Nr. 12 Ter ®i«6«n« Anzeiger «scheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiebenerZamMeiidlätter; zweimal n>örticntI.Kr*is= dlattlürdenUieirSietzeti (Dienstag und Freitag): zweimal monail. land- «Irlschastliche Zeilsragen Fernlvrech-Anlchliisie: iür die Redaktion 112. Verlag u. Ervcdilioi, LI Adresse lür'Dcrelchen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen lür die Tagesnummer bis vormittags v Uhr. Erstes Blatt Jahrgang Donnerstag, 1(5. Januar TO General-Anzeiger für Oberhesien Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Ilnio.-Buch- und Steindruckerei R. Lange. Bezngsorcltz: monatI>ch7LPl.,v,enel- jährlich Mt. 2 . 20 : durch 'Abhole- u. Zweigstellen monatlich KL Pi.; durch dicPost Mt.2.— viertel» jährl. ausschl. Beslcllg. Zeileiivreis: lokalbLPsi ausivärts 20 Pienniq. Chesredaktenr: A-Goetz, Verantwortlich iür den volit. Teil: Aug. Goeh: sür .Fenillclon', ,Ber- niischles" und.Gciichts» saal": Karl Ncnialh: sür .Stadt >ind Land": - .... . - - - t - Kurt Bei,dt; iür de» Redaktion, lkrpeditlon und Druckerei -. Schulstrahe «. Anzeige,ne,l: v. B--r. Die heutige Nummer umfaht 10 Seiten. Der velagerungrzutand in §iid-Afrika Ein deutscher Ingenieur, der noch kürzlich Bri tisch-Siid-Asrika bereiste, schreibt uns: Ter allgemeine Aus stand des ArbcitervcrbandS der siidasrikanischei, Union ist mit einem, man milchte sagen, verzlveisclten Gegenmittel der Regierung beantwortet worden: Man hat von Kapstadt aus den Belagerungszustand erklärt: er erstreckt sich aus die imch rigsteu Bezirke Transvaals, des Oranjestaates und NaklS. Tie Regierung ist sich also der ganze» Schwere des Augenblicks bewustt, der sie vor die dvppellc Gefahr des weihen Ausstandes und der schwarzen Rcvolle stellt. Es sragt sich nur, ob das vorhandene Militär der Ricseuaufgabe gcwich- sei, ist. Die englischen Truppen in Süd-Asrika sind an Zahl sehr gering, etwa bl 500 Mann, in Transvaal stehen nur etwa 4500 Monn reguläres englisches Militär. Tie „Reserve", also die Bürgermiliz ist in eine Nmsormung eingetreten, die noch nicht sehr weit gediehen sein dürste. Aber selbst nach vollendeter Neuorganisation sind cs nicht mehr als 20—25000 Mann. Das ist fast nichts für ein so nngo heures Gebiet. Bei Unruhen größeren Umfangs, die auf verschiedenen Plasten ausbrechen, wäre die Regierung vollständig aus den Rachschub aus dem Mutterlande angewiesen. Bevor dieser aber praitisch au Ort und Stelle sein kann, vergehen, wie der Burcnkrieg zur Genüge gezeigt hat, kostbare Woäjen. Man vergegenwärtige sich nur: Tie Südafrikanische Union ist ein Land von 470000 englischen Quadraimeilen Idas Königreich Preußen umsaßt deren nur 134 585) wozu iioch rund 300 000 Quadratineile,! Protcltorat Betschnana land und Basutoland kommen. Bewohnt wird dieses Riefen- lzcbiet von 5 l Millionen Weißen und mehr als 5 Millionen Schwarzen, die sich sehr stark verniehren. Tie Minenindnstrie hat zahllose Weiße aus dem Innern des Landes in die Städte gezogen, zahllose Neger sind aus den deutschen und vorln- gicsijchen Gebieten durch die Aussicht ans reichen Lohn ebenfalls nach dem Rand gelockt worden. Dazu kommt noch die Jndersrage. Man kann es also verstehen, mit welch ernster Sorge die Führer der Union dem beschlossenen allgenieincn Ausstand entgegensehen. Nirgends in der Welt haben dis Hetzer ein so leichtes Arbeiten als in Johannesburg, in Prä- roria, in Potschwssstrom, in Bloemfvntein ujra., nirgends finden die Agitatoren so leicht «ine Horde roher Dhnamiiarden, um die vernünftigen Arbeiter zu terrorisieren und sic zu zwingen, mitzuniachcn. Solange diese Städte das Ziel aller schlechten Elemente der Welt sind und der Abschaum der Menschheit dort zujammenströmt, wird die Gesahr furchtbarer Revolution immer wieder auftauchen. Nirgends geht es toller zu als in diesen Städten. Alle Laster sind dort zu Hause, alle Gemeinheiten. Tic letzte Zählung in Johannesburg ergab 05162 Weiße, 78 781 Neger, 6780 Asiaten, zusammen 180 723! Sollte der Krieg von neueni auf flammen, so würden diese Tausende in einen leidenschaftlichen Kampf gegen die Minengcsellschasten eintreten, und nicht nur der Minenbau, sondern alle Zweige der Wirtschaft würden in diesen Kampf verstrickt werden. Man macht sich vielleicht noch nicht die richtige Vorstellung davon, wie die Weltwirtschaft in ihren Grundlagen erschüttert wurde, wenn durch eine längere Anarchie in Süd-Asrika die Goldproduktion abnühme und infolgedessen der sog. Standardpreis von 2700 Mark für 1 Kilo Feingold erheblich gesteigert werden müßte. Transvaal ist bekanntlich der grüßte Gold produzent der Welt. Es lieferte seit dem Jabrc 1884 für „«ehr als 8 Milliarden Gold, im Jahre 1012, wofür die Zahlen jetzt vorliegcn, nicht weniger als 260000 Kilo, also mehr als ein Drittel der ganzen Goldausbeute, die sich ans 700000 Kilo jährlich beläuft kim übrigen sind die Vereinigten Staaten von Nord-Amerika sowie Australien die großen Goldlieserante»!. Jedenfalls ist der Wellmarkt in erster Linie von dem Goldbergbau Transvaals abhängig; geht dieser zur»», so kann eine Goldnot eintrete». Es können alle Waren im Preise sinken, die Bewertung der körperlichen und der geistigen Arbeit erfährt in allen Nationen eine ungeahnt weitgehende Schmälerung, Not und Elend Hallen überall Einkehr und große Krisen drechen über das Wirtjchasls- lcben der zivilisierten Völler herein. Ter Ausbruch des allgemeinen 'Ansstandes in Süd- Asrilä ist umso beunruhigender, als die Bewegung bei dein Zusammenhänge der südasrinrnischen Staaten außerordentliche Fortschritte macht: sic kann sich heute schon auf ganz Südasrita ausdehnen. Eines Tages kann unter Umständen also der größte Teil der Goldprodntlion unseres Erdballs unterbunden werden. Man erinnert sich vielleicht noch der aufsehenerregenden Entdeckung, das: aucn i n dem mineral- armen Kaplande Gold liegen soll, von genau derselben Güte wie in hon Erzlagern des Witwatersrandcs bei Johannesburg, allerdings wahrscheinlich schon unter dein M-eres- boden, was aber eine Abtensung und eine Entwicklung des- dortigen Bergbaues in größtem Stile nicht hindern durste. Erstrecken sich einmal die Organisationen der weißen und schwarzen Goldbergleute aus alle Äoldkammern Südafrikas, so dürfte der Tag kommen, Ivo die ganze Welt von den Beschlüssen der dortigen Arbeitervcrbünde beunruhigt wird. Die wünsche der elsaß-lothringischen zweiten Uainmcr. Straßburg i. Elf., 11. Januar. In der Zweiten Kammer gab heute nachmittag zu Beginn der Aussprache über die Anfragen betressend Zabern der Präsident Dr. R icklin folgende, von den vier Parteien deS Hauses eingebrachte Entschließung bekannt: Die Zweite Kammer ist mit der Regierung der Ucbcrzeu- gung, daß die Z i v i I v c r w a l l u n g in Zabern durchaus ihre Pflicht getan und zum Eingreifen des Militärs jeder ran'ächlichc _ Anlaß und jede rcästlick'. Grnndlckgc gefehlt hat. Sic stellt fest, daß die Regierung auch in dem engen Rahunir ihrer verfassungsmäßigen Befugnisse eine größerg Energie zur Erlangung einer Genugtuung für die dem elsaß-lothringischen Volke zugcsügten Beleidigungen hätte entfalten, sowie zur 'Auiklaruug und Beruhigung der Bevölkerung etwas hätte tun müssen. Sie vermag endlich in der Erklärung der Regierung keinerlei Gewahr gegen eine Wiederholung solcher ge- setz- und rcchtsvcrletzendcn