Samstag, den M- September 1ÜM Der endlose Weg. Roman aus Sibirien. Von I. O x e n h a nt v a s Autorisiert — Nachdruck verboten. (Fortsetzung.) „So! Aus dem Geschäfts unternehmen fliegen zutrst KeW P'rozent in meine Tasche als Zinsen für mein ant- elegtes Kapital. Von dem Rest erhalte ich drei Anteile und u einen, solange, bis du mir mein Kapital zurückzahlen kannst. Dann können mir ja ein neues Abkommen treffen. Ist dir das recht?" ,^Ja, und du kannst mir vertrauen, Peter Krop." „Das wußte ich oder ich hätte dir den Vorschlag nicht gemacht. Und ich vertraue Leuten selten, Jline, denn sie sind meistens Schurken oder Narren, und ich bin weder das eine noch das andere." ,Aa. Aber eins muß ich dir noch sagen," meinte Stefan nachdenklich. „Mein Weib kann jeden Tag in dem Haus chres Vaters in Selemsinsk ankommen. Einmal in jedem Monat muß ich nach. Selemsinsk und mich nach ihr erkundigen. Ist sie dort, so nehme ich sie mit mir." ,S)as ist sehr gefährlich/" sagte Peter Krop, ebenso nachdenklich „Wenn du in die Hände von Puschkins Polier fällst —" Stepan nickte nur. Er wie Peter Krop wußten ganz genau, was dann passieren würde. „Und wie heißt der Vater deiner Frau?" fragte Peter. „Wassili Totsin." „Äh!" und das eine Wort sprach Bände. „Auch daran erinnere ich mich jetzt," sagte Peter Krop nach einer Weile. „Ich wußte doch, daß ich dich auch schon gesehen haben mußte irgendwo. Damals bei deiner Hoch- mt Ich «erinnere mich sehr gut an Katia Wassiliewna und Marya Feodorowna. Jawohl, eine Frau, die sich ausgezeichnet aufs Handeln versteht, die Marya Feodorowna!" Dann verfiel er wieder in Nachdenken. „Weißt du, was Wassili Totsin tun wird?" fragte er endlich. „Er wird versuchen,: Katia und das Geld zu behalten. Aber Katia wird mir folgen. Mit dem Geld werden wir ja sehen. Ich brauche vor allem Katia und Katinka. Glaubst hu, Peter Krop, daß Paschkin sie nicht ziehen lassen wird?" „Paschlln ist aller Dinge fähig. Gott plage ihn! Er raubte mir viertausend Rubel und ließ mich obendrein beinahe totknuten. Tatukoff, der Gouverneur dieser Provinz, ist schlimm genug, aber ein Engel, verglichen mit Paschkin. jErn Wahnsinniger ist er, dieser Paschkin! Vielleicht kann ich etwas Über dein Weib erfahren, Stepan Jwanowitsch. Gehe lieber nicht mehr nach Selemsinsk, bis du bestimmt weißt, daß sie dort ist." „Bringe wir Nachricht von ihr, und ich werde dir dankbar sein," sagte Stepan. „Ich habe so lange nichts von Weib mrd Kind gehört." - > ,Sch will tun, was W kann," sagte Peter Krop. 10 . - Wie Peter Krop, der Jude, die große Summe v 0 H,.tausend Rubeln so anlegt, daß er weder ProfitnochZinsen er ho ffen kann . . . Sv begann ein neues Leben für Stepan, und, wenn sein Herz nicht weit weg im Norden in der Stadt Irkutsk gewesen wäre, während er mit feinem Karren über die schlechten Straßen der Provinz Jenisseisk zog, dann hätte er wirklich ein glücklicher, zufriedener Mann sein können/ trotz aller Befehle und Pässe des Gouverneurs Paschkin. Denn wo eines Mannes Liebe ist, da weilt auch sein Herz, und Stepan Jline hatte keinen andern Wunsch im Leben, als wiedervereint zu fein mit Katia und Katinka. Doch Peter! Krop hatte ja gesagt, er würde in Erfahrung bringen, wo Katia fei und wie es ihr ginge, und Stepan war ganH sicher, baß ihm das gelingen würde. Denn die Juden sind ein wunderbar kluges Volk trotz ihrer niederen Sucht nach Ge8d und Geldeswert. Und so schnell konnte es ja auch nicht gehen, «zweifellos. Der Handelsverkehr zwischen Irkutsk und Jenisseisk war nur spärlich,, und Peter Krop mußte auf Gelegenheiten zu Erkundigungen warten, da er auf steter Wanderung war wie Stepan selbst. Mo wartete er geduldig trotz aller Sehnsucht. Er tat sein Bestes, Peter Krop zu beweisen, daß er recht gehabt hatte mit seinem Vertrauen, und wurde ein gute« Händler. An den Teufelspaß in seiner Tasche dachte er gar nicht mehr, denn er tat ihm nicht mehr so weh. Er wänderte .jetzt in Geschäfkm, so sagte er sich, und nicht unter Paschkins unbeugsamem Willen. Er verspürte gar keine Lust, die Vorschriften des Passes zu übertreten. Die Zeit dazu war noch nicht gekommen. Mit Geld in den Taschen standen ihn: kleine Bequemlichkeiten zur Verfügung, wie die Dörfer sie boten. Auch viele Freunde hatte er sich erworben: nicht nur unter den Bauern, die seine Kunden