Der endlose Weg. Roman aus Sibirien. Von I. O x e n h a m. Autorisiert — Nachdruck verboten. (Fortsetzung.) 12 . Das Haus aus Rädern wird eingeschneit im Schnee sturm und Stepan II ine kämpft mir den Wölfen. Der Himmel war klär, als sie von Tschernsk nach dem vier Tagereisen entfernten Dvem aufbrachen. Drem lag drüben über den Hügeln auf der gefrorenen sumpfigen Steppe. Sie waren ihre volle zehn Tage in TstyernAr geblieben, auf Neuschnee wartend, der die Wege glatten mto fahrbarer machen sollte, und zum erstenmal, fett er mit dem Terrfelspaß wanderte, hatte die Polizei ihm beoerrten müssen, daß seine Zeit um sei. ^ Stepan hatte manchmal daran gezweifen, daß man in Jenisfeisk auf buchstäbliche Erfüllung von Paschkms willkürlichem Urteil dringen würde. Hatte doch Gouverneur Tatukoff zu gelassen, daß Katia mit ihm reifte. Vielleicht drückte er auch sonst ein Auge zu. Mehr als einmal hätte! Stepan mit Peter Krop darüber gesprochen. Aber der alte Peter schüttelte den Kopf. Er erzählte, rr Labe sein Möglichstes getan beim Goiiverneur mit Geld und guten Worten, auch in dieser Sache ein Auge znzndrucken, aber Tatnkofs habe es ihm glatt abgeschlagen. Was Katia betreffe, so habe er über sie keine Mitteilungen von dem allmächtigen Paschkin erhalten, und so sei es fern gutes Recht geweserr, in seiner eigenen Provinz nach seinem eigenen Ermessen zu handeln und ihr deii Aufenthalt bei ihrem Mann zu gestatten. Sollte er nachträglich noch Jnstr.uk- tioneil, sie betreffend, erhalten, so müßte er auch diese durchführen. (Wenn nicht etwa Peter Krop noch weitere tausend Rubel anlegte. . .) __ . „ ~ _ Die Bestimmungen auf Stepan Flrnes Paß könne er auf keinen Fall ändern. Sie seien jedem Poliznofftz-ier von Jenisseisk bekanni und er, Tatukoff, sei nicht der Narr, es mit Paschkin zu verderben.-- n Wirklichkeit also war es der allmächtige und att gegenwärtige Paschkin, der Stepan ttnb die Seinen in den ^ Ä" W «er »otf »eriaffen «dB*. Kosakeilkapilän Danoff, Polizeichef von Tschrrnsk, . hatte den gewaltigen Respekt eiires autokratischen Polizeiherrn vor den Gesetzen lind Bestimmungen derer, die über chm stehen, und litt weder an besonderer Intelligenz noch an einem Ueberschwang von Gefühleii. Befehle waren da um bis auf deii Buchstaben ansgeführt zu werden, was ste mm besagen und was sie für andere Leute bedntten machtmn Auch war er ehrgeizig und hatte kem Berjtandni.. stir die Logik des Rubels. Diese Logik hakte ihre Gefahren, wie er wußte, Mid ihm schien es, als sei für chn Ehrlichkeit bfe beste Politik — so lange, bis er eine Stelluna emnehmm würde, die ihm Bestechungsgelder von einer solchen Hvy« arantierte, vaß es wenigsteils der Mühe wert war, derk konfequenzsii ins Auge zu sehen. Danoff war der erste Pottzewffmer, der Stepan enev- gisch -an den Wortlaut seines Passes erinnern mußte. Ms der zehnte Tag von Stepans Aufenthalt in Tschernsk verswssnr war, scrndte er ihm die kurze Mahnung, daß nt jener Nacht die Frist ablause. f Ä . Stepan schirrte sofort seine Pferde an und gmg. Kaum waren sie über die gefrorene Surnpftbene hinweg und krochen langsam die Paßhöhe hinan, als der Himmel sich mit schweren dunkelgrauen Wölben bedeckte und große Schnees locken herabwirbelten. Immer dunkler wurde es über den Hügeln. Dann begann der Sturmwind durch den Paßtrichter zu heulen. Er blendete die Pferde, jagte den Schnee gegen das Haus aus Rädern, daß die Türe fast verstopft wurde und häufte ungeheure Schneemassen an jeder Wegbiegung. Bald wurde die Weiterfahrt unmöglich. Stepan erinnerte sich an ernen geschützten Waldwinkel, an dem sie vorbeigekommen waren, wendete die Köpft der Pftrde, und erreichte den Platz mit vieler Mühe. Dann gab es einen langen Kampf mrt dem Zelttuch, das wie vom Teufel besessen war tm Sturmwind, aber nach zwei Stunden harter Arbeit standen die Pftrde titf geschützten Zeltstatt und Stepan war zufrieden. Er kwch ins Haus und lauschte stundenlang auf das Heulen des Wmdes durch den Paß, bis er Endlich einschlief. Des Morgens, als er aufwachte, war es still draußen^ und er sagte sich, der Sturnr sei vorüber und sie könnten werterwandern. Die Türe jedoch wollte sich