Er. 7 Dir «tffctntr anstatt erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich ktejitnerZamIIienblättcr; zweimal wachen thKreir- blatt füc 6«n Kreis (Dienstag und Freitag); zweimal monall. Landwirtschaftlich« Seitfraaen Fernsprech - Anschlüsse: iür die Redaktion 112, Verlag u. Expedition LI Adresse iür Depeschen: Anzeiger Giessen. Annahme von Anzeigen iür die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Erster Blatt M. Jahrgang Freitag. 9. Januar IM Geheim Anzeiger General-Anzeiger sür Oberhessen Rotationsdruck und Verlag der vrühl'scht» Uaiv.-Buch- und §1eindr« t s ch a f t e r, G e n e ra l M a h m n d M n k - tharPascha wird zum Inspekteur der 3. Armeeinspektion ernannt. Er erhielt vom Kriegsministerium. telegraphisch den Befehl, sofort von Berlin abzureisen und seinen neuen Lin Prachtstück unserer vogclwelt. An geeigneten Orte», an Bächen, Flüssen und Seen haben wir zu allen Zeiten, im Sommer wie im Winter. Gelegenheit, einen der farbenprächtigsten und intcresiaiNcslen Vögel uniercr heimischen Fauna zu beobachten, nämlich den Eisvogel Alcedo ispida). Ter kleine, nur 18 Zentimeter lange Vogel hat ein gar farbenreiches Gewand, das aus der Oberseite einen grünen Grund» lon auswcist, der aus Rücken und Schwanz in Lasurblau übergeht und aut 'dem Kops von lasurblauen Bändern durcktzogcn ist. Tic Unterseite ist rostrot, die blendend weiße Kehle hebt jidi sämrt von dieser Farbe ob. An den lltcrn der Flüsse und Bäche, sowie der Teen und Teiche finden wir den Eisvogel ziemlich häutig. Solange er nach seiner Gewohnheit ruhig aus einem Piahl. Stein oder nbcrhängcnde» Jlveig sitzt, ist er sd,wcr zu entdecken, man sicht ihn meistens erst, ivenn er plötzlich mit lautem „Tit-til" ausslicgt nnd wie eilt blendender, blau- und grnniunietnder Strahl durch die Luft dahinschießt. Am herrlichsten offenbart sich seine Farbenvracht, nienn man ihn im Winter an einem Sonnentage beobachten kann. Tann hebt sid» der kleine Vogel mit dcni langen Kcilschnabcl ganz wundervoll von der weißen Schneedecke ab. und der ganze Körper leuchtet und blitzt, als sei er aus Smaragden und Saphiren zuianimciigcsetzi. Leider muß der schöne Vogel im strengen Winter oft schwere Not leiden, denn wenn alle Gewässer zufrieren, so daß er nicht zu seiner Nahrung, den kleinen Fischen gelangen kann, dann muß er hungern, und nicht selten verhungert er ganz oder erfriert in leincm abgemaltetcn Zustande: man sindbi daher zuweilen ans dem Eise scstgesrorene Eisvögel. Solange aber das Wasser offen ist, hat er keine Rot, dcnii dann kann er tischen, und er lennt die Stellen ganz genau, wo die meisten Fische iirt, anihaltcn. Wie alle echten Fischer bat er eine unerschütterlich« Geduld, stunden lang sitzt er unbeweglich auf einem ^Stein oder Zweig und beobachtet unauSgejetzt das Wasser. Sobald na. ein Fisch scheu läßt, fällt er wie ein Stein herab lind ergreift mit sicherem Grift seines kräftigen Schnabels den zappelnden Flosscnträger, dann dreht und wendet er ihn so, daß er mit dein Kops voran in seinem Schlund verschwindet. Wenn auch der Eisvogel naturgemäß nur kleine Fische verschlingen kann, io sind sic im Vergleich zu seiner eigenen Winzigkeit doch oft erstaunlich groß, so daß man nid,t begreift. wie der Vogel den Fisch verschlucken kann. Da nun der bunte Fischer auch noch sehr gefräßig ist, so tut er der Fischerei erheblichen Schade»: er ist daher an Zuchiteichen, die er sehr gerne ausiucht, unter keinen Umständen zu dulden. Tic Fischer stcNen dem arnien gesiederten Kollegen denn auch mit allen Mit Postcn anzutreten. Brigadegeneral Ds ch a v i d Pascha ist zum Inspekteur der 4., Marschall Osman Pascha zum Inspekteur der 1. und Geiveral Te ki zum Inspekteur der 2. Armeeinspekfton ernannt lvorden. Ein Brigadegeneral und 30 Obersten wurden zu Divisionskommandeuren erannt, u. a. Oberst Bronfart v. Schellen dorf zum Kommandeur der 3. Division. In der Liste steht auch Genera l Lima» v Sanders als Kommandeur des I. Korps. — Kriegs» mini ft er Enver Pascha übernimmt auch die Funktionen des Chefs des G c n c r a l st a b c s. Ter stellvertretende Chef des Generalstabs wird noch ernannt; zuni zweiten stellvertretenden Chef des Generalstabes ist Oberst Ismail Hakki, ein Schwiegersohn des Sultans nnd früher Militäraltachee in Wien, ernannt worden. Das neue Budget des Kriegsministeriums lucift gegen das laufende Jahr Ersparnisse von drei Millionen Pfund auf. Fast alle Militäraltachees im Auslande find a b b e r u f en lvorden. Sie sollen durcki neue ersetzt werden. ES bleiben nur Blaque Pascha in Wien und Tschcmil Bei in Berlin. Auch in den Aemtern des Kriegsministeriums werden ivichtige Neubesetzungen stattsinden. Valona, 8. Jan. lieber die Ursachen, welche die gestern verfügte Verhängung des Belagcrungszu st a n- d e s herbeisührten, werden von maßgebender Stelle folgende Einzelheiten initgeieilt: Vor einigen Monaten kamen in Skutari ein gewisjer Zenit Bei aus Jpek und Z i a Bei ans Tsakowa als Emis särc der türkischen Regierung an, um die albanische Bevölkerung mohammedanisäten Bekenntnisses dahin zu beeinflußen, daß sie einen Prinzen mohammedanischen Bekennt» i s s es als albanischen Fürsten fordern sollten, um dadurch die lünstigen Beziehungen zwischen der Türkei und Albanien zu sestigen und enger zu gestalten. Von Stulaii begaben sich die beiden Agen- tcn nach Turazzo, wo |ie ihre wühlerisch.' Tätigkeit noch lort ietzten. Von den Türken wurde »och ein Emissär namens A g a Bckir aus Grebrni nad> Turazzo nnd Valona entsandt. 