wurden, sorrdern auch unter den Nomaden der Täler und Steppen. Seine ernste stille Art, seine Ehrlichkeit als Händler, sein hartes Los machten die Menschen, mit denen er zusammentraf, zu seinen Freunden. Zuerst hatte er Schwierigkeiten mit der Polizei befürch-- tet, weil er fortwährend in der gleichen Provinz hin und her Mg, anstatt in gerader Wanderung Sibirien zu durchstreifen, aber diese Angelegenheit hatte Peter Krop mit Gouverneur Tatukoff in Ordnung gebracht, auf Wegen und mit Mitteln, die schließlich, nur ihn und den Gouverneur interessierten, die sich aber unschwer erraten lassen. Während her ersten drei Pdonate arrangierte der alte Peter feine und Stepans Route so, daß sie sich in kurzen Zwischenräumen Grafen, um abzurechnen, Waren umzutau-- schen «und dann weiter zu ziehen. Aber Peter Krop war nicht umsonst fünfundsechzig Jahre alt geworden in einer Welt schlauer Glaubensgenossen. Er kannte seine Lente. Er vertraute bald Stepan Jline blindlings. Nach und nach, dehnte ejr die Reisen weiter aus und sie trafen sich seltener, denn Peter wußte/sdaß seine zehn Prozent Zinsen und seine fünf- 294 undsiebzig Prozent Anteil am Profit unfehlbar auf ihn Warteten, «wenn immer sie sich! auch treffen mochten. Bald kün^ nrerte er sich gar nicht mehr um Stepans Handelsgeschäft und aina seine eigenen Wege. ^ „, , „« In Stepan jedoch wurde die Sehnsucht immer größer. Sein Herz war in Irkutsk. Er wurde immer hung- !riger und hungriger. Endlich kam er auf den Gedanken, um seiner Sehnsucht einen nahen Gegenstand zu geben, m seiner freien Zeit für K'atia und Katinka ein Haus auf Rädern zu erbaueri, in dem sie einst hausen und wohnen sollten, — so schön und so bequem, wie es Liebe und Geschicklichkeit nur machen konnten. • , „ t * <*,'*■ Während der Mittagsrast und nach den kurzen Tagesmärschen d s Winters arbeitete er Stück für stuck em winziges Modell aus, sägend und zusammensetzend und schnitzelnd und leimend mit geschickten Fingern. Seinen ganzen Herzenshunger arbeitete er hinein in dieses kleine Häuschen jckuf! Rädern. Monate vergingen, ehe er das Modell m all seinen Teilen fertig hatte und es zusammensetzen konnte. Dann dehnte er die nächste Reise bis nach Krasnojarsk aus und blieb die vollen zehn Tage dort, die sein Patz ihm erlaubte, während Iwan Narasoff, der berühmte Tarantatz- bauer, das Modell ins Grotze übertrug. Der 'wunderbarste Wagen wurde es, den man je gesehen hatte in jener Gegend, und Iwan und seine Leute kratzten sich die Köpft beinahe kahl vor Erstaunen über all hie merkwürdigen Dinge, die sie nach Stepans Willen m düfts Haus auf Rädern hineinbauen mutzteii. Und als er endlich fertig war, kamen die Leute von weit und breit, um ihn sich anzuschauen und standen dann Mit aufgerissenen Mäulern staunend da. Der allgemeine Eindruck war, daß dieser Wagen eine Kirche auf Rädern sein mußte. Erbaut war das Wanderhäuschen au, einer starken hölzernen Plattform und der Aufbau war lercht, aber starr und geräumig. Es enthielt einen Tisch und Banke, che an den Wänden entlang liefen, und Schränke und Facher. Schlafen sollten seine Bewohner auf dem Boden, auf weichen, heugefüllten Matratzen. Ein Fenster von dünngeschabtem Horn am rückwärtiger Knde des Wagens spendete mattes Mt, aber durch, dre Duupttüre vor allem, vorne, über den Pferden^ sollte Luft und Licht kommen. Ein kniehoher Kasten, den man in ore Türe stellen konnte, gab nicht nur einen bequemen Sitz für den kutschierenden Vater ab, sondern von dort au-- konnte auch ein kleines blondes Mädel nach Herzenslust die Schönheiten des Wagens anschauen. Die Räder waren breit und stark, um aus steinigen Wegen und im Schlamm zu bestehen, und wenn der Schnee kam, so konnte man sie entfernen und Kufen einsetzen. Ein ganz wundersames Fahrzeug! nem Wunder, daß Narasoff und seine Leute immer wieder von Ueuem staunten. Er baute die besten Tarantasse m ganz Sibirien, -aber dieser Tarantatz war nur mit den Händen und Mit idem Hirn erbaut, und Stepan hatte noch ganz andere Dinge auf das Erfinden seines Hauses auf Rädern ver- dennoch schritt Frau Sorge immer an Stepans S-ite Lange schon hatte er nichts mehr von Peter Krop ge^irt. Vielleicht hatte er es vergessen, sich nach den Semen zu erkundigen. {Ober es war ihm etwas Angestoßen, denn er befand sich auf einer langen Reift durch, die