Nr. 6 Zweites Statt 164. Jahrgang Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonntags. Die „Eichener ZaniMendlätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, d-4 „ilreirblatt für den iireir Eietzen" zweimal wöchentlirli. Die „randwirtschastlichen Seilsregen" erscheinen monatlich zweimal. Giehener Anzeiger Seneral-Aiizeiger für Vberheßen Donnerstag, 8 . Zmwar l^t4 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UnioersitälL - Buch- »nd Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» straße 7. Expedition und Verlag: Redaktion:sEII2. Tel.-Adr.: RnjeigerGießen. politische Lagerschau. Ein belgischer Großunternehmer als Schutzpatron der Sozialdemokratie. Vor einigen Monaten ging durch die deutsche Presse der Name eines Mannes, der ans Anlaß des 50jährigen Bestehens seiner Firnia eine :>tril,e von Stiftungen vollzog, die die Höhe von sechs Millionen Franken erreichten. Tie Nachricht betraf den Brüsseler Großindustriellen Ernst Solo eh, dessen Sodasabrilate in seinen in der ganzen Well zerstreuten Filialen Absatz sinden. Salven genießt aber außer dein Ruf seines Reichtums auch den eines Förderers der Wissenschaften, als der er sich praktisch nanreirtlich aus dem Gebiete der Soziologie betätigt. Er teilt arub, trotz seiner »ikternchmereigenschast, das Schicksal der meisten unserer Soziologen, die den sozialdem-o- kratisch-gewerlschastlichen Organisationsleistungen Bewnn- dernng »nd Anerkennung cnlgegenbrsngcn So ist Solvey der Freund Panderveldes, des Führers der belgischen So- zialdemvlrakie geworden, und namentlich die Brüsseler Sozialdemokraten haben ihm unendlich viel zu danken. Bandrrveldc schreibt über ihn: „Seine Stellung ist ganz eigenartig. Ohne ein Tozialisl ini eigentlichen Sinne des Wortes zn sein, ist er doch der einzige, der in mancher Lage der sozialistischen Partei inir seinem Gel de geholfen hat und der es verstanden Hai, daß ohne den sozialistischen Antrieb keine soziale Umänderung im Sinne der Gleichheit und (bereit, tigkeit möglich ist." Kürzlich wurde nun in Brüssel das „Maison du jicuple", das sozialdemokratische Arbeiter- Heim eröffnet. Mcht weniger als eine Million Franken hat Solvey zu diesem Bart gestiftet, der als ,,Arbeitecbilditng»zentrale" dienen soll. Kein Wunder, daß der Sftfter in der belgischen sozialdemokratischen Presse in höchsten Tönen gcseicrl wird Eigentümlicherweise hat aber die französische So- ziaftstcnpresse diesen Stistungsanlaß zu maßlosen An- grissen aus Solve» benutzr. Tie Pariser „Bataille snndi- ealiste" erlaubt sich Herrn Solvey, dein Soziologen, solgeu- des ins Stammbuch zu schreiben: „In Frankreich arbeitet er in Gestalt eines grausamen Unter- uehmeis. Bei uns künunert er sich wemg um die Bildung des Arbcücrs. 'Als in den 'Salinen von Griand in den Bauches du Rhon unter semeii Angestellten Zwistigketten ansgebrochen waren, da ließ er einfach Arbertcr einer gelben Organisation kommen, träbrcwd aber seine Arbeiter ut größter Verzweiflung das Land verlassen imrßtrn. I» 'Saint Gaben, wo Sotven große Besitzungen hat, herrscht eine dratonrsckie Verwaltung. Es ist den Arbeitern Meng verbalen, sich zu organiiicrcn. Tiefer großnillttge Freund der Sr^ialistcn Belgiens hat sehr tvcuig Liebe iür die Arbeiter Frankreichs, welckie ,dn bcreickwin und 'hin erianl>en, den großen sozialistischen.Wohltäter in Belgien zu spielen." Deutsche Kolotticn. Aus Kamerun ist die drahtliche Mclüimg des tziou- bernements eingrgangen, daß der