Mittwoch, dm 18. September Oer endlose Weg. Roman aus Sibirien. Von I. O x e n h a m. Autorisiert — Nachdruck verboten. (Fortsetzung.) „Nun sag mir/ was du in Erfahrung gebracht hast," ck Step an und peitschte seine Pferde in flotten Trab. Sem :rz war schon vorausgeeilt nachi Selemsinsk. . . „Wes- lb sind sie so lange nicht gekommen?" „Paschkin —" „Möge seine Seele in der Hölle brennen! , , „So Gott will. Es gab zwar noch andere Schwrerrg«- ten. Hauptsächlich! aber war «es Paschkin. Er wollte deiner au die Erlaubnis nicht erteilen, die Stadt Irkutsk zu ver- issen. Außerdem fiel es ihr schwer, deine Geschäfte ab Zwickeln." „M eine Schuldner ged achtelt, sich mem Unglück zu Nutzen zu machen, natürlich!" „Natürlich. Und da Simvn Rapin krank war, so konnte U ihr nicht helfen. Aber er ist jetzt auf dem Wege der Besse- irung und hat getan, was er konnte. Immerhin gelang es ihm nur durch einen Zufall, sie aus Irkutsk hinauszubringen und zwar, weil Paschkin die Stadt verließ, um eine Expedition gegen die Tschilka-Mongolen zu leiten. Nun ia. Jedenfalls hat sie Irkutsk schon vor einem Monat verlassen und muß jetzt in Selemsinsk sein." „Gott sei Dank! Ich werde sie holen." . „Es wäre besser/ wenn ich nach, Selemsinsk ginge. Für dich ist die Gefahr zu groß. Aber zuerst muß ich noch nach Minusinsk, denn ich verabredete mich dort nnt einem schäftsfreund, den seine Angelegenheiten nach, Klemrußkand und der ein,ganzes Jahr lang fort sem wird. Diese Verabredung muß ich einhalten." ,^Jch werde meine Frau und mein Kind selbst holen," sagte Mepau.^u m handelt sich ja nur um zehn Nage. Zwölf Tage höchstens, und dann werde ich von Mmu- sinsk zurück sein und sie dir holen." „Ich kann nicht warten^ Peter Krvp. Ich muß sie mir selber holen. Die Gefahr ist mir gleichgültig." Der alte Mann schüttelte zweifelnd beu Kopf, aber er E i ein, daß es keinen Zweck haben würde, Stepan Jline urn- nmen zu wollen, wenn nicht etwa er selbst sofort nach lemsinsk eilte. Dann aber hätte er die Verabredung in Minusinsk aufgeben müssen und dagegen sträubte sich sem Geschäftsinstinkt. So schwieg er. Und als die Zeit kam, da sie sich trennen mußten, er nach Westen weiterreisend, Stepan schnurgerade mach Norden, blieb er noch lange auf der Straße Ueben seinem Karren stehen und sah Stepan kopfschüttelnd «nach. Das Haus auf Rädern jedoch polterte vorwärts aus dem Weg nach Selemsinsk, um den Zweck zu erfüllen, zu dem «es erbaut war. An der Grenze mußte Stepan das Gefährt, das ihr«, nur gehindert «hätte, zurücklassen. Er stellte es bei einem Bauern namens Gnut ein, bei dem er schon oft übernachtet hatte, und dem «er trauen konnte. Girut war viel zu beschränkt, um unehrlich zu sein. Er lebte einsam an einem Nebenfluß des Jenissei, beackerte ein paar Felder, fischte und stellte dem Wild «Fallen. Stepan hatte ihn sehr gerne. Sie waren beinahe Freunde ^geworden und saßen oft stundenlang zusammen am flackernden «Herdfeuer, ohne auch nur ein einziges Wort zu sprechen. < Gnut «nickte nur, als Stepan das Haus auf Rädern ttt seinen Hof fuhr und ihm sagte, dort müsse es stehen bleiben. Dann machte sich Stepan, über die Hügel hinwandernd, auf den Weg nach Selemsinsk. Auf der langen Wanderung packte ihn die Angst. .Er fürchtete Schwierigkeiten und mußte sich sagen, daß es klüger gewesen wäre, auf Peter Krvps Plan einzugehen. .Der konnte tun, was er wollte in Selenh- sinsftihm selbst waren die Hände gebunden — nur in der Nacht konnte er sich zu Totsins Haus schleichen. Aber er hatte nicht warten können. Er dachte sich alles aus. Wollte Katia sich sofort mit ihnij «auf den Weg machen, dann würde er die kleine Katinka Und ihr bißchen Hab und Gut auf seinem Rücken bis zur Grenze tragen. Auch dann noch würden Katia die fünfzig Meilen Aber Stock und Stein schwer genug fallen. Wehrten sich die Totsins dagegen oder war Katia nicht kräftig genug yu dieser Wanderung, so mußte Peter Krop helfen. Die geringsten Einzelheiten arbeitete er in Gedanken aus. . Peter Krvp mußte einen Tarantaß und ern schnelles Dreigespann mieten und zweimal nach Selemsinsk fahren. Arni ersten Tag sollte er nur Katia aufsuchen und ihr genug auseinandersetzen, was