Provinzen von Omsk und Tomsk. Elf Monate war es schon her, seit Stepan sich, fort Irkutsk von Katia und Katinka getrennt hatte, und was konnte «alles geschehen sein in diesen?eif Monaten! Da fand er sich eines Tages auf dem Weg nach, Süden, sticht weit weg von dem Ort, wo sie zuerst zusammengetroft ftn -waren, Peter Krop dem Juden gegenüber. Und der alte Peter setzte sich erstaunt am Wegrand nieder, ms er, das wundersame Haus auf Rädern sah und patzte schärfer auf als sonst, als es zur AbrMnung kam, denn er fürchtete,, em Teil der Kosten könnte aus seinem Anteil bestritten worden ftin. $0$ vorher schon, noch ehe er sich von der Grundlosigi- keit seiner Befürchtungen überzeugt hatte, bewunderte er ^ ^,Du reisest wie ein Fürst, Stepan Jwanowitsch," Tctctic st. , „Ich baute es für mein Weib und mein Kind und mit Meinem eigenen Gew," antwortete Stepan, denn er kannte hie kleinen Rasseeigenheiten des guten Peter. „Haft du Nachrichten für mich, Peter Krop?^ zen „Die Leinen müssen um diese Zeit in Selemsinsk eftfr aetrosftn ftin " „Gott sei Dank!" rief Stepan aus überströmendem Her- , sprang auf und wandte die Köpft seiner Pftrde, nutz sofort nach Selemsinsk auf den Weg zu machen. Der alte Mann band Pferd und Karren hinten an dew Haus auf Rädern an und kletterte zu Stepan auf den Sitz vorne und steckte den Kops durch die Türe und wunderte! sich über alles, was er sah — die tartartschen Teppiche an den Wänden, die weichen Felle auf dem Fußboden und all die zahllosen kleinen Schönheiten und Bequemlichkeiten, dm Stepans Herz sich erdacht hatte. , . . Hvh — nun reise auch ich emmal wie em Fürst, da eg nichts kostet," lachte Peter Krop. (Fortsetzung folgt.). Kiero. Leutnant R. Wallast. Mn Tarmzza, dem waldreichen Lustkuwrt Kiews kommend, siebt man sie von fern liegen, die heilige Stadt, me manchem Russen zum Symbol tiefster, die Klarheit des Erfüllten scheuenverl ZoKÄf mü ist..W--M d« bm Namen der einzigartigen Stadt fornrnt mit dem sckKvckendwemMi, llinaenden SÄnßkonsonanten. leuchten die Augen. Wie eine atv> würdige Zauberfottnel, der Menbarmig entquillt, hütet der Nllai* ner den Namen seiner schönen Hauptstadt, die^Hügelketteii der Dinepruftr eiugeftuR, ans ihrem sckstnckstigen Dunkel brechend iind Mrungvoll durch ein Meer von grauen, eintönigen Dächern hin* durch sich in goldenen Bekrönungen bis über die grünen Hügel hebend --'so bietet sich die alte stabt den Augen dar. Wer sie im Abendschein hat liegen schen.tvenn das Mwene ^tinne dunkel strählt und die ungezählten Glocken Magen, dem entschlei^ sich eine Ahnung von ihrem Zauber, den das w-eltstaotlsche Getriebe auf den Straßen ani Tage drosselnd niederhält. Langgestreckt und schmierig ist die Brc-tterbud« die bm RA senden empfängt. Ter BaHNHof von Aerv, überall beklebt mit deutschen und russischen Schildem, Hinweisen und Aufforderungeir Zu wirrer Fülle liegen die Gleisanlagen um das Gebäude, so dast vollständige Eiftnbahinzüge noch mitten auf, der DerkehrsMatze stehen die zur Stadt führt. Bon einer bu-ubartigen Menschenmenge. durchzusinden und mit bem Auge zu uuterscheiden, was man sieht, deutsche und österreichische Soldaten, russische Soldaten aller Arten, die Trümmer der einstigen Südarnree, elegante Herren und Tarnen init der Geste der großen Lebcwttt, Bauern und Sänermnen, Aus-, wmcdever und Flüchtlinge. Mles schreit durchänander, stößt, drangt sich lacht und redet in verschiedenartigsteii sprachen. Auf Straße:/ und Bahnsteigen lagern Flüchtlingsfamilien mit wer,lütten und verhungerten Gesiclstern. Kisten und Ballen unter und nebwl sch, die ihre ganzen Habseligkeiten bevg.en, uberurüdet -- oft tagelang tvarttud, bis sch eine Beförderungsmöglichkeit für sie ergibt. Mit der gleichmütigen Geduld des Russen warten sie w ineinander vergraben. Koninrt dann endlich ein Zug, dann Übrat die schlafende Menge plötzlich in angstvolle Bowegcheit. S-re schlagen sch um die Plätze in den Mgen, auf Dächern und Trittbrettern^ !a sogar die Puffer der Mrgen sind im Augenblick vergeben. (&* päckträger mit gebildeten Gesichtern sind keine Seltenheit; ncan! trifft häufig unter ihnen frühere russische Offiziere, die bas Revö-, lntionssckstcksäl brotlos mackste. . ,. r „ Xi« elektrischen Bahnen find überfüllt. Ali jeder Hallestelle stehen die Menschen wie vor einem Lebensmittelgeschäft