagt worden 829009 Zcnsitcn und zwar in den Städten 617 836, ans dem Lande 211 173, Ein- kommensteuersrei waren 8698006 Personen oder 21,36° der Bevölkerung, Ei» Einkommen von 900 Mk, bis 30M Mk. chatten 6 489 373 Personen oder fast 16°» der Bevölkerung, Mehr als eine halbe Million Mark versteuerten 331 Personen, Das preuhischc Abgeordnetenhaus beriet lun Samstag das Wohnungsgesetz, mit dem den vielfach geradezu jammervollen Vcrhällnissen auf diesem Gebiete be gegnct werden soll. Der Handelsminister Dr, Judo w gab dem Entwuri ein Geleitwort mit, in dem seine Notwendigkeit eindringlich begrüidet wurde, er konulc indes nicht hindern, daß die Meinungen des Hauses recht geteilt waren. So will der Aag. v, .Hasse kl (Kons,) von der Ausdehnung des Gc- 0'ctzcs auf das platte Land nichts wisse», Das Zentrum >steht den, Entwurf, wie der Aög, Tr, Wuermeliug bekannt gab, spinpathisch gegenüber, wünscht indes eine genaue llinschreihung, ob das Gesetz nur für die Städte oder auch iür das Land gelten soll. Auch der ALg, K ü „ z e r (Natl,) begrüßte den Entwurf, fürchtet von ihm jedoch eine starke Beeinträchtigung der Selbstverwaltung der Gemeinden, die in dem Entwurf nach seiner Meinung überhaupt schleck» weg komme». Mit einem trockenen und einem nasse» Auge blickt der Abg. L ü d i d e (Freikons.) auf den Entwurf, Tie Grundlinien erscheinen ihm richtig, aber die Motive, wie Verhinderung „ungesunder Bodenspekulation" »sw, gefallen ihm nick», Abg, Dr. Flesch (Vp,) spricht sich iür das Gesetz aus, hält aber in Einzelheiten Verbesserungen für notwendig. Der Entwurf wurde schließlich an einen Ansschnß verwiesen. Aus Elsaß-rLothringen, Vor dem Kaisers. Rat Rekurs-Gericht) wurde am Samstag vormittag der Rekurs des Präsidenten des Souvenir A l s a c i c n L o r r a i n gegen die Auslösung dieses Vereins verhandelt. Als Rekurs träger trat heute der Vizepräsident des Vereins, Rechtsanwalt Helmer (Colmar), aui. In drcieinhalbstündiger Verhandlung wurde in anssührlichcr Weise die Betätigung des Souvenir Francais und auch des Souvenir Alfacien Lorrain zur Sprache gebracht und von dem Anklagevertreter Eeh, RegicrnngSrat Reinhard, an.Hand zahlreicher Bcwcis' miktel ausgeiührk, die Regierung habe die Ucbcrzcugnng, daß der Souvenir Alsacicn Lorrain die Fortsetzung des Souvenir Francais war, und ebenso wie dieser nicht ausschließlich die Pslicbt des Totenkulles bezweckte, sondern volitischc Bestie ,Bungen, die eine Lnsreistung von, deutschen Vaterlandc her beisühren sollten. Auf Grund dessen sei auch am 23, Januar 1913 die Auslösung verfügt worden, Rechtsamvalt Helmer wandte sich in scharfer und sehr erregter Weiic gegen diese Auslösung und insbesondere gegen das Urteil der Strafkammer von Metz, die am 23 November 1913 das Urteil des Schöffengerichts anshob und wegen Nichteinreichnng der Mitgliederliste den Präsidenten Herrn Jean zu 60 Mi, Geld strafe verurleilte. Die Urteilsverkündung ivurde ans den 21, Januar festgesetzt, _ Zur Bild» ng eines Preußeubundes fand am Sonntag nachmftt. im vreußstch, Avgwrdnetenbausc ein von Damen und Herren besuchter Preußeutag Natt, an dem u, a, die Abgeordneten Freiherr n, Hepdebranb und «mar v, Westarp teilnahmcn, .stlM Schlüsse wurde .eine EntläKießung angeiioiiiinen, iu der gegenüber de» immer mehr hervo, tretenden Pestrebungeu, welche aut'eine Schwächung der erst christlicher II,Id monarchischer Griind- lage erwachsenen Macht Preußens hluziklten, aui die Notwendigkeit des Znsommcnschlnsses aller derienigen hiugewlescn wird, die Preußen gegen die Angrffse der Demokratie «erteidiaen wollen. ttreirausschuh des Kreijes Gießen Gießen, 19. Jan, T e > st r c i s a u s s ch u ß d c s H reifes Gießen dielt am Samstag eine öffentliche Sipnng ab. Es wurde oerhandelt über: 1, Gemcindcratswahl zu Saasen, Tiefe Wahl, die am 0, September 1913 stattiand, ist vonzbeni Großh, üreisrat von AmtSwcgen beansta» det worden, weil behaup.ei Ivurde, daß