HUt Ter tfiieB«iöebe»itich 8ietzev«r,iiMllftnbIätt«r: z>veunatwöchenil.Xreik- »talt »urden Kreis Kietz«» (Tieiislag und Freitag): liiuttmal monnt!. Cops- wirtschastliche Ziitsrag«» Ferutyrech - Anschlüße: fiir die Sie&nfnou 112, Verlag ». Expedition LI Adresse fiir Deveschcn: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen lür die Tagesnuinmer bis vormittags 8 Uhr. Erstes Blatt m. Jahrgang Mittwoch. 14. Januar 1914 General-Anzeiger für Oberhessen Rotationsdrud und Verlag der vrühl'schen Unio.-Vuch- und §tei»dnl-cskalcn»cr aus -cm Jahre 1814. 14. Januar: Preußische Truppen erobern Nancy in Loth,. parlamentarische Nachklänge aus Zabern. Herr ». Bethmann-Hollwcq hat ani gestrigen Dienstag im preußischen Ab geordneten Hause zweimal Gelegenheit ge- nominen, das Wort zu ergreife». Zuerst antwortete er auf eine konscrvatipe Etatrede, indem er die Steuerpolitik des Reiches ausführlich rechlfertigte, ivobei er wenig neues zu sagen vermochte, dann aber gab er bedeutsame Erklärungen ab auf Ausführungen, die der uatioualliberale Abg. Dr. Röchling gemacht hatte. Es handelte sich um die Zaberner Vorfälle und um die braunschweigische Sache. Wa» Zabern anlanqt, so hatte Röchling der Reichs lei tmig vorgehalteu, daß sie dem fast grundsätzlichen Gegenrinauderarbeiten von Zivil und Militär nicht mit der nötigen Schnelligkeit ab- geholfen. Herr v. Bethmann-Hollweg erwiderte, er bitte, die Kompetenzen nicht zu verschieben: was als Reichskanzler seine Pflicht sei, darüber brauche er im Abgeordnetenhaus«: nicht Rede zu stehen. Aber dann ging er doch mif die Sache ein, indeur er u. a. aussührte: Ich habe niich im Reichstage, als ich die Zaberner Angelegen- beit darstellte, bezüglich der Vorgänge vom 2b. November gut die Meldungen des Militärs g c st ü tz t und danach die Situation geschildert. Ich habe ausgesührt, das; das Militär zum Einschreiten geokmmen ist, weil es der Ansicht war, daß das Zivil versagt habe. Ich 'habe weiter lunzugesügt, die Z i v i l b e h ö rd e n widersprechen dieser Aussassung des Militärs anfs allerent- schiedcnste. Wer von beiden recht hat, weis, ich nicht, und werde ich vielleicht a u eh niemals wissen können. (Lärm links lind im Zentrum.! Bitte, lassen Sie mich ausreden. Nun sagt der Vorredner, dg» wäre eine Stellung, die eines Staatsmannes unwürdig wäre. (Widerspruch des Tr. Röchling.) Ja, meine Herren, hoben Sie denn gemutzt nicht der Herr Vorredner, aber seine Parteifreunde in, Reichstag, die sich beteiligt haben, ich ineine an dem Votum (Heiterkeit- —, ob das Militär oder das Zivi! in seiner Aufiossuilg im Recht war? Haben Sie nicht die Verhandlungen in Straßburg gelesenV Zustimmung rechts.) Haben Sie nicht deii Eindruck gehabt, datz manche Leute, die damals meinten, das Militär bat Unrecht, setzt eines Besseren belehrt worden sind? Es ist selbstverständlich, (datz die Vorgänge in Elsaß-Lothringen eine sehr ernste Sorge der Reicksregittnng bilden,, »nd daß es eine sehr ernste Sorge der RcgiertMg ist, Ivie solchen Vorfällen für die Ziikiliift zu steuern ist. (Lebhafter Beifall rechts.) Man darf demgegenüber immer wieder daraus Hinweisen, daß das erste Unheil in Zabern dadurch entstanden ist, daß man nicht schnell genug der berechtigten Mißstiminuiig der Bevölterung durch eine notwendige Maßregelung des'schuldigen Leutnants Einhalt getan hat. Darauf ist desto deutlicher gestern vom Staatssekretär Zorn v. Bulach in der elsatz-lothringisckfen Kammer hing-wiesen worden. Aus seiner Regierungserklärung leuchten doch andere Auffassungen hindurch als diejenigen, ans Grund deren das militärgerichtliche Urteil gefällt worden ist. Wir verweisen ans den ausführlichen nachsrehendcn Bericht. Herr v.Bethmann-Hollweg wird nicht darüber hinwegkommen, entscheidend und wirksam Stellung zu nehmen, wenn er auch erklärt hat, er ioerde „vielleicht nie wissen, welche Auffassung die richtige war." Er muß sich doch entschließen, nach der einen oder der anderen Richtung den Kurs zu lenken, und wie notivendig es ist, daß schleunig st eine üb er ein st im ni en d e Aussassung bei Militär und Zivil hcrbeigeführt werde, das beioeisen die heute noch ziemlich osscn äuseinandcrgelwndcn Standpunkte der in Straßburg maßgebenden Autoritäten. 'Aus der einen Seite heißt es, das Zaberner Volk sei friedlich und untadelig, auf der anderen erklärt nian, cs wimmele von Hetzern und Militärfeinden. Tie Verdächtigung der Zaberner Postbchörde hat sich, wie bereits mitgeteilt wurde, als unbegründet erwiesen. Zabern im elsaß-lothr. Landtag. Straßburg; 13. Jan. Bei dichtbesctztcn Tribünen verhandelte die Zweite Kam- ni e r des elsaß-lothringischen Landtags heute nachmittag über die von allen Parteien cingebrackitcn Anfragen belr. Zabern. Abg. Knövsler führte zur Begründung aus, es bestehe in Deutschland eine allmächnge Militärpartei, die mit allen Mitteln eine friedliche und ruhige Entwicklung in Elsaß Lothringen zu verhindern suche. Zum Schluß brachte der Redner einen Beschluß des Za- bcrucr Gemeind er ats zur Kenntnis des Inhalts: Der Gemeindcrat in außerordentlicher Sitzung vom 12. Januar 1814 svricht dem Krcisdirektor Mahl d,'» Dank der B e v ö l k e rnng für sein entschlossenes und maßvolles und den Verhältnissen entsprechendes Verhallen aus. Er stellt ausdrücklich fest, daß die berechtigte Erregung der Bevölkerung verursacht wurde dadurch, daß eine hinreichende rasche Sühne für die Beleidigung, wie sie Leutnant von Forstner getan hat, nicht gegeben wurde. Das Eingreifen des Militärs war ungerechtfertigt und unberechtigt. Vordem haben keine Ausläpfe stattgcfundcn. Nur der guten Haltung der Zivilbevölkerung ist es zu danken, daß nicht geschossen wurde. (Lebhafter Beisall.) Nachdem verschiedene andere Abgeordnete gesprochen hatten, gab Staatssekretär Freiherr Zorn von Bulach namens der Regierung eine umfangreiche Erklärung ab, in welcher er zunächst daran erinnerte, wie seinerzeit unbedachte Worte eines jungen Ossiziers, der sich die Tragweite seiner nicht für die Oessentlichkeit bestimmten Aenßenmgcn zunächst wohl kaum bewußt gewesen sei, bei der Bevölkerung aber eine starke Erregung erzeugt batte und wie diese durch die leidenschaftliche Sprache eines Teils der Presse noch erhöht wurde. Irrtümlicherweise habe die Bevölkerung damals angenommen, Kaß jene beleidigenden Aeußerungen ohne Sühne bleiben werden. Ter Staats- sckretär gilt dann die Entwicklungsphasen der bekannten Vorgänge in Zabern i» kurze» Worten wieder und stellt lest, datz im ersten Stadium in Heu Tagen voni 8. bis tt. November tälliebr Beleidigungen »der grobe Ausschreitungen nicht zu verzeichnen waren: daß damals nach Offizieren Steine geworfen wurden, sei der Regierung nicht genieldet gewesen, und erst jctzr durch die kriegsgerichtliche Verhandlung er wie« s e n worden. Tie Zaberner Zioilbebürdcn hätten damals