bei. uns -*> in Reihe und Glied Untereinander. .Man nmß sch über die StraßendifMin Wundern bet diesem desorganisierteii Bolk. Do« Wagen kommt, der Schaffirer ruft die Anzahl der Platze aus, die noch vorhanden sind. Keiner drängt sich vor. L'l«, steigen em M der Reihenfolge, in der sie standeli, ohne daß irgendein Pollzerorgan! regulierMd LanebenstMide. Ter Russe hat nrerkwürdlg viel Zell, wenn er mich noch« so beschäftigt ist. Iw der Soirn« zu liegen und Sonnenblume-nkerne zu U\tm — darin sind sie Virtuosen — gehört mit zu den Idealen der Russen, die jetzt in der Rwolutionszmt freu* diger denn je verwirklichst werden. Eine breite Ltraße führt vom Bahnhof zur Stadt, die vor den Augen ausgebrettet liegt mtt roten, blauen, grünen Dächern, Kirchen, Gärton und Anlagen. Bm^ Ich steigen Erinnerungen an französische Städte aus, daß man M Rußlarid ist, sagen eindrücklich nur die häufigen Kirchen. Vom Zauber der alten Stadt mmckt man nicht viel, wenn man an heißeM Tag aus überfülltem Straßeubahnivagen in ft« anfährt. Bis zuw Kresckstiatik, der bveitoli Haup-tstrraße, ändert sich das Bild ncht mell Darm, mit einem Male, fühlt mcm sich hrneingeworsM pr dett Trubel der Weltstadt, gmrz unvermittelt. Wie m erner Lmse find hier Strahlen jvestllchnr und östlicher Kultur zu eigenartiger Mw kuug gebunden. Deutsche, österreickstsche, ukrainische Antt^ lagen sich mit anspruchsvollen Huppen. Es ist ersdairnlich mtt welchem auf dieser Verkehrsstraße gefahren wird. Wunderschöne Wfie «J prachtvollen Gängen ziehen leicht« Jagdwagen. UAemllich flM sausen di« lleinen TrostWn bövbei immer Trab, immer GaloM L-v etnfctM, vb es Vepgauf, bergab geU, ob Sternbodeü oder SB Im Gegensatz zu diesem unruhvoll hastenden Wagenverkehr dre Knierenbe, sich zeigmde Menschemmmge. Rassische, polnische, kau- Wische Uniformen pvMen neben dem einfachen deutschen ,Aeld- grau". Tie russischen Offiziere tragen großenteils Meder Orden und Achselstücke. Ihr Benehmen ist oft reichlich anspruchsvoll und herausfordernd; man muß unwillkürlich daran denken, daß sie doch alles, was sie so scheulos -eigen, deutscher Waffenarbett danken s,en in leuchtenden — oft sehr Graziöse, elegante Frauen Md . ... .. . . . Ö len Kleidern huschen vorder. Dre Ukrainerin kleidet srch gut. e Funkelcmgen sürd hchrfig. Die Kunst des Kvkettierens versfeht sie ansgezei!chnet und raffiniert. Tis neuerrungene Freiheit der Revolution dockt mau'che Abenteuer in lachender Lelbstv erstand- lichlkeit. Vorschiedeiiartigste Parfüms durchschlagen mehr und wenr-, ger aufdringlich die unarraerrehm bedrückende Lust der Großstadt--! straße. Auffallend im Straßenleberr sind die ernsten lanMarrgen .Pilgergestaltm, deren Weg hmstveot -um heiligen Laivralloster; auch die Geistlichkeit fehlt nicht. Der Pope in fernem violetten Kaftan leuchtet weithin durch die Menge. Jetzt biegt unter leb- Hafter Beteiligung der Straßenjugerid eine Abteilung mrauufckM Miliz um die Ecke, vorneweg eine russische Kwpelle mit einem Fausarenbläfei an der Spitze, dem man gern zuhört. Für emen Augenblick ist der Straßenverkehr gebannt; sie marschieren gut. Etwas theatralisch und selbstbervußt. Ihre Ausrüstung ist zu- sammengestückelt, nur das Loderwerk, Patrorwntaichm Mid Degens gchänge ist tadellos' mrd neu. Die Leute sind jung. Merkwürdig gleichgültig bleiben die Gesichter in Reih und Glied. Es srnd wohl alles frühere russische Offiziere. Man bleibt stehen. Etwas wl« ukvainischLS Rationalgefühl regt sich in diesem, :n jeirem. Doch da- mit muß murr vorsichtig sem. Vielleicht ist> es nur Neugierde oder Sensationslust. VaterfendsgefüW in unserem Sinn sucht man vergebens. Ter Patriotismus ist erttweder Sache des Kopfes — dann saugt er schwere atzende Gedanken, Gift und Haß in srch auf. Tre Patrioten sind Fairatiker. Oder aber der Patriotismus bleckt ber den Russen ein Kindliches — Aeußerliches, das an, Fakmsr und buntem Getue sein Genügen findet. Kaum rst dre rrkrarnrsche Abteilung vorbei, dröhnt errre halbe deutsche Kourparrre rm Gleiche schritt vorüber — dmrkel und ernst mit Stahlhelm undTornister. Es sind Männer, deren Gesichter der Krieg gemeißelt hat. Wieder bleibt man flehen. Ter Kontrast ist stark zu dem vielen uillw tärrschen, oder besser gesagt, urrisormrerten Firlefanz der sich auf den Straßen breit macht. Tie Auslagen der Laden srnd schön, t T kostbar, doch befriedigt Warschau in dieser Hinsicht mehr. Alle Restaurants, Kaffees, Konditoreien sind mn Vormittag beretts besucht. Man möchte eine Formel finden, ein Lchlagwort für diese Stadt doch — vergeblich. In Warschau ist alles ernstlicher. War- chau hat seinen Stll — Kiew nicht. Märchenhafte Preise, er- 'taunen bereits nicht mehr in eirmnLarch, rvo^das Geld fernen Wert so gänzlich eirrgebüßL hat. Ern Paar Lchuhe für 300 Rubel, ein Zrvil-cmMg für 1200 Rubel. 