Vorkommnisse zu finden. Tie Zweite Kammer bittet den Reichstag, dcui sic für sein energisches Einrrctcn den Tank des.elsatz-lothringischcn Volkes aus- svricht, in Fortführung des Kampics um die Wahrung von Gesetz und Recht einzutrcten für: 1. eine den modernen bürgerlichen Anschauungen cntsvrechendc gesetzliche 'Abgrenzung der Gewalten, 2. eine Reform der Militärgerichtsbarkeit, 3. den Ausbau unserer Verfassung in der Richtung der vollen bundesstaatlichen Selbständigkeit Elsaß-Lothringens. Im Verlause der Verhandlungen crgriss in der Zweiten Kammer U n t e r st a a t s s e k r c t ä r D r. Petri das Wort zu einer energische» Vcnvahrung, indem er für die als Zeuge geladenen Zaberner T l a a t s a n >:> ä l t e unter wiederholtem Beifall des Hauses eintrat. Tie Staatsanwaltschaft habe durchaus sachgemäß gehandelt u»b die Angrijie des Obersten von Reuter seien entschieden z u rück; n weisen, vor allem auch der Vorwurf, die Staatsanwaltschast sei bei ihren Entscheidungen von einer gewissen Voreingenommenheit gegen Oberst von Reuter und das Militär befangen gewesen. Abg. H a u ß (Ztr.) drückte dem Justizminister die 'Anerkennung des Hauses aus für seine anerkennenden Worte. Umsoweniger habe die gestrige Regierungserklärung befriedigt, in der man vor allem die Garantien dafür vermißt, daß künilighin die verfassungsmäßigen Zustände strengere Beachtung sinken möchten, eine Garantie, die doch in Tvnoueschingen feierlich verkündet worden sei. Unter st aatssekrctär Mandel : Ich hatte umsoweniger Anlaß, im Reichstag z» sprechen, als von Seiten des Reichskanzlers und des Kriegsministcrs nicht der geringste Vorwurf gegen die Landesveiwaltnng von Elsaß-Lothringen erhoben wurde. Zurnse: Oho!> An der lrrrcgung der Zaberner Bevölkerung iß zum größten Teil die Presse schuld. Was ein junger, un- ciiahrenrr Leutnant in der Kaserne jagte, konnte einen ganzen Polksslanrm nicht beleidigen. > Lebhafter Widcrsvruch.) Tie Zaberner Angrlegrnheit bat mit der Verfassung nichts zu tun. Es sprachen noch die Abgeordneten K jener lLothr. Block, und Qmnel 2*; . woraus Staatssekretär Freiherr Zorn v. B u l a ch nochmals unter teilweiscm Widmprnch den Stand- punkt der Regierung darlegtc. Tie Regierung batte nicht das Recht, sich in militärische 'Angelegenheiten einzumischen. Der Minister bestrick das Vorhandensein einer Nebenrcgicrung und betonte, die Regierung sei stets bestrebt, die Würde und die Jni- tcrcssin des Landes zu vertreten. Er schloß mit dem Apvell an das Haus, mit der Regierung Hand in Hand zu arbeiten und so bald bas Ergebnis zu erreichen, dos alle sehnlichst wünschten. Daraus wurde die Wciccrberatung aus Tonnerstag vormittag vertagt. veutscvc» Hcicb. Ter Arbeitsplan des Reichstags. Ter Aeltestenrat des Reichstages trat vor der Plenarsitzung am Mittwoch zusamnicn, um die Geschästsvcrteilung zu besprechen. Um die Haushaltsberatung möglichst vor der Lster- pause, die am 3. April eintreten soll, zu beenden, lvurde in Aussicht genommen, nur wenige Sitzungstage frei zu lassen, nämlich se einen weiteren Tag beim Geburtstage des Kaisers, bei Mariä Reinigung (2. Februar), Fastnacht (25. Februar i und Mariä Verkündigung (25. März). Tie sozial- demokratische Anfrage über Zabern soll Donnerstag oder Samstag ans die Tagesordnung kommen, je nach der Bercit- willigieit des Reichslaiizlcrs zur Beantwortung. Gegebenenfalls'wird Tonnerstag und FreicaZ dieser Woche über die Sonntagsruhe verhandelt werden. Schwerinslagc sollen vorder Osterpanse nur dann äbgehalten werden, wenn cs der Fortschritt der Elatsberatnng zuläßt. Zur zweiten Beratung des Voranschlags des Reichstags hat die nativnallibcrale Fraktion des Reichslags den Antrag gestellt: die verbündeten Regierungen zu ersuchen, einen Gesetzentwurf vorznlegcn, dnrck> welchen das Gesetz, betreffend die Gewährung einer Entschä digung an die Mitglieder des Reichstags, vom 21. Mai 1906 dahin abgeändert wird, daß den Mitgliedern des Reichstags freie Fahrt während der Tauer der Legislaturperiode auf den deutschen Eisenbahnen gewährt tvird. I in P r c u ß. Abgeordneten ha u S erwähnte bei der Fortsetzung der Hanshalkungsberatung am gestrigen Mittlvoch der Minister von Dallwitz, daß er zur Linde-> rung der ersten Not an der Lstsertüste bereits 20000 Mck. zur Verfiigung gestellt habe. Die Frist für die Abgabe der Wehrbei- t r a g S e r i l ä rung cn in Preußen ist durch den Fi» nanzininister bis zum 31. Januar d. I. verlängert worden. Tie Steuerbehörden sind in diesem Sinne bereits verständigt Ivordcn. Au»lanv. Tie I n s e l f r a g e. Das Reutersche Bureau erfährt, daß die setzt überreichte 2lntwortdc rDreibundmächte wegen der Jnsclsragc keinerlei llcberraschungcn in der Richtung enthalte, haß Griechenland eine der Inseln vorenihalten würde, welche nach den, enolisckicn Vorschläge ihm zuiallcn sollen. Tic Antwort nehme ausdrücklich mehr oder weniger alle englischen Vorschläge einschließlich der in Grebs Note cmhaltcnen Voroehalte sür die Wahrung her Freiheiten der Minoritäten, ioawh! der Griechen nne der Mnsel- manen, an. Was die von Italien besetzten Inseln angcht, so wird dies sür eine besondere F^ge angesehen, ha wieberholt die italienische Regierung erklärte, daß sie der Türkei zurückgcgeben werden sollten, sobald alle Verpslichtungen des Friedens von Lausanne erfüllt sein werden. K c i n ?l n k an f e i n e s i t a l i e n i s ch e n S ch i f s c S d u r ch d i e T ü r k c i. Tic „Agcnzia Stefani" erklärt: Die Meldung eines Aunst, rvi??cnschast nnv Leben. — T i e Erhaltung desKassclcr Grimmhauses. Ans Kassel wird uns geschrieben: In der M-rktgassc steht ein gediegenes altes Giebelhaus, dessen krästiger, weit vvrge- kargter Dacherker dev Straße einen malerischen 'Abschluß gibt. Im zweiten Stock dieses Hauses wohnten mst ihren übrigen Go- schwistern von 1805 bis .1814 die Brüder 'Grimm, die großen Spracksorscher und Sammler deutscher Bolksmärck>cn. Mit Befremden vernahm nian gegen Ende vorigen Jahres, daß dieses denkwürdige, in vielen Literaturgeschichten abgebildetc, auch archi- lekwnisch wertvolle Hans den sattsani bekannten und selten ausreichend begründete» „Peikehcsrückiichlen" zum Ovier lallen solle. Jnzivischen haben Vcrbandlungcii über den Abbruch stattgcsunoen, die jedoch — man erfährt cs jetzt mit Genugtuung — z u keinem Ergebnis stibrten. da die Mittel zum Ankauf des Hauses nicht hinreichen, außerdem bei seiner Niederlcgung auch die ailgrenzendcn Wohngebäude fallen müßten, wenn den Ansprüchen des Verkehrs genügt werden sollte. Soniit kann das Grimmhaus für lange Zeit als gerettet gelten und aus Kreisen des Heimat sckutzes kommt die Anregung, noch ei» Weiteres zu tun, nämlich gewisse Vernnstalwngen des Erdgeschosses und den Verputz zu beseitigen, der das schöne Holzfachwcrk verhüllt. Slehnlich wie andere Gicbclbällscr der Altstadt, die man von ihrer entstellenden Putzdcckc befreit hat, würde auch das Grimmhaus noch wesentlich an malerischem AnSdnick gewinnen. Neber dem Eingang befindet sich übrigens ein Rcliefbild der „Märchens rau" aus Zwebren, der Frau Vichmann, die den .Brüdern dir meisten Voltsniärckwn des zweiten Bandes ihrer Sammlung crzählr Iwt. Das Relief ist 1885 von einem Ressen der Brüder, dem Bila lmuer Carl .Hasscnpslug, nach einer Radierung von Ludwig Emil Grimm, dem jüngsten