Nr. M Der «lehener Anzeiger erscheint tätlich, anßer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerZamIIienblätter: zweimal wöchentl.Ixtei;! dlattflir den Ureis Siegen (TienstagunL Freitags; zweinml ,nonall. Land- irirtschaftlich« äeitsragen F-rnIvrcch - Anschlüsse: für die Redaktion 112 , Beilag ii. Expedition LI Adresse knr Teveschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen >nr die Tagesiimilincr bis vorniitlags S Uhr. Erster Blatt J64. Jahrgang Samstag, \T. Januar 19^ eneral-Anzeiger für Oberhessen RofationsOrud nn6 Verlag der Vröhl'lchen Univ.-8uchi und Steinörurfcrei R. Lange. Redaktion. Lrpedition und Druckerei: Schulftratze 1 . Seni««»rrt*> 111011(1(1!* 75 'Ei., men»; jährlich "Mt. 2.20: burij Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 ISi.; durch dicPost Mk. 2.—viertel» jährl. ausicht. Beitellq. Zeile,ivreis: lokal lü tzj„ auswärts 20 Bicimiq. Ehesredakteur: A Goetz. Nerantwortlich sür den polit. Teil: Ang. Goetz; sür .Feuilleton", ,Ber- mischlcs" unü.GcnchtS- saal": Karl illenrath: lür .Stadt und Land": Kurt Bcndt; sur de» Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umfntzt 20 Seiten. Tageskalcnder aus -cm Jahre 1814. 19. Januar: Tos Blüchcrschc Korbs feiert das prcußisckw" Krö- nirngsfcst in dem eroberten Nancy. politische wochenschav- Gießci». 17. Januar. 2cm Gewittersturm in der inneren Reichspoütik ist zwar nach keine erquickende Ruhe und Irische gefolgt, aber manche Hälmchen richten sich doch wieder ans, niid die Aussicht nach maßvollem Fortschritt bleibt uns nicht ganz verhüllt. Es fällt uns nicht ein, darüber zu mäkeln, daß zu deni frei- sprechenden Urteil über den Oberste» v. Reuter aus Re Vision verzichtet worden ist, im Gegenteil, man muß das >Amt vion dem Manne zu lrcnnen wissen und bedeuten, daß der Oberst offenkundig von höherer Stelle bei seinem Bor- gchen inspiriert worden war. Während „nn am Donnerstag vormittag im preußischen Abgeordirctenhaiise das Wetterleuchten aus Elsaß-Lothringen sich noch einmal bemerkbar machte, weilte der Ministerpräsident und Reichskanzler im kaiserlichen Schlosse znm Äortrag. Ter Kaiser hat eine R a et Prüfung der Dienstvorschrift von IK99 über den Waffe,i- gebrauch des Militärs angeorduct. Tns ist vielleicht ivenigcr dis Wirkung der Forderungen, die aus Volk und Presse erschallt sind als vielmehr ein Zugeständnis an das Statt- haltcrpalais in Elsaß-Lothringen. Wir haben davon Kenntnis gegeben, lvie entschieden der Untcrstaatssekretär Petri in manchen Punkten dem kriegsgerichtlichen Urteil entgegen- getreten ist, wie weiter vom Regiernngstische deni elsaßlothringischen Landtag „Beruhigungen" zuteil geworden sind, die mit den Klagen des Militärs ganz und gar nicht in Uebereinstirnmung zu bringen sind. Gestern ist der Statthalter Graf Wedel selbst in Berlin angc- langt, und nun werden die Regiernngsspitzcn vielleicht nach der vielbesprochenen Einheiilichleit streben. Möglich, daß sich der Kanzler hat überzeugen lassen, daß ein etwas .lahmer Kurs den Wclfchlingen gegenüber doch etwas abgc- ändert werden muß, aber ein Statthalterwcchsel wird augenblicklich schwerlich in Frage lammen,denn schließlich ist in Straßburg ja BethmannS Politik gemacht worden, und ein Rücktritt des Grafen Wedel gerade jetzt, unmittelbär »ach den :ZabeL»«r Vorgängen, würde zu allen inöglichen Schlußfolgerungen und Beunruhigungen heransfordern. Ta der Reichskanzler den Ausspruch getan hat, er „werde vielleicht nie wissen können", wer in bht Grcnzlandcn recht und n»- recht gehandelt habe, die Zivil oder die Militärgcwalt, liegt es aber auch nahe anzunehnien, daß er jetzt wieder die gute, alte inittlere Linie zu ziehen sich bemüht. Er hat im preußischen Landtag neue, .gar nicht un- fqinpathische Bekenntnisse abgelegt. Ten bekannten konjer- vativen Vorhaltungen int Herren Hause ist eine ebenso nachdrückliche Kritisieruirg in dem Hause Heydebrands gefolgt. Von allen Seiten wird an dein Kanzler und Ministerpräsidenten hernnigemäkclt, und er hatte nicht unrecht, wenn er der „getreuen" Opposition von rechts traurig und unmutig <8ies;e»»er Stadtthccrtcr. Die Huniboldtiancr. Ein historisches Schauspiel von R. Strecker. Gießen, 17. Jan. Zur Erinnerung an Gießens Schicksale vor hundert Jahren wurde gestern abend bei prunkvoll beleuchtetem Hause Reinhard Streckers Schauspiel Tie Humboldtianer mit großem Eriolg ,-um erstenmal ausgcsührt. lieber dev Inhalt und die Absichten des Werkes haben wir un» bereits nichriach ausgelassen, und kurz nach Berösscnllichung der bei Emil Roth erschienenen, sckmiucken Buchausgabe ba: Pros. Tr. Bcrnbeck, der bei den Vorarbeiten wesentlich beteiligt war. deni Stück IN den Gießencr Fa- milicnblättcr» eine eingehende und warmherzige Würdigung zu teil werden lassen. Es erübrigt sich deshalb, heute nochmals ausführlicher aus das Festspiel einzngehen, und cs sei lediglich scstge- siellt, daß es auch von der Bühne herab eine starke Wirkung aus- üble. Der Wunsch des Verfassers, aus sciucu dramatischen Bildern einen Teil dessen, was in seiner eigenen Phantasie aus der großen Zeit wieder lebeichig wurde, auch in anderen neu erstehen zu lassen, wurde völlig erfüllt, und so stark war dcr Beifall, daß Tr. Strecker sich nichrfach zrigen konnte. An deni Erfolg des Abends war die höchst sorgfältige Vorbereitung. die Herr Tworkowski dem Werk batte angcdeihcn lassen, wesentlich beteiligt, indem er mit großem Geschick den Nachdruck aus das Malerische, Bildhafte legte. Durch Hinzuziehung einer großen Anzahl von jungen Damen und Studenten war es ibm g>- lungen, das Bühnenbild außerordentlich zu beleben, sotvie äußerst wirkungsvolle und glücklich bewegte Massenszenen auf die Bretter zu bringen. Auch die einzelnen Darsteller, die im großen und ganzen keine besonderen Schwierigkeiten -zu überwinden hatten, laten sich macker hervor. Herr B ruck w i 6 gab dem tapscr-n Prof. Wclckcr ein feuriges Herz und markvollc Redekunst, Herr Rotteck dein freimütigen Medizinalrat Hegar ioarmdlütigr Lebendigkeit und schmerzvolles Mitgefühl. Ten Pros. Crome zeichnete Herr T w o r - k o io s k i mit festen Strichen. Einen bedächtigen Gymnasialdirck- tor schuf Herr V o l ck, der zugleich auch den urwüchsigen Bäcker- iobn Karl Teiv mit trcsslickier Natürlichkeit verkörperte. Einen köstlichen Sprachlehrer gab Herr Grosser. Als verbohrter Professor Waren« tat sich Herr Schubert hervor, der auch als Stadtkommandant eine gute Figur machte. Eharakiervollc Züge lieh Herr (Soll dem RatSdicncr Moll, -ehr tüchtig war Herr Grosser- Braun als Teiche« und Herr S t c i n h o t c r als Follcnius. Recht litt war auch.Herr Ulrich als Schulz. Bon den Damen, die ebenfalls alle nur in kleinen Rollen zu tun hatten, lind zu nennen: Frl. T a a u y als liebliches Jettchen, Fr. S o n n t a g-B l u m e als Hegar-Frau, Frl. Martini als Kellnerin und Frl. Nathusins als Frau Stumps. Aus dcr großen Zahl dcr Dilettanten, die sich dankenswerterweise zur Verfügung gestellt batten, konnten sich nur 111 , 1 »",," besonders hervortun. Zu erwähnen sind besonders Herr B r an d aii als Stadtrat Weidig, Frl. Schill» als Sophie.tzcycr, Herr L o tz als Zcppcnberg und Herr H o in b c r g e r als Soldat bedeutete, die Phrase vom schlappen Staatsmann hätte man ja ans der Straße ausiesen können. In dcr Tal: was sollen diese nachträglichen Mrgeleien