sie tun wußte. Am zweiten Tag mußte er wieder nach Selemsinsk fahren und draußen auf der Straße, weit weg vom Dorf, Katia und Katinka treffen — Katia Würde in den Wagen springen mit ihrem Kind und dahinjagen mußte der Tarantaß in sausender Fahrt nach der Grenze, wo ein sehnsüchtiges Herz und ein Haus auf Rädern ihrer wartete. Und dann würden sie eine lange Handelsreise nach dem Altai antreten und wenn die Polizei von Jenisfeisk «Schwierigkeiten machte, dann würde Peter Krop mit -feinen praktischen klingenden Gründen sie schon umzustimmen wissen. Es mußte ja gehen ... Er hatte Selemsinsk erreicht. Er wartete oben in den Hügeln, bis die Lrchter erloschen «und die Dörfler schliefen und schlich sich dann zu dem .Holzhaus hinunter, in dem das Glück seiner harrte Leise klopfte er an den Fensterladen und wartete. Er hörte erstaunte Stimmen, leises, hastiges Sprechen, urrd dann wurde ein Fensterladen aufgerissen, so daß Lampenschein voll auf die Straße fiel — was Stepan sehr unnötig fand —und eine Türe geräuschvoller geöffnet, als vorsichtig war. Wie ein Schatten schlüpfte «er in das Haus. « „Katia!" 298 JStetXm! Min MMnl Mein MannII" imd. sie lag tz feinen Mrmen, lachend und weinend zu glecher Zeit, und sch San ihn klammernd, als wolle sie ihn in alle -Eongkert niM Mehr Äslassen, iwährend Wassili Tatsin dabei stand und mit zwinkernden Eulenaugen seinen Schwiegersohn beguckte. Marya Food-orowna und Varia weinten vor Freude. Und dann sahen sich die beiden Menschen an, sich wundernd, ob sie sch verändert hätten in den elf Monaten, und sanken sch Mieder in die Arme .. . „Sie ist noch viel schöner geworden," dachte Stepan und verschlang sie mit hungrigen Äugen. , „Er hat sich krank gesehnt nach, mir/ dachte sch Katta. „Aber «jetzt sind wir wieder peisannnen und wollen uns nre Wieder trennen." . „ ^ ^ Dann lachte sie ein wenig, entwand sich fernen Armen, und lief in das Hinterzimmer, während Marya Feodorowna Und Varia hastig eine Mahlzeit bereiteten. In einem Augenblick war sie wieder zurück, lachend, jrvt vor Freude. Auf dem einen Arm trug sie ein blondlockiges kleines Mädel, das sich mit beiden Fäustchen den Schlaf aus Herr erstaunten Augen rieb, und auf dem andern Arm Wunder Mer Wunder! und kern Wunder, daß, Stepan nach Lust schnappte vor Erstaunen und Freude — rm Wickelkissen einen dicken kerngesunden Buben von drei Monaten, der fest schlief. _ Mas ist unser kleiner Stepan!" sagte Katra nrrt gewaltigem Mutterstolz. ^ >,Jch hin reicher als ich dachte/" murmelte Stepan m seinem ungeheuren Erstaunen. Die kleine Katinka streckte die Händchen nch ihm aus ünd wollte auf feinen Arm gehoben sein und sch in seinen großen Bart festklammern, da . . . Es klopfte an die Türe. Zweimal. Dreimal. Ein energisches Pochen, das weithin durch die stille Nacht hallte. Sie sahen sich erstarrt an und es legte sch über sie wie eisige Furcht. Aus dem Klopfen wurden donnernde Schläge an die Türe. „Oessnet! Im Namen des Gesetzes!!" Die Augen der Frauen wurden glanzlos vor Entsetzen Mtd .ihre Gesichter schmal und iveih. Wassili Totsin zwinkerte Wftig und ging langsam auf die Türe zu. Stepan Jline legte Katinka rasch in den Arm ihrer Mutter, küßte Katia, flüsterte ihr ein Wort ins Ohr und blies das Licht ans, wählend draußen ein Säbelknauf donnernd gegen die Türe häm- Merte. Totsin, der brave Mann, mit seinem gewaltigen Respekt vor der Majestät des Gesetzes, war schon dabei, die Riegel «zurückzuschieben und öffnete die Hanstüre. Ein Polizei- vffizier und ein halbes Dutzend Gendarmen sprangen herein und machten die Türe hinter sch zu. „Licht!" befahl der Offizier. ,, „Sofort!" ontwortete Totsin. „Beeile dich! Was soll das heißen, Wassili Wassilie- tvilsch? Weshalb branntest du Licht in deinem Haus zu einer Zeit, wo ehrliche Leute schlafend in ihren Betten liegen, und weshalb hast du dieses Licht ausgelöscht soeben? Was geht hier vor, Wassili Wassiliewitsch!" Eine Lampe flammte auf und goß ihr Licht über die f rauen und Totsin, der mit den Augen zwinkerte wie eine ule, die eben aus dem Schlaf erwacht. Der Polizeiches warf einen »raschen Blick um sch und riß dann die Türen zu den beiden andern Räumen