Der endlose Weg. Roman aus Sibirien. Von I. Oxenham. Autorisiert — Nachdruck verboten. (Fortsetzung.) „Er kann nicht rechtzeitig kornmen. Zehn Tage hin! ^ a 9 e her! Zehn Tage — zehn Tage!" murmelte er schläfrig vor sich hin rrnd mit einemmal lachte er schallend auf. Nun wusste er, wie Jline bestraft werden mußte! „Das ist es! Das ist das Richtige!" kicherte er. „Zehn Tage! Zehn Tage!!" Und vergnügt schlief Gouverneur Paschkin ein. Als der Konvoi gestern eingetrossen war, hatten die Räte gefragt: „Sollen wir Stepan Jline zurückholen lassen, Exzellenz?" und er hatte brummig geantivvrtet: „Nein, die Reise wird ihm das heiße Blut abkühlen." Jawohl, Reisen war das Richtige für Jline! Schorr früh am nächsten Morgen beschäftigte Seine Exzellenz sich eifrig mit der Ausfertigung gewisser Dokumente und amüsierte sich bei dieser Arbeit so, daß er mehr als einmal in ein schallendes Gelächter ausbrach. Sofort nach dem Frühstück dann ließ er sich den besten Reiter unter feinen Kosaken holen und sagte zu ihm: . „Du wirst sofort nach Wersinsk abreifen und diese Papiere dem Chef der dortigen Polizei übergeben. Du reitest. Jline hat die große Hauptstraße eingeschlagen. — Du wirst den Nebenweg durch die Hügel nehmen. Zwar ist der Weg länger, doch bietet er keine besonderen Hindernisse. Du wirst dein Möglichstes tun, um vor ihm in Wersinsk anzukoiw- men. Solltest du ihm unterwegs begegnen, so wirst du ihm nichts davon sagen, daß der Konvoi angekommen ist. Hast du mich verstanden?" „Jawohl, Exzellenz." „So reite. Mache keinen Fehler, oder beine Haut soll mir dafür bezahlen. Gehe und reite schnell!" Und Taras, der Kosak, mit seiner Haut in Gefahr, ritt mit solcher Schnelligkeit, daß er Wersinsk am elsten Tag erreichte — mit vier Stunden Borsprung vor Stepan Jline. *■ Stepan Jline jagte unterdessen dahin, Verzweiflung im Herzen, maßlose Bitterkeit im Hirn. In den allerersten Stunden hatte er an nichts denken können als an Katia unb Ka- j tittfa und den Zusammenbruch seines Lebens. Hoffnungen wachte er sich nicht. Einem Mann wie ihm lag jede Selbst- täuschung fern. Er war mit Paschkin zusammengeraten, und Paschkin vergaß nichts und vergab nichts. . . Dann stieg der Haß in ihm auf: der fressende bitterd Daß gegen den Zerstörer seines Glücks, ein Haß, der ihm das Blut heiß durch die Adern trieb und ihn sein Leid vergessen Ueß, das ihn schwach machte, während der Haß ihn stählte und ihn sich daran erinnern ließ, daß er ein Mann war. Mftl Paschkin batte den Teufel der Rachsucht in Stepan Jlrne erweckt« > ? r und grübelte in ohnmächtigem Zorn und ging den Durgen auf den Grund in diesen Stunden des Nach, denke ns. -Weshalb mußte er so leiden: er, und viele andere Männer m Rußland? Weshalb wurde einem einzelnen Mann eme so unumschränkte, eine so furchtbare Gewalt übertragen, daß es rn fernem Belieben lag, mit einigen geschriebenen Worten mrt einem kurzen Befehl, ein Menschenleben zu vernichten? War das recht? Es war immer so gewesen in Rußland. Es würde wahrscheinlich immer so bleiben. Man konnte Nichts tun dagegen . . . So mußte er sich