'Auge,ichts der Ersolglosigleit der dort entwickelten Tätigkeit Ivollt.' et sich die Gelegenheit der Anwerbung von Gendarmeriemonn schastc» sür die -on den griechischen Truppe» geräumten Gebiete Südalbaniens zu Nutze mackien, indem er versuchte, seine Leute unter die Gendarmerie zu bringen. Tie Regierung, davon vertraulich unterrichtet, war aus der öiit, tonnte jedoch mangels positiven Materials leine entsprechenden Maßnahmen ergreifen. Tie Regierung ist endlich in den Besitz genügender dokumentarischer Nachweise gelangt, die ein langsames Anwachsen der einewl chrisllldtcn Fürsten icindscligen Strömung erkennen lassen, die die Bemühungen und Ziele jener'Agitation durchblicken ließen. Tie Regierung beschloß gestern im Einvernehmen mit dem internationalen Kontrollausfchnß und der Gendarmerie die Verhängung des Belagerungszustandes. An Bord eines aus K o n st a n r i n o v e l a n g e k o m m e n e n L l o » d d a ni p s c r s befanden sich mehrere Hundert Passagiere für Valona. Etwa die .Hälfte der Passagiere wurde zur Landung zugelasscn, der anderen Hälfte wegen der vorliegenden Bedenken die Landung verweigert, sür deren Rücktransport nach Konstankinopkl Vorsorge gclrosscn wurde. Aus den bei den Verhafteten beschlag- n a h m t c ii Tokiim enteil gebt zur Genüge hervor, daß ihr: Anlunst mit dem agitatorischen Treiben in Turazzo in Zusammenhang steht und die Fortsetzung der dort be gonnenen Arbeit in Valona bezweckte, die schließlich, wie letzt bekannt tvird, zur Proklamierung des gewesenen türlisckie» Kriegs Ministers Jzzet Pasckia zum Staatsoberhaupt Albaniens hätte führen sollen. B e r I i n . 9. Jan. Tie „Bossiiche Zeimng" vcrösscntlicht Mn tcilnngen einer auiS gründlichste mit den Lerhältnissen Albaniens vertrauten Persönlichkeit aus Turazzo. Tanach Ixit Italien die schon im vorige» Jahre einsetzetidc jungtürkische Propaganda für einen mohammedanischen Fürsten stark unterstützt. Anscheinend sollte Oesterreich gezwungen werden, sei» Protektorat über die albaiiesischen Katholiken autzugeben. Ta aber eine Treiviertel-Mchrheit der Bevölkerung unbedingt einen christ teln nach, sie sangen ihn in Netzen und Pfahleisen und dezimieren io den Bestand der herrlichen Vögel, die sonst iür den Jäger vom 1. März bis zum l. Oktober gesetzliche Schonzeit haben. Ter Eisvogel legt sein Nest in sicilabsallenden Ufer» eines Gewässers an, er bohrt oft meterlange Röhren in das Erdreich, an deren Ende sick, die mit Fischgräten ausgepolstcrte Nisthöhle befindet. Das Weibchen brütet allein die 5 bis 7 zarten, runden, schneeweißen Eier aus und wird während der lötägigcn Brutzeit eifrig von dem slcißigen Männchen mit Nahrung versorgt. Tie Jungen werden in den ersten Tagen ihres Lebens mic Inletten larven, später mit kleinen Fischen gefüttert, nnd beide Alten bezeugen große Liebe zn ihren Kindern, die bis in den Herbst hinein bei den Eltern bleiben und von ihnen ans oas sorgfältigste im Fischsang unterrichtet werden. Erst wenn die Jungen als voll- Icmmene Fischer ausgebildet sind, machen sie iid> selbständig »no gehen allein ihrem Gewerbe nach. Wir wollen baffen, daß trotz der Beriolgungen dnrckt die Fislitcr der hübsche Vogel nichi aus gctonet wird: denn es wäre ZI, schade, wenn dieser snnkelnde Edelstein ans unserer Vogclfaiina vericbnninde, sie verlöre daoncch eine ihrer charakterisliicl sten nnd iaibenprächligsten Gestalten. * Line Aneköote von Ser Erstürmung Wittenbergs. Tic Lntherstadl Wittenberg an der Elbe wurde am 13. Januar 1814 durcki die Preußen unter dem General Tauentzien, der dafür den Ehrennamen Tauentzien vxn Wittenberg erhielt, erobert. Von dieicr Eroberung nun wird kolgcnde lustige Geschichte erzählt. Ter französische Kommandanl der Festung, La Pohpe, der in hem noch heute erhaltenen Gasthof zur Weintraube am Markte wohnte, saß eines Tages, nachdem sich die preußischen Bclagerungswerke der Stadt bereits ganz dicht genähert Hane» und das mörderische Feuer ihrer Geschütze die von den Franzosen i» der Luiherkirck ■ angilegien Pseldennähteu zum Teil vernichtet hatte, die Feittings werke schon bedeutend besä äoigt waren, mitten in. feinet Stnoc, um sich von seinem Kammerdiener den Bart abnehnien z» lassen. Ter Kommandant war gerade cingeieiit, als ihm ein preußischer Parlamentär gemeldet wurde, La Ponpe bctahl, den srindlichen Offizier einzutassen, nnd nachdem er sich artig genug des ein geseiften Bartes halber entschuldigt und den Offizier zum Zitzen, genötigt hatte, begann dieser den Genera! von den glänzenden Siegen der Alliierten zu unterrichten und ihn über feine eigeno bedcnlliche Lage auszulüiren Zugleich, überbrachle er IM Namen des Generals Tauentzien eine Äiiilorderuilg zui Uebcrgahe der Festung. Allein La Poppe animorlcte sehr bestimmt, er „wäre entichlosscn, sich mit den Seinen unter den Trümmern der Festung begraben zu lassen". Der prnißischc Offizier, ärgerlich, seine Be- lichen Fürsten verlangte, so schlug.die Agitation kehl. Es ilt auch, sicher, daß die Fürstcnfrage in Älbanien keine -Schwierigkeiten mehr bieten wird. Me Volksmchrheit erwartet die Ankmrst des Fürsten Wied, dem man sehr gul gesinnt ist, mit Ungeduld Aus Reffen. Von der Geschäftsstelle der Freien Set« einig« nfl hessischer Nativnalliberaler tvird uns geschrieben: Eine am 13. Dezember durch die Presse gegangene Notiz, wonach die Kandidatur Wünzer