loährcnd und nach der Wahl Freibier gespendet worden fei. Tie Bewcisaninahme ergab die Richtigkeit dieser Bchauptnng Ter Kreisausschuß erkannte daher zu Reck», daß die Wahl sür ungültig zu erkläre» sei, 2, Bürgernieisterwahl zu B ette nhau s c n, Bei dieser am 28, Oktober 1913 vollzogenen Wahl wurde der bisherige Bürgermeister Roth mit 62 Stimmen wiedergewähli, während der Gegenkandidat Wilhelm Stcul II, 32 Slinimen erhielt, Ta dem Kreisamte mit geteilt worden ist, daß Bürgermeister Roth unzulässige W a hlbe c i n s l u ss n n a c u oorgcnommen habe, ivurde auch diese bon dem Großh, Kreisrate von Anitsioegeu beansta,idet und die Akie» dem Kieisausichnß z»r Entscheidung über dicic Beanstandung vorgclcgt. Zu der Verhandlung war eine Reihe Zeugen geladen, die über porgckommcne Wahlbccinsliiisniigen Auskunft geben sollten. Da durch die Zeugenaussagen jedoch nicht ikstgestkllt ^ werden konnte, daß unzulässige Wahlbeeinilusiungen vorgckommen sind, erklärte der Kreisausschnß die Beanstandung d c r W a h l s ü r u n g ü l t i g , so dast Bürgermeister Roth als gewählt zu betrachten ist, 3, Das bereits int Beschlußvcrsahren abgewiesene G e such des Wilhelm Hehler zu P i l l i n ge u bctr, die Errichtung einer Eastioiriichait wurde glich nach öffentlicher Verhandlung abichlägig beschieden, da ein Bedürinis zur Errichtung einer weiteten Gaftirirtschast i» Villingc» weder nächgemiese», »och bon dcur Kreisausschuß anerkannt ivurde. Landwirtschaftlicher provinzialverein für Gberhefsen. Gieße», 19, Jan, Unter dem Vorsitze des Grasen Wilhelm zu Solnis-Lau- hach hielt der landwiri chaftliaie Prooinzialverein sür Obcrheffcn am Samstag int Felsenkeller feine ordentliche Mitglieder- Versammlung ab, welche aus allen Teilen Oberhessens sehr stark besucht war. Nach kurzen Erössnungswortcn widmete Präsident Graf Wilhelm den verstorbene» Änsichußmitgliedern Bür- gernicister M o > ch c r o s ch- Burg-Gräsrnrode und Gemeinderech- »er S che v v - Lanzeiihain einen warmen Nachruf, Infolge Versetzung schieden aus dev! Vorstände die Krcisräte von Bechtvld-La». tcrbach, Kranzbühler-Schatte» und Schliephake-Friedberg, au ihre Stelle traten Die, M e r ck und von W eine r. Der Präsident gab dann noch einige Erläuterungen über de» vorjährigen Bortrag „Eniichuldung des Grundbesitzes", welchen itzeheimral Bastian - Tarmstadt hielt. Er wies besonders aus die Wichtigkeit der Lebens - Versicherung hin, besonders auch aus die Bolksvcrsicherung und Dircltrcriicheruiig, — Dann teilte er mit, daß die Landesuniversität Gießen die Iripeiidiunislistung des ProrinzialvereinS dankend all' gcnrmme» habe, — lieber die Auszeichnung der Ticnslbotcn sür langsährige streue Dienste teilt der Präsident mit, daß bis jetzt hierinr 2004 Mk. ausgegebcii mürben. Es wurden verteilt im Kreise Gießen 10 Broschen an Damen, 31 Medaillen als Uhr- anhänger an Herren und 35 Ehrentafeln, im Kreise Alsfeld zwei Brosche», 9 Medaillen, 6 Ehrentafeln, Friedberg 9, bezw, 12, be ziel ungsw. 23, Büdingen 8, bezw, 60, bezw, 34, Schotten l, bezw, 0, bezw, 2, Für die Krcissckttu in Büdingen stiftete der Verein an Ehrenpreisen 300 Mk, sür Ackrrbau und Obstbau, Diese Preise erhielten u, a, H, Fijchcr-Seltcrs, Bürgermeister Mickcl-Obcr-Mock stak!, Gemeinde Bleichenbach, K. Schneider Büdingen, Otto Kocki- Aulendiebach, W. Kraft-Bleiche,Ibach. Danach hielt Regierungsrat L a n g c r m a n n - Gießen einen Vortrag über! „Die B c ; e'c hnn g c n der ob erh c ssi s ch en Landwirte zur neuen Krankenversicherung," Der Redner schildert in leichirerständiickier Weise die verschiedenen Aen- ocrungeu und Neuer»,Igc» des Gesetzes, Die bisherigen Gemciilde kraiikeiikaisen und Orislranlciitaise» wurde» auigeiösl und za aib gcmeinen Ortskrankenlaisen nmgewandeli. Die Geichäite leitet ein Az,'s?c!mß und Vorstand, darin befinden sich ein Drittel Vertreter der 2lrbeitgcber, zwei Drittel der Bersichcrten, die Verhällnis- nwhl ist