Nr. 4 Ter «leßener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchenilich OietzenerZamIIiendlätter; zweimal ivöchentl.tleeiri dlattsürSenlireis Kietzen (Dienstag und Freitag); zweimal nionail. kaitd- wirffchaftlich« äeitsragen Fernsprech - Anschlüße; iür die Redaktion 112, Verlag ». Expedition öl Adtcffe kür Depeschen; Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen dir die Tagesnmniiier bis vormittags !> Uhr. Erster Blatt lb4- Jahrgang Gietzeiier Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vienrtage 6. Januar I9l4 Tagcskalknvcr aus dein Fahre 1b(I4. 6 Januar; Preußische Truppen nehmen nach mehrmonatlicher Belagerung das noch von den Franzose» besetzte IS r f 11 r t. — An demselben Tage nimmt der preußische General Gras Hcnckel T r i c r ein und macht 800 Franzoicn zu Gefangenen. Der Zusammentritt der preuh. Landtags. Der preußische Landtag wird am 8. Januar mit einer Thronrede erossnet werden, die wie unwidersprochen berichtet wordeti ist, nicht vom Monarchen selbst, sondern vom Ministerpräsidenten v. Bcthmann-Hollweg verlesen werden wird. Tie sorniellc Eröffnung des im letzten Frühjahr neugcwählten Landtags ist allerdings schon am 12 . Juni 1913 erfolgt, und zwar mit Rücksicht aus den Beginn der Legislaturperiode. Gerade iveil jene formelle Tagung nur durch eine kurze Ansprache des Ministerpräsidenten eingeleitet wurde, hatte man angenommen, daß diese Session durch eine voni Kaiser und König verlesene Thronrede erössnet werden würde. Cin ganz analoger Borgang hat sich im Jahre 1908 abgespielt, >vo der neugewählte Landtag im Juni mit einer kurzen Ansprache des Fürsten Bülow zu seiner formellen Tagung begrüßt lvurde, während die eigentliche Arbeit des Landtags am 20. Oltober mit einer voni König verlesenen, sehr bedeutsamen Thronrede eingcleitet wurde Ist doch darin die Reform des Wahlrechtes als die „wich- tigste Aufgabe der Gegenwart" bezeichnet und mit den Worten in Aussicht gestellt worden; „Es ist mein Wille, dast die aus der Grundlage der Ber- sassung erlassenen Vorschriften über das Wahlrecht zum Hause der Abgeordneten eine organische Fortennvicklung erfahre», welche der wirtsck>ostlichk» Entwicklung, der Ausbreitung der Bildung und des volitijchen Verständnisses sowie der Erstarkung staatlichen Bcraut wortlichkcitsgejühlcs entspricht." Ter Nachfolger des Fürsten BiUow, öetr v. Bethmann- Nollweg, machte bekanntlich einen Versuch mit itntauglichen Mitteln zur Durchführung jener in Aussicht gestellten Reform, indem er wenigstens die indirekte Wahl zu beseitigen versuchte, während die Mehrheit des Parlamentes vor allem für die Abschaffung der össentlichen Wahl >var. Zum Schluß aber scheiterte, nicht zuletzt infolge der Zerfahrenheit der Regieningsattion, die ganze Reform, und die benachteiligten preußischen Wühler und Staatsbürger wurden auf spätere, bessere Zeiten vertröstet. llncho inchr Erstaunen muß cs erregen, Iveitn jetzt die Ankündigung, daß nicht der Monarch selbst, sondern der Min»sterpräside»t den Landtag eröffnen werde, damit begründet ivird, daß die Thronrede keinerlei Hinweis auf die koinmcndc Wahlreform enthalten werde und inan den Träger der Krone nicht der Möglichkeit aussctzen wolle, Zeichen der Enttäuschungen und des Mißfallens zu vernehmen. Man wird hinter diese Begründung schon deshalb ein Frage zeichen inachcn müssen, weil Geh. Rat v. Schmoller, be- lanntlich ein konservativer Politiker, in seinem Jahrbuch erst unlängst mitgeteilt hat, daß Herr v. Bethmann-Hollweg von der Rotwcndigteit einer Reform des preußischen Wahl rechts überzeugt sei, „weil Preußen als Staat mit dem reaktionärsten Wahlrecht Europas, mit dem Wahlrcchre, wobei nur 32,8 v. Hundert der Wähler zur Wahlurne zu bringen sind, auf die Tauer die größte politische Gefahr läuft". Was die Zusammensetzung des Abgeordnetenhauses betrisst, so ist von den 143 Mandaten eins, nämlich Minden 1, erledigt, das talS sicherer Zentrnmssitz gilt; im übrigen haben die vier neuesten Ersatzwahlen keine Acndcrung des Parteibestandes gebracht. Tie Stärke der Fraktionen ist, wobei wir das erledigte Mandat dem Zentrum zurechncn, soll gende: Konservative 118, Freikonservativc öl, Zentrum 103, Rationalliberale 73, Fortschrittliche Volkspartei 40, Polen 12, Dänen 2 , Sozialdemokraten 10 und cin Wilder. Tie l häufigste Gruppierung im Abgeordnetenhausc, die von den Konservativen und dem Zentrum gebildete Mehrheit, verfügt also über 2äl Stimmen. Eine andere Mehrheitsbildung ist durch ein Zusammengehen der beiden konservativen Parteien mit den Nationalliberalen gegeben, die zusammen 27ö Stimmen zählen. Weiter liegt die Möglichkeit einer Grnp piernng vor durch daS Zusammengehen aller Parteien gegen die beiden konservativen, wobei die ersten 20 Stimmen über die absolute Mehrheit hätten, und diese Mehrheit könnte vor allem bei der Wahlrechtsreform in Frage iommen, da son>ohl die suationalliberale Partei wie das Zentrum zumindest für eine Reform auf Grund des direkten und geheimen Wahlrechts cintretcn. Auf einem anderen Blatte steht es freilich, ob und wann eine solche Reform den Landtag besmästigen wird. Bisher sind von neuen Vorlagen nur angekündigt das F i d e i konzmißgesetz, ein »Entwurs über Reform in der Lan deS v er waltsp ng und das im vorigen Jahre unerledigt gebliebene A u S g r a b u n g S g c f c tz , die dem Herrenhause zugchen werden, sowie das bereits im Sommer 1913 veröffentlichte W o h n n n g s g e s c tz, welches nebst dem Voranschlag, dessen Ziffern schon bekannt sind, dem Abgeord- netcnhause alsbald nach seinem Zusammentritt zugestellt iverdcn soll. Eine Novelle zum preußischen B c a in t e n g e s c tz von, 21. Juli 1852 wird dem preußische» Landtage demnächst zugehen. Tie Novelle beschäftigt sich mit der Wiederaufnahme des. Tiszivlinarversahrcns und entspricht iui wesentliche» dem dem Reichstage vorgelegten Gesetzentwürfe über die Wiederaufnahme von Disziplinarverfahren. Bei dieser Gelegenheit werden auch einige Un- ebenheitcn des alten BcamtengesetzcS eine Abänderung erfahren. Während bisher der Beamte, gegen den ein Tiizivlinarvcriahren schwebte, nur die Hälstc des TienfteinkommenS erhielt, soll in Zukunst den Beamten in solwen Fällen drei Viertel ihres Gehaltes angcrechnet werden. Tie Bestimmungen über Entschädigungen sind dem Entwürfe, der zurzeit deni Reichstage vorlrcgt, nachgebildct. DcutscHss Ter Kaiser traf am Montag morgen 9 3 1 Uhr ans dem Potsdamer Bahnhos in Berlin, von Zigmarintzen kommend, wieder ein und beaab jxch in das Königliche Schloß. Tie Kaiserin war kurz vorher eingetrofien. B e s o l d n ngsn o v e11 c n werden bekanntlich dem