während des Wahlkampfes in Waldmichelbach in der Hauptsache allein ans die Unterstützung der Freien Vereinigung angewiesen gelvesen sei, bedarf insofern der Ergänzung, ais, wie mehrfach in der Oefscntlichkeit bekannt gegeben wurde, die Freie Vereinigung neben und im Einvernehmen mit der Leitung der Landespartei im Wahlkreise tätig war Ver»ts«he» Reich. Zum Regierung sjubiläumdes'Kaisers sind in ö25 Strassällcn wegen Zuwiderhandlung gegen die Zollgesetze und sonstigen Vorschriften über indirekte Reichs- und Landesabgaben 612 Personen begnadigt lvorden. Jnss gesamt sind rund 38 286 Mk. Geldstrafe, 7211 Mk. Wertersatz und 9 Monate und 25 Tage Gefängnis erlassen worden. Beim K r o n p r i n z e n v a a r waren am Mittwoch abend sämtliche Oberprüsidenten zur Tafel geladen. Ferner waren geladen der Fürst zu Solms-Baruth und Polizeipräsident v. I a g o w. Ter Kronprinz Hai am Donnerstag dem Reichskanzler einen längeren Besuch abgestattet. Tabakstener-Eiiinahmen in, Deutschen Reiche. Die Einnabmen aus der Zigaretten st euer lassen auch im verflossenen Jabre eine starke Zunahme er- lennen; von 19,7 Millionen Mark in den sieben Monaten April bis Oktober 1912 ist, mic die „Südd. Taba^citung" berichtet, die Jsteinnahme auf 23,5 Millionen Mark in denselben Monaten 1913 gestiegen. Die Solleinnahme, d. i. die wirkliche Solleinnahme, nicht die im Etat veranschlagte, ist nach Abzug der Anssnhrvergütnngen bei der Zigarettensteuer gleichzeitig von 24,2 ans 28,5 Millionen Mark, also um 17,8 Prozent gewachsen. Erfreulicherweise zeigen diesmal auch die Einnahmen aus der Besteuerung das inländischen R o h - tabakS eine Zunahme. Hier hat sich die Jsteinnahme von 7,11 auf 7,6 Millionen Mark und die Solleinnahme von 5,5 auf 6 Millionen ?Nark gehoben. Ttuslonft. Der im 77. Lebensjahr stehende Joe Ch a m- b e r l a i n, der frühere Führer der englischen Unionisten, der schon seit Jahren durch schwere Erkrankung verhindert ist, am politischen Leben, besonders an den Parlamentsverhand- lungen tcilzunchmen, will jetzt auch formell sein Mandat sür das Unterhaus niederlegen. Er hat in einem Brief seinen Wählern in Birmingham mitgeieilt, daß er sich bei Gelegen-l heii der nächsten allgemeinen Wahlen von der Parlament«!^ rischen Tätigkeit zurückziehen werde. Er bedauere, seinen Wahlkreis, den er 37 Jahre vertreten habe, aufgebcn zu müssen, meine jedoch, daß Birmingham einen jüngeren Mann brauche, der an den parlamentarischen Kämpfen eineic tätigeren sslntcil nehmen könne. Als Nachfolger Joseph Chambcrlains werden seine Söhne, Austen Eftamberlain oder Neville Ehamberlain genannt. Bor dem Zuchtpolizeigericht in Luneville erschien der als Werlsührer bei dem Ban der Bahn von Luneville nach Blamont angestellte deutsche Staats- rcviamkeit nnnölig verschwendet ju hoben, lehnte das ihm von La Pohpe angebotene dcjeuncr ä !a sourchette, das die gute Lage der Belagerten zeigen sollte, ab und sagte beim Abschiede: „Lcben Sie wohl, mein Herr' Sic schicken den ftcundlichen Friedensboten zurück, allein vielleicht erhalten Sic von uns eine minder höstiche Kunde, welche abzulchnen nichl in Ihrer Gewalt stehen dürste." Ter Franzose zuckte lächelnd die Achseln und ließ sich vollends den Bart scheren, während der Parlamentär durch eine kleine Pforte untern drr Lnthertärche aus der Festung gelassen ward nnd schnell zu den Preußen zurückkchrie, so schnell, daß La Pohpe noch aus dem Stulle'mitten in seiner Stube saß, wo eben der Kammep- diener das Rasiere» beendigt hatte, als die Belagerer ein neues iurchlbares Feuer auf die Festung begannen und eine der cnien Kugeln llirrend durch das Fenster geflogen kam »ich dicht vor La Pohpe in den Fußbodem schlug. Mit einem lauten „Foudrc!" sprang La Pohpe vom Stuhle aus, und als die crichrockcnen Haus- rcnoiien mit blaisen Gesichtern herbeistürztcn, um -sich van dem Schaden, den die Kugel angerichtei, zu überzeugen, sprach der Franzose ganz naiv: „Ter preußisch Offizier aben Recht gelebt; er aben schnell Parole grholt und mir gcschickt ein moindre artig Ambaiiadeur, als er gcwcicn sein selbst." — So die Anekdote, und das zugemauerrc Loch in der Decke des Gasthpfszimmcrs in der Weintraube, wo jene Kugel durchgeschlagen haben soll, wurde noch lange Jahre nachher angeblich gezrcgi Allerdings stimmt zn dieser 'Aneiooie sehr wenig das sonstige Verhalten des sranzösischen Generals, der sich ini übrigen bei der Einnahme der Stadt nichts weniger als lavier und würdig benommen haben soll. * V o ni m o d r r ii e n K i s s e n. Tie Wahl der Kissen verlangt in diesem Jahre die besondere Auimerksamkeit der clegantrn Frau, denn man erkcnnt ihren gieichmack ans den originellen Formen. die ihr die Mode in reichem Maße darbictet. Eine kräftigt: Farbigleit und reiche Buntheit muß vorherrschen, und die türkischen lind veriiichcn Kissen mit ihrer prachwollen Ornamentik zeigen dir Vorliebe iür den Oiienl auch auf diriein Gebiet. Strenger und ieierlicher wirken die schwarzen Samtkissen, die silberne und goldene Jnlruftation-n ausweisen: ein lustiges Gegengewicht für sie sckiosicn dir großen Äiedcrmeierkissen aus Leinen mit bunten Besätzen, die die merkwürdigsten Inschriften tragen wie: „Donvörts, mit sriick.em Mm!" oder: „Komm! Ich erwarte dich" oder Sprüche voll Naivität und Treuherzigkeit oder gar die Aniängc von Kindev- liedchen . — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- ichasl. Geh. Hosbaurat Ludwig Heim vollendet