aus. Dunkle Ecken untersuchte er mit her Spitze seines Säbels und fürchte grimmig. Aber er fand niemand. ^Antworte!" schrie er. ,s,Haft du nicht gehört, was ich hch fragte? Bist du taub?" „Es wären die Kinder, Exzellenz," antwortete Marya Feodorowna statt seiner unterwürfig, denn sie hatte sich von Grem Schrecken erholt und ihre fünf Sinne wieder beisanr- men. „Die Kinder,, Exzellenz. Ich fürchtete, sie seien krank geworden, so weinten sie. Gerade wollte ich Milch aufs Feuer setzen und-" „Durchsicht das Haus!" befahl der Polizeichef seinen Leuten. ^ Die sechs Gendarmen sichten in allen Ecken und Winkeln, Kästen aufreißend, Betten durchwühlend, während die Frauen zitternd dastanden und die Kinder schrien. Der Osfi- üer machte ein wütendes Gescht und sab Totsin nachdenklich« Mi. «Er konnte sch nicht ganz darüber klar werden, ob dieser fotfin nun mehr Schurke oder mehr Narr war! Beides, natürlich. Mehr Schurke wahrscheinlich als Narr! Und WässW zwinkerte ihn an, als wolle er um Entschuldigung bitten, und trat verlegen von einem Fuß aus den ändern und hiM den Mund. „ v (Fortsetzung folgt.) Kindermund. Von Gustav Schröer. Brigitte Hübner, des früh verstorbenen Lehrers Wittve, M nach dem Tode ihres Mannes in Feldheim wohnen geblieben. hat ihr Witwengeld, war von Haus aus nicht ganz arm, sie und Gr Mann haben dazu gespart, und so kann sie jetzt soweit ganz Mt leben. „ ,, t . Als der Andreas Michael starb, hat fte dessen Häuslern erworben. Es ließ sich schon M seinen Zeiten in dem Häuslern gut! wohnen, aber unter Brigitte Hübner ist es doch noch weck gemüt- sicher und gemütvoller geworden. In denn Hanse hat fte ihren Buben erzogen, der, als der Vater starb, gerade ans dem^Gröbsten heraus war. Von ihm aus hat sie den Jungen in die Stadt zurt Schule gehen lassen, dann auf bk Hochschule, in der me Ingenieure ausgebildct werden, und in das Häuslein ist er noch aus einen Sprung zurückgekehrt, ehe er in den Krieg zog. Im .Felde haben sie ihm dann einen der stählernen Vogel anvertraut, die sie Tauben nennen, obschpn es Falken sftrd. Nwej Zeitlang ist die Frau .«mit ihren ^Gedanken so stark dra n stack gewesen, daß sie für dahjnm Wer tot war. Tann ist. das an^rs gew>orden. So ganz langsam ist es gekomrnien. War gar nicht Brigittes Absicht, daß das, ivas sie aus gutem Herzen augefangeck,, eine solche Ausdehnung anniehme, aber wie es hernach immer stärkere Wellen scUug, da war sie es auch zufrieden. Als der Eduard Reistnier gefallen ton:, und eine Witwe mir ftms kleinen Kindern zr.rrückließ, da ist Brigitte zu ihr gegangen Uwd hat gesagt: „Marie, du, mußt deiner Arbeit auf dem^Mde nachgchen, gib inir die Kleinen, die noch nickst in die Lchule gehen, daa Tag über ins Haus, daß sie dich nicht behindern." Sv sind die drei.Re^stnerlein Mi der Lchrersivitwe gegangech, Ta hat es ihnen so Mt gefallen, daß die Keine Rosa eirvech Tages die Liesel Taßlier, die sie unterwegs traf, an der Hand nahm und sagte: „Komm Mit, Liesil, es ist schön bei Brigitte Hübn«. Tas Liesele ging stehenden.Faches mit, und die Frarr lachdch als noch eines daMl kanr. Ta ist den Kindern der Mut gewachsen. Es ist ein förmlicher Eifer.über sie gekommen, und so dauerte es gar nicht lange, da hatte Frau Brigitte einen ganzen Blumenstrauß jungen Lebens um sich. Zun reist Kiudcr, deren Väter im Felde lagen. Tie Mütter waren erst eine Weile vevwrindert, dann begannen sie untereinander dav»on zu red-en, daß es doch etwas Gutes Und Schönes sei, das die Frarr da angesangen. Tie Kinder seren versorgt und brächten so liebes, nettes Zeug mit heim, Verstech und GeWckstcheu, daß es sine wahre Lust sei, es zu hören. Allmählich bekamen anch die Feldgranen aus dem Dörflein ^ em Bild von dem Narren daheim, rmd so klopfte denn der Briefträger des öfteren an Frau Hübners Tür und brachte ihr ein BrieflE das einen. Mlbcholfenen Tank enthielt und Brigitte ihr Wat! immer lieber machte. Etliche Tage war -es dann ganz besonders lustig. Tas war, als der Witrve «Einziger auf Urlaub kam. 