T^d des Oberleut- nants v. Raven nmitnehr seine Sühne gesunden bat. Raven war im 12, Oktober 1913 beim Vorgchen gegen das zwei Tagemärsche nordwestlich von Nola am sraiiga gelegene Dorf Nguftl, dessen Häufttlftiy Gabola schoir der sranzös. .Bcrwaftitng dauernd Schwierigkeiten machte, von Eingeborenen durch einen Lungcnschnß getötet ivorden, lvährend bei derselben Gelegenheit der Bczirksrichler Tr. S e g e r durch einen Schuß in den rechte» Oberschenkel verwundet wurde. Aus die Nachricht von diesen Ereignissen brach der Leiter des Bezirks Mittcl-Sanga-Lobahe, Hauprmain, von P u t t - lautet, sofort von Mbaiki auf, um die aufständischen Dörfer zu unterwerfen und eroberte mit der 6. Kompagnie der Schutztruppe am 18.Dezember das Hauptdors Nguku nach hartnäckigem Widerstande. Er begann sofort die Verfolgung des fliehenden Gegners. Aus unserer Seite ivurde» zwei Soldaten verwundet. Die Verluste des Gegners sind bedeutend. Ein weiteres Vorgehen scheint noch gegen die Hätivllinge nördlich und nordöstlich von Nguku erforderlich, soweit sic sich der Ausstandsbcwcgnng anschlosien._ Ans Stadt «nd Land. Gießen, 8. Januar 19 U. ** Pcriona l nachrichten der Ober-Post- direktion. In den Ruhestand tritt: Postsckretär von der Schmitt in Lauierbach l. W. Mühlheim a. M, Ober-Posl- assistent Ruvv in Gießen. ** Praktische M eiftecturfc in 2 a m c n i ch n c i - der ei. Ein dreiwöchiger Meistcrkurs iür Tamenschncidcr und Schneiderinnen wird unter Leitung des Tamcnichneidermcistcrs P r o e s e r - Tarmstadl in dem Tienstgkbäude der Großh. Zentralstelle für die Gewerbe in Tarmstadt, Ncäarstraße 3, bei ausreichender Beteiligung in der Zeit vom 2. bis einschließlich 21. Februar 1914, und zwar an den Wochentagen von 8—12 Uhr und von 2 bis 8 Uhr mit Ausnahme der Samstag-Nachmittage abqchalten. Die Beteiligung an diesem Kurs ist insbesondere den Gehilfinnen, aber auch denjenigen Meistern und Meisterinnen zu empsehlen, welche ihren Schnitt verändern wollen. Ter Unterricht erstreckt sich aus Geometrie, Erläuterungen über den Bau und die Oberstächcnacstaltung des menschlichen Körpers, Ausmesien und Austragen der Oberfläche des menschlichen Körpers nebst den erforderlichen Berechnungen, Maßnehmen, Grundmodxll-.seichnen und Znschneiden nach einem aus wissenschaftlicher und praktischer Grundlage beruhenden Snftem, Umänderung des Grundmodells in Modelle der letzigcn Mode ent spreckwnd. Stosseinteilung und Berechnung des Selbstkoftenvreises eines iertigcn Kleidungsstücks, 'Abänderung schlcchtsitzender Kleidungsstücke. Besprechung der Rohmaterialien und deren Verarbei- tuna In diesem Kurse kann je nach Wahl ein vollständiges Kleid angesertigt werden. ES werden bis zu l5 Teilnehmer zugelaffen. Anmeldungen sind möglichst irühzcitig an die Großh. Zentralstelle iür die iKewerbc in T-rmstadt zu richten. TaS Unterrichtsgeld beträgt 20Mk. und ist zu Beginn des Kurses entrichten. Beihilsen werden an bedürftige und unbemittelte KurStcilnehntcr aus Grund vorgclcqter. amtlicher Bescheinigungen gewährt. ' Zulassung von Personen als Führer von Kraftfahrzeugen, lieber die Ausstellung von Normen für die gesundheitliche Prüfung von Personen, die zur Führung von Kraftiahrzcugen zugelassen werden wollen, t abcn im Reichsanit des Innern eingehende konimissarischc Beratungen stattgesundcn. als deren Ergebnis ein Muster nebst Anleitung zur amtsärztlichen Begutachtung von Personen. die um Zulassung zur Führung von Kraslsahrzeugen nachsuchen, zustande