heute sein 70. Lebensjahr. a n fl c f) i r i fl e »t c r m « n n unter der Anklage der Spio - nage , weil in seinem Besitze verschiedene Pläne dieser Bahnstrecke vorflesunde» morden waren. Tie Bauunternehmer waren als Mitschuldige angetwgt, weil sie Herr- mann diese Pläne zur Berfügunfl gestellt hatten, 'Nach der unter vollständigem Ausschluß der Oesseutlichkeit durchgeführten Verhandlung beschloß der (Gerichtshof, das Urteil in acht Tagen zu verkünden. _ ICirdic und Scl'nle. Dürer schule Hochwaldhausen. Am 5. d. Mts. fand in Düsseldorf eine erste Tagung der in Rheinland i Westfalen wohnende» Freunde der Türerschule Hochwald- hausen statt, zu der die Eltern der Türerschüler eingeladc» hatten. Nachdem am Bormittog eine Zusammenkunft von Zöglingen und Erziehern der Türerschule gewesen war, folgte in der Städtischen Tonhalle eine Versammlung, die von Professor Tr. Schloß mann geleitet wurde, und in der Herr Direktor N c uen dvrff einen Vortrags hielt über „Die Türerschule Hochwaldhausen — eine neue Schnliorni". Ter Bortragende illustrierte die Einzelheiten seiner Ausführungen durcli eine Schilderung der Bildungs- und Er ziehungspraxis der Türerschule. Zn der Aussprache brachte der Direktor eines rheinischen Gymnasiums das Interesse und die Freude der zahlreichen rcformsrcundlichen Vertreter' der öffentlichen höheren Schule an der Arbeit der privaten Refvrmschule zum Ausdruck und befürwortete vor allem -ine -weckvolle Lenderung von Examensbestimmunfleii, die die Bewegungsfreiheit auch der öffentlichen Schule stark beschränkten. Professor Tr. Schloßmann erläuterte vom Standpunkt der Eltern aus die Bedeutung einer Schule, wie sie die Türerschule darstelle. _ Arbeiterbewegung. Kapsta dt, 8. Jan. Heute vormittag 11 Uhr war die Lage des Eifenbahnerausstandes folgende: In der Kapkolonie, in Natal und in berCranje Rivcr-iKolvnie tvurde gearbeitet. In Transvaal arbeitete das Zugpersonal. Tie Arbeiter in den Werkstätten sind teilweise in den Ausstand getreten, teilweise bereiten sie ihn vor. Pretoria, 8. Jan. Die Angestellten der Eisen-, bahnwerk st ättc n haben sich heute früh nicht zur Arbeit begeben. Polizei bewachte den Bahnhof und die Werkstätten und schützte die Angestellten der Züge, von denen keiner fehlte. Ter Eisenbahnverkehr war unverändert. In Johannesburg verhalten sich die Ausständischen ruhig. Tie Angestellten in Braamsontein, die gestern den Ausstand beschlossen, sind zur Arbeit erschienen, erklären aber, die Arbeit nicderlegen zu wollen, sobald sie dazu Anweisung aus Pretoria erhalten. Au» Stad» und CanO» Gießen, 9. Januar 1914. ** Tageskalender für Freitag, den 9. Jan.: Stadt- I f) e o t e x : .Eine Frau ohne Bedeutung." Aniaug 8 llhr. » ** I n den Ruhestand versetzt. Der Großherzog Hot e r l r a g c u wurde ani 5. Januar d. I. den, Schulamtsaspirauteu Wilhelm Wald mann aus Ljsenbach eine Lehrerstellc an der Volksschule zu Haiu- stadt, Kreis Ojsenbach. ** 3! eichsgründ nngsscier. Wie in den vergangenen Jahren, hat auch diese.. Jahr die OriSgcuvve des A l l d e u t) ch e >1 Verbandes die Veranstaltung einer allgemeinen Rcichsgrün dungsseicr in die Hand genommen. Als Festredner wurde Freiherr von V se t i n g h o ss-S ch ee l , Wiesbaden gewonnen, guherdem hoben Frl. I. Stammle r. Herr I. H a h n und der Vancrsche Gesangverein irre Miiioirkung zuaesagt Tie Feier wird, wie stets, am Geburtstag des Reiches selbst, an, 18, Januar, diesmal einem Sonntag, in Steins Garlcn staitiinden. ** X'tt ftonjtiUitttin teilt uns mit: Ter zweite K a m - Ni e I m u i i k a b c II d an, Sonnlag, an welchem sich das M ü n ch e n er S I rci chau a rtc t t hier einsühri, ist dem Slreiäignartett ausschließlich gewidmet. Aus dem Programm stehen die Namen Handn, Beethoven, Brahms. Ter- „Vater" des Streich- ouarietts, Handn, ist mit dem bekannten D-Tui-Quartett vertreten, Vecthove» mit der zweiten Nummer v c r b e beabsichtigt i»> Einvernelime» mit der Großb E!ch»»gs-J»- i v e k t i o n einen Knrsns abztihalten, bei dem S eb l o i i e r - meifter tind M e ch a n i k e rtiieister in der Reparatur und Justierung von Wagen tind Gewickneit nnterrtchtet und ausqebckdet iverden lallen. Der Kursus soll gm Dienstag, den 3, Februar, vormittags 9 Uhr, bei der ölrostb. Eichnngs-Jnivektioii zu Tarn, sta dt, Paradevlatz 3, beginnen. Er wird voeansiichtlich in Dgrmstgdt eine Woche dauern, ivobei vorincklggs theoretische Vorträge tind Erläuterungen, »nclimitiaas praktische lieblingeil stattfinden werde». An diese Wockie sckiließt sich eine iveitere praktische Tätiakeit an bei einem der ttzroßh. vanpteickiäniter Tarmstadt, Qfseiibach, Gießen oder Mainz voi, mindesteiis einivöchiger Tauer. ?ln- ineldiiitgen stud bis ZINN 18. Januar ou die Großb. Zentralstelle iür die Gewerbe zu Tarinsladt, Neckarstraße 8, zu richten, "Kleine Mitte Itiii, ,e n. «3» t;en ktiid iit Friedberg eine gnt besuchte Bersannnluna des Obst-, und ölnrlenbanvereins Friedberg- Fanelbach statt, — Die Störungen mir der Bahnstrecke Fried- berg-vonibnra und soweit gehoben, daß sie heute Ivieder ziveigleisig befahren iverden kann. — Ein Briefträger in Bad Soden ivurd« durch einen Schn ec ball ins Ange so unglücklich getrosse», daß die Schkrait verloren isi. — Beltershain blieb geiler» abend bis aeaen 9 llhr dunkel, ioeil ei» Monteur, der vornnttaas an der Leitung gearbeitet, vergessen hatte, das Ortsitey wieder cinzuscbalten. — Ain Eriveiterungsbau an der E i I e n b a h n b r ü ck e Bingen — Bingerbrück stürzte der dort beichäiltgle 22 Jahre alte Arbeiter Karl Götze ans Bingerbrück ans einer Höhe von 8 Metern ab und erlitt schwere Verletzungen ani Kopie. Landkreis Gieße». ck. Wies eck, 8. Jan. Heute, Freilag, abends 8 Uhr, siitdel G e in e i n d e r a t s s i tz u n g mil folgender Tagesordnung slalt: l. Einführung der ncugewählten Gcmeinderatsa Mitglieder. 