seitens der Regierung die strenge Weisung erhallen, unter allen Umständen mit den zur Derffigung stehenden Wvlizeikräiren für di« Anfrechterhaltung non Ruhe und Ordnung zu sorgen, da» Militär gegen Beleidigungen zu schützen und im Notfälle die bewaffnete Macht zu reguiricrc«, wie es gesetzlich vorgesehen ist. Tic Regierung sei in dem^ erste,, Stadium der bedauerlichen Vorgänge einer Situation gcgenübcrgestandcn, die ein direktes Einschreiten ihrerseits, soweit es sich nicht um die Unterdrückung der Unruhe handelte, ausschloß. Daß der Lcutimnt von F-orstncr die Bevölkerung Elsaß-Lothringens habe beleidigen wollen, wurde von dem Generalkommando durch öffentlich' Erklärung in der Presse in ?lbredc gestellt. Jrn übrgien stand der Leutnant unter der Disziplinargewalt seiner Vorgesetzten bezw. unter der Militärgerichtsbarkeit, und dieser allein fiel die Windung einer etwaiger» Verfehlung des Offiziers zu. Jede Eirrmischung dm; Regierung in diese Angelegenlieit roürde daher als ein unberechtigtes Eingreifen in das militärische Komvetenzgebiet zurückgewicscn worden sein. — Tic Regierung sei damals der Behauptung entgcgengetreten- daß die Zroilbchörderr versagt hätten. Auch der Anklagevertretev in dem triegsgcricbtlichen Verfahren geizen Oberst von Reuter Hab« die damaligen Maßgaben des Krcisdirektors als genügend anerkannt, unter der Voraussetzung srcilich, daß eine Kontrolle über die Polizeiorgane dahin auszuübrn war, ob sie auch itrre Pflicht täten. Tcharsvcrurteillcder Staatssekretär, daß ein Teil der Bevölkerung in Zabern, auch wenn sie sich beleidigt glaubte, zu lärmenden Straßenkundgebungcn und unflätige» Beschlmpfiinge» von Offizieren habe Hinreißen lassen. Dem Ansehen und der Pslicht der Bevölkerung würde es ent- sprvckien haben, wenn sie den össenllickren Aussor deiungcn des Bürgermeisters und des Kreisdirektors ge- solgt wären, welch' wiederholt vor Ruhestörungen genügend ge warnt haben. Die Frage, ob ein sofortiges Eing reisen der milriärischn Vorgesetzten durch Beurlaubung oderVer setzung dcs Lculnants ». Forstner nicht am wirksamsten zur Beruhigung gesübrt hotte, ist durch dicZivilbehör den nidii ju entscheiden gewesen. Ter Staatssekretär stellt dann fest, daß die Durchsührung weilerer Maßnahmen nach den Vorgängen am 28. und 21). November bis zum Abschluß des anhängigen kriegsgerichtlickvrr VerfabrcnS, dein die Feststellung der Veraurworllrchkeit gesetzlich in erster Linie zusiel, bätlen zu- rückgcstellt werden müssen. In weiteren Beziehungen nähere Auskunft zu geben, sei die Regierung nicht in der Lage. Inznfischen habe das Kricgsgerich gesprochen lind diese Entscheidung — auch wenn sie noch nicht rechtskräftig sei — habe die Regierung wie jeden Rechtsspruch zu achten. Die Regierung hall: es indessen für_ ihre Pslicht, hei diesem Anlaß ausdrücklich zu konstatieren, daß in Zabern MilitärundBürgerschait stets in gutem Einvernehmen lebten, Militär- »nt Jivilbehördcn srenndliche Beziehungen untcrbielten und daß die wörtlich»:» Beschimpfungen sich ursprünglich nur gegen Leutnant v. Forstner richteten. Durch die eingeleitete Untersuchung würde sestzustellen sein, ob aus Seilen der lokalen Zivilorgane Unterlassungen oder Verfehlungen vorgekommen sind. Tic Annahme, daß eine Abneigung gegen das Militär selbst die Triebfeder der Demonstrationeil gebildet liabe, müsse mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen werden, ebenso müsse die Regierung — gewiß int Sinne der großen Mehrheit der Bevölkerung — jeden Versuch, aus den bedauerlichen Vor- falten in Zabern AngriffSvunkie gegen die Armee zu konstatieren und diese für die einzelnen Vorkommnisse verauttvortlicki zu machen, als irreleitend brandmarken." Die -Armee ist der Fels, auf der die Macht und die Größe des Reiches ruht, und lver an ihr rüttelt, vergeht sich gegen das Vaterland und dessen Sickierheit. * Berlin, 14; . Jan. Die sozialdemokratische ReichStagsfraktion hat eine Anfrage eingebracht dahingehend, was der Reichskanzler zu tun gedenke gegen die „gesetzwidrigen Uebergrisse der Militärgewalt". Deutsche» Reich. Aus d e ni Preußischen Abgeordnetenhaus. Die n at ionallil> eralc Fraktion des Abgeordnclcn- häuses hat folgende Anträge gestellt: 1. Dom Jahre 1915 ab erhöhte Mittet in den Landwirtschaftsetat einzustellen, um in systematischer Weise und wirksamer, als bisher, den Gemüse- und Obstbau zu fördern: 2. im Interesse der Erhaltung des Bauernstandes mit tunlichster Beschleunigung eine Zusammenstellung der Verschiebungen vorzunehmen, die sich in den letzten Jahrzehnten, mindestens aber seit der Gerne rbozählnng von 1895 in der Zusammensetzung des bäuer- lichen Grundbesitzes und der ländlichen Wirtschaftsbctricbc, sowie in der Zahl und Zusammensetzung der Bevölkerung ergeben haben: 3, schleunigst die Verstaatlichung der Bureaus der Laudratsämter in die Wege zu leiten; 4. für die Wahlen zuw Abgevrdnetenhause die geheime Stimmabgabe und die direkte Wahl einzuführcn unter Beibehaltung des Systems eines abgestnften, plutokratische Auswüchse vermeidenden Wahlrechts und unter Beseitigung der Bestimmungen des Gesetzes vom 29, Juni 1893, die den Grundsatz der Bemessung des Wahlrechts nach der Steuerlcistnng im Gcmeindebczirk Das Schicksal der Lntl»erschätze in Halle. Verkauf der SNa r i e nb ib l iothek, (db) Ans Halle a. S. wird uns geschrieben: Tine der bedeutendsten und Ivertvollsten theologischen Bibliotheten Deutschlands, die Marienbiblwthek zn Halle, von der die Oessenttichkeit und die Wissenschaft bisher nur wenig Vorteil hatte, soll nunmehr verkauft werden. Voraussichtlich wird sie, zum größten Teil wenigstens, in den Besitz der Stadt Halle übergehen, die die loertvollcn Schätze dann der Oeffentlichkeil zugänglich machen wird. Die Marienbiblwthek wurde 1557 von Boltius „zur Befestigung der Geistlichen in der neuen Lehre" gegründet. Sie umfaßt ettva Ri lXX! Wände. Darunter besiichemsich Hunderte von Druckcm auS dem 1(>. und aus dem 17. Jalychundert, von denen einzelne viele Tausende wert sind. Das Glanzsnuk der Bibliothek ist eine aus säst 30V Stücken bestehende Reformatoren -Schriststück- sammlung, die nmsangreichste Handschriftensammlung Luther» und seiner Mitreiorniawrcn. In dieser Sammlung finden sich tzAaniffkripte, die für die Lehre Luther» von grundlegen der Bedeutung sind und die heute vieliach al» versckwllen gelten. Die Bibliothek enthält weiter alle Erstausgaben der Lulln-richm Schriften, die sogenaintten Autvgravhen, die noch unter Luther» -Ilusffcht selbst in Truck gegangen sind. Ebenso fast vollständig die Schriften der Mitreformawren, sämtliche in ersten Ausgaben und in alten Origimrlbänden. Tie Oessentlichkeit am meisten interessieren wird die in der Bibliothck enthaltene einzige existierende Original- Totenmaske Luthers. Ti« Totenmaske ist einer lebensgroßen