an Paschkin halten. Vielleicht gelang es ihm einmal, Paschkin zu toten, derm Paschkin war doch schließlich -nur ein Mann wie andere Männer, und alle Menschen sind sterblich. Uber dann kanr eben ein anderer.Paschkin! In dumpfem Unterbewußtsein ahnte Stepan, daß nicht der Mann Paschkin es war, um den es lt ^ Jr handelte, sondern ein System! Immerhin gedachte er,. Paschkin zu töten, wenn ihm DelegenKit dazu ward. Linderem würde eine solche Tat ja wahrscheinlich nichts nützen, aber ihm — ah, ihm Würbe das Herz im Leibe lachen bei seiner Rache. Langsam würde er Paschkin iliorden, ganz langsam, Stuck für Stück, damit er leidet: mußte, wie andere durch thn gelitten hatten! . Nach und nach aber brannte das Feuer seiiies Hasses nieder, nw erlöschend zwar, nur langsam weiterglimmend, und seine Gedanken wandten sich seinem eigenen Sein zu. M belästigte sich damit, wie er es anstellen mußte, Pasch- kms Faust zu entschlüpfen — sich mit Katia und Katinka wieder zu vereinen — wohin zu fliehen — mit welchen Mitieln — auf welchem Weg . . . Vor allem mußte er ben Weg nach Wersinsk fortsetzen, denn erst dort konnte er sich! der beiden Kosaken euuebigcn, me ihn begleiteten. Und dann lag Wersinsk dicht an der Grenze, über die hinaus, so hoffte er, Paschkins Macht nicht reichte. .Von Wersinsk wollte er sich auf irgend eine Weise fortstehlen. Daml gedachte er, auf großeil Umwegen und mit größter Korsicht, nach Selemsinsk zu wandern, wo Katia und Katinka ihn erwarten sollten. Von dort aus wollte er mit den Seinen nach Norden fliehen und mit dem Geld, das Katia aus dem Jrkutsker Wrack retten würde, irgendwo ein neues Leben beginnen, gleichviel wo, gleichviel wie bescheiden^ wenn nur weit entfernt von Paschkins Machtbereich. Gr wußte, daß dieser Plan, der ihnr nur in ganz schattenhafte:: Hntriffcn vorschwebte, sehr gefährlich war und daß er auf viele Schwierigkeiten stoßen würde. Denn sogar inr öden Sibirien beburfte man eines Passes, um zu reisen. Aber er konnte ja Städten und der Polizei aus dein Wege gehen, bis er weit genug von der Provinz Irkutsk entfernt war, und dann könnte er sich irgend eines falschen Namens be- dieneii und irgend eine Geschichte erfinden, daß seine Papiere verloren gegangen oder gestohlen worden feien. Dieser Weg war sehr gefährlich!, denn Männer ohne Pässe wurden Verbrechern gleich geachtet in Rußland. Doch nichts anderes blieb ihm übrig. Gerade in Sibirien mußte es ja viele Orte geben. 282 W» ein gesäte Sandwerker so ■sMfe&t eüt Auge zudrücken und nicht allzuviele Fragen betten würde Eftleu solchen L>rt utu&te er finden. ©S |tdW Zn be» Knochen arteten Witte er ->z f e Tn ntH&te, um für Katia und das Kind zu sorgen Schwarzbrot ohne Paschkin würde^ besser jchmecten aft e hefte Mahlzeit in dem angstvollen JrmtskerLeoen. ' ^Auf der ganzen Reise sprachenJlme uÄ> b« w mir meitia unteinander. Denn in toller yahrt gmg es 8rtwöstnend dahin und die Strafte war in ernem eroacn Xnb'- ferne Strafte mehr war der Weg, sondern MR?F«n^LmnlöL-n, und imSchl-nm. verborgen » '„ Kluftfteine, die der Strom Mit sich gelvalzt