2. Schreiben der Hessischen Landes-iHhpotheken- bank: hier Zeichnung von Aktien. 8. Reparatur des alten Ratlpinses. 4. Beitrilt zum Hessischen Landesverein voni Roten Kreuz. . Lollar, 9. Jan. Itn Jahre 1913 fanden in Lollar statt: Geburten 71 8), Stcrbc- fälle 2tz (i. V. 30), Heiraten 17 (i. V. 16). ! Nonnenroth, 7. Jan. Gestern verunglückte der Arbeiter Heinrich Paul von hier, ivelcher beit» Planiere» a» den Gruben in Wölfersheim beschäftigt war. Er geriet ztvischcn zwei Schienen des Feldgleise-, welche er verbinden ivollte. Dadurch, daß ein anderer Arbeiter eine Schiene »achschob, zerglietschte sich Paul derart den Mittelfinger der linken Hand, daß das erste Glied von denr zugezogencn Arzte abgenommen werden ninßtc. Kreis Lanterbuch. Ba. Badenv ad, 8. Jan. Ein junger Mensch, der neben einer Gruppe heimkehrender Arbeiter ruhig seines Weges ging, wurde von einem seiner Begleiter, der anscheinend betrunien >var, mit einem Stock mehreremal über den Kopf geschlagen, so daß er Strienien und Hautabschürfungen davontrug. Kreis Fneovcrg. s. Butzbach, 8. Jan Ter Deserteur, von dein luii meldeten, das; er feine Uniformstücke an seinen Truppenteil znrückgesandt hat, hat sich inzwischen frei willig bei der Polizei in Frantfnrt a. M. qestell I. Er ist bereits setnett Truppenteil wieder zugrführt worden. — Vor einiger Zeit bereiste ein hier gewählter Ausschuß von S a ch v e r ^ ständigen, unter Führung des 1. Beigeordneten Ha^ d ermann, die neuprojekkierte Autolinie, um mit der Behörden der zu berührenden Orte Rücksprache zu nehmen Tie Linie ist folgendermaßen gedacht: Butzbach, Hausen Cjpa, Wippersselden, Brandoberndors, Griedelbach, Ober wetz, Oberkleen, .Niederkleen, Ebersgöns, Pohlgüns und Butz^ bnch. — Vorgestern wurden z w c i Soldaten des 87 Jnf.-Regts. (zurzeit bei der Arbeiterabteilung: in Mainz wegen Brandstiftung zur Verbüßung einer Zucht Haus st rase durcki Transporteure in das Landeszuchthau- Rockenbcrg eingeliefert. Ttarkenburg und Rheinhessen. Darmstadls wirlschastliche Lage, rb. T a r »> st a d t, 8. Jan. In der heutigen Sitzung der Stadt vcrordneten eriolgtc zunächst die Einiührnng und Vervilichtung de im November v. I. ncugewählten Stadtverordneten durch Herr: Oberbürgermeister Dr. Glässing. Ten öauvtpnnkt der Tagesord nnng bildete der von Oberbürgermeister Tr. Glässing erstattet Jahresbericht über den Stand der Gcnicjndcangelegcnhciten vo rarnistndt am Schluß des Jahres 1913 'Neben der Wirkung de neuen Eemeindesteuergesetze:- war der Abschluß des Vertrages mit de Hess.Eisenbahn Aktie,i-Gesellsch., die Warenhaus- und Filialsteucr die Bille,tstcuer und die Erhöhung der Äanalnutzungsqcb,ihren wei tcr die Erhöhung der Beamten-, Lehrer und der Arbcitergeholte der «labt in Betracht zu ziehen, was eine Erhöhung des Zuschlag zur -laalsemkdmmensteucr aus 128,4 zur Folge Halle Der Aus Ichlag für das Jahr 1913 ergab für Grundsteuer 894 940 Mk iü Gewerbesteuer 391 274 Mk., für Kapilalsteucr 369 914 Mk und iü Einkmnmcnsteucr 2 247 .307 Mk.. im ganzem an Steuern 3 903 43 Mark. Der Oberbürgermeister folgert aus diesem Ergebnis der Be, anlagung, dal; das neue Genieindeumlagengesed für Darmstadt ir allgemeinen eine stärkere Belastung des Grundvermögens und liebe einer geringen Befferstellitna des Käpitalvcrinügcns eine Entlastun des mittleren und kleinen Gewerbebetriebs gebracht hat. Trotzde, le, die Berechtigiing einzelner Klagen aus den Kreisen der Grund he,,tzcr iwd der Gewerbetreibenden nicht voil drw Hand zu weise, und die -ladtvcrwallung habe sich bereit erklärt, mit den andere Städten aut einem demnächst einzuberusenden Städtetaq in betre der Wirkung und etwaigen Gesctzcsänderungcn Stellung In nehme, Tee erstmalige Veranlagung zur neuen Filial- und Warenhau- '"uer ergab bc, drei Warenhäusern und etwa 30 Filialen die Tumn von 38 500 Mk Be, ander» günstig war das Ergebnis der ebensall am l April 1913 cingcsührten BActtsleucr. Sic war aus 2t) 00 M"k veranschlagt, hatte aber schon bis Ende des Jahres 24 00 bis 25 000 Mark erbracht und wird angesichts der bevorstehende zahlreicknin Karneoalsveranstaltungen noch eine beirächtliche Tteigs- ning erfahren. Von der Ermächtigung, in bestimmte Deputationen Frauen als st imn, berechtigte Mitglieder zu wählen, wurde durch Wahl zweier Frauen in die Deputation für das Armen und Fürsorgewcsc» Gebrauch gemacht, und die Einrichtung hat sich bisher bestens bewährt. Für die neuen Kasernenbautcn hat die Stadt hohe Opser gebracht, doch steht auch seit, daß dadurch eine wirtschastliche Förp.ruug herbeigesülirt werden wird. Die allgemeine Bautätigkeit ist zurzeit sehr groß, besonders iür die ans Rechnung des Reiches und anderer Korporatiouen zu errichtenden Bauten Keine andere Stadt von der Größe Tarmstadts bat ein« derart große össentliche Bautätigkeit auszuwciscn: iür die Militärbauten kommt allein für 1913 eine Bausummc von 1568 900 Mk. in Betracht. An Privatbanken wurden 1913 38 Vorder- und 17 Hintergebäude, sowie sechs Fabrikbautcu und 45 Umbauten errichtet, was insgesamt einen