nicht öffnen und als er sie endlich mit Hftwalt einen Zoll weit aufdruckte, sah er, daß draußen eine ungeheure Schneewand angeweht war. Mit Fingern und Händen kratzte er durch die enge Oefft nung hindurch,, bis er hinauskriechen konnte, wühlte sich m den Schnee hinein und schuf ein Loch, das ihm Umblrck erlaubte. Nock)- inlmer heulte der Sturm. Dre Schneewände um den Wagen wuchsen zusehends. Voller Sorge grub er stch zu dem Pftrdezelt durch! und war unbeschreiblich froh, als er fand, daß es die Schneelast ausgehalten hatte. Mit emek langen Stange entfernte er, so gilt es ging, den meterhohen. Schnee vom Zeltdach und grub es außen von Schnee frei. Dann kroch er hinein und fand, daß es innen ziemlich warm war und die Pftrde sich wohl befanden. Er gab ihnen Heu aus seinem Vorrat und kletterte wieder in den Wagen. „Wir sind eingeschneit, Katia," sagte er. „Der sturm bat noch nicht nachgelassen." t . „Wir haben Nahrungsmittel und Oel, Stepan, und lange kann es ja nicht dauern." Doch der Sturm wütete ununterbrochen den ganzen ^. ag und die ganze Nacht und heu ganzen nächsten Tag und noch viele folgende Tage. Schneeflocken so groß wie eme Hand trieb es pfeifend den Paß hinab. Sie türmten sich tu ge- mattiger Höhe über jedem Hindernis auf. das dem sturm 310 im Wege stand, und das Haus auf Rädern im Waldwinkel versank bald tief in ungeheuren Schneemassen. Viele Stunden lang jeden Tag mußte Stepan sich dem Sturm aussetzen urcd aus Leibeskräften arbeiten, um wenigstens vom Dach, und vom Pferdezelt den Schnee zu entfernen und einen Zwischenraum zwischen Wagen und Schneewand AU schaffen, damit sie nicht erdrückt wurden. Die Pferde froren Erbärmlich. Einige Stunden jeden Tag brannte Stepan die Eskimolampe im Pferdezelt, damit es dort nicht gar zu kalt wurde. Er fing an, sich schwere Sorgen zu machen. Das Futter für die Pferde wurde knapp. Noch waren genug Nahrungsmittel für die Mrnschjen da, ober er sagte sich, daß es noch yiele Tage dauern mußte, bis die Wege wieder passierbar wurden, wenn auch! der Sturm bald aufhörte. Zu Katia sagte er nichts davon. Er selbst jedoch aß so wenig als nrög- lich. Wieder vergingen mehrere Tage, und Katia fing an, blaß und ängstlich, zu werden. Die Nahrungsmittel gingen zur Neige. Auch, sie fing an, immer weniger zu essen, obgleich sie den klernen Stepan nähren mußte. Schließlich konnte sie ihre Angst nicht mehr vor Stepan verbergen. „Du mußt essen!" bat er. „Wir haben nicht mehr viel, Stepan." „Ich will weniger essen — ich bin stärker als du!" „Du hast fast nichts gegessen, Stepan. Iß du und auch ich werde essen." So mußte er ihr den Willen tun. Und das Essen war bei Gott nicht schwer für einen Mann, dem der beißende Hunger den schlaffen Magen mit förmlichen Zuckungen quälte. „Wie lange kann es noch dauern, Stepan?" „Das weiß Gott! Aber es scheint mir, als sei der Himmel heute heller." Als das Oel anfing, zu Ende zu gehen, kochte Katia alles Fleisch, das sie rwch hatten, und machte Brot, eine Art Brot, aus allem Mehl für die Zeiten, wo nicht mehr gekocht werden konnte. Und Stepan, während er Heurationen von kaum ein paar Händen voll an die Pferde austeilte und vor dem hungrigen Vorwurf in ihren müden Augen zurückschrak, wunderte srch. oft, wie lange es noch dauetn würde, bis er eines von ihnen töten mußte, um Fleisch für sich und die Seinen zu haben . . . Doch der Sturm tobte sich aus. Eines Morgens, als Stepan durch den Neuschnee sich durchbrach, der während der Nacht gefallen war, sah er blauen Himmel über sich, und lachenden Sonnenschein. Die Paßstraße freilich war an jeder Wegkrümmung noch meterhoch eingeschneit und es mußte noch Tage dauern, ehe sie sichnuf den Weg machen konnten. Aber das Schlimmste war vorüber. Hastig ging er zu Werk und grub eine größere Fläche frei von Schnee, damit Katia und die Kleinen einmal Lust schöpfen konnten. Katinka klagte über Hunger. Stepan,. smit einem plötzlichen Entschluß, kletterte auf das,Wagendach und spähte nach einem passierbaren Weg nach dem Wald. In einer Stunde hatte er sich durchgearbeitet und kehrte zurück, Tannenäste hinter sich herzerrend — Feuerholz. Er mußte das eine Pferd