Reichstage und dem preußischen Landtage i:i den nächsten Wochen Angehen. Diese lBesoldnngsnovellen pewegen sich in ziemlich engen Grenzen und sollen bestehende Ungleichheiten in den Besoldungsverhältnissen des Reichs und Preußens ausmerzen, so z. B. sollen die preußischen Assistenten mit de» Postassistcnten gleichgestellt werden und eine Reihe von Uuterbcamtenllassen Nr, i bis .5 der Besoldungsordnung) aufgebessert werden. Wie wir aus parlo- mentarischen Kreisen hören, besteht innerhalb der Fraktionen die Absicht, eine Reform der BesoldungSordnung in größerem Umfange vorzunehmen. Der Bundesrat und das preußische Staatsministerium werden diesen Bestrebungen aber Widerstand entgegensetzen. Der „G e n c r a l p a r d o n" für das Wehrbei- tragsgesetz wegen srülzerer Steuerhinterziehung bezieht sich nicht nur auf solche Steuerpflichtigen, dir Wehrbeitrag leisten müssen, sondern, ivie das Reichsschatzamt bekannt inacht, auch aus solche Steuerpflichtigen, die unter das Wehrbeitragsgesetz nicht satten. Tie Wohltaten de- Generalpardons kommen somit auch den Steuerpflichtigen zugute, die weniger als 5000 Ml. Einkommen versteuern und im Gegensatz zu früheren Steuererklärungen ihr Einkomincu jetzt richtig angebcn. U e b e r die Ausgabe neuer 5 0 - M a r k - und l 00-Mar ksche i u c werden sich demnächst die zuständigen Instanzen schlüssig zu machen haben Sowohl für die neuen Gt-Markscheine als für die neuen 100-Marffchcinc liegen bereits Entwürfe vor, die zurzeit gcprüst werden. Diese Entwürfe genügen in künstlerischer und praktischer Beziehung alten 'Ansprüchen. Die neuen 100-Markscheinc werden das kleinere Format der alten Scheine wieder erhalten. Es ist beabsichtigt, zunächst neue 50-Markscheine herauszugeben und erst später die neuen IM-Markschcine. Zn beachten ist, daß die technisch? Herstellung der neuen, Scheine ziemlich lauge Zeit in Anspruch nimmt, so daß immerhin noch einige Monate vergehen werden, ehe die 50-Markscheiue ausgegebeu werden können. Prvi. Ru hl and t. Dem mich langer Krankheit am gc- stiigen Montag in Bad-Tölz verstorbenen Professor Ruhland rühmt der „Berliner Lokalanzeigec" nach, daß er der eisrigsle und tatkräiligstc wisscnschastlichc Vorkämpier des Bundes der Landwiltc gewesen sei. 'Auch wenn inan die voiksivirlichaitlichen Theorien Ruliiands nicht als stichlkattig ansehc, io werde man dach ancrkeiinen müssen, daß er sich um die deutsche Landwirtschaft manches Verdienst erworben habe und daß er für seine praktischen Eisahrunge» und seine wissenschaftliche Ucbcrzeugung stets mit seiner ganzen Persönlichkeit cingetretcn sei. Umland. Französische Lehrmeister der türkischen Gendarmerie, Einer amtlichen Mitteilung aus Paris zufolge ist die französische Regierung von der türkischen ersucht worden, ihr weitere fünf Offiziere zur Leitung der Gendarmerie in Kleinasien zur Verfügung zu stellen. Be sehlshaber der Gendarmerie in Kleinasien ist der französische General Baumann. Tie m i t l e l c u r o v ä i s ch e W i r t s ch a s t s k o n s c r c » z wurde ain Montag in Ofcn pest durch den Präsidenten Wclcrlc eröffnet. Er verwies in seiner Begrüßungsansprache aus die Interessen der in der Organisation einbcgrisseircn Staaten. Bei vollster Wahrung der Interessen des eigenen Landes müßten die von den Vereinen periodisch veranstalietcn Aussprachen allen Beteiligten zum größten Vorteil gerciclieii. Herzog Ernst (siünthcr von Schleswig-Holstein erinnerte an die herzliche Ausnahme, welche die Vertreter der deutschen Gruppe in Ungarn imnlcr gesunden hätten. Tic Wirtschailsoeremc nähmen Nicht in dem Unlsangc eine breitere Ocssentiichkeit IN Anspruäi wie andere Organisationen. Jene aber, welche die Arbeit der Vereine beobachteten nnd einen Einblick in diese 'Arbeit nelmie» könnten, inüßten sich auch von ihrenr für die Geschäftswelt bedeutsamen praktischen Wirken Überzeugen. Ter Vorsitzende der österreichischen Gruppe, Baron PI euer, verwies auf die Frage», die mit der bevorstehenden Erneuerung der initteicuroväischeil Handelsverirägc verbunden seien. Namens des belgischen Vereins sprach Senator Peltzer de Clermont. Für die lingorischc Re gierung drückte Handclsminiftcr Harkanvi die aufrichliasten Sympathickn für die Arbeiten aus. Nach Absendung der Huldi- gungSdepeschcn wurde in die Tagung cingetreten. Das Theina behandelt ausgewählte juristische Fragen im Texte der .Handelsverträge. s Die bulgarische Kabincttskrisis. R a d o s l a - wow wurde mit der Kabinettsbildung bettaut und trat mit allen parlamemarisckien Gruppen, ausgenommen der Partei Geschows nnd Tanews, gegen welche alle anderen Parteien die Einleitung einer parlamentarischen Untersuchung verlangen, in Fühlung. Die zu Rate gezogenen parlamcntanschcn Gruppen lehnten den Vor schlag ab, in das Kabinett einzutrctcn. Tic agrarischen lind sozialistischen Abgeordneten erklärte»', daß sic es ablehnen, an jedweder Kabinettsbildung teilzimehmen. I» einer cinstündigen Audienz nahm der König die Ratschläge des Obmannes der stärksten parlamentarischen Gruppe entgegen nnd Unterzeichnete die Anordnungen, mit welchen sämtli che Mitglieder des Kabinetts R a d o s l a w o w wieder ;u Ministern ernannt werden und ihre Porteieuilles behalte». Das Minifte- wagners „parsisal" in Mainz. Mainz, 5. Januar. Eine iveihevollc, ernste Stininiung liegt über dem däni- nierigcn Theaterram». Sauste Ruhe . . . kaum durch ein leises Rücken »der Hüsteln unterbrochen. Alles wartet in iicbcrhastcr Spannung aui den Beginn.--— Ta dringen gedämpfte Tronipctentönc durch das Haus . . das Licht verlöscht mit grünlichen! Schauer. Zarte, ivcichc Töne fluten aus dein .Orchesterraum, klagend klingt das Abendmahls- nrotiv . , . dann brausen verhaltene Trompctentönc aus und schwellen in leichtem Bcckcnschlagc» ab?