Nr. y Ter Sicheiter Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags, — Beilagen: viermal ivöchentlich riehenerzamilienbictter; zweimal wöchcult.Uikik- blatt für den Ureis Siegen fTienstag nndFreiiagf; zweimal mönntl. !ond-, wiillchastlicheZeitstagey fleriilprerf) • 2litiri)Iiijje: siir bic Redaktion 112, Berlag u. Srcebitiou 51 Slbrtfie üir Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme van Anzeigen !!>r bic Tagesnnmmer bis vormittags 9 Uhr. *64. Jahrgang Montag, *2. Januar *9*4 General-Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Such- und Steindruckrrei R. Lange. Redaktion. Expedition und Druckerei: Schulstrahe 7. Ve;nq4vr7i-: inonatlicb 75 43*., mertel- jährlich Mt. 2.20; durch 'Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pst: durch diePost Mk. 2.—viertel« jährl. ausschl. Bcstcllq. Zeilenpreis: lokal 15Pf.» ausrvärts 20 Bkenniq. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den volit. Teil: Aug. Goetz: für „Feuilleton", ,Ver» mischtes" und „Gerichtssaal": Karl Neurath; iür „Stabt und Land": Kurt Zendt; für den Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Die 5trahburger llrteilrsprüche. Ter Ausgang der Straßburger Verhandlungen gegen Oberst t>. Reuter und Leutnant v. Forstner hat in vielen Kreisen Ueberraschung kicrvorgcruscn Wenn man auch er-, wartet hat, daß das Urteil gegen den Obersten ln SInbe* kracht der großen Versäumnisse der Zivilgewalt in i I d e aus- satten würde, so lvar mau doch nicht recht darauf gefaßt, daß Herr v. Reuter, namentlich ob der Einsperrung unschuldiger Menschen in einen Keller, ganz straffrei ausgehen werde. Eesängnisstrase hat ihm wohl kaum jemand gegönnt, denn persönlich hat das Austreten dieses Angeklagten den besten Eindruck gemacht, und da er glaubte, p s lichtste, inäß vorgcgangen zu sein, tvar eine entehrende Strafe kcinessalls am Platze. Wir ivollen auch das frcisprecliende Urteil nicht mit Besrcindcn oder Unwillen ansnchmen, wenn das Volk hoffen dürste, ^daß aus den unangenehmen Vorkommnissen die nötigen Schlußfolgerungen gezogen werden, deren Richtlinien wir hier nicht niehr zu wiederhole» brau, chen. Jni großen und ganzen hat die gesamte Presse die Urteile, sogar auch das sreisprechcnde Erkenntnis gegen van Forstner, mit ruhiger Zurückhaltung ausgenommen. Man kann der „Köln. Ztg," beipslichten, fvenn sie erklärt: „Tas Kriegsgericht hat die Mißgriffe des Obersten nicht für ge-, »iigend erachtet, gerichtliche Strafen über ihn zli verhängen: aber wir hosscn, seine Fehler in der Behandlung der Zivilbevölkerung werden ihre disziplinarische Strafe sinden. Und aus der anderen Seite wird ja wohl auch die Zioilverwaltung in Zabern von ihrer Vorgesetzten Behörde bald mit einigen gründlichen Veränderungen bedacht werden." Schaden haben die Zaberner Vorgänge genug angerichtet, nno über die Politik des Herrn v. Bethmann-Hollweg, die er in den Reichslanden eingeschlagcn hat, toird noch inanches Wort gesprochen werden müssen. Was jetzt die Regierungspresse niit den lonservativen Blättern über die Stimmung der elsaß-lothringischen Bevölkerung ösfentlich erklären muß, entspricht doch recht ivenig dem anmutigen Bilde, das uns bei der Schaffung-der Verfassung für die Reichslande vorgcmalt wurde. Will der Reichskanzler gestehen, daß er sich getäuscht hat, tvill er das Kaijerworb von den „Scherben" verwirklichen oder das weitere Ertt- gegeulointucn-zeigeu, das iin elsaß-lothringischen Landtag bereits gefordert worden ist, nämlich die Verfassung weiter ansznbaneno Dir Pegründung des Urteils. S t r a ß b u r g , 40. Jan. In der Begründ» n gdesfr eis vrechendenUrteils führte KriegSgcrichtsrat Jahn einleitend aus, daß Leutnant von Forstner Ende Oktober die bekannte Aeutzerung über die „Wackcs" getan hat. Tie Bcweisauinahme hat bestätigt, daß infolge der Veröffentlichung von Aeußrrungcn in der betreuenden Jnstruk- iionSstunde Aienschcuanfainwluugen in demonstrativer Absicht sich hinter dem Leutnant und vor seiner Wohnung bitdeien, wobei mehrfach Beleidigungen ausgestoßen wurden. Es ist testgestellt, daß Steine und Flaschcir hinter den Offizieren, und zwar nicht hinter Leutnant v. Forstner allein, her geworfen wurden. Tic Polizei hatte nicht die Macht, dre Ansammlungen zu zerstreuen, bis endlich Gendarmen zu Pferde stiegen. Tie Zurückdrängnng der Menge erwibcric diese mit Stcinwürscu. Ruhe trat ein, als Oberst v. Reuter in Urlaub war: die Beleidigungen der Ossizicre wurden abe^in der Zwischenzeit sortge- fef.t und erstreckten sich auch aus den Obersten. als dieser aus seinem Urlaub zurückkehrte. Was sich später ereignete, darüber gehen die Ansichten weit auseinander. Nach der einen Ansicht war das Einschreiten des Militärs berechtigt, nach der andern jedoch nicht. TaS Gericht nimmt an, daß die Bevölkerung über die kurz zuvor wegen I bcr Beleidigung der Offiziere erfolgte Festnahme von jungen Bur Wien sich aufgeregt hat, so daß eS nach dem Einschreiten deS scharf vorgchcnden Militärs zu Ausschreitungen kam. In rechtlicher Beziehung führte KriegSgerichtsrat Jahn aus, es bestehe ein erhebliches staatliches Interesse daran, die Träger der Staatshoheit zu schüfen. Schon wenn «chutzleute anqegrisjcn würden, erfolge die Osfiziatklagc. In Zg. Hern sind die Offiziere tatsächlich angegrifsen und beleidigt worden. Schon am 13. November hatte Oberst v. Reuter der Zivilbehörde mitgctrfit, daß sie für Abhilfe sorgen möge, widrigenfalls der Belagerungszustand verhängt würde. S c l b st v e r st ä n d l i ch w a i diese Verhängung d e S Belagerungszustandes eine ungesetzliche Maßnahme, aber die Polizei konnte Nissan, daß das Militär sich in einer Notlage befinde. Wer wäli- rend der Zaberner Vorgänge die Polizcigewalt in »Zabern ausübte, darüber sei keine Klarheit geschaffen worden. ES ist nichts geschehen, um der Belästigung der Offiziere Einhalt zu tim. TaS Gericht ist der Ansicht, daß, wenn die Zivil- bchördc auch nur miteinigcrEnergiecingcschrrite n wäre, die Vorgänge hätten vermieden werden können. Am 22. November erst erfolgte der Ausruf, in welchem die Bevölkerung ersucht wurde, die Ossizicre in Ruhe zu lassen. Tarauf trat etwas Ruhe ein, aber am 26. wurden hinter den Offizieren wieder Ruse laut, so daß einzelne Festnahmen eriolgen mußten. Was das Vorgehen dcS^ Obersten v. Reuter am 28. November anlangt, so hielt sich der Oberst an die noch in Kraft b e t i n d l i ch c preußisch c K a b i n c t t s o r d r e. Es ist kein Zweifel, daß die preußischen Truppen sich an ihre Instruktionen zu haften haben, gleichviel, wo sie sich befinden. Tic Offiziere haben nur ihren Pflichteifer in der Ausführung ihrer Instruktionen zu betätigen und haben die strafrechtliche Seite ihrer Instruktionen nickst nachzu- prüsen. Ter Soldat trägt seine Jnslruilion im Tornister mit und befolgt sie auch im Auslande. Tie im Reick)sland garnisoniercnden sächsischen Truppen haben die sächsische Instruktion, die prcnßiick>en Truppen die preußische Instruktion auszuführen. Es ist zwrifel- loS, daß der Offizier weiter nichts zu tun hat, als sich an seine Tienstvorschrist zu halten. Das Gericht stellte sich im wesentlichen auf den Standpunkt dc-s Vertreters der Anklage und des Berlei- digers, daß dem Obersten p. Reuter bei seinem Vorgehen das Bewußtsein der RechtSwidrigkcit gefehlt habe und er sich für berechtigt hielt, einzuschreiten. Tie Zivilgewalt in Zabern hat vollkommen versagt. Tas Zeugnis der Olfizierc sei als glaubwürdig anzusehen. Tie Zivilbehörde hat sich nur auf die Verhinderung tatsächlicher Angriffe aus die Offiziere beschränkt, aber nichts zur Ausrcchtcrholtung der allgemeinen Ordnung getan. Der Oberst v. Reuter war berechtigt, die Verhaftete n und im Pandurcnkeller Untergebrochtcndort z u r ü ck z u b e h a l t e >l, weil die llebersührung derselben nach dem Zivilgericht während der Nacht zweifellos zu Z n s a m m e n st ö- ß c n geführt hätte, was zu verhüten eine Pflicht deS Obersten war. Daß Oberst v. Reuter mit der Verhängung deS Belagerungszustandes gedroht hat, war rcchttich nicht zulässig. Aber es war als ernste Mahnung an die Bevölkerung zur Wahrung der Ruhe gemeint. Bezüglich des Angeklagten Schabt sei zu bemerken, daß von einer widerrechtlichen Freiheitsberaubung durch ihn nicht die Rede sein könne. Der Anschuldigung gegenüber, Schadt sei unberechtigt in die