töten. Sie mußten Nahrung haben. Er selbst merkte nach dem anstrengenden Weg jisn den Wald erst so recht, wie entkräftet er war. Was er zu tun hatte, war ihm furchtbar, aber es mußte geschehen. Rasch kroch er in das Zelt und schnitt dem einen Pferde den Hals durch Das arme Tier zitterte an allen Gliedern und versuchte, den Kopf auszurich>ten nach seinem Herrn. Dann lag es still. Das andere Pferd schnaubte entsetzt und gebärdete sich wie toll trotz aller Entkräftung. Katia wurde blaß, als sie ihn mit einem Stück rohen Fleisches zurückkommen sah, aber Katinka klatschte in die Hände vor Freude und tanzte im Schnee. Das Fleisch schmeckte ihnen nicht, nicht einmal Katinka, und Katia zwang sich, nur um des Säuglings willen, es hinunterzus- schlucken. Es war rauh und faserig und hatte einen sonderbar süßen Geschmack. Erst als Katia es stack würzte, mit allerlei Kräutern, fanden sie es besser. Llchtzehn Tage lang waren sie eingeschneit gewesen und vor Ablauf von zehn Tagen konnten sie den Weg durch die Schireewehen nicht wagen. So warteten sie. Mm Abend des zehnten Tages entschied Stepan, den Uebergang über den Paß morgen zu versuchen. Das war nur zu Fuß möglich.. Das Haus auf Rädern mußte Zurückbleiben; es konnte wahrscheinlich erst in Wochen transportiert werden. Katia packte die notwendigsten Dinge, die sie nicht entbehren tonnten, in kleine Bündel zusammen. Stepan arbeitete den ganzen Tag daran, einen schmalen Pfad durch den Schnee zu graben, auf die Paßstraße hinaus, die wenigstens stellenweise auch ohne Schaufelarbeit passierbar rvar,'und durch die Schneewehungen an den erstell beiden Wegkrümmungen hindurch. Er hoffte, daß der Weg besser werden würde, je weiter sie talwärts kalnen, und die Kälte, die setzt herrscht^ machte ja auch den Schnee mit jeder Stunde haltbarer und fester. Es war Abend geworden und noch imlner schaufelte Stepan sich vorwärts. Endlich warf er sich die Schaufel über die Schulter und trat den Heimweg an. Als er das Haus auf Rädern erreicht hatte, hob er plötzlich lauschend den Kopf hoch. Er war entsetzt stehen geblieben, eisige Furcht im Herzen. Katia, mit dem kleinen Stepan beschäftigt, merkte nichts. Das Pferd im Stall jedoch schnaubte erschrocken-— lieber das Hügelland hin erklangen die schrecklichen Töne, die Stepan schon als Kind gehört und die ihn so oft scholl in Träumen gequält hatten — das klagende Heulen und Winseln hungriger Wölfe auf der Blutspur. Er sagte nichts. Still holte er das lange scharfe Messer hervor, mit dem er das Pferd getötet hatte, iilld band es mit ledernen Riemen fest an eine lange Stange. Die schwere Axt im Gürtel rückte er handlich zurecht. Die Flinte legte er in die Türe. Dann setzte er sich hin und lauschte. Das Wolfsgeheul wurde immer deutlicher. Es kam näher. Stepan horchte gespannt — das war nicht das melancholische Heulell des hungrig sich umhertreibenden Wolfes, sondern das klare, helle, gierige Winseln und Kläffen eines Wolfsrudels auf heißer Spur. (Fortsetzung folgt.) Der Rhair und sein Sohn. Erzählung, von Maxim Gorki. Deutsch, von M a r i e B e ß m e r t n y. (Nachdruck verboten.) Eine Gruppe mm Tataren in Hellen Mänteln mit goldlench- tender Tibetstickerei lagerte malerisch ans den Trümnrern des Khanpalastes .in der Krim, an einem Abend, da die Sonne inS Meer zu sinke» begann. Tie Männer schauten zu dem Blindens empor, der an den hellbraunen Stamm eines alten Erd be erbau nres gelehnt, mit unbeweglichen Zügen und mit schiwacher, brüchiger? Stimme eine Legende der Halbinsel zu erzählen begmm. In der Krim und in diesein Schlosse, vor dem wir liegen, lebt« einst der Khan Mosolaima el Aswao. Er hatte einen einzigen Sohn, genannt Tolaik Mgalla. Eine reiche Kraft wohnte in beiden und ein uirge wohnlich starkes Gefühlsleben in dem Khan. Er war alt und hatte viele Frauen in seinem Harem. Sie alle liebten ihn, weck er noch rüstig und feurig nnd stets gütig war. Tie Frauen lieben freu* je ui gen am meisten, der liebevoll nnd zärtlich zu sein versteht, und wenn er auch schon tiefe Falten im Gesicht hat. Alle hingen an Khan; er aber liebte nur eine gefangene Kosakin ans der Tnjeprsteppe nnd widmete