gekomiucu ist. Hiernach sind Voraussetzung sür die Zulassniig als Führer von Kraslsahrzeugen ein kräftiger, regelrechter Körperbau und geistige wft körperliche Gewandlhcit. Vor allem müssen ausreichendes Seh und Hörvermögen und völlige Beivegungsfreihei! des Kopses, des Rumpses, der oberen und itnteren Gliedmaßen »orhanden sein. Einäugiges Sehen macht zuin Krastwagensührer nn- langlich. Falls zur Zeit der Untersuchung der Beivcrber an einer Krankheit oder Verletzung leidet, deren Folgen sich noch nicht übersehen lassen oder einen sonst verdächtigen Befund darbictet, der besürckucn läßt, daß er in absehbarer Zeit zur Führung eines Krastsahrzeuges untauglich wird, so ist er auf eine bestimmte Zeit zurückzustellen und daun uochmats zu untersuche». Zur Herbeiführung eines gleichmäßigen Verfahrens — Ida die Kgl. Preußische und Kgl. Bayerische Regierung sich mit der Anwendung der Begulachlung einverstanden erklärt haben — , hat auch die hessische Regierung die Großh. Kreisgesundheilsäniter angeiviesen, die in der 'Anleitung ausgestellten Grundsätze zu beobachten. ** Warnung vor eine m L o g i s s ch Io i u d l e r Am 6. l. M. mietete hier ein denrArbeilerstande augehörender Mann mit grauem Vollbart, 58 Jahre alt, für sich und noch zwei Mann, die am 7. t. M. eintrcsfen sollten, Logis mit voller Beköstigung sür etwa sechs Wochen. Er gab an, er wohne in Cassel, heiße Klein und sei als Bahnschlosser ans der Belriebswcrkstätte angestellt. Ferner teilte er mit, er sei hierher-gesandt worden, um aus dem hiesigen Bahnhofe eine neue Maschine in dem Wasserkur!» anzubringen. Nachdem der Schwindler genächtigt, volle Kost erhalten »nd noch 90 Pfg. geborgt hatte, ist er verschwunden. ** Cin H esse bei den Em p f a n g s s e > e r l i ch k e i t c n i n 21 li t a r e st. Man schreibt uns: Sie brachten vor einigen Tagen einen Bericht über die Enipsangsseicrlichkeiteu in Bukarest anläßlich des 70. Geburtstages der Königin Elijabeth von Rumänien Launen Solva). Wie ich Ihnen mitteilcn kann, war unter den den königlichen Herrschaften vorgcftcllten Vertretern der Deutschen Bukarests ancki ein Landsmann von uns, Tr. W. T i e IN e r ^aus G r o ß e n -- Linden, der seit zwei Jahren an der deutschen Oberrealschule in Bukarest als Oberlehrer tätig ist. Landkreis Gießen. (i) Obbornhofen, 8. Jan. Dem Bürgermeister Leschhvrn wurde vom Kreisamt ein sechswöchiger Erä holuugsurlaub bciviliigt. Er hatte im vergangenen Sommer eine schwere Krankheit durchgemacht, von der er sich bis setzt noch nicht ganz erholt hat. - Aon seiten des Konsortiums, das sich zum Ankauf des Gräfl. (Hutes gebildet hat, schweben neuerdings wieder Verhandlungen und cs ist nicht ausgeschlossen, daß der Kauf doch noch zustande kommt. Bekaunb- lich trug sich zuerst die Gemeinde mit dem Gedanken, das Gut anzukausen, doch bat diese durch das Tazivischenkommeu des Konsortiums die Absicht ausgegeben. (i) Steinheim b. Hungen, 6. Jan. Bon einem schweren Unglück wurde heute die Familie des Weißbindcr- meisters Ferdinand Beule r zu Steinheim betroffen. Während Frau Bculer einen Augenblick ihr Zimmer verließ, um das Vieh zu jüttcru, ivaren ihre drei kleinen Kinder im Alter von 6 Wochen bis zu 3' -Jahren »llei» im Zimmer zurückgeblieben. Plötzlich hört die Mutter klägliches Geschrei eines Kindes und eilte ins Zimmer zurück. Dort findet sie ihr ältestes Mädchen in helle» F l a in m c n stehen. Das Kind erlitt derartig große Brandiounden, daß cs kurz