Gestalt Martin Luthers cingcsügl, die in den Räumen der Biblimhck auidcwatirt wird. Tie Gestalt, deren Gesicht und deren Hände aus Wackw geformt sind, sitzt im Talar au einem Tisck,, vor sich eine mir Randbemerkungen versehene alte Bibel, deren Druck im Jahre 1534 von Hans Lusft, dem ersten Bibeldrucker, angeseriigt ist uiw die eine eigenhändige Widmung Luther» trägt. Ein betannter Pastor sagt vor der Figur: ES ist, als träfe man den Gottesmann bei feiner Arbeit. Bei einer genaueren Betrachtung erscheinen besonder» charakteristisch die breite, bedeutende Stirn mit der tiefen Furche, die Nase, die Lukas Cranacki genau so gemalr hat, der Mund, umspietl van einem freundlichen Lächeln und da» energische Kinn. Naturgetreu sind alle diese Züge wiedergegcben, weil den Wachsabgüssen, die loir da vor uns haben, jene Givsabdrücke zugrunde gelegt sind, die man von Luther» Leiche nahm, als sie in der Nacht vom 20. zum 21. Februar 1546 in der Sakristei der Marktkirche zu Halle a. 2. lag. Ter große Bildbauee Christian Daniel Rauch nennt nach einer genauen Untersuchung dieses vlastischc Bild „ein in seiner Art plastisches Kmistwcrk". Bon besonderem Interesse sind ihni die Gesichtspartien und die Hände, „zumbl da beide die unverkennbarste» SMreic davon zeigen, daß sie über die Natur geformt sind". Rauch fährt dann fort: „Ebenso augenscheinlich ist es, daß die Wachsmaske das naturgetreue Porträt des D. M. Luther uns rorsühvt." In demselben Sinn äußert sich Rauchs bcrühntter Schüler Ernst Friedrich August Rietschel in Dresden, der Schöpser de» Wonnser Lickhcttdenkmal». Rauch hat, als er die Totenniaske sah, bedmcert, daß sie in der Marienbibliothek so ivenig Beachwng findet. Das Werk solle der Oeffcnt- lichkeit zur Besichfigung übergeben werden. Rauchs Wunsch nfird voraussichtlich bald in Erfüllung gehen. Der Kirchenrat der Mariengcmeinbc zu Halle hat beschlossen, die Bibliothek zu verkaufen, nicht nur, weil er für verschiedene Zwecke nötig Geldmittel brmiwt, sondern auch in der Erkenntnis, daß die Bibliothek, die in den jetzigen Räumen nahezu unbenutzt ist, aus wissenschaftlichen und aus künstlerischen Gründen der Ocssent- lichkeit zugänglich gemacht werden soll. Der Kirchenrat wird die vom Ausland eingehenden Angebote berücksichtigt lassen: wenn es irgendwie angeht, soll die Bibliothek in der Stadt Halle bleiben. Vorläufig hat der Kirchenrat dem Magistrat angeboten, ihm die Bibliothek mit Ausnahme der Luthermaske und einiger ganz besonder» wertvoller Stücke UNI,300 000 Mark zu verkaufen. Tie Bibliothek soll dann im Museum der dlläritzburg oder im Roten Turm untergebracht wctden. Die Totenmaske Luther» bleibt unter allen Umständen in, Besitz der Mariengemeindc, die fiir eine geeignetere Aufflellnng nach dein Verkauf der Bibliothek Sorge tragen wird. F e st s v i e l e d e s R h e i n i s ch e ii 0! o e I h e - B e r e i n s. Aus Düsseldorf, 11Z Januar, wird unS gemeldet: Der Rheinische Gocthe-Derein beschloß in seiner tMitgliederverfammlung zu Düsseldorf unter seinem Vorsitzenden Obervräsidenten Freiherrn von Rheinbaben, die diesjährigen Fesffoiele in der Zeit vom 27. Juni bis 15. Juli in Düsseldorf unter Zugrundelegung eines 2 h a kc sv c are-P rv g ra m m » zn veranstalten. Der Plan, auch JmmarmannS „Andrea» Hoier" und GrabbeS „Ton Juan und Faust" auszuiühren, wurde fallen gelassen, da man sich wenig Erfolg von der Sluiiührung dieser wenig bekannten Werke verivrach. Dafür soll By r o ns „M anfred" gegeben werden. Im übrigen verzeichnet der Tviclvlan „Heinrich IV.", beide Teile, „Macbeth", „Kaufmann von Venedig" und al» Volks-- und 'Schülcrvorstcllung „Was ihr wallt". Die Regie überninimt tviederum ?)! a x l- c u b e , der jetzige Leiter das TeMickvn 2ck>autpielbauses i>; Hamburg, die Hauptrollen werden wie alljährlich, mit bedeutenden Schauspielern kfietzt werden. Für das Jahr 1915 ist eine Anfführuv; von „Faust" unter 2lu>wenduv: großer Mittel vorgesehen. — Eine „Tragödie" von Meyrink und Roda Roda. Ans tzNünchcn, II. Jan., wird uns geschrieben: In Gemeinschaft mit Gustav Meyrink hat Roda Roda allen Ernstes, aber vergeblich nach dem Lorbeer des Dichters gegriffen. Das Produtt dieser doopellcn Vaterschaft kam unter dem Titel „Die u h r" am Rcsidenzthater zur Uraufführung. Auf dem .Hradschiner Turm in Prag haust seit zwanzig Jahren Thomas von Hajek mit seiner Tochrcr Marie. Mit Hilfe eines Sttldenten enträtselt Marie das Geheimnis, das den Vater zum Einsiedler macht: Er hat seine Frau, die ihm nnt seinem Freunde Dobrusky betrog, vom Turm gesttirzt. Zur Sühne hat Dobrusko seinen 'Sohn in Liebe zu Marie erzogen. Als der junge Dobrusky diese Liebe gesteht, nfird rr von seinen! Freunde, der Atarie ebenfalls liebt, voni Turm gestürzt. Diesen spröden, bisweilen tragö- dienhaft starken Kern von Meyrink umranken als Zutaten :Iiodas kecke Witze, die sich schroff an der Hanvtbandlung stoßen. Ter zerrissene, als Ganzes unkünstlerischc Zwfttrr wurde nach dem ersten Akt kühl begrüßt, der Schluß übcrwiegcnd unter Zischen abgelchnt, trotz glänzendster Inszenierung und Darstellung. Ter Regisseur Basil, der für hie Autoren danken wollte, wurde zischend lind lachend empfangen. DasMausolcuindesPrinzeiiLiilu. Aus Paris wird berichtet: Dia ebemalige Kaiserin Eugenic weilte dieser Tage in M a l m a i s o n , NM die kürzlich von ihr angekaustc Liegenschasl zu besichtigen, aus der in der Avenue Marmantel das zum An- denkcu au ihren ^Sohn, den „Prinee Jmverial", errichtete Mausoleum eine neue Stätte finden soll. Tie Ucbcrsühruug des Mausoleums nach Malmaisv» soll in nächster Zeit erfolgen, „nd mit sichtlichen! Erstaunen erfahren die Paviier bei dieser Gelegenheit, daß sie in ihrer Stadt das Mausoleum des Prinzen Lulu beherbergen. E» bildet'einen graziösen kleinen Rnndtenivel, dessen Kiivvcl aiek 12 korinthischen Säulen ruht, und steht zurzeit auf einem schmalen '(Grundstück in der Avemie de La Bourdouars Nr. 0, da» der Exkaiserin gehört. Neben dem Mauioleum steht ein kleine» Haus, eigentlich eine Hütte, in der ein Gärtner wohnt, und hier findet man eine etwa» über lebensgroße Büste de» unglücklichen Prinzen, der ,belanntlicki 23jährig in englischen Diensten im Kamps gegen die Zulue fiel. Die Büste zeigt den Prinzen Lulu in engl. Ossiziersunisorm: aut dem Sockel sieht man ein eichenlaubum kränzles große» N. Tie Bütte ist von D'Evinay geichafsen, das Mausoleum ist ein Werk de» Arckiiteklen Teftailleur, der es kurz nach dem Tode de» Prinzen iw Auftrag der Kaiserin Eugenie erbaute. Nun wird das Bauwert sorgiätlig abgetragen und aus dem schnellebigen »nd schnellvergessenden Paris nach Malmaison überführt werden. — K urze Nachrichten ans Kunst und Wissen- s ch a - t Bei der Wiederherstellung d.'S T o m e s von Fritzlar wu: , verschiedene kostbare Wandgeniätde entdeckt, die vermutlich au« : ... lt. Jahrhundert stammen. •rtfcsen; 5. zur ^-örberuug her Viehzucht der Biehverwer^ kung für das Iahr 1914 eine Million Mark, für das Jahr 1815 zwei SWillioiwn Mark und für die Jahre 1916—1920 ic drei Millionen Mark zur Verfügung zu stellen und aus diesen Summen einen des anderen F-onds zn bilden, Bon dc.'