ihr mehr Aufmerksamkeit als all den andern Frauen, die aus den verschiedensten Teilen der? Erde stammten und lieblich wie die Frühlingsblumen anmuteten. Sie waren Äle stets mimter und fröhlich. Oft ries der Herrscher die junge Kosakin nach seinem Turnt, wo das Meer zu sehen war und Heiterkeit in jedem Winkel lachte. Ta standen in kostbaren Gefäßen verlockende Leckerbissen, es hingen seltene Stoffe an den Wändest und Edelsteine in allen Farben erfreuten das Auge. Tie Musik fremder Vögel ergötzte? das Ohr. Hier, in dieser anmutigen Einsamkeit, unterhielt der? Khan sich tagelang mit seinem Liebling nnd ruhte von den Mühen seines Fürstenbcruses ans. Sein Sohn hielt sich viel in den russischen Steppen ans, wv er Wolfsjagden abhielt nnd von wo er mit reicher Beute heimzulehren pflegte. Man kannte und fürchtete ihn in Rußland, denn hinter sich ließ er stets Asche, Leichen und Blut. Der Vater wußte, daß Algalla den Ruhr» seines Landes nicht schmälern würde, was sein Gemüt mit großer Befriedigung erfüllte. Mit neuen Siegen kehrte Algalla Linst von einem lieber* fall ans die Russen zurück. Er wurde durch rauschende Feste geehrt, zu denen, sich alle Häuptlinge der ganzen Halbinsel versammelten. Ueppige Gelage wechselten mit Spiel, wobei mancher Pfeil den Gefangenen ins Auge flog, uw die Treffsicherheit der Hand,zn prüfen. Immer zeichnete sich Algalla beim Schießen aus, nnd sein Vater war voller Freudigkeit, einen so tüchtigen Sohn und Nachfolger z-u haben. Um seine in Sohne die väterliche Liebe und Merkennung zu beweisen, sagte er: „Mein lieber Al* galla! Gelobt sei Mäh und gepriesen der Name des Propheten. Noch hei meiner Lebzeit sehe ich mit den alten Augen die Jugend in meinem Reiche blichen. Ter Segen eines guten Söhres urit einer starken Hand, nrit kühnem Mut nnd Hellem Verstand ist mir 311 beschiedeu worden. Segi’, mein teurer Dohm was Du von meinem Besitze jetzt schon Huben möchtest, und dein Wunsch soll erfüllt werden." Kaum war die Stimme des alten Khans verklungen, als Tolaik Algalla sich! erhob 'und' mit den: hetßen Blick seiner Äugen., die schwarz warm, wie das nächtliche Meer, nach dem Vater schauend, ansri.es: „Gib mir die russisch? Gefangene, mein Herr und Gebieter." Ter Khan verstummte solange, bis er das Beben jemeä Herzens bemeistiern konnte, dann sprach er laut und ent- „Nimm sie, wenn das Fest vorüber ist." J'nbelnd erwiderte Mgalla, sich in seiner ganzen, stolzen Größe aufrichtend: „Ich weiß, mein väterlicher Herrscher, was du mir schenkst, ich weiß es, und daher bin ich dein Sklave, dein treu ergebener Sohn. Irr jeder Stunde sollst du mein Blut -aber: und zwanzig Tode will ich für dich sterben!" „Ich brauche nichts mehr!" sprach der' Khan und sein graues Haupt senkte sich auf feine Brust, Er und fein Sohn gingen aus denr Schlosse nach dem Harem, nachdem die Festlichkeit beendet war. Tie Nacht war dunkel, und weder der Mond noch ein Stern war zu sehen. Lange schritten beide in der Dunkelheit, bis el Astvad anhnb: „Der Tag niemes Lebens erlischt und mein altes Herz vermindert seine Schläge. Licht und Wärme brachten mir die Zärtlichkeit der Kosakin. . . sage, To- laik, ist sie dir wirklich unentbehrlich? Nimm hundert, nimm alle meine Frauen, bis — auf diese eine! . . . Wieviele Tage habe ich denn noch auf der Welt zu sein? Urid dieses russische Mädchen ist meine letzte Freude! Für die Frauen sind wir alle nur Männer... es wird mir schmerzlicher sein, ohne sie weiter tzu leben, als alle Wunden an meinem Körper bluten zu fühlen." Ter Sohn erwiderte nichts. Sie kamen beide an die Tür des Harems und blieben sichern Endlich sprach Mgalla leise: „Ich liebe sie längst, mein Vater." „Und ich weiß, daß sie dich nicht liebt, aber der Weise hatte recht, der einst sagte: „Dem Manne wird das Weib immer gefährlich. Ist sie schön, so reizt sie andere zum Besitz und bereitet dem Gatten die Qual der Eifersucht; und ist sie häßlich, so leidet der Mann unter denr Neid gegen andere, die schöne Frauen haben." „Vater, wollen wir.n^s gegenseitig trösten?