der Brüder, angcscnigt worden. — E i n K o l o ssa l g e », ä l d c der deutschen Gotik. Aus Fritzlar wird uns geschrieben: Bei den Erneuerungsarbeiten im hiesigen Tom hat man, Ivic schon kur, mitgcteilt, einen bedeutsamen künstlerischen Fund gemacht. An der Osiwand des sogen. Elisabetbckiores entdeckte man zufällig unter dicken Tüncheichichten ein vrachtoolles Kolossatgemälde. Das Bild stellt offenbar eine etwa 10 Meter hock' hinanistrebende, in gotischem Stil gehaltene Altar- r ü ck w a n d dar, die, wie man cs nicht selten in alten Kirchen findet, unmittelbar aus die Mauer gemalt wurde und durch Figuren- und Rankenwcrk plastische Wirkung erhielt. Das Bildwerk besteht aus zwei dauptmottvcn. In mittlerer Höhe ist durch überlebensgroße Gestalten die Krönung der Mutter Maria veranschaulicht. Zur Seite der Gottes,mittet stehen anbetend zwei Figuren, in denen man die heilige lAilabeth und den heiligen Bonisatius vermutet. Unterhalb dieser Darstellung, säst zu ebener Erde, erblickt der Beschauer einen Heiligen auf einem Throne sitzend. Man ist versucht, in diesem Bilde Kaiser H e i n r i ch II. (1002—24), der bekanntlich heilig gesprochen wurde, zu sehen. Tic ganze Komvosition wird cingesaßt oon einem breiten, sricsarligen Band. Tic F-arben des monumental wirkenden Kunstwerkes sind ziemlich gut erlmitcn geblieben, so daß es nicht schwer halten dürste, ihm durch geeignete Behandlung den Glanz seiner einstigen Schönheit loicderzugcben. Zeitlich wird das Gemälde dem Anfang des 15. Jahrhunderts zugcichricbcn. Obnc Zweifel wurde cs von einem äußerst talentierten Meister hergestellt. — Mainzer Tlicatcrbricf. Pfarrer Hcllmund, ein bürgerliches Schauspiel, bringt den „Fall Jaiho" ans die Bühne und man sah der 'Ausführung mir NM so größerem Interesse entgegen, als in Wiesbaden, der Vaterstadt des Veriassers, die Ausiührung verboten war. Ter Versasier, der selbst Geistlicher ist, hat dem Kampfe zwischen der srcihcitlichen Glaubensaussassnng, wie sie Psarrcr Hellmnnd vcrkörvert, und her kirchlichen Ortho- i-oxie, als deren strenger, aber im Grunde nicht uirsvmvatbiickier Peitretcr Kon,istorialPräsident Lcnnig entgegentrilt, sehr geschickt auch einen Fmniliensvniliki gegenüber zu stellen gewußt. Mit guten, dramatischen Jnssintt hat er eine Handlung erfunden, in deren Mittelpunkt die Amtsentsctzung des ircimüsigcn Geistlichen steht. Hcllmnnds Tochter ist mit den,. Sohne des Konsistorialpräsi- dentcn, einen, Leutnant, verlobc. Am Verlobnn: 7 --tage geht eine anonpinc Anzeige bei der Kirckwubehörde ein, die Pfarrer Hell mnnd der Irrlehre beschuldigt: der Psarrcr ist zu stolz dazu, um vor dem Vater seines zukünftigen Schwiegersohnes z,c widerruien, obwohl ihm dieser mehrmals rät, mit Rücksicht aus das Glück der Kinder sein Abschiedsgesuch einzurcick>en. In einem! schwachen Augenblick Unterschreibt er aber doch das vorbereitete Entlaliungs- gesuch und will sogar freiwillig aus dem Leben scheiden, das er ohne seine Gemeinde nicht ertragen zu können glaubt. Ten Tod im Herzen wird er zu Zwei Tvvhuskrankeir geruien, um ihnen die letzte Wegzehrung zu geben: dabei packt auch ihn die tückische Ärank- hcit und bringt ihn an den Rand des Grabes. Seine Frau, die wohl weiß, daß er übereilt gehandelt hat, indem er seine Unterschrift gab, schickt das Schriftstück nicht ab, und legt «s nach seiner Genesung in seine Hände zurück. Im Vertrauen ans seine Ge - meinde vernichtet er sein Rücktrittsgesuch, als die Entscheidung des Obeilirckicnrais ans Amtsentsctzung ointrifft. Als die Gemeinde mit einem gemeinsamen Austritt aus der Kirchb droht, besteigt er noch einmal die Kanzel, um seinen Gemeindemijgliedcrn von diesem Schritt abznraten. Sterbend wird er aus Ser Kirche gebracht, wäh» renddcn, — recht packend - die Orgel Ein' icstc Burg spielt. Noch einmal erbebt Hellmnnd segnend die Hände, dann legt ihm der Tod die Hand aufs Herz. ,'Ta der junge Lcnnig aus die Ossi zicrslausbahn verzichtet, ist trotz allem das Lebensglück! der jungen Lcuie gesichert. Tie beiden Hauvtck-oraktere sind genau und sorgfältig duichgklührt. Hellmund als weichmütiger Schwärmer, Lennig als strcngglrnbiger Verstandesmensch. Auch die übrigen Menschen sind nickii übe! geschildert und das sehr gut besuchic Haus bercitctr kein Werte eine begcistctte Ausnahme. Tic Hauptrollen waren gilt besitzt und Regie und Darstellung waren an dem vollen Er- solg wesentlich beteiligt. Ter anwesende Versasscr, der stürmisch gerufen wurde, zeigte sich nicht und ließ sich von Herrn Tircklov 'Lehrend entschuldigen. — Norwegische E x v e d r t i o » n a ch W e st s i b i r i c ». Ein norwegischer Naturforscher Organ Olsen will in den nächsten beiden Jahren in Wcstsibiricn biologiiche. ethnogravtzischc- und archäologische Untersuchungen vornehmen, für die er bereits die Genehmigung der rui'inhc» Regierung gewonnen hat. Rach '„Peterm. Mitt." begibt er sich runäck! von Kraßmoiarsk nackr drin oberen Jenissei und in das Sajanische Gebirge, während das zweite Jahr dem Istcbict des unteren Jenissei gewidmet sein wird: wenn möglich soll die Rückfahrt nach Norwegen aus dem Seeweg durch das itarsiche Meer erfolgen. Öauptgegenstand seiner For schunqcn sollen die Beziehungen sein, die sin vrähistoriscber Zeit in der Pflanzen- und Tierwelt zwischen Skandinavien und den» nördlichen Asien bestanden haben, und drirn Entwicklung bis zur Gegenwart. Professor Lichtwark f. Ter Direktor der Hamburger Kunsthalle, Professor L i ck, t w a r k, ist in der Nackrk gestorben. Ter Verstorbene hatte sich nach einer im Juli erfolgten Magcnoperasion eine starke Lungenentzündung zngezogen, von der er sich nie erholte. Er war trotzdem bis in hie letzte Zeit bcruslich tätig. — K » r;c Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. Maxim Gorki, der bisher in der Verbannung auj Capri lebte, ist nach Petersburg zurückgekchrt. _ auswärtigen Blattes. Italien habe den Kreuzer „3 a u M c»r e o" •tn die Türkei t»erfauft, ist vollständig unbegründet. Die deutschen Offiziere im türkischen ö c c t c. (General Liman v. Sandrrs ist zum Marschall des türkischen Heeres ernannt worden. General B r o n s a r d v. S ch e l l e n - dors ist, wie aus .^onstantinopel mitgeteilt wird, zum stellvertretenden Chef des General st abs ernannt tvorden uird hat sein Amt angetreren. Mordanschlag auf einen türkischen Gen eral in Paris. Da- neue fungtürkische Regiment wird bezeichn ende r- weii'e von allerlei Katastrophen begleitet. So wird heute aus Paris gemeldet: Gestern, Mittwocli, vormittag wurde in der Wohnung deS Führers der radikalen türkischen Partei, de ^ Generals Scherif Pascha und ehemaligen türkischen Gesandten in Stockholm, ein Mordanschlag verübt. Ein junger Mensch erschien dort und verlangte dringend, von Scherif Pascha empfangen zu werden. Der Kammerdiener Sckerif Paschas verweigerte dies, worauf der junge Mann einen Revolver auf ihn al>- seuerte und ihn verwundete. Infolge des Knalls eilte der Schwiegersohn Scherif Paschas, Salil, herbei und tötete mit einem Revoloerschust den Angreifer, dessen Identität bisher nicht festgcstellt werdeii konnte. Es handelt sich allem «lnschem nach uni einen politischen Anschlag. Scherif Pascha gibt hier seit einigen Jahren eine Zeitschrift heraus, umm das lung- türkische .Komitee für Einheit und Fortschritt ans das