Der endlose Weg, Roman aus Sibirien. Von I. O xe nh a m. Autorisiert — Nachdruck verboten. (Fortsetzung.) Gefährlich war es. Ein Mißlingen mußte er zweisel- Los mit dem Tode büßen. Aber lieber wollte er sterben in dem Versuch, die Seinen zu Holm, als fünfzig Jahre lang noch einsam und allein zu leben und endlich in Einsamkeit am Wegrand zugrunde zu gehen. Und wenn es ihm gelang . . . Immer wieder grübelte er darüber nach, welch furchtbares Leben sein Weib und sein Kind dann führen müßten; immer vorwärtsstrampelnd, immer weitereilend, in Som- Mer und Winter, krank und gesund, bis der Tod selbst ein Halt gebot. Aber er kannte Katia und er wußte, daß kein geruhiges Leben und kein stilles Heim unter Freunden sie glücklich Machen konnten, wenn er nicht bei ihr war. Nein, Katias Entscheidung fürchtete er nicht. Er verschloß seine Augen auch nicht der Tatsache, daß wach viele andere Schwierigkeiten zu überwinden waren. Denn selbst, wenn es ihnr gelang, Katia und das Kind zu sich zu holen — wie sollte er es einrichten, daß sie bei ihm bleiben konnten! Würde die Polizei Katia einen Paß aus- solgen? Wenn nicht, so schickte die Polizei der ersten Stadt sie zurück, in die sie kamen. Würde Puschkins Rache auch sie verfolgen? Aber das konnte er erst in Selemsinsk erfahren. Ws dahin mußte er warten und hoffen... So marschierte er dreißig Tage lang über Berge unb durch Strvmfurten und über weite fruchtbare Ebenen hin, die bald in voller Sommerglorie erblühen mußten. Nur welligen Menschen begegnete »gr und dann waren es arme Wanderer, scheue Männer, die niemandem Zn begegnen Wünschten. Manchmal versteckte sich solch ein Wanderer hinter einen Felsen oder einen Busch und wartete dort, Ge- winnsucht in den Augen, auf Stepans Näherkommen, um rhu ziehen zu lassen, wenn er sah, daß er nur ein arMi- seliger Wanderer war wie sie selber. Das waren Verschickte, die aus ihren Verbannungsstätten entflohen waren für eines kurzen Sommers Freiheit. Die Kälte und der Hunger des Winters trieben sie dann wieder zurück. Dann und wann verbrachte Stepan die Nacht in einem Wauernhaus. Man betrachtete ihn zuerst immer sehr mißtrauisch. Wenn er aber seinen Paß zeigte, nahm man ihn freundlich aus, denn Puschkin und seine Art kannten alle, und niemand wollte Geld von Stepan annehmen für das Wenige, das man ihm geben'konnte. Er mußte sogar immer^ Noch Nahrung mitnehmen, ans den Weg. Endlich fand er sich jenseits der Grenze der Provinz Irkutsk und wandte sich sofort nach Süden, Weib und Kind tzu. In ungeheuren Tagesmärschen eilte er vorwärts, bis man ihm sagte, Selemsinsk liege schnurgerade nach Osten zu, über der Grenze. Da packte er Nahrungsmittel für einige Tage in sein Ränzel und überschritt, sein Leben wagend, die verbotene Grenze. Und sein Herz jubelte in ihm trotz aller Gefahr. Dörfer vermied er. Jedem einzelnen Haus sogar ging er aus dem Wege und am dritten Tage sah er aus der Ferne den grünnadeligen Kirchturm und die lange Linie von zerstreuten Dächern, die Selemsinsk bedeuteten. Gr wartete geduldig bis in die Nacht hinein unb erst als