1 Mich Tee für 60 Rubel, eine Zeitung sirr 1 Rubel. — Man zuckt die Achel und kaust. — Wittere Armut und Eleiid zeigen sich nicht so ans den Ltraßen wie m Warschau, lleberall istlsi das Essen gut — aber namenlos terrer. llnr anstänölg leben zu können, brauht man bei mittleren Ansprüchen zum nnndesteri 50 Rubel für den Tag. Aus diesen praktischen Be- track-tungen, die sich mir beklemmend aufdrangten, erlöst der herrlicheBlick oben von den Hügeln auf Fluß und Ltadt. Durch parkarttge Anlagen führen schöne Wege hinaus. In steilem Bogen werfen sich die Hügel hinab zum „Fluß, breite Geröllflachenwie (offene Wunden frei zeigend. (Trüge, mit, oicken glerchlmaßigen Wellen fließt der Tnchr seine Bahn; wett ins Larck» emgefchoben jffch seine Arme. Das Auge hastet an der endlosen Eiseiibahnbrucke Und verfolgt die Kreisbahn 'in ihrer großartigen Anlage bis nach Darnizza hin. Warm und stchwer liegt das SLimeillicht im Wasser und aus dem langgestreckten Hellen Strand. Dampfs chiffe verkehren Unausgesetzt auf den Hauptarmen des Flusses uitt siohen, winkenden Menschen erfMt. Kleine, (flinke Motorboote huschen von Ufer zu Ufer. Am jenseitigen (Ufer herrscht reges SttaMebeu. Bw^ platz reiht sich an >Badeplatz — alles ist offen überall sind Eafös eingerichtet. Frohe Musik 'klingt arrs dÄ Tiefe her, nnter^ mischt mit dem Lachjen und Jauchzen der badenden Kticker und Grw-achsenen. Soweit das Auge reicht, tanzen kleine, tvuße Segel dem Wasser '{nie unbekümmerte Sorrnenfalter. km schimmern- ben Körper der Badenden esil>öhen den Reiz der farbenfreudigen' Bilder. Der Anblick ergreift, »bannt, schreit inr Herzen kriegsferne Bergangcichett wach. Gesundes Leben, Hrausende Jugend, schone Kraft wid eine Sorglosigkeit, um die man die Menschen oeneidet, die sie so 'hinausleben, als fei das bei ihrren, das Natürlich und Gegeberre. Wan könnte glauben, die Revolution — der bestialisch wütende Bolschermsmus urtt seinerr ungezählten Groneltctten, der Kanonendonner über dieser Stadt, seien überspannte Phantaswn geträumte Unwirklichfetten, angesichts dieser^vmmerfreude. Dsrarst ßutete der geheirmttsvvlle Zauber dieser Ltadt rn du schauende Seel« ein. Unmittelbar unter mir, links, auf vorgeschobener Felsenj- vmsfe. mündet der Stadtgarten in weißer, gepflegter Terrasse Mit ' lern vornehmen Restaurant. Ständig kommt um geht ine schau- ‘ne Meng«, die das bunte Gewimmel in der Tiefe antzM Me Falter das Licht. — Mt Gläsern und Teleskopen, M imd einzeln, in GruWen, beobacht MZ das BadÄich«^ Darüber hinaus Vach links sucht sich dev Mick W jenem Teil dsr LtadE, n dem gualmende Schornsteine und graue, griesgrämige FabriL- arllagen die Wohnung der Arbeit erkennen lassen. Dort sieg? das Industrieviertel des modernen Kiew, aus dem, auch hier nsichev die goldenen Zwiebeltürme vieler Kirchen beruHgeud und feierlich (herüberleuchten. Brette, gerade Straßen verjüngen srch rn dfe Ferne hin, und Menschen bevölkern sie, die aussehen dunkel und grau wie die Häuser. Ter Blick wendet sich nach rechts und nrht in dem dichtm Grün der Hügelkette. — Aus einer Bucht Zwilchen! ^wei Hügeln, die eine mächtige Brücke übersMmt, schimmern Straßen und Häuser, ein anderer Teil der Stadt^Besprengt ragen die Hauptbrücken über den Dnepr. Den Abschluß inr Bilde bringt der scharf vorspringende Hang, aus dessen dicht bewaldeter Kuppe die mächtigerr Gebäude ' des berühmten L-awratlosters heraus- wachsen. Wie eine östliche Gralsburg ruhen die goldenen Kuppeln und Dächer im blau!en Himmel als die Krone des heiligen Kiew, dem Wallfahrtsort für viele Gläubige, die von dem goldenen Herzen der Mutter Gottes berichten werden, und der rätselhaften trefften Glocke Lawras. Jck> stehe und genieße den Rundblick. So rerch, so eigenartig vermag ihn kaum eine z'tvette Stadt in Europia, zu meten. Ans einer Bank in einer