vorgeschricbcn, so auch bei de» Kassen Gieße» und Fried- vcrg. Die Ausschußmitglieder wählen im selben Verhältnis den Vorstand, der Vorstand den Vorsitzenden, Jede Elemeinde erhält eine Heb und Meldestelle, das ist eine Erleichterung silr da- Publikum, Es ntiiffrit auch verftrbert werde» die Dienstboten und nnstänoig beschäftigten Landarbeilcr. Vorübergehende Diensiteistungcn sind versicherungssrei: I, Personen, die sonst nicht gegen Lohn arbeiten lind weniger als eine Woche tätig find, 2. Haudwcrisburschc», die zufällig konimcil und nicht länger als drei Tage arbeiten, 3, eine Nachtarsicau. die einmal im Haushalt gegen kleine Entichädignng hilft, t, Berufsarbefter, die in festem Arbeiisverhältnis stehen und rtur vorübergehend Helsen, 6. Tätigkeit bei Umällen und Betriebsstörungen, 0, Personen, die Anspruch aus Pension haben, also Leute, die nicht mehr Volt arbeitsfähig find, wie Juvalideu emviänger, 7, Lehrlinge im Betrieb ihrer Eltern! dagegen find Volontäre vcrsichcrungsvslichttg. Da die Krankenversicherung sehr biliig ist, so ist sie den kleinen Landwirten sehr zu empschlen. Die Versicherung beginnt mit dem Tag des Beginns der Arbeit, bei ireiwilligcr Versicherung mit dem erste» Beitrag zur Kasse, Ar beitSiinsähige bleibe» Mitglied, solange sie zahlen. Die Mitglied- jchall erlischt mit dcni Eintritt in eine andere Kasie, bei dem unständig Beschäftigte» mit dem stlushören der ?lrbeit, er kann aber die Mitgliedschaft sortsetzen. Ei» Drittel bezahlt der Ärbeii- gcber, zwei Drittel der Versicherte. Tie Beiträge berechnen sich ach £eni_ Giundlvhn. Für den Kreis Gießen zeigt der Grund lohn 0 Sttifen, die Beiträge lind aui 4 v. Hdt, festgesetzt, sür die Stadl Gieße»! Grundlolm 10 Stufe», Beitrag 4 v, Hdt. Bei Personem die Sonntags arbeiten, '/» Prozent mehr, Kreis Fried- bcrg 0 Siuien 4 Prozent. Alsield 3 1 /, Prozent, Bei Krankheit und Wochenbett werden keine Beiträge bezahlt. Es loird gewährt: Krankenhilse, Heilmittel, Krankengeld vom 4, Kraukheitstag an. Friedberg zahlt vom 2, Tage an. Die Zablung eriolgt 20 Wochen lang. Ferner Iverden gewährt Krankenhauspslege, Hausgeld, Hills mittel gegen Verkrüppelung, Ilnterhriiiguug in Geneil,„gslicime I, Dieies letzte beträgt i» der Stadt Gießen b Wochen, der Kreis bat cs »>ckft vvrgesehen. Für Wöchnerinnen loird gewährt acht Wochen lang Wochcnbettgeld, Verbringung in ein Wöchnerinnen beim, Gießen und 2blsseld gewähren freie ärztliche Geburtshilse, Friedberg nicht. Wir iehcn hier eine große Verschiedenheit inbezug aus die Leistungen der Kassen, Das Sterbegeld beträgt etwa 30 Mk, Die Familieiihilse ist nur eingcführt in de» Kreisen Gießen in,) Büdingen Die Beitragsleisiungen ruhen bei Freiheiisstraien imü UiUernichiiiigshaft, 9lucft_bic ansländisckien Saisonarbeiter müssen vernchert werden. Zum Schlnsse behandelt er noch einige besondere Beümimungkil über Sachleistung, Befreiung von Versicherung N'w, Grat Wilhelm ivricht dcni Redner den Dank der Veriamm- lung aus. Ans eine A»trage des Bürgermeisters Eitcr-Muschen heim erklärt der Vortragende, daß die Mitglieder der alten Kassen ohne weiteres in die neuen übertrete», Zimi Schlüsse erklärt der Prandenl, daß der Provinzialverein auch in de» abgelegeneren re,len rberhenens und des Kreises Gießen, z. V, in der Rabenau, ertammluiigen abznboiten gedenke. Ans Stadt und Land. Dießen, 19. Januar 1914. Tages k a l e »der kür Moniag, den lg. Januar: Fr k«T,'zber«>».