an der Steuerpolitik des Reiches, was sollen die ansschweisenden Angrissc des Herrn v. Heydebvandt auf die Tcickungsbeschlüsse des Reichstags, der doch immerhin eine große patriotische Ausgabe glücklich erledigt hat. Tie Regierung hätte diesen Reichstag „znni Teufel jagen" sollen, so lautete das angenehme Rezept des „ungekrönten Königs". Er »erstieg sich sogar zu folgender Wendung: „Tie Stunde kann kommen, wo man mit der Belastung des Besitzes nicht iveiter kömmt, wo man lieber lagt: Machen Sie mit Ihrer Revolution ernst, dann geht wenigstens alle s drunter und drüder." Wir glauben nicht, daß die Konservativen niit solchem Gebaren sich neue Freunde und Anhänger im Volke gewinnen werden. Tic Besitzlosen, die nur von ihrer Hände Arbeit leben, sind doch bei den neue» Steuern wahrlich nicht leer ausgegangen. Hat der angeblich soziatpoliiisch so übereifrige Reichstag nicht den Wehrbeitrag, ioie er von der Regierung vorgc- schlagen war, zugunsten dcr größeren Vermögen abgeändert, damit breitere Volksschichten, mit bescheidenen Einkünften, auch dazu herangezogen würden? In der Verteidigung des Herrn v. Bethmann-Holuveg auf die konservativen Angriffe berührte der rechtliche, mannbafte, ivenn auch resignierte Ton recht wohlklingend, ivodurch Herr v. Heydebrand ins Unrecht gesetzt wurde. Nicht die taktische Lage, sondern die nationale Lage sei, so sagte dcr Kanzler, schließlich für ihn maßgebend gewesen. Herr v. Bethmann-Hollweg ist sicherlich persönlich ein vornehmer und gediegener Charakter, und cs Versöhnt mit manchen seiner bureaniratischen Mißgriffe, wem, er uns überzeugt, daß er so gewissenhaft nach Pflicht und Veranttoortung sich richtet, unbekümmert um den Beifall der Parteien unv um die schlaflosen Nächte, die ihm sein schweres Amt einbringt. Er hat seine Fehler und seine Vorzüge, und man wird ihm niemals seine Achtung versagen dürfen. Wäre mit dcr Auflösung des Reichstages für die „Besitzenden" etwas getan gewesen? Hätte sich das Volk etwa so sehr dafür begeistert, o h u e Bcsitzsteuer die Wehrvorlage zu machen? Wäre nicht, lvie bei der letzten ReichSsinanz- rcform, nach deni neuesten Ausspruch des Reichskanzlers, das deutsche politische Leben wieder „geradezu vergiftet" worden? Gewiß wird die Rcichssinauzpolitik sich davor hüten müssen, die Steuerschraube» immer wieder auss neue anzuziehen, und Herr v. .Heydebrand batte nicht ganz unrecht, als er im Abgeordnisteilhäuse erklärte: „Wenn das im Reiche so weitergeht, haben wir in den Einzclstaateu schließlich nicht mehr die Möglichleit, unsere Aufgaben sür Kultur, Bildung, gewerbliche Institute und die Pflichten gegen unsere Beamten zu erfüllen." In Hessen ist der mühevolle und langsame Verlauf der zeitgemäßen Beamten- Besvldungsreform ein Beispiel dafür. Turch die Weigerung der Ersten Kammer, ans die vom andern Hanse beschlossene Erhöhung der Gehälter für die Boltsschutlehrer einzugehen, ist bedauerlicherweise ei» neuer Stillstand eingetreten. Enver Pascha bereitet der Welt, und auch seinen deutschen Bekannten, Ueberraschnngen. Zwar tvird bein deutschen General v. Liman dcr Marschall-Titel verliehen, aber zugleich heißt es neuerdings in einer Meldung der „Frank- Klingelhöfer. Aber auch die übrigen all halfen nach Vermögen, das Werk zu vollenden. Am Schlüsse konnten sich der Verfasser sowie Herr Dircitor S t e i n g o e l t e r und Herr Oberrcgijsrur Tworkowski wiederholt zeigen. Herr Tr. Strecker wurde außerdem durch einen von dcr Stadt gestifteten Kranz geehrt. 91. (Ein bedcnMcher veriauf des Landesmuseum. Zn den in Nr. ö veröffentlichten Aitssührungcn unseres Tarmstädtcr Mitarbeiters über aufschciicrregcndc Berkäusc im Landesmusemn schlecht uns die Tircitiou: Im Gießencr Anzeiger, Mainzer Journal unv. ist ein Artikel erschienen, der ""ine» Verkant älterer Bestände des Großh. Landes - muicums als „nicht gerade lehr pietätvoll" branstandct: es werden besonders Gegenstände aus der „japanischen Sammlung" nambait gemach!, die Proscilor Scriba bei seinem Ableben dem Museum vermacht habe. Diesem Vorwurf gegenüber habe ich folgendes festzustellen: Ter Verfasser kennt die Sache nicht, um dieses lieb handelt. Er svricki von einer „iavansichen Sammlung" Seriba, die einen .Hanpibestand des Landcsmnseunis neben der berühmten Santtii- lung tzüpsch gebildet habe. Er lveiß nicht, daß die i a p a n i s ch c Sammlung des Professors Scriba nur vorübergehend a U l den Wunsch des Besitzers im Museum depotmäßig aufgehoben und 1907, nach dem Ableben des Besitzers, wieder an dir Erben nach I avan zurück- geschickt worden ist. Er weiß nicht, daß Prosesior Scriba dies ausdrücklich als einen großen, i h ni erwiesenen Dien f! angcscbe» hat. Ausdrücklich aus Erkenntlichkeit dafür hat er dem Museum im Jahre 1999 ei» Geschenk gemachl: eine etbnv- giaphiiche Sammlung von Gegenständen dcr Ainos, eine Kollektion oftasiatischer Münzen (beides nach wie vor im Museum) und 11 iapaniichc Kunstgewerbearbeilen. Diese letzteren waren ihm in seiner 1390 Stück zählenden „japanischen Sammlung" oisenbar entbehrlich: einige von ihnen waren sür Vas Museum völlig wertlos und sind darum kürzlich unter günstigen Bedingungen ab- aestoßcn worden. Dieses Geschenk war als» eine Gcgenicistung. Das Museum hat ungefähr 20 Jahre hindurch dcr Sammlung Scriba. ein nicht bloß „Opfer a» ;kit und Geld" (wie Seriba ausdrücklich bclannt hal, sonder» auch erheblichen Raum erforderndes Gastrecht gewährt. Nur aus völliaer Unkenntnis dieser ganzen Vorgänge lonnic dcr Verfasser den Vorwurf dcr Pietätlosigkeit erheben. Aber was heißt überhaupt Pietät für ein staatliches Museum? Ein Museum hat sich dankbar zu zeigen sür jede wertvolle Siiftting. Tie Verwaltung des Landesmuscums läßt es daran nicht fehlen. Während in früheren Zeiten nur bei einzelnen, größeren Stiftungen dcr Name des Stüters hcrvorgchoben war. geschieht dies letzt bei jedem, auch dem unicheinbarsten Geschenl. das dcr Annahme wert befunden worden ist. Wenn die Pietät aber darin bestehen 'oll. paß alle, für das Museum nicht geeigneten, in einer weniger krilisckien Zeit angenommenen Gegenstände in alle Ewigkeit ausbewahrt werden müßten, so widerspricht sic den künstlerischen furter Zeitung", er sei bei dcr Enthebung vom Kommando des Ersten Korps nicht zuni Generalinspetteur der gesamten türtischen "Armee ernannt worden, sondern werde iünftig nur als Ehes der deutsckien Militärmission bezeichnet werden. In der gestrigen Ausgabe des „Tag?" bespricht Generalseldmarschall Frhr. v. d. Goltz die „Nru- iahrsüberraschung" dcr Ernennung des „jungen Mannes". Ter Aufsatz enthält Vieles zum Lobe Envcrs, aber auch manche Besorgnis vor der Unersahrenheit und dem Draus- gängcrtnni der jungen türkischen Minister. Es sind säst durchweg junge Herren am Ruder. Ter setzt allmächtige Minister des Innern, Talat-B«>, ini selben Atter stehend wie Enver, war Tclcgraphensekrctär, als er im Jahre 1909 zum ersten Male in den Ministerrat beruse» wurde. Ter Finanzmi- nifrcr Tjavid Bei, der Bauten minister Tjemal-Bei und der als der tonimendc Grvßwesir genannte Halil-Bei (jetzt 2e- natspräsident) sind Altersgenossen EnverS. „Was diese jungen Kräfte zu leisten imstande fiiisr" so meint Frhr. von der Goltz, „lann nur die Zukunft lehren," Mit kühler Zn- rückbaltung stellt von der Goltz fest, daß unter den vom neuen