---- Parsival, der reine Tor, der durch Mitleid wissend, Erlösung bringt, wie Christus, sein größerer Vorgänger. Krank liegt Aursvrtas, des heiligen tztralcs Hüter, durch Sinnen tu ft gefallen und von Küngfor niit dem heiligen copeer, den er ihin im Liebes rausche entriß, schwer an der Brust- verwundet. Parsival sieht den leidenden König, er wird für ihn von Mitleid erfüllt. Aber er steht dem furchtbaren Uebet noch unwissend gegenüber. Erst als ihin Kundry, das Höllcmveib, das auch Auriortas zu Full krachte, in heißem Kusse au die Brust sinkt, wird es ihn, klar, daß Avisortas im Sinnenrausche siel. Er reißt sich los und bestellt in seiner Rcinlieit die Versuchung, Als Älingsor siebt, daß die Tcuselskünste seiner Tiencrin nichts frommen, schleudert er wütend die Lanze, die ChriftuS die Seihe nufriß, nach ihm, Sic schwebt jedoch über dem Haupte des sicghast Reinen. Nun zieht der Wissende als Erlöser zum Gral. Gurneinanz erkennt in ihm den „Toren" Ivieder und salbt ihn junt König am ..allerbest,gsten Karfreitag". Parsisal taust Kundry >md hestt durch die Berührung mit der .Hcilslanze die Wund,' des 2lm- sortas. Tann enthüllt er den Gral, der lange verdeckt gedliebeN Ivar, da sein Anblick die Leiden des kranken Königs oeruichrt halte Verzückt hält der Befreier die Schale empor, über die fick, die heilige Taube segnend herabscnkt. — Hingerissen lauschten die Zuhörer den nie vernommenen ,Kkä»- aeu. Keine Hand rührte sich während der ganzen Handlung, die mäckckige Töne im Innern anichlägt. Wagner schul trotz aller Gegcilredcii im Parsisal cin Wunderwerk. Tie Juszemeiung des Stückes gereicht Herrn Hvsrat B e h r e n d zur hoben Ehre. Auch die Regie des Hern, B r j, i ch r c ivar meisterhast. Bon den Sängern sind besonders Herr Groencn, der den leidciidc», gramgebeugten AmlortaS >,anz tresslich wiedergab und Herr Stock üls Gurneinanz zu erwähnen. An die Leistung beider schloß sich würdig die Darstellung des Herrn Geiff cr. als Parsisal, der besonders das Wachsen vom, knabenhaft Kecken zum männlich Besonnenen trefflich mit seinem Spiele verknüpfte. Tie überaus schwierige, wechselvolle Rolle der Kundry war mit Frl. Märtel glücklich besetzt, wenn auch ihre Stimme üud bisweilen ihr Spiel nicht allen Anforderungen völlig gerecht wurde. 0. -N. * — Ein hessischer Schulmann vor 100 Jahren. Tem dritten Bande der Quellen und Darstellungen zur Geschichte der Burschenschast und der deutschen Einheitsbewegung entnehmen wir aus der Feder ihres Herausgebers Gcheimrat Haupt in Gießen solgcnde interessante Schilderung; „In den oberen Klassen des Tarmstädtcr Gymnasiums unterrichtete damals der treffliche, auch in der trübsten rheinbündiichen Zeit sehr entschieden chcutsch gesinnte Rektor Joh. Georg Zimmermann. Aus den mir vorliegenden Auszeichnungen des 1872 in Mexiko gestorbenen Gießencr Schwarzen Karl Christian Sartorius läßt sich ersehen, wie dieser Patriot den Geschichtsunterricht und die deutschen Stilübungen der Prima genau so, Wiehes gleichzeitig F. G. Wclcker am Gicßener Gymnasium tat, zur Stärkung des deutsch-vaterländischen Sinnes seiner Schüler benutzte. Als Sartorius in einem Auiiatzc über den meffcnffchen Helden Arfflamencs als Nutzanwendung die Mah nung zum todesmutigen Kampfe gegen die Unterdrücker Deutschlands eiiislocht, hielt der Lehrer leuchtenden Auges mit seinem Lobe nicht zurück, wenn ec auch den jungen Rhetor zur Vorsicht mahnte. Auch aus unseren Hosmann hat der treffliche Schulmau» starken Einfluß geübt; „Die Begeisterung, niit der Zimmermann bei Erklärung der Alten so ganz aus der Fülle seines guten warmen Herzens alles Große und Schöne uns recht nahe ans Herz zn legen suchte, die tiefe Rührung, womit .er Züge von Heldenmut, oo» Vaterlandsliebe, von Hingebung sür Tugend, Recht und Freiheit uns als Muster vorzuhaltcn wußte, ergriff mich lebhait, besonders aber das überall durchblickende Schmerzgefühl dieses Ehrenmannes über die damalige Schmach unseres Volkes, seine warme fromme Liebe zum Vaterlande, sein Haß gegen unsere Unterdrücker läuterte, was bisher bloß Gewohnheit und Empfindung gewesen war, immer mehr zum klaren Bewußffeiii. Ich besitze aus meinem 16. Jahre vlcdichte und allegorische Zeichnungen, welche — freilich in sehr mangclhaster Forni — die kernigsten Wünsche für den Tieg und die Befreiung des teutschen Vaterlandes ausdrückcn. Tics Gcsühl hat mich seither nie verlassen." Auch unter Hofmanns Kameraden waren manche, die mit ihm in dichterischen Versuchen wetteiferten und i» lugendlickiem Uebeeichwang sich wohl den Dichtern des Göttinger Haiiibundes gieichstellten. Außerordentlichen, Einilnß hoben au> Hoh- inann Schillers Tichliingen ausgcübt. In einer Entwicklungs- Periode. die allerlei siltlichc Gcsahrcn an den jungen Heißsporn heranbrachte, war cs nach seine» Bekenntnissen Schiller, dessen reine iungiräulichc Muse ihn über sich selbst und übtr seine Umgebung cmporgehobcn und ihm einen scsten sittlichen Halt geliehen hat." ki. Tie ?lusführung eines Dramas der Roswitha im Reinhardt-Stile. Am 11. Januar veranstaltet die Londoner Theatcrgesellschast der „Pioneer Players" eine höchst interessante Privatvorstcllung, die in Deutschland noch ganz besonderen Anteil erregen muß, iveil sie einem Stücke der aus der deutschen Literaturgeschichte ioohlbekoiinten 'Rönne Roswitha von Gandersheim gilt. Tas Drama, um das cs sich handelt, ist der „Paphiiutius". Tie sromme Gandcrsheimcr Nonne Imt darin jene bekannte Legende von der Bekehrung der schönen, aber sittenlosen Thais durch de» heiligen Pophnutius geschildert; es ist dieselbe Legende, die Massenet zu seiner bekannten Oper und Anatole France zu seinem geistvollen Romane benutzt hat. Tie Uebcrsetzung aus dem Lateinische» hat Miß St. John besorgt, während bic Inszenierung in den Händen von Miß Giith Craig, der Tochter von Ellen Terry, liegt. Ellen Terry selbst ivird die Aebtrssii« spielen, während die Rolle der Thais von Miß Miriam Lewes gegeben werden wird. Das Stück wird im ganzen 65 Personen in AnspNlch nehmen, und wird im Stile von Reinhardts „Mirakel" gespielt iverden, insofern die Ausführung sich nicht auf die Bühne beschränken, sondern den ganzen Ring des National Sporling Club benutzen wird. Eine Bencdiktinernoiine hat die nötigen ?>lnweiiün- gc» für die in dem Stücke »orkommcndcn kirchlichen Aufzüge, Gebräuche uiw. gegeben. Eine Szenerie wird nicht verwandt, sondern die Bühne wstd nur durch Vorhänge abgeicklosseu Es sind im ganzen nur zwei Aufführungen des Stückes in Aussicht genommen. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. Mathcmatikerkongreß. In Stockholm wird der „Umschau" zufolge, im Jahre 1916 der sechste Mathematiker- kongrcß zusammentreten. — Im Berliner Kgl. Ovcrnhausc wurde zum erstenmal Richard Wagners Bühnenweihsestspicl „Parsisal" gegeben unter der musikalischen Leitung des Generalmusikdirektors Blech. In der großen Hosloge versammelten sich die Umgebungen der Majestäten. Um 6V- Uhr erschien das K a i s c r p a a r und das Kronprinzcnpaar. n«m ba# SeuBctn >mrö weiterhin von iRabosSlaiuom geleitet, der mit der gegenwärtigen Svbranic arbeiten zu können hofft, vor ausqesetzt, dag der verschiedenen Parteien in patriotischer Weise hierzu geneigt sind. Ueber den wehrbei'rag. G i e ß e n , 5. Ja» Der non dem hiesigen B ü r g c r v e I c i n im Saale des Hotels „ßm&orn" scraulafttf zeilgemäßc Port rag bei Finanzanilmgn ns M cner „Ueber den Wehibeiirag" war irotz der nngünstigen Witterung ausserordentlich zahlreich besucht, In seiner Begrüßung stresste der Vorsitzende, Lehrer Valentin Müller, kurz die Notwendigkeit und Bedeutung der Wehrsteuer und erteilte dann dem Vor tragenden das Wort, Seiner aussührlichcn Darstellung sei solgcndcs entnommen: Die am 3, Juli 1313 beschlossene Wehrsteuer beruht ans dem Prinzip der Lciilungssähigkcit Ihr Rückgrat ist die Ein ko m m r n st e ue r, zu der noch nach Miguelschrn Grundsätzen,eine Ergänzunassteuer, Vermögenssteuer genannt, hinzulritt, ganz ähnlich also, wie wir dies in Hessen schon halten. Eine bündige Erklärung der Begrisse Einkommen und Vermögen bietet das Gesetz aus Zweckmäßigkeitsgrnnden nicht. Voll den bisherigen Reichs gesehen weicht es insoscrn ab, als diese in ihrer Mehrheit seit 1870 indirekte Steuern betrasen und betreffen muhten, um den einzelnen Bundesstaaten, die auf direkte Steuern angewiesen sind, ihre Lebensmöglichkeit nicht zu rauben. Die üblichen, an das Reich von den Einzelslaaten abgesührten, auf die Kopszahl ausgerechneten, sogenannten M a t r i k u l a r b e i t r ä g e können einen Anspruch ans ideale, gerechte Besteuerung nicht erheben. Der Wehr beitrag ist indessen nur eine einmalige, außerordentliche B e sh e u e r u n g , die in drei Raten in den Jahren >314, 1313 und 1318 entrichtet werden mutz. Massgebend für die Heranziehung zur Wehrsteuer ist das Einkommen und Vermögen, wie es sich am 31,Tezenlber 1313 Vorland, Bon der Besteuerung verschont sind Einkommen bis 2000 Mk, bei einem Vermögen bis ,30 000 Mk, Einkommen von 2000 bis 4000 MI, bei einem Vermögen bis 30000 Mk, und endlich Einkommen über 1000 Mark bei einem Vermögen bis 10000 Mk, Wer also weniger als 2000 Mk, Einkommen und weniger als 10000 MI Vermögen bc sitzt, ist von deni Wehrbeitrag befreit. 'Aktiengesellschaften, deren Reserven geweinnützigen Zwecken zuaewandt werden, sind eben solls freiqelassen, Vergünstigungen bestehen ferner für Familien Väter, die mehr als drei minderjährige Kinder besitzen oder drei und mehr Söhne im Heere »der in der Marine haben, Steuer- vilichtig sind alle Reichsdelltichen, auch wenn sie innerhalb zweier Jahre verzogen sind, sowie die Angehörigen auiserdentscher Staaten, die sich im Deutschen Reiche gewerbsmäßig anskalten Das Per mögen von Mann und Iran, in Hessen auch das der Kinder, wird zusammenqcrechnct. Die Veranlaanng stützt sich auf Grundver mögeli, Betriebsvermögen und Kapitalvermögen. Im großen und ganzen empsieblt der Redner, den gemeine» Wort oder Verkausswert cinzuietzen, da der andernfalls eintrelende augenblicklichr Vorteil durch die in 1317 zu erwartende Bcsitz- steuer Vermöaenszuwachsstenerl niebr als ausgewogen wird. Dauernd landwirtschaitlichen oder gättnerischc» Zwecken dienende Grundstücke werden mit dem Machen des Ertrags cinacichätzt. Der Pachterlös bietet bierbei einen einigermaßen sicheren Andaitsvnnkt, B-i Gebäuden ermitteli sich der lfrtraaswert aus dem 2,ftiachcn der Miete, wie sie sich ans drei auicinanderiolgenden Jabren ergibt, wobei noch in Betracht zu ziebrn ist, datz für Instandhaltung ein Tvfinitcl in Abzug gebracht lverden bars. Vor einer Ucbersvannunq der Jnstandbaltungskostcn, die übrigens auch nicht mit Instand setzuttgsaufwendungen verwechselt werden dürfen, must auch liier ans oben angegebenem Eirunde dringend gewarnt werden. Bei Angabe des Betriebsvermögens ist eine abschriftliche Einreicknina der letzten Vermögensbilanz lam besteil der vom 31, Dezember 1313) zu empfehlen. Wenn auch im allgemeinen der Fakturenwert einzusetzen ist, so m»s; doch auch die Konjunktur berück- sichtigt werden, so dost dementsprechend etile Höher- oder Minder Wertung einzntreten hat. Was die Wertpapiere anbetrifft, ist die Einreichung der von den Banken anznsertigende» Derreichnisse der Kurs oder Verkausswerie anzuraten. Statt des Rückkaufswertes der Lebet,sversicherungen, der oft schwer zu ermitteln ist, können »uei Drilteile der cingezahlten Prämien anaeacben loerdeii. Ter Abzug der Schulden ist natürlich gestattet, kleine Hanshaltnngs schnlden sind nicht abzugsräbig, Da die Durchstaisefting des Tarifs ziemllch schlvierig ist, erscheint es zweckmäßig. die im Buchhandel erschienenen Bcrechnniigen dieser Art zu Krilnbe zu legen, Tie zur Abgabe von Wehrbciträgen verpflichteten Personen erhalten nächster Tage tarn Finanzamt die für die Steucrerklärnnaen be stimmten Farmnlare zugestellt, die in der Zeit von, 1.1. bis 28. Januar auSgesüllt jmh unterschrieben zurückzuschicken lind. Den Tatsachen -uwiderlanfende, also wissentlich unrichtige Angaben werbe» Mit lwhen Strafen belegt, Talkei ist der Prranlagvngs- ausichnß geictzlich bereckiligt, Zeugen zu vernehmen, uud tu, Falle eines SirawersabrenS sind die Banken und Sparkassen bervilichtct, Anskunst zu geben Wichtig ist der Paragraph 88 des Gesetzes, der besaat, dast bisher nicht anaegebene, alt» der Destenernng ent '.oacne Beträge nicht strafsällig sind. Mit der Inschrift eines Sckwar,Wälder BauermhauseS schlost der Vortragende seine Aus- siihrungcl,: „ES reckst zu »lachen jedermann, ist eine Kunst, die niemand kann", Tic am Schluß gesteMcn Anklagen wurden von den, Redner sachlich erffiut ert. Aus Stadt und Land, Gießen, 6. Januar 1314. Nvtsiandsarbcite», Der Winter ist ein barbarischer Gesell, Die kühlen >„id kalten Tage, die er mitbringt, sind für die Minherbemifteiten leine rosigen. Er verlangt vermehrte Ausgaben, Tic dünnen fad>-nscheinigen Armenllerdcheii ichützen nicht genügend gegen den Frost, Rene Kleider kosten Geld, Die Wohnungen müssen geheizt werden imo Kohlen und Holz sind teuer. Dazu komnit, bas- die Kälte ganze Nernisschick ten, so bas Manrergcwerbe, au» lange Zeit lahm legt und damit so manchem Familienvater jeglichen Verdienst nimmt So ist der Winter die Zeit der Armut geworden, Besonders üie Zeit der verschämten Armut, die cs nicht übers Herz bringt, die städtischen Armrlwerwaltnngc» oder Private Wohltätigleitseinrich- tunaen in Anivrnch zu nehmen. Diese von der Roi Versvigten vntden aber jede Gelegenheit gerne anigretsen, die es ihnen er möglicht, durch ihrer Hände Arbeit — wenn auch notdürftig — ihr tägliches Brot zu verdicnen. Durch unsere moderne Komniunalpolitik geht nun der erfreuliche Zug, durch praktische Mittel dieseni Heer der meist ohne Verschulden Arbeitslosen Arbeitsgelegenheit zu sckmiien, Gerade das vielsältigk Arbeitsgebiet unserer modernen Ttädtever- inaltung bietet hierfür so manche Gelegenheit, Tie Arien der Ral- standsarbeiten lind so monnigsach. daß jede Stadtgenleinde irgend eine beschlossene 'Arbeit, die sonst im Frühjahr zur Anssührnng kommen soll, schon in den Äintrrmonaien