alle Lichter im Dorf erloschen waren, schlich er sich wie ein Dieb zur Hintertüre des Hauses, in dem Wassili Totsin wohnte. Das war nicht schwer, denn Selemsinsk hatte nur eine einzige Straße und die Rückseiten aller Häuser lagen nach dem freien Feld zu. Und Wassilis Haus war das erste auf der großen Straße von Jenisseisk Her. Er klopfte an einen Fensterladen und wartete. Drinnen hörte er jemand sich rühren und dann ein erstauntes >Ge- nrurmel. Dann wurde es wieder still. Er mußte lange klopfen, bis jemand den Laden ein wenig öffnete und vorsichtig fragte: „Wer ist da draußen?" „Oesfne, Wassili Wassiliewitsch," flüsterte der Wanderer. „Ich bin es, ich, Stepan Jline!" Wieder ein erstauntes Murmeln. Cs dauerte nicht lange, fb wurde hie Türe geräuschlos ausgeriegelt und Stepaü schlüpfte hinein, zu Totsin und Marha Feodorowna, die ihn beide.überrascht und ängstlich anstarrten. Ein kleines Lämpchen brannte in der Wohnstube. „DuchStepan Jwanowitsch?" rief Marya. „In der Nacht?" „Katia. Und Katinka? Sind sie nicht hier?" stieß Stehen hervor. „Hier? Weshalb sollten sie hier sein, Stepall Jwauo- witsch? Und weshalb kommst du wie ein Dieb in der Nacht?' „Katia nicht hier?" rief Stepan entsetzt. „Und bn hast noch nichts gehört, Wassili Wassiliewitsch? Ich hoffte so, Katia hier zil finden," und in fliegender Eile erzählte er den Schwiegereltern, was sich zugetragen hatte in Irkutsk und Wersinsk. ;M hat länger gedauert, als ich erwartet hatte, bis sie meine Geldsachen in Ordnung bringen konnte," sagte er mutig, gefaßt. „Ich muß noch einmal nach Selemsinsk konr- men, später, und dann gehen Katia und ich zusammen fort." Marya Feodorowna erschrak. „Stepan! Das wird ein trauriges Leben werden für Katia und dem Kind!" „Es ist nicht lneine Schuld, daß die Dinge so sind, Ma- tuschöa, und ick) kann sie nicht ändern. Aber vielleicht gelingt es mir, unser Los des Manderns erträglicher zu gestal- 290 „Uich über was Haft du nachgedacht, Stepan JWMw- witsch?" fragte Tötsin. , . . ^ _ , ...- . „Katta sollte drei- oder viertausend Rubel nntbrrngen — in den schlauen kleinen Aenglein von Kattas Vater blitzte es ans — „oder es mag auch- sein,! daß sie durch Snnon Rapin direkt an dich gesandt werden. Mit diesem Geld konnte ich, so überlegte ich mir, ein Geschäft als wandernder Händler anfangen. Reisen muß ich — möge Paschkins Seele m alle Ewigkeit in der Hölle brennen! — und Handel W treiben, ist mir nicht verboten. Ich will für Katta und die Kleine ein Haus auf Rädern erbauen Md !wir werden zusammen reisen. „Das wird saure Arbeit werden," jammerte die Mutter. „Katia muß entscheiden, ob sie mit mir reisen will oder nicht," sagte Stepan. „Wleibt sie lieber hier — gut. Aber ich glaube, sie wird bei mir sein wollen." _ , Noch während er sprach, entschied Wassili Wasnttewitsch, daß unter solchen Umständen eine Tochter entschieden zu ihrem Vater gehörte und nicht zu ihrem wandernden Mann — eine Tochter besonders, die drei- oder viertausend Rubel besaß! Mosfhe-mloi, mit drei- oder viertausend Rubels konnte man- „ „Ja, ja, Katia soll