Kriegsminister Verabschiedeten die meisten seiner ehemaligen Schüler sich befänden. Im übrigen lobt der Ge- ncraifcldmarschall die Tatlrasi, die Selbstlosigkeit und den „phänomenalen persönlichen Mit" EnverS, dem es freilich nach dem Urteil deutscher Offiziere bei seiner Truppcnfüb- ru»g in Benghasi noch an Erfahrung geschlt habe. Dagegen; waren dieselben Beurteiler des Lobes voll für seine ungewöhnlichen Erfolge diplomatischer und administrativer Natur. Freiherr v. d. Goltz warnt die jungen türkischen Machthaber vor ihrer Neigung zum Radikalismus und Dok- trinarismus. „Tie Armee verträgt indes den Radikalismus am ehesten. Seine Wirkungen bleiben eine interne 2ln- gclegenheit. Bedenklicher wird er, wenn er das Gebiet der Politik berührt. .Hier ist davor entschieden zu warnen. Alles wird darauf ankommen, ob das jungtürkische Mrnistcriun: mit dcr Energie, die man wohl von ihm erwarten kann, auch die nötige R u h e und kluge Besonnenheit vereinigt, die unumgänglich erforderlich sind, um das in seinen Fuge» erschütterte Reich zusammcnzuhalten und neu zu kräs- iigcn. Aiöglich ist die Lösung dieses Problems, aber außerordentlich schwer, und das Gelingen zweifelhaft." Deutsche» &ctd». 2er staijc r empfing am Freitag da» Statthalter Grasen" Wedel und die Präsidien beider Häuser des Landtags, die auch von der Kaiserin empfangen wurden. M ü ß i g e G c r ü ch te. Das Wolfs-Bureau schreibt: Tie heute Freitag) abend von mehreren Seiten verbreiteten Gerüchte über einen bevorstehenden Wechsel auf dem R eichskanzlerpo st e n, im 'Auswärtigen und im Reichs- tolonialamt, sowie über eine angebliche Erkrankun g dcs RcichSianzlers werden uns von zuständiger Stelle al§ müßige Erfindung bezeichnet. Der Statthalter von Elsaß-Lothringen 0> ras von M edel ist am Freitag morgen 9 Uhr aus dem Bahnhof Friedrichstraße in Berlin eingetroffen und im Hotel Bristol abgestiegen. Maßregeln gegen die U c b c r f ü l l u » g des An w a lt s b e ru se s. Ter Abg. Baren Horst hat mit ii n d wissenschaftlichen G e s i ch t s v n n k t c n, z u d c n e n d i i Leitung eines öffentlichen Museums in erster Linie verpflichtet iß. Darum ist cs rin überall, auch am Tarmstädter Museum bereits irübreiid des ganzen 10. Jahrbunbcris geübter Brauch, daß unpassende Bestände bei günstiger Gclcgcw- beit abgestoßcn werden, um Passendes dasür cinzulauschen. Auch die Sammlung Hüpsch enthielt eine Masse von Gegenstände», die bereits von den ersten Gutachtern als wertlos erkannt wurden. Aber auch die übrigen Tatsachen, die der Verfasser des Artikels zusamm>?ngestellt hat, sind nickt richtig. Es handelt sich bei den vcrkausten Gegenständen durchaus um T u - b l e 1 1 r n oder Gegenstände, für die das Museum bessere Exemplare besitzt, oder die überhaupt iür ein Museum wertlos sind. I IN I n t e r e s sc d e r Qu a- lität unterer Sa n> in l ungen waren weitaus die NI ei st e n der vertan stc » Gegen st ändc überhaupt nickt in d i c Sammlungen ausgenommen worden. Im einzelnen zeigt der Artikel eine Ilnkenntnis, die zu der Siche," beit, mit der hier eine slaattiche Verwaltung kritisiert wird, in bedenliichem Verhältnis stellt. Ter Veriasscr spricht von Majoliken dcr itasicnischcn Frührenaisjanec. Es hat sich nicht um solche ge handelt, sondern um die häutige und immer noch billige Ware der sväieu Zeit, nicht um Erzeugnisse der berühmten Werkstatt von Gubbio, sondern um die weniger gesuchten der Svätzeit vo» Venedig und Urbino. Ein Buchdeckel der Sväirenaissancc, der u. o. mit einige» wcrtloicn Steinen und Glasflüssen verziert war. hal sich in dem Artilcl in ein „reich mit Edelsteinen besetztes Werk"' der kostbaren Frührcnaissanec verwandelt. Auf diese Weise sink die tlntcrlageii der Kritik zustande gekommen. Ter Verfasser des Artilels fragt, warum die ganze Verkaufs" augklcgenhcit so geheimnisvoll betrieben worden sei? Daraus ist zu antworten, baß dcr Vcrkaus unter Zuziehung uon bcrutenen Sachverständigen regelrecht cingelci- tet und dn rchgcsübrt worden ist. Hätte »tan, wie t^r Ver, lasser vorichtügt. die Gegenstände den privaten Liebbabein frei • bändig anqeboten, io wären im beste I, Fall ansgkwäblie Stücke vertäust worden, aber der ganze große, schwer verkäuslich." Rest wär," "übrig geblieben und das Museum hätte seinen mit den. Vcikaut d""r Gegenstände beabsichtigten Erfolg nicht erreicht. Ein Teil der Gegenstände war längere Zeit bei hiesigen Antiguaren ausgestellt, aber die hiesigen Liebhaber haben sür die Tinge NUI wenig Interesse gezeigt. Darmstadt, 14. Januar 1914. Tr. Back. Aui vorstehende Ausführungen erwidert der Einsender des betreiienden Artikels: Es ist überflüssig und unbegründet, daß Herr Tr. Back dem Versasier dcr Beschwerden zu wiederholten Malen „völlige Unke,ininis" dcr Verhältnisse uiw. vorwirst, während sich doch aus sas» jedem Satz ergibt, daß der Verfasser gerade sehr genau darüber informiert ist. Zudem bildet die ganze Angelegenheit schon seit Wochen ein weit verbreitetes Tagcsgcsvräch und cs wäre deshalb zur Verhütung weiterer „Unstimmigkeiten" besser gewesen, tvcnn die Muscnmsdircktion statt unbegründeter Borwürsc -lnterstützung der fretloufetttatittcit Fraktion im preußischen Abgeordneteiihause den Antrag gestellt, die Staatsregie- runq zu ersuchen, Erhebungen darüber auzustellen, ob im Interesse der Rechtspflege und des Anwaltsstandes, inc- bcsondere mit Rücksicht aus seine Uebersüllung, die Ein- sühruug beschränkender Maßregeln für die Zulassung der Rechtsanwälte oder anderweite gesetzliche Maßnahmen geboten erscheine» und bejahendenfalls im Bnndesrat für solche einzutreten Tie Tschechen im Deutschen Reiche. Ein schier uiiqlaublickier Vorfall wird aus Lands Hut in Preußisch Schlesien berichtet, der beweist, ivie sehr den Tschechen auch bereits im Deutschen Reiche der »'anrm geschwollen ist. Ter deutschradilale Abgeordnete Sch reite r sprach ans Einladung eines Ausschusses der Lanbshuter Deulschnaiio nalcn im dortigen Schützenhause zum Zwecke der Gründung einer Ortsgruppe der Deutschen in Böhmen. Der Saal war überfüllt. Einer Gruppe auswärtiger Tschechen war es gelungen, in den Saal einzudringen in der Absicht, die Versammlung zu sprengen. Es lain zu stürmischen e«ze- nen, die fast zu Tätlichkeiten geführt hätten. Schkieplich ivurdni die Tschechen mit Gewalt aus dem Saale entfernt, loorauf Abgeordneter Schreite r feine Rede zu Ende führte. Tie Ortsgruppe wurde dann gegrüiidet. — Es ist also glücklich so weit gekommen, daß sich die Tschechen auch schon im Deutschen Reiche als Herren zu fühlen beginnen und die dortige erbeingcfcsfene deutsche Bevölkerung an der Betätigung ihrer nationalen Gesinnung hindern wollen! Der Landshuter Vorfall wirb jedenfalls das eine Gute haben, daß er unseren Voltsgenoffen im Reiche die Augen darüber öffnen ivirü, ivohin die tschechischen Erobc rungsgelüske letzten Endes zielen. - Der Abgeordnete Schreiter ist in Gießen nicht uubelannt, da er im letzten Tonimer bet der Gründung der Gicßener Ortsgruppe des Bundes derDeutfcheu in Böhmen gesprochen hat. Die Ortsgruppe zählt heute schon 220 Mitglieder._ Aurlanv. .reue Steuern in Frankreich, Unter den voin Finanzminister Eaillaur geplanten Steuern sind hervorzu hetv-u: Erhöhung der Gewerbesteuer, der Kinematographen- theatcr, Erhöhung der Stempelsteuer beim Verkauf von Geschäften und bei Möbelversteigerungen «ErträgnicG3 Mill, Franks >, Erhöhung de-- Quittungsstempels (8 Milt. Franks), Erhöüung der Stempelsteuer aus Wertpapiere ausländischer «Gesellschaften, welche leinen Pauschalbetrag bezahlen von 2 aus 3 Prozent 1 1090 000 Franls-, Erhöhung der Steuer aus Börsengeschäfte mit Ausnahme der französischen Rente «3 900 000 Franks, Abänderung der Zollsätze auf »uust werke (1300000 Franks), Verdoppelung der Zuschlagstaxen auf Absinth und ähnliche alkoholische «Getraute «8 330000 Franks). Für die türkische Flotte. Fm Theater von Ttambut wurde am Donnerstag vom Flottenverein unter dem Protctiorate des .