Wohnungen der Zeugen Levh und Gunz einge- drungcn, wird festgcsteilt, daß nach den bezüglichen militärischen Destimmuilgcn Schadt als Wachthabender und dienstlich mit der Festnahme von Personen beauftragt war, die sich etwa einer Gesetzwidrigkeit schuldig gemacht hatten. Leutnant Schadt hielt sich zu seinem Vorgehen sür berechtigt. Was die vorsätzliche körperliche Mißhandlung deS Zeugen Kornmann anbclangt, so hat das Gericht keine Veranlassung, dem einzigen Zeugen, dem Kornmann selbst Glauben zu schenken. Auch sei nicht anzunehmeu, daß durch einen Schlag mit der stachen Hand ein Backenzahn sich löse. Tas Gericht hält einen schlüssigen Beweis nicht für erbrach! und spricht mich in diesem Punkt den lAngcklagten stir vollkommen schuldsrei. , Das Urteil wurde vom Publikum mit lebbafiem Beifall ausgenommen. Lnver Pascha und Gencral Liman von Sanders. Tie Ueberraschunge» aus Konstautinopel hören nicht auf. Nun heißt cs plötzlich, Liman v. Sanders werde nach dem Willen des neuen Kriegsininisters doch nicht KvrpS- iommandeur werden, und cs ist vorläufig noch dunkel, ob Eimer hier in voller Uebereinstimmung inil den deutschen Auffassungen gehandelt hat. Da angeblich noch immer russisch-deutsche Erörterungen gepflogen werden, erscheinen diese Neuigkeiten in einem eigentümlichen Lichte. Nach einer halbamtlichen Veröffentlichung aus Kvu- stautinopel beabsichtigt der Kriegsniinistcr, in der Erwägung, daß das Kommando des c rft t n Armeekorps einen großen Teil der Tätigkeit des Generals Lim au v. Sanders in Anspruch nähme, zum Schaden seiner hohen Mission als Gencralinspetleur, von welcher der Kriegsminister die glücklichsten Ergebnisse für eine schnelle Reorganisation des Heeres erwartet, einen türkischen General mit dem Koinmando des ersten Armeekorps zu betrauen, welcher dabei von einem deutschen G c n e r a l st ab s o s f i z i e r unterstützt werden soll. Kriegsminister Envcr Pascha crtlärte im „Tanin" in einer Rechtfertigung zur Pensionierung zahlreicher Ossi ziere, gegenwärtig gebe cs in der Türici zwei Cadres, einen sür die Friedenszctt und einen für die Kriegszeit. Die höheren Ossizicre nähmen in Friedenszeitcn Stellungen ein, welche sie in Kriegszeiten anderen Ossizieren überlassen müßten. Eine Verjüngung der Cadres sei notwendig, um dein Dualismus ein Ende zu machen. Für di: Offiziere, welche die Schule vor 10 Jahren, zu einer Zeit verließen, da man sich noch wenig mit der Kriegskunst befaßte, die den modernen Fortschritten nicht gefolgt sind und infolge ihres Alters jede Initiative verloren haben, sei die Zeit der Ruhe geiommen. Ter Minister crtlärte: Die Türkei brauche im Frieden nur einen Efseltivstand von 200 000 Mann. Tas Budget des Kriegsministeriums werde demnach die Summe von sechs Millionen nicht übersteigen, gegen 10>- Millionen im lausenden Jahre. Tic Psort: verösseutttcht außerdem folgende Feststclsiing: Das Komniando über die Dar - da netten und den Bosporus unterstehe nicht dem Kommandeur des ersten Armeekorps, sondern dem Kriegs minister. Das Kriegsgericht und der Belagerungszustand falle gleichfalls ausschließlich unter die Befugnisse des Kriegsministers. Tie „Boss. Ztg." meldet aus Petersburg: Laut „Nowoje Wremja" dauern die Verhaudlungcu zwischen Rußland und Deutschland übeer die d e u t s ch e M i > litärmission fort. Deutschland habe erklärt, keine Schwierigkeiten schassen zzi wollen. Rußland hoffe daher auf eine bciderseisig befriedigende Lösung der Frage. Tie Subskription für die türkische Flotte wird in Konstansinopel und in der Provinz eifrig fortgesetzt. Ter Konstantinopeler Gcncralrat hat sich auf Antrag des Ministers des Innern Talaat, der der Sitzung beiwohnte, durch Akklamation im Prinzip für die Einführung eines Steuerzuschlages für die Flotte ausgesprochen. Tic türtisch-serbischen Friedciißvcrhaudluiigc». werden in diplomatischen Kreisen als abgebrochen betrachtet. Die Tclegiertcn sind seit drei Wochen nicht zu Verhandlungen zusaimnengetreden. Von serbischer Seite wird erklärt, daß die Unterbrechung veranlaßt worden sei durch neue Forderungen der Türkei in Fragen, die schon dreimal besprochen und angenommen worden seien. So seien die Fragen der Nationalität, der Watiifs und der niuselmani- schcn Gemeinden noch strittig. Die serbische Regierung sei Gießer,er Aonzertvere!»». Zweites Kammermusik-Konzert. Gießen, den 12, Januar Wer je in München irttr, sei es als Student oder auch nur vorübergehend, dem wird wohl neben der berühmten und geliebten Münchner „Gemütlichkeit" ein Haupimoment im Leben der schönen Jsarstadt unvergeßlich sein: Tie Pslegc der Kunst auf jedem Kunstgebiete Und neben der Malerei wird in musikalischer Hinsicht so außerordentlich viel geboten, dnß München heute wohl als erste Kunststadt im ganzen Reiche angcieben werden darf. So durfte man den, ersten Austreten des „Münchner StreichguartcttS" in Gießen mit besonderem Interesse cntgegenschen, und die ständigen Besucher der Konzertvercinskonzette hatten einmal Gelegenheit, den höchstkultivierten Tarbiettingen dieses erstklassigen Streichaiiartctts lauschen zu können, TaS Spiel dieser Vereinigung, bestehend aus der ungemein sympathisch berührenden, technisch wie musikalisch aus vollendeter Meisterschaft stehenden Persönlichkeit Professor Kilians, des krait- — besonders auf dem Spezialgebiete der Bachpilcge in München lwch ge ick ätzten Georg Knauer, deS in jeder Hinsicht de deutenden Bratschisten Professor VollnhalS, der aber in der Akademie der Tonkunst selbst als Lehrer für Kammermufiksviel tätig ist und Prosessor Hegar, der an Stelle des ausgeschiedencn Prosessor Kitter seit dieser Konzertsaison dem Quartett angebörl und der sicki dank seiner hier so ofi gerühmten Vorzüge säst ganz dem herrlichen Ensemble eingereiht hat. Die vier Herren begannen mit dem Quartetr von Brahnzs öi Nr 2 in ?bmoll und zeigten hier vieltcicht ani besten, aus welch hoher tünstleriicher Sluse sic musizieren, Ta war, abgesehen van der liebevollsten Ausführung auch der kleinsten IN der Partitur angegebenen Nuance, alles io echt brahmsisch, so herb und dennoch so schtveigend in jedem Don, der sehr schwere erste Satz so sein in jedem Instrument abgetönt — ich erinnere nur an die herrlich wiedergcgebene Stelle bei der Dertersührung des zwttten Themas in der Bratsche — daß man wieder einn-.al ordentlich miischwelgen konnte. Tie KäMilene des zweiten Latzes brachte Mei. ster Kilian »um innerlichsten Tönen, rm dritten Satze war die Unter- streickiung des Degriises „moderaw" von äußerst wohltuender Wirkung ini Geaensatz zum Allegretto v i v a c e und IIN letzten Satz l°gten die Künstler eine rhhthmiickc Klarheit und Krau an den Tag waren überhaupt so musiziertreudig geifimmt, daß man »ch nur — eine längere Pause gewünscht hätte, um sich ein wenig deni erlebten Genüsse noch hingcben zu können. Doch cs stand ja noch Höheres in Beethovens Öp. 59 Nr. 2 E-Moll bevor. Ich habe dieses Werk vor ungesähr neun Jahren vom „Joachimauartett" gehört — eine Leistung, die mir besonders im zweiten Satze - immer unvergeßlich sein wird und so tonnte ich gestern in lieber Erinnerung die glänzende Wiedergabe genießen, lind wie echt im Geiste Beethovens nmsizierten die Münchner; schon die ersten zwei Aklorde voll Kraft und Trotz und dann begann cS wie eine leise Seclcnschwingung, ein unterdrückter Seufzer und schwoll und tönte und sang und bekundete im letzten Satze eine Lebensfreude stürmisch und jung und ungetrübt, daß die vier wunderbaren Künstler endgültig den Sieg über eine gewisse Antcilnahmlosigkeit des PublilumS (bef. mährend des BrahmSguartcttS) davontrugen. Was sollte noch folgen? Ehre wem Ehre gebührt: so beschloß Vater fsaydn mit seinem Op. 20 Nr. 4 in T-Dnr, einem ganz genialen Werk, den Abend. Und die Wiedergabe war ein Kabinettstück echter Kammermusik. Ter Saal ivieS gestern bedenkliche Lücken aus, was wohl nicht nur aus Rechnung der karnevalistischen Unterhalttmgen, sondern viel eher aus eine provinziale Voreingenommenheit gegen alles, was nicht einen intcrnattonalen „Starrust' wie „Caruso" besitzt, zurückzuführcn sein dürfte. Man sollte den Bestrebungen des KonzcrtvcreinsvorstandeS wahrlich dadurch entgegcnkvmmen, daß nian anckt d i c Konzerte besticht, die zufällig für Gießen weniger belanntc Namen aut dem Programm iübren. a-i. * — Jet erste