'Der war derselbe Krndeie- 'fraund.wie seine M'utter, und da er ein Flugzeug führte, lehrtio er die Kinder Flug zeuge machen aus Papier'. Tie uw treu spitz- schnäbelig, Westen Taubsir, nnd werm rnan sie in die Höhe warf, daun flogen sie wie Weihe und ftel-en nach rasck)pm Flug ist zierlichen Bogen nieder. Ms dann der Wärter kanr, da hätten ja die Mütter wieder! Zeck gehabt für ihre Kleinen, aber denen zuckte es ordentlich ist den Füßen, und wenn puich dann und wann eines ansblieb, so wurde es doch nickst leer um Frau Brigitte. T>er Wind sang um das Häuslein, die Schjn-eeftocstn taumelten, vom Himmel, im Ofen knisterte das Feuer, und Brigitte Hübner erzählte. Alle Geschichten begannen: Es ivar einnral. Unter den Kleineu war eine, der her .Herrgott em gwM besonderes Geschenk mitgegcben Hatte in das Leben. Tas war Evele Beier. Sie konnte d^> Geschichten immer rroch viel weiter erzählest wie Mutter Hübu.er, und oft sagte die mitten im Märlech; „Evele, erzähl' weiter." Tas Evele erzählte. Es wurde simnrav anders, als es eigentlich war, aber es tvar immer schön. So wre es die Kinder gerne haben, denen! es nicht genug ist, daß sich« MveA kriegen, sondern die dann noch viel mehr wissen toollen, svlanE erzählen, bis die Heldin glücklich Großmutter und der Held Großvater ist. Brigitte Hübner war nie müde inmitten der Kinder, war nie Ungeduldig und sah nie nach ariderem Tanke aus, als dem, der ihr in leuchtenden Kinderaugen.geschrieben stand. Ein Tag aber kam. an dem sich, zwei Männer nicht weijö vom Hübnerhäusicherr als Wachen .aufstellten, einer oben, einer Unten. Oben der Schulze Eberhard Teich, waten, der Schöffe! Anton .Süßengut. Ter Schulze hatte gesagt: „Man sollte zwca! meinen, daß die Leute von selber so vernünftig sein würden^ die Kinder daheim 'Ml halten, aber man kann es nW tvissen. Dcw darf man her guten Frarr nW antun, daß man ihr in der Zsi» die Plagegsister ins .Haus läßt." 299 Kamen such nicht m viel Ander, etliche aBzt, die bat ecu unter Sen Fingern wegUewischt waren, fanden den Weg Tie hinten bis Männer an, drehten ft« nm und sagten 2 *i heim, Mutter Hübner Varn euch nicht brauchen, heute nicht etliche Tage lang nicht." Da schlichen dis Klanen betrübt "Brigitte Hübner aber saß am Tische, -Latte die Hände ae^ kccktet, iveinte W für sich'hm, legte den SM auf d« Hände, weinte lauter und Nagte: „Ach Gott, mein Junge, man Junge, WM herbe ich dich auch hergeben müssen!" < Tie Uhr schlug, der Kncknck rief nemrrnal, sie schlug wieder, der NrüUingskünder rief zehnmal. Ta sah Brigitte sich fremd rn der Stube um. „Sie lassen mich heute allein?" Ta war das Weh tiefer, mb das Einsamsein stand schier, Wrverlich var ihr \mt ein alter Mann mtt eingefallenem Gelacht pnd leeren, taten Augen. Sie trat ans Fenster. Nun bemerkte ne die Hüter, verstand mb ging hinaus. Der LckMlze kam ihr eiti* gegen, rächte ihr die Hand mb sagte: „Das tut uns so leid, Fvau, wo Sie so gut sind mit den Kindern. Ja, mdb- ich, habe gedacht, sie dürfen iM nicht koinmen, md wir haben sie heimgeschickt, uitb ich will heute den Boten herum gehen lassen, baß die Mütter die Mädels md Buden in den Häusern halten, obsihon das schwer fein wird." , Ä ^ Brigitte Hübner aber sah ihn an: „IN, Herr -Schulze, schickt den Boten, aber laßt sagen, tue Ander nrächchen morgen wieder kommen." „Aber . . ." wollte der Schulze abwehven. , „Mein Junge hat sie so gern gehabt," .unterbrach ihn Brv, gitte Hübner, ,Mid trenn die Kleinen um mich sind, dann wird es mir leichter werden. Ich kann nicht mehr allein sein. Dut mir das nicht an, ich bitte euch-" „ - So ging denn her Geincindebote und kündete den Frauen, daß sie sine Ander' morgen toieder zu Brigitte Hübner schicken dürften. Tie Mütter aber nahmen dre Kleinen vor: „Daß Ihr föl&u still seid und nicht lacht. Wo doch Brigittes Rudolf gs-> fallen ist und ist tot!", . „ . ... Sv gingen die Ander mtt einem Unbehagen zu Brigitte, traten scheu ans und erwarteten, daß die Frau weine, und es mmz traurig bei ihr sei. Das war aber hernach ganz, ganz anders., Man sonnte reicht sagen, ioie. Sie sangen und sie spielten, und Frau Brigitte erzählte, aber es war doch anders, so, als ob draußen ein kalter .Wind dazu zu sagen haben werde, aber es Mr doch ganz tief drin ihrer Seele ein Warten. und eines Tages, da war -GvÄes Stunde gekommen. Brigitte