>aung 0t i eü e»: .Kirchentnm »nd Do dednrlnme", Dr. Schiller Soiel Einborn "M Uhr. « 'T,s"-Fursorg,stclI-sür Stadt und Landkreis Gießen ?Uh"' 9 ' Svrechstnnde jeden Tienslag abend «'/. bis e t• DolkS. ** Herr Redakteur Er » st Heß, unser langsähri- gcr Kollege und Mitarbeiter, ist heute früh gestorben. Er war am 12, Mai 1872 in Darnistadt geboren. Wenn der Tod sür ihn auch eine Erlösung von unheilbar«: Krankheit loar, so einpsinden nur sein Geschick doch mit Erschütterung und Trauer, Herr Heß loar das Bild eines kerngesunden Mannes gelvescn, der auch die glückliche Dcranlagmig eines uubcdrückten und heiteren Gemütes hatte. So war er im Bcrtchr init seinen Mitbürgern und Bckannteu beliebt gcivordcn nnd in mehreren Bercincn libertrug man ihm Borstandsäniter, Es war uns allen und auch der Tätigkeit, die ihm oblag, zustatten gelon, men, dast er ein hessischer Landsmann, ein braver, bie derer Darmstädtcr, war, und seine Erfahrungen, die er abs Redakteur an der „Darmstädtcr Zeitung" gesaminclt hatte, bevor er zu uns übertrat, waren gerade auf dem Gebiete hes sischcr Geschichte zu schätzen nnd gut zu verwerten. Er be kannte sich zu liberalen Anschauungen, und in seinem Mit gesühl für Aermcre, in seiner Teilnahme an allem, wo cs zu Helsen galt, um minder begüniTigtcn Menschen zu ihrem Rechte zu verhelfen, war er uns allen sympathisch geworden. Sein froher und offener Sinn sür die Schönheiten der Natur war ein überaus angenehmer Zug seines Wesens. Wir werde» ihm ein gutes Andenken bewahren, ' O rdcnSanszeich n il»gen. Gelegentlich des prenj:. Ordln-iesleS erhielt der Kominandeur des hiesige» Regiments, Herr Oberst von Trotta, gen. Treydcn, de» Kroncn- orden 2. Klasse, Oberstabsarzt Dr. Wiesinger den Roten Adlerorden 4, Klaffe und der GarnisonverwaltungS-Unter> inspektor Fürst daS Slllgemeinc Ehrenzeichen in Silber. ** Gewerben i, L stell» » g 1914. Tic Ausstellungslci lcitmig hat i» den letzten Woche» durch die Weißbinder eine gründ liehe Ausbesserung der Ausstellungsräume oornehnien und insbc sondere die Zimmerdecke» irisch lüiichc» lassen. Der Erfolg dieser Arbeiten ist ganz erstaunlich. Die Rännie werden sich sür die Ans stellung vorzüglich eignen und mit dazu beitragen, das gesamte Allsstellungsbild recht schön zu gestalten, - Die Lo he n g ri n-?lu sf ührun g de» Großh, Hoi tbealerö am Freitag de» 23, d, M. beginnt bereits um 0 Ubr, da wegen der iv-stünbigen Dauer der Vorstellung die Rückbciöe deruiig der Darnistädter Gäste sonst Schwierigkcften bercftct. An diesem Llbend nstrd fast das ganze Opcrnvcrsvnal vier beschäftigt sein. Die Zahl der Mitwirlcnden beträgt einschließlich des großen Orchesters 120 Personen, Entgegen nmlaiiwnden Gerüchten sei letont, daß Eintrittskarten noch in großer Anzahl in der Musik« lienhandlmig von E, Challier zu haben sind, Wie ftcitcr Stadttheater, Cent M ' ahesa , die heute abend hier zum erstenmal auftritt, bat kürzlich ganz Berlin begeistert. Die Berliner Presse äußert sich über ihr aus seinen! tünstleriichem Empsinden und mbrelanger Versenkung in die alt ägyvtiiche Welt cutstanbeneii Schäpsungen mit höchster Anerken nnng und hebt übereinstimmend den tiefen Eindruck hervor, den die einzelnen Darbietungen auf die begeisterten Zuschauer machte»! Tie D Z, am Mittag schreibt: Sic bringt den 2ltenr des Orients »ach Berlin, die Ruhe von Wildheiten, Ekstasen, Lüsternheiten, grelle» Gluten bis zum Bersten angcsüllt. Gemessenste Bewegun gen, jede aber bis zum äußerste», bis zum stilisierten Kamps der Lust gesteigert, Sic hat Rasse nnd bringt Stellungen und Be wrgnngen, wie man sie noch »ichi sah, Rcichsanzeiger: Es war ein ästhetischer Genuß, ihren Datbictungen znzuschauen, nnd das zahlreiche Publikum ipeichete der Tänzerin stürmischen Beifall, Boss, tilg,! Man emvsaiid eine avarte Mischung von malerisch Weichem und iorinal Hartem, von vertraut Primitivem und in mdartig Kompliziertem, und sann diesen Tänzen nach, Berliner Morgenpost! Die Schauer der Gottheit gingen von der Bühne aus, mvstiiche Kulte erlebten ibre Anserstebung, 'Auch die anderen Blätter der Rcichshauptstadi äußern fick? ähnlich, M. Bernsteins liebenswürdiger Einakter „Bl an" geht den Darbietungen voraus Tic morgige Auflührnng der „Journalisten" bring! unter der Regie von Herrn Rottcck als Hauptdarsteller die Damen Sonniag- Blume, Lindeck, Martini sowie die Herren Rotteck. Goll, Dwor- lowski, Grosser und ischubcri, " Bvnstesiiche, J»i letzten Vierteljahr