Inhaber der BerlagSsirma Brock- h a u S, der frühere Parlamentarier Heinrich Eduard BrockhauS, ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Mehr als 40 Jahre hat er an der Seite seines Vaters, dann seit dessen Tode mit seinem jünge ren Bruder Heinrich Rudols BrockhauS das umfangreiche und weitverzweigte Unternehmen geleitet und ihm die hohe Stellung, die cs seit seiner Begründung im deutschen Buchhandel cinnimmt, dauernd zu wahren gewußt. — Der Umbau des Palazzetto Venezia, der bekanntlich znm Sitz der österreichisch-ungarischen Botschaft in Rom anSersehcn war, ist mm vollendet, und die Beamten werden hinnen kurzem die neuen, völlig modern hergerichteten Räume beziehen, lieber die Verstümmelung dieses historischen Palastes Pauls II., der eines der herrlichsten Bauwerke Roms war, ist seinerzeit eine allgemeine Klage durch die gebildete Welt gegangen. stfiin ist eS wenigstens erfreulich, daß das ehrwürdige Tenkmol, das nach außen so schwer geschädigt wurde, im Innern nach Möglichkeit erhalten worden ist. Wie im Cicerone berichtet wird, Nwrde die häßliche alte Sttege im Hauptpalast umgelcgl und int Qiiatrrocentostil neu erbaut Fragmente, die man bei der Umsetzung des Palazzetto sand, antike Trümmerstücke und andere schöne Bauteile, wurden in der bohen Loggia eiugcmauctt. Bei dein Wiederauibau kam ein seiner historischer Sinn zur Geltung, und jo ist cs eine glückliche Ueberraschung, den neuen Hos mit seinen lustigen Bogenstellungen zu sehen. Das obere Stockwerk der Bogenhalle, das srüher vermauert war. ist jetzt geöffnet. Ein Renaisiancegärilein mit einem Renaiilanccbrnnncn ist in der Mitte angelegt, und in der römischen Sonne sprießen Zypressen, Lorbeer und Buchsbaum rasch empw. Auch sonst sorgte der gegen» artige Botschaster am Vatikan Prinz Schönburg-Hartcii- stcin daflli, daß gerettet wurde, was zu retten war. Er ließ in einem der Prunkgemächer unter Ufias die Münzen und Ton scheiben sammeln, die man in großer Zahl in den Fundamenten anSgxgrabem und stellte die Büste Pauls II, von Bcllano in schöner Weise wieder aus, Tic Gcsckstchte des Umbaues, bcr dem reiche Funde an Marmorfragmenten, Münzen, Terrakotten usw zutage traten, wird von Tr. Ludwig Pollak verfaßt, dkr sich bei diesen Weiderherstellungsarbeiten mannigiache Verdienste-erworben. Hat auch das neue Gebäude viel an Schönheit cingebüßt, so hat es doch einen Vorzug vor dem alten erhalten: es ist be- guem Und gesund, und nran darf sagen, daß heute kein Botschaster in Rom glänzender wohnt als der österreichisch:. * M o d e I ch >v a l l. Wag RndoU Hfidebrand, der große -vrackigelchrte, vor gerade 30 Jahren i>> feinen „Wcbnnfett über Gott, die Welt und das Ich" »iederschrieb, da? aüt auch heute nocki: „(sin Zeichen der Umtehr von gelehrtem Worticbwolt lebe ich in der Beiloge der illltgeineinen Zeitung, wo einer über religiös- vliiloiopbiswe Begritje der Sgtatava aut Madagaskar schreibt: „Ihre Ansicht übw da§ höchste Wesen ist — wenn wir uns doch einma' so griechiich und lateinisch ausdrücke» sollen — eine onthrovo- morvbische Objektivierung ihrer eigene» ctl'ischen Jndividiialilot, was Schiller ebenso kurz und gnt wie schön deutsch io gewßt bol In seinen Göttern inalt sich der Mensch. Schon äkenovbanes saate übrigens 500 Jalire vor unserer Zeilrechnuna Sle-nliches eniie enstoch. Schade, daß sich unsere benngen Denker kein Vorbild 01 dieser klaren Sprach« nehme». Alles, was i» jenem Modesanvall aeschrieben ist, wird einnial als veraltet und geschmacklos an- wideen; nur was in der andern, einsachen Form gesoßt ist, wirt und kan» nie veralten," ffntfduojien, diese ^rta^eii auf dein Wege der Gesetzgebung zu lösen, ohne in dem FriedenSvertrag eine Vcrpfliclstunz der Türlei gegenüber zu übernehmen. An» liessen. Bau einer elektrischen Straßenbahn in Oberhessen, Abg, Jouy Hai in der Zweiten Kammer folgenden Antrag cingebracht: Die Kammer wolle beschließen, Großh, Regierung zu ersuchen, den Landständen einen Gesetzentwurf borzulege», welcher auf Grund des Gesetzes vom 26, Mai 1884 usw, usw, den üblichen Staakszuichuß Vorsicht für den Bau einer Elektrischen Straßenbahn znnl Transport von P e r s o n c n, E i- s e ii b a h n st ü ck a u t, P o st v a k e t g n t und l a n d w i r t s ch a s t l ich cm M a r k t g u t von und zu den Bahnhöfen der Main 'Deserbahn in Bad-Nauheim und B u^tz b a ch an und über die Ortschaften N i c d r r --M ö r le n, Ober- Mörlen, Luftkurort Zieqenbera, Lange nhain, Zauerbach v , d, ,tz ,, H o ch »W e i s e l, O st e i m und Nie d c r - W c i s e l. In der Begründung heißt cs: Bereit» bei Tagung des 33 Landtages Hai der llnterzeichnete und 17 Genoffcn, Mitglieder aller Parteien des Landtages, den Staatszuichikß zuni Bau einer Botlbahn von Butzbach nach dem Luftkurort Ziegenberg beantragt — TrucksMr 142 de» 33 Land trags —, dieser Antrag kam >edoch wegen Schlusses des Landtags nicht zur Verhandlung, ^ Eine Wiederholung des Antrags bei Tagung deä o4. ^.and- tags wurde von hem Unterzeichneten verschoben, weil während- bem die Absicht bei ibm in den Vordergrund trat, den prennilchen Staat, tcn an die hessische Gemarkung Ziegenberg anstoßend nr Nachbarstaat, zu bewegen, einen Anschlußbahnbau in der Richtung nach den Städten lliiiigen und Idstein varzusehcn. Diese Vor- sehung ist nunmehr aber einesteils, weil der vreußischc ruaat die Strecke von Ziegenberg nach Usinocn, an welcher nur ciiiige alte Mühlen vorhanden sind, für den Bahnban zu unrentabel ansehcn dürste, anderieits erklärt haben soll, er habe notwendigere Strecken zu bauen, als gerade diese, und dann auch wohl, ivcrl die all- gemeine Geldlage den Unternehmungen für größere Bahnkanten sür lange Jahre ungünstig ist und an solche kostspielige Bahnbauten niemand herantreten will. Unter diesen Umständen >iiid in Erwägung, daß die Bevölkerung de» iäesscnlandes zwischen Butzbach und Zicgenbcrg und Bad-'Aavhesm und Ziegenberg seit Jabr-ednien eine ibrc Gegend berührend,- Bahnverbindung mir der 'Main-Weser-Bahn ernrcbt und zur besseren Belörderung ihrer reichlichen und vorzüglichen lontwirrschaltlichen Produkte nach den Slblaßgebieten Butzbach— Gießen and Bad-stiauheim—Frankffirt a M, dringend bedari Il"d unter dici'eni Zwang schon nennenswerte Beträge für gener-llc Babnrorarbeiten vor Jahren an°g-wendet bat, dürfte eine Bahnverbindung mit genannte» Slalione» der Main-Weser-Bahn, wenn auch in Form einer w-niger kostspieligen Elektrischen Straßenbalm, Nicht mehr auffchiebbar sein. Daran anschließend ist zualkich g-plant, B a d°N a II l, c i m int i t einer Ringbahn z u versehen, dnrcki welche die meisten öffentlichen Gebäude: der Perioncn- und Gülcrbahnbof, die Badehäuser, Trinkauellen, das Zanderinftitut, die Post, das Spital, der Stadtniald. die Artotheken die Bürgermeisterei, der Wrchenmartt, das Poliieiamt, das Kurhaus das Amtsgericht, der Johannisberg, das Teichhai,s. daS Konitzkiftfft uiw, in leicht er- äelichbare Verbindung gebracht werden, Abg, Joun fügt hinzu, die Elektriswe Straßenbahn fei in der Lage, durch Abnahme des Stromes von der Elektrische» Zentrale Wölfersheim einen staatlichen Betrieb rentabler zu mache» Eine sozialdemokratische Anfrage, Abg Adelung stellte an die Regierung folgende Anfrage: Ist der Regierung bekannt, daß die Direktion Mainz der Preuß -hessischen Eifenbabnverwaltung den Bezirksvorfidenden des „Verbandes deutscher Eisenbabnbandiverker und -arbeiter (Sitz Berlin " infolge seines Eintretens für die Interessen der Bahn- bediensteten nach 15 jähriger Tätigkeit entlassen hat? Ist die Großh Regieniiig in der Lage und gewillt, bei der Eisenbahn- äwrwaltnng Schritte zu iinternchinen, um die Rechte der Arbeiter zu ioahren? -ö, Stangenrod, 10. Ja», Gestern abend hielt der Berbandsrediier des Bauernbundes, Gu ßm ann--Gber- stadt, von Weitershain kommend, bei Gastwirt Schäfer einen Bortrio, Er sprach », a. über Wehrsteuer, KandidaGnsrago und Arbeit des Landtags, Da aber der Vortrag schlecht besucht war, kürzte der Poriragende seine Ausführungen ab. ventscbe» Reich. Im preußischen Herrenhaus wurde der Antrag Tr. Graf Porck v. Warten bürg mit 185 Stimmen angenommen, der die Regierung ersucht, im Reiche dahin zu wirke», daß der Stellung Preußens, ans die cs seiner Geschichte wie seinem Schwergewichte nach Anspruch hat, nicht dadurch 'Abbruch geschieht, daß eine Verschiebung der staatsrechtlichen Verhältnisse zuungunsten der Einzel- staat-n Platz greist, Herr v, Bethmani,-Hollweg hatte selbst das Wort ergriffen. Aurlanv. lieber das Befinden des Königs von Rn- manien wird berichtet: Der König leidet seit einigen Tagen an Grippe, Nasen-, Kehlkopf- und Luströhrenkatarrh, Vorsichtshalber hütet der König das Bett. Arbeiterbewegung. Degen eines großen Eise „ bahuarbeiter - Ausstandes in Südafrika ist die Bürgenvehr in Kapstadt mobil gemacht ioorden. Auch die wassenfähigen Bürger in Natal und Oranje sind zu der Zahne berufen worden Ter Ausstand, der schon einige Tage dauert, ist noch nicht allgemein. An» StaM und Land. Gießen, 12. Januar 1914. ** TageSkalender für Montag, 12. Jan. Verein f n r 2 u > ts ch i k 1 ah r t, Vortrag de» Direktors Otto Neu », nun: 1. .Tie Wertlosigkeit des 100 m langen SchlevpleilS'. 