heftigste befehdet wurde. Scherif Pascha ist übrigens vor Jahresfrist von der jungtürkischen Regierung in contumaciam zum Lode verurteilt worden. Der japanische Admiral Graf I t o ist Mittwoch früh gestorben. ^ Heer und Flotte. Aus bic Melduit-, Do it dem Ätapellaus bei neuen Schulschiffes „Großher^äg Friedrich August, ging Don, Kaiser an den Grvßherzog Dvn Oldenburg folgendes Telegramm ein: „Uel-er den glatten Srapcllanl des neuen SchulschmeS, und seine Benennun, naeli Den: veidii-nstvollen erlauchten Protektor res Deutschen SchulschisivereinS sehr erfreut, sende ich Dir und dem Verein zu dem schönen Ettolge nieinen wärmsten Glückwunsch. Möge es dem Schiit bcschieden sein, die ihm anocitraute deutsche Jugeich zu wackeren nnd verläßlichen Seeleuten hera n wa chse n zu sehen, stets bereit, ihre Pilickck im Kampfe mit den widrigen Elementen und den seindtichtti Mächten bis zum Ludersten zu tun 4 , 1,0 ähre Treue, wenn es lern nuiti, mit bent Tode zu besiegeln," _ Rn» Stadt nnd Land. Gießen, 15. Januar 1914. Bürgermeister Keller wird Oberbürgermeister. In der gestrigen nichtöffentlichen Sitzung der Stadtverordn eleu berichtete Öen- Justizral Grünewald über die Verhandlungen des init der Varbereitnng der Wahl des Oberbürgermeisters beaustragten Sonderausschusses, der e i n st i in m i g den Antrag stellte, die Stadtverordnetenversammlung wolletzerrn Bürgermeister tt e 11 e t zum O l> e r b ü r g e r ° me i st er der Stadt Gießen mit Wirkung vom 1. Avril 1814 auf 12 Jahre wählen. Bon einer A u s s ch re i b u n g der Stelle beantragte der Ausschuß a b z u > e h e i,, mit der Begründung, daß ein Ausschreiben dann nnzweckniäßig sei. »venn bereits eine bestimmte Person für die Wahl in Aussikvi genommen sei. Der Ausschuß begründete den Antrag bannt, daß Bürgermeister Keller das Verlrauen der gesamten Bürgerschaft besitze, so das- inan wohl sagen könne, er werde, wenn die Bürgerschaft ihn zu wählen hätte, ebenso einmütig mit dem Amte des Oberbürgermeisters betraut werden. Herr Bürgermeister Keller sei seit etwa sieben Jahren in der Verwaltung der Stadt Gießen tätig, sei infolgedessen mit allen Verhältnissen vertrant nnd besitze für die Interessen der Angehörigen aller Stände Verständnis. Bürger- ineister Keller sei lein Parteimann, stehe den politischen Parteien unabhängig gegenüber, gehöre aber seiner politischen Ileberzeugung nach dem entschiedenen Liberalismus an. Er trete ein für Freiheit der Wissenschaft nnd Kunst, sowie für Gleichberechtignng aller religiösen Besenntnisse, besitze sozialpolitisches Verständnis und habe beispielsweise bei Schaffung der Arbeitsordnung sür die städtischen Arbeiter liberale und arbeitersreundUche Grundsätze entwickelt. Man dürfe von ihm erwarten, daß er für intensivere Mitarbeit der Stadtverordneten bei Erledigung der städtischen Geschäfte nnd bessere Vorbereitung der Stadtverordneten bei wichtigen Entscheidungen eintrelen werde. Sparsame Finanzwirtschask, Öeranziehuug von Verkehr und Industrie liege öerru Keller am Herze», wie er insbesondere auch bei, innigen Zu» samnienbnng zwischen Universität nnd Stadt betone. In der Verhandlung der Stadtverordneten wurden die Gründe des Ausschusses als richtig anerkannt und hervor gehoven, daß Herr Bürgermeister Keller allgemeine Svm pathie als ein freundlicher und jedermann ivohlwollend gegenübertretender Beamter genieße. Tie Stadtverordnetenversantinluiig beschloß einstimmig, Herrn Bürgermeister Keller zum Oberbürgermeister zu wählen. Dem Gesetz entsprechend war vorausgehend das Gehalt des Oberbürgermeisters festgesetzt worden, und zwar im AnsangSbetrage von 1OOO0 Mk., steigend von 3 zu 3 Jahren um je 1000 Mk. bis zu 13000 Mk, Tic Wahl unterliegt bekanntlich der landesherrlichen Bestätigung. Bürgermeister Keller ist geboren am 5. Mai 1879 in Mainz als Sohn bes 1895 verstarb. Direktors der höh. Mädchenschule in Mainz. Tr. Jakob Keller. Er ist evang Konfession, öen Keller bestand in Mainz die Reifeprüfung, studierte Rechtswissenschaft in Gießen, wurde Leutnant der Reserve in, Regiment 115 und absolvierte in (tzießen seinen Vorbereitungsdienst beim Amtsgericht, Landgericht, Skaats- amvaltschaft, Kreisamt nnd in der Anwaltpraxis. Im öerbst 1905 bestand er die große Staatsprüfnng, war dann vorübergehend bei der Bürgermeisterei in Gießen tätig, so dann wiederum im Justizdienst, zeitlveise als Staatsanwalt und wurde im Öerbst >907 besoldeter Beigeordneter der Stadt Gießen. ** £a a n e r hmge.vi-ien. die als Festvorstellnng zur Erinnerung a» die Erlebnute Gießens in der großen Zeit vor 100 Jahren ftattsindet. " Mit a l t ä 4 v v t i i ch e it Tänzen tritt am Molltag, den 19. Januar, Seitt M'a Heia ,mn erstenmal vor das hiesige Pulüknm. Ihre Kunst ist, wie man uns schreibt, obwohl ,ie von fremden Formen inspiriert ist, doch zum Ausdrucksmitlel eines ganz persönliche» indioidncllen Leben-- giworoen, keine Konstruktion antiker Silhouetten oder orientalischer Rivpnguren. Eine fremde und raffinierte Kultur spricht aus dielen Larbieiungen und ihrem komplizierten Rhylmus, eui» der absichllieben Primitivität der Gebärde und dem Rassinemenl ihrer Aussiihrung. Es sind nicht Tänze primitiver Lebensfreude, Aber bei aller Formrn- strcnge, die sie auszeickmet, liegt ei» erotischer Tust über ihnen: die orientalische Mischung von Sklavin und Priester»! »urd von ihr im herben Styl aitatischer Kunst znni Ausdruck gebracht " Kleine Mitteilungen. In Friedverg lllirzte am Mitnvoch ein Sckiüler einer höheren Leliranstalt aus der Eisbahn und verletzte iickl erheblich, so daß er ärztliche Öilse IN .ln- lpruch nehnlen mußte. - In Obe r-See mcn machen die Aibeilen der elektrischen Lichtanlage ini Amckl»,, an das vbe,hessische Elektrizitätswerk erfreuliche Fortschritte Wie veilautet, soll schon Ostern clelirische Beleuchtung stall linden. --- In dem Schuhgcschäst von Strauß in Ossenbach erschien ein Mädchen, da- sich für die Tochter des Redakteurs Ignatz King ansgab und zwei Paar Stieseln ausbändigen ließ, ohne sie natürlich zu bezahlen. Später stellte es sich heraus, daß der EeschästSinlialer einer Schwindlerin in die Hände geiallen war. - Einem Gauner gelang eS, ein Pelzgeichäst in Bingen um einen Alaslaluckisvelz i:n Werte von 280 Mark zu betrügen. Landkreis Gietzen, -ebt. Alten-Bus eck, 13, Jan, Ta« an der Straße nach Trohe gelegene B a ck si e i n g e s ch ä i t lvnrde von öeinr. ö a h n an den Unternehmer öärtel aus Bachum zum Preise von -400 Mk. verlaust. Ter neue Besitzer beabiichtigl, die .Herstcliung von Back steinen in größerem Umfange zu betreiben. -obt. R e i s ! i r ch e n, 14. Jan. Einen UnsallbeimÖ o l z- fällen erlitt gestern der Ortseinwohner Wilhelm Becker. Tie Öolzhauer hatte» den etwa zehn, Psund schweren eisernen Öaken in einer ungefähren Höhe von sieben Metern besestigt, um den Bannt umzuziehen. Ter Öaken liute sich lo« nnd fiel dem B. so heftig aus die Schulter, daß man den Bedauernswerten nach Öausc fahren mußte. -ni. Lich, 15. Jan Ein 12jcihrig«r Willige brach gestern beim Schlittschuhlaufen auf der Wetter ein und sank bis an die Brust in das eiskalte Wasser. Mit äußerster Anstrengung und mit Öilse einiger Kameraden gelang es ihm, sich wieder aus der gefährlichen Lage zu befreien, die leicht seinen Tod zur Folge hülle haben tonnen. tt. Langsdorf, 14. Jan. In