üriegsmtnisterS eine Vorstellung veranstaltet Ter Präsident des Vereins hielt eine Rede, in ivelcher «r durchblicken ließ, daß er demnächst eine loichtige Mitteilung über die Berstärtung der türkischen Flotte «nachen «verde. Für den Augenblick könne er nähere Angabe«! nicht machen. Während der Vorstellung wurde eine beträchtliche Suimnc für die Flotte gesammelt. Zum Mo rda n s ch lag ans Scherls Pascha ivirü aus Paris gemeldet« Der von der hiesigen Polizei im Zusammenhang mit dem gegen Scherls Pascha verübten Anschlag verhafte!« I ölen der Bei ist den Blättern zu- inid Bebauptnngen eine wirkliche Klarstellung der ganzen von inis kritisierten Vorgänge gegeben hätte. Der vielen Worte kurzer --IN«! ist, daß das Museum tatsäcl'licb Geschenke vertäust hol. Reibt überraschend erscheint die Darstellung, daß die japaniich.- -oanimwng Seriba nur „depvtniäßig" auibcivahrt wurde, daß Pros. Seriba dies ais einen „großen, ,tzm erwiesenen Dienst" betrachtet habe und „aus Erkenntlichkeit dnjür" als „Gegenleistung", dem Museum seine ethnograpbiiä>e Sammlung, eine Äolleition ostasiatischer Münzen und dazu noch -II japanische Kiinstacwcrbe- arbeitcn geselnnkt lpibe. Seit «vann ist cs bei uns möglich, staat- liche Museen als Aufbewahrungsstätte für „wertlose" Sammlungen zu betrachten? Das Landesmuseum ist doch eine Anstalt zur Bildung und Belehrung des Publikums und soll gleichzesti' auch den Kunstsinn und die Kuusisiedc des Staates zum Ausdruck Viriugeu« cs ist doch wahrlich kein Lagerhaus! Sollten nicht die Tatlachen eher so liegen, daß Pros. Seriba seine Saminlung dem Museum a>s Leilpiabe überließ und das Museum sie dankbar annahm, oussiclltr und ielbstvrrsläiidsich in Verivahrung und Pflege behielt? VIut diese Weise wurde doch die vielleicht recht betrüchi liche eigene japanische Saminlung ergänzt und man konnte mit der Möglichteit rrchnen, daß über kurz oder lang diese Stücle durch Geschenk Eigentnni des Museums Ivürdcn. War also der Grund zur Dankbarkeit und Anerkennung au« Seilen des „Ein lagerers" oder des Instituts, das viele Jahre mir beit Sorben varadiertc? Die unter Ei«,entumsvordehatl dem Museum scher,Viesen -ammtung chng aus Wunsch der Erben vor «nehrcren Jahre naäi ^apon zurück. Es hatte aber Pros. Seriba seinerzeit am den oben erwähnten t>cträchtsicheil Teil dem Museum gescheut „no von diesen Stücke» ist kürzlich eine Anzahl an einen Tarn' sladter Antiguitätenhändler verkauft morden. GEichzen«, wu> den noch andere für das Museum „wertlose" Stücke durch Berka, abgenotzeu und man erzielte für diese Ware 3s 000 Mark imi anderer Versicherung sogar 38000 Mar«. Raä, k-i'smännische Kalrulatio» wird vielleicht das Museum ein recht gutes «tze«chä gemawl haben und der Antiauar wird iich schwer- ärgern wri, er criohrt, was er mit 34 000 Marl bewblt hat. Es verstimmt den Geber »nd schreckt künstig zweifellos («> «ckirnkluitige ab. wen» ihre Geschenke der Möglichkei, ausaeic- und. verkamt ,z„ werden. Die lange Rechtsertignng des '.Herr äi. Back hat den .Hauplvunkt meiner Zusck'riil vollauf bestätig von -rtuck, der gclchenktri, Sammliinge» tzüpsck, und Seriba e>e lautt worden und. Dies öffentlich zu crönrrn, war notlvendia uv der Zweck des erneu Artikels! Zur näheren Illustration der Entgegnung des tzcirn ' 'back mag zum -chtui! noch icstgcstrllt sein, daß der'darin „Buchdeckel" »nt „einigen iverrlvsen Steinen und «hl Tlulfm bereits einen beträchtlichen Wiederverkauisprcis >-r; hat, imd da,; eine Ma,°lil«plattr ms der späten Zeit immer ,ock, beit Avpctlt eines zweiten »Lusers bis zu rinem Ge von mehreren Tausend Mark reizte, ohne daß der- derzeü Elgcutumer das «tzcbvt akzrptirric. Sch,,, am- diesen TmW ri„m mal. crieln-n, daß die für das Museum wertlosen -«Stücke Einzelverkau, recht nett zum Wert kommen. Wir wo'leii a iir-rn daran« hiuwepci,, daß sofort „ach deni Bekaunüvcrden Verkäme «ich zahlreuiu- auswärtige »unsthändler be» Rang lieien und, die als belanglos bezeichn eien Slücke eriverl strebten, sollen weitere Tasiache» «croierl werdenWesh atio die spottrslhe, kühle llebcrleqcirhcit des .Herrn D> '5c Man tverß doch, daß Beauftragte des «Landc-rmnieiuns als ersten Gerüchte über die Verkäme liier henimschwirrtr» eis bemüht Ivareu, die Stücke vorübergehend ans d-w Verkehr zu ziel und aui feden Fall dir Etiketten mit der Aiwckinst ^riba Sammlung" von den eni^-lm-n Sachen zu cinferncn Man h> nämlich verschiedene Stücke durch diese, ihre Herkunft doknm lielende Bezeichnung ans „u-ertlossu" Sache, zu ftft Aiftignarc - Sammler besonders wertvollen gemacht! folg« ein in, Dienst des ,uiu;u,rkisck>en Komitees stehender Spion, der seit ungefähr «üiren, stlöonat in Paris weilt. Es war ihn, gelungen, sich in das Vertrauen des Generals Scherif Pascha cinzuschineicheln und dabei gleichzeitig den Mordanschlag gegen ihn vorznliereiten. Man fand bei Js- lender Bei Schriftstücke, die l>e>veisen, daß er mit dem früheren Polizeipräsekten von Konstantinopel Äkim Bet in Verbindung steht, der im November v. I. an Bord eines russischen Dampfers den türkischen Untertanen »atvaklr Mustapha verhaftete und dann angeblich im «KesangnrS unibringen ließ und auf Verlangen der russischen Regierung« abgesctzt werden mußte. Akim Bet hielt sich seit zlvc, Monaten in Paris auf und leitete den von den Fungturren gegen ihre hiesigen Gegner peranstalteten Spionagediriist. Zstender Bei i|t russischer Untertan, der vor mehreren Jahren znm Islam übertrat, um in türkische Polizeidienste treten zu können. - Ter dieser Tage freigelasscnc tur- tische Schauspieler B u r n h a m E d i >, M n st a p h a wurde von neuern in Haft genommen, da die Polizei den Verdacht hegt, daß er den gegen Scheris Pascha verübten Anschlag unterstützt habe. Scherif Pascha soll den schrist- liche» Beweis dafür besitzen, daß Bnrnhain «äsin Mustapha mit eitzcm Monatsgehalt von 9000 Franks im Dienste der Konstantinopeler Polizei steht. Aus Stadt «nd Land. Gieße», 17. Januar I9l4. Das neue Reichsbankgebüude. Rack, einer eifrigen Bautätigkeit von etwas mehr als fünf Vierteljahren steht heute das neue Gebäude der zur Reichsbank- stcllc erhobenen, bisherigen RciSbanknebcnstelle, fertig da und soll heute seierlich seiner Bestimmung übergebe» werden. Mit dem c r st e n S p a t c n st i ch wurde a,n 9?