^, Tas Haupt stolz erhebend/ blickte der Khan tiestranrig seinen Sohn an, ohne etwas zu sagen. Aber Tolaik sprach finster: „Wir müssen sie töten!" „Tu liebst dich nrehr als sie und mich!" dachte der Alte und fügte innerlich hinzu: „Und — dich selbst auch!" Seine Augen füllten sich mit Tränen und er flüsterte: „Ich kann sie dir nicht überlassen!" Mit wilder Gebärde forderte der Sohn: „Werfen wir sie vom Berge ins Meer!" Sie traten beide irr den Harem ein, wo .die Kosakin ans eirrem weicherr Teppiche schlief. Sie schauten sich an und die Tränen des Alten flössen in seinen silbernen Bart. Tas Mädchen erwachte. Wie Rosen schimmerten ihre Wangen, und wie Kornblumen leuch teten ihre Äugen. Ohne Mgalla zu beachten, sagte sie: „Küsse mich, mein älter Adler!" „Komm mit uns," sagte er traurig und — das kluge Kind verstand plötzlich alles. Sie erhob sich und folgte ihnen. Beim Besteigen der Felsen im Tnrrkeln verletzte sie sich den Fuß, der zu bluten arrfing. „Komm, ich trage dich!" sprach Mgalla und streckte ihr seine starken Hände entgegen. Sie aber umfaßte den Hals ihres alterr Adlers, der sie wie eine Feder anfhnb. Während sie aus seinein Arm saß, schob sie die Zweige vorsichtig auseinander, damit sie dem Khan nicht in die Mngen kamen. Das Rauschen des Meeres wurde vernehmbar. „Laß mich voran, sonst stoße ich! dir den Tvlch in den Rücken!" rief der Sohn leidenschaftlich aus. „Geh' voran, ich dein. Vater, verzeihe dir, denn ich weiß, was Lieben heißt!" Schiwarz wälzten sich die Wogen ans Ufer und brandeten mit mifsprchndcm Gischt. „Fahr hin, mein Liebling!" sprach der Alte, das Mädchen zärtlich küssend. „Leb wohl!" sprach Algalla und nickte ihr zu. In die Tiefe schauend, dann mit geschlossenen Augen zurückwanlend, drückte sie die Hände an die Brust und bat: „Werfet mich hinab!" Schön glriss Mgalla stöhnend nach ihrem Gewände, als der Alte sie an sich preßte, dann ans seinen Kopf setzte und sie von, der Höhe der Felsen hinunterwarf. Er siel dann auf die Steine nieder und heftete den stieren Blick auf hie dunkle Ferne, lvv das Meer sich mit den Wellen vereinigte. „Komm, Vater," sprach nach! einer peinvollen Weile. Mgalla. „Warte . . flüsterte der Khan, als lauschte er auf etwas in weiter Ferne. Noch einmal forderte Mgalla ihn auf: „Komm!" Müde erhob sich der Mte, machte ein Paar Schritte, kehrte um und sagte: „Wohin soll ich gehen? Wozu noch leben, da mein Leben hin ist! Wenn mich niemand mehr liebt, hat die Welt keinen Sinn nichr für mich ..." „Tu hast Ruhm Md Reichtum, mein Water. . “ warf der Sohn ein. Kaum vernehmbar mjUrmÄte der Mte : „Tas alles ist! tot. Mendig aber bleibt die Liebe der Frau. Leb' wohl, mein Sohn, und — laß mich ziehen!" Seine Schritte beschleunigend, ging der Khan, an den steilen Felsenabhang heran und stürzte sich herunter, ehe der Sohn es verhindern konnte. Wiederum war es still, lein Schrei, fein Geräusch. Lange sah Mgalla den Wogen nach, die seinen Vater verschlungen hatten, und dann betete er laut: „Gib' auch mir, o Allah, ein so starkes Herz . . Die Wüchse der Göttin Incari. Eine japanische Legende. Von F. E. Rosenthal von Gahlen. Tie Lieblingsdiener der Göttin Inari sind die Füchse. Sie sind verzauberte Geister nnd lhaben viele Fähigkeiten von ihr ver> liehen bekommen, denn sie sollen die Menschen än die Göttin mahnen. So ist ihnen auch die Möglichkeit gegeben, zwischen Abend und Morgen die menschliche Gestalt anzunehmen, um schlechte Menschen ans 'den Pfad der Tugend zu führen, oder sie für das Böse zu bestrafen. Im Garten des Kw-a-non-Tempels lebten einst! zwei Tiener der Inari, Vater und Sohn, in ihrem Frech bau. und wenn sie abends ihre Nahrung suchten, so sprangen sie wohl auch zu einem benachbarten Grundstück, um sich an den Trauben, die dort im Uebersluß wuchsen, -zu sättigen. Tiefes Land gehörte Barm Sinto, einem reichen, aber mifo günstigen und böse gesirrnten Kaufherrn. Eines Abends, kurz! vor Sonnenuntergang, wandelte dieser in seinem Garten und sah die beiden Füchse an einem Rebstock ihre Mahlzeit halten.. Ta bv». schoß er, eine Falle anfznstellen, denn er neidete den Tieren die Trauben. As er am nächsten Morgen nach dem .Fangeisen sah, triumphierte er, derrn eine zerschmetterte Fuchspsote klemmte zwischen den eisernen Zähnen. „Tenen