darauf st a r b. Die M u l t c r hat sich bei dem Versuch, ihr Kind zu retten, schwere Brandwundeu zugezogeu, so daß sie in das Krankenhaus nach Hungen verbracht werden mußte. Das Kind war dem Feuer zu nahe gekommen und seine Kleider hatten Feuer gefangen. Kreis Schotten. == Saubad), 7. Jan. Ein Fuhrwerk der Wollspinnerei Walkmühle bei L a u l e r wurde zwischen Falltorhaus und Jägerhaus von einem Wegelagerer angefallen. Der Kutscher halte bei der Einkehr auf dem Falltorhaus beim Bezahlen seiner Zeche einen F ü n f z i g in a r k s ch e i n wechseln lassen, was sedenfalls von dein im Wirtszimmcr anwesenden Handwcrksburschen bemerkt worden war. Noch vor Absahrt des Fuhrwerks war dieser verschwunden. Auf der Straße zwischen Falltor und Jägerhaus sprang er plötzlich auf den Wagen und bedrohte den Kutscher: diesem gelang es aber, ihn vom Wagen herunter zu stoßen und davon zu fahren. Ter Bursche gab noch m e h r e r e Schüsse aus den Wagen ab, die aber fehl ginge». Kreis Wetzlar. O Krofdorf, 7. Jan. Am Tienstag tourde unter: großer Anteilnahme Schultheis Joh. Gg. Leib zur letzten Ruhe gebettet. Der Verstorbene stand im 86. Lebensjahre uud war Inhaber des Kronenordens 4. Klasse und des All- gemeincn Ehrenzeichens. Starkenburg und Rheinhessen. (nn ) Dar nt stadt, 8. Jan. Ter Platanenhain auf der Künstlerkolonie vor dem Hochzeitsturm, in seiner hübschen Eigenart eine Seltenheit, soll auf Wunsch des Großherzogs mit dauerndem Figuren sch muck versehen werden. Mit der Ausführung wurde der Bildhauer Pros. Hcrm. Hoetger in Tarmstaot beauftragt. m Ottenbach, 7. Jan. Sie Vermutung, daß bei dem Brand« der Fanerbachschen Scheune am vergangenen Sonntag Obdach- ioie. die darm genäcknigt haben, nwS Sebtit actominen sind, hat fiel) nicht bestätigt. Ebenso haben die polizeilichen Er- miltelnngen nach dem oermullickien Brandstister bisher zu keinem bestimmten Ergebnis gesichrt. ES liegt ohne Zweitel ein Racheakt vor. Hcsseu-Rassau. (h) Bad Homburg v. d. H., 7. Jan. Tic Stadtverordneten bewilligten in ihrer gestrigen Geheimsitzung den städtischen Volksschiillehrern eine Ortszulage. Tiesc beträgt fiir Lehrer mir zehnjähriger Dienstzeit 100 Mk., mit fünfzehirjähriger Dienstzeit 200 Mk und mit zwanzigjähriger Dienstzeit 300 Mk. fürs Jahr. Man entspricht mit dieser Bewilligung einer Ausforüerung der Wics- hadener Regierung, die ihren 'Antrag damit begründete, daß Homburg eine der teuersten Städte Nassaus ist, eine Ansicht, die allerdings vom Magistrat lebhaft bestritten wird und Gegenstand einer Erwiderung locrden soll. veretnsnachrichtrn. — Der Bezirks-Verein Gieße» des Verbandes Teut'chcr Ei icnbahn- Oberbau - iRolten- 2l r b e i t c r, Sitz Halle a. S.. beging am Sainslag, den 3. Januar d. I , im Lenzschen Feisenkeller seine Weihnachtsfeier unter starker Beteiligung. Der Vorsitzende I. Pfeisfcr begrüßte die erschienenen Mitglieder und Gäste. Nach einem von L. Deibel gesprochenen Prolog hielt Mitglied Zorn eine kurze Ansprache und hob dabei besonders die Wichtigkeit des Tterbandes hervor. Den Abend verschönten das von bim Herren Thiemer, Schäfer und Schneider gegebene Konzert und die von dem Humoristen Straub vorgelragenm Eonplets. Unter Mitwirkung von Fräulein Scholz, Frl. Deibel, Frl. Motz und der Mitglieder Deibel und Sinunecinachar fand auch >a» Theaterstück groben Beifall. Ein Kindertheater „Der böse Robert" wurde von Frl. Deibel und Herrn Deibel und dm Kindern Frieda Horst, Louise Deibel und Willi