>. September 1912 durch «die Firma Abcrmann und Kling begonnen, nachdein man das der Stadt gehörende Gelände an der Wiescck dank dem Entgcgen- konimcn der Stadt Gießen verhältnismäßig billig — etwa für 30000 M k. — erstanden hatte. Tie Arbeiten am Bau würden so gesöidcrt, daß Mitte Mai das Dach ansgcschlagcii werden konnte. Bis Juli waren die Arbeiten ,o weit, daß die Rvhbau-- abnahnie erfolgen konnte. Der innere Aiisbaii ist jetzt beendet, so daß der Benutzung der Räume nichts mehr im Wege steht. Die schon oben erwähnte Firma Abermaim und »sing erledigte Lie Manrcrarbeite», die Sandsteinlicferung geschah durch die Firma PH. Holzmann n. Co. Wetter nnirde erledigt die Zimmerarbeit von Nuhn-Lollar, Tawdeckerarbcit von »rück u. Müller, Hcizungs- aiitage von Johs, Haag, Ä.G., Köln, die inneren (Schreiner-) Arbeiten und Einrickstungen von Marschncr-Elberfeld imd Weigel- Gießen, tie Glaserarbeitcii durch L. Schmidt-Gießen und Lörse- Hagen, die Malerarbeiten durch Malermeister Eiroß-Gießen. Die sonstigen kleineren Arbeiten wurden sämtlich von Gießcner Hand- wcrlsmeiftern und Firmen geliefert. Die jetzige RcichSbankstellc hat einen der stetig ivachsenden Vergrößerung Gießens entsprechenden E n t >v i ck l u ir g s g a u g durchgcniacht. Am 7. Dezember 1873 ivurde hier eine A g e n t u r der Preußischen Bank begründet, die jedoch schon am I. Jailnar 1876 zur R eich Sb a nkn e b en stcl l e erhoben wurde. Diese wurde zunächst durch Agenten velNvaltet, deren letzter — Dich — in dem jetzigen Jmhcuscrichcn Grundstück am Markt in einem engen, niedrigen Stübchen die (tzcschäilc der Reichsbank besorgte. Im Jahre 1893 wurde als erster ctatsmäßiger Beamter Kais. Baiikvorstand S c r i b n allgestellt und cs fand die Uebcrsiedelung in das jetzige alte Grundstück statt, das zunächst gemietet, dann sehr bald von Jean Der» gekauft winde. Leiter der ReichSbanknebcnstclle waren in der Folgezeit die Bankrarftändc Lauster <1897—1905), Dr. Bernhard (1905 bis 1910) und Otto seil 1810. Für die Entwickelung deck Geschäfts sprechen die nach und nach aus das Dreifache angewachsene Zahl der Beamten und die Gesamtumsätze, welche eine Steigerung von nnid 70 Millionen ju 1893 auf 357 Millionen in 1913 erfuhren, Tomir repräsentiert das neue Gebäude den immer reger werdenden tzstldvcrkehr und das steigende Geschöftslcbcn der Stadt Gießen, und mit Freude sehen Gießens Bürger der heutigen Einweihung entgegen, zu der Gärtner Schneider das Gebäude mit einem festlichen Gewände versehen hat. Wir werden über die Feier in der nächsten Nummer berichten und eine Bcsährribnng des neuen Hauses upd seiner Einrichsiingen dabei veröffentlichest. p. a g cs r a i c n oe r inr Lanisrag, oe» ««., >n,a «oiinig ltz, Jan. S I a d t t h e n t e v■: Nnchiniltggs 3)4 Nhr : .Pygmalion abend? 7", Nhr« „Fikniza-der/ G i e ß e » c r » o " - e r t v c r c > n : Koinert (Erler-Schnaudt - Kie'cr) ln der Reuen tzl-cka Sonntag nackimi«tag ö!z Uhr. R e i ch sgr ü n ü » » g s > c , er (Alldeuticher Verband) in Stcir Garte» SaniSing abend 8;? Uhr. A r! i l I e r i e - D e r e i n G i e st e » : Samstag abend 8 Uhr Winteriest. verbunden mit Konzert, in der Tnrnbatle (Steinstr.) Ortsgruppe d e S A l l g e in, D e u t s ck> e » F- r n u e u verein-? G icsten « SaniStag, 17- Jan., abends 3V, Utn-, ii OSr’nale der Universität« Vertrag von Frl. Diebl-Jranksnrt über ,Fürsorge lür di- Heranwachsende weibliche Jugend'. M i tt e l d en I s ch c r 8 ä n g e r- V e r b a n d. Sounta 18, Jam, »achniiltagS i'A Uhri Verband-Zversanimlung im Ho! Viltoria. Lichtspielhaus: Täglich Vorstclluna. ^ n n i o n - T l> c a t e r: Täglich Vorstellung. (Dienstags Ui, Samstags neues Prograuim.) O b c r b e si i j ch eS ist! u s eu i» u «>d Ga i I'seh e Bo m m I ii ii o en. Ecögüet Sonulaq vormittags II —l llhr uiieulgellli- Museum sür Völler kn „de. Gcöjmet an «Sonntage« vormittags von It—I Ubr »ucntqeltlich. O b e r l, c i i i s ch c r 5. u n st -o e r e i Tie Gemäldc-Ülusstcllm« i,t täglich vou 11 —1 Uhr. MitiwochS von 3 bis 5 Uhr, mi a» Sonntagen von 11—3 Uhr geöffnet. Tie 'Anlage »> ui ik in,bet bei gutem Wetter Eonutag vo m'.ltog ll Uhr statt. Spielvlau: 1. Ouvertüre zur Oper De goldene Kreuz" von I, Brüll: 2. Ballade aus „Der ilieacnt »oUunöer vou R. Wagner: 3. Flafterröschen! Bolka-Mazurka vo E. Krautze; 4, Armecmarsch Nr. 73. " Deutscher Abend in Gießen. Tic Borbc rerluiigeu für den Teutsck>«u Abend sind nunmehr in de vcr,chicde„cn Ausschüssen soweit gediehen, daß der Festaus srinip ,rn Lause der nächsten Woche usit der gesamten Fest folge an die Oefsentlichkeit treten wird. Neben dem F-csi auslchuß wurden Unterausschüsse gebildet, unter andere, t««r '.luSzchmuckrrnq des „Neuen Saatbans" (Steins «barten Nir die theatralischen- und tstesangs-Anssührnnqen, fü Tanze tmd Reigen, für Einrichtung besonderer Belustiqun gen nud ,nr die Presse. Bei der regen Arbeit der Ausschuss zeigt«: sich lchon, daß das Fest einen sehr qünssiaei, Bode >n Greven so,den wird und daß es seift« zwerkdiensich war .-ine hochwichtige oeutsche Angelegenheit, vou deren hohe «edeittuna ftrr das ganze deutsch« Volk sovielc Volt -genösse leide,/ noch wenig loissen, aus diese Weise weiteren' Kreise näher zu bringen. Der Festausschuß hat dafür ,-ftsvrqt, daß allen Schichten unserer dentschfühlenden Einlvohnerschast der Besuch -des Festes erinöglicht wird- So steht zu hoffe», daß der deutsche Wend eine ivirkliche »-„ndgrbirug echten deutschen Denkens und Fühlens ivird, «vobei es vornehmlich be-griißt lvird, daß auch unsere Tanreu rege Anteilnahme zeigen, ** A ns den, Ei s e i, b a h n d ie n sie. Der Großherzog hat dem Bahnmeister Edwin Schilling zu Aschas- senbiirg, den Eiseiibghnassisteiiten Maximilian Chili a -,» Flörsheim und August »ieser zu Lauterbach, sämtlich in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngcmeinschast, die unkünd hart Anstellung verliehen. Ferner wurde den Zugführern Heinrich Buch und Peter Fänson zu Aschaffenburg. Wilhelm Tüll, Heinrich »Jimmel und Philipp Rahm zu «stießen, Kvnrad Schneider zu Nidda, »arl Schwalb n„d Peter Spieß zn Oberrvdei, (Hessen)« den Lokomotivführern Heinrich Barth, Friedrich Hillen, Georg Nag-l. Philipp Schönmehl, Adan, Werke und Ferdinand Zeh zu Frankfurt a. M,, Wthciin Rahrbach zu Gießen; den Lademeistern Heinrich Gottfried zn Höhr- streiizhause», Ernst Spies zu Frantfurt a. M.« den Weichenstellern 1. Kl, Heinrich Hart- mann, .Heinrich Heck und Heinrich Huck zu Neu-Isenburg M.N B., Georg «stöbet zu Nidda« dem Unterassistente,i Georg Meigi zu Lieblos und dem Bahnhofsaufseher Karl Rohm zu Stockhausei, (Oberhessen), säintlich in dca' Hessisch- Preußischen Eisenbahngemeii,schaft, die nntündbare Anstellung verliehen. «stewerbeausstellung 19l 4. Der Ausstellungsvorstand hat in diesen Tagen .Herrn Bildhauer I. »'ob - d i»g Gießen niit der Äussührung einer künstlerischen Plakette beauftragt. Unter den vorgelegten «ßntwürfcn wurde ein Motiv ausgcwählt, welches das Ansstreben der vberhcssischen Gewerbe und Industrie versinnbildlicht. " Sitzung de8 Provin zial-Aussch»sse8. Z„ der Sitzung an, 21. Januar, vormittags 93/,, Uhr, ist folgende Tagesordnung ansgestellt worden: 1. Klage des 'Angnft Schäfer zu Hungen gegen den Kreis-Ausschuß des »rciscs Gießen «vegen Slnlage von Abfabrten. 2. Gesuch des Wilhelm Schniid z» Gießen in» EelanbniS zniii Belrieb einet Schankwirtschaft in dem Hanse Ost-Anlage 19. 3. Klage des Ortsnrinenverhandcs Friedberg gegen den Landarnic»-- vcrband Friedbcrg ivegcn Unterstützung des St. Michalski 4. DcSgl, ivegcn Unterstützung des Ed. Schwiminer. 