Aufwand von 3 Millionen Mark iür Privaibauten ergeben dürfte. Der Gesamtautwand für das Armcn- und Fürforgcwefen betrug 1912 423129 Mk. oder 4,79 Mk. pro Köoi der Bcvölferung (1905: 3,41 pro Kopf). Tic Klärung der noch üchwebendcil Projekte in betreff der Normalip urigen Bahn nach O i i e n b n ch fei im Laute dieses Jahres zu erwarten. Ter Gesellschait für Patmbau und -Betrieb in Franksurt sei in Gcmein- schait mit der H. E. A. G. am Schluß des Jahres von der Re gierung die Bor konzessiv» für b i c Prosektaus st ekln n g der Bahn D a r IN st a d t — Ossenbach erteilt worden. Auch die Vorarbeiten für den weitere» Ausbau des u e b e r l a n d - Netzes sind im Gang. Der Bericht des Oberbürgermeisters stellt scsi, daß seit 1910 die finanzielle Entwicklung günstig sei: das städtische Budget habe seit 1910 nahezu 6 Millionen weitere Ausgaben zu tragen, davon 2,7 Millionen für Geländecrwcrb am neuen Bahnhof. Hessen-Nassau. X Hanau, 8. Jan. ^Tic Stadtverordneten beschlossen in ihrer heutigen Sitzung die Einiührung cine>- A r - tzciislvie n u nterstützung. Nach dem zum Beichluß erhobenen MagistratSanirage soll den Arbeitslosen eine Unterstützung nach den Sätzen der Armenordnung gewährt werden, ohne daß jedoch diese Unterstützung im Sinne einer Armcnnnierstützunc auszusasscn ist. CanC>n>ir»fd)aftr Landwirtschaftlicher Portragskursus. » Der zweite Tag des Vortratzskursns der Landwirtschasts- lämmer war wiederum außerordentlich zahlreich besucht. Als erster Redner behandelte Professor Tr. Gisevius- Gießen „die Fortschritte des Pflanzenbaues im letzten Jahrzehnt" unter Borführung von Lichtbildern. Der Vortragende ivies aus die außerordentlichen Steigerungen der Erträge unserer lnndwirtschasklichen Kulturpflanzen in den letzten 10 Jahren hin. Die Ursachen dieser Steigerung sind in den Fortschritten der landwirtschaftlichen Technik, des Maschinenwesens und der Nutzbarmachung ivissenschastlicher Forslbungcn zu suchen. Tie Bodenbearbeitung wird heute vom Landwirt unter Benützung verschiedenster Geräte besser gehandhabt als früher. Tie Verwendung der künstlichen Düngemittel nach Menge und Art hat sich erheblich gesteigert. Trotzdem muß noch eine weitere Steigerung des .Kunstdüngemittelverbrauchs eintreten. Außerordentliche Umwälzungen hat die Ausbildung des landwirtschaftlichen Maschinenwesens gebracht. Tie Heranzucht neuer Sorten, ihre Prüfung auf ihre Anbauwürdigkeit und die Vermehrung, um das Saatgut der großen Masse der Landwirte in Saathaustellen zur Verfügung stellen zu können, hat wesentlich zur Ertragsstergcrung bcigeiragen und wird aucki in Zuluust als ivichtiges Mittel zur Förderung des Pslanzenbaues in Frage kommen. — An zweiter Stelle sprach Professor Tr. L e h in a n n - Göttingen über „Die Ernöhrring der Zucht- und Mastschweine". Die Ausführungen brachten den Landwirten vieles Neue über die zweckmäßigste Art der Fütterung und der zur Berlvendung Iö,u- menden Futternüttel. Aber auch die Schwierigteiien, welche sich einer rationellen Schweinemast entgegenstellten, sind nicht geringe. Trotzdem dürste es sich siir daS Großherzog tu in Hessen empfehlen, der Schweinezucht und der Mast größere Aufmerksamkeit zu schenken. Nachmittags 3 Uhr fand über diese beiden Vorträge eine sehr rege und, ausgedehnte Aussprache statt, wobei auch die praktischen Erfahrungen der Landwirte zum Ausdruck gebracht wurden. Am dritten Tage sprach Geh. Hosrat Professor Dr. P. Wagner (Tarmstadt) über das Thema: „D i c K a t i d ü n » g u n g der l a n d iv i r t s ch a f t l i ch c » K u l t u r p s l a n - z e n". Tcr Redner begründete zunächst die Düngung unserer Kulturboden mit leicht aufiichmbaren Kalisalzen und stellt hierbei den Unterschied zwischen diesen und den schwer auf- uehmbaren Kaliverbindungen des Bodens fest. Hieran anschließend besprach er die Wirkung aus die (frnte. Tic Auswendungen der deutschen Landwirtschaft für Kiiiistdünger sind seit 25 Jahre» von 100 auf 500 Millionen Mk. gestiegen, womit aber bei gleichzeitiger Anwendung der Verbesserung der anderen Melivraltons,naßnahmen eine Steigerung im Werte der Ernteprodukte um 2,7 Milliarden Mark erzielt worden ist. — Professor Tr. Pohle (Frankfurt) sprach über „Tie neuere Entwicklung von Großbetrieb und Kleinbetrieb in der Landwirtschaft". T i c T r c b e r f r a g e n n d d i c V c r e i ,i i g t e n L a n d w i r t e. Frankfurt a. M., 8. Jan. Tie „Vereinigten Landwirte von Frankfurt und Umgegend" hielten heute in der „Harmonie" in Frau! jurt a. M.-Sild unter Vorsitz des Landgräslick, Hessischen tzosguts- pächters V i e h m a n n-Rumpenheim ihre 10. ordentlickic Haupt- versammiung ab, die stark von über 600 Landwirten u. a. aus den Kreisen Hanau, Friedberg und Gießen besucht war. Ihr wolmtcn ReichStagsabgeordneter St rack-Gießen und der Bv> sitzende des Bundes der Landwitte, Abteilung Nassau, Landwirt H a tz ni a n n - Niederneisen, bei. Ehe in die Tagesordnung einqctreteii war, wurde die Trcberfrage erörtert. Am 20. Dezember v. I. hatte eine außerordentliche Versammlung beschlosien, siir den Zentner Treber nur noch 1.50 M k. den Brauereien während der Sommcr- nnd Wintcrmonate zu zahlen, da der im Mißjahr 1911 sest- gesctzle Preis von 1.65 Mk im Sommer und 1.80 Mk. im Winter bei den jetzigen Futtermiltelpreiieu sich nicht mehr -wirccht erhalten lasse. Tie Versammlung wählte einen I3gliedttgcn Aus schuß mit dem Auitragk, mit den Brauereien ans der Basis von l.50 