bcginiien und von ihren Kollegien die, Mittel dazu bcrcitftelfeit läßt Die Pflicht der Er möglichung und Schäftung von Rotstaildsarbeiteu darf aber nickst allein gilt den Staat und die Gemeinden abgeivälzt werden. Auch P r i v a t e können hier viel Gutes tun. Es gibt so manckie Arbeit, die man schon im Winter gut vorberefteil »der aussühreu lassen kan», ohne daß Mehrkosten entstehen Es dark sicher sein, daß, loeiiii Staat, Gcnieinbe und Private sich srühieilig »ach Rotstands- arbeiten umsehen, dann die winterliche Arbeitslosigkeit fast völlig 'xrickinnnden wird, und daß damit von vielen Familien Kummer und Sorgen serngchaltcn ivürden, die sonst einem ticstraurigen JahreSoniang entgegengehen, » '^Tageskalender für Dienstag, 6. Ja». Etadt- «hcater: .Die ivanische Fliege', Ansang 8 Uhr. ** Der Gro ß Herzog hat den Kroßh, Hess, Konsul tn Hamburg, Olenerallonsul Friedrich Wilhelm Kempfs, aus sein Nachsuchcai von diesem Amt >enthoben, am .3, Oianuar den Hochbailaiissehcr Wilhelm W etz in Worms mit Wirkung voin 1, Januar 1914 zum Dammeister bei den, Wasserbau- amt Mainz ernannt, ** Offene Lehrerstelle, Erledigt ist eine mit einem tatholischen Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Gorxheim, Kreis Heppenheim, ** Herr Dr, Spohr legt, wie er uns in einem Schreiben vom 3. Januar mitteilt, Gewicht ans die Feststellung, daß er »nS drn bekaniiten „Ossencn Brief an Herr» Oberbürgermeister Mccum" nicht als „oisenen Pries" bezeichnet und übersandt, sonderii daß er uns bloß einrn privat an Herrn Oberbürgermeister MtciiNi gerichtete» Briet zur Beringung gestellt habe. Wenn einer Zeitung in solchen össentiichen Angelegenheiten derartige Tatsachen Und Einsendungen zngeschickt werden, so pflegt man anzunchmen, daß sie für die Ocsscntlichkcit bestimmt sind, falls nicht eine besondere Bitte beigefügt wird. Die Angelegenheit verdient übrigens noch eine nähere Beleuchtung, Wir möchten mit unserer Einsicht nicht zurückhalten, daß Herr Dr, Spobr mit seinen scharten Wendlingen gegen Herrn Oberbürgermeister Mccum sich im Unrechte befindet. Wir hatten von vornherein üsienllich sestgestellt, daß wir von bei! uns zur Verfügung gestellten Aussührungen des Oberbürgermeisters tn der Stadtverordnetenversammlung das Wesentliche Mitteilen wollten z drei oder vier Sätze des Oberbürgermeisters, die nicht streng zur Sache gehörten, haben wir weggelassen, hauptsächlich auch ans dem Grunde, mit überflüssige Auseinandersetzungen zu vermeiden. Herr Svobr hat die Sache viel zu sehr aus das persönliche Gebiet übertragen. Es ivar sachlich und berccknigt gewesen, daß Herr M e c n ni sich gegen die ans ungenügender Information beruhenden Vorwürfe des Herrn Dr. Tvohr wehrte und dieser ist im Irrtum, wenn er meint, der Oberbürgermeister habe sich kn öffentlicher cotadt- ratssitzung nicht ebenso »ssenhcrzig mit ihm, Dr, Spobr, beschäftige» dürfen, als cs umgekehrt Herr Spohr als. Angreiscr Mit Herrn Mccum getan halte, Herr Dr, Svobr hat unsere bricslichc „Bestätigung" in seinein geharnischten Brief an den Oberbürgermcisler wieder einmal falsch gedeutet. Wir hatten Herrn Spohr ans seine Anfrage wörtlich erwideri: „Sic meinen, wir hätten uns diplomatisch nusgedrückt, indem wir Sir nicht hätten wissen lassen, ob der Oberbürgermeister Sie, den Abwesenden, angegrsssen habe oder nicht. Der Oberbürgermeister Hai, wie wir von vornherein berichtet haben, in der Tat sich auch gegen Sie gewandt, indem er erklärte, er hätte erwartet, daß ein öffentlicher Anwalt sorgfältiger zu Werke geht, wenn er öffentlich gegen eine Behörde so scharfe Angri'se erTjebt. Weiter tat er bemerkt, dass. Sie mit dem Borwuri, die Stadt spettiliere ans dep Schaden Einzelner, leick.iiertig die Sladtver- wallimg brrabgrsetzt hätten. Weitere persönliche Angrissc, wenn Sie das io nennen wollen, sind in der Stadtvcrordnetenjitziing nicht erfolgt," Tiefe Sätze des Oberbürgermeisters hatten w i r in dem Expose gestrichen, weil wir uns nicht als Jnformationsburcau des Herrn Spohr betrachte» und wie schon gesagt, überfTüffige Auseinandersetzungen vermeiden wollten, Run sind uns diese doch nicht erspart geblieben, aber wir dürfen jetzt doch wohl annehmen, daß Herr Tr, Lpohr seine KricgSzüge nun cichlich cin- stellt und friedlich in sein Wigwam zurückkehrt, ** Das neue Gebäude der O b e r r e a l s ch n l e. Am Montag morgen fand die Uebersisdelung sämtlicher Klassen der O b errca l s chU l e und der Vorschule in das neue Gebäude in der Bism ar ckstrafee statt. Die feierliche Einweihung soll bei Wiederbeginn des Unterrichts »ach Ostern stattsindcii, ** Freiwillige Sa nitä t scko l o n n e, Dem Mitglied Adolf Müller wurde am gestrige» Uebungsabend ein Diplom mit lobender Anerfennung des Kaiserlichen Kommissars der frciw, Kranlenp|leqe und die Auszeichnungs- borte für neunjälirige vorwurfsfreie Dienstzeit verliehen, '• Der städtischc S c cf ifcf) m a ett, der in der Weihnachtswochc und zwischen den Jahren eingestellt ivorden war, wird von Donnerstag ab wieder allwöchentlich regelmäßig abgchaitcii. " Widerstand bei derVerhastiing. Ein Menschen- aiiflauf entstand am Montag morgen in der Schloßgasse. Ei» Mann, der zur Ablegung des Osscnbar» ngS- ei des vcthastet werden sollte, setzte dein mit der Verhaftung bcanstragte» Bcaniten einen solche» Widerstand entgegen, daß dieser von der Polizei Hilfe holen inußte. 9tnf den Schutzmann drang der Unhold mit Messer und Schürhaken ein, und es entstand ein regelrechter Kamps, bei dem es aber glürklichcrioeise mit einigen Kratzivnnden und Kleidcrdcsektcn abging. Erst als zivei weitere Fchntzleutc zugezogen ivurdcn, gelang den vereinten Kräften de? Widerspenstigen Zähmung, und er wurde, begleitet von einer neugierige» Menschenmenge, zum Gcrichisgebäudc abgesührt. "" Das Groß herzoglich Hessische Regierungsblatt Rr, 28> voni 30, Dezember, hat folgenden Inhalt: I Bekanntmachung, Aendrrung der Postordnung vom 20, März 1300 brtiessend, 2, Bckannttnachung, die Anssührnng des Gesetzes vom 18, Februar ldll zur Abänderung des Gesetzes über die Fürsorgckassc für die Beamten und Bediensteten der Landgemeinden und K'ommnnalvcrbände betresscnd, 3, 'Bekanntmachung, die Gründung eines Wasscrversvrgungsverbandes gcil- haid-lßeorgenlmuien beiressend, 4, Bekanntmachung, die Art und Jorni der Rcchniingssührung der Orts-, Land-, Betriebs- und Jnnungskrankenkasien betrcssend, - 5, Bekanntmachung, die Einteilung der Stadlgemcindc Tarmstadt in zwe, OrlsgerichtS- bezitke und Standesamtöbczirke bctressend - 6, Bekanntmachung, die Befugnisse des Steueramts Bensheiln brlreffend, — Das Regierungsblatt Rr, 23 vom 31, Dezember 1913 