der LangSdorfer Ge- marlung lag früher ein Hofgut, lvelches von der Gemeinde angetanst nnd parzellenweise an die Bürger verkanst wurde. An sideilommissarisch gebündelten Besitz war in unserer OK- ma.rkung nur noch eine kleine Fläche, die dein Fürsten von Braunfels gehörte. Tiefer hat im vergangenen Sommer seine Aerker nnd Wiesen an hiesige Bnneni vertäust. Bor einiger Zeit hat er dann auch noch den ctlva 20 Morgen großen Stvckweiher znm Preise von 5000 Mk. an einen Landwirt verlaust, welcher aus dem bisher der Fischzncht dienenden Teich Ackertand Herstellen will. Mit Genehmigung dieses Kaufes ist jetzt das letzte jideikommissa- riscll gebundene Land in die Öände der Bauern überge- gangen. Der Fürst von Braunfels besitzt an der Grenze unserer Gemarlnng noch einen Besitz von etwa 245 Miorgen Wald. -eilt, BerSrod, 14. Jan. Zwischen die Pusfer geriet am vergangenen Freitag der bei Weidenau (RrctS Siegen) beichästigte imb hier ivohnhafie Arbeiter Nürnberger. Plan brachte den Bedanernsiverten nach Weidenau in die Klinik, wo er an, Sonntag seine» Verlelzungen erlag. Ter Pernnglülkte hinterläßt Frau und Kinder, deneli ein geringer Betrag ans einer Versicherung zusteht. Kreis Lauterbach. ^ Schlitz, 14. Jan, Ein italienischer Erdarbeiter ist bei Sandlofs in die Fulda gestürzt >md ertrunken. Er ivollte mit einem anderen Arbeiter über den schmalen Steg gehen. Ter Steg knn, ins Wanken, der Arbeiter glitt v»i ein eisbedeckten Breite ans und versank in den hochgehenden Fluten, ehe sein Kollege Hilfe bringen konnte. KreiS Fricdberg. L. Friedberg, 14. Jan. Das am 23. April 1872 errichtete ö s se n t l i ch e Lesezimmer und die Volksbiblia- tl,cl waren bisher in geinieteten Räumen nntergebracht. Jetzt hat die Stadkverwaitung sowohl ein Ziinmer sür eine Lesehalle wie für eine Bibliothet Herrichten lassen. — Unser seit 50 Jahren bestehendes V e r s o r g » n g s h a n s für Waisenlinder wird init dem l. April eine Neueinrichtung er-s halten. Von genannteni Tage an werden Tiakonissinnen die Pflege und Leitung des Öanses erhalten. b. Öausen (bei Butzbackii, 14. Jan. Heute wurde in Frankfurt der Monteur Wilhelm Klein von hier verhaltet. Er hat in Gemeinschast mit dem Spenglernieister Peter Thoma au« Alzenmt einer Sängerin einen B ril la n ti chm » ck im Werte von 4 000 Mark gestohlen. Bei den Dieben wllrde der Schmuck noch vorgefunden. Starkenburg nnd Rheinhcsscii. t . Darmstadt, 14. Jan. Am 15. d. Mts. wurde irj El'erstadt bei Tarmstadt ein „Land hei in sür Unfall- verletzteund Invalide" eröffnet. — Es ist errichtet durch einen zu diesem Zweck gegründeten Verein, deren Vorsitzender Geh, Regierungsrat Tr. jur. et nied. h. e. Dietz- Tarmstadt ist, dem wir schon neben vielen anaeren gemein- nützigen Einrichtungen, die beiden Lungenheilstätten Hessens im Odenwald und die Lupusheilstätte in Gießen zu verdanlen haben. Als seine Aufgabe betrachtet es der Verein, zur Sicherung des HeilpersahrenS Unfallverletzten nnd Invaliden die Müglichieit zil geben, ihre ErwerbSfähigkeit Ivirtschasllich zn entwickeln. Das soll erreicht werden durch eine in der Regel vorüberg, hend-e Ausnahme in dem Landhein, In ihm sollen die Aufgenommenen in solchen Tätigkeiten nnd Beschästigungen ansgebildet werden, die ihren Kräften und Fähigkeiten angemessen sind und die innerhalb der in dem Lanbheim eingerichteten Betriebe liegen <-o beilnden sich in dem „Landheim Eberstgdt" eine Reihe von Werkstätten, lote: Tischlerei, Schuhmacherei, Strickmg- Innn-.-nlaal nsw.: daneben werden aber natürlich auch ein sachere .vandfertigleitsarbetten gelehrt, die auch schwerer, durch Unfälle oder Krankheit Geschädigten noch die Mög- Uchkeit eines kleinen Erwerbs bieten. Leiter des Öeim-s ist Dr, Rigler-Tarmstadt. „ ° -lchm Gestern nachmittag um .4 Uhl wurde der lOj -tOrige Schreiner Franz Zim Ni ermann aus FrauenlteiN, als er das Geleise liberschittt, auf der Station °. n em ctnf aft t cnb_e n Zuge überfahren n n d g e vt t e t. Z. lvar ans der Station B u d e n h e i m beschäftigt. Hessen-Nassali, h. Frankfurt a, M„ 14, Ja». Eine Gläubigerrn-riamm- lung der in Konkurs geratene» I »l m o b i l i e N-V e ritio I» IIIng Wiesbaden n n d Baue r stellte die Verbindlichkeiten dieser Firma einschließlich der Ö»potbelen aus 15—2 0 Millionen Mark fest, denen Aktiven oorllusig fast garnicht gegcnüberstehen. An die Konklirsmnsie hat die Stadt Frankfurt eine VorzugSsordernng von etwa 40 000 Mark für Steuern und WährlchatlSgelder, Eine ganze Serie lo» Anfechtting-klagen ist in Vorbereitimg. Ii II singe n, 14. Ja». Durch einen vorzeitig loL- qegaiigenen Spreng schuß lvnrde in den Quarzitivecke» von Hainchen derArdeiler stalteiicr getötet nnd der Ar. beiter Pabst erheblich verletzt. Kaltetzer hinterläßt eine Witwe mit drei kleinen Kindern. Hfietzencr Ttrafkamnicr. Gießen, 13. Januar Ein Mensch, dem der Diebstahl so zur . (st e w o h n h e i t g e lo o r d e n ist, dag er wegnininit, lvas ihm gerade im Augeubtick begehrenswert erscheint, ohne Rücklicht daraus zn nehmen, ob der ttzeganstand wett voll oder sür ihn vo» Wert sein kann, str id in der Person des Schlossers R. Ö. aus Frechenhausen, Kreis Biedenkopf, vor den Sehranken des Gerichts. Ihm wurde zur Last gelegt, ein altes ge ringwer iges und später ein neues wertvolles Fadrrad, einen alten, ihm viel zu weiten und einen ganz neuen Ueber'-iehec, ein Lesebuch sür Schnlkinder und eine Serviette gestohlen zn daben. Er wollte die Strastalen in betrunkenem Zustande ausgesührt haben. Tiefer An gäbe aber, die von den Zeugen nicht in vollen Umsange bestätigt wurde, konnte das Gericht feinen maßgebenden Einkluß iür die Festietzuiig der Strashöte beilegen gegenüber der Tatsache, daß « nlckit aus Not, sondern lediglich aus Freude nin Stehlen die Sacknn weggeiiainmen hatte, nnd verurteilte ihn unter Einbeziehung früherer von ihm begangener Straitaten wegen Diebstahls im wie derhollen Rückfalle zu drei Jahren nnd l> Monaten ZuchlhanS. Wegen Untreue wurde der Schreiner L. G. von Butzbach zu einer Gesängnisstrase von einem Monat und in die Kosten deS Verfahrens verutteilt. Er lvar geständig, als Vorsitzender des Arbeilerkrankenunter stützungSvereins im August l9lO aus Grund eines ihm in seiner Eigenschait als Voriitzcnder onverlranten Sparkassenbuchs den Be trag von VfiO Mark für lich erhoben nnd behalten zu haben. Das Gericht konnte strasmildernd in Verücknchtiguug ziehen, daß der An geklagte ossenbar aus Not nnd in der Absicht gehandelt habe, das Geld nach nnd nach wieder zu ersetzen. So hatte er bereits 56 Mk. zurückgezahlt. AndererseilS konnte daß Gericht nicht unberücksick> tigt lassen, daß er schon einmal wegen eines PermögenSdeMeS bestraft worden lvar. Eine Urkundenfälschung brachte die A. L. auS Rodheim vor der Höhe auf die Anklagebank. Sie halte vor der Beigeordnetenwahl in ihrem Öeimatsdorie an den in Franksurt a. M. arbeitenden, in Roddeim aber wahlberechtig . ten O. .Kr. eine Karte folgenden Inhalts geschrieben: „Lieber Freund! Ich teile dir hierdurch mit, daß du Samstag nicht zu komnien brauchst, da die anderen keinen Kandidaten auistellen und etliche übergetreten sind......Mil Gruß dein Freund Louis W " Ofienbar sollte auf diese Weise O. Kr. von der ain SamStag statt iindenden Wahl serngehalten werden. Bei dieser kam es, wie dog Ergebnis — 44/41 