5. Klage des Bäckers Nenn z» Usenborn gegen das Großh. Krcis- anit Büdingen wegen Sinfnahnie in die Bäcker-ZwanaS- innung. ** Stadttheater. ?Ille, die Bernard Shaws geistvolle Komödie „P y g ,n a l i o noch «uchl gesehen haben, leie,, aui die leige «ste legen bei! an, inoraigcn Sonntag nachmiliag hinge,viesc» öS sei dazu bemerkt, daß die Aufführung unserer Bühne allgemei, als vorzüglich anerkannt ist. — Auch aus den hochinteressauten Tanz-Abend vo» Frl. Seilt M' al> esa am kommenden Moiilag, zu dem die Aboimente» PreiSerinäiiiguug genießen, sei »ochmali nachdrücklich aufmerksani gemacht, lieber Seat M'ahesa, die mit ihrer eigenartigen, sowohl aus glücklicher Veranlagung als auch auf sorgfältigen Studien beruhenden Kunst überall ungewöhnlich, Erfolge errungen hat, liegen eine große Anzahl äußerst günstiger Besprechungen vor, die alle die bedeutende AuSdruckssähigkcit der Künstlerin rühmen. Se»l M'ahesa errang bet ihrem im vergangenen Sommer in Bad-Nauheim veranstalteten «stastsviel große Erfolge, und feierte in Berlin kürzlich noch wahre Triumphe, ** In der Freidenker-Vereinigung findet Montag abend ein Vortrag über „Kirchen tu in und Volts bedürfnisse" statt. Der Redner Herr Dr. I. Schiller, Frankfurt a. M, ivar iu Bayern 12 Jahre katholischer Pfarrer, trat dann aus innerer Ueberzeuguiu, aus der Kirche aus und ist seit 2 Jahren freircligiöser Prediger und Lehrer in Frankfurt. ** Stenographie. Wie uns nritaeteitt wird, veranstaltet der Bezirk «stießen «stnhelsbergerslher Stenographen am Sonntag vormittag 9 Uhr tin Metropol einen Untcr- richtslciter-Änsbtldlentzsknrsns und zwar erstreckt sich dieser auf mehrere Sonntage. ** Ti o Aufgaben des Roten K r en z c s i nt Kriege. Wie und der Deutsche F r a u c n v e r c i n vom Roten Slituj für d i e Kolonien inittcilt, findet aut besonderen Wunsch der hiesigen Abteilung am 29. Januar, abends 8>) Uhr, in der Neuen Aula der Universität ein Vortrag mit Lichtbildern de- Proiessors Tr. Eolmers, Dirrltor des Landkrankenhauses in Eobuig über „Die Aufgaben des Roten Kreuzes im Kriege, Erfahrungen aus dem ruisisch-sovanisch.-n und aus- dem Balkan- Kriege" statt. Herr- Professor Tr. Eolmers machie als Astistenl der Heidelberger chirurgischen Klinik als Mitglied der Deutschen Rote» Kreuz Ezvcdision, die zur Hilfeleistung zur russischen Armee gesandt wurde, in den Jahren 1904/05 den russtsch-iavani scheu Krieg mit. Im Jahre 1909 ivurde er mit der Leitung der anläßlich des Erdbebens von Messina »ach Sizilien geschicklcii, vom Deutschen Roten Kreuz ausgerüsteten HilsSexvedrtion be- betcaut, die zwei Monate lang in rovratus mit Erjolg tötin wai. Seit Ende 1909 ist Herr Professor Tr. Eolmers Direktor des Herzoglichen Laiidkrankenhanses in Eoburg. Inr Oktober 1912, zu Beginn des ersten Balkankrieges, wurde er vo» der Königin Eleonore von Bulgarien, die ihn^von seiner Täsigkeit im russisch japanischen Krieg her kannte, in dem sie selbst ais Oberschwester eine? SanitälSzugS tätig war, zur Leitung ihrer Spitäler nach Sofia berusen. Er verblieb dort während des- Krieges gegen die Türken, nach dessen Beendignilg und Ablaut seines Urlaubs er nach Tcntschtand zurückkchrte, ** D i e Lahn ist nunmehr vollständig zuge» f raren. Tie Kinder seien nochmals vor dem Betreten des Lahneises gewarnt. Kreis Alsfeld, Ermenrod, 16. Jan. II ober fallen ivurde das Fuhrwerk des Bäckers Hartmann. Sei» Fuhrlnecht kam «oon den Nachbarorten Ehringshanse», Otterbach und Hain- Vach und hatte einen größeren Geldbetrag bei sich. Iw Walde sprang ein Unbekannter aus den Schlitten und schlug dem Knechte den Kopf blutig. Dieser wehrte sich, schrie taut um Hitse und trieb die Pferde an. Ter Spitzbube entfloh. Starkcnburg und Rheinhessen. ni. Offenbach, 17. Jan. Seinen Verletzungen int Krautenhaus erlegen ist der Rangierarbeiter Kart »och aus R o k h e u b c r g e n (»reis Gelnhausen , dem beim Rangieren im hiesigen Güierbahnhos beide Beine abgefahren ivurven. Nach der amtlichen Darstellung befand sich Koch, als der Unfall sich ereignete, allein ans einem Eisenbahnlvagen, der aus ein anderes Geleis gestoßen werden sollte. Er hakte die Bremse zu bedienen. Während er kurz nach Besteigen des Wagens sich mit einer Hand o» einem Handgriff sesthiett, überschlug er sich plötzlich rinü fiel aus das «stleis. Die Signale sollen richtig gegeben iovrden sein. Anscheinend hat »och dadurch, daß er steif gefrorene Hände hatte, den Halt verloren und ist ausgeglitten. rm. Heppenheim, 10. Jan. In Heppenheim an der Bergstraße fand in der heutigen G e m ein d e ra t s « sitzung durch den Kreisrat v. Hayn in Heppenheim die Einführung und Verpflichtung des neuen Bürger- tttcfftcr?, ticv 'Foftinrifh'-r? n nfr Landtagsadgcordnetsn Wtrgand, statt, der tvost seines twhen Alters und der nahezu öO Jahre, die er im Postdivnst «unter sich har, dis Gemeindeweskn von Ht-ppvnl-eim wieder ans die alte Hvhr dringcn will. vereinsuachrichtru. ^ - ßro 6 c G i c ft e n e r Karn e v al grsel ls ck, a it 1 9 1 1. .me critr -t amc n i i(inun am Donnerstag abend int Saote von ipteins (Killen, der vom Blumenbans Dien iestliih dekoriert war. batte einen dem Tanz begonnen werden. Der dritte «rupp^projetz. ~ . ... , Berlin, 1h. Januar. -"dritte n r u v » r o z e B gegen die Zeugoiiiziere T i I i a u und Geiioiieu begann heute vor dem Oberkrieg«gericht de« Berliner Gouvernements. Den Borsin sührt Oberst Schul z Ber liandlnngssülirer ist Geh. Ol>erkrieg«aerichl-rat G l n s e w a l d Bei scher Kriegsgericht»»-!, Mayer, Vertreter ber Anklage v.iieg« qerichtsrat tt. s ch i e r s ch kk, Verteidiger lind der Rechtsanwalt Kurt Ulrich. Justizrat Barn au und die Rechtsanwälte -tftitrm und Gr also. Tie sechs Angeklagten, die Zeugoiiiziere Tilian, Schleuder, tzinst, Äoge, der Feuerwerkei Schmibi uno der Militarinteiidaulursekrelär Pfeiffer wurden vom vreniiische» Kriegsministerinii, wegen Verrats militärischer Ge he im Nisse, militärischen Ungeho-'amS und vaisiver Bestechung am 5. 2lugi>st 191 :$ oum Kriegsgericht der Berliner itoniiiiaiidanlur Zu 4Z Tagen oestunashait bis sechs Rionalen Geiängins und zum Teil zur Dienstentlaisnng verurteilt. Der siebente Angeklagte, der frühere Zengieldwebet Dreese, der zu drei Wochen gelinden Die rest verurteilt worden war, verziclüete aus die Beruiung. Die sechs genannten Angeklagten und auch der Gerichtsherr haben Beruiung eingelegt. Rach 20itrufung der Zeugen und Tachoeiständigeii soll das Urteil der rfiten Instanz verlesen werden. Ans Antrag des Vertreters der 'Anklage wird während der Verlesung die Oeiieni limieit ausgeschlossen, da durch die Verlesung die Staatssicherheit gestii.rdet ist. Rach Verlaus von last zwei Stunden wurde die Oes ieutlichkeii wieder hergcstellt und alsdann mit der Vernehmung der Angeklagten begomien. Lberintendanturietrelär Pieiiier bestreitet den vollen Inhalt der Anklage. Aui Briragen des Verhand- kiingssührers, wie Brandt denn mit aller Bestimnuheit behauvten könne, das; er alle di-sc Mitteilungen von ihm, Pseisser erhallen habe, bemerkte der 'Angeklagte, er vermute, da er Brandt häutig besuchle und Brandts Wohnung volizeilich beobachtet wurde, habe Brandt sich gesagt, er wolle seinen richtigen Gewährsmann schone» und ihn, Pieiiier, da er bodi einmal von der Polizei beobachtet .wurde und komvromittiert sei, als Gewährsmann angeben. Der Angeklagte Zeuglentnant tz o g e bestreitet ebensallS, sich irgendwie schuldig gemacht zu haben. — Der Angeklagte Feuerwerker Schmidt bestreitet ebenfalls seine Schuld. Er nabm keinen 