betrisil: 4, Beiordnung/ die Ergänzung des §32 der Fleischbcschauord- nung vom 9, April 1903 betressend, 2. Bekanntmachung, die Deutsche Arzneitaxe 1914 betressend 3, Bekanntmachung, die Anssührnng des Gesetzes vom 8, August 1902 über die öffentlichen Sparkassen bctrcfscnd. Landkreis Gietzen, Burkhards sei den , 4, Jan. Heute tagte ui, taafe der Hossmannschen Wirtschaft der Turnverein Gut Heil" sstach zufriedenstellender Erledigung der Vereinsgeschäste sür 1313 schritt man zur Reuwahl der Vvr- staiidsmitglteder; es wurden mit ctnrr 'Ausnahme die bisherigen Vorstände wiedcrgewählt. Der Porsitzendc H, M ö- lus teilte mit, daß der Verein in Gemeinschaft mit dem Kriegerverein die Kaisers-Gedurtstagsseter auf den 2,3, Ja nuar festgesetzt hat, k, Geilshausen, ,3. Jan 'An, Sonnwg nachmittag hielt ^ekonmniclat Weitzel Lich im Bcckrrschen Lokal einen land wntschalttichcn Portrag. Tie Versammlung war gut besucht und die Anslübinnaen des Vortragenden über richttge und genügende rüNgnng der Bäben wurden in Hinsicht ans die im vergangenen Her!» abgeschlosiene Feldbereinigung mit großem Interesse aus- gcmnnmcn. Im Anschluß an den Vortrag gab Ockonomierat Weitzel aui Bciragcn wertvolle Winke über Anlage und Bestellung neuer Wicscnslächen. e-, Langsdorf, der elektrischen Leitung. 4, Jg», Heule abend versagte ein Teil Kreis Lautcrbach, Laurerbach, 4, Jan, In den Waldungen bei Eisen- vach und Blitzenrob und Männer aus Tbüringcn mit dem Pflücken der Fichtcnzavicn bcschästigt. Die Zavsen gehen in Eiienbalm- wagen nach Ihüringcn, Fitr den Zentner Fickftcnsamen werden .dort 300 Mark bezahlt, s, Frischborn, ,3, Jan, In Hanau im Hause seiner Tochter starb nach längerer Krantlzeit im Alber von 74 Jahren Fabrikant Jakob Müller von hier, langjähriger fachmännischer Leiter der hiesigen, von seinem Schwiegervater Weiß begründeten Leinenfnbrik, Als Belerrrn vom Jahre 1806 und tangsährigcr Präsident des hiesigen Kriegerveretns war er weit bekannt, Biele Jahre nnib er Mitglied des Gemeinderats und bis zu seinem Tode Kärchen- vorsieher und stellvertretender Abgeordneter zur Dekanals- sßiiode, Lluch ivar er vcrschiedenemal als Geschworrner in Gießen tätig. Die Leiche wird hier av> Mitiwvch nachmittag beerdigt, Kreis Friedbrrg, t. Vilbel, 6. Jan. In der Nacht aus Montag gegen 3 Uhr wurden Bewohner der Frankfurter Straße durch Hilfe- rufe erschreckt. Eine Frau, die ein kleines Häuschen allein bewohnte, stand im Nachtgewandc am Fenster und ries um Hilfe. Der zufällig vorübergehende Nachtwächter stieg, da die HanStüre vcrschlostcn war, aus einer Leiter zum Fenster hinein Die Gendarmerie, die auch allarnliert wurde, nahm eine Hans- snchnng vor. fand aber keine Spuren, die auf eine» etwaigen Einbruch schließen ließen. Die Türen, die am Abend von der Frau verschlossen worden waren, ivaren noch sämtlich zu. Die Frau sagte mit Bestimmtheit an?, einen Mann in ihrem Schlafzimmer gesehen zu haben, ES ist anznneiWien, daß cs sich uni ein Traimigebilde handelt. L, Asfenh eim, ,3, Jan, Bei der in der hiesigen Ge marliliig abgehaliencii Treibjagd wurden 273 Hasen zur Strecke gebracht, t. Har heii», 5. Jan. Der vor etwa vier Wochen einstimmig zum zweiten Male zuni Bürgermeister gewählte Friedrich Jakob Schniidt-Harhcini wurde heute vom Großh. Kreisamt Friedberg bestätigt. Slarkeilburg und Nheinhessen, rin, D a r in sta d t, 3, Jan, lieber das Bkrmögen deck seil dein Weihnachtsabend von hier verschwundenen Kolonial Warenhändlers G, ,h e b c r m c li 1, der in der Stadt mehrere gutgehende Filialen unterhielt, ist nunmehr der Konkurs eröffnet worden. Wie inan hört, ist die Unterbilanz ziemlich beträchtlich, doch sollen hauptsächlich auswärtige Firmen in Kaffee, Wein u. dgl, geschädigt ivorden sein, Kreis Wetzlar, — Hörnsheim, 4. Jan. «euer» abend übernahm Alber Engel die Gastwirtschaft »Zur Traube', die tortan de» Namen ,Z»e goldenen Krone" trägt, Engel ist ein Enkel des früheren Wirtes Johann Volk, Hessen-Nassau, f| Marburg, 5. Jan, In der heuligen S t a d t v e r - ordneten-Styung tvurde der bisherige Stadtverord > rieten -Borsteher Justizrat Rehde wiedergewählt. Ferner be willigte» die Stadtverordneten eine Beihilfe von 1000 Mk, an die Gesellschaft für die Erziehung der deutsck>en Auslandsjugend im Deutschen Reiche, als deren sssntrale be- lanntlich Marburg bestimmt worden ist, - Hanau, ft. Jan, Buchdruckcreibesitzer Lorenz L o sz - beiger, einer der Führer der sortsckirittlichen Bolks- partei in Hanau, und früher auch Verleger der liberalen „Hanauer Zeitung", ist im Alter von 47 Jahren Plötzlicki gestorben, h. Obernrsel, ö. Jan. Prinz Heinrich der Niederlande trifft, wie stvir bereits kurz mittcilten, am Donnerstag abend im Saiiaiorinm Hohemark ein, um sich hier, wie im Vorjahr, einer a»f mehrere Monate berechneten Kur z» unterziehen. Das Gefolge lind die Dienerschaft nimmt im „Hotel Bauscr' s.Hoheinark) Wohnung, Wie verlautet, beabsichtigt auch die Königin Wilhclmina im Frühling wieder zu einem längeren Besuche ihre? Gemahls auf der Hohenmark einzutrcffcii. verelnsnachrichlen. ** Karneval 1314, Es werden etwa 400 Rarrhallesen gewesen sein, die am Sonntag abend in Steins Garten dem karnevalistischen 8onzcrt der Großen Gicßener Karneval gescllschast 1911 beiwohnten Tie Regimcntskapelle unter Lcilnng des Obcimnsikmcisters Loebcr brachlc das dem Abend angepaßte Programm in hnmoroollec Weise zur Turchsührung, Die angelündigir lauwarme Ansprache, besser wohl Büttenvor trag genannt, hielt der Poriitzendcr der Karnevalgcsellschaft, Wil heim H o m b c r g e r. Sehr gut war der Vorschlag, das neue R a t b a ii S out Rädern zu errichten, um es von Zeit zu Zeit in einem anderen Stadtteil verankern zu lassen, hierdurch würden nicht nur alle Wünsche der Bürgerschaft berücksichtigt, sondern Gießens Hausbesitzer würden hicrvurch einen solchen Zu wachs eihallen, daß sic daun den Mietern dir Wohnung gratt, nbcrlasscn löpnie». Die angeblichen 22 Millionen ^chul d c n 1-edcntcn doch wohl sür die Großstadt Gießen eine B g g g , c l 1 e, und daß Gießen eine Großstadt ist, zeigt ja 'die demnach» von nn- zu zahlende Pension. Ein guter Rai ist eben teuer. Stürmisch begrüßt wurde der beliebte Karnevalist Bei l i n - Großen-Bnseck, Tic zündenden Ehorlicdec von H om- bcrge r und Hasenkrug, sowie ein Tänzchen, das die irobe Scknii bis noch 1 Uhr zusammcnbiclt, vcrvoUständigicn das Pro arawm, „ m Langd, 4. Jan Gestern abend sand im saalc von Otto Ronthaler ein ilntcrhaltunasabcnd ftatt, der sich eine- zahlreichen Besuches crireute. Der Ortsgeistlichc, Pfarrer Dr, Koch, begrüßte die Erschienenen und wies aus den Zweck und dir