- se» Summen sind 30 Proz, für Förderung der Schweinezucht, der Ziegenzucht und der Kaninchcnzitcht »nd der Verwertung ihrer Produkte bestimmt. Der Rest ist für Förderung der Rindviehzucht und der Rindviehvcrtvcrtung zu verwenden. Im preußischen Abgeordneten Hause wurde auf Vorschlag de« 4lbg, Frciherrn v. Zedlitz das bisherige Präsidium : Tr, Graf v. Schtoerin-Löwitz Präsident, Tr, Porsch erster und Tr, v, Krause zweiter Dizepräsidrnt, durch Zuruf wieder gewählt, Eine Erklärung zur Welfen frage. Im Verlauf der Sitzung des preußischen Abgeordnetenhauses ain Tienstag erklärte der R e ichs kauzler v, Betbmann Holl- weg zur Welfentragc: Ich bin von Seiner Königlichen Hoheit dem regierenden Herzog ausdrücklich ermächtigt, vor diese:» Hause und vor dem ganzen Lande festzustellen, daß jede Berufung auf den Herzog zur Betätigung der Bestrebungen der deutschchannoverschen Partei nicht nur dem Willen irr, Königl, Hoheit nicht entspricht, sondern diesem Willen dircit widerspricht. Tiefe Willensmeinung des regierenden Herzogs ist so bündig und so unmißverständlich, daß, wenn Mitglieder der deutsch-hannöverschen Parici sortsahren sollten, den Herzog für sich in Anspruch zu nehmen, jedermann wislen wird, was davon zu halten ist. Für den Herzog find derartige Versuche, wenn sie noch fortgesetzt werden sollten, mit seiner ätrkläruilg ein für alle Mal abgetan,_ Anslanv. Ter französische Gc sctzcntwnrs über die Ka p i talst c u e r führt eine jährliche Abgabe ein, die berechnet werden soll nach dem Nettobeträge der 30 000 Frs, übersteigenden Vermögen, Für jedes Kind werden von dem steuerpflichtigen Vermögen 3000 Franks abgezogen, Tie Abgabe steigt in gcriiugen Abstufungen bis zn einen, Steuer sapc von 2,30 pro Mille, Tic Steuererklärung und die Sleuereinschäpung wird nur alle fünf Jahre neu bcvrfmrt, Äußer,'wenn eine Steigerung des Vermögens über 10 Pro zcnt vorliegt, — Die Geheimhaltung der Vermögen wird in dem (Gesetzentwurf aufrechterhalten, Tie Kapitalsteuer soll mindestens 190 Millionen ergeben. Heer unS Flotte. Bremen, 13, Jan, Aus Anlaß des inorgen auf b:t Werft von Tecklenburg a, &. in Geestemünde statifindendon Stapellaufes des dritten Schulschiffes des Deutschen Schnlschifsverein«, das den Namen des Protektors, des Großhei^ogs Friedrich August von Oldenburg, führen soll, hielt be, eineni Festessen des Bremer Senats der Großherzog von Oldenburg, eine Ansprache, Aus Stadt und Land« Gieße», 14. Januar 19l l. Zur Wahl des «usschnjfed der Allgemeinen Oris- trankcnkassc des Saudkreifc» Gießen. Morgen, den 13, l, R4S, findet in de» Landgen,einden des Kreises Gießen die Wahl der Perfili>erten zum Ausschuß der Allgemeinen Ortskrankenkasse statt. Zu dieser Wahl sind, so wird uns geschrieben, zwei W c, h > v o r s ch l a g e eingegangen, Ter erste Wahlvorschlag, ausgestellt von dem Ler- sicherunngsamt für den Kreis Gießen-Land, verteilt die zu wählende» Ansschußmitglieder mit ziemlicher Regelmäßigkeit auf die einzelne» (Gemeinden, des Kreises und berücksichtigt auch alle in Frage kommende» Arbeiterklassen und Stände der Versicherten, lSchreiner, Zimmcrleute, Maurer, Bäcker, Schlosser, Handlungsgehilfen, Steinhauer, Polizei-, diener, Rechner usw) Nun aber der ztvcite Wahlvorschlag, der von seilen der sozialdemokratischen Partei einqercicht wurde: An Einseitigkeit hätte man keine bessere Liste zusammensuchen können. Tie „guten" Ortschaften um Gießen herum find besonders stark berücksichtigt worden i Wieseck stellt nach dieser Liste allein IO Vertreter >, Sonst sind noch einige ^rtc in der Rabenau bedacht. Für de» ganzen südlichen Teil des Kreises sind nur 3—4 Vertreter ausgcnom - men. Einen interessanten Einblick erhält ,„a» bei Durchsicht der in der sozialdemokratischen Liste ausgenommeiicn Vertreter, In großer Anzahl sind Leute im Älter von 22 bis 23 Jahren aufgeführt So konnte es kommen, daß auf dieser Liste ein Vertreter gestrichen werden mußte, da er noch nicht volljährig war. Nun wird in den Landgemeinden des Kreises ei» von dem Vorstand des Geweriichastskartelles Gießen und Umgegend „nterzeichnetes Flugblatt verteilt, mit schwungvollen Phrasen ohne Fnlgilt von Anfang bis zu Ende! Behauvtungei, werden aufgestellt, für die sich nicht der Schatten eines Beweises finden läßt. In den Landgemeinden kursieren Gerüchte, wonach ein in, Kreise Gieße., bekannter sozialdemokratischer Wortführer als (Geschäfts- sührer und Rechner der neugegründeien Kasse angestellt werden soll, damit die Vcrivaltung in die „richtige n" Hände komme. Darum alle national denkenden Arbeiter und Angestellte! Aus zur Wahl! Tie vielen Fälle sozialdemokratischer Mißwirtschaft braucht inan wohl nicht alte auszuzählen. Um zum Ziel zu gelangen, haben die Sozialdemokraten säst » u r Leute genommen, von denen mau weiß, daß sic iiaü, der Pseise eines Wortführers tanzen. Es ivärc Ironie, dann noch von einer richtigen Wahrung der Interessen der arbeitenden Klassen zu sprechen, Wer also will: 1, daß die zu wählenden Vertreter regelmäßig aus die Gemeinden des Kreises verteilt sind: 2, daß alle Klassen und Stände ihre Vertretung finden: 3, ,daß Gewähr dafür vorhanden ist, daß bei Vernuft- tung der Kasse und Führung der Gescküistc des Ausschusses ruhige und nüchterne Beurteilung statlsindet und 4, daß die Kasse als solche nicht zu einen, volitischen Zankapsel wird, der muß uud kann seinen Stimmzettel nur für den Wahl Vorschlag Nr, l obgebe», * "Tagcskolcnder litt Minwoch, 14. Jan. Stadl- lhcater: .Des Meeres und der Liebe Welten'. Anlang 8 Uhr, A t a d e »I, j ch e r Dürerbund: Dantes Göttliche Koniödie — Stielenbalee, Tcfellschaüsverein, 8 Uhr ** Von der neuen Reichsbankstelle. An, Montag, 19. Jan,, scheidet die Reichsbanlnebenstellc Wetzlar ans dem Bezirte der Reichsbankstelle Koblenz aus und ivird der Gießener neugegründeien Reichsbanlstcllc zugetcili. Sie wird außer der Nebenstelle Wetzlar noch die Nebenstellen Marburg a, d, Lahn und Friedberg i, Hessen umfassen, ** Vom Stadtthcatcr wird uns geschrieben Tie am Freitag stattsindendc Feswuitührung des Streckcrichen Säwuipiels „Die hu m bol d t i a n e t" zur Er inner»,>q au Gießens Erlebnisse vor 100 Jahren bietet, da ganz auf hiesigen, Boden fviclend starkes lokales Interesse, Ter erste Akt spielt in einem Saal des Hotels „Einbvrn", der zweite Mt bei. der Heuchelheimer Für den dritten Akt, d^r mtt dem M^ktpla^ vor lief)* geht, ist r'on Delioration^maler Vollmann eine besondere Dokoratron tzerge-- stellt worden. Der vierte Akt jpidt in der Privatrvolmunfl