saß sin Lehnstuhle, die Ander hockten auf-Fußbänkchen, Sttrhl-m und auf dem Sofa, md Evele Beier saß der .Wohltäterin zu Füßen Md hatte ihr Köpfchen mr ihre Knie gelegt. Ta erzählte Brigitte:, .M war einmal ein guter, guter Junge. Ter Hatto seine Mutter schr lieb Eines Tages sagte er M ihr: ^Mutter, es sind böse Menschen gekommen. Tie wollen dir deiir Häuslein nehm-err., Ta muß ich hinaus prnd muß sie davoniagen." Bit erzählter lange — „Ter Junge aber sagte zu einer Taube: Du sollst mich tragen. Tie Taube sagte: Steige auf meinen Rücken. Sie flog mtt chm davon, hoch hinauf, mb er sah alles von oben her. Wie sie tu« Kanonen ausgestellt hatten, und wie sie marschierten, und wie die Eisenbahnen gingen, md immer mehr kamen, die herein wollten.in das Land, hundertmal trug ihn die Taube aus dem Rücken und brachte ihn glücklich wieder heim. Eines Tages aber *--1 ein großer, böser Stoßvogel. Ter verfolgte die Taube. Die zl ftocEfl flog sie und -niedrig! mb hin und her. Ter Stoßvogel aber ftp auf sie ein. Er riß ihr da -eine Feder aus und da eine.. Die Taube geriet in große Not . . . Ta fiel Eva Beier.ein: „Ist, aber der liebe Gott sah das alles. Er tat Türe auf am Himmel imb rief herab: Komm zu mir, Kerne Taube. Ta flog die Taube gleich hinauf, ganz hoch, immer Kühn Der liebe Gott sah es, lache und sagte: So ist das recht, Mn bist du gleich oben. Und dünn war sie oben, und der liebe Evtt reichte dem Jungen, den die Taube auf dem Iiücken trug, die Hand und sprach: Sei willkommen bei mir. Und er gab ihm DÜ essen, und dann sagte «2 Du wirst müde fein. Jetzt schlafe ein wenig. Da schlief der Jirngp ehr beim lieben Gott.. Dort MLft er noch und . . . ." __ Ta hielt Brigitte Mmer dev EstzSPeritt den Myck tu, LuS, Evele, es ist cM. DorL MW er noch."- Sie hatte ganz weite, ,tiefe Lütgen, sagte den Andern, sie sollten heute heimgehen, nahm Evele rasch in die Atme und gab Gr einen Kuß. Tann setzte sie sich im stillen. Stübliein au t bat Tisch und sprach leise vor sich hin: „O, du weiser Andermund! — Da sckstM W noch Md träumt VM feinem Mssiterlein ....." tzerW. Wenn nach eingebrachter Ernte Zer Wind über die Stvpprllt wcht, wenn in unseren Gärten die Sonnenblume in goldene« Macht ihr Haupt erhebt über die im schönsten Blüte uschm uck stehenden Georginen und Astern, dann hält der herbst seinen Einzug und bringt und seine Hellen Tage mtt der klaren Atmosphäre, welche dem Mge eiu-en fast unbegrenzten Blick in die Weit« gestattet. Tie Tage babeit schon bedeutend abgenommtn; dichtest, feuchter Nebel lagert am frühen Morgen über Feld und Flur? alles Blatttverk ist infolge der Hellen, klaren Nächte mit frischem! Tau bedeckt, der sich mit der fortschreitenden Jahreszeit ball» in Reff v-ertvandelt. Nachdem das Grummet der Wiesels erngebraW ist, bildet di-', blattlose .Herbstzeitlose den einzigen schmuck best Wiesen. Das ganze .Heer der lieblichen Sänger aus- Feld und Wald- und Garten schickt sich- zur Abreise nach dem Süden anZ auf -den Dächern und auf den Telegraphendrähten versammeln sich in großen Scharen die Schwalben und zwitschern ihr traulich^ schmerzliches Wschiedslicd. Tie Obstbäum'e, Pie, Dorf und SM mit einem- grünen .Kranze ,umgeben, zeittgen ihre Früchte. Di« Pflaume bedeckt sich mit blauem. Tust, Birnen und Aepsel rötest ihre Wangen, und der -Weinstock läßt sein vollen Trauben rn verx goldenden Strahle der Herbstsonne ^erglänzen. Emsig erntet bet Mensch die Früchte, welche ider Sommer entwickelt und der herbst hun zur Reife gebracht hat. In v^oller Pracht orschernt dev herbstliche Wald-: Aeste und Wipfel der Bäume sind in die ver* schiedenften glänzendsten Farben gekleidet. .Auch die! Baume. nnA Sttäncher des Gartens erfreuen das Auge durch ihre herbstliche Farbenpracht. Im Felde zieht der Pflug Wieda ferne Furchem über welche kleine Spinnen Mit ihren zarten Seidenfaden seine Netze spanilen, in welche die Tautropfen des herbstlichen Morgens gleich glitzernden Tianranten eüigeroebt erscheinen. Der scharfe Wind führt dann diese -zarten Gespinste des MtweibersommerÄ chch in der Luft mit sich- fort, und nicht selten lMgen sre sich an- dem Hute und an den Kleidern des