'All. stand, Brandt aus seine Frage Mitteilungen zu mache». da ihm bekannt war. dass es gegenüber Kruvv kein Staatsgeheimnis gebe. Er hatte jedeniaUS nicht das Bewusttiein. etwas Strafbares zu tun. Er liest sich allerdings einigemale die Zeche bezahlen, weil er bestirchtete, dast Brandt als ehemaliger älterer Kamerad es ihm verübeln könnte, wen» er ablehnte. Die Verhandlung wurde dann aus Samstag vormittag 10 llbr vertagt. Gericdtrsaal. Darm stadt, Ui. Jan. Tie Stra s ka in in er verurteilte heule den 5>9iährigen B ii r g e rni e ist e r im Rebenamt Ludwig Kohl von Acvvenheim a. d. Bergstrafte wegen iortgesetzlen Vergehens der Untreue und sechs Fälle des Berbreaiens im Amt zu 3 Jahre it G e i ii ngni s abzüglich 2 Monate und 2 Wochen lliiteriiichuiigSliast. Tie Ilnterschlaguugen datieren zu einem Teil Iwkh aus der Feit, bevor Koch Bürgermeister war und er Iwl diele »Nierichlagunge:, als Rechner der Verleiäien Stiftung begannen. In seiner Eigeuschatt als Bürgermeister unterschlug er von der Hestichen Stiftung 2.')000 Mark Leipzig, 16. Jan. Vor dem Reichsgericht begann lenti iwrmiitag der Spionagevrozest gegen den Ist Jahre alten Kauimann Gustav Ferdinand Illichter aus Rutbern (Kur lano Richter, der ruiliicher Staaisangehöriger ist und zulest.' in »önig.berg wohnle. wird bAimiidigt, sich dort in den Brust einer Anzahl von Sehriirstüeken grsestl zu haben, deren Geheimhaltting int Interesse der Reichssiche^heit geboten war, und wobei er die Absicht »erfolgte, dir Schrvtstach' zur Kenntnis»einer auswärtigen Regierung zu bui-nbm iiii» neun Zeugen' imd ein mili täriicher Sachverständige» erschieiken. Die Oessenitichkei! ist au« geschlossen. London, 16. Jan. Tie gerichtliche u 1 , t e rs 11 ch 1111 a über den aus hoher See verhrannten Tainvier .Boltnrno' ergab den Veiunü, dast das Schist wegen des Feuers, das i» der Ladnna entstand, verlassen werden muhte, Ten K a v i l ä n und die O i i i z i e r e trifft kein Vorwur s. . 6 ist heute früh 2 Uhr 4 'j Minuten unter Führung des Hauvtiuaiins M alias aiiigestiege». E« ist eine ldstündige Dauer fahrt beabsichtigt. An Bord befindet sich die Abuahniekoiu- mission. F r i e dri ch« h a s e » . 16. Jan. Der Lu st schiss bau Zevvclin stellt für 2ÖUOÜO Mark aut seinem Gelände eine eigene W a s i e r u o s i g a S f a l r i k aui. Paris, >6. Jan. 'deine nachniitiaa iinteriiahin der nach einem narren Silstein achanle und in den änsteien Formen Sem Zev elinkreuzer lehrälmlielie Luit ball on .Spiest- bei klarem windstillem Weiter einen Flug über Paris. l'S heistt, dast das Lulllchiss iür die iraiijöiische Kriegsvcrwaltiiiig bestimiiit ist. Untergang eines englischen Unterseebootes. «Dovenvort, ll>. Ja». Das englische Ilnierseeboot „A 7 " ist lei 'Plnmonlh gesunken. ES besteht wenig .Hoifnung, die Maiinsäiail zu retten. TaS Boot manövrierte mit anderen Ilnler- ieebvolen in der Bai von EoawiandS, die ungefähr 6 Meilen von Pluinoulh entiernt ist. 'Rach einigen Manövern merkte man, dast das Ilnlerseeboot ,,'?l 7 “ sehlte. ES sollen zwölf Mann und ein Leutnant au Bold gewesen sein. Von Plymouth wurde .Hille eibeteu. Um 9 Uhr abends wurden die Relttiugsarbeileu eingestellt 1 sie loerden erst morgen seüh wieder ausgeiiommeu weiden. 'Als Taucher zuerst hinabgesliegen waren, kloviten sie au den Rumps des lliiteiseebooles und euipsiiigeu Antwort von der Besatzmiz. Als sie aber um 6 Uhr zum zweiten Male hinab- stisgen, emviingeu sie am ihre Zeichen keine Antwort. Man glaubt, dast die Ursache des Unglücks auf ein Versagen der Pumpen, welche die Wasserbehälter hätten leeren wollen, zurnck- zusühien ist. vsrnstschtc». - D e r im R i t n g l in o r ü v r o z e ft > reige s p nidjtne Be ilis ist mit Familie nach I a s s a abgereist. Er besuchte unter- ireiv den Baron v. Rolschitd, der Beilis in Palästina ein Stück Land gekanit Ixte. * II c ber d io 2 cf» r c ct.' u s nacht auf Du ko lv st M okre wird jetzt eine den Grasen M ielzstuski weniger betastende Darstettuiig verbreitet. Danach sei der Graf durch ein Geräufelt ivach geworden, stabe geglaubt, Diebe seien im .Hause, haste eine Doppelflinte geladen und sei im Finsteren durch verimiedene Zimmer gegangen Jin An- licidezimmer der Gräfin stabe er eine Männerstimme ver- nomnien und gleichzeitig sei die Türe ein wenig geöffnet worden. Daraus stabe der Graf das erste Mal geschossen und als die Person Juli, nach ein zweites Mal. Im stiiirdervbe- zimnier der Grzsin seien sie starb kompromittierende Briese gesunden morde». Das Gericht bat tonstatiert, dast her Graf nicht sehen lonnte, ans wen er schost. * A n f Befehl einen Oberleutnant e r s chojsen. Aus Krakau wird gemeldet: Rach einer F-eicr in der Wohnung des Lirtilleriehauplinamis Hansmann wurde dieser von dein Lbrrlenknant Ziegler beleidigt. Er rief draus laut „Morgennosk" seinen Burschen ins Zimmer, drüAte ihm einen Revolver mit dem Befehl in di.' Hand, den Oberleutnant iii.Z.'rznsiliieste.i, was der Bursche auch tat Der Getrofsene war sosort tot Der Hanptmann und der Bursche wurden verhaftet. — Ein Tiefseeguüer. Proi. A u r e l i » de G n i v a » r i S, Privatdozem iür Botanik an der Universität Reaprl. hot nach der „Umschau" ein optisches Jnstrimiciit eriundeu. dal eS dem 'Auge ermöglicht, in bedeutendere MeereSttefen zn dringen und das Tier- und Pilaiizenleben genauer zu erwrichen, als s bisher geschehen konme. Ter 'Apguirat, Tlhstniiioikop genannt^ besteht aus einem mit starkem Lbiekliv versehenen Fernrohr, das a» einem Schwimmkörper befestigt ist: »ns i'ianze taucht ctnm einen halben Meter lief und liefert stark vrrgrofterle, sehr liüi!- scharje Bilber. rimklicher Metierbericht. O e s s e ii 11 i rf> r r Wetterdienst, Girften. WelterouSsichten in .Hessen am Lonnlag, den 18. Jan. 191! Fortdauer der bestehenden Witterung, meist heiter und li okeo, vorwiegend östliche Winde. Cciftc 21 aci»rict»ten. T e r K u r s in Elsa s: L o t h r i u g e n Berlin, 17. Jan. Da:- „Berliner Tageblatt" meldet aus Straft bürg: Rach Jniorniationeii besteht zurzeit leine 2 r a t t h a I t e r t r i fc, dagegen trete der Statt Halter, wie schon seit langem seststehe, in wenü^en '" o nahen zurück und bald »ach ihm oder uirp naest ihm der Ttaatssckrelär. Für wahrscheinlich gill der baldige 2ii>el tritt des Unterstaatssclretärs der Justiz. P e t r i. Die Regierung verbot dp» Verlauf des Buches des in Paris lebenden Rationalistci, Emil Hinzelin: „Das Herz vvn Elsoft und Lothringen". R n ft l a n d u n d d i e d e n l s ii» t M ilitärmi s s i v n in der T ü r t e i. Berlin. 17. Jan. Der „Berliner Lolalanzeiger" m.tt- del ans Petersburg: Zn der Ernennung des General- Linian zum Marsclzalt und Generaunspeltenr der tiirti» schen Armee äußert lpente das russische 'AuSwüriigi- 'Amt, die Frage gelte nicht als erledigt. Äe Art seiner Tätiglcil miisle noch sestgesteltt tverden. Falls der löeneral leine Truppen zu führen, sondern nur instrnk- tive Befugnisse habe, hat,.' die russische Regierung nichts einzii wenden. F r ii ii frei di ii ii fr d i e Berliner o 1 n in p i s che n Spiele. Paris, 17. Jan. Der Ministerpräsident gab einer bei ihm erschienenen Abordnung des franz Han p tan« s cd n s s c s s ii r die Berliner o l st m p i s ch a n S p i cle bekannt, das; dem Ersuche» um eine 'Staats nute r» st ii 1; ii n g von 600 000 M k. nicht Folge gegeben werde n lonnte. Der Minister des Aenftern sei bereit, für die allgemeinen 'Ausgaben >.70(MI Franks zu bcwtt- ligen. Dem Minister de« Innern stehe es zu, einen gewissen Beitrag für zweckdienliche Ausbildung der 'Ailekhen zu bewilligen, die Franireich in Berlin vertreten. « 83 EC«'» 7 r? iBlfpetalic!i 1 i—illjiil i l Ein Posten Iffl-Soin Ein Posten m-li «Ute reinseidene Ware i. viel, rrfli bcnnellimfleu ü p. Mtr. 120 u. 05 Mfl. Ein Posten l>129 vracklv. flienendeWare, in mehrer. Farben/ h\x ISlusen h. 