des Professor Hegar und der fünfte effektvolle 3drtuü«ft i>or der nicht mehr existierenden Aurgfircke Tie Proben, die unter x.n= tun# von Oberreflissenr Dworkorvski stehen, lassen eme wirrungs- rvlle Aufführung erivarten. — Die bekannte Xinjcnn fecnt Mahesa, die am Montag ein einmaliges Galt)prel qiot, orctet in ihren exotischen Tänzen äußerst eigenartige und hochintcrelwnte Tüldcc Tic Tänzerin feiert zur Zeit in Berlin Triumphe »nd ihr Bild ist gegenwärtig in den meisten illustrierten Zeitschriften zu stnden, To - Ggst,viel, das erst nach I ingeren Berhaiidlungen ermöglicht lourde, kann, da es eine wirklicktz: Sehenswnrdcgkctt bringt, warm cmpsohlc» werden. , ., " Tee Theaker-Veret» sck'-reibl imS: Nach en, dt» Aussührnng der .Walküre' in, leinen Winter in so vortresslichee, auch neulich hoch besriedigender Weile verlaicken »«. beabfichtfqt der Theaterverein, auch in diesen, Winter wieder eine oea-w Over von Richard Wäger zn geben und hat dazu den »Lohengrin gewählt. Die Vorstellung soll an, Freitag, de» 2 8. d s. Alts, durch das Personal des Tarmllädter hvktbeaters staitkliideii, Es iü kau», nötig, zu bemerken, das; die Koüen einer .Loheng,in" Aussührnng ganz gußerordentlich doch sind, so dgß die E nnalnnen unmöglich die Ausgaben decken können. Es gelten deshalb, NN', dgs zu erwartende Defizit wenigstens etwas zn mildern, erhöhte Preise, " Einen Beinbruch zog sich am Dienstag in einer hiesige» Maschinenfabrik der 17 Jahre alte Arbeiter Otto Dorniehl ans Klein-Linden z». Er war an seiner Arbeitsstelle durch einen Sturz z» Fall gekommen. "Von, Z » g e ü b e r s a h r e n. Beim vorzeitigen Abspringen von einem Eisenbahnzug geriet der jugendliche Babne.rbeitor Albert Kemvser ans Rodenbach unter vic Räder, Er ivurde überfahren und starb bereits auf den, Wege nach der Gießener Klinii. ** Kleine Mitteilungen, Ein B i l d c r s ch w i u d l e r hat in der Butzluicher Gegend sein Wesen getrieben, Biele, Leute sind aui den Leim gegangen und baden Anzahlungen geleistet, — Tos Töchterchen des Bihnbcamten PH, Reinschild zu Mörfelden stürzte in einen Kessel kackender Seisenlaugc und verbrühte darin zn Tode, Ter neunjährige Sohn des Maurers Sebastian Koovcl ro» Alzenau fiel in die zurzeit hoch angcschwollene Kadi und eiirank. - In der Eisenerzgrube „Rolland" zu H erborn büßte der 18j,Ihrige Bergarbeiter ThciS durch einen unglücklichen Sturz von einem hohen Gerüst sein Leben ein, Kreis Alsfeld, L. Alsfeld, 13. Jan, Ter Kriegcrverei n hielt unter Leitung des Vorsitzenden Schade seine Hauptversammlung ab. Nach dem Jahresbericht zählt der Verein 300 Mitglieder (gegen 29! in, Vorjahre). Tas Gesamtvrr- mögen beträgt ll>00 Mk,, der TenkmalsfondS weist 2247 Mk. auf, Tie Versammlung beschloß, dem Jnngdeutsch- landbnnd mit einem Jahresbeitrag von 10 Mk, beizii- trcten, Ter Vorstand wurde durch Zuruf wiedergewählt, . Romrod, 13. Ja», I» die Häckselmaschine geriet der Schüler K, hvlzer in Rnhltirchen, die Hand wurde schwer verletzt. Es trat Starrkrampf ein und der Knabe st a r b. Kreis Schotten, sl. Schotten, 14. Jan. In der Nacht zu», Mittwoch brannte in Schotten das Rheinische Kaufhaus von George Reißen weder vollständig nieder. Die Ursache ist noch nicht bestimmt scstgcstellt worden, doch ist das Entstehen aller Wahrscheinlichkeit „ach ans einen überheizten Ofen zurückzusnhre». Ta niemand im Hanse war, ist kein Ptenschenlcben zu beklagen, Das Feuer wurde erst um 2 Uhr entdeckt, nachdem es augenscheinlich schon um 8 Uhr abends begonnen hatte. Da die Wasserleitung in gutem Zustande war, konnte der Brand von der Schottener Feuerwehr nach kurzer Zeit auf seinen Herd beschränkt werden, wodurch die anliegenden Häuser, die in sehr großer Gefahr schwebten, gerettet wurden. Rur ein naheliegender Stall ist angebrannt. Kreis Frieöberg. ^ Vilbel, 13. Jan. Wie verlautet, hat eine Frankfurter Dame -einem hiesigen Mädchen, das bei ihr lange in treuen Diensten stand, ein Kapital von 25 000 Mark trftamen» tarisch n Osfenbach, 14, Jan, Schrecklich verbrannt wurde heute morgen der 43jährige, verheiratete Heizer Joteph Scheindörfer, der bei der Firma Becker u. Co, im Stadtteil Bürgel beschäftigt ist, Bein, Anheizen des Dainpslesselö flog auf bisher unaufgeklärte Weise ein Ventil heraus und durch den ausstrvinenden Dampf wurde der Bedauernswerte am ganzen Körper verbrüht. Lebensgefährlich verletzt wurde er ins Krankenhaus gebracht. Hessen-Nassau, li. Stand net a, M„ 18. Ja». Der trübere 2, Bürgermeister Franklurl-5, Geb, Regicrungsrai Tr. Adoli V a r r e „ t r a pv feiert om 18. Januar seinen 70. Geburtstag. Er hat sich »IN die Finanz. »ad Bodenvolitik der Stadt besondere Verdienste erworben Am 1. Januar 1807 trat er In den Ruhestand. Gedenket der hungernden Vögel! verelnrnachrichtn». — MitteldeutscherSänzervcrband, Ter Mitteldeutsche Sängcrvcrband hält seine diesjährige Bcrbandsvenamm- lung -am nächsten Sonntag, den 18, Januar, nachmittags 3V Uhr im Hotel Viktoria hier ab. Die Tagesordnung umfaßt hauptsächlich gcschastliche Angelegenheiten, Der Verdandsvrnämmlung geht um ,3 Uhr eine kurze Vv rst an ds si tz u n g ,m glcichn, Lokal voraus. LanSwirtschaft. L a a t a n e r k e » n u n g, Tie ungünstigen Witte- rungsverhältnissc des letzten Jahres hatten zur 'Folge, daß die Ernte der Gctreidearten nicht immer in vollkommen einwandfreier Weife geschehen konnte. Es wird daher in größerem Maße als sonst der Landwirt gezwungen sein, sich einwandfreies Saatgut zu beschaffen. Die größte Ga- rantee in dieser Beziehung hat der Landwirt, wenn er nur anerkanntes Saatgut sich beschafft. Aber nicht nur bei @e- treibe, sondern besonders auch der den Kar tvfseln ist dir Auswahl der Bezugsquelle von großer Wichtigkeit, Gerade heute, wo die Frage der Svrtenechtheit und Sortenreinbeit sowie das Auftreten der verschiedcnstei, Kranthetten bet den Saatkartosseln außerordentlich wichtig ist und oft zu nnlieb- samen Nacküeilen für den Landwirt führt, ist die Verwendung von anerkanntem Saatgut in erster Linie in Betracht zu zechen. Durch dieses wird ihn, die höchste Garantie gegeben, welch«' heute aus diesem Gebiete geleistet iverden kann, da die Fcldbestände einer Bestchttgung unlerworsen werden und so sestzustellen ist, ob die Bestände gesund und sortenrcin sind Gericht»?