2. .lieber BaNoniührung", Im Hörsaal des physikalischen Jnstitnls, Abends 814 Ube. T r i n k e r i n r I o r g e st e I l e sür Stadt und Landkreis Gießen, Gießen, Asterweg S, Sprechstunde: Jede» Dienstag abend von 6'/,—8 Uhr. ** V o in städtischen G a s >v e r k Ter töosverbrauch ist im Rechnungsjahr 1912/13 aus 2 180880 Kubikmeter gestiegen : er verteilt sich wike folgt: Leucht-, Koch- und Heizgas 1 543 451 Kubikmeter, Motoren- und Jndustrieheizgas 118163 Kubikmeter, Gas zur Füllung von Luftballons 3430 Kubikmeter. Straßeribeleuchtung 286 40l Kubikmeter, Selbst, verbrauch. Derdichtung und Verlust 232 435 Kubikmeter, Tie stärkste Abgabe war an, 14. Dezember 1912 mit 9750 Kubik- meber, die geringste am 26, Mai 1912 mit 3360 Kubikmeter, ■Vcr durchschnittliche Tagesbedarf betrug 5975 Kübikmeter gegen 5912 Kubikmeter im Vorsohr, Am 1 April 1913 ivareu 4689 Gasmesser mit 20 461 Alammeu vorhanden, 16 Maschinen mit 79 Pferdestärken wurden mit Gas an- getrieben. Die Straßenlaternen wurden im Betriebsjahre um 28 vermehrt, Ihre Zahl betragt 919 m,it ,971 Flammen, davon sind 113 Laternen mit 133 Flammen seit Ein jührung der Bogenlichtbeleuchtung ganz außer Betrieb, 16 Laternen stehen in Straßen, die noch lischt ausgebaut sind. Sämtliche Gaslaternen sind mit Fernzündern versehen, Zn den Eichgärten kwird »och eine Petroleumlaterne unterhalten, — Zu der Herstellung des Gases wurden .5580 Tonnen Ruhrkohlen und 1464 Tonnen Saarkohlen verbraucht. Am Schlüsse des Rechnungsjahres waren aus dem Gaswerk noch 1207 Tonne» Kvhlen vorrätig. Aus 1 Tonne Kohle wurden gewönne»: |309,0 Kübikmeter Gas (im Boriahre 299,7 Kubikm) 709,2 Kilogramm (709,0) Koks, 61,1 Kilogr, (55,7, Teer und 89,2 Kilogr, (67,7) Ammoniakwasser, Tie Länge des Hauptnetzes betrug am 1, April 1913 42 263 Meter, die der Haus- nnd Laternenzuleitungen 21524 Meter, zusammen 63 787 Meter, Trr obere, unreduzierte Heizwert des Gases betrug im Jahresdurchjchiiitt 5607 Kal, Kubikmeter, das spezifische Gewicht war 0,415, Die Straßenbe» leuchiung erjoroerie 42 494,35 Mk, sür Gasbeleuchtung und 193,45 Mt, für Petroleumbeleuchtung, Der Verbrauch des Gase- zur Straßenbeleuchtung ist um 22149 bezw, 2847,51 Mark infolge der elektrischen Straßenbeleuchtung zuruckge- gangen: die Unterhaltungskosten der Gaslaternen gingen um 3008,84 Mk, zurück, letztere Ersparnis ist hauptsächlich der Fernzündanlage zuzuschreiben. Eine Nachtlaterne brannte 3923 Stunden im Jahr und kostete einschließlich Glühlorperersatz usw, 70,80 Mk,, eine Abcndlaterne brannte nur 1880 Stunden und kostete mit allem 41,91 Mk, — Das wirtschaftliche Ergebnis ist recht zufriedenstellend. Nachdem an Zinsen 26 163,65 Mk, gezahlt und an der Schuld 30 000 Marl (das sind 5,37 Prozent vom Schuldlapital) abgetragen wurden, verblieb ein Reinüberschuß van 112 048,48 Mk Derselbe übertrisst den vorjährigen um 9600,23 Mk, und den Voranschlag um 15822,48 Mk', Die aus dem Werk lastende Schuld betrug 578 638,24 Mt, " Die Z ohlenfördcrnng des Großherzogtums für da§ Jahr 1913 belief sich auf 428 655 Tonnen. Hiervon wurden 30 422 Tonnen im Rohzustände (zum größten Teil an eigene Werke) vcrkanst, während der Rest zu Briketts, Naßpreßsteincn und Schwelereiprodukten verarbeitet wurde. Erzeugt ivnrde» insgesamt 24 281 Tonnen Braunkohlenbriketts und 23 506 Tonnen Naßpreßstcine Dcr Gesamtwert aller in Jahre 1913 geförderten Braunkohlen einschließlich der daraus crzcnaten Briketts und Raßpreßsteine beziffert sich auf rund 860 000 Mark. — L o h n a ii s b cs sernn g von Ba sin unter Haltung 8- arbeitern. Aiij Wiinich von Balinunterbaltuiigearbeitcrii der Bahnmeisterei 5 (Gießen) gab der ReichrtcigScibg Dr. Werner vor einiger Zeit unter entsprechender Besü» ivortnng ein Gesuch um Lohnaufbesserung an den Minister der öffentlichen Arbeite». Daraufhin sind, wie die Königl. Eiscnbabndircktio» iinlcri» 8, Januar inittcilt, die Löhne der genannten Arbeiter, soweit hierzu ein Bedürfnis anerkannt iverden konnte, mit Wirkung vom 1. Januar aus- gebessert worden. * 4 Meisterkursus. Da in diesem Frühjahr sür die Provinz Oberhessen noch eine außcrtcrniinlichc Meister- Prüfung stattsindct, hat der hiesige Ortsgcwerbevercin einen Dorbcreitungskursus eingerichtet, der gestern von dem Vorsitzenden in der Gewerbeschule eröffnet wurde. Die Leitung hat Reallehrer Haggenmüller übernommen, den Architkt Garnon und Reallehrer Appel unterstützen, ** Der OrlSgcwerbeverein hielt am Samstag abend eine anßerardeniliche Mitgliederversammlung in dem GewerbehnuS ab. Der Vorsitzende widmete einleitend dem verstorbenen Handtvcrkr- kammcr-Tyndikus Enge Ibach einen Nachrui, Tann wies er mit einen am 3. Februar slansindende» Varicap über das Emzielie» von Ansslände» hin, den Teiaillilien-, Kanimcinnischer und OrtS- gewerbeverein gemeuischaillich veranslallelen und machte Mitteilung über den Stand der Vorbereitungen lnr die Krankenkasse n- wahl. Bei der Wahl für den Bezirksverband wurden die bisherigen Vertreter L. Petri II„ E, Berg feit-, M. Dörr nnd Tr, tkrausinüller wiederaewähkt, ebenso für den LaiideSaiiSschnß de? LandeSqewerbevereiiis Tr. KranSmüller als Milqlied und H. Winn als Stegvertreter, Es wurde sodann nach einem Hinweis ans die Lauierbacher Tagung des LandeSgewerbevereinS be- >ck,lassen, a» den Stadtvorstand eine Eingabe ivege» Aushebung des städtische» GnternnisaystempelS und der Z Nivachsste » er zu richten, ** Stadttheater, Die Bolksvorstellung von „Des Meeres und der Liebe Wellen" am nächsten Mittwoch ist die überhaupt letzte Aufführung dieses Grillparzerichen Werkes, — Zwei interessante Gastspiele bringt noch dieser Monat: am Montag den 19. Januar gastiert die berühmte Tanzkünstlerin Teilt M'ahesa in ihren exotischen Tänzen und am Sonntag den 25, Januar der Kgl, Bayerische Hoffchauspieier K o n r a d Dreher in der Bauernvasse „Jägerblnt": Für diese beiden Gastspiele gelten die ErmäßigungSkuponS, ** DaS Oberhessische Muse u m und die G a i l - schon Sammlungen haben sich im vergangenen Jahre vor- trefflich entwickelt. Die Abteilung „B ö l k e r m II s e u m" hat durch die Expedition nach Pamir hervorragende ethnographische Er- irerbungen z» verzeichnen, bic bereits dem Pubiikiini durch den Forscher Dr, v, Schulz selbst im Verein sür Erd- nnd Völkerkunde und durch Pros, Tr, TieverS im Museum erläutert wurden. Die Schenkung deö Pros, Dr, Koch-Grünberg bedeutet sür die jüdameriianischc Sammlung einen sehr eisreulichen Zuwachs, Aus dem Nachlaß des in Kamerun verstorbenen Dr, b o u n weiden^ebcnialls interessante Ethnographie« erwartet. Eine Sendung auS Samoa, sowie kleinere Ank:iuse und Zuwendungen sinden dcinnächst Ausstellung, - Das Museum n m Brand- v l a tz hat sich gleichialls beträchtlich vermehrt. Besonders zu erwähne» sind die Maschinen der auSsterbenden Hansindustrie in Oberhessen, bei deren Ankauf UNS das SachverstündiiiS des Oberlehrers Tr, Molz hervorragend unicrstütztc, Bon größieni wliienickastlicheii Wert sind die mit Ersolg gekrönten Ausgrabungen im Kreis Gießen, Im Holzheim er Ge- m r > n d e w a l d wurde ein Hügelgrab aus nrolithi scher Zeit geöffnet, welches eine Urne und eincir prachtvoll gearbeiteten durchbohrten Stcinhammer B.iialttckieser, enthielt. In der G e in a r l u n g Eber st,r d r förderte die Auidrckung b r v n z e - zeitlicher Gräber eine große Anzahl von Gesäßen und Bronzebeigaben zu Tage. Am alten itzambacher Weg stellte inan bei Verschleisungsarbeiten eine ausgedehnte S i e d e l n