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Hotel Schlitz Sonnlac ai>on(S von G I hr ab Soupsrs M. 1.60 Oihsensch weifsuppe Ostender Stein butt mit holländischer Tunke od. Kalbsrüekeu, garniert Hasenbraten oalat — Kompott Praline — Eis 928 NeuerBesitzerLKiiogier ---- Oßiilschep FraBSüverein vom üolüii Kreuz !ür dis Kolonien _ Laiifeyprliaiiil Hessen. Aliteilunn GiaQgn. _ Bortrag mit Lichtbildern DonnerStaa, dcu 29. 7»artt«ar rt»!:;, llbr abends in der neuen 2inla der Univcrntät. Heri 1 Professor IVr. Coimers Direktor des Landkranketlhanses in Goburfl: „Tic Aufgaben dcS Roten Ärcn.;cs im lstricg«, Erfahrniigcn ans dcni riissisch - japanischen nnd dem Balkankriegc". Eiiuritt iür Mitglieder frei. 'Richtmitglicdcr stü Psg. Schüler tü Psg. _ 871 D _ Der Vorstand. Elein-Lmden. Gesellschaftsvereia „Fidelio“. Sonntaa, den 18. rinniinr findet int Saale der „Deutschen (suche ' unser diesiabrjflcs Stiftnn^fest, verbunden mit Kon zert , Tbcatcrauffübruuflcu und Taaa stau. 11114 Es liibei liüfiicUii ein _ Ter Vorstand. Zur lenen Weit. 8iinjE?! WoiflCll Sonntafl Sniiß;! halt ber iBeiciii Wcty^teinklabi» de nt fesilich dekorierten Saale zur Neuen Welt seine »408 Grosse Kappensifzang verbunden mit Konzert und humoristischen Portraflcn ab. ivreunde und Gönner deo Vereins sind srenndlichst cinfleladen ._ Der Vorstand. Kitt e id ent scher Sängerverband. Sonntag, den 18. Januar, nachmittags 3‘. Uhr Verbunds - Berfannnlttng im Hotel Viktoria, hier. TaflesordntlNfl: 1. Rechenichaslsbericht, 2. Rechnunfls- ablane. 3. Beratunfl von Antränen, t. Berschiedencs. 8 K 5 I) Um Uhr int a lei che n Vofal eine Vorstaudofiirung mit flleiriier Tagesordnnnfl. ,»n recht zahlreichem Besudi wird einfleladett. Der Vorstand. M I SVERHIN Sonntag, 18. Januar, naclim. 3 — 5 Uhr Bis-Konzert “ ,D — Nur bei günstiger Wiiterung. ------- Liefeig s BeiscK-Extrakt I Schlecht ißt >vcr ohne ihn ist. VEREIN THALIA Sonntag, den 18. ds. Mts. große Kappensitzung mit Tanz v.4 Uhr ab bei Mitgl. Schlüter im Ostend, Kaiser-Allee 47 »SOSGHOO e ÄOSGEDGOG Die Fechter der beiden Turnvereine wollen sich recht zahl reicli beim 014» Bezirks - Fechte» (Tnrnhalle T. B. 1848» Sonntag, I0Ubr eittfinden. ^reitnde uub tUtiercficnten willkommen. Noll, Bczirköfechtwart. dünnen 8ie v. OUCil Cll z\\ entbehren 1 wenn Sic Xüli rsalz kaffec iu Ihrem Haushalt einführen. ■■ — Probe gratis —■ Reformhaus KrenspiatE 5. In tvtrhi.cn t)Ui schn Borvcrkaui Mk. l.oo. Walcric Damen Karte» CO Cfg., im Vorverkauf 50 - !Mn- 10 Pf» rereerkauissl«»«!,: In den Gesktinsteii von Fr. Tcipcl und Hans l Pcterfc», Marktvlab, A Salomo», Schnlstrage, Pb. Stier, / Neue» Bane. Heinr. Tichv, Selicrswcg, sowie in denejigarre» bandsnitgen von I. JricStcdc» und Gustav Sonntnn. — Geheim- karie» für Mitglieder nur benn l. Boriivenden. ver Versiavt. Vortrsg Lichi und Mrlif Sonntag, abends s 1 Uhr. >m Saale deS „Ponkcller". Wagen ga»c. 10413 Thema: der religiösen Wirren unserer Zeit. Anf nach ßodheim a.d. Bieber! Samstag und Sonntag- GROSSES KONZERT dc.s Danicn-Streichorchesters „Weiss“. 7 Damen und 1 Hcit. Eintritt frei! Karl Stork, zumgoldenen Becher, Lahnhök. Union-Theater « genannt das Scbamckkästclien von Gießen A 4 SELTERSWEG öl Vornehmster Aufenthalt am Platze Tel. 911 Gutventiliertes Lokal! Tel. 911 Spielzeit: Jeden Tag von 4 bis 11 Uhr und Sonntags von 3 Uhr ab geöffnet JST»®" Eine Sensation! Von .Samstag, den 17. Januar ab unsere beiden Kino Lieblinge Asta SieSsen u. Toni Sylva Fabrikation von Schweizerkäse Interessante und lehrreiche Naturaufnahmen Bcei kCeine Vagatunden Hochkomische Szene Zum Lachen. Großer S chla ger! Unser aller Liebling Frl. ToniSylav“ , 28! spielt die Hauptrolle in dem :»aktigen anf- schenerregenden .Sensation*-EDramu »SD. Wir erönnen Zrcitan, <». Februar 131 l, ndcndL« 1 ?9 Ubr, in der Stadt Knabenschule (Nord-Anlngc 8) einen Anninger- Kursus für Damen »nd Herren. UnlerrichtSgeld 0 Mk. An- ineldnngen an Gg. Kilo«. Buckingiiraüe 2 oder bei Be ginn des Kurine. Beginn de-. Fortbildungs Kurino Dienstag, 10. Februar. Oübklsdergsr Stenographen-Verein (E. V.) gegr. 1861 Damenverein Gabelsberger Privat- Tanz - Culerricfet erteilt su jeder Tageszeit KarlSchmidtJanzlebrOT Welzsteinaasse 31. (175 i Sonntag, IS. Sanuar, S 1 , Uhr, in Steins Kurten: Reichsgründungsfeier. Unter gütiger Mitwirkung u. Frl.l.8tsmmIcr(Gesaiig), ■t)crrnJ.Halm'SUamer)u.b.Bau8rschenGesangverein. Festrede: Frhr. v. Vietingholt-Scüeel: „?tt Liter Intfnirciibiüfcit uuD miiere latfnidni" eintritt 40 Psg. nar) Mitglieder 20 Psg. _Veranstaltet vom Alldeutsche» Berband. Montag, den 1». Fanuar, abends 8 1 /, Nhr, im Saale des Hotel vinhor» Oeffentlicher Vortrag mit Diskussion über Kirchenlum u. Volksbedürfnisse von Herrn Lr. I. SchilltW, Frankfurt am Main. Eintritt frei: 7871 , Ter Vorstand. ' 4 ^ 0 af@ Ebai . K&t 3ub. Sott Cbw. £ 55Samstag, «bU/Äf Grosser Basken-Bali. der Gesellschaft Concordia. Prämiierung der 3 jchvniie» Damen Masken. Kein DemaSkicrungstwan«. Die klln,tierische Pallmuük ivtrd von einen, nrotzen Wiener Streichorchester ansqeiuhrt. ^amtliche iltvume „nd vornehin delorierl »nd vor alten Dingen an« aebeirt. — Hcrrenkarie» I Mk. ,1m Bor verkant 80P,g. be, den Herren Sonntag und Pelersen. Marrtplatz. Tanzmusil Sonntag, den 18. Jan. | Xiini Pfau Tattz-JVltis fl# morflCn ® onM,n i' bei K ßflftitiirt s -l>äuüc - "H Kaiier-AIlee. ^auioiag, ocn i«. os. Mts. (Trotzes Schlacht und Borkbierfest verbunden mit «appensttzung, Konzert u. Humorist, «ortragen Furiuck, Lang Göns «direkt an, Bahnhosl. ' Oie führenden LILtter des In- und Auslandes hiachten glanzende Kritiken. Einstimmig wurde der Toni-S.ylva - Film als ein Künst- lertilm ersten Hanges bezeichnet. Ein Film- Drama wie es wohl noch nie spannender dar- gestcllt wurde. In das Geheimnis zweier Geschwister führt uns die Handlung ein und mit größter Spannung verfolgen wir die einzelnen Szenen. Wochenübersicht des Oniontheaters Neuestes aus aller Welt! Mode, Sport usv. Er kann das Kiud nicht los werden Entzück, komische Szene. Lachen ohne Ende Sensation! Asta Nielsen in dem mimischen Sensat ions-Schuu- spiel von Urban 6a/; Ubr: Unter Mil Wirkung d. KgueUe deö hiesigen Ins.Kllegiinentö „Kaiser Wilhelm" Nr. Ilii Kleine Preise! Kleine Preise! Neuheit! Neuheit! Iii'm;auber! Posse mit Gesang und Tan» in 4 Akten von Rndoks Bernaner und Nudoivh Schänder. Musik von Waller Kollo ».Will» Bredschneider. lknde lOV'i Uhr. Montag, d. 18.7»an. 101 t. abends 8 Ubr llnterMitwirkung d. Kapelle des hiesigen Ans.-Renimenlß „Kaiser Wilhelm- Nr. 11«. Ander Abonnement! -- Gewöhnliche Preise! — Abonnenten geniener. Gr- iniibiaun« gegen Borweis des 4. «Lrmiihigliiigskiivons. Einmaliges Gaftsoiel der rnnskiinnleri» Seist l’aliesa in ihren erotischen Tänzen. Da;u 933 C Blan PuftinicI tu 1 Akt von Max Bernstein. Ende geg. 10 Uhr. (