Wanderers fest. Mau ist erst seit verhältnismäßig.kurzer Zeit über die Herkunft dresest Son'mersäden mterrichtet, ivährend man früher die unglaublichsteu Vernrntungen anstettte, mn diese ruerkwlirdige Naturerschernunä zu erklären. Ter Bolksaberglaube.beschäftigt sich noch heute vvck mit dem fliegenden Sommer, den man in den verlckimdenen Gegew, den bald als unheilverkündend, bald als glückverheißend fnr btt* festigen deutet, die er berührt. — Jetzt ist die beste Zett gekomiuest zu Fußwanderungen. Tie Tageslvärme imrkt nicht mehr beschwer, lichj die Luft ist frisch und rein, die Aussicht von den höhen zumetst vorzüglich. Mrnteve Amb-en im Torf lassen ihre Drachen shch, gen, oder vergnügen sich an Spiel und Sport im Frerert. Wenn Nisi dem Wetter forsichireitenden herbste die lebendige Natur allmählich zur Ruhe gebt, dann hat sie gleich.erner gntot, sorgenden Hausmutter alles für den Mnfttgen Lenz vorbereitet, damit er sie nicht überrasche. Tie Bäume haben L-tärkemehlUM Eiweißstoffe als Wintervorrat tni Stamm und rn der Rmd« ausgespeichert: die Stmrden haben uitter der Erde Magazme an-, gelegt, wo sie die Borratsstoffe in deri unterirdisichen Wurzelstocken, in den Klivllen und Zwiebeln ansammeln. Auch die Lanbrnospest für das nächste Jahr sind bereits angelegt und durch Pie von! harz durchtränkten hüllen der IKnospmschuppen sorgfältig verwahtt; in den Blütenknospen sind fchoii Kelch, Blumenkvone, staube Mäße und Stengel vor'handeri, selbst der Blütenstaub ist beretts itt dm Staubbeuteln ansgebildet. 'So ist es nicht die abnehniende Wärme allein, die allem Waichsttim ein Ziel setzt, sondern bit Natur hat sich erschöpft, sie hat all ihre Schätze, die sie untev unserem hiMmel hervo-rbringen kamr, ansgegeben und vermag, nun! nichts Neues m-chr zu schaffen. Wenn einmal ein ivarmer, hetteraü Himmel die Tauer des SomnierS ungewöhnlich! verlängert, so kommt e« vor, daß die Bäume sich noch einmal neu belauben und zum zw-esien Male blühen: aber bald sindet dieser zlveite, kvandi hafte Frühling sein Grab in den Frösten des zur herrs-chpft g», langenden Winters, der mit den. vow und ünzeitig ausgebvochtnetz Blätterii und Blüten ztigleich auch die hoffiiungen fürs nächste Jahr zerstört. Wenn beim Eintritt des Wsitters die Blätter von Mnw und Strauch dem Tode anhemifallen, so sind die Stoffe, aus, denen sie aufgebaut worden sind, keineswegs der völligen Bermchtnügl 'preisgegeben. Tie Berwesimg zerlegt das Zellengerüst des ftlat-. tes und die in chm noch verbliebenen Kristalle, Salze und wnstcgen lleberreße. die die Pflanze nicht in sich zu.riickgezv.gen -hat, rn ihr« Grundstoffe, rn Kbhlensärrve, Wasser, Kali- mid Ammonsalze, alles s«hr wichtige Nahrungsstoffe für die Pflanzen. Tieie ruhen dann im Boden oder sie schjwrngen sich auf ins Lufttneer, bis die Fruhtz ringswärme sie wieder dem jungen, keiinenden Leben airf der Erde zuführt. Aus diesen Stoffen sWpfen die Pflanzen dann neues. Leben md neue Kraft. Durch tausend MlrMasem dringen. 300 dieselben, $tt Wasser ausgelM, in! die Pflanze ein, und wenn die Reservestvfsc die Blattknospen Kur Entwrmurrg gebracht haben, dann nehmen auch die jungen Blättchen die Kohlensäure aus der sie umgebenden Luft mit Begierde auf, um daraus unter der Einwirkung des Sonnenlichbes die nnentbe'tzrliche Stärke zu bil-, den. So werden alle Ueberveste wieder verbraucht, indem sie zu not-, wendigen Faktvven beim Aufbau neuer Formen werden. Es gibt demnach in der Natur keinen ewigen Tod. Aus den Trümmern Und.dem Moder.des Bergangenen erhebt sich immer wieder das Leben der kommenden Geschöpfe und der neuen Geschlechter: alles, was schon da war, lebt wieder auf, mir in einer anderen Gestalt. So ist in dem Kreisläufe des Jahves die Entwicklung und der Niedergang dev Vegetation einem großen Drama vergleichbar dessen Verlauf wir mit Spannung verfolgen, und so oft es sich vor unseren Augen abspielt, so erschemt es bei jeder Wiederholung neu Und offenbart uns andere bisher übersehene Schönheiten. Sammelt yeideblüten! Non Geh. Med.