Tesbe! gut wiedergegeben. Nach einer Verlosung folgte der Ball. L ich , 8. Jan. Ter Gesangverein „M ä n n e r q n a r t c 11" hielt am Samstag abend in Steins Soalbau eine 'Abendunte rhal • lung ab. Trotz des schleckstm Wtttters war der Saal bis .zum letzten Platz besetzt. Außer einigen Choftiedern und den vom Dopvrlguar- tett vorgetragenen .Megersklavc" und „Serkarneraden" unter Leitung des Tirigentcn Hauvtlchrcr Roth kamen ein Liederspiel Liefert" sowie mehrere humarvolle Lonplets zur Aussührnng. Es solgten eine Tombola-2)erlosung und der Tanz. I Fried b erg, b. Jan. Der Tannusklub „Wetterau" und Zweigverein Friedberg BadManheim des V. H.-C. unternahmt gestern bei gnler Beteilignm) seine üblich« WiMerwandermig am den F e l d b e r g von Friedrilbsdors aus. In den höheren Lagen herrschte noch gutes Brnberwektrr. _ ®crid?t»faaE. Büdingen, 5. Jan. (Schö s) e ng ericht.) Ter Tag- löhner H. H. von Wisielsheini wurde wegen 'Bettelns zu 2 Wochen Hast verurteilt. Eine Löochc der erlittenen Untersuchungshgst wurde au) die erkannte 'Strase angerechnet. — 'Der Schmied L>. St. II. von Wol) lönrde wegen Sachbeschädigung zu 15 Mark oder 3 Tage» Gefängnis verurteilt. Er war INI September 1913 zu Büdingen ans dein Karussell des Evmuich Holland von Gießen von einem Pscrd in eine Chaise gesprungen und hatte dabei die Rückwand ini Werte von ll> bis 12 Mark zertrünimcrt. — Ter jugendliche Tiensttneckt W. B. von Woli Ivurde Ivcgen Diebstahls zur Strafe des gerickstlichen ZZeriieises verurteilt. — Ter Fabrikarbeiter B W. aus Hagenberg iOber-Oesterreich) wurde wegen Betteins zu 3 Wockzen Halt, nuter Anrechnung der erlittenen Unteiiuchungshast, verurteilt. — Ter Taglöhner H. L., der Zchnhinachergeselle H. G. NN» der Weißbindergeiclle H. K. G., sämtlich von Düdelsheim, wurden wegen Rnhestörung zu b Mk. oder je 3 Tage» Hast verurteilt, weiter erhielt der H. K. G., nege» Widerstands gegen die Staatsgewalt eine Geldstrate von 10 Mk. odei 2 Tagen Gesängnis. Der weitere Angeklagte I. E.< Taglödnei in Laibach, nnrde wegen Beleidigung des Polizeidieners 28eiß von Lalbach zu 5 Mk. oder l Tag Gefängnis verurteilt. Auch ivurde erkannt, daß der entsck>eidende Teil des) Ulteils, insoweit er ivegen Beleidigung ergangen ist, durch Anschlägen an den Gemeindetaseln in Düdelsheim und Calbach inneibalb l 'Wochen nacki Rechtskrail ans die Tauer von 1 Woche össmtlich bekannt gemacht wird. Säiniliche 'Angeklagten hatten gm 19. Oktober 1913 zu Lalbach Streit und Wortwechsel mit dortigen Bnrfckien bekommen: als der Polizeidiener Weiß sic z»l Ruhe verwies und Mit Anzeige drohte, hatte ihm der H. K. G. nach der Kehle gegrijsen, während E. zu ihm äußerte: „Was geht dich denn das' an, das sind nicht deine Sachen." Durch das Lärmen der Angeklagten trar ein großer Menschmauslaut aus der Ortsstraße entstanden und die Bewohirer nmren in ihrer'Ruhe eiheblich gestört worden, da sich der Vorfall abends Degen. 9 Uhr aus öffentlicher Straße absvielte. — Ter Metzger I. N. von ReuSratb ivurde loegr» 'liettrlns zu 3 Wochen Haft unter 'Anrechnung der erlittenen UntersuchungÄhast, verurteilt. — Tie Hauptverhandlung gegen den Landsvirt H. L. von Düdelsheink liegen Uebrrtretting des 'Art. 104 Polizrr-St.