Mk. für den Zentner zu verhandeln. Sollten die Brauereien darani nicht cingchcn, so würde kein Treber mehr abgenommeii werden. Ter Ausschuß glaulste nach eingehenden Beratungen aus 150 Mk nicht stehen zu bleiben, sondern dcn Preis auf 1.60 Mk. für Sommer und Winter festznietzen und zwar für eine dreijährige Dauer. Er unterbreitete das Ergebnis den Brauereien. Diese erllärten nur aus 1.65 MI. für den Zentner ab Brauerei für eine dreijährige Tauer sich sesttcgen zu können mit der Maß gäbe, wenn der^Ovpvclzentner Gerste nicht über 19 Mk. zu stehen komme, i-ie bemerkten weiter, ein Krastsutiernn-rk habe bereits für de» Zentner Treber 1.75 Mk. geböte», das die ganzen grcberprodukte den hiesigen Brauereien abnehmen würde. In der sich anschließenden regen Aussprache traten Hcnsel Oortclwcil, Hirichel-Friedberg, Jacobi-Rodheim v. d. H., Kühn Oieckbach, Direktor Tbhimann-Hanau für den Vorschlag des Aus schusses ein, Ivoraui die Vesiammlung mit überwältigimder Mebi heit gegen sieben Stimmen folgende Entschließung guthieß: Die Versammlung beschließt, dem Vorschlag ihres Ausschusses gemätzchen Brauereien ein Gebot von l ,60 Mark für den Zentner Treber zu machen. Dieser Preis soll ohne jegliche Klausel > auf drei Jahre scstgcsctzt werden. Tcr Ausschuß wirb be- "ii ausnagt, nochmals aus dieser Grundlage mit dein Verbände der SfcfcBn'cfen jtf'lfnter^a nb’-el n. Fall? bis jum 13. Januar Teilt Abschluß zustande gekommen, werden die Perhandlungen a bg e b r o ch-e n. hieraus trat man in die Tagesordnung ein. Hirsches Frsed- berg gab zunächst einen Rückblick über das abgeiautene Jahr. Leider konnte ine betchlossene Milchzentrale durch den Mach im hessischen ländlichen Genossenschaftswesen nickt zur Ausführung gebracht werden. Die Milchüberproduktion hat fick bemerkbar gemocht, oeShalb ging der Milchpreis von 18 ans 17 Pfennig für den Liier herab. Nach dem von Landwirt KenseI - Dortelweil erstatteten Kassenbericht bat der Verein ein Vernröqen von 9708,29 Mark Zum Schluffe svr.lv in faßlicher, klarer Weise Reich-,agsabgeord neter LanügerichtSrat Strack (»ließen über „Tie Wehr 8 eu er mit besonderer Berüchichrrgung der Landwirtschaft". Paris, 9. Jan. Gestern nahm zu Auteuil der Tennis- Städtewettkampt Pertin Paris seinen Anfang. Ten Sieg errangen die deutschen Spieler Gebrüder Äteinschroth, Rahe und Kreutzer. CuHidii^abrt. Pari?, 8. Jan. Der Gemeinderat bewilligte der Luitschisser- Liga eine Beihilie von 10 MV FraneS. Tie Lioa verwendet die Summ« z» eine», Preise snr die Schnelligkeitsprüsuug zwifche» Pari? und einer anderen tzauvtstadt. vermischte». »Im Sch „ e e ft u r m verirrt. Tie Morgeiiblatter melden aus Gens, Eine au? sechs Personen bestehende Touristengesell- schait, die bei schlechtem Wetter aus Schneeschuhen die Besteigung der Dole unternomnien hatte, kehrte nicht wieder zurück. Zwei .hilss- kolonnen wurden auogeschickt. Es kam aber nur eine zurück, ohne die verunglückten Bergsteiger gesunden zu haben, die andere mußte infolge heftige» Tchneesturmes eine Schußbütte anssuchen. Ta- Rettungswerk wurde gestern sortgeseßt. Sämtliche Touristen tvurden am nördlichste» Punkte der Dole in einer selbsterbauten Schneehütte halb tot ausgesunden. Man hofst sie am Leben zu erhalten. * Bauernunruhen Als in der Ortschaft Pal >' a » o , wo es „nee, der bäuerlichen Bevölkerung gärt, eine Gruppe Bauern unter den Feirsiern eines gewissen Andrea T u c c I Demonstrationen veranstaltete, gab Tucci Flintenschüsse aut die Lettte ab, rötete ein junges Mädchen und verletzte etwa 30 Personen. * Erfroren. Ter Besitzer Reicher von Neuenberg Ober- bayern) ist beim holziabren mit seinem Fuhrwerk in eine' Schnee- muldc geraten und msi seinem Kinde sowie den zwei Pferden erfroren. OanbeL London, 8. Jan. Die Bank von England ermäßigte den Tiskotsi von 5 auf 4 1 /, Prozent. Amtlicher Wetterbericht. Oessentlicher W e t t e r d i e n st, Gieße». Wetleraussichteu in dessen am SamStag, den 16. Januar 19111 Meist trüb und Ivolkto. aeriuge Niederichläge UI Cchanern, nordwestliche bis nördliche Winde, etwas kühler. Letzte Naciieictiten. Bulgarische Uehergrisfe gegen Oesterreicher. Köln, 9. Jan. Wegen der Uebergrisse und Gewalttätigkeiten, welche sich die bulgarischen Behörden gegen Anstalten und Geschäftshäuser österreichisch-ungarischer Untertanen im Bulgarisch-Tchrazischeu ständig erlaubten, ist, wie eine Depesche aus Saloniki meldet, der österreichisch-ungarische Generalkonsul in Saloniki von seiner Regierung angewiesen worden, sich nach Lanthi, Gümürd- schrna und Tedä-Agatsch zu hegeben und eine ernst haste Untersuchung etnzuleitrn. Der österreichisch-ungarische Botschafter in Konstantinovel hat die Pforte um Ansklärung über die Um trieb eg ege ndieBeschlnssederGroß m ächte hinsichtlich Albaniens gebetet,. Der Groß Wesir erklärte, hiervon keine Kenntnis zu haben, versprach aber gegebenenfalls Gegenniaßregeln zu ergreisen. Scharlackepidemie in Baden. Wein heim (Baden), 9. Jan. vier ist von neuem die Scharlach epidemie ausgebrochen, die vor einiger Zeit me h - rere Opfer forderte. Notstände durch Sturmfluten. Berlin, 9. Ttz. Die Fraktion der Fortschrittlichen Volksvartei hat gestern die Einbringung folgender Anträge im Abgeordnetenhaus beschlossen, In den letzten Wochen sind zahlreiche Anwohner der Ostsee und der .hasse durch Sturm- iluten und Ueberschwemmunzen in ihrem Erwerb schwer geschädigt worden. Was gedenkt die Staat-regierung zu tun, UI» die