-Rat Dr. O l t (zur Zeit im Felde). ■ Die behinderte Zufuhr ausländischer Genußmittel hat die Frage nach einem guten Ersatz für chinesischen Tee aufgeworfen. Kn Vorschlägen für die Verwertung heimischer Pflanzen hat es nicht gefehlt, besonders wurden Kräuterzusammenstellungen empfohlen, denen die Schwierigkeit des Sammelns aller Arten an-" haftet und schon das Mischungsverhältnis dem Geschmack des einzelnen meist nicht Rechnung tragen kann. In einigen Berichten! chemischer Zeitschriften wird die Mute der Waldheide (Callunq vulgaris Salis J. Erica vulgaris L.) als Ersatz für chinesischen Tee gepriesen. Als ich vor einem Jahr die ersten Proben dieses! deutschen Tees gekostet hatte, sammelte ich' Vorrat, um durch Weitergabe Urteile von verschiedenen Seiten zu hören'. Mle stimmten mit dem meinigen überein, wonach der Tee einem dem chinesischen Tee nahestehenden angenehmen Geschmack hat und sich durch eine Bekömmlichkeit auszeichnet, die den Tee zum Gewohnheitsgetränk macht. Täglich trank ich ihn vergangenen Winter mit dem gleichen Bedürfnis wie chinesischem. Die auf das Nervensystem wirkender: Stoffe der coffeinhaltigen! Pflanzen fehlen der Heideblüte, ihre Wirkung ist mehr beruhigend/ als erregend, daher kann dieser Tee auch vor dem Schlafe genossen/ und Kindern und Kranken zur Wärme- rrnd Flüssigkeitszufuhr! ohne eine Beeinträchtigung des Herzens und der Nerven beliebig gegeben rverden. Früher wurde Herdeblütenausguß auch als Mb' kräftig empfohlen. Zwischen chinesischem Tee und Heidcblüteuteej besteht ein ähnlicher Unterschied wie zwischen Kaffee und „Kaffee- Haag". Letzterer ist von dem nervenerregenden Koffein befreit, er enthält aber die aronmtischen Bestandteile, welche dem Getränk den angenehmen Geschmack Verleiher:. Tie aromatischen Substanzen der Heideblüte erinnern au den lieblichen Duft blühender Wald- Heide und verleihen frem( Tee den angenehmen, milden Geschmack, der grundverschieden von den herben, vielfach bitteren Bestandteilen des sonst empfohlenen Teer-Ersatzes ist. IN Terttschland sind so große Flüchen mit Herde bewachsen, daß ein Sammeln im großen sehr wohl möglich ist, und Heideblüte als Handelstvare jetzt und rrach dem Kriege gewiß auch löhnenden Absatz finden könnten. Wenn auch Nur ein Teil des ichjinesrschM Dees ans diese Weife vom Markte darrch das einheimische 'Erzeugnis verdräirgt werden könnte, wäre schon ein beträchtlicher nationaler Gewinn, ganz abg>esehe:r von dem »gesundheitlichen Vorteil, erzielt. ^ Tie Blüten sind, >venn sie ansangen sich zu öfftren, mit der Dand abzustreifen und zun: Trocknen auszubrerten. 'Lonne und künUiche Wärme dürfen arichjt einwirken. Mit einem brertmaschrgen Sieb werden die Reiserchen rrnd mit feinem Sieb Staubteile entfernt. Kleinere Menge:: kann man mit der Hand belesen. Je reiner! die Blüten, desto feiner wird der Tee. In gutverschlossenen Getz säßen, arrch Flaschen sind geeignet, behalten die gutgetrockneten, Blüten ihren Wert jahrelang. Ter Tee wird nicht durch kurzen Aufguß, sondern durch 1.0—15 Minuten langes Kochen bereitet. Ern kleiner Teelöffel voll Blüterr genügt für 3 Tassen Tee, der bald nach der Herstellung eine schöne Farbe annimmt. Bei der erster: Probe wird meistens eine zu große Menge Blüten abgekocht, rrnd dann der Tee kurzerhand als ungenießbar erklärt. Man zähle daher beim ersten Versuch etwa 60 Blüten als Menge ab, die für eine Tasse genügt. Da so verhältnismäßig wenig Blüten für die 'Bereitung des Tees genügen, kann ein Kind in wenigen Stunden den Jahresbedarf für mehrere Familien'pflücken. Jetzt ist die Zeit der Herdeblüte, möchten alle, denen die Möglichkeit zum Sammeln gegeben ist- die Gelegenheit wahrnehmen rrnd für den „deutschen Tee" recht viele Liebhaber gewinnen. JS. Vüchertlsch. ?