Stimmen — gezeigt hat, ans jede einzelne Stimme an. Tie Angeklagte gibt zwar an, aus eigenem Antrieb die Karte geschrieben zu habe», um den O. Kr, damit „zuin Uz" zu haben. Das Gericht aber war der Ansicht, daß die Angeklagte diese Angabe nur zur Schonung- des eigentlichm Urhebers mache: sie war ossenbar nur die Angeüiftete. TaS Gericht hielt eS iür aanz unwahrscheinlich, das, ein Mädchen von 20 Jahren ein iolches Jnteresse an den politischen Anoelogenheiteii dabe, daß eS sich zu einer derartigen Handlung hinreißen lasse. Das Bewußtsein, etwas Unrechtes zn tun, hatte die Angeklagte, wie sie selbst zugestand Sie mußte also bestrast werden. Zn ihren Gunsten wurde berück sichtigt, daß sie noch jung nnd noch nicht vorbestraft war, ferner, daß der getvollte Erfolg nicht eingetreten war: O. Kr. war doch zur Wabl nach Rodheiin gekommen und hotte den Gegenkandidat gewählt. Vor allen aber sprach zu ihren Gunsten, daß die Angeklagte als die Verleitete erschien. Sie kam deshalb nkit der geringsten znlässiaen Strafe, mit einem Tag Gefängnis, davon. TaS Gericht wird^jich noch mit der Angelegenheit zu belassen haben, tpemi die Staatsanwaltschaft den Anstifter ausfindig gemacht hat. Gegen einen itz a l i z i e r. den IKiährigen P. L. aus Nahcrzow, ivurde in der letzten zur Verhandlnng stehenden Sache verhandelt. Sie umr dadurch inte> eisant, daß eS sich um einen Angeklagten handelte, der des Deut lchen säst gar nicht mächtig war. so daß die Hilfe eines Totmet schers in Anivtttch genommen werden mußte. Der Angeklagte halt! ant einem Gute in Butzbach gearbeitet. Ihm wurde zur Last ge legt, seinen Ärbeitskameraden Kleidungsstücke und ein Paar Strümpfe, seinein Dienstherrn zwei Taschentücher gestohlen zn haben. Tie Verhandlung ergab, daß es sich im ersten Falle nicht NU, einen Diebstahl, sondern „in eine öehlerei handelte. Der Ange Uagte wurde denigemäß bedeutet. Das- Gericht berücksichtigte straf mitdl-rnd die Jugend des Angeklagten, die geringe Stilie seiner geistigen Entwicklung — er wußte nicht einmal das Jahr seiner Geburt mit Bestimmtheit anzugebcu —, und seine mangelhafte Schulbildung: es verurteilte ilm daher nur zu einer Gesamtsttafe von 2 Wochen Gefängnis, welche durch die erlittene llntersuchung« hast sür verbüßt erklärt wurde. Es wurde ihm deshalb vom Tot inetscher bedeutet, daß er gehen könnte, tvaS offenbar eine Ueber- raschung für ihn war: Vor der Verhandlung eingesperrt. nachher lausen gelassen, obwohl er die ihm zur Last gelegten Straftaten begangen batte, das erschien seinem naiven Geiste unfaßbar. Kericl,k»?ac,l. Der Giftmordprozeß Hopf. Frankfurt, 14. Jan Als erste Zeugin in der heutigen Verhandlnng wurde die bereits einmal vernoinniene Mutter der Frau Öopf, Frau Schnei der, nochniats vorgerufen. -— Bors.: Ihre Tochter ist an Tuku-l kulote gcNorben? — Zgn.: Jawohl. - Vors.: Wann hat sich der Atziang der -tnberknlose gezeigt/ — Zgn.: Kurz vor dem Tode. 7 /-"'or,.: Hat sie vorher keine Beschwerden gehabt, — Zgn : ?! cn V 7' . , cl • -vaben Sie sich Gedanken darüber geniacht, woher die Tuberkulose Ihrer Tochter gewninien ist? — Zgn,: Jatvobl, zzch bin der selten Ueberzeugimg, daß Öops ihr die Tuberkutosebazillen beigebracht tat, er hatte solche in einem Reagenzglas - Angelt.: Das ist nlchr^ wahr, ich habe ihr keine Tuberkutosebazillen beigebracht. Es itt auch nicht richtig, Ivas gestern gesagt morden ist, daß »leine oran stets krank geworden fei, wenn sie hei mir loar, und bei ihren Ettern schnell wieder gesund wurde. Die nächste Zeugin Frau Wülz lvar als Answartefrau hei Hohl ,n N,ed>-rhöchstadt, Sie hat mehriach beobachtet, daß ,öovi ettras in den sür seine Frau bestimmten Tee geschüttet Hai»-, Jedesmal, wenn Frau Hopf von diesem Tee getrunken habe, hätle tte lehr starkes Erbrechen belomuuni. Als die Zeugin von Frau Schneider hörte, daß^ Öopf seine Frau versichern wolle, habe sie gleich getagt: Nun ist das Rätsel ja gelöst! Tie Zeugin lmt zn den Gerüchten, datz ,öopi seiner Frau iöjjt gegeben habe, beige tragen, Öopi hat sie deshalb weaen Beleihianna verklaat und sie wurde aucki zu 30 Mk, Geldstrafe ve>-urteilt, weil ihr der Wabr deiisbkwei« Nicht gelungen war. Sie bekundete weiter, sie habe d>- —'Cutter der Frau Hopf, die Zeugin Schneider, durch einen Brief vor Hop, gewann, — Der Angeklagte erklärt, datz er möglicherweise etwas in d e-n Tee gesckiüttet habe, er erinnere sich des Vorfalles aber nicht: wenn er es getan I-abe, habe es jich um ein homöopathisches Mittel oder um Zucker gehandelt. Kanimann ^eeger, der zweite Mann der zueejten Frau des Angcllagten, belundet, daß er seine Frau im Jadre >909 ge heiratet habe: sie habe geiund und blühend auSgesehen und fei im Jahre 1911 an Lungenschwindsucht gestorben, Der .Vcrsall t*i T5rau ici ouBecorbiiitlid) schnell Vor )t* geangen: in beit Lungttl habe sich eine jo riesige Menge Von Tuber kelb a z i l Ic » vorgemnden. bafs die Krankenbansärzte sagten, es wäre ihnen IN ihrer iabrzehntklangen Praxis kein solcher Fall vorgekommcn, Auch in dein Hirn unseres mit >4 Monate» verstorbenen Kinde» t'iirtfii viele Tnbcrkelbazillcn gesunden. Der Zeuge Hack», Lebensversicherungsagent, der die Lebensversicherung sür die zweite Frau abgeschlossen bot, kann nichts eesentlicheS bekunden, Eilendahnfektetär Haiunk, der Aachbar de» Angeklagten in Medcrhöchstadt bekundet, das, man in Niederhöcbstadt die größten Anstrengungen gemacht h>'be, um die Frau Hops» au» dessen Wohnung zu entfernen. Auch dieser Zeuge ist von Hops wegen Beleidigung verklagt worden, Hoch hat auch zahlreiche Anzeigen gegen den Zeugen bei der Vorgesetzten Tienstbeliörbe deq Zeugen erstattet, Weiter äußert der Zeuge noch, daß Hoch ihn, gegenüber einmal geäußert habe: „W en» Sie wüßten, wasich für einer bin, würden Sic vor mir ansshucken!" Serhnackern gegeben — Die National Raiining Co, vlani eine tk 'joBPflung ihres 2 Millionen Dollar betragenden Stamm A tien Kavrtals und infolgedessen eine Verteilung von 100 Prozent Dividende, so daß jeder Akrieninhaber den doppelten Betrag seines Aktienbesitzes, statt de» Jahresgennnnes, erhält, Tie Standart Oil Co, in Kentucty hat ihr Aktienkapital von l Million auf A Dkillionen erhöht und zahlt 200 Dollar pro Aktie Dividende, — Tie llnion Oil Co of California hat die halbjährliche Dividende von 2 Prozent diesmal auöfallen lassen, stellt aber die Wiedevauinahme der Gewinnverteilung im Juli in Aussicht. Das amerikanische Pctrolemngcschäst bringt also viel Geld ein. lNärtte. LiUlbiirq a. b. Lahn, li. Ja». Feil ch! markt, Durch» schnlltsvrels vro Malter, Roler Weizen lßlassainseber) l',.70 Mk„ weisirr Weizen lanaebaule stremdsorleni 15,20 "if, Korn 11,50 < D!t„ Gerste ' ?niller) 9,00 Mk„ Braugerste 10,60 Mk„ Hafer 7,75—0,00 Alk. Crbseu 0,00 Mk„ Korlosfeln 0,00- 0,00 Mk Oiad» einer kurzen Pauie w^rdc dir Hebamme Brumni ver- nourmcn, Die Zeugin ist damals einige Tage nadi der Geburt des etwas schwächlichen, aber gesunden Kindes an Mandelentzündung erkrankt: als sie nach sünz Tagen wieder zu Hopf gerufen wurde, war da» Kind krank, nadl ihrer Ansicht an Luitröhren entzündung. Nach dem Tode de» Kleine» hatte inan den Eindruck, als ob es au Erstickung gestorben sei. Der Angeklagle hat ihr! »vigkworsen. sic hätte da» Kind angestcckt, das fei aber nicht der Fall gewesen, Kendarmeriewachlmeister