ist das Wiederkommen verleidet!" lachte er nnd rieb sich die Hände. Einige Tage später kehrte Barm Dirrto von eurem Gang nach Tokio zurück. In der NWe des Kwa-non-Tempels sah er zur rechten Hand tri ,einem Hanse einige Lichter aufblitzen irnd neugierig ging er darauf zu.. Er glaubte sich in der Richtung zu seiner Wohnung geirrt zu haben, denn dieses Haus war ihm gänzlich unbekannt. Ms er den Garten betrat, kam Hin ein vornehmer, weißbärtiger Herr entgegen und bat ihn unter zahlreichen Verbeugungen, in sein Hans einzutreten und mit seiner ^Familie das Fest der Sakura-hana zu feiern. Barm Sinto erstaunte darüber, denn das Kirsch,blutenfest war lange vorüber, doch folgte er, um die Achtung vor dem Mter seines Wirtes nicht zu riet* letzen, stillschweigend der 'Einladung. Zein Führer geleitete ihn in ein prächtiges Zimmer. Ter Boden war mit schölten, gioGgelben Matten bedeckt, die Schiebetüren von unendlich feinem. Schritzwerk. zeigten auf ihrem Seidenüberzugl kostbare Nadelmalereien. Kleine 'schwarze, mit Gold eingelegte Lach tischchen trugen hohe Basen aus köstlichem, dünnem Porzellan» die mit rosigen K'rrschplütenzweigen gefüllt waren, und in der Mitte des Raumes wiegten sich reizende Geishas zum Klange der Samisenen im Tanze. Ter vornehme Hausherr machte Bana Sinto mit seinem Sohn bekannt, der ans einer erlesenen Matte saß und sich oft und ehrerbietig vor dem Gast verbeugte. Dabei fiel es Bana Sinto auf, daß dem Jüngling, der sehr bleich war, die linke Hand fehlte. Nach einer vergnügten Nacht verabschiedete sich der Kaufherr von seinen gütigen Wirten mit der Bitte, auch ihm die Ehre einest Besuches zu erweisen. Iw gleichen Augenblicke, wie er das Haus verließ, zerteilte die ausgehende Sonne mit rosigen Fingern den grauen Nebel Vorhang der Nacht und Bana Sinto sah sich inmitten eines Reisfeldes. Gin Schauer überrieselte ihn, denn, er erkannte, daß er der Gast von Geistern gewesen lvar. Noch vor Ablauf einer Woche statteten Vater und Sohn dem erschrockenen Bana Sinto zur Nachtzeit einen Gegenbesuch ab. Tiefer bewirtete seine Gäste aufs beste, und als ihn tu später Stunde die Zunge von dem reichlich genossenen Sake gelöst! und seine Scheu, vor den Geistern geschwunden war, bat.er die erhabenen Gäste, ihm einige ZauberLmststücke zu zeigen. Ter Aeltere ließ, ihn schwören, vor keinem Menschen seine Kunst auszitüben, und als Bana Sinto den Schwur geleistet hatte, zeigte er ihm vielerlei Zaubereien. Als letzte aber lehrte er rhu, sich mit einem Schwerte einzelne Glieder abzuschlagen und die Teile wieder Unversehrt dem Körper anzufügen. Vor Tagesanbruch entließ der Gastgeber seine hohen Bekannten unter vielen Tankesbezengungen. . Abend für Abend erprobte mm Bana Sirrto feilte neue Kunst und freute sich darüber, daß sie ihm airch ohne Anwesenheit der Geister gelang. . t Doch der Gedanke, sich vor feilten. Freunden mrt dem Erlernten brüsten zu können, ließ ihn seinen Schnur vergessen, und er beschloß, alle Nachbarn zu einem Abendschmause einzuladen. Nachdem die ft Mich Stimmung aufs höchste gestiegen war, prMte er mit seinen Zanb-erftmststückeit und zeigte den erstaunten Frenndeir seine geheimnisvollen Mnste. As er sah, daß alle seine Vorführungen gelangen, frohlockte 312 er ujtb usr [Rottete heiiillich bie Gey her s>& ihrer ^nflffitidjfieit, bie Geheinmisse nicht unter Menschen lommiett zu lassert. Hub er n>a@te das Letzte. _ , Vor beit Augen seiner Fvennde legte er bie tote HMD m eilt Lacktaburett, -zog sein Schwert nnd schlug sich znm entsetzen, aller seine Haitd ab. ^ .. ^ „ Ta er sie nun. wieder anfügsii »pollte, sprangen zwei Fnche, von. denen dem kleineren die lmke Pfote fchlte, über bie au? dem Tischcken liegende Land nnd verschrvanden mtt ihr durchs Fenster. Bleich vor Entsetzen flüchteten die Gäste urtb ließen den an allen ©liebem jitteritbeu Bana Sinto allein zurück. Am anderen Morgen fanden ihn die Diener verblutet am ^ IN der Blutlache, 'die die goldgelbe Matte des Zimnters färbte, lag eine verdorrte Fuchspfote. VücherLisch. — Artur Brau sewet 1er, Stirb und werde! Roman. (Berlin, Martin Warneck.) Geb. 6.50Mk., drosch. 