schatttgerr Ecke sitzt ein Paar in estriger Unterhaltung. Sie ist groß, dunkel, eine höhe Stirn beherrscht über träumerischen Augerr das Gesicht, -er ist ein echter Russe, langhaarig, etwas Verbissenes, Wildes im Ausdruck. Kirre Lederrnappe liegt auf seinen Knien, beirrah feierlich uird langsam redet er auf die Gesährtttr -ein. Wovon sie wohl reden mögen? Ob von Mentzch- lichkeit mrd Liebe? Ich glaube das nicht. Etwas Fanatisches, Une^ löstes liegt zwischen diesen Menschen; dann ist es sicher Polttck und Revolutron, wovon, sie reden. Das fchüvere Geschick eurer, nahen Vergangenheit lauert brütend im Hinterhalte. Tie verwirrende Fülle vor, sinnensälligen, einzelnen Eindrücken, die srch dem Auge bieten, führte irgendwo an den Punkt, 'wo das Grauen der Revolution glimmend auf frischenden Wind Mrtet. Unselige Bluttatest schreien rmch Ausgleich, den die Gegenwart mtt chrer lauten, sonnigen. Freude rricht zu geben vermag. Ist drefem 3-rsrmmen- harrg berührt es Ägeirartig, arrf den schjmren HÄlen Banken der Prot- menade elegante Damen sich von schmierigen Zigeunerinnen mtt Raubtteraugeu Karten legen lassen zu se'hen. Aber .es paßt m dv- Atmosfchäre. Mitten auf dem Krefchtsch'ratrk liegt ein armer Mrl, offenbar vom Blitzschlag getiWfferr, und Mstdet srch m Krämpfen, Er ist fast nackt. Tie ellgaitte Menge geht Mr ihm vorbei — lackend, den Taliegenden kaum mtt einem flüchtigen Bück (treisend. Was stehen bleibt, sind fast nnr Frauen. Wenn Nicht durch Anfall ernM das Mitleid herumreißt, und er sorgt, daß dieser arme Mensch forb- geschafft wird, dann bleibt er eberr liegen in fernen, Krämpfen! Lo D. Kietv. Es kann plötzlich irgendwoher schreßm oder em Stadtteil irr die Lust spriligen --- der Bolschewismus ist unsicht-. bar, aber mächtig in der Stadt -- sie werden bald darauf wieder lachm, essen und trinken, kokettieren und.locken, polrtrsierenj und das Feuer schüren. Tie Revolution hat das Ehaottsck-e dieser Stadt ausgeprägt. Das Grauen schreitet mtt der Sorglofrgkett Hland in Hand durch die Straßen. Man lebt siedende.Gegenwart —* über der Zukunft dieser Stadt liegt unergründliches GehermnrS^ Zsmmernachtrmärchen. Bon I. K r e i s. Aus der jüngsten Gegenwart, In der Sommernacht war es geschehen. Tie alten, liebett Märchen gestalten hatten sich zusammengesunden, um sich ihre vcat m fr ^Sri es so weiter geht, sagte der gestiefelte Kater, danst müssen wir unseren garizen Mävchenzauber während des Krieges Sehen Sie nur, Verehrteste, sagte er zum T>ornrös.chm, meine Stieselsohlen sind durchMlaufen, und glauben Sie, ich kriegte einen Bezugsschein? lleberall sagt man mir, ein geiiiefelter Kater fei nicht in die Liste eingettagen, und MlsMispaprere — du lieber Gott — die Bruder Grimm sind tot, und sonst kennt nnch niemand. Einige Wochen kann ich mir ja mit Ersatzsohlen Hellen,—' ich habe sie aus Baumrinde:: zurechtgemacht, aber stellen Lw sich vor: Ich soll zu Hof mit Ersatzsohlen gehen! Eme Lttnaiwu von märchenhafter Scheußlichkett! Wer wenn n:an bald hundert ^ahre gestiefelter Kater ist. Sie begreifen, das ist ungefähr so viel m: Rang wie Geheimer Rat, dann will man nicht auf emmal ein ganz gewöhnlicher Käfer sein. Dornröschen seufzte, — m«! haben sie meinest Prttrzen genommen. Er war nattffUch nant der Reserve urrd mußte gleich lmt. Brs jetzt rst s rEsi sinmer noch gut gegange::. Wer nmn hat so L^ehnsuckL uud hundert taahre wieder zu schlasen, wissen Sie, das .möchte, ich doch mcht gern, ^ch habe petzt fo ein entzückerndes Glockerrrockkostüm, nnd^ h^nn üh da aufwachte, und es wäre .nicht' m>chtr nrodern ... LchneÄmttchen zog das iöräulchen säsief und saM: Da soll mmt.nun die >^ouW rm ganzen Land bleiben und Tag für Tag ist. tellerchen nichts als GrsaMarnfelade. Von den \vten fw*> »g «um „Hilfsdienst' eingezogen und kommen jchertzaupt nicht n:ch(r Die böse Königin saß abseits und war Olb vor Aerger. I ganzen Land trieb fie lernen Apfel auf, um chtr für Lchneeivtttch vergiften fw könnm; denn das Obst war beWagnaMst, 2S6 RvMVPchm tue tute still >vot' M Mit. hast M d Er , liÄe Kleine, sengte der FvoscEämg. Ach, schluchzte ZlotlnppäMe, al„ ich neulich mit meinem Körbchen wieder m* Großrmrtter gechir wollte, hielt nlich am. Dorfeingang ein PokM an und nahm mrr das Körbchen mit den guten -Lacherr ab und sagte, m soll rmcy nicht mehr beim