entscheiden," tagte er, mit den Augen zwinkernd wie eine Eule. „Hältst du es für möglich, Stepan Iwanowitsch, daß Seine Exzellenz ihrem Kommen Hindernisse in den Weg legen 'könnte?" r ~ Darüber nachzudenken, fürchtete sich Stepan. Deshalb antwortete er kurz und brüsk: ^Weshalb sollte er das tun! Schon gegen mich hatte er keinen eigentlichen Grund zum Vorgehen. Katia hat doch nichts getan!" ., . .. „Nein. Aber auch du hattest iN8. Wm H ans Otto Becker. Im September 1518 brach eine Fehde, nach heutigen Begriffen tfn richtiger Krieg, zwischen dem Ritter Franz von Sickingen und fxa* Landgrasschaft Hessen aus. Me bei allen kriegerischen Ereig- vffs«r, hat man auch hier zwischen dem äußeren Anlaß und der- tieftrliegenden Ursache zu unterscheiden. !Dser Ritter Sickingen und der Reichssürst Philipp von Hessen find hier Vertreter zweier Prinzipien. Sickmgen war das Haupt Mer ritterschastlick-en Kvnsörderationen jener Zeit, di« noch einmal pne, freilich fast nur äußerliche, Ernenenrng des Ritterttttns sah, das ernst, ffn 12. und 13. Jahrhundert, seine Blütezeit gesehen und das höchste Anse Herr genossen hatte, in den folgenden Jahrhunderten Mer an Ansehen und Bedeutung immer tiefer gesunken war; auch moralisch — inan denke nur an das Ratckntter- und .Heckenreiter- Wesen! Me Zdit des Rittertums war vorüber, als die neue Zeit der großen Entdeckungen, der Reformation tmd der Renaissance auffffeg; viele einst sllbstcffrdig« Ritter, nur den: Kaiser untertan, tarnen zum landsäsßsen Adel hevabgchmken und mußten rn den Dienst eines Mächtig-erM, eines weltlichen oder gastlichen Fürsten treten Ms Stand hafte das Rittertum sein« Bedeutung, eingebüßt. Wenn noch einmal Kaffer Maximilian, der sich selbst den „letzten Ritter" nannte, der: Versuch einer Enrenerung des Rittertums mackOe so bezog sich sein Wirken fast Nur auf Aeußerlichkeiten, taffe 'das Turnierwesen. Auckt Kaffer Max konnte das sterbend« Rittertum nicht mehr retten, ferne Zeit war dahin; den Erffndnngen. der Neuzeit war aber die Burg, noch der Panzer des Ritters mehr rchsen, und selbst der Landsknecht war im Kriege den edlen oen überlegen. Das Rittertum war der mächtig aufstrebenden i»rst«nmacht erlegen. Tie Territorial^oalte!! llnutten diese zahl- ^osen Deinen Tynastten, neben sich und in ihre Gebiete einge- sprengt, nicht dulden; sie miußten die Ginheit und GeschVossenyeit Hver Gebiete erzielen. Aus dieser Enttvicklnng ging aber ffn Lause her Jahchunderte der moderne Staat hervor; wenn er entstehen Mite, so mußte erst das Rittertum untergeben. Ein«: letzten Kampfe führte das Ritterttuu um seine Existenz im Anfang der Neuzeit, und gerade Franz von Sickingen, ein pfälzischer Ritter, ist die Stütze seines Standes und sein weitaus mächtigster Bertteter. Ms Sickingen 1518 die Fehde gegen Hessen vom Zaun brach so wollte er vielleicht eher den Fürstenstand als solchen treffen, als gerade Veit Landgrafen Philipp. Er hegte Groll gegen Hessen, da sein .Vater vvn Philipps Vater jn der bayrischen Fckhde 150t Schaden erlitten nnd ll-nbilden erduldet hatte. Im Jahre 1501 war