5 5OMk. (und 2O°/° Teurungszuschlag). Es ist ein ganz Präses Buch, bas uns Brausewetter mit diesem Roman geschenkt &at @tn Buch voll Leben, scharf gesehen und mit feinstem psychologischen Verständnis geschildert. Es ist das Buch etnes tm Lebenskampf Gereiften. Prachtvoll gez>eichnete Charaktere stellt uns, Bvause- wetter in seiner Meisterschaft hin. Ter Roman zeigt uns em großes Können, eine Fülle von Schönheiten, aber vor allem ist es etn Buch, das matt um seines spannenden Inhaltes loilleu nicht nur atemlos durchjagt, sondern das man am liebsten gleich noch einmal bedächtig vo-n vorn zu lesen beginnt, uM dann doppeltst Genuß bei der Lektüre zu empfinden. Jedem, der von einein' Roman geistige Anregung verlangt, fei diese Arbeit Bransetvetters emp- ^ ^ Funke, Unter zwei Zaren, historischer Roman aus der Geschickte Rußlands. 444 Seiten. Geheftet 4.50 Mk., gebunden 6Mk. (W. Bobach L Co., Leipzig.) Dieser Romanist knn Knegs- vomau. Er behandelt die Wandlung der Teutschfreundlrchkett ber russischen Regierung unter Zar Alexander II. zur Teutschfetnd- lichkeit unter Zar Alexander III. Wir sehen tu dem Roman „Unter flftjei Zaren", der von dem bekannten Autor Alfred Funke -mit bewahrter Meisterschaft gefchrieben ist, die Zarenherrschaft tm Kampfe gegen den Nihilismus. Der Zarenhof, die Staatsmänner teuer Zeit, das Treiben der russischen Gehetnwoltzet, dte bekannte Nihilistin Softa Pevowskaja tn ihrer verhängnisvollen Wühlarbeit !nnd ihrem romantischen Liebesleben stehen im Mittelpunkt der hast ideal denkender Menschen, die inmitten die,es Rumpfes thr reines Mmschentum bewahrt haben, bildet den Mschluß. — Kunst und Künstler" (Verlag Bruno Easiwer Berlin). Das Septentberheft rnthalt eine von vielen Abbildungen erläuterte Würdigung des Malers Hans Purrmann, von Bros. Tr. Curt Glaser. In demselben Heft widmet 'Ferrmand Bulle dem jüngst verstorbenen Schweizer Maler Ferdinand Hvdler etne feinsinnige Analyse Auch diese Arbeit ist schön illustriert.- Der Herausgeber Karl Scheffle gibt eine an MDerbeisPielen erläuterte Untersuchung „wie ein Brldmottv sich wandeli Eine Fülle von Notizen vervollständigen den Erhalt des Besonders merkenswert sind zwei große Abbildungen nach eiitem soeüm tn Lüneburg neu entdeckten altdeutschen Meister, -sicurick Funhof. ' — Conrad Ferdinand Meyer und Julius Rodenberg. Mn Briefwechsel, herausgegeben von Au gust , Langmesser. Verlag von Gebr. jPaetel (Tr. G. Paetel) Berlin. Mt alle Literatursremrde und Kenner wird dieser Briefwechsel nicht nur unendlich.wertvoll sein, sondern ihnen auch eure, Quelle sMuer Stunden, ein Born reichster AnreMiigen bereuten. Heer rollt mH das tätig schriftstellerische ^ben eines imftrer Meister her ErzMungs'kunst ab, baut sich auf m klarer, nbersicUtichm Weise. Erst wer alle, diese Briefe gelesen hat, dem 'wird so recht auf- gehen, wieviel Seele, wieviel Lust und Freuoe uiD auch ivelches Studium, welch: Unsmnme von Arbeit hinter den Novellen C. F Meyers liegt, die einzig in der Literaturgeschichte dasteheu niD die sich, was Fvrmschiöuheit anlangt, an Bocaceio meffeu können. Einen besseren Kommentar zu des Meisters Wetten, konnte nian außerdem nicht finden. , — Frühlingsgewitter. Roman von Klaus Rim-md. Verlag Ullstein u. Eo. Berlin. In das Weimar der 40er Jahre führt der spannend und in flüssiger Sprache geschriebene Roman, aas Abendbrot der Zeit, welcher der Genius Goethe den Stempel aufdrückte, verglimmt. In das stille Mttmtar .drmgt der Ton der Märztage, auch hier umwölkt sich der politische Horizont. Eme alte Weltanschauung und die Miflmneiide neue Zeit stehen sich gegenüber. Diese Konflikte bemitzt die Verfasserin (E. Hernroth), Lin an den Gescksicken der Glieder einer alten Weimarer Beamtenfamilie eine äußerst fesselnde Erzählung zu schreiben, dte dem- Liebhaber leichter Lektüre sicher MsacMi wird. — Eiiie Umwälzung i m T he«ter -B u hne nbau. Ter Oberinspektor am Deutschen Opernhause CharlottMburg Gustav Dumont, hat im Selbstverlag eine Broschüre erscheinen l assen. au? die wir alle Theater-Jüteressen ten hitzrmft besou.devs aufmerksam machen möchten. , . ^ . — ,Die Süude wider das Blut." em Zeitroman von Artur Dinter (Wolfverlag, Leipzig, Karlstr. 