lagen heuer nur im Oktober 6 Baugesnchc vor, von denen 4 Wohnhaus- bauten bctrasen ldarnnter auch das Hotel Einhorn betreffend). In, gleichen Quartal 1912 lagen im Oktober 5, im November 6 n»d im Dezember 2 Baiigcsnche, darunter 9 Wohn- Häuser vor, die genehmigt wurden. — Im ganzen wurde» 1913 50 Bangcsnche verabschiedet gegen 02 Bangesnche in, Jahre zuvor. *' (siit Söiigtrtliot in der Bahnhofshalle, Tie Reisende», die am Sonntag gegen 12 Uhr mit dem Zuge ans der Richnma Kassel—Marburg i» nuferer Bah»bossballe «»langten, wurden angenein» von dem Geinnge eines gemischle» EhoreS überrascht nnd glaubten nicht anders, als einer der Beamten oder gar der Herr Bahnholswirt bekomme cm Ständchen. Noch erstaunter aber ,vnr inan, als man die Tänacr »nd Sängerinnen mit ihren iriichen Stimme» näher betrachtete, Waren es doch Heijen- ! n >-, d c r i» ihrer kleidlamen Trachl, die noch 20 Minuten Zeit batten, ehe der Zug sie wieder nach Dnlciihose», ihrer Heimat, znrückbrachtc, "Eisbahn. Aul der Eisbahn sa»d am Sonntag nachmittag ein Koitzcr! statt, Ter Bcsiich Ivar lehr aut, Tie Eis- verhüttnfssc sind noch immer vorzüglich. Am nächsten Donnerstag beginnen die Weitläule. ** Güterrcchtsregister, Gütertrennung haben vereinbart: Dcp, Friedrich I, nnd dcisen Ehefrau Eiisirbethe gcb, Pathenschneiver in Webern, Lorz, Johannes IV, und beifen Fra» Eliiabcth geh, Lorz zu Georgenhausen, Uhl inachcr Wilhelm Budcckcr und dessen Ehefrau Lina geh, Ochs z» D a r in it a d I, Oberleutnant im Straßburger Feldartillerie- Regiment Nr, 84 Karl Friedrich Hermann Julius August vv» B a i s c w i tz . in Garnison aut dem Truvvenübnngsvlatz T a r m - st a d l (Standort Tarmstadt), nnd dessen Ehefrau Marie Susanne Karoliue Emilie gcb, Hambruch in Tarmstadt, ** Kleine Mitteilungen, In Lützellinden fand eine Treibjagd statt, an der sich etwa zwanzig Schützen bc- teiligtc». Erlegt wurden an zwei Tagen 100 .Hasen, — InBissc 4 siel beim Durchsägen eines Stammes ein xTcil dem Holzmacher Eobnrgcr auf das eine Bein und vcrnrsachte^cinen Bein b r u ch, — Der ans einem Hofe in G r u n d-Schwalbet m dienende Schweizer S ch >v a r z h a u v t aus Blofeld stürzte vom Ge rüste einer Scheuer herab und erlitt mehrere R > v v c » 6 r ü ch c. — In Krasts Saal bau zu Nidda wurde ein ständiges Kinemato- graphen-Thcatcr eröffnet, > Landkreis Giejzcn, t, Burkhardsselden, 19, Jan Am Samstag abend hielt Dr, H v s i in a n » ans Friedberg in d r Haffmannichen W»t scktztjl dahier einen Bortrag über Obstbau. Ter Vartrag war gut besucht, Kreis Büdingen. » Borsdors, 19, Jan, linier Lanblagsabgeardneter Dorsch aus Äölicrshei», erstattete heute hier im Töllichcn feinen Wählern Bericht über seine bisherige Tätigkeit , m Landtage, Die Anssührnngen sanden bei den zahlrcichcir Zuhörern Bestall und Zustimninng, ? Lind heim, 18, Jan, Im Mai d, I, blickt die hiesige Haushalt u II g s > ch u l c ans ihr 25jähriges Bestehen zurück ! der Grnndungstag toll festlich begangen werden, wozu alle srnhercn Sckülerinneii der Anstalt Einladungen erhallen Iverden, Nahezu lüOo !»,n„e Mädchen haben jetzt die Schule besucht und es konnte» zu Beginn dc^- neuen Kursus wegen Raummangel Nicht alle Anmeldungen berücksichtigt werden. Durch die immer steigende Frcgucu; ivtlen die Räume cnisprechend vergrößert ivcrden Den neuen Shirjn?, welcher am 5. Januar seinen Aman,, „ahm besuchen 21 Mädchen • Wallerndausen, 18. Jan. Verflossene Woche weilte »wtzi Tage lang der Unter,uchungsrichter aus Gießen hier, um zahlreiche Vernehmungen wegen anonymer Schinähbriefe «nzustellen. Tie Sä,reiben looren an den, hiesigen Valhaus mis- gchangl morden. Gin Brust soll auch an das Mmiflreium gesandt ivvrden sein. Ohne Zweitel ivaren sie ein Ansfluß des »nteliqen 2 chul streik s. Kreis Schotte». 