nämlich Landgraf Wishllm II. von Hessm vom Kaiser mit der Vollstreckung der Reichsacht gegen den Kirrfürsten Phckipp Won der Pfalz und dessen Sohn Ruprecht beauftragt. Wilhelm U. e ternoHm einen Kriegszug gegen die Pfalz, wobei er lllnstadt und r Otzberg im ^Odenwald der Landgraffchpft emverleibte und der Pialzi viel Schaden Nffügte. Auch viele pfälzische Vasallen Und LeHensliente wurden darnals recht' geschädigt, darunter auch die ^ rmilie Sickin gen. Der Pfalzgraf und eine große . Anzahl anderer - wen und Grasen traten deshalb 1518 auf SichingenS Seit« in Fchbe gegen Hessen «in, so daß ein« überwältigende! Mehrheit Gegnern Hessen überfiel. ZeitpuM d« Fchdö En Wfsön war «ü Landgraf Philipp War damals erst 14 Jahve alt und war kaistm vor einem halben Jahr vom Kaiser Maximilian der Vormundschaft seiner Mutter, der Landgräsin Wrna, der Witwe Wilhelms Ist, ledig gesprochen und.für volljährig und regierungsfähig erklärt' worden. Vorher hatte die Landgräsin in erbittertem Streit mit dem Adel und den -Ständen des Landes übe« die Regierung gs« ans die Regieruzrg herrtihrteu, das schlachte Berhättnis zu best Nachbarstaaten, vor allem dem Erzbistum Mainz, so daß Sickirrgen ein leichtes Spiel mit dem Landgrafen haben mußte. In den. vorhergegangenen Jahren hatte er die Reffhßstttdt Worms befehdet, dann den Herzog- Antonius von Lothringern mit Krieg überzogen, woraus er auch Metz- belagerte und von dieser Reichsstadt 20 000 Gulden erpreßte. Aus den; Lager vor Metz sandt« Sickingen am 8. September plötzlich den Absagebrief an Landgraf Philipp. Grmrd zu seiner Fehde war ihm angeblich die Bedräng?; nis seines Freundes Konvad von Hatstein, des Ganerben von Reiffenberg, und die Vorenrhaltung .einiger Wiesen bei Nordheim! am Rhein, die Sickingens Vetter Hans erworben .hatte, durch Hessen. Tiefe Gründe waveu kaum stichhalttg. Zugleich mit dem Fe'Hüebries kam auch schon die Kunde von Sickingerls Mrrücbm. Bon Metz 'her kam er an den gkhein, den er oberhalb Wornrs über-, schritt, dann fiel er in die Obergiraffchast KützArÄlenbogen ein, die im Jahre 1478 butöji Erbschaft an Hessen-gelangt war. Tie hessische Regierung war schleckst gerüstet und Äpsl-os. Die Ritterschaft, über 600 Herren, die Blüte des hessischen Adels, sammelte sich unter denk Erblandmarschall H-ermarm Medesel zu Eisenbach in Darinstadt, dev eheinaligen Residenz der Katzen- ellenbogener Grasen. Aber die Herren waren kampfimlüstig, waren mit der eigenen Regierung entzweit nnd sympathisierten mit dem Angreifer, ihrem Standesgenossen. Tie Nachrichten, di« von äußen kamen, waren sveilich auch mederdrückend. Ter Fehde Sickingens hatten sich an geschlossen die Grafen der Wettevan, Gras Philipp von Hanau-Lichitenberg. Wilhelm vorr Henneberg, der Bach arr der t ulim überfiel, die Ritter von Reifsenstein, Rüdigheim, Breiden- ein, Hvhün fels, Kro-UMberg, Wen rer von Lüdder, Ulrich von Hütten, Götz von Berlichffrgon, der irr den Odenwald einsiel und Groß-Umstadt einnahm, ohne vorher sich erst mit eff lein Absagebrief bernstht zu haben. Hilfe war keine zu ««warten. Vergeblich