hierdurch eingetretenen Notstände zu lindern. — Tie K onser- oativen fordern in einem schleunigen Antrag die Bereitstellung ausreichender Mittel, um dem durch die Sturmslut hervor- gerusenen Notstände entgegenzuwirlen. A e r 51 c u n d Krankenkassen. Breslau, 9. Jan. Tie zehnstündige Sitzung, die unter dem Borsitz de? Vertreters des handelsministersums zwischen Vertretern der Breslauer Aerzte und der Krankenlassen zur Herbeiführung einer Einigung stattgefunden hat, ist ergebnislos verlaufen. Die O ftt z iersw o h nliittghn in O ft-FraNkrei ch. Paris, 9. Jan. Angesichts der Wohnungsteuerung. unter der namentlich die Ossiziere in den Garnisonen MI der Ostgrenze zu leiden haben, hat tich der Kriegsminister mit dem Minister für Arbeit und soziale Fürsorge ins Einvernehmen gesetzt, damu das vor einiger Zeit beschlossene Estsetz über die Herstellung billiger Wohnungen auch de» Oisiziereu zugute koinmen könne. Man ver langt, daß ein Ausschuß ernannt werde, welcher die Aufgabe haben solle, in den Garniiousslädten der Ostdepartements die Mietpreise für die Ossszierswohnimgen festzustellon. Man dttrje dadurch zwei sellos erreichen, daß die Hausbesitzer, welche den durch die Per- mehrung der Besatzungen in den Grenzstädten hervorgerusenen Wohnungsmangel und die den Offizieren bewilligte Solderhöhune dazu benutzt haben, um ihre Mietspreise zu steigern, ihre Ansprüche verringern würden. Tee Religionsunterricht in den Nürnberger Volksschulen. Nürnberg, 9. Ja» Der Magistrat beschloß, daß nach Ablauf einer besliinmten Zeit tvieder wie früher Weltgeistliche statt ,der Franziskanermönche den katholischen Religionsunterricht in dev städtischen Volksschulen erteilen sollen. I m Neckar ertrunken. Ea n »statt, 9. Jan. Bei der Herstellung des für eine Bohranlage bestimmte» Tueckers, der bei dem Eiseubahu- viadukt unter dem Neckar htndurckigesührt wird, sind heute z tv e t Arbeiter aus dem über den Fluß gebaute» Uebergang aus- geglitten, INS Wasser gerutscht und ertrunken. Tie Rettungsversuche ivareu erfolglos. Tie Namen der Verunglückten sind noch nicht festgestellt wvrden. Der Eise n b a h » e r st re i k in Kapstadt. Kapstadt, 9. Jan. Die Eisenbalnmngestellten in Ger- I» i st o n haben sich für einen Streik von 10 Uhr abends an entschlossen. Das F a h r d i e n stv e r so n a l beschloß einstimmig, sich dem Streik anznschließen. Unruhen bei den Gemeinderatswahlen. A o r t o s a , 9. Jan Bei den Genteindewahlen kam es zu Unruhen, tvobei das Bureau der Oktroiverwaltung angezündet tvurde. Sämtliche Geschäfte sind geschloffen. Die Handwerker a> beiten nicht, die Zeitungen haben ihr Erscheinen eingestellt. Es ist der Belagerung-; zu st and verhängt worden. Verkauf brasilianischer K r i e g s s ch i s f e? Rio d e I a n e i r o , 8. Ja». Die Nachricht von dem Verkauf der Panzerschisse „Sao Paulo" und „MmoS GeraeS" wird amt- ltch dementiert. Griechenland habe zwar einen vorteilhaften Vorschlag darüber gemacht, doch habe die brasilianische Regierung diesen Vorschlag abgelehnt. Statt jeder besonderen Anzeige, Heute entschlief in Braunfels nach schwerem Leiden unsere liebe Mutter Philippine Stuhl geb. Metzger. Dr. med. C. Stuhl Marie Stuhl, geh. Vigelius. Wir bitten von Kranzspenden und Beileidsbesuchen abzusehen. 497 WWWW K. 65/13. «3 B Freitaa. d. Sk.Sebr. 1914. vorm.üV-Udr, iolien Sie den tkonrad Datum Eheleuten zugeichriebene» Parzellen, >. Flur V Nr. 141 --- lMgm<«rabgarieu auf der Weiberde aus dem obersten Riegelvsad. 2 . Flur V Nr 144«-/,»« = 161 qm Hoireite daselbst iWilsonstr. 8». 3. Flur V Nr. 144»,',»« = 160 qm Grabgarten das. 4. Flur V Nr IM" 5 /,»» — 182 qm Hoireite bntelfait lWilionstr. 6t, 5. Flur V Nr. 153'/,„ = 800 qm Hotreite auf der Weisterde tLiebiastr. 971 aus hiestaem AnUSgericht Zimmer Nr. 18 zwangsweise versteigert werden. Die amtsgericknliche Verfügung ist in, OrtSgerichtS- zimmer östenii. ausgebänal. Gießen, de» 20. Dezbr. 1913. Großherzogl. Ortsgerichl. Simon. »! Tage, Wochen, Monate • leihweise » gegen mäßige Gebühr. Bei Kauf :: Anrechnung :: der Leih-Gebühr Franz Vogt & Co. GIESSEN, Goethestraße 32 Telephon 1054. MHMWCse«« ZumBacken empfiehlt frisch u. preiswert: Weizenmehl ii 22, 2t u. 18 Pf. Lud* u. Sü*srahmb»tt*r Stusrabm-BIargarlae ä iS Pf. Pfloazeubutfer ü §• Pt. Pflanzenfette a 88 u. 75 Pf. rein. Schweineschmalz 1 85 Pf. Kaltiehlan- Hflbol (hell) ä 96 Pf. gemahlenen n. 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Wir verweisen auf den an unserem Effektenschalter erhältlichen offiziellen Prospekt und bitten, uns Anmeldungen frühzeitig zugehen zu lassen. Giessen, 8. Januar 1914. Bank für Handel is. Sndaisfrse Niederlassung Giessen (DarmstiHter Bsnk). «.J grosser 7täumung& j&mtierkauf 2)amen- und Thädchen Wüte, dfutformen tarnen 73lusen, Kinder Tfapotten tarnendesten, u)oliene Ilmsehlagetücher 'ßefütterie dferren- c Unterhosen, Werren■ Westen 'Tellermützen, fyelge, Kinder - Kleidchen 73ett-Kolter, 'ßiber-J3ettücher, de iss und bunt derden, solange 'U'orrat, ju jedem annehmbaren Preise ierhauft/ Sn allen jtfbleilungen sind billige jfustierhaufs - kosten ausgetegtl Kufalie übrigen Artikel 10 bis 15 tyroj. Kabatt Tdenütjen Sie diese günstige Einkaufsgelegenheit ^f^oldschmidt äfeku/strasse 6 giessen Ternsprecher 532 "Beachten zfie bitte meine Schaufenster / iS"* ’s’SRiarai Mein diesjähriger I n ventu r-Ausverkauf dauert vom 10. bis 24. 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