-G. wurde auf Antrag der Staaisanwaltschast zwecks weiterer Beweiserhebung ansgefetzt. * w Berlin, 7. Ja». Das Schöffengericht Berlin stvitte verkündete heute nach kurier Verhandlmig gegen den bekannten Schan- svieler Rndols Schild kraut das Urteil. Von der dem An- aeklaglen zur Last gelegten Bedrohung mit den, L'-erbrechen des Solschlages komite keine Rede sein. Es liegt nur eine lalirlässtae störververteyung vor. Das Urteil lantele au> Sll Mark Meldstraie event. sechs Tage Getängnis. Von den übrigen Selikten wurde Schildkrant treigelvroche», beziv. ivurde das Veriahre» ivegen Zurücknahnie des StratantrageS eingestellt. Es handelt sich um einen Voriatl vor drei Jahre», bei ivelchem Schildkrant >» der Theaterkanslei de? Teutschen Theaters i» der Erreaung eine Fensterscheibe einlchlng >md dabei den Rendanten verletzt halte. Schildkrant ivar seinerzeit ivegen dieses Vortalles verhastet ivordei'» vermischter. Ter Mensch mit dreizehn B r n st r i v V e it. Lebhaftes Aufsehen erregt in Londoner wissenschaillichen Kreise» die Entdeckung Charles Tawsons, der bei einem bestimmten Eskimo- stamme die überrascheiche Feststellung gemacht hat, daß alle 2ln- gehörigen dieses Stammes einen dreizehnten Brustwirbel und zwei betonderc kleine Rivven auswcisen. Dawion, der erst kürzlich durch die Auisindnng des prähistorischen Menscheiischädels von Piltdown 'Aussehen machte, sucht das merkwürdige Phänomen, das der Wissen- ichail bisher nur als seltener ?lus»ahmeiall bekannt geworden ist, in Zusaininenhang mit der 'Anpassungstheorie der Teutbarkeit zu nähern. Ter menschliche Körper iveist bekanntlich normal nur l'2 Brustwirbel aus, die die Brustrivpen tragen: ickw» oft hat die Wissenschaft sich mit dem Problem beschäftigt, weshalb die Zahl der Wirbel beim Menschen nicht ebenso variabel ist. toie das nicht selten bei ?lisen und anderen Tieren zu beobachten ist. Daß gerade bei den Eskimos die Erscheinung eines 13. Brustwirbels und dazu gehöriger kleiner Rippen so allgemein auftaucht —, und in der Tat- fache, daß nicht etwa nur einzelne Individuen, sondern der ganze Stamm diese Erscheinung zeigt, liegt das Ueberraschende der Taw- lonschen Entdeckung — sucht der Gelehrte durch die Eigenlümlich- keit des EskimolebenS zu dmien. Sie leben im Kaiak, die Fübrung dieses schmalen Eskrinobootes erfordert besondere Beweglichkeit der Wirbelsäule, und so kann die Natur bei diesem Volke' unter dem Truck der Zweckmäßigkeit die Entwicklung eines weiteren Wirbel» gesördert haben. kirchliche Nachrichten. Frraeiitische »eligioiltzgemeindk. Sotterdienst in der Synagoge (Süd-Anlagej, S a m§ ta a» den 10. Januar 191 4: Vorabend: 4.20 Uhr» Morgen?: 9.0W Uhr. Nachmittags: 3.30 Uljc. Lchriftcrfläroug. Labbatausg ang: 5.3.; Uhr. Irraelitische Reiigionsgesellschafl. Sstterdiknst. Sabbatieier am 10. Januar 1914: Freitaq abend 4.29 Uhr. Sanistaq vormittag 8.39 Uhr. Predigt. Samstag nachmittag 3.3» Uhrz Sabbat-Ausgang 5.33 Uhr, Wochengottesdienst: Morgens 7.»», absnds 7.3», GIESSEN Meine grossen Konfektions-Läger enthalten nur Waren aus der Sommer- und Winter- Saison 1913, weiche ich zu bekannt billigen Preisen verkaufe Grössere Posten hocheleganter Schneider-Kostüme in Cotelö, Kammgarn und Foule, Saisonpreis 51k. 88.—bisIlO.—, jetzt 40 OOb 65 00 Jacken-Kostüme ZtT TT! 8 85 Jacken-Kostüme “ b ?. J “ k :“ b tt \2 m Blaue Kostüme„<«....... Ml . \2 m Wasch-Kostüme Kammgarn-Kostüme Kostüme in schwarz, Jacke mit Halbseide gefüttert . . . 51k. in AHenliantstofl', neue Gürtelform, Jacke auf Halbseide.......... . Mk. i/ntvtiimn ' n s °h werelu Winterstoff, hochmoderne lange jlGSIUliiS Frackform ........... Mk. in Frotte uud Leinen Mk. 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