— Helene Christaller, Drei Schicksale. Novellen. Irr Originalleintvandband 3.80 Mk. (4.29 Fr.). Verlag von Friedrich Reinhardt in Basel. Diese drei Erzählungen sind echte Christaller-Kinder. Frauen spielen darin wieder die Hauptrolle, deren Herz mächtiger die Handlung beeinflußt als der Kopf. Dafür atmen sie aber auch eine lMärmse, die den Berstandesgeschichten' abgeht und wecken in uns die besten Regungen. Es' sind keine ^Kriegsgeschichten". obwohl der Krieg die Konflikte hervorrnffl Wer könnte aber in der ^gegenwärtigen Zeit etwas seinen TliU Menschen sagen 'wollen, ohne das zu berühren, das Aller Gedanke» gefangen hält? Zuletzt eine Persönlichkeit wre Helene CHrtftaller, deren Hertz in Liebe für die Mitmenschen brennt. — Wir wvllech hier nicht den Inhalt der einzelnen Novellen wiedergeben, es hieße das den Dust ihrer Blüten abstveifen. Es ist auch ueben^ sächlich, denn der Reiz/ liegt in erster Linie darin, w i e die Geschichten erzählt sind. Wer Chrrstallersche Poesie liebt, der wird auch an diesen Erzählungen große Freude haben. — Die schönsten Abenten rergeschichten Vott Sealsfield. Ausgewählt und eingeleitet von Walter von Molo. Einbandzeichnung von Felger. Preis gebunden 4 Mark. Verlag von Albert Langen in München. ,— In der Reihe seiner von Walter von Molo herausgegebenen Answahlbände 'läßt der Verlag vo» Albert Langen jetzt den vierten erscheinen und bringt darin ttoei der schönsten Abenteurergeschichten von Charles Sealsfield. Man 'weiß, daß sich hinter diesem Pseudonym der Deutsch-Oesterreicher Karl Postl verbirgt, und daß dieser vielleicht der einzige Schriftsteller ist, dessen Werke mns in einwandfrei künstlerischer Objektivität Einblick in die Anfänge des Amerikanertums gewähren, einen Einblick, der heute von doppelter Bedeutung ist, weil er uns manches in der Psyche des Mnerikaners begreifen läßt, was uns sonst unverständlich wäre. Er schildert das frcrheitstrnnkene selbstherrliche, nur nach den Grundsätzen der Gleichheit geregelte Leben der damaliger: Aiüerikaner mit -Heller Begeisterung, hält sich dabei aber von jeder aufdringlichen Tendenz frei. Um ihr zu verfallen, ist der Künstler in ihm zu stark. Die reine Darstellung bleibt ihm' das wichtigste. 'Alles Ist aber so dichterisch gestaltet, daß wir erst in Ovetter Linie merken, wieviel wir in diesen Erzählungen über die Anfänge des Amerikanertums gelernt haben. Freilich trägt das Verdienst ja n diesen: Eindruck zum Teil auch Walter von Molos sicher eingreifende Bearbeitung, die,die SealsfieldscheN Geschichten, ohne ihnen im geringsten ihre Ursprünglichkeit zu nehmen, durch wohltuende Zusamnrendräugung kür uns Heutige doch wirkungsvoller gemacht hat, als sie in ihrer ursprünglichen Fassung sei» konnten. Auch Molos Einleitung ,ist von hohem Wert. — Erich Freiberger: Narrenlieder. Amalthea-Verlag, Leipzig. Liebeslieder von herzerfrischender Sonnigkeit und tiefer Innerlichkeit gibt der Verfasser wieder. Ein geheimes Sehnen, ein Verlangen nach Glück und Frieden der Seele zieht durch alle diese Verse, die mit Andacht und Verständnis für Edles und Schönes gelesen sein wollen. — Erde. GedichtevonKarlKobald. Amalthea-Verlag, Leipzig. Karl Kobald führt in seinen Versen eine schwere, mitunter harte Sprache, aber sie ist von größter Gestaltungskraft. Der Verfasser gehört zu den Meistern, die mit ein paar Worten außerordentlich viel zu sagen wissen und eindrucksvoll zu wirken irnstande sind. Prachtvoll klar sehen wir Gestalten und Jdeengänge von uns. Ditz Gedichte werden Anklang finden. — A. Damaschke: „Die Bodenreform". Grundsätzliche- !und Geschichtliches zur Erkenntnis und Ueberwindung der soziale» Not. 5l2 Setten. 71.—85. Tausend. Preis bvoschürt 4 Mk., vornehm gebnrrden 5,50 Mk. , — Die Weltbühne, der Schaubühne XIV. Jahr, Wochen-, fchrift für Politik, Kirnst, Wirtschaft, heransgegeben pon Siegsrietz riattonen im Jugendstil, von Julius Bab: Nette Bücher, von Peter Panter: Ter Essai, von Ilse Linden: Der junge Schlenther, von S. I.: Dreißig Grad, von Theobald Tiger: Gründryrg, von Alfons Goldschmidt: Antwortern Fiillrätsel. 1. Wertnresser 2. Vorname 3. bekannte Bergwiese in der Schweiz 4. geschichtlich berühmte alte Stadt 5. Weltkörper. Die Buchstaben A, D, E E E E, I I I I, L L L, NNN. 0 0, P, RR, 8 8, T, u sind in die Felder obiger Figur derart einzutragen, daß die wagerechten Rethen Wörter von der beigefügt« Bedeutung bilden und die erste und letzte senkrechte Reihe eine Stadt und einen Fluß in Frankreich bezeichnen. (Auslösung in nächster Nummer.) Auflösung des Magischen Quadrats in voriger Nummer. K 0 R B ODER REHE BREI Schriftleitung: Dr. Meyer. — Zwillingsrunddruck der Brühl'schen Univ.-Buch- und Steindrnckerei. R. Lange, Gießen.