Bedeutung des Unterbaltungsabends bin, Wandervögel aus Frank- furt brachten hieraus Volkslieder mit Musikbraleftnng zum Vortrag, Pfarrer Dr, Koch dankte zum Schluß den Vortragenden und ermahnte die Jugend, von den Gassenhauern ab,,»lassen und das alte deutsche Volkslied zu pflegen. Heute vormittag wohnten die Wandervögel dem Gottesdienste in der Kirche hei »nd brachten einige schöne Wcihnachtslieder zum Bortrag, O Nidda, ö. Ja», Der Kriegerverein hielt gestern nachmittag tm GambrinnS seine Hanpiversanimlnnq ab. Nach Erledigung der Tagesordnung begann »I» 4 Uhr esn össentlicher Vortrag des Vorsitzenden Oberst z, D. v, W e i m«c über die Bürgerwehr sBürgergarde) im Jahre 184849, insbesondere über die von Nidda. Nachdem der Sohn des Vortragenden, Kammer- dircktor Tr. W e i m e r ans Büdingen, als Einteitimg z» den, eigentliche» Boeiegg die volilischen Verhältniße jener Zeit kurz ge schildert hatte, die zur Bürgcrwehr iührten, erläuterte dessen Vater sehr eingehend die Verhältnisse der Niddaer Bürgcrg'rde, Zuver- lässiges Piaierial ans seiner Vaterügdt hatte dem Vortragenden ,,, Gedote gestände». 'Abends sand ein Familienadend des k a I h o - l i j di c n Männervereins Nidda „nd Umgegend statt, der cheninllS gni besucht war. Zwei FranziSkanerpater aus Salmünster hielte» einen sehr gelnnaene» Lichibildervortrng über „Rom »nd seine llmgcbnng". WeNere Ansprachen wnrdcii von Prokessor Tr, M ü 11 c r ans Büdingen und Psarrer S ch ö » e ck von dorlen geholte», — Eine dritte Untcrhallniig des gestrigen Abends, die die Konzerlsäiigerin Hanna OldigS-Orte» ans Amsterdam unter Mitwirkung einiger Künstler ans Tarmstadt und Mainz in KraktS Saalban veranstaltete, war nur schwach besucht. <ßcyid)t»faal> Straßbnrg, 5. Jan, Die BernstmgSvirhLndluiig in dem Prozeß gegen den Lenlnant v. F o r ft n e r wurde auf de» 10. Januar anberaumt, 4. Barmen, 3. Jan, Das Herz aus dem richtigen Fleck hat osscnbar der Barmer Oberbürgermeister, von dem ein nachahmenswerter Bescheid in einer Sitzung der hicsigcn Strai kammer bekannt wurde. Unter der Anklage des Diebstahls sollte sich eine Ehefrau verantworten, die mit ihrem Mann in den denkbar dürstigsten Verhältnissen lebt. Als die Not auss höchste gestiegen »ar. lieg sich bir ihau, um rüt ihren Säugling Milch kaufe» zu können, dazu verleiten, den Gasautomalcn zu Annen und diesem einidc Äroschen zu entnehmen. Die Sache wurde bei der nächsten Nevision entdeckt lind gegen die Fran Anstage erhoben, Ter Vaga telldiebstahl hätte für die Anqestagte schwere Folgen haben könne», Venn sic ist bereits wegen des gleichen Delikts, wenn auch geringfügig, vorbestraft, Ter Vertreter der Anklage mußte daher auch, nach dem Buchstaben des Gesetzes, auf Rücksalldiebstahl plädieren und beantragte gegen die Frau die geschlickte Mindeskstrase von einem Jahre Gefängnis, Der Gerichtshof zog aber in Erwägung einmal, daN der gestohlene Betrag nur sehr gering lvar, und znm andern, daß die Frau in entschuldbarer Notlage gehandelt habe. Nach der Novelle zur Strasprozeßordnimg tritt aber in solchen Fällen eine Strasverfolqung nur ein ans Antrag des Geschädigten, auch kann das Gericht dann noch auf Geldstraie erkennen Als geschädigt kam im iraglichcn Fall die Stadl i» Betracht, die durch den Oberbürgermeister vertreten wird, Ter Oberbürgermeister hat es nun abgelehnt, einen Ttraiantrag zu stellen, »nd in Ermangelung eines solche» mußte das Gericht aus Freisprechung der Angeklagten erkennen. vermischtes. * Tödlicher Unfall auf der Bühn c. Aus Paris wird gemeldet: In einem kleinen Barietä-Theatcr wurde der Darsteller der .Hauptrolle, als er gerade »an der Biidne abtreten tvollle, von einem Brett so nwglürklich an der Schläfe getrosten, daß er tot ziisammendrach. Des Publikums bemächtigte sich eine Panik, da inan glaubte, die Tecke des Theaters stürze ein. Eine Reihe Zuschauer erlitt in dem Ge dränge schwere Verletzungen * Ucberschwemmung Die Ortschaft Seicli >Siziliens wurde durch einen Wolken bruch überschwemmt IBP 2üasser überflutete die Plätze und die Erdgeschosse der Gebäude Dretzehn «aus er in der Rahe de? Flußusers sind teils f o r t g e r i s s e n , teils ü b e r s ch w e m m t war-' den. Einige Straßen lviirden schwer beschädigt. Noch den bisherigen Nachrichten sind Menschenleben nicht zu beklagen, auch liegen keine großen Flurschäden vor, Tie Stadtverwaltung hat Vorsorge für die Untcrkuiist und Ernährung der Obdachlosen getroffen, - »leine Tagerchronik. In den Karlinger .Kohlengruben wurde,, drei Bergleute durch niedergehende Felsblöcke verschüttet und gelb t e t. In .st a r l s r » h c starb i»i Alter von Kl 1 Jahren Reichsgerichts rat o, T, lst'arl Wielandt, der vom Tage der Eröffnung des Reichsgerichts in Leipzig an (1. Oktober 1879, bis zum I, März 1900 ReichsgerichtSrat war. Amtlicher Wetterbericht. O c s s c n t l i ch e r Wetterdienst, Gießen, Welteraussichle» in Hessen am M,ttinock>, den 7, Januar 191*: Vorwiegend wolkig, kälter, Echncesnlle, lebhafte westliche bis nordwestliche Winde, Letzte Nachrichten. Oberbürgermeister Willen? tz, H c i d c l b e r g , li, Jan. Oberbürgermmsher' a, "TW i ! kens ist alt einer Lungemrntziindiing heute nacht um li/s Uhr gestorben, Mutter >,nd Schwestern erschossen Paris, ii. Ja», Aus Madrid wird gemewet^ In dem Marktflecken Verbegal erschoß der Äteste «oh» de» kürzlich verstorbenen Großgrundbesitzers Palapi»- weaen eines Erbschaftssrreites seine Mutter «id sein' Heiden Schwestern »ud entleibte sich daun selbst. Schweres D a m p s e r u » g l ü ck, New -Aork, l>. Jan, Aus der Fahrt nach Dexas ist ei» der Gulf Rafining E»mpanv gebärender -ran! d a in p s c r verunglückt lieber die Ettizesheiten des !>ii glücks ist noch nichts Näheres bekannt, 8 2 Mann sollen mit den, Hinteren Teile des Schiffes gesunken sei». Das »nglück ereignete sich am Sonntag morgen 8 llhr Ranhe rlNsige Haut wird zart »nd spicaeiglatl bei täglichem Gebrauch der üMyrrhollnselfe deren Gebalt an edlem Vbirrhvliu mit seinen nntiseotiiche», heilenden und nenbildenden Eigenschaften nach AI-jähriger Erfahrung die sicherste Garantie bittet. Slllck HO Psg. _ 283,> Sch. berrichastl. Wobnuna Beraltr, 5, ist durch Wegzug der- Herr» Rektor, Prot, Or, Körte, per 1. Avril 1914 zu vermieten. Die Wohnung enibäil 10 Zimmer, Wintergarten mii reichlich, Znbch,, Hai guiWarmwallerbeizuna, Gas „, elektr. Lichianl- low, schön, Garten, N, H. Win». Hointannstraßc 14 1204 Wegzugsbalber ist meinHa»? Mcirburger Str. 14 bestehend aus Ist Ziinmern, Veranden, Garten und allem Zubeb, z,»n 1, Avril z» verm, Verlagsbuchhändler ltnih. Marbnrger ~tr. 20. 