n g a u S b e m l, vorchrinlichc» Jahrhundert mit zahlreichen Wvhngruben, deren Oberbau ehemals zeliartiq war, icsi. Eigen- ®rtigc. fc1trrte_ itzefäße mit Verzierungen, die z. T. aus Fingermägel- emdrückeu bene hon, lonnien dem Boden entnonrmcn liierben. Von Meiailgegenitänden sanü sich leine Zmir Südwestlich von Eberstadt wurde schließlich «ine r ön> i s ch r B i l i o a u s d e n, d r i t t e n n a ch ch r i si l i che » Jahrhundert ireigelegt, die aus einer älteren Anlage -u,gebaut lpar Terra tigillata-Gesäße, gröberes Gcichirr, Euenterle (darunter die Spitze eines PilumS>, Briirnadeln und vieles andere konnte geborgen werden. Die im Juli 1913 erneut auigemndencn Zeichrnste,ne aus einem keltischen Grab -u, dem Trieb wurden auch vom Ausland eingehend besprochen Lehr crireulich ist der andauernde lebhaiie Anteil, den die Bewohner Gießens den beiden Aluier,'. die als ganz herporrageiidr DlliningSanstaltcn zu bezeichnen sind, eiNgegenbringen, " L a S g e st r i q e Konzert u » i e r o r Regiments» k a v 1 11 e mit der LlebigShühe unter Leitung des Lbermuuk- ineisterS W. L ö b e r iand uor einem vollbejetzien Hanse statt. Ober - inusiknieiller Löber hatte ein vo>zügl,cheS Progroinn, zusaminen- geslellt. II. n. .1812 Ouvertüre Soimuelle' von P, TschaikoivSkn, grosic Tonbilder-Fantasie ans dem Musikdrama „Das Rheinoold' von R. Wagner, sowie desselben Meistere bericknnte Taniihäuser- Ouverinre, affeS Werke, die an den Alnsiler als auch den Tirigenlen grobe künstlerische Anlorderungen stellen, ES ivnrde alles ganz vorzüglich zur Anssührnng^ gebrach«, tzllich sämtliche Werke unserer G > e ii e » e r K o i» p o » i st e ii wurden schön wiedergegeben. " Silberne ffachzelt leiern heule der Kutscher Wilhelm Bellen nnd Gemahlin, Soniiennraße 12, "Ein Freiballon übeiflog an> Sonntag Oberheilen, Er Ivnrde in verschiedenen Orischgiic» gesichtet. In Reichel:, heim landete er um ',9 Uhr an der Straße nach Torn-Aisen- beini. Er war von 4 Offizieren beseht, Tic Insassen wallten, da ihnen die Gegend ganz lremd ivn , Erknndignngcn einziehen. Nachdem dies geschehen, stieg der Ballon ivleder ans und flog >„ der Richtung nach Bad-Nanheit» zu. Er war am Samstag ni» 4 Uhr »achniiltaqs in Berlin ausgestiegen. " Eine ansregende Szene sviclle sich gestern um 12 Uhr gm Babnübergang in der Lieblgstraße ab. 9lach der Eia. inbrt des Fnldaer Zuge? öffitclo der Schrankenwärter no hmalc, nin enie Anzahl Leute dnrchznlassen, da der Zeitraum zwischen beiden Zügen eilahrnngsgemäsi sie!« inlndesteiiS 5 Dünnte» beträgt. Ob mm der Meldekontcilt versag! balle oder der Scbranleii- wärier die Zeit, innerhalb welcher der üielnhänser Zug eintreffe» mußte, »nterschähte sei dal,ing-lleilt. Plötzlich tan, der Zug herange- branst, bevor der Schrmckenivärer wieder schließen komne, Berzweilell riet er .tzlchliniq — Ack t»ng l* - aber drei ältere Tainen und ein Kind ivaren so in ihre Unterhalt,mg verlielt, daß sic hnchslählicl, nichlS höiten >»>> sahen, - Gegendainpl. Notügnal — ein Brnch- tcil einer Sekunde entschied über vier Menschenleben, ** Kleine Mitteilungen, Tic Kirche Stangen tob soll im vorderen Schiss durch elektrisches Licht wegen der Herrschende,, Dunkelheit während des Gottesdienstes erleuchtet werden, — Bei der Treibjagd in Gettenau wurden an, Sams tag von wenigen Schützen 101 Hasen zur Strecke gebracht, — In Neuastenberg ist ein aus einigen Offizieren, Unteroffi zieren und Mannick,asten bestehendes Militärkommando aus Köln eingetroffcn, um das Schneeschuhlausen zu üben, — Der 39jährige Arbeiter August R y b n i ck auS K örn gs- hütte war am Samstag nachmitiag aus dem Lffenbachcr stadi- krciiikcnhaus entlassen hotte, Nachdcni er wenige Stunden danach seine Barschaft in Alkohol umgesctzt hatte, belästigte er aus dem Hauptbahiihoi die Fremden, Bei seiner Fcstiiahmc leistete ec sr energischen Widerstand, daß er mit Hitsc znieicr Passanten, denen er in, Handgemenge die Kleider zerriß, gebändigt und in einem reauiriertcii Wagen ins Hastlvkal gebracht werden konnte, — Am Samstag wurde in der Osscnbachcr Zeinentsabril der Arbeiter Karl Ebeling durch einen 50 Zentner icktweren Kessel erdrückt, Landkreis stsicßen, ck Lüieseck, 9. Jan, In der hemigen Gemeinde- r a l s s i tz u n g lvurden die 6 neu gcwcihlien Gemcinderats- mitglieder in ihr Amt eingeführt. Es ist dies die erste Sitzung, lvornn anstatt 9—12 Gemeinderatsmitglieder teil» nahmen, welches durch das Steigen der Eimvohnerzahl auf über 3000 bedingt ist. Es ivurde von, Vorsitzenden ein Schreiben der Hess, Landeshhpothekenbank verlese», worin sie zur Ausnahme von Aktien auregt, und beschlossen, .500 Mk. seitens der Genleinde zu zeichnen. Ferner wurde beschlossen, das alte Rathaus im Fachwerk weißen zu lassen, alles übrige Reparaturbedürftige soll instand gesetzt iverden. Zu dem Gesuche des Vereins vom Roten Kreuz um Beitritt der Gemeinde als Mitglied beschloß der Ge- incinberat, alsbald den Beitritt der Gemeinde als körperschaftliches Mitglied zum Hessischen Landcsverein vom Roicil Kreuze mit einem Jahresbeitrag von 15 Mk, zu veranlassen. (! Leihgestern , 19. Januar, I» der G e nt c i u b e ra t § - sitz» ii g eriolqte zunächst die Einsührnng der neugewählten Mit glieder Wilhelm Jung IV,, Kail Luh nnd Wilhelm Schäler. Dem Voranschlag über die Errichlnng eines erhöhten Fnßsieige-: nach dem Bahnhoi wird zuqestimiiil. Die Kosten sind mit 3300 'Kt. veranschlagt, woran die Gemciiide zu einem Drittel beteiligt ist Ferner ivnrde» sechs Verlreler zur Kreist agsivahl bestiiinni Ter Noranlchlag sand Eleiiehmigiiiig. m Münster, 10. Jan. Heute starb der Altbürger- mcister Gvntruni I. im 88. Lebensjahre. 27 Jahre war er als Bürgermeister tätig. — m Hungen, I I. Januar. Auf Beranlassung des Hcff. Bolksschriitenvercins, eines Bereins zur Bekämpfiinct der Schundliteratur, findet von heute bis einschl. Dienstag abend ini oberen Saale der alten Lolksschulc eine Ausstellung von Bildern verschiedenen Genres statt. Die Bilder sind von gediegener künstlerischer Aussührung. Ein- Tambolaverlosung findet im Saale statt, wodurch es jedcin Besucher möglich ist, ei^ solch schönes Bild zu gewinnen Kreis Fricdberg. s Butzbach, II. Januar. Heute vor 25 Jahren bat der evangelischer Pfarrer Herr Loos ztini ersten Riale die Butz, bacher Kirchenlanzel bestiegen. Der Jubilar hat sich während seiner Anitstätigkeit, die Syinpatbie seiner Gemeinde envorbcn, Rach Sc», heutigen FrühgoiteSdienlt, sprachen die Kirchen- vorslandSmilqlieder, dem Jubilar ihre Glückivsinsche aus. k. Butzbach. 10. Jan, In der GemeinderatS« ii bung ltaitb« zunächst daS neu gewählte Mitglied Metzger veipslichtel. Infolge Versetzung des Arztes Tr, Küchel von hier noch Worms war die Hospital- ^und Armenarztstelle am Kranke,»» Hanse fiel geworden, lim die Stelle hatren sich Dr, med, Han» Kail Obnacker von Butzbach und Dr, med, Heinrich Luit von hier b.-worben. Bei der i'lbstnnmutzg hielt Tr, Lust die Stimmenmehrheit, Nach Erledigung einiger Armensaehen wurde zur Beratung des Voranschlags der Stadt Butzbach für 1914 geschritten. Er schlteßi mii einer Einnahme und Ausgabe von 228 650 Mark ab, Ter vorgcsebenc Betrag iür Eisen bahnangelcgenheiten von 300 Mark wurde aus 500 Mark erhöht, Bei der Ausgabe für Vogelschutz wurden aus Amrag der GemeindcratSmitglieds Oopenheiincr anstatt der vorgesehenen 50 Mark IM Mark bewilligt, Oppenheimer itetlle solgenden Antrag: Einwohner mit einem Einkommen ovn9M Mk, und einem schulpslichtiicn Kinde, und Einwolmer mit einem Einkommen bis zu 13» Mark bei mehr als einem Kinde haben volle L e 1) t m i 11 c 11 r e i ft o i t. Dasür sind 250 Mark in den Voranschlag einztistellen, Naä> längerer itzuSsprache beantragle Tr, Vogt, einen Betrag von 250 Mark im Voranschlag »or ztiskhcn und den Einwohnern, die bei der Bürgermeisterei Butz dach einen Antrag aus Bewilligung der Lehrmittel stellen, dies» zu gewahren und zwar „ach dem Vorschläge des (Kemeindc-ralS Obvenbcimcr Ter 'Antrag lvurde angenommen. Weiter stellte Ovoenheiiner einen 'Antrag: Tie Erhcbunq des Wasscr- geldcs in der bisherigen Weise wird abgcschaist. Jede HanS Haltung erhält ,50 Kubikmeter Wasser frei, der Mehrverbrauch wird noch den bisherigen Sätzen erhoben. Jedes Haus erhält einen Wasseimesser, der Mehrverbrauch wird von den Hausbesitzern erhoben. Ter Anssall von 13 M0 Mark