««». Der Gistmordprozei; Hovf. ^lFranksurta, M,, 13, Jan, Die Verhandlung gegen den Gistmörder Hopf Ivird zmrächit nnlcr Ausschluß der Oeiscntlichkeit weiter geführt, — Es werden zwei Zeuginnen vernommen, zu denen der Angeklagte in sadistüchen und masochistischen Beziehungen gestanden hat. Nach Wicdcrzulaniing der Ocssentlichkeit wird Kriminalinspck tor v, Salumoi, als Zeuge aufgerufen, der bekundet: Ich erhiell von der Siaatsailwaltichait den Auftrag, den unter dem Verdacht des Gifttiwrdoerlückis stehenden hooi zu heobachtcn. Er wurde zunächst daraufhin beobachtet, ob er bei leinen Betuchen im Kranke» hauic seiner Frau Eist in die Speisen tat. Doch führte dieser Weg zu keinem Ergebnis, Als die Frau als gelzeilt entlassen toerden solile. nahm ich im Einverständnis nnt der SraatSanwaltichai« den Angeklagten fest, da die Fra» entlaisen werden mußte und wir sic nicht einem erncirten Vcrgiftungsversuch durch de» Angc- llagten aussetzen ivollten. Die Berhastmig mußte sehr vorsichtig rrsalgen, damit hops keine Möglichkeit zu einem Zelbstmordverluch hatte. Ans der Polizei ronrde er genau durchsucht, und man saud ein Fläschchen Zyankali, Er sagte zu mir: ich würde das Zyankali genommen bade», >»en» Sic nicht 10 schnell zugegrisscn hätten! — Das ha ln ich natürlich als ein Eingeständnis keiner Schuld aui gesoßt, .Sogleich nach der Verhaltung des Angeklagten habe ick in seiner Wohnung ein- Haussuchung vorgenomnieu. Es wurde eine Reibe von verschiedenen Giften und Bakicricnkulturen bcschlag nahmt, ferner Stcaigcsetzbiichcr, sadistische Literatur „nd Gcgcn stände, die zum masochistischen Gebrauch bestimmt waren. Bei de» Feststellungen ergab >ich, daß sich der Angeklagte zurzeit in nickt gerade glänzenden Vermögensvcrhältniiien bcsaud. Ich hielt idm vor, es iei dock auiiällig, wenn er bei so „nsickieren Einkünfte» eine so hohe Versicherung auf seine F:au eingegaiigen sei. Der Verbrecher hielte. Ich envwcrte ihn,, daß ich tatsächlich Verdacht Angeklagte wurde unruhig und ftagtc, ob ich ihn etwa sür einen hätte, er lmbc die Hohe Versickerung seiner Frau nur zu den, Zweck cingegangeu, um seine Frau zu vergiften und sich dann in de». Besitz der Versicherungssumme zu setzen. Der Angellagte schwieg einte Weile,u„d fragte dann nach der Höhe der Strafe, die ihn trcssen könne, wenn cr das nfirllick, getan hätte. Ich ließ ihm keinen Zweitel darüber, daß er schwer bestraft werden würde. Nun gab der Angellagte nicht ohne weiteres zu, seiner Frau Giit bcigcbrackit zu lmben, sondern nur stück.veise. Zunächst erllärte ei, er habe seiner Frau ds>s Gift aus Vcnöehcn cingcgcben. Tann gab cr zu, daß er das Gift absichtlich gegeben habe, Tann behauptete er wieder, er habe nicht mehr gewußt, une er es getan habe, er sei durch alle möglichen Vorkommnisse deprimiert gewesen. Weiter gab er -zu, daß cr lnc Absicht hatte, die. Frau zu töten und daß er diesen Entschluß schon vor der Hochzeit gefaßt lmbe. Er wollte sic hei raten, hoch vcrsickwrn und dann ermorden. — Bors,: Gab de: Angeklagte zu, seiner Frau bestimmte Gifte gegeben zu haben? Zeuge: Jawohl, er ivrach von Digitalis und davoii, daß er ihr 4 Wochen vorher Arsen gegeben habe, — Bors.: Sprach der Angeklagte auch von Bollericn? — Zeuge: Nein, damals noch nichi. — Borj,: Angeklagter hopf, ist i>,s alles richtig? — Ang,: Mir ist in der Aufregung alles entfahren, Bors,: Sic babcn zuge geben, Jluer Frau Arsen gegeben zu lmben? — lfingekl,: Jawohl, aber nicht in der Absicht, mich in den Besitz der Vcrsichermrc,. fuinnie zu setzen, — Bars,: Welcher «ürand lag dem, vor? — An gell,: Tas kann ich ohne weiteres nicht sagen, es lagen da nngllick lichc Verhältnisse vor, — Vors, izum Zeugen v, Salomon): Kanu der Angeklagte hops i» einer momentanen Auiregung sei» Ge ftändnis abgelegt haben? Zeuge: Nein, im Gegenteil, Als ick ihm das Schlußprotokoll vorla:, hatte sich ein kleiner Jrttum ein aejchlichen, ,Es stand darin, cr hätte »ach der Hochzeit den Eni schluß gefaßt, seine Frau zu löten. Ich verbesserte das Protokoll dann, - — Vors,: Was sagen Sie dazu? — Angell,: Ich muß mein Geständnis von damals berichtige». Ich hatte nicht die Absicht, 'meine -Frau zu töte», Ivenigftcns nicht vor der Hochzeit, — Nächster -Zeuge ist Untersuchungsrichter Landrichter Dr. Ru hl. Der Zeuge bekundet, daß der ?l»geklagle ihm gegenüber das G>' ftändnis, das er dem Kriminalinspektsr von Salomon abgelegt hatte, aufrecht erhielt. Auch dem Zeugen LandgcrichtSrat Düring gegenüber hat der.Angellagte ein Geständnis abgelegt. Darnach wurde wieder dir Oessintlichkeit anSgesckßossen, wovr»: die Mittagspause cintrat. In di'r Nachmittaqssitzuilg wurde ;IInächst die Stiesmntter der ersten Fra» des Angcllagren Frau Lauen heuet vernommen, Bors,: Ihre Tochter ist schon vor 1902 krank gewesen? Zeugin: Ja, Bors.: Sie baden Ihre Tochter vo» Franks»rt aus besucht? — Zeugin: Jawohl, das Ehepaar lebte in Nicderhöch- stadi, Twriitzende,: Wie sab Ihre Tochter aus? — Zeug.: Tie sah garuichl krank auS, sondern im Gegenteil blühend. Sie hatte glänzende Augen, ich dachte daher, häkle hohes Fieber, dock, war das nicht der Fall, — Vors,: hat der Angeklagte Ihre Tochter gepflegt? -- Zeug,: Jcmwhl, er bat die Nächte hindurch gewacht bei ihr. Meine Tochter hat ihren Mann außrrordeni lick, wegen seiner grnen Pftege gelobt. Vors,: Ist davon die Rede gewesen, daß Ihre Tochter in ei» Krankenhaus soljte? — Zeug,: Jawohl, Hovf wollte das aber nicht, er sagte, er sei nicht so herzlos, um seine Frau ins Krankenhaus zu geben. — Vors : hat Ihre Tochter Arzneien bekoinüN'N? — tleug,: Jawohl, ihr Mann gab ihr welche. Vors,: Waren Die auch bei dem Tode Ihrer Tacklir zugegen- — Zeugin: Jawohl, als ich aber ankam, war sic bereits bovußt los, — Bors,: Haben Sic eine Verfärbung der Haut benrcrkt? — Zeug,: Nein! Bors,: Auch nicht an der Leiche? — Zeug,: Nein, — Vors,: .Hat Ihre Tochter Arsen als Schönhcitsnnttel eilige nommen? — Zeug.: Das ist ganz aiisgeschlossen. Meine Tochter war, was ihr Aenßercs anlangte, sehr- gleickmülttg, von Eitelkeit war nichts an ihr, — Angckl,: Ich bleibe dabei, daß meine Frau Schönheftspillen genommen har, Zeug,: Das glaube ich nicht, das ist gelogen, Frau Grill aus Niederhöchstad, war eine Nachbarin des Hopf »nd kannte die erste Frau des Angellagte», Tie Frau habe ihr erzählt, sic habe sich bei der Hochzeit den Magen verdorben und kränlle seit der Zeit, Hopf habe viel selbst gelockt, so namcni lich abends einen Griesbrci, den cr selbst seiner Frau gab, — Katharine Feld bekundet, daß die Verhältnisse des ?lngcllogt,ai sehr ärmlich zu sein schienen, — Frau Haber hat die F-nau während ihre,' Krankheit beobackfiet, Tie Itzitte gleich den Der dacht, daß es bei der Krankheit nicht mit rechten Dingen zugehe, Tic Zeugin hat auch die zweite Fra» gekannt und zwar schon als Mädchen, Sie war rin junges blühendes Ding, Sic habe dem Mädchen mich abgeredet, daß es den ölugrttaqten heiraten wollte. Das habe sic auch der Mutter des Mädchens gesagt. Die Muftm habe aber erwidert, das föerode über Hopf fei llniinn, es sorkcke voraus nur der Neid, weil ihre Tochter eine gute Partie mackie, ... Praktischer Arzt Mehlcr wird als Zeuge und Sachve, nandiger vernommen. Im Septemdm 1902 hat der Zeuge al- Verttaucnsarzt der Vcfticktz'ruugsgesellsckmft „Atlas" das Elwpaa, genau unicnucht „nd ist zu den, (fiutachteu gekommen, daß beide