124-tR Inmittkn brr Stobt schön gelegene Wohnung, ea 10 Zimmer, vcr I. Aorll oder Ivä'er z,i vermieten, Schristl, Angebvie unter 203 a, d, Giehcner Anzeiger erb. In ineinem Hanfe Süd Anläge 7 wird ver 1. 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R,t 3 Rat. tNutzkntivvclt 3 Rin, Knüvvcl, — Radelhol.-,, I St — 0,91 Flint,, Schtteldbolzt 100 Stämme 23,01 Fftm t 395 Stangen 1. Sl„ 1165 Stangen 2. Rl„ 1285 Stangen 3. (kl,, 80 Slaugcn 4. Ml ; 8 Rm, -Nutzknüvvel; 12 Rm, Scheit nno .(knUvpel; 3 3(tit. Reiser 3. .SIL; 4 Rm, Sias bolz I, Kl. — DaS Brennholz tvird zuerst berfleigeri, Der Nnyholzberkattt beginnt nach 11 Uhr, 3)7lt ESSMER ’S. TEE vorzUarli.-h i:nftcsrhmack. billi» im fifbraacli. Dw Pfond von MN. 100 Ciramm ah 5a l*fg. Mittwoch und Lonnlaa, abends Ubr. i>» Laale des .Poitkcller', Waarngaffe. (tzclvissknsfrrihrit u. bhristklivcrfolgun,;. Z Vortrag I sr. Mittwoch, 7. Januar 1914, abcndS 8 !Ibr. ini BcrcinSlokal „enfd (Siel" ________ Monats-Versammlung ^BAYEOveninfl/ verbunden mit v. aiscvu GebnrtStagSseier Er. Majestät Xänia Ludwig III. von Bauer». Landsleute, auch Nichtmitglieder, sind ireundtichit cin- gctaden. 335V Der Borstand. Anfang; 8. Januar. 338 Erklärung hstr. Richtigsf eiiung des Lichtspielhauses v. 5. Januar 1914 Zur Rehabilitierung unserer geehrten Gäste erklären wir hiermit, «lali seitens unserer Filmzentrale uns ausdrücklich erklärt wurde, daß dieser Cleopatra-Film in Gießen noch nicht gespielt hat, sonst hätten wir denselben nicht vorgeführt. Von dem Film Cleopatra existieren 3 Aufnahmen und jede Aufnahme hat ein anderes Fabrikat.; cs ist ein historischer Film, und ob „Cleopatra**, oder ..IMe Beherrscherin des \'l!ft‘*. oder ..Die Herrin des .\’ils“, die Handlung ist fast dieselbe. Außerdem erkläre ich, daß ich Herrn Ludwig Hof, den Angestellten des Lichtspielhauses, zur ersten Cleopatra - Vorführung eingeladen habe, um mir Gewißheit zu verschaffen, ob das der Film ist. Dieser Herr erklärte mir ausdrücklich, daß das nicht dieser Cleopatra-Film sei, der einst hier vorgeführt wurde. Somit bezeichne ich die Richtigstellung als Lüge und Konkurrenzneid. Union-Theater (gez.) Dir. Hoffmann. 316 a LICHT-SPIEL-HAUS Bahnhofstraße 34 Bahnhofstraße 34 Heute letzter Tag! 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Der vo,n Gemeinderat beratene Voranschlag der Gemeinde Muschenhcim für 4914 lieg! von, 10. Januar 1914 an eine Woche lang auf dem Bür germcisterei Bnreau dahier zur Einsicht offen. Die Beteiligten können innerhalb der Offenlcgungssrisl den Voranschlag einsehen und bei dem Bürgermeister schriftlich oder zu Protokoll Einwendungen gegen seinen Inhalt Vorbringen. Bemerkt wird, dah die Erhebung einer Umlage beschlossen wurde, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. Muschenhcim, 4. Januar 1914. Großherzoglichc Bürgermeisterei Muschenhenn. Eiser. 333 Jagd-Verpachtung. Die Jagd der Freiherren von Rqtsmann zu Dotzelrod ist mit Wirkung vom k. Februar 1914 für die Dauer- von 6 Jahren zu verpachten. Der wohlzusamnienhängendc Jagdbezirk liegt in den Großherzoglich hessischen Gemarkungen Eudors und Münchleusel, umfatzt 151 Hektar, darunter 40 Hektar Wald, und beginnt 4 Kilometer vom Bahnhof Alsseld. Die näheren Bedingungen werden gegen Einsendung von 50 Psg. Schreibgebühr übersandt. Die Jagd wird aus der Hand vergeben und der Zuschlag erfolgt bis zum 2o. Januar 1914. Dotzelrod (Post Alsseld), den 4. Januar 1914. Max Freiherr von Rotsmann, Oberstleutnant a. D. 286U Vergebung von Sauarbeiten Die zur Errichtung eines Schulhauses nebst Lehrerwohnungen für die Gemeinde Flensungen ersorderlichcn Arbeite» des inneren Ausbaues wie! Schrcincrarbeiieii (ca. 570 gm Fußböden. 50 Türen und Tore, 22 P. Fensterläden k.), Treppenlieserung (57 Stufen Holztreppen), Glaserarbeiten (ca. 70 qm Fenster). Schlosserarbeiten, Weißbinderarbeite» (ca. 2100 gm Verputz, 1800 gm Anstriche), Tapezicrarbeiten (ca. 180 Rollen Tapete» auf- zuziehen), Schindlerarbeiten (ca. 210 gm Schindlung), sollen ans dem Wege öffentlicher Ausschreibung vergeben werden. Arbeitsbeschreibungen usf. sind aus dem Amlszinnner des linierzeichneten zuni Selbstkostenpreise erhältlich. Die?lngebote sind frei und mit entsprechender Auffchrift versehen bis zuni Mittwoch, 21. Januar d. Fs., vormittag» toy, Uhr, an den Unterzeichneten einzureichen. Zu dieser Zeit erfolgt die Eröffnung der Angebote in Gegenwart etwa erschienener Anbieter. Zuschlagssrist 2 Wochen. g», n Alsseld, den 5. Januar 1914. Der Großh. Kreisbaiiinspektor. Jede Plättanstalt | hrmtht «Ine P*teutpl»ttmw>cblne voa 4«r Porste: Wäachcrci-Iaiehtaaiifabrft Brandt 4 Haner | 7800St.im Betriebe. For*t LL. 163 Offerte kostenlea Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gietzen. Aus der Hcicheltzcim'icktcn Stistuna ist am 27 April d. 36. eine Gabe von 585.— Mk. an eine in Giehen wot,»hatte, wllrdiae. bedürttige. itzristlickie Jamilie oder Perion zu vergeben. Metdnnge» werden An er weg 9 „II Erdqeschon bis zum 31. d. Mio, entgeaengenommen. 310 P. Die hier aniäiiigen Edeoaare. ivetwe im lautenden Jahr das Feit der aoldene» Hochzeit begehen und An- svruck auf Zuwendung der Gabe a»S der im Jabre Itz79 anlählick drr aoldenen Hochzeit des Dentichen Naiier- vaareS errichteten Stiftuna erheben wollen, werde» hterdurch auigeiorderl. sich alsbald bet dem Dberbüraer- meiiter zu melden._ 309 B Festsetzung von L^rtsprciscn für die Berecbnuna des Wertes der Sachbeziiac im Bezirk deü Beriichertinasaims drr Tiadl Gienen nach _ § tiill Absatz II R.B.O. _ Gruppen der Versicherten der Kost u. Wol>- nuno, Heizung u. Beleuchrnng für der Kost für I inänn-! licke | v St #M i Person Mk. 1 ffl&tuü ticke Person Pik. Itckc Mk. 1. Arbeiter, Gesellen und Ge- bilfert, soweit fie nicht nachstehend besonders genannt find, Lehrlinge aller Art, Dienstboten...... 1.15 1.-* 1.35 i.-* 2. Bäder, Metzger. Köche iKüdiinneiN...... 1.50*' 1.40 * 1.25 3. Bühnen- und Orchester- miiglieder ...... 1.50 : 1.40 1.35 1.25 4. Handlungsgehilfen, (ifcffil fett in Apotheken, Lehrer und (rrzieher..... 1.75 1.00 1.35 1.25 1.30 5. Betriebsbeamte, Werkmeister und andere Angestellte in ähnlich gehobener Stellung . . . 2.15 i 1.85 1.55 Im einzelnen: frühstück Mittagessen Vesper 21 bendessen 3us. 15 Psg. 45 „ 10 „ 30 „ 100 Pfg. Tagespreis einidilichlidi des Answand» für ArbettSklcider iWätckei. GieNen, den 31. Dezember ISI3. Der Oberbtirgermeiiter lBeriicherungsamtt. J.B.: Kelter. Vorstehende Festsetzunge» gelten zugleich sur die der ^stsÄsEllten-Berncherung u»,erliegenden Personen gemäN h 2 Absatz 2 Angenellien-Bersidterungsgesetz. Gienen, den 3t. Dezember 1913. Der Oberbürgermeister. Keller. 4»B