Hamstern evnnschen taffen. Hätte es doch lreber ** r TemWott^aÄr loar ebenfalls yanz mißgestimlut. Seine Lift mit den ' sieben Geislein wollte nicht mehr gelrugerr, denn er tonnte nirgends ^Mehl, um seine Pfoten wech At kommen, denn Ms Kstegsmehl, das er erhrelt, machte me Pfoten ^^Ter A^nschenfvesser roar sichtlich abgemagert. Wissen Sie, sagte er zur bösen .Hexe, die Menschen iverden von Tag W Tag ^^Neulich erwischte ich einen kleinen B«unten, der Hatte mir noch Kant und Kwocherr. Er nrachte mir den Vorschlag, weit dem Ausspeisen nach Kn laarten, bis ihm die Teuenrngszulage aus-! gezahlt sei. dann wolle er sich ordentlich mästen. Tlber so lange kann ich natürlich mcht Knschm. Tie böse .Hexe rvackelte mit dem Kops. Mern schönes Knuspere härlschen, jammerte sie, das Habe ich mir so nach und, nach, rn Er-, rnanglnng von Semmeln in den Kaffee gebrockt und letzt srnd alle die Lebknchen und Znckerkrrngel ans Pappe und vre Kmder gehen nicht mehr ans dm Kmisperhäuschmersatz. lind rn nremem Älter kann ich nrich nicht mehr um Keks anstellen. Um Mitternacht kam noch dre ioanvelnde Glocke angebunmeU p. ... ._Vn.4.4.^» .'SfMMbvhen #nf rtoftfuTÄftlMI *MTI tltaiK reat TO ore v^ieurvei.. «urct tuw " „ l r. w »Ä, T V L i Vr ich einfach ans. Eine anständrge Glocke sirchet überall rhr Ta Mag vom Turnt die erste Stunde nach Mitternacht. Sv, sagte die gute Feö, Kinder, jetzt ist, unsere Zeck um, letzt h^sst s verschwinderr Ta reckte sich Hans Däumling nnd schriet Aber warum denn, wir geistern doch noch nach der alben Zert! Und so blieben demr die Mävchengestalten noch eine Stunde beisamMen bei einer Waldmeisterbowle ans Wemersatz. Z 5am§tag§gedanke. Torch die Schuhlstrah ging ich Heut, Mrddag ivors un leer mei Mage, Un da sch ich fu> zwaa Seat Unnerrn Arm ivas Runnes trage,^ Ml die Mensche daate gucke Aach dariwwer uff die .Seit Un mei Mund fing an W schlucke Un ich dacht an Friedenszeit, Wo rner oft an Wach: tage ( Aach was Runnes nnnerm Arm- Hin zom Bäcker daate trage Un zurrick; dann wors twch lvarm.. Urt die Mndder daat dann gewwe E Stickche jeddem zdm' Berfuckre. Ach was tvor des doch e LÄvwe, « mer «L «ch Nücherüsch. — Das Melken. Eine Preisschrift nach dem dänischen Original ..Malkearbesdet". Uebersetzt von C. Wulff. Dritte Auflage mit dem Milchmerkblatt des Kaiserlichen Gesundheitsamtes zu Berlin. Verlag von E. Roth. Gießen..Einzelpreis 50. Pf. Tie Schrift ist lehrreich und erzieherisch zugleich für alle jungen Leute,' die mit Milchvieh Umgang haben. Sie eignet sich in gleicher Weise sür den angehenden Melker wie für den jungen Landwirt oder die Landmannstochter. — „Aus Deutschlands Waffenschmiede." Mit zahlreichen Bildern und Tafeln von vr. I. Reichert. Reichsverlag, Berlin- Zehlendors-West. Preis 2.50 Mk. Die Vorzüge des Werkes ließen darin, daß der Verfasser mit der denkbar größten Klarheit des Sinnes eine über alle Matzen fesselnde Darstellung verbindet. Wie Bölsche es so meisterhaft verstanden hat, die Vorgänge In der Natur gemeinverständlich und künstlerisch zugleich zu schildern, so entwickelt auch I. Reichert bei der Erörterung der Eisenhüttentechnik und deren Geheinmisse und Wunder eine geradezu überraschend packende Darstellungsweise. Dutzende naturgetreuer Ansichten von Kanonen- und Granatenwerkstätten und viele andere Schaubilder über die Leistungen der Eisenindustrie erhöhen noch die Anschaulichkeit und verschaffen dem Leser einen seltenen Genuß. Die amtlichen Krieg sa k te n überden runtäni^ schen Feldzug. Ter Generalstab des Feldheeres läht soeben w seinem Aufträge nach chen amtlichen Quellen eine eingehende Darstellung über den tatsächlichen Hergang der Kämpfe zur Zeit des tückischen rumänischen Ueberfalls und seiner schnellen Ahndung CC.S . (Iffi I.nt kofi CVittfiioVT Nu in Mlheldarstelluttgen." (Verlag von. Gerhard Stallmg m Oldew, bürg i. Gr): „Die Befreiung Siebenbürgens und die Schlachten bei Targu >Jiu und am Argesch". (Preis 1.50 Mk., dazu Teuernngszuschlag 16 Pf.) Das Heft ist voll" ständig in sich abgeschlossenurrd umfaßt 134 Textseiten, 28 Karten« seiten und eine besonders gute Reliefkarte. — „Kreuz wider Kokarde". Jagdflüge des LeutnanÄ Ernst Udet, 'heransgegeben von Ernst Friedr. Eichler. mit 36 Bildern, 2 Mt. Verlag Gustav .Braunbeck G. m. b. H-, Berlltt W 35. Udet, der junge Kampfflieger, der