0 Rudingshain, 17, Jan. Bei der letzten Gemeinderatssitzung mürben die neugewählteu Semeinde- ratsmitglieder verpflichtet. Nach Schluß der Sitzung begaben sich der Bürgermeister und die alten und neuen GemeinderotS» Mitglieder in eine Wirtschaft, um die erfle gemeinsame Tätigkeit durch ein gemütlicher ^Zusammensein z» feiern. Durch einen harmlosen Scherz mfl einen, anwesenden GeschästSmanne kain dabei Bürgermeister Deubel so unglücklich zu Fall, daß er einen schweren Beinbruch davontrug und erst nach Hilfeleistung de? schleunigst aus Schotten hrrbeigeruienen Arztes in seine Wohnung gebracht werden konnte. Starkenburg und Rhenrhrssen. rd Darmstadt, 19. Jan. Die Nachforschungen der Behörden in Sachen der Tötung des Buchhalters D ö r s a m Heppenheim) in der Silvesternacht durch einen Gewehrschuß hat jetzt dahin geführt, daß die Staatsanwaltschaft beim We- vicftt den Antrag gestellt hat, gegen den Gesangenaufseher Weyrich eine förmliche Untersuchung >vegen fahrlässiger Tötung zu eröffnen. Das Gericht wird sich danach jetzt zu entscheiden haben, ob entweder das Verfahren gegen Weyrich eingestellt oder die Anklage wegen fahrlässiger Tötung gegen ihn erhoben werden soll. rm. Darm stad t, 18. Jan. Das heutige Schwimm fest, unter dem Protektorat des Prinzen Sigismund von Preußen, im städtischen Hallenschwimmbad war anck, vom Großherzog und Gemahlin und dcn beiden Prinzensvhnen besucht. Die Stafette um den Ehrenpreis des Großherzogs, der vom Gymnasialschwimm verein Wiesbaden verteidigt wurde, gewann der Darmsiädter erb El. Jung-Teutschland. Tie Militärstasette gewann die Leibkom- vagnie des Jnf.-Regts. Nr. llü. Das Wettschwimmen für Gäste wurde von B r e t t i I> g Magdeburg gewonnen, zweiter Korste», dritter Bogeley, beide vom I. Franks. Sckw.El. 2» der Lagen - staiette loiermal 10 Meter) wurden dir vier Man» des Darms«. Schw.-Ll. Jung-Teutichland erste, zweite sfranti. Tchw El Tie Akademische Lagenstafettc gewann die Land cs Universität Gießen gegen die Technische Hochschule Tarmsiadt. Lagentiaiettc der Darrmt. höhere» Schulen Rcalgtzmirasium. Das Städle- Wasserballwettspiel u»i den Wanderpokal des Gymnaiialschwimiu- vereinS Wiesbaden blieb mit 3:8 zwtscheii den beiden Gegnern sfranks. I. Schw.-Cl. »»o dem Darms«. Schm.-El. Jung Deutsch lland unentschieden, Halbzeit 2: 2. Kreis Wetzlar. — Dutenhofen, 18. Jan. Beim Schlittschuh - laufen ertranken zwei Kinder im Alter von etwa 11 Jahren in der Lahn. Am Sonntag wurden sie beerdigt. O Krofdorf, 18. Ja». Am Freitag fluid unter gcwal tlgeni Andrang die zioeite Hotzversteigeruug >»l stöniql. Forst statt. Gleich wie bei der ersten m Fron hausen waren die Preise fort etzt hoch: Buchenscheitholz kostete selbst in dem iveiteu Tiurikl hteulberg" durchschnittlich !> 9)11., in Fronhausen sogar 10 Rk. Hessen-Nassau. h Neustadt lOberhessen), 18. Jan. Beiin Passieren der Eisenbahnbrinke der Main-Weserbahn scheuten die Pferde des Landwirts Schäfer aus Bernsburg vor einem Zuge und gingen durch. Schäfer wurde überfahren und g e 1 ö t c t. Sein Sohn brach beim Absturz von dem Wagen beide Beine. 0 Marburg, 18. Jan. An> Mittivoch abend ging ans deni Transport der Postsachen voui Bahnhof »ach dem Postamt in Battenberg der Postbentel aus Dodenau mit etwa 800 Mk. bar und sonstigen Postsache» verloren. Da um dieselbe Zeit einige der ans der Zigennerkolonie .Krüge' n. d.Eder wohnenden Schirmslicker- und Korhniacher- sam ilien die Straße passiert halten, lenkte sich dcr Verdacht, den Poflbeutel in Besitz genommen zu haben, aus diese. Bestärkt wurde der Verdacht »och dadurch, daß es au> Abend aus der .Kröge' bei einer Kindlanie üppig herging. Zwei junge Männer, die ebensafls dazu gehörten, »nlernahine» an. anderen Tage eine Reise nach Jrankenberg und Kassel und kamen von da auch »ach Marburg, wo sie in der Bahnhof- straße festgenommen und in Untersuchungshast abgeführt ivurden. J>n Besitze der schon mehrfach vorbestrasten Leute sanden sich „och etwa 860 Ml. und mehrere Postanweisungen. w Frankfurt a. M„ 17. Jan. Der kürzlich ver- Dorbene frühere Bürgermeister oonFrankfuri