Bannt ann bekundet, daß in Niedeihöchstadt Gerüchte gegangen seien, die Frau Hopss sei keines natürlichen Todes gestorben, Ter behandelnde Arzt Dr, Fortmaun rcklärte da-- als Weibcrklattch und au» diesem Grunds habe der Staatsanwalt erklär,, er könne den von den Zeugen er betenen Dafibcfcbl nicht erlassen, da der behatidelnde Arzt bekundet habe, daß eine Vergiftung nicht vorlicze. Der nächste Zeuge, Artist S I r a u s;, kennt den Angeklagten Ho»s seit 1907, Als er einmal in Nicderbödntadt war, hat ihm der Angeklagte vorgejammert, daß er Unglück mit seinen Frauen habe: die erste sei gestorben und ebenso ihr Kind, die zweite sei krank geworden, und mm rede mar, er habe sie vergiftet Der Zeuge sagt, Hovs habe damals einen so unglücklichen Eindruck aut ihn gemacht, daß er Mitleid mit ihm hatte und iidj dazu verleiten ließ, die zweite Frau des Angeklagten bei der Siagtsanwaltschast in Wies- baden wegen Meineids anznklage», wa» ihm heute sehr leid int, Tie Zeugin Hebamme Henrichs sagt au», ihr Bruder sei eine Zeitlang bei Hopf in Stellung getveien nnd daduriki habe sie Hops kennen gelernt Sie habe ein schwcrlrankes Kind gehabt und der Angeklagte habe ihr einmal gesagt, der Arzt müßte eigentlich dem Kind etwas geben, damit es nicht so zu leiden brauche und sterben könne. Tie Zeugin war darüber sehr erschreckt nnd hat Hops gesagt, cs könnte das herauskomnien. Der Angeklagte hat aber erklärt, es käme nichts heraus, tocnn nia» ein im Körper nickt tackweisbarcs Gift verwende. Die Zeugin habe ihm aber -rklärt, sie würde derqleicl>en nicht tu», weil da» strafbar märe. Etz folgen nun die ärztlichen Gutachten über die Krankheit der zweiten Frau de» Hops, die im wesentlichen nichts Neues ergeben. Hierauf wurde die Sitzung aus morgen vertagt, »» 1 11 ■ «• »■ , '■ - vermischte». ' O pser des Winters, Aus Merl a, d, Mosel wird gemeldet: Beim Ctslause» brachen gestern fünf Schulknaben ein. Ein Winzer rettete vier, darunter sein eigene»' Kind, Der fünfte Knabe konnte nur als Leiche geborgen werden * X ii r d> einen Dammbrnch der schwarzen Elster sind nach einer Meldung ans Halle großc^Teile der Oberiörsterci Annabnrz überschwemmt worden. Der Schaden an Wildbestand »nd Kulturen ist groß, * Das Schloß A a l h o l n, aus der Insel Laaland ist gestern abc-nd durd> Brand zum Teil zerstört nwrden. Das Schloß gilt als das älteste Bauwerk Dänemarks und ist Eigentum des Grafen Rabeir-Leotzau, "Gescheitert, Aus fl) amouth (Neuschottlaud,, 14, Jan . wild gemeldet: Der Damvier „C obeg UI d" wurde am den Trinito-Ktipven gesichtet. Als der Nebel sich lichtete, nmrdc bc- änerkt, daß der größte Teil des Schisssrumpfcs über da» Wasser hinaustagt, Sturzwellen überslizzen den DdNlvscr, io daß Teile der Schisssladnng an Land getrieben wurden. Alle ans dem Tampicr lesindlichcn Personen wurden hierher gebracht. XHmdef. — Amerikanische P c tr o > c u m - Ge s c l l s chaste n, AlS Folge der Uebernahmc der Gcneral-Petroleumgesellschast durd> ein brittisches Syndikat mit dem Schiffseigner Andrew Weil an der Spitze, wird fernerhin kalisornisches Petroleum sür größere englische Handclssahrzcugr als FeuerungSmacerial Ber Wendung finden. Denn nnc jetzt bekannt wird, gehört der Chef der großen Belsaster SchissSbaugesellschait, Harland n, Woli, ebenfalls dem Syndikat an, welcher angeblich die Errichämiq einer großen Werst an der Küste von Kalifornien plant, um dort Tiesel-Moiorbovte sür den amerikanischen Küstentransvorl zu bauen — Die Ohio Oil Comp, hat außer der regelmäßigen viertel jährlichen Dividende von 1,25 Dollar die Akne eine Ertra Dioi dende von 6,75 Dollar pro Aktte an ihre 5200 ßkknonäic a!1 Amtlicher Wetterbericht. Oefsentlichcr Wetterdienst, Gießen, Wetteransiichten in Heilen am Freitaa, de» 18, Jan, 1914: Ro4> vorwiegend trocken, keine Zunahme des Frostes, nordöstliche Winde Letzte Nachrichten. E r st c Kammer und L c h r e r g e h ä l l e r, rb, Darmstadt, 15, Jan, Tic Erste Kammer hielt gestern eine vertranliciie Sitzung ab, in der die B e i o l d n n g s - r c i o r m cinaebend berate» wurde. In der zunächst unverbindlichen Ansivrackie ging die allgemeine Stimmung dahin, daß der von der Zw e it e n Ka m m er über d i e R c gi e r u n g » v o r- läge hinaus beschlossenen Erhöhung der L eh r e r - oehältcr nicht zngestimmt werden könnte. Während die Sätze des Provisoriums der beiden Borjabre eine llvrazentige Gehaltserhöhung für die Bollsschullebrer porsclie», sollten die Sätze nads de> Regicrungsvotlage lekonntlich um 14 Prozcn! erhöht ,ver- den. Die Zweite Kammer hatte aber kinstimmia eine Gehaltserhöhung von 18 Proz, beschlossen, wodurch bekanntlidi eine zunächst nod> ungedeckte Mehrausgabe von 18000', Mk, entstehen wird. Ob es nröglid» sein wird, die ausecnandergehcnden Anschauungen zwi- schen beiden Ständekammern auszugleichen, erscheint fraglich. Parlamentarischer A b e » d in Dar in st a d t, rb, T armsladt, 15, Ja», Dem gestern im Ständebause ab- gehalrcnen P a r l a »l c n t» a b e n d . dein ersten des Kämmer- dräsidcilten Köhler, wohnten auch der Großhcrzog und 20 Mitglieder der Ersten Kammer, drei Minister und zahlreiche andere Regierungsvertretrr bei. Zu Beginn des Abends fand im Sitzungssaal« ein höchst interessanter Vortrag des lßcheimrateS Professor M ü »ch statt, der rcids mit praltischen Vorführungen und Erläuterungen gewürzt war und ein ganz besonderes Interesse dadurch erhielt, daß durch einen vor dem Präiidcnteniische ausgestellten Avvarat von dev, ans Berlin herveigekusenen Herrn Betz von der Tclefunlengrseftschaft eine große Anzahl drahlloscr Telegramme au» Nauen, ßlvrddcicv, England und Frankreich ausgenommen nnd vcrlejrn wurde, Ter Großherzoq weilte bis nach 1 Uhr unter den Gästen, Das Hanvlgesprächsthema bildete im Laute des Abends Beratung und Stellungnahme der Ersten Kammer zur Frage der L e h r c r g c h ä 1 t c r. Ein Welfenprotest, Berlin, 15. Jan, Die fünf deutsch-hannoverschen Bei chs t a gsa b g eo r d n e t e n erlassen gegen Herrn v, Bethmann-Hollweg eine Erklärung, in der es heißt: Kein Mitglied de» Königshauses hat seine Ansprüche aui Hannover vrcisgegebcn, weder direkt, »och indirekt. Die Welfenpartci habe sich sür die Betätigung ihres Pactcivro- qramms niemals aut den Willen des Herzog» von Braunjchwcig berufen und werde für ihr Ziel weiter kämpfen. Zu dieser Erklärung schreibt die „Boss. Zeitung": Die wclssscheu Reichstagsabgcordneten irren: In dem Briese de» Herzogs von Braunidnoeig an den Reichskanzler vom 20, April" ror, Jahres heißt cs ausdrücklich, daß er nichts tun »ns nichts unterstützen werde, lvas daraus gerichtet ist, dcil derzeitigen Besitzstand Preußens zu gejährden. Der welsische Protest gegen den Reichsianzler ist mehr Worte- als inhaltsreich, Deutsche Schisse i nt Hasen von Shrakns, Roni, 15, Jan, Der Besuch des deutschen großen Kreuzers „Go eben" im Hasen von Syrakus, wo gegenwärtig auch der deutsche Kreuzer „Hansa" vor Anker liegt, gestaltete sich zu einer sehr herzlichen dciftsch-italienischcn Freundschaftskundgebung, Die türkische M a r i n e, K » n st a n t i n o p e l, 15, Jan, Von msormic der Seite wird bcrjichkd, daß die Nachricht von dem Ankans de» Schlacht-- sch iss cs „San Marco" durch die Türkei trotz des italienischen Tenirntis zutrefsc. Tie Türkei habe außerdem drei Kreuzer, vier Torpcdobootszerstörer nnd den chi- lenischcn Trpadnought „Almirante Ehorane" angekanst. Sarah Bernhardt, Paris, 15 Jan Sarah Bernhardt Hai das Ritterkreuz der Ehrenlegion erhalten. Oberst Labrador begnadigt, Madrid, 15, Ja», Ter König begnadigte den zu sechs Monaten Arrest verurteilten Oberst Labrador, der sich ge weigert halte, als Protestant a» einer von einem Kriegsgericht veranstalteten Messe leilznnehmen, Zn m A ii s b ri! ch de» V u l N » i Saknrascki m a Tokio, 15. Ja» Der Vnttan T a k u r a s ch i m a ist tcilwc u> in sich zuiammengestnrzt, Die Ausbrüche beginne,» uachznlassen. Bei de,» er,len Ausbruch de» Vulkan» aut der Insel Saknraschima, d,-i seil 1A> Jahren untätig gewesen war, veranlaßten die Behörde» die Bevölkerung, die S.