völlig gemnd Men, Er war daher völlig verblüff,, als er hörte, daß die ,trau zwei AAonalc später tot war, Tas Tekiionsvrotvkvll ergab, daß ne an einem dleschivür gestorben war, Sachverständiger Tr, Fort„Ia II n -Kl, Schwa! bach) hat die erste Frau des ?l„gcllagM, behandelt, Tic Frau Habe BT&ut erzMIt, daß Sot>f sehr ftrcitfüditii] fei, sie beiixe aber rnircn Sutflufi auf ihn Tue Frau kannte sich tritt im Laboratorium aus unb amsticrte steihiq ihrem Mann. Hopf sei ihm iamt als Kurpfuscher unter den Tierärzten erschienen. Am S Oktober IkE Nnirbt' er nach Nicderhöchstavt berufen. Tie Frau erzählte ihm, sie habe eine Hochzeit nrichemacht. babei Hummer- manonnchse gegessen unb sich daran den Manen verdorben. Als er keine Erklärung snr dar- tzttankheitSbild fand, habe er noch inen Sanilötsrat aus Cronbcrg zugczoaen. Tic Diagnose wurde ühlicßlicki auf hoch!legenden Darmialarrh gestellt, rrr wurde eine MagenauSspülung vorgenommcn, bei der die Frau die Besinnung verlor 41 ni nicht wieder erwachte. Der Zeuge hat Hops gebeten, er möge ihni eine kleine Sektton im Sarge gestatten, da da» Kranl heitsbild nickt zu erklären war. Hopf gestattete das auch und der Arzt stellte ein ailsgebrochenes Geschwür am Zwölfsingerdarnr fest. Bei der Kürze der Zech und dem mangelhaften Licht „es >var nur «ine Petroleumlampe vorhanden" liehen sich nähere Feststellungen nicht nrachen. — Auf Befragen durch den Verteidiger erklärt der Zeug«, das Erbrechen der Frau sei sehr stark gewesen, bis zu 80mal am Tage. Kaufmann Spengler hat den Angeklagten in Aiederhöch Habt kennen gelernt. Er hatte eine kranke Frau, die in der Irrenanstalt war, und .Hopf sagte einmal zu mir: wenn Sic mal Gift gebrauchen, das im Körper keine Spuren hinreriäßt, könnte er es mir geben. — Der Angeklagte behauptet, er bade die Aeu- sfcrung nicht so gemeint, wie nian fit ihm jetzt in den Mund lege. Nächster Zeuge ist der Vater der zweiten Frau, .Kaufmann Schneider l-frankstirt a. M.l, der bekundet, daß er nicht sehr für die Ehe eingcmmrmcn war. weil dev Angeklagte 40 und seine Tochter 20 Jahre alt war. Al» er seiner Tochter rici, die Verlobung auszuheben, drohte Hops, er toerde etwas tun. worüber sich ganz Frankfurt aufrcgen würde. Nachdem seine Tochter mehr mals erkrankt war. sei er zu dem Angeklagten gegängelt und habe ihm ins Gesicht gesagt, dag er seiner Fran Gilt beibringe. Es gingen in Nicderhöchstadt auch solche (Gerüchte. Ter Angeklagte wurde aufgeregt und sagte, man falle ihm Namen nennen, Ter Zeuge erwiderte, dann müsse er in Okicdcrhöchstadt unten ansangen und oben auf hören. Trotz der- schweren Vorwurfes fei der Angeklagte sehr liebenswürdig gewesen und habe ihn auch aul die Bahn gebracht. Der Zeuge holte seine Tochter nach Frankfurt furütf, wo sic sehr krank wurde. Tic Augen wurden trüb,-, die Zunge ausgelaufen, aus dem Munde kam eine scltvarzc Flüssigkeit. Er hat dann beim Oberstaatsanwalt in Frankfurt Anzeige erstattet. Tie Sache ivurdc nach Wiesbaden abgegeben, das zuständig war. Tos Verfahren wurde eingestellt, lvie der Zeuge glaubt, ohne dost die Prüfung stattfand: nickst einmal eine Hanssuchnng wurde bei dem Angeklagten abgehalten. Die Ehefrau Schneider bestätigt die Angaben ihres Mannes. Hieraul wurde die Verhandlung auf morgen vertagt. Paris. 14. Fan. Wie aus Brüssel gemeldet wird, haben die Ampälte des Herzogs und der Herzogin 00 n Orleans in gemeinsamem Einvernehmen beschlossen, den von der Herzogin gegen ihren Gatten angestrengten Prozest aul Zahlung einer Jahresrrntc durch ein Schiedsgericht auszutragen. vermischter. * D t e Kai so rin und die Sturmflut. Die Mai- ierin hat an dos Lb«rpräsidfum folgendes Telegramni gerichtet: Neues Palais. Tiefbewegt durch die lstachricht von dem schweren Unglück, das die pommerschc Küste heinitzesucht hat, bitte ich Sie, den betreffenden fGemeinden meine wärmste Teilnahme zu übermitteln. Die bereits eingeleitete Hilfsaktion werde ich nach Kräften zu fördern suchen und hoffe, daß es dadurch gelingen wird, die entstandene Not zu lindern. * Durch eine Granate von 1860 zerrissen. Aus Kön igsgrütz wird gemeldet: Fn Altb e n ate k explodierte eilie vom Schn,iedemeister Kraus aufgefundene preußische Granate aus dem Fahre 1866. Die 'Schmiede wurde zerstört und der 10jährige Sohn des Schmiedes zerrissen. Tic Granatsplitter flogen 200 Meter weit. * Von einer Katze getötet. Dem „Berl. Tageblatt" wird aus Dresden berichtet: In Fallcnan griff eine Katze ein fünfjähriges Mädchen an, welches den Schlvanz der Katze mit einem Holzklotz geklcinmt hatte, und richtete cs furchtbar zu. Dem Kinde wurden die Augen heraus- ge rissen, das Gesicht zerfleischt und die Kehle durch» bissen. Das Kind ist gestorben. Ter eincinhalbiührige Bruder, der in einem Korb neben der Schwester mit einer Kugel spielte, verschluckte diese vor Schreck über das Schreien des Kindes und c r st i tf t c. * Bers ch 0 llen e Dampfer. Aus Geestemünde, 13. Fan., meldet ein Privat Telegramm: lieber den Verbleib der Gecstemünder Fischdampser „Llottd" und „Forelle", die seit dem 17. bezw. 19. Dezember in Sec gegangen sind, hegt man ernste Besorgnisse. Tic Fischerei und Haseubetriebs- gcnosscnjchaft richtete an das Reichsmarineamt das Gesuch, ein Kriegsschiff in die noroischen Gewässer nbgehen zu lassen. Man vermutet, daß die Fischdampser entweder in Fsaijord vom Eise eingeschlossen sind oder die Schraube verloren haben. —7 Aus St. John Neu Braunschwcig, 13. Jan., ivird gemeldet: Ter Dampfer „Euboyuid" (?) der Ropal Mail Eompany, mit Passagieren und Ladung aus Westindien kommend, ist bei Briar Island in der Fund» Bai gestrandet. Nach einer drahtlosen Meldung »csindet er sich in einer gefährlichen Lage. Mehrere Schisse sind zur Hilfe-. lcistun g ab gegangen. «leine Tageschronik. Ucber das Vermögen der Weißenseer Bank ist der K 0 n k n r s eröffnet worden. Tic Borberatungen der Magistratsvorlagen über den Bau des Wcsthasens von Plötzeniee haben begonnen. Tic Ausführung des Projekts ist ani 38,2 Millionen Mark veranilhiagt. In dem B e r n st c i n b e r g w e r k P a l m n! ck e n stürzte eine Strecke ein. Zwei Bergleute ivurdc» v c r i cki ü t t c t. Bis am späten Nachmittag waren sie noch nickst geborgen. Der Vorfitzenöc deck Dculslheit Patriolenbundcs, Geheimer Hofrat Clemens T h i cMe in L civt i > erhieli an Stelle des ab- gcichnien Roten Adlerordcns 4. Klasse den Roten Wlcrorden dritter Klasse mit Krane. Thicmc nahm an. Dandel. — tz a u « 10 e r i a in m 11111 9 der Aktie ngeiellschast Wiele: L Hardt mann. Tie gewaltig« Sturmflut, die am Freitag und Samstag die deutsche Oftseeküste heimgeincht hat, iührle in Tanzig im üaleugebiet eine» Waiierfland herbei, wie er feit Menskbenaller nicht vorgekommen ist. Turch diele Hochflut ist in vier der Wiele: & Hardlmann Aki,- 6 )cs. gehörende Lager- schnvpe», die sich