hatte man die Herzog« Ulrich von Württemberg, Heinrich von Bvaun- schweig, Georg von Sachsen, den Erzbischof von Trier und den Bischof voir Würzburg um Uutersttitznng angegangen; Markgraf Kasimir von Brandenburg sandte wohl Hilfe, aber dies« kam z-u spät. Kaiser Max, den Landgraf Philipp durch seinen Gesandten zLö .Augsburg bitten ließ, den Fviederrsbvecher ffr die Reichsacht zü erklären, erließ ein Stillstandsgebot, aber auch dies kam zu spät. Sickin gen lwhm das in hessrfchpnr Pfandbesitz stehende kurmaffrzischö Gernsheim nrid Zwingenbftg an der Bergstraße, dessen altes Katz«tt ellenbogische Schloß verbrannt tvard, darrn rückt« er am 16. emWm noch auf dein N-erbck«v«r die, sieMerchm Fürsten. Ti« Sieger zeigten sich hochherM; mrd gaben der Famure die EroberLmgen Kurück ' . Man Mm es vielleicht bedaNsm, dap Over Mmmer, wae WALpp vvn Hessin und Fremz VE S-MW-Kr, dre bE>o dem neuen (Na»bM dimckür, als MitrMi Gemver ^ sah beBmpfkM,- allein das war, vBe nck; geM-.r, «fhte ö#ä ^-SvenmükeO, !ebe»rso \xkt SIÄngens Ade. Bei allem mll dem SicKngms Gestalt vtört der (ZsifchÄUsschrerbukM! veEOrt ist, hat der letzte .Vertreib des Rittertunrs gerade in der Fchda. Wgm Hesim sich recht wenig Mal, soMrn gewaltWi^ machicMM, und er^ presseripch geO^k, so daß in feinem UrÄergANK enrs gefünchtliche SWw erÄnff n«chen mutz. ^ vüchertisch. — Wilhelm StaMM, ein deutsch-evangelischer Charakter auf Karmel :nü> Katheder, Hevausg, von v. theol. H. Marx. Ver- lag Entert und Schlosser, Frankfurt a. M. Preis 3 Mark. —-> 36 Fahre war der Geh. Schulrat v. theol. Wilheln: StamM am MnmasirkM in Gießen tätig und es' wird schwerlich ein echtes Meßener Mick «eben, das den prächtigen, würdigen Mann nicht mrmte. Als Lehrer, Seelsorger und Marsch allgemein geachtet t ch geliebt, Unterläßt er bei vielen ein bleibendes Undenken, un 'liegt, hevcmsgegeben Von einen: Freunde, das Lebensbild bamms in einew! schmucken Bande vor. Nicht nur für die zahlreichen Freunde, Umtsgenosser: und Schiller StamNts, sondcrr: iveit Aber diesen Kreis hinaus rckrd dieses Werk für alle Interesse Haber:, dre den -charaktervoller: Präsidertten der Hessischer: Landes- si)node dm einflußreicher: Schulmann,, den begeisterten und be- fein. Die Auflage ist leider nur klein, so daß. sich für den Liebhaber die baldige Anschaffung empfehlen dürfte. — Im Verlag von Emil Roth in Gießen gelangt im Herbst unter dem Titel „Im Forsthaus Falkenhorst während des Weltkrieges" ein neuer siebenter Band des iveitbe kannten! Md allgemein sehr geM-tM: Jugendschriftmchklns in prächtigem Orignmlband zum Preise vor: 6 Mark zur Ausgabe., — Das Buch ist kerne Kriegschvoni? u:rd will es a::ch nicht sein. Es ist mManden ans der: vvn vieler: Seiten an den Verfasser gerichtetem Anfragen: „Wir haben die BelvohüM des einsamen Forsthruses Falkenhorst der: Weltstrwm inrrchlebt und Überständer:?" Ar: einer mntlnm tvertVecKveiAtm Familie rvird gezeigt, rvie sie all das GiMrere, das der Krieg ihr gebracht hat, mutig und in festem Gdtt- Mtvanm erträgt, Wvt sie sich all des erheberckm irr: Taseir: m:öj im opser'frerrdigen Ringen des Dentschpn Volkes freut in warmer Begeistenmg für die deutsche Zukunft :md wie sie bereit ist, auch noch Schwereres auf sich zu nehmm, um dieser glücklicheren Zukunft willen. ** Ein historisches Jnbil äu m. In: Septencher dieses Jahres sind vierMrndert Jahre vergcnBgsn seit der Fehde des Ritters Franz von SicKngen gegvn den L«ndgrafe;: PUlivp von Hessen, in dessm Berlaui Tarmstadt von Sickingen belagert und beschaffen wurde, bis ein Vergleich dm Angreifer, den: 35 000 Gulden gezahlt werden innssten, ziittn Abzug l>ewog. Dieses Ereignis ans dem Jahre 1518 bildet den Ausgangspunkt der inr Verlag von Enns Roth in Gießen ersiGenen«: geschichtlichen Erzählung „Die Schwur genossen", Preis geb. 2 Mark, in deren Verlauf auch Sickrirgens Gide auf dieser Burg Landstnhl in Trübsal 1523 geschildert wird. Bei dem neu errvachten Interesse für Geschichte dürfte gerade eine historische ErzäUung ans der Vergangenheit unserer'Heimat besondere Anteilnahure finden. — Vom Wesen der o r a l. Eine Physik der Sitten von Hans Dankberg. Verlag Julius Hvfstnann, Stuttgart, Preis geh. 3 Mark, gd>. 4. Mab?. — Schon vor einer Reihe von Jahren ist dieses klare, kräftige Wer? m. erster Auflage erschienen. Tie Zeit scheint uns angetan, wieder ^einmal auf diese „Physik der Sitten" hin zuweisen. Tie Leser soffen nicht zu irgendeiner bestimmten moralischen Moderichtung bekehrt werden unter scharfen Ausfällen gegen! jeden, der anders denkt. Dieses .Buch spricht vielmehr von der Er:tz- stehnng, der GlÄvicklnng mkd den: Wqchßtnm der Moral. DU Moral wird als gegebenes .Produkt der Enttvickffcm arWeschen und erläutert. Zu der: stillsten, aber stärkster: und dauethafteflM Frmdm des Kultnrnwiffchen gehört es, unter ^ die Oberfläche zu drirmer: und sich Gewißheiten 'zu verschaffe::, seim sie welcher Art sie wollen. Und dieses Brrch dringt unter diel Oberfläche. Manche poetisch Veranlagte werdm lagen, viel Kl sehr. Aber wer an rechter Stelle harte Worte spart, dessen Neigungen kann man, mit Recht mißtwnm. Biele werdm anderer Meinung sein, aber jedst wird das gelesme Bpch mit der Ueherzengnng weglegen, daß hier ein unerschrockener Führer inr .längst veÄassenm Bergwerk Nme blinkende Gstdadern gezeigt hat. „Den Kopf hoch!" Mn Ratgeber und Trostbnch für Erblindete und ihre sehende Umivelt. Selbsterlebtes, GbachteH und Gfragtes von P a u l L a n g. Verlag der König!. Universitäts- druckevei H. Stürtz A. G. in Würzburg. Preis Mk. 5.—. Dm Blircker: war bei den FNllurvölkerr: immer schon das warme Mitgefühl ihrer gemütvollen Nebenrnenschen , zugelvandt. Ter Weilttrieg hat dieses Mitgefühl si: besonderem Grade Ivachgerufen durch die KaUveSche-n ErbKndelm, die sich unter seinen Opfern be- sinder:. Viele hilfreiche .Hände regen sich, viel guter Wille ist am Mwke, um dm Lichkbermchten heim Wiederaufbau ihres zerstörten L«ber:s Handreichr:ng zu bieten und ihnen ihr hartes Los zu erleichtern. Dabei geschehen viel Fehler und Mißgriffe und auch die Olsten Msictzßon rufer: oft M:laß zu Aerger und Verdruß hervor. Kein Wunder! Das