ädt Käloschima zu verlassen. Es wurden Trnpvcn auigeholcn. Ein Flüchtling, der nach Nagasaki kam, er zählte, daß er in Kogoschima über 200 Ezschütteruiige» gezählt habe. Bei Beginn des Ausbrudis stiegen die Rand,- und Flammen- säiilen aus verschiedenen Teilen des Berges auf. Vierzig Minulen später begann die Ernznion vom Bccggivsel, Die osttnärt» liegenden Häuser wurden zuerst von, Feuer crgriiicn, da» sich schnell a„» breitcte. Die Einwobner drängten ans User, Die Polizei begab sich in Boote» zu den Rettungsarbeiten, Tie Hitze Ivar sehr stark, sic wurde selbst in Kagoiänma gespürt, wo der Himmel durch die Rauch Massen des Vulkans „nd durch den Rauch der brenncndcn Häuser „nd Wälder verdunkelt wurde. Das Marineanit hostt, durdi die entsandten Kkiegsschiiie eine sunkcntclegraphische Verbindung herzu stellen. Die Erschütterung wurde in der ganzen Provinz Kiuschin gespürt. Die Stadt Nagasali, obwohl 180 Kilometer cntsernl, i, mit seinem Staub vulkanischer Asche bedeckt worden, Ter Gouvr, nenr von Mijazatt (Ostküste) lelegraphicr!, daß die Stadl mit Asche bedeckt ist. Für jedes Aller iß Scotts Eniulston zzträglich, sie iä kciniäweaä nur e,a zünderkräälgunasmittcl. Auck Erwachse,» nebmeu sie u»u demjeiben Autzen zur allgemeinen Stärlun» eo(t& €muijion Wiederanffrischung. CcoitS (Emulsion ist ohne Echwieriakeit zu nehmen und so leicht verdaulich, daft sie auch von Personen mit schwachem Magen gut verirogen loird. 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Eintritt frei. — Zn recht zahlreichen» Besuch laden ein Ter (Gemeinde Jranenverein. Z-r. (5. Höhlbaum. Die ^rtsaruvve des Älla. Deutschen Araucnverelns. Kr. Minna Naumann._ Äenstlili, 20. Zrniim. 8'/> Uhr, i» öcr neuen Sink Vertrag des Herrn Regierungsrat I.angermann : „Die Reichsversicberungs- Ordnung und ihre Bedeutung für die Hausfrau“. Eintritt frei.* Alle Hausfrauen herzlich willkommen. Die Gießencr Franenvereine. ?!> mm i Montag, den 19. Januar, abends 8 >/. Uhr, im Tante des Hotel Einhorn Oeffentlioher Vortrag mit Diskussion über Kirchentum ii.Vollcsbedürfisisae von Herrn Tr. I. Schiller, Frankfurt an, Main. Eintritt frei! 73711 Der Vorstand. -suulug. 18. Online, 8 1 , Uhr, in Steins Saiten: ReiGhsgrOndungsfeier. Unter gütiger Mitwirkung v. Frl.l.LtammIei'fGcsäiig^ Herrn J.Hahn(jtTaoiex) u. b. BauerschenGesangverein. Festrede: Frhr. v. Vietinghoii-Scheel: „Der Täter LatenfreuSigkeit uni) unsere Datenslhen" Eintritt 40 Pfg. 509D Mitglieder 20 Pfg. Veranstaltet vom Alldeutschen 'Verband. Natnrheilverein Gießen Freitag, den 10 . Tianuar, abends S l /j Uhr, findet im Saale des Hotel Schütr ein G97D Oeffentlichev Vortrag des Herrn Paul Schirrmeister aus Berlin iVorntzcnder des Deutsche» Bundes der Vereins lür naiurgemiiße Lebens- und Heilwcilet statt über vlutentmischung und Nervrnerschöpsung Cr tu tritt für 'K ichtmital. 40 für Mitglieder 20 Pia. Me Gieß« Wnii ! 9 il, Heute, den 15. Januar 1914, abends S 33 Uhr, in Steins Garten 601 Sein Wcinzwang mit nachjoigend. rlictunchen Tanzseit. (Herren sind natürlich niitzubringenj unter Mitwirkung hiesiaer und aubivnr- liaer starnevalisten. «intritt leinschließlich Tanzst an der Kaste Mk. I.—, im Barverkaui Mk. —.80. Zu basten in den Zigarren- geschähen Dodt, Plockitr. und Marti l, Locb, Habnboinr.. Scharmann, Linden »iast.^ Saiiercase, Kaiser-Allee, A. Salomo» t Cie., Schutstrahe. _Der Vorstand. Oie Herrin ries is Das Riesenfilmwunder (über 3000 Mitwirkende), Hersteilungskosten ‘/, Million Mark, ab Samstag im LICHT-SPIEL-HAUS Bahnhofstraße 34 7G6a Billetts können vorbestellt werden 5li Michel-Brikets anerkannt beste Ji^arke. Jahresproduktion 1914 15: 125000 DW. Weier: Eugen Braun, Cassel, Tcieptmn 1 fr. 4033 Zum Krokodil Areitag. 16. Januar: 753 Metzelsuppe Icrgcns Vclißcisl!, mit kraut Samstan, den 17. ds. Mts. ^ % * Grotzes Schlacht- und Borkbierscft verbunden mit ^ .. °‘ 8 Kappeilsihllug, Konzert u. Humorist. Vorträgen Zurinek. ^ana-Göns ldirekt am Bahnhofs. __ Sflcf Freitag:* «Ion 10. il. 111t«. filetjelfuppe Morgens Mel!fleisch mit Girant. (r^17 Vtlbölm riamrns. ^ 8688111,11138 Sclunuckkifolclieii OisUen A«? 8 m SELTERSWEG ©J Von Dienstag:, «Ion 13. Januar ab M Sieiisjatioiis-B®r«»j5rianim Jo«le X«immer ein srosser Schlager !! Ufodepiie Keiter'eii Hervorragende Sportaufnahme. Orosscr Schiafter! ll)ie Goldsucher Spannendes, interessantes Drama in 2 Akten. Bubi u. der lebende Ptlanuequin Hoehkomi.sche Szene. Gespielt von unserm Liebling, dem kleinen Hähriges Wilij. Wochenübersicht des üaiontheaters Neuestes aus aller Welt! Mode, Sport usw. Oroswer 5Ionoii»oI-Sehlager! Mit Erst auf führungsrecht für Giessen! Frou-Frou! Aufsehenerregendes Sitten-Drama in 5 Akten! Gespielt von den besten Künstlern. In der Hauptrolle die berühmte Hedda Vernon und der beliebte Künstler Hago Flink. Dieses Drama wurde nur in Großstädten in den grössten Theatern vorgeführt und erregte überall das grösste Aufsehen. Versäume daher niemand, sich dieses Drama anzusehen. Leber* & 2 m Lefeere Kinzig dastehendes Drama in 1 Akt. DasGeh8imnisdesHausesNr.69 Entzückende Komödie. Lachen ohne Ende. Grosser Schlager! Unter Vulkanen Amerikanisches Offiziers-Drama in 2 Akten! Szenen entrollen sich vor unseren Augen in diesem Drama, wie man sie selten schaut. Die Verschwörung gegen den Presidenten der Republik, die Entdeckung der Verschwörer, die Erschiessung der Offiziere und noch verschiedene aufsehenerregende Momente stempeln dieses Sujet zu einem Schlager allererst. Uang. 779a Die Direktion. Von honte, «len 15. Januar ab: Künstlerische Musikbegleitung C. A. Hartmann vormals Otto Rathschlag Fernruf 2064 Seltersweg 81V,. Aussteuerhaus Wasche-, Betten-und Steppdecken-Fabrik Neuwäscherei ISS Licht- und Kraft-Anlage in Marburg Haupt-Katalog und Muster stehen .. gerne zu Diensten 24a Giessener Konzert-Verein. 6. Konzert. Sonntag, 18. Januar 1014, nachm. 5>/ t Uhr, in der neuen Aula A. Erler-^Schnaudt Kammersängerin aus München (Alt) Professor PI, Kiefer Cello-Virtuos aus Berlin 083B . Lieder von Prahms, Franz Schubert, Wolf u. a. Cellosoli von Bach, Chopin, Dvorak, Schlemüller; Schumann Konzert A-moll. ro£Taimn: F’intrittel'orfnn zu Mk. 5.—. 4.—. 3.—. 2.50. Stiraentenkarten Mk. 1.—. sind bei J HiMwU u II EHNST OHALLTER, Musikalienhdlg. 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Unter Bezugnahme aus vorstehende Bekanntmachum lade ich die Mitglieder unseres Vereins zmn zahlreiche)' Besuche der ordenilichcn Milgliederversanimlmig ein. Gießen, den I». Januar 1914. Der Vorsitzende des tandw. Bezirksvcreiiis. Br. Üfinget.