Tr. H eu se » st a m in hat der Stadt eine Stistiing von 150000 Mk. für ivohltätige Zwerle vermacht. Der -ritt« «rupp-prozrtz. A Berlin, 17. Januar Bor bem Oberkriegsgericht wurde heute zunächst Zeugleutnant Tilian veruomiuen. Ter Angeklagte gibt an, er glaube nicht, daß er sich des militärische» Verrats schuldig gemacht habe, da Brandt über alles genau orientiert gewesen sei und ihm außerdem bekannt war, daß es vor der Firma Krupp keine militärischen Geheimnisse gebe Besonders aber habe er Braudl ohne Bedenken Auskunft erteilt, da die Angelegenheiten, worüber er Auskunit gegeben babe, enüveüer schon im Mikitärwochenblatr oder in der Tagespreise Gegenstond der Erörterung ivaren. Brandt bezahlte teilweise für ihn die Zeche nül, da sie sich vielfach in ttzastbäusern traten: außerden, babe er von Brandt kleine Darlehen erhalten in Beträgen bis z» 30 Mk. Tiefe habe er aber allmonatlich pünktlich zurüilgezahlt. Der Verkerdiger, Rechtsanwalt T b u r NI. bemerkt, er könne für die Bebauptungf ivß die von Titian weiter- gegebene» Mitteflinige» bereits in der Preise verösientlicht seien, den Beiveio antreten. Zeugleutnanl S ch l e u b c r belmibet au« Besrageu, er iei Brandt von Tilian vorgestellt ioorde». Brandt ivar über alles so gut »iiterrichtet, daß er ihm obne weiteres alles bestätig« oder über alles Mitteilungen gemacht habe, iusdejoiidere über Renan ichaflungen und st onkurrenzvreife. Zeugleutnant .Hiuü bekundet, er habe umso weniger Bedenken getragen, Brandt die Mitteilungen zu machen, da dies seine beiden Vorgänger ebenfalls getan hüllen. Er bestreite auch nicht, daß er von Brandt für die tür id» au? gewendete Zeit hin und ivieder Beträge in Höbe von 150 bis 250 Mark erhalten habe. Ties erkläre sich daraus, daß er III seiner Nebeniätigleit, die die Herstellung trigonometrischer Berechnungen siir das Reichskolo,nalanit darstelit und die täglich 6 bis 7 Mark eingebracht habe, für Brandt auigab Ter Vertreter der Anklage inachte darauf ansmerksaiu, daß die Angaben yierüber sehr wesentlich seien. Ter Zeuge ivill dies aber nicht sofort tun, sondern erst mit seinen Bekannten Rücksprache nehmen, er werde vielleicht Montag die Firmen nennen. Der Angeklagte Tilian bestätigt die Ersakrungen des Angeklagten Hinst und nennt eine Firma in Witten. Es ersitzeiilt nunmehr die Zeugin Frau Braudl. Sie will nicht den Eindruck gehabt haben, daß ihr Gatte dem Angeklagten Psciftcr uub de» anderen Angeklagten Bestechungsgelder aegeben habe. Mit Pfeiffer verkehrte ihr Gatte besonders iveunb- schastlich. Die Zeugin Brandt bekundet dailii noch, daß ihr Mann, seit ilili eine eiserne Kurbel aus den Kaps geiatlen war. sehr an Gedächtnisschwäche leide. Zurzeit befinde er sich in einem Sanatorium. Es grflje ihm sehr I(blecht: trotzdem Iverde er Wohl, schon in, In- tereiie der Angeklagteii. als Zeuge erscheinen Aus die Frageil des Berreidigers erzählt Frau Brandt, daß die Angeklagten nach ihrer Frcllafluiig in der Wohnung ihres Mannes erschienen seien, ».- könne abe, aiii da.- bestimiuteste erklären, daß Di- Angeklagte» nicht den Versuch n,achten, ihren Man» zu einer günstigen Ze -gen aue-saie sür sie zu veranlassen. Hierauf wird Polizeirai stoch lom Berliner Potizeivräiidiui» vernoinmen. Elberichtet eiiigeh.-nd über die ro» den Beamten gemachten Beobachlungen. Berieidiger Rechtsanwalt Koch konstruiert in den Aussagen des Zeugen Koch einen Gegensatz und schlägt vor, ziiii, Nachweis der Zengenausiage in der ersten Instanz deil Rechtsau,valt G r a i l o zu lade» und stellt auch seine eigeneir steuograplhiich'-u Ailizeichnunge» zur Verfügung. - Tarani tritt gegen Mittag l tlhr eine Paine ein. Nach Wiedereröiinuiig der Verhandln»', lrird nach längerer Aussprache die Ocfsenrlickfleit sür den Res, seS Tages ausgeichlosie,,. Es soll über die stornwalzer berlstmüell werden. Tie nächste össentliche Sitzimg findet am Montag, vormittags uin 10 Uhr statt. 6cr!