soeben durch ein karserluheS Kand-schreiben ausgezeichnet ward, steht an der sprtze mrswer Lufthelden, da er weit über 50 Flugzeuge zum Absturz brachte. Das Udetbuch gibt uns in kurzen packendem Schilderungen etit lebendiges Bild des uneMich schweren Fliegerlebens und ^zugleich in dem Werdegang des Helden den Beweis deutscher, Zäyer, unbesiegbarer Kraft. — „Meggendorser--Blätter", München, Pernsastr. b. Nicht nrrr zum Kampf mit dem Feind und zunr erfolgreichen Turchhaltm in der Heimat gehört ein fester und unerschiftterlicher Wille, auch die Freude anr Genießen muß nran wollen. Marc muß ihr ebenso Rechnung tragen wie dem Ernst der Zeit, ja man möchte fast sagen, trotz dem Ernst der Zeft und gerade deshalb muß man zu ihr den gleichen festen Willen haben wie zu Sieg und Drwchhalten. ^Denn sie ist das Gegengewicht zu all den Schwierigkeiten, die uns bedrängen, und trägt somit zu notwendigen Erhaltung unsres seelischen Glerch- gewichteS bei. ES müssen keine rauschenden Freuden sein, die wir suchen, tm Gegenteil, sondern es sollen stille, nachhaltige und unS zu froherer Lebeusanschauung führende Genüffe sein. Und solcher Freuden gibt es noch iminer eine Menge. Ein launiger Scherz, ein« drollige Schnurre, eine hurnorvolle Geschichte und ein lustiges Bild — alle diese heiter stimmenden Tinge sind noch zu haben, un» wer sie sucht, der findet fie in bunter Fülle in den bekannte« Meggendorfer-Blqttern. Mit Geschick und Verständnis haben sich in dieser Zeitschrift Kunst und Humor der Zeit angepaßt, ein vornehmer und gemütvoller Ton herrscht in allen ihren Dai> bietungen, ihre politische Satire erheitert, ohire zu verletzen, und ihr reicher farbiger und schwarzer Bilderschmuck hat nichts von seiner alten Anziehungskraft verloren. Für 3.50 Mk. kann man die Mega««» dorier-Blätter ein volles Vierteljahr lang (13 Numncern) beziehen. Es nehmen jede Postanstalt, jede Buch- und Zeitungshandlung sowie der Verlag in München, Perufastraße 5, jederzeit Bestellungen hierfür an. — Die Weltbühne, der Schaubühne XIV. Jahr, Wochav. schrift für Politik, Kmrst, Wirtschaft, herausgegeberr von SlegfriM Jacobfohn. enthält in der Nunrmer 34: Tatsache und A^bentm^ g!M, von Olf; Ernst von Heydebrmrd und der Lase, von Johannoes Fischart: Ter Thpus Lnversns, von Willi Wolfradt: Der bat* rnatische .Lnsendstil", von -Julfils Bab: BuchbesprechnWl, voet Msret' Polgar: Salzburg 1.918, tmi L.. Aiüwo^ Ehainberürtntz von Theobald Tiger; Strafen, von Tllforks Goldschmidt; AMvoaLythj Gießen er Hansfrauen-Berein« . f Kochanweisungen. ^ Kürbissalat. Man schneidet den Wrbis in Stücke, ninünst Mark rmd Kerne fort. Locht die Stücke in leicht gesalzenem M gar, läßt sie abtrvpstn, schneidet sie m feine Streifen und sie nach dem Erkalten mit mildem Essig, etwas Salz und ' wenn man ihn haben kann, auch etwas Zitronensaft. Klopse von Pfefferlingen. Absewällte Pfeffe werten durch die Maschine gedreht, dann mit Brot und einem verarbeitet. Man würzt die Masse gut mit Salz, Pfeffer und ektr , fein gehackten Zwiebeln, aurf* Petersilie nach Belieben, Forint Klopse, wälzt sie in geriebenem Brot mifc brät sie ans beiden Sette« schön braun. Tie Pfefferlinge säM-ecken in dieser Form fast fa gut als Fleischklopse. Man reicht sie mit Salzkartoffeln. Ungebackene Mvhrrübentvrte. 'Zutaten: Drei § furch Mohrrüben, 125 Gramm Zucker, bittere Mandelessenz!, imt, Streusel. Die Mohrrüben werden gekocht, durch die Maschine getrieben, mit Zucker dick eingekocht, dann läßt man die Masse kalt werden und 'schnceckt sie ab. Tann füllt man auf die Masse so viel Brot auf, bis sie recU fest ist, gibt den Teig auf einest großen Teller, formt einen Boden aus der Masse, den man einest Tag stehen läßt. Man Kinn ihn mit einer Schrumfpeise (Präparat) oder mit Marmelade füllen. Magisches Quadrat. BBDEEEEH IKOOBBRE Vorstehende Buchstaben sind in Quadratiorm derart zu ordnen, haß die vier wagerechten Reihen gleichlautend mit den vier senk« rechten sind und Wörter von folgender Bedeutung ergeben: 1. Wirt» S>aftsgegenstand, 2. europäischer Fluß, 3. scheue Tiere, 4. weiche Maff«. (Auflösung in nächster Nummer.) ! , Auflösung des Wortspiels in voriger Nummer. Belgier — (Bel — Gier). Schriftleitung: vr. Meye« — ZwillingSrunddruck der Brühl'ichen Univ.-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.