Minderlleber: ist dein Neuerblincheten ebenso wie seiner se'hercher: Umwelt ein frerndes Land, in dem sie leicht irre gcchen, wenn rtzrrm nicht er:: erfahrsuer Ratgeber 5djM)t — Ein solcher Ratgeber ist das vorliegende .Buch. Ter Verfasser, seit längerer Zeit erblindet, behandelt ,in einer Reihe Auffätzm, die mit ergincsimder Herzensrnärmv und großer stiliAscher Gelvandtheit geschrieben sind, alle Verhältnisse des Blindenlebms und zeigt uns die Seele des Erblindeten wie in einem Spiegel. — Sven Hed: n, „Bagdad-Babylon-Ninive." 165 Seiten, 26 Abbildnngm (16 Photographien, 10 Zeichnungen Hcdins). Feldpostausgabe 2 Mark. Leipzig, F. M Brockhaus. Kein Kriegsbuch im engeren ^Sinne ist dieses Werk. Llber doch en: 'Buch, das auf keiner Se:te die nmchwolle kriegerische Zeit seiner Entstehrmg verleugnet. So mtstarid 'hier ein Buch ganz eigmer Art, das die bekannten Vorzüge der großen Reiseiverke des berühmten Forschers mit der sprudelnden Vielseitigkeit seines povu- lärm Werkes „Von Pol zu Pol" auf das glücklichste verbindet und den nach Millionen zählendm Leserkreis, dm Hedin in Deutschland und deutsch verstehenden Länden: gefundm hat, ent« zücken niird. — „Der Schild des Rekkared." Ein Tetektivroma« von Ferdinand Runkel. (Berlin, Verlag Tr. Ehsler u. Co.) Preis M. 4.—. Ein Buch, das selbst in unserer reichbewegter: Zeit allgemeine Beachtung finden, Hunderttarisende Packer: urü> von der erstm bis zur letzten Zeile in fiebernder Spannung erhalten wird. Mit Meisterschaft versteht es der durch ferne früheren Detektivromane bererts weitbekannte Autor, der: Kampf zu schildern, dm ein deutscher Gelehrter, der Berliner Privatdozent Dr. Tann, infolge Ausbruchs des Weltkrieges führe,: muß, rtmi den von ihm auf südfranzösischem Boden ausgegvabenen koftbavm Schild deS Wcstgotenkönigs Rekkared ans den Händen seiner frarrzösischm Gegner zu retterr und >n:rter tausenderlei Gefahren und Abenteuer:: nach Deuffchland zu errtführm. — In der neuester: Nirmmer 3921 der L e i p z i g e r „I l k u - strierten Zeitung" (Verlag I. I. Weber), Macht Geheimrat Professor Tr. Eornelins Gurlitt in dem einleitenden Aufsatz „Di« Mmeltater: der Dsntsiherr" dararrf aufmerffam, wie di« britische Politik von jeher die Grenelagitatior: als Werkzeug dee politischen Mobilmachung benutzt hat und nacheinander die Türken, die Rufferc, die Pvrtugiefm, die ..Belgier, die Bulgaren damit bekämpft wurden, sobald es das englische Interesse erforderte^ !Auch die übriger: Arbeiten.und besonders di« Bildbeigabm sinh ärrßerst imrkrurgsvvll. > . Wortspiel. Das Erste: ein alter heidnischer Gott. Dir arrs der Bibel bekannt. Das Zweite sei a!S Eigenschaft. Aus deinen: Wesen verbannt. Einsilbig jedes. Das Ganze doch Dreisilbig. So rvird genannt Eiir tapi'res errropäisches Volk In einen: kleinen Land. (Auflösung in nächster Nummer.) . Auflösung des Füllrätsels in voriger Nummer. ji W A L RAD Z TI €1 OKA A B M TON DOM ROM LAR NAB REH OHB Schriftleitung: Dr. Meyer. — Zwillingsrmrddruck der Brüh l'schen Univ.-Bccch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.