^(»faaL S öln , 17. Jan. In dem Kölner Polizeipro.zcß, der feit voriger Wochle vor der 3. Straskamnrer gegen den Redakteur Sollmann von der „Rheinischen Zeitung" wegen Beleidigung der Kölner Polizeibehörde und Staatsanwaltschasi in den, unter Anklage stehenden „Backschisch-Artikel" verhandelt wurde, erfolgte heule mittag 12 Uhr die Urteilsverkündung. Das Urteil lautete in der Begründung dahin, daß der Angeklagte bei seinem Bildungsgrad das Beivußtiein eines ehrenkränkendeil Eharallers seiner Behauptungen hatte, daß er aber durch eine Ehrenerklärung gegenüber dem Polizeipräsidenten und den Beamten der Staals anwaltschast seine Bonvürse, sür die er keine Beweise der Wahrheit hotte, zurückgenommen habe. Der Schutz bee- Paragrapben 193 sei dcm Angeklagte» zugebilligt worden, sowie mildernde Umstände, soweit seine Behauplungen, be trcfsend die Polizeiinsvektoren, Kommissare, Polizeibeamte inid Kriminal beamte, erwiesen seien. Freiivrechung konnte jedocki auch wegen dieser deiviesene» Behanptimgen nickst erfolgen, weil an. der Fassung des Artikels die Absicht der Bcleidigung hervorgillg. Das Urteil lautete wegen össentlicher in der Presse begangeiwr strafbarer Handlungen aus 5,0 0 Mark Geldstrafe und Tragung der Kosten des Verfahrens. Außerdein wurde de» Polizeibehörden iind der Staatsanwaltschaft die Publikatiousberugni des Urteils auf Kosten des Angellagten i» den Kölner Blätlern zugebilligl. Vsrmiscfet«». ^ Zum Untergang des Unterseebootes „A. 7 ' wird aus Plymouth, 17. Ja»., gemeldet: Tie Nachforsckstingc» nach dem Unterieeboot „A. 7" wurden heute nachmiilag .'> y»r uuler brachen Die Lage des Unterseebootes ist unbestimmt. - Die AdNii ralckät bat anläßlich des Unterganges des lillterfeebootes „A. 7" zahlreiche Beilcidskundgebungen erhalten, u. a. von dem deutick»en. de», österreichisch-ungarifche» und dem russischen Marineattackp- Auch der deutsche Kaiser hat ein BeileidStcjegramin gesandt. Meteorologisch« Beobachtungen der Station Giessen- Jan. kb.% 1914 H S-g |w i« w if H ll m z tx> JO 55 S ?st ?1l! e”- l-I Melier Ist 2 ' 747,8 - 1,2 8.4 81 NNE 2 l» 18. 9“ 747,8 — 3,8 3,3 93 NE 9 19. 7- 744,2 - 1,7 3,6 88 EXE 2 10 Höchste Tetnperatur am 17. bis 18. Januar 1914 = — 0 , 1 0 (\ 9liebriflfte . , 17. r 18. , 1914 = — 7.3" , Niederschlag: 0,0 mm. Amtlicher Wetterbericht. O e s s e ii t l i ch e r W e t t e r d i e »st, Gießen. WetterauSsichteli m Hesseu ,»» Dienstag, den 2v. Jan. 191, Boriviegevd ir-olkig, vereinzelte SihueeiäUe, elwas wärmer, sild östliche Winde. Letzte Hadirictitcn. rb. D a r in st a dt, 19. Ja». In den künstlerisch prächtig geschmückten Raumen der vereinigte» Geiellschast gab am Sani, lag abend Gener.ilmaivr ü In nulte v. Heyl eine größere Ball- lesttichleil, a» der auch das Großherzogsvaar, die sürstlich Lielier Herrschasten, sowie znlstr.-iche Slandesherren und die drei Minister teilnahmen. Ein fortschrittlicher „P r e u ß e n t n g". Berlin, 19. Jan. Der Vorstand deS fortschrittlichen PreußenrageS hielt gestern im Abgeordnetenhause eine Sitzung ab, in der »ach einem Bericht Pachnickes eine Eni- ichli'-ßuug zur Annahme gelangte, die unter ausdrücklicher B'- toiiung des grundsätzlich'a irlandpunktes sich mit dem Versuch ein verstanden erllärt, z u n ä ch st eine Al c h r h e i t für d a s direkte und gehet», >- Wahlrecht llerbeizusühren. Ueb - die Stellung Preußens znm Reiche ivnrde eine Entschließung W i >- m e r a»ge»omni'-n, i» der es heißt: Preußen könne seiner Ausgabe, die führende Macht des Reick»-:- zu sein, nur nach Durchführung k'-r notwendige» Reformen und der srei^eillicheii Ausgestaltung der Staakseinrichtungen gerecht werde». Tie einseitige preußische Potilik der Koniervaliveir erschwere den Ausbau des ^-tnatswesens und gelährde die Reichseinheit. : ü!n(t>nr«in« > n. roMigen Teint cv&ii'lt man burrl) -mr «« m I» ^ I j n u n 1 fi> in alt die Waschung mit S r r IMM I II V 1 M*. 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