wird durch eine Etcuererhöhung von 12 Prot, hereingebracktl. Begründung: Tie B'zahlung des Wosscrgelder „ach den bisherigen Sätzen entspiicht incht dem Prinziv von Leisttotgen und Gegenleistungen, Wenn teilweise sür den Kubikmeter I Mark und mehr bezahlt werden, so kann man die» als Wucher bezeichnen, da der Stadl der Kubikmeter höchstens 20 Psg, kostet, Bürgermeister Flach bemerkt hierzu, daß es sich um einen Gcbührenbezug bandle Tie Wasser- und Kanalgebühren würden aut 'Grund eines vom Gemeiuderat. vom Großh, Kreisamt und Gr Ministerium ge- nelnnrgten Statnts erhoben. Dieses SioNll bezw, die Gebühren, lätzr seien von den erwählte» Atisschiisnnitglicderti herritS ahz». inbett worden Tai abgtäninrtf Statut, bas nom Ütaneinfee« tat schon einmal beraten worden sei, würde demnächst noch einmal durchberaten. Ter Antra, könne heute bet Beratung des Voranschlags nicht berücksichiigr werden, ünetam riebt Cwtcn- heimer teilten Antrag -,nriirf. Oppenheimer beantragt, dem Konsumverein s»r die Folge die Halft et, e t — 400 Mk —- zu erlassen, mit der Begründung: Tiefe Steuer wird voit den Einwohnern erhoben, die ein kleines Einkommen haben und ihnen dadurch ^dic Rückvergütung rejp Ersparnisse gekürzt Bürgermeister plackt macht daraut aufmerksam, da st man dirten Antrag nicht durchsühren könne, weil dar im vorigen Jahre errichtete Ortsstatut ministeriell genehmigt fei und man daher nicht einzelne Personen „sw. von der Steuer befreien könne. Es könne dies nur durch Aenderung oder Aushebung des Orts statuts geschehen, Tie Mtzgliedcr Metzger und Obnacker sind bettelten Ansicht wie Bürgermeister Flach. Bürgermeister Flach lehnt hieraut die Wetterberatung dieses Antrages ab. Als dann beschliestt der Istemelnderat: l, Ten Voranschlag iur 1914 zu genehmigen, 2. Der bei der heutigen Beratung und Feststellung des Voranschlags ermittelte Umlagebedan in .Höhr non 107 327 Mark soll auSgeichlagen werden: ai aus 100 t'iJart steuervilichtigeS Bermögen lammen 13,0«, Psg,: lh, aus l Mark flnatCidge Einlontmenstcuei 112,8 Psg, Für Zinsen und Tilgung älterer Kriegsschulden 6315 Mark, Ausschlag: u,/ au> 100 Mark steuetpslichtiges Bermögen 0,97 Psg,, b ans l Mark staatliche Einkommensteuer 7,2 Psg,, jedoch sollen die Einheitssätze der Einkommen und Vermögen ohne Rücksicht aut den heraiiSkom- menden Betrag erhoben werden, 3, Bet (ör, Kreisamt die Ge- nehmigung zur Erhebung dieser Umlage in dem beschlossenen Bei- tragLuerhältniS zu beantragen, 4, Tie Gemcindeircucr in 6 Zielen zu erheben, lieber die Verpachtung der Schäferei bzw, Bulgerechlig-p keil entspinnt sich eine längere 'Aussprache, Tie emgegangeneu Angebote wurden besanntqegeben, Dr, Bogt schligt vor. bet dem Bertragsabschlus- einen Sachverständigen zuzuziehen. Aus Vorschlag des Bürgermeisters 771 a dt taub beschlossen, bei Errichtung des Vertrags das Gemcinderatsmttqlicd, Rechtsanwalt Ohnacker, zuzu?,selten, Oppenheimer beantragt, dast das Triebgeld für Schafe und Lämmer non dem Pächter nicht höher als 2 Mark fcft- gesetzt Werben dars. Tr, Bogt berichtet namens des Finanzausschusses, dast das höchste Angebot von einem Ländler 1000 Mark betrage, Metzger ist der Ansicht, dast man aus die Jahrespacht von 1000 Mark nicht ohne weitere:- verzichten solle, da man aztch out die Steuerzahler, die keine Schate halten, Rücksicht nehmen müsse. Man solle so in erster Linie die hiesigen Landwirte, die beabsichtigen, eine Genossenschast zu gründen, berück,ietaigcn, Steinhäuser macht aus die Schäden, die der Stadt bet Verpachtung der Sck.iterei an auswärtige Händler entstehen würden, aufmerksam, Pranbach ist gegen die Verpachtung^ der Hutgerechtigkeit an einen Händler, der den kBeitrieb der Schafe von hiesigen Einwohnern nickt gestatte, Oppenheimer ist auch der Ansicht, dast man von der hie- tigen Genossenschaft eine Jah'eSpacht sordern müsse. Tie Jahres- ckocht iür die lttesige Genossenschaft wird hieraus aus 200 Mk. sestgesetzt, Alsdanti wtrd aus Antrag des Dr, Vogt dieser Gegenstand zur weiteren Verhandlung mit der hiesigen Genossen- schast dem Finanzausschnst unter Zuziehung des Mitglieds Ohn- acker überwiesen, die in der nüchtten Gemetndcratssitzung Bericht hierüber zu erstatten hat. Dem Haus- und Staatsarchiv Darinstadt wird ein Z u i ch u st zu den Kosten für Ausstellung eines vollständigen Verzeichnisses und Ordnung des städtischen Archivs bewilligt, Slarkcnburg und Rhein Hessen. rm. Dar insladt, II. Jan. In Abe tt b [je im bei Worms wurde in der Nacht zum Sonntag ein Einbruch in der kaiholisehen Kirche verübt und daraus eine ivertvolle silberne Monstranz, die ans etiva Mk. 300 geschätzt ivlrd, sowie ein goldener Kelch im Wert von Mk. 5—600, sowie sonstige Gegenstände gestohlen. Dian hat bis jetzt keinen AnbaltSpttnkt über die Täter. — In Jugenheim an der Bergstraste wurde in der letzten Nacht ein Einbruch in einem Kolonialwaren- und Gemischtivarengeschäft verübt. Dein Dieb fielen Kleidungsstücke und Ehivaren in die Hände. Die Epnren werden mit Eifer verfolgt. na. Osfenbach, 12. Jan. Die Strecke der Nebenbahn Osjenbach-Dietzenbach, die numnehe seit 15 Jahren besteht, soll demnächst eine weitere Ausgestaltung erfahren und bis Darmstadl durchgeführt werden. Die Strecke hat ich bisher sowohl im Personen- wie Güterverkehr recht rentabel erwiesen. Hessen-Nassau. O Rodherm a. d. Bieber, 10. Jau. Durch Verfügung König!. Laudratsamtes ist die Polizeistunde für die Gastwirtschaften wieder auf 11 Uhr festgesetzt ivordeu. lieber 20 Jahre galt die Mitteruachtsstunde als Schluß des Wirlschaftsbetriebs. Die Wirte haben gegen den Beschluß Besehwerde erhoben. st Münster i. Sä, 11. Jan. Aus der hiesigen Station der Höchst-Königsteiner Bahn fuhr heute früh 7 Uhr der von Höchst kommende Perso n e nz,t g seinem Gegenzug, dessen letzte Wagen in der Weiche standen, in die Flanke. Dabei wurden zioei Wagen »m gew orfen. Die Maschine erlitt schwere Beschädigungen und mutzte außer Dienst gestellt werden. Das Unglück ist darauf zurückzuführen, daß der Höchster Zug das Abfahrtszeichen erhielt, während der König- steiner Zug noch mit den Wagen in der Weiche hielt, die der erste zu durchsahreu hatte. Personen kamen nicht zu Schaden, Der Verkehr mußte durch Umsteigen ausrecht erhalten iverden. X Bad-Orb, 10. Jan. Die Stadtverordneten haben der Gewährung eines Darlehens von 720000 Mark gegen 4 1 /' 2 °/ 0 Verzinsung an den Kreis Gelnhausen zu- gestimmt. Die Stadt Bad-Orb ist bekanntlich durch den Verkauf städtischen Waldes an den Militärfiskns in den Besitz größerer Barmittel gekommen. Sport. — Ter Man netrur n-Verein Gießen imternahm gestern seinen ersten Turngang in diesem Jahre. Zahlreich batten sich Turnerinnen und Turner aus dem Babnhoi Gießen eingesunden. 12.12 Uhr erfolgte die Absahrt nach Langgöns, von tvo aus die Wanderung bei prachtvollem Winterwetter über Niederkleen, Ebersgöns, am Forsthaus Butzbach vorüber, nach dem Honsberg und von da nadi Butzbach erfolgte. Noch ilotteai, größtenteils auf idhlliicken, mit Schnee und Eis bededten Wald ivegen zurückgelegtem, fünfstündigen Marsch trafen die Wandet lussigen am Ziele ein und hielten Einkehr im Hotel zum Hess. Hoi. yochwaffer und Zchneestürme. Fast aus getiiz Deutschland kommen Nachrichten über Hochwasser und Sch nee stürme, die am Samstag z. T. sehr folgenschwer gehaust haben. Besonders schlimm ist das Ostseegebiet betroffen, wo hunderte von Menschen vor den Fluten flüchten mußten. Durch den neuerdings wieder ein- getretcnen Frost dürfte das Schlimmste allerdings verhütet sein. Im Einzelnen sind uns salzende Drahtnachrichten zu- gegangeu: Köslin, 10. Jaimar. Mehrere Reisende melden aus Stolvmünde, daß das Wasser bis in die Hauptstraße vorgedrungen ist Tie Häuser in der unmittelbaren Nähe des Hafens sind stark gefährdet. Falls der Sturm weiter anhöll, ist die Lage sehr gesabr- roll, da der Stolpefluß den ganzen Ort dfirtbstießt, Das Fluß- waiier wird durch die Wogen der Ostsee ztirückgedeäugt, so daß es unheimlich steigt. Sehr böse steht eS in dem Städtchen Leba aus, Tas Kiirl aus schwebt in Gefahr, jede» Augenblick von den Wogen hinweggerissen zu werde«, da die Tüne, ans der eS steht, bereits zum Teil- fMierspült ist. In Köslin hat sich der Schncestnrm etwas gelegt, Tie geianttr Garnison Hai Befehl erbalken, sich wach zu Hallen, um int Notsalle nach