seit Jabrzcimteu durchaus bewahrt hatten, da-s Wasser in Höbe vo» 10—15 Zentimetern eingedrunge». Bei de» groben i» diesen Schuppen qelageite» Zuckermenge» ist ei» Schaden entstanden, dciien Höhe anl ittigeläbr 4b0Ü00 Mart geschätzt Ivird. Auch hier handcil es sich, lvie bei der Hochstiit-klalaslraphe i» Stettin, um ein clenientares Ereignis, für dessen Folgen die Gesellschaft als Lagerhallerin nach de» gcfetzlichen Besli»»»- imgen nicht anlznkoinmen hat. Trotzdem glaubt die Verwaltung im Interesse einer gedeihlichen Weiterenlwickelung ihrer Geschnite auch hier ei» größeres Opfer durch Ueber- uahme eines Teiles des entstandenen Berlnstes in Aussicht nehme» zu falle». In Anbetracht der Wichtigkeit des Gegenstandes und der Höhe der in Betracht konmieiiden Summe wird die Derwaltuuq eine außerordentliche General» rerfaniinliing der Aktionäre der Gciellfchaft einberufen. Wetteraussichecn in Hessen am Donnerstag, den 15. Jan. 1914 Meist trüb und wolkig, zeitweise Schneesälle, Frost, nordöstliche Winde. Letzte Nachrichten. Aus der hessischen Zweiten Kammer. rp. Dar m st ad t, l4. Fan. Tic Zweite Kammer beschäftigte i«h heutc zunächst mit einer Anfrage des Abg. Adelung betr. die Privat-Wald -Anträge. Minister v. H 0 m bcrg k gab eine nähere Erklärung, nach weicher zwischen dem Universitätsfonds und Herrn v. Wellshaufen ein Vertrag vereinbart ivorden fei, der die Wünsche der Bcvölterung und den Frieden wiederherstellen würde. An der Aussprache beteiligten sich die Abgeordneten Mal za hu und B a ch Weiter beantioartctc Minister Tr. B r a u » dir Anfrage bett. den Bahnban Bcnsbeim—Lindeniels, wobei er die Ursachen der Verzögerung nälzer darlegte. — Sic Sitzung dauert fort. Was wird aus Mukthar Pascha? K 0 n st a n t i 11 0 pc l, '4. Fau. Das Verbleibe» fr'- türkischen Botschafters in Berlin auf seinen! Posten scheint im Ministerium des Äeußecu endgültig beschlossen zu sein. D > e R ü st u n g c 11 d e r T ü r k e i. Berlin, 14. Jan. Das „Bett. Tagcbl." und die „Morgen post" melden aus K 0 n st a n t i n a p e l: Tie T ü r k e i hat, wie von zuverlässiger Seiie eitlürt wird, den i t a I i e 11 i i d) c n Pan zcrkreuzer Sab Marco an ge kau st. Gestern wurde die erste Rote bezahlt. Nächstens reisen Marincmannschasteii ab, »m das Schiss zu übernehmen. Aus Befehl des Kviegsmiiiiileriiim,- ivird der Ausbau der B c ie st i g u n g e n bei B >1 i a i r fofort ausgenommen. In das nächste Kriegsbudget werden 1,5 Millionen Pinnd für den Ausbau der BosporuSbese st i g u n g e n eingestellt. M 011 t c >1 c g r i n isch e M a ch t g c l ü st e. Berlin, 14. Jan. Ter „Berliner Lokalanzeiger" meldet aus Wien: Die „Albanische Korrespondenz" meldet ans Sku tari: Montenegrinische Truppen haben das alba nischc Dorf Bcrnivsch besetzt. Ter Kommandeur erlief? eine Kundgebung au die Bevölkerung, daß sie von jetzt an dem König von Montcnegio untertan sei. Auch eine Kontribution wurde cthoben. Ter Gouverneur Pdivps in Skutari eihob gegen die Doribeietzung in Cetiinje Vorstellungen, Ans Seenot gerettet. Paris, 14. Jan. Wie ans Tunis gemeldet wird, ist cs dem deutsche» Rettungöfchiii „Berger Wilhelm" gelungen, den bei Msthdie gestrandeten fraiizöfsichen Postdamvl'er „Mansoura" wieder ilott zu machen. Ein gerechtem Urteil. Schon seit vier Jahren verwende ich in meiner Familie Bioson zurSmrkuna bei Erhivöchezuffäkidcn. infolge Blutarmut und schlecht ter Verdauung mit denkbar beitem (Svfoln. ($c< ist für mich bic 1111 vernegbare Quelle von .'traft und Widerstandsfähigkeit, derer ict, mich jederzeit gerne bediene. Meinen» Schwager hat Bioson nacii schwerer Nieberkrankheit rasch wieder -,u Kräften verholten, sodaff er es verehrt und schabt »uic einen Wohltäter der Menschheit. W. Röckseisen, Wasserburg a. Inn. Unterschrift beglaubigt: 2G. 8 . 13. Kgl. Notariat Wasserburg. Bioson. daS Paket, mehrere Woche»» ausreichend, Mk. in Apotheken. Drogerien. 298b «U Morgen finden in den Landgemeinden die Wahlen statt. Zwei Wahlvorschläge liegen vor: Der Erst«: Jeder Dersichertengruppe Rechnung tragend, fast alle Gemeinden des Kreises berücksichtigend. Der Zweite: Einseitig nach jeder Richtung; von 60 Namen fallen ' , aus Wieseck; für 65 Gemeinden (= 5 /«) enthält dieser Vorschlag überhaupt keine Vettreter. ?llles scheint aus die Interessen eines Einzelnen berechnet zu sein. Versicherte, wahrt Cure Nechte! Jeder ruhig überlegende Arbeiter, kaufmännisch Angestellte, Petriebsbeamte «sw. kann nur ©SIT Wahlvorschlag 1 wählen. Gcmeindebeamte, bedenkt, daß Ihr im Wahlvorschlag Sir. 2 überhaupt nicht berücksichtigt seid. Sorgt sür eine angemessene Bcrtreinng Eurer Interessen. Jeder Versicherte muß abstimmen: — wer nicht abstimmt, wählt auch. Niemand lasse sich durch die von sozialdcmokratischcr Seite erlassenen Flugblätter irre machen._ 17411 Ein Arbeiter. Pelze Infolge clor milden Witterung Weihnachten haben wir noch großes Lagern.gewähren wir von jetzt ab. um zu räumen einen Rabatt von Mufflon. Tibet. 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Cellosoli von Bach, rooramm: Chopin, Dvorak, Schlemüller; »Schumann Konzert A-moll. Mk. 5—, 4.—, 3—, 2.50, Studenten karten Mk. 1—. sind bei ' ERNST CH ALLIER. Musikalienhdlg. (Telephon b71). für »Studierende auch bei Hausverwalter Kitter und abends an der Kasse zu haben. WIM siir W* II) Mferfmi&e. Vierter Vortrag TouncrUtaa. de» I5. Fannar >!>>4, 8 . Ubr, in der »lenen Aula der Universität Herr Proiestor 1» r. Wilhelm S i c ö e v »: „Der PanamaManal' (Mit richtbildcru». Am 12. Februar wird Herr Tr. Brrnurrkc «Hamburg» iibrr dir ocntichc Liidvolar p'«-ebition ivrechrn. pnntrittsvrris iiirRichtmitalicderMk. I.5V, :: :: iür Ltudirrcndc Mk. ».5» :: :: trintrillskarlr» und in den Ilniv. Buchliundlungc» uun _ Ferder, Freetz und Nieter ,u buben. »M O Lesehalle-Verein. Die >» der 1'eiebaUc nn, Leltcrtziar befindliche Taniin- liuig »o» Vilbwcrlen ist von ieut nb lebe» Tonnrroiaa, abciids 7V-. bis »-, Hbv aNacmein »ngnnglich. tücbviitfte Bcr,eich»iftc werde» an denBelichiiaiiiiasabeiide» sowie in de> Bücherbulle cnt> Llabxbeaier kosienlotz abgegeben. 71 :tI) Iv Ulljnuuul Rullliilü! üüilöl______________ Tvnncrstag, den 15. Fannar 1914, abends 8“ Ubr, in Llrius Warte» Ml Bei» Wciarwaua mit »achiolgcnd. rbriniiibru Tanzsekl. iHcrreii sind naiürtich mil.rubringeni vnicr Mitwirkung dieiiucr und autzwnr- liger Karnevnlislcn. tiniritl ieinichlieftlich Tanzli an der Stabe Mk 1.—, im Boroerkaul Mk. —.8». O.n bnüeii i» de» Zigarren- geichäsieu Tode. Plockür. und Mark! l. r.'acb, Balinbosslr. Lcharmauu, r->,iden- platz. Uaiiercaie. Sniscr Alice. «. Latomo» t Pie., Lchnlscratze. Ter Vorttand. Cafe Leib litte F Saraslag, den 17. o. Sonntag, den 25. Januar tinüQji Lhnc Demaskierungäzwang. Ansaug 8,31« Uhr Piutrittsvreiic i»N. 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