16), geheftet 6 ?JlT. — Deutsche Hochschulzeituug. Das 3. Heft des 10. Jahrgaiiges. Aus dem Inhalt: „Staatseinheit oder Staats- zerfall tn Oesterreich?" Von Viktor Lischka (Wien); „Lammasch. Liszt mb die Oberlehrerherde" von Ai. Silberbaner; „Die Kunst im heutigen Dresden" usw. — Probeheft unberechnet vom „Deutsche akademischen Verlage", Wien, 7.. Siebeusftrngasse 58. —i Der Völker krieg. Eine reich illustrierte Chvonck bet Ereignisse seit dem 1. Juli 1014. Hemusgegeben von Dr. C H. Baer, Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart. Heft,181 u. 182. Preis je 40 Pfennig. Auch von denen, die dem Krieg em denkendes, tieferes Juteresse entgegenbringen, begnügen, sich viele damit, dt« Nachrichten, ivie sie alltäglich einlaufen, hmznnehmen und mehr oder weniger wieder zu vergessen. Bet der Gestaltung der Kam pst handlungeii im Modernen Krieg, wo die Schlachten zeitlich Nnb örtlich sich- 'weit ansdehnen und in ein nnüberjichtliches vm-- und Herwogen zersplillerti, hat der Zeitgenosse von den Dingen, dte sich abgespielt haben, gar bald nur noch trübe Erinnerungen an Stelle voll klaren Anschauungen. Und nun greift man zu oen new- erschienmeii Heften 181 m® 182 des „Böllerkrieg und sehe mt dort das weitläufige, wechselvolle Ereignis der Loomnteschlacht, durch Uebersicht und Zusammenfassung in einmn runden, deutlichen^ leicht erfaßlichen Bilde erscheint! .Da der „Völkerkrteg für )e« hauptsächlich arbeitet, die den Krieg ftlbstaudig denkend erfasskM wollen, so gibt er als Gni'Mage stets eine vollständige Zusammenstellung aller der Telle der Tagesberichte der ober sten. Heeresleitung, die sich auf das einheitlich darznstellende Ereignis, m diesem Falle also au? die Soinimeschlacht, beziehen. Gietzener Hausfrauen-Berein. Kochamveisungen. -» Gr-üve Tomaten. 6 Pfmtd grüne Dotnaten, 40 GraMm Puderzucker. 10 Stück Nelken, 2 Pfund Zwiebeln, 2 EßMÄ schwarze Pfefferkörner. — Die Tomaten und die Zwiebeln n^rd«, tu Scheiben geschnitten, durcheinandergemengt und über Pracht steheii gelassen. Am nächsten Tage kocht man 2 ^fter Weiiiej sig mit dem Zucker nach den Nelken ab,, nimmt Tomatm rmd Zwiebeln ans oem Salzwasser, gibt sie in den heißen Essig, läpt sie kurze Zeit mitkochien und füllt sie in emen L-tetntopf, den inan mit Pergamentpapier zubindet. Grüne Tvntza te n. Außer denr EinikockM in der glmchrn Weise, wie Kürbis in Essig und Zucker eingemacht wird, empsiehlk sich nocki folgende Form als M>ns, das durch seinen mkanten Ge- schinack nicht iiur als Brotaufstrich, sondern Mich zu Pellkartoffeln genossen vortrefflich: Dienste leistet und, richtig hergeitellt, auch längere Zeit haltbar ist. Tie grünen Tomaten werden, nach Reusi- gung in Stücke geschnitten knapp mit Wasser emige Minuten ourch- gekocht und.durch die Maschine getrieben. Nachdem b.te Masse kurze Zeit gestanden läßt man die sich Mbi^ete FWigkert ab- laufm, so daß ein dicker Brei zurückbleibt. Ms 2 Pfntid dieser Masse gibt man 2 gestrichene Eßlöffel Lalz, 250 Gramm Zucker und y k Liter guten Essig, ferner eine Messerspitze Papri^i, ebensoviel gepukvert-en Ingwer, feinen Nelkeupftffer, eure Zehe ge> riebenen Knoblauch!, 1 große feingehackte Zwiebel und, wenn tot* Händen, 1 Teelöffel feinen Zftnt, auch eine Messerspitze Muskatnuß. Sehr gut schmeckt dazu 1 bis 2 Köpft Sellerie, der, weichgekocht und durch die Maschine getrieben, untermischt wird. TaS Ganze tmtb nun zu einer ziemlich konsistenten Masse unter stetem Rühren eingekocht, bis sie brell vom Löfftl fällt. Die nimnft dann eine grünbräunliche Farbe an. Noch heiß füllt man sie tn einen Steintopf, besser in mehrere oder aych in Gläser, die zugebnndenl werden, nacktem sie völlig erkalteten. Beim tzftbranch wird nach Bestinlmmig und Gefallen das Mus verdünnt. Nösselsyrung. der ter stimmt schaut »ver hält nur hinab trü leicht blickt unter mun sich sich sich froh • mit wer umso und neid sich über (Auslösung in nächster Nummer.) Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer. Mai; — Mach, Mais, Main. Schristleftung: vr. Reinhold Zem. - Zwillingsrunddruck der Brnhl'schen Univ.-Bucb- und Stemdruckerei. R. Lange. Gießen.