Tanftcrort abzumarschieren. Von dori hat man bis setzt noch keine Nachricht Tas Bauerndorf W u i i e ck e ti und das Fischerdorf P u d d e m s d o r f stehen eben solls unter Wasser, P, ist rings ron wen tosenden Flute» etnge- schlossen, so daß es von jedem Verkehr abgeschlossen ist las Tori Lahns, das ebensallS am Jamunder Tee liegt, ist zum Teil überidfiremmt. Ta- Wasser aus der Landstraße nach Neuenhagen reicht teilweise hi Brusthöhe, ngmentlid- am sogen Schcilelgraben, Htule nadn wiilete an der Küste ein fürchterliches Unwetter, das die Nordoststürme der letzten Tage noch bei weitem übertrai. Bei Funkenhagen drang die See drei Meter in die Tüne. Bei Sorein- bahm ist die Toriftraße an der Küste vollständig überschwemmt. Ein großer Teil der Gehöfte mußte von den Einwohnern verlassen werden. Bei Bauernhusen wurde eine hohe Tüne vollständig weg- I gerissen. Bei Heft ist die Landstraße itad) Großmöilen überschwemmt, I irdoch kann die Strauddahn verlrdreu, Tie Windstärke sduvatitt schwankt zwischen acht und neun Metern, Laaso ist vom Verkehr aänlztch abqeschntllen, Tie Einwohner erhielten seil zwei Tagen leine Post, da der Verkehr aus deut Jamunder See lebensgesährlich ist. Tie Ostsee durdtbradi aurtt hier die Tüne an vier Stellen Tam Icroet ist vollständig htntveggeipüll Wieviel Einwohner noch leben, ist unbekannt, Tcr Landsleich zwischen dem Jamunder und dem Butower See ist vollständig überschwemmt, so daß nur ein ein siger See voehanden ist. Auch bei Nettwasser ist ein Gehäit ubcv schwemmt tuorben. Die Landwege dorr sind ebenfalls überflutet, Köslin. 11. Ja», Gestern uachl ivurde das iür die Rettung der durch das Hochwasser bedrohlen Einivohner Tamlerorts ans gesandte Militärs von der Station Schübben-Zanow mit Wagen abgeholt. Man versuchte von Wussecken über Eventiit Abbau nach Knastertvald vorzudringen, Ta das Waiier gestiegen war und die dünne Eisdecke brach, verfaulen die Mannschaften chis au die Hüsten in den Fluten, Infolge des großen Zuflusses ans dem Bukowcr Sec steigt der Jamunder See andauernd, Königsberg i, Pr,, 10, Jan. Ter gestrige Schneesturm verursachte uameuilicki in den Niedermigsgegendett und der Küste schweren Schaden, Aue Pt i lau wird berichtet: Tas Hochwasser rrreirtilc hier die höchste Sleigniarke, Tie Einsahrlsdämmc und Brücken sind überschwemmt, Tie Mole an der zweiten Torped»-- boolsdatterie ist aus fünf Meter durchbrochen Tas Walter bedroht die Festung, die zwei Meter unter dem Wasserspiegel liegt. Man versucht, der drohenden gksahrvollcn Ucbcrschivcmmung durch Slein- auischütlungcn zu begegnen, Tanz ig, 10, Jan, Tic Krouprinzesiitt toeille im Lause des heutigen Vormittags gm Strantc des Seebades Brüse» und besichtigte lange Zeit das ZerstörungSwerk der großen Sturmflut, ^ Tamkerurk, 10, Jan, In der vergangenen Nacht hat die Ostsee den Landweg zwischen der See und dem Bftkowrr See an drei Stellen zerrissen. Ter Viftower Sce steigt sehr schnell. Tcr ganze Ort steht völlig unter Wasser, Ans den Fluten ragen höchstens noch zwei bis drei Tücher hervor. Van der etwa 100 Köpfe starken Bevölkerungistno ch^tt i ch I s bekannt. Zwischen dent Ja munder und dem Bukower See ist gleichfalls ein großes Stück Land von den Fluten fortgcriffen tvorden. Von Köslin ist Militär zur Hilfeleistung abgegangen, K ö n i gsbergi, Pr,, 10. Jau, Jujolge des gestrigen Schnee sturmes sind zahlreiche Berlehrrstörungen einactrelen. Am Ein- lahrtesignal der Station Konradswald der Labiaucr Strecke blieb am Morgen der Perioneniug 902 stecken, Tie Vorlegemaichine lubr so scharf aus den Zug, daß er entgleiste und die Zuginsassen durch- einandergeworsen wurden. Es gab jedoch keine erbeblichen Verletzungen, Trier, 10,Jan, Tie Mosel steigt reißend. Gegen gestern ist sie um 30 Zentimeter gestiegen. Tie Schiffahrt ist eingestellt worden Tie User sind überschwemmt. Tas Wasser dringt in den oie- drig gelegenen Sladtleilen in die Keller der Häuser ein. Auch die kleineren Eiselslüsse führen Hochwasser, D ü s s e l d o r s, fl. Jan, Infolge Hochwassers brachen heule nach! die Teiche der Dllssel, wodurch die den Niederungen angelegene» Stadtteile überschwemmt ivnrdcn, Menschen sind anscheinend nicht verunalückt, München, 11. Jan. (Amtlich.- Ter erste Morgenzug 1462 K o ch e l — g. n tz i n g blieb, nachdem es im Gebirge die Nacht hindurch heftig geschneit hatte, bet Ort im Schnee stecken und konnte trotz aller Anstrengungen nicht freigemacht werden. Ebenso blieb heute früh der von München abgegangene Kocheler Sportzng 1473 liegen, konnle sich aber mühsam bis Bichl burcharbeifen. Nunmehr wird versucht, den Zug bei Ort mit mehreren Lokomotiven frei- zubekommcn. Auch der Garmticher Soortzug 1381 ist fnsolge der Schneeverwehungen in Garmisch mit 18 Minuten Verspätung ein- getrosicn. Schneeverwehungen sind auch zwischen Garmiich-Mittcn- wald sowie zwischen Garmtsch-Reutto, doch wurden die Züge dieser Linie, wenn auch mit großen Verspätungen, durchgebracht. Tie Strecke Mittenwald— Innsbruck ist gesperrt und es ist zweifelhaft, ob es gelingt, de» Betrieb heute wieder auszunehmen. I n n s b r n ck , 10. Jan. Ter 60 Stunden andauernde starke Schneesturm verursachte in ganz Nordtirol und Vorarlberg gußerordefiilickc Verkehrsstörunaon durch Lawinenstürze. B r ü siel, 10. Jan, Die Maas und die Nebenflüsse tvachsen zusehends, so daß die Lag-e in der Gegend von Lüttich und Ber- viers ansängt beunruhigend zu werden, 'Auch aus dem Kohlen- bezirk von Eharleroi und der Borinage meldet man starkes An wachsen der Flüsse, Tas Regenwetter dauert ununterbrochen fort, B e r v t e r s, 10, Jan, InBesdrctale sind Hunderte von Häusern überschwemmt worden. Die Bewohner flüchten in die oberen Stockwerke, Tie Verluste sind bedeutend, Dolhain steht zur Halite unter Wasser, Tie Gtleppc ist über die User getreten, Petersburg, 10, Jan Im Gebiet der Nordwestbahn habctf überall starke S ch n c e p e r w e h u n a e n stattgeftinden, Ter Verkehr mit Reval war 24 Stunden völlig unterbrochen, In der 'Idähe von Riga sind zwei Bahn-, ü ge int Schnee stecken geblieben, I» Pllow haben sich sieben Züge ange- sammelt, Tie Verbinduna von Kronstadt mit der jbüste ist unterbrachen, Alle nach Petersburg gehenden Züge haben BeripöNiugen, Tie Vorstädte und Dörfer bei Petersburg sind vollständig etnge- schneit. In den Straßen der Residenz ist der Verkehr durch die Schneeinaiien ersckavert. Zur Fortichasfung des Schnees von den Bahnlinien sind Bauern, stellenweise auch Militär, hinzugezogen werden. In vielen Orlen sind die Belenchlungsanlagen und Tele graphendrähle zerstört morden,_ (ücricfililaaL rw Darmstadt, 10. Januar, Der Berwallimgsgerickstshoi ivies am Samstag die Beichwerde de-Z Landwirtes Walt in Treis a. d. Ln in da gegen die laralion seines Anivesen? durch das Ortsgericht ab, da sie sich keiner Unterlgstung ihrer Amtspflicht, oder eiaer Nebeischfieitimg ihrer Beingntsse haben dadurch zu Schulden kommen lassen, da» sie den llmbau seines Anweieits zn einer Aiühle zwecks Errichtnng eines Elerikizttätswerkes unberücksichtigt ließen. W. war der Meinung, daß die zn niedere Taxation es ihm erschwerle sich enispreckfende Mittel zn beschaffen lind daher seinen finanziellen R»i» herbeisiihrie. Sport. — Tie Gießener Ruder-Gesellschait 1877 hat zuin Bortraining zur kommenden Rndersaisoii, wie zur allgemeinen Etzmnailik im Winter iür seine Mitglieder einen Tnrnabend ein- gerichiet der non sachlicher Seile geleitet wird und jeden Alonlag UNI 80, Uhr in der nelien Turnhalle des Realghmnaliunis ilt der Ltsniarckslrnße staltfindet und heule abend seinen Ansgng ninnnl. * Theaterbrtfckd. Aus Madrid wird gemeldet: In Auiposto in der Provinz Cotalonieu brach während der Borstelluiig int Thealer Feuer aus. Das Thcalcr brannle vollkommeu nieder. Personen kamen nicht ;u Schaden. * Mordversuch und Selbstmord. Aus B e r l i n, 11. Jan. meldet ein Priv.-Telegr.: Der 35jährige Apotheker- gehilse Hugo Cohn wurde in seiner Wohnung von seiner Geliebten der 34jährigen Kontoristin Luise Röhl nach einem vorangegangencn heftigen Wortwechsel durch einen Rcvolverschuß, der die rccfjtc Wange durchbohrte, erheblich verletzt. Nach der Tal tötete sich das Mädchen selbst durch einen Schuß in den Mund. * Zufällig getötet. Aus lftelv-Pork wird gemeldet: Bei einer Nevoloerschlacht zwischen zwei feiud- licheu Verbrecherbauden auf dem belebten Tt. Marksplatz wurde der 05 Jahre alte Gerichtssekrelär Friedrich Strauß, einer der bekauntesien Deutschen 'New-'!)orls zufällig von einer Kugel getroffen und gelötet. rprachecke der llUgemeiucn vcutschen rpeachocteinr. * Ter Gau eh. I>er traaeb leit llegl) seine eier dem gras milckclc in sein uest, sagt der berühmte Straßburger Knnzelrednei Geiler von Katsersderg in einer Predigt über ietnes Freunde- Branl Narrenlchtfi. Es ergibt sich dorans, baß i'lauch nrlpriing- ltelt der Kuckuck Ivar. Seit dem 17. Jghrh. aber isl die alte Be- zeiel nimg immer mehr der lautmalenden Benennuna Kuckuck ge- wlckicn und heute verweudel sic niemand mehr iür den „propheti icken Vogel", wie ihn Goclhe etnwal nennt. Aber tot ist dn:- Wort teshnlb doch nicht, nur hat inan es ans anderes übertragen. Ter Kuckuck galt, da er immer nur den eine» Laut von sich gibt, für nicht lotiderlich um Geist ausgestattet — Gauch winde dahe, zur Vczctcbuuug siir Tiopk, Tor und Dian’; bat dockt das Kraut lein Gauckfhcil einen '.Vmimi daher, daß es die Narrheit der Nlcuichcn heile« sollte. Verliebtheit, besonder« wenn sie einen bedenkliche» virad erreicht, ist — so sagt MIN — von jeher von einer geiviffenNarrheit nicht lehr verlchiede» gewesen, .veriiebte Narren" hat es zn allen Zeilen gegeben. Lianch wurde daher auch zur Be- zctckintmg des Verliebten, des Buhlers. 'An höret mein hübsch pulsehait auch, Wie ich piu geivelen ein gauch — heil-l cs bei Hans Sachs, und Murner lcnnl eine iörmliebe „Gauchmatt", eine Wiele, aui der diele verliebten Narren I» Scharen versammelt sind. Aber auch der ist ent illarr, den die Frau belrüat. „Es halg niemand gern, das mau IUI fein firau beflecket, er sei denn ein gauch," jaul der obengenannte KaiserSbera. In diesem Sinne ttt INI Cimplieiifiiinis Grimmelshausens auch Vulkan ein „hinkender Gauch". Taß man endlich auch ein unehelicher Kind (Bailard) Elanch naurle. hal sicherlich seinen Grtnid darin, daß der Kuckuck cm uutrrgelck'oleneS Kind dc-r Neuer isl. 8ulu nie ganebe riehen? lagl Hagen un zornigen Hlubltck nui ölunthers und BruuhildS Solm und aul dir Tallache, daß nicht Günther, sonderr Sieglrled es war, der die Herrin von Jscnsteln bezwang. S ö h n S lHannover,, Wellerattssickfleii in Hcsictt am Dienstag, den ltz. Januar 1 914: Erneute Auiheiiciuua und Frost, kalt, östliche Winde. Schneebericht bei SdfiUubs Kietzen. Von ©tiinbera NN irtioii grlchlostene Schneedecke bis in den Oberwald. Von Frrtenjecn e.n ansg-zeichnete Schibahn. Schnee Höhe von 30—200 ew. Durchschnittlich ö" Ställe. Lstzte Nachrichten. Eine sozialdemokratische Vers a n, m l u n g in Zaberu, Berlin, 12, Fa». Tas „Berliner Tageblatt" meldet aus Zabcrn: In einer gestern von der svzialdemolrali- ichen Partei veranstalteleu Versammlung spr-ach der Abg. P eirotes über „Militärdiktatur und Bolksherrschasdv Tas kriegsgerichtliche Urteil trüge nicht dent Bolksempsindeu Rechnung. Tas beste Mittel, den Hochmut des Militarismus zu brechen, sei die Verweigerung aller Mittel für militärische Zwecke im Reichstage Zu Zwischeniäklen kam es nicht, L u st m o r d T üb i ugen, 12 Tez, Im Kellerraum eines Hauscs der Uhlaudstraße wurde heute nacht die Leiche der zehu- snhrigen Irma Teessauer aufgesunden. Zweifellos liegt Lustmord vor. Als der Tat verdächtig wurde der 28 Jabre alle Karl Maier verhaftet. Er wird beschuldigt, zuerst ein Sittlichkeiisverbrechen an dem Mädchen verübt und es daiw erwürgt zu haben, Zusammenstöße zwischen Deutschen und Franzosen in Kairo, Beirut, 12 Jan, Nach hier eingetrossenen Rachrich- leu hat in Kairo ein b l u t i g e r Z u s a in m e n st o st zwischen T e u t s ch e n und Franzosen stattgefundeu, dessen Veranlassung der Flieger Ve drin es geloesen sri» soll, 'Auch ui Beirut hat Vedrines nicht die besten Eindrücke hinlcrlaffcn, da sein 'Austreten auch Franzosen gegenüber wenig höflich und lorrekk war, Bor einer Veri'ammlttng der Unione Frntteaise har der Flieger d e u i s ch - s e i n b I i eil c Reden gehalten, die auch außerhalb der deutschen Kolo nie Stehende verstimmt haben, Ta die Unione srancaise international ist, und der Präsident, ein Franzose, gegen die Aeußcrungeit Vedrtnrs nicht einschritt, sind sämtliche deul- sche Mitglieder aus dein Verein ausgerreteu, Ter Ä u S st a n d IN Südafrika, Kapstadt, 11. Jan, Heute nachmittag fand eine Massenversammlung der Eiicnbaimgrbetter statt, um zu entscheiden, oi gestreikt tverden soll. Tic Redntr der Eisenbahner svrackien sich mit einer Ausnahme gegen den Ausstand aus. Durban, 12. Jan, Tic Abstimmung unter den Eisenbahn arbcitern ergab eine Mehrheit für den Allsstand. Die türk schein Wandlungen, K o n sta n t i n v v r l, 12. Jan, Ta sich der türkische Bot- sdiailcr in Berlin, '.tzlabmitd Mukkhar Pascha gewci gcrk hak, den Posten als Jnspekfeur der dritten Armee-Inspektion aiizutrcten, ist er in den Ruhestand versetzt worden. Tcr Kommandeur des 2. Armeekorps, General Hassan J zzet, wurde zum Inspekteur der dritten 'Armee-Inspektion ernannt. An seine Stelle tritt General Hassan Riza Pascha. Hungersnot in Süd-Japan. Tokio, 12. Jan. Die Hungersnot in den süd lichen Provinzen I apau s dauert fort und man hegt große Besorgnis, welche Zustände eintreten können, wenn der geringe Bestand an Lebensmitteln ganz anfqebrauchk ist. Ein politischer Mord. Shanghai, 12. Januar. Der Begründer und Leiter einer großen Zeitung, H o h, wurde gestern nacht auf offener Straße im europäischeu Viertel erschossen. Der Mörder wurde festgenvmmeu. Es liegt offenbar ein politischer Racheakt vor. „Henneberg-Seide“ s: nur direkt! — schwarz, weiß ». ilirb. u. Mk. l.n an per Met., siir Blulen u. Reben ranka u seb»»»ei-»oUt ins.Haus gelles. tNetchc Muneiauswabl umgeb. ^eNltHvdvNg, Haft.J.M. d. deutschen Kaiscri», Zürich. _ i24t D| fif Für ErhoU'n^sbedfirfti^e und leichfere lall wefb Sommer und VW« rä WSM Pfftr a» nrcimie.»AVlnt«ir besucht. I Q ui ie’ P9 UÄ "'Sc Kuranstalt Hofhelm I. T. I W ^ B VT H B i,* Stun dev. FcankfnrtxU.Prospek:* JL. JL « '«WH dutcbOr. Seimiz«rK»ble|,sj ) >oETenarzW mips» MtiMm Si«, Wir bringen hieniiit zur Kenntnis, daß unsere gesamte Kassenverwaltnng siir das Publikum bis aus weiteres ab IS. Januar l. I. nur »sch vormittags van 8—1 Uhr geöffnet ist. «Bin Der Vorstand. Samstag, In I,. Faiiuar, abrubs 8'/* Uhr im ,rosten Oitrinal der Univerfitüt: Vortrag von Fräulein tztttiba Tichl in Frankfurt a. M.: Fürsorge für die herauwachsende tveibliche fugend. (Lintritt frei. — Zu reckt zahlreichem Betuch laden ein Ter Gcinciiibc Lrauciivcrein. Ir. (f. Hdblhaum. Tic LrtSaruvvc des AUg. Tcuiiche» FraocnbcrciiiS. _ il-r. ä)iinnn Diniimaiin. _ W4HI) iksdeBiseliif BSrerkind Eiesson. Mittwoch, den 14. Januar 1914, abeuds S Uhr im Saale des Oesellsehaftsrercius (Sonnenstr.) ( FRITZ HOüfACK Auf sämtliche von heute Unterzell ge SO Prozent Rabatt i t Winter "Handschuhe «e rt j» sind lär Damen, Eerren und Kinder w EP" a redu- II in der Uebertragung von Stefan George (ÄD vorgolesen von Herrn Dramaturgen Theodor Stiefenhofen Vorrerhrnf in , 1 er Ferber’achen Boehhand- laoc, Scltcrsn'eg 87 . Preise der Platze: I. Platz 2 Mk.. II. Platz 1 Mk., StudrntenkartenäOPfc. Die ausserordentlich. Mitglieder zahlen auf Vorzeiten der Mitgliedskarte halbe Preise. kontierst»«,, den 15. Januar 1914, abends 8* 1 Ubr, in Steins Garten MI mit natbiolaciid. rbciaiichcn Tauzscit. «Herren sind natürlich milzubringen) »Iller Mitwirkung bieiiger und ansiviir- liger Karnevaliften. Kintritt «einschliehlich Tanz«: a» der Kasse Mk. I.—, im Borverkau! 2)!k. — .80. Zu buben in den Zigarren- gcjchäileii T»dt, Piackilr. und Markt 1, l'ocb, Babuboiitr. Zcharmaun, Linden vlalv Naiicrcaiü, Kaiser-Allee. A. Salomo» L «5ic., Schuistraste. ZU ME&miETEHi PIANINOS FLÜGEL HARMONIUMS Monatliche Mietpreise: 2—30 Mk. Bei Ankauf gemieteter Instrumente Mietgutschrift nach besond. Bedingungen Wilh. Rudolph • Giessen HOFLIEFERANT Reiters weg 01 SSS (• Rad-Club Germania Giessen GroßerMaskenball am Sonnlag, den 18. Januar 1911. abends 8» Ubr, im CafC I,eih «Kolosseum). 617 Biele Ueberraschungen, Prämiierung der 3 schönste» Tomen- und der 3 originellsten Herren - Masken. Herren »arten Mk. 1.29, im Borverkaus Mk. l.oo. Galerie Tamcn-Karten «0 Psg., im Borverkaus 50 Psg. 20 Psg. 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