hatte, L L die^deKärantatz rüttelnd und WÜtelndtagofr s _. r+ „ ctv/j Tne& es schweigen und Zunge und Zahne huengroW Pfeift^atnl,^ n m sfttK etn B^del amtlicher Tokn. StVurchblätterte rasch die Papiere. M AU zu bekommen, um was es sich handelte und — rmsteie ,^ mit einem Mal strass ans, dem Polizoches starr rn me .'lugen sehend -- u ÄK?der^Pottzeichefs in eine Wolke von Rauch Mhül"; zuckte nur d^ Mseln und sah Stepan mit gleMüittgest Amtsmiene an. FUne beugte sich über die Papiere, aber die Buchstabe» verschwamMen^ihm vor den Augen, und »^"nal mußte er hie Dokumente durchlesen, bis er zu begreifen anftng, W K st° ' Das"eZe^^k7ment konstatierte mit brutaler Kürze,, daß Stepan Jwanowitsch.Jline, schuldig des l ^ »‘K*SS Ä “ aus der Provinz von Irkutsk verurteilt sei. Doch"e/bcrührte^Slepan wenig, denn lebenslänglicher Berb— kn/Lk Provinz, Statte«™* “a (einem eigenen Willen unterziehen wollen! Aber was war das? Diese anderen Papiere -- dreser Paft. srcrrßi war es. an Stelle des anoern, otu cv linfatlS dar übrw kn Gouverneur Paschkm >n lener Nacht sp grimmig gelacht hatte. (Fortsetzung folgt.) Ionni Mohrr Heimfahrt. / t i Kon Kurt Küchler. , (Schluß.) Er machte «ine Keine Panse Seine Neinm Mgm kniffen sich Ich ghruk, rtMW die m?i Mund Sauerfctt«, to ®« bekommen Wien. Sie Mit* auch umsonst, kalkulier ich, he. ^ 'Der Deutsche saß mit rotem Kops. Akr nei^'ffswtta lachlv breit und gutiEis. Ko»s« dem erstaunten J°nm Mohr vertraulich au, die schütter m« '»£ GM«" MUEW Jmmi Himer ihm her. ..2ch wem „Alter waui , . .. s>,euer fite mich von deinem! M KöZisiS'Eahl Mund des Wunder, das s«A it« «-bM-I hatten, und I!« vergaben ,iber der Keoöartrsknt d-S ldrtevnm-Ä iniK hp-m b?imlichen Grauen der Seele vor Freier rroerrror^uA.11 Erscheinung alle drohende Gefahr. Niemand achtete auf den Den scheu am Heck des Schiffes. . ^ T , ,. . Mit zwei, drei raschen.Handgriffen holte Ä norweaischie Flagge nreder. Darin grrfs er ur denj NaamMm E^de?BZ»vand befestigt war Ed wühl e rn NLn fmm Bald hatte er, tvas er suchte: dre Mglrsche «L Griffe der bebenden Hände, dann zog er die Leine, und in der nächsten Sekunde^chalt^e die brchsckL Handelsflaage Gr rotes Tuch mit der zwiefach durchkreuzten Dm"rE fiÄ ... nu« jmiften die LandÄ«t° da oben in der fchiinmernden Gondel, was sre zu tUN^hattM- Ter Luftkueuzer manövrierte jetzt , wst ^senkr^^ m Ä M-ta Wb« .fa» -* «» w* Fenstern des Laufganges beugten.' . .. Jeden Augenblick tmmte of" Yo rk" vm „Kong Hakon", dre.trÜMrrfch ve^apwe „Erty of Mrv, auf den Gmrrd der hungrigen Nordsee ichstckbe. .. STSÄ Ä«Äuf«e'« tÄifckLnr^Gebrüll auf die Flagge am V^ semes Ampfers, siibr er wie von eruem Lchust getroffen, zur UL., Leirie kleirren Augerr weitetorr sich, als uihe er em tchauer (KttS der Mmrd sckprappte auf urrd zu . . . tea^ $fö fernst der 'Kehle. Endlich brach er heiser urrd last unver. stärrdlich heraus: . , .. „Wer hat die «nglifchp Flagge... wer hat dre . . Dit^ein^ wuEln^ Bewegung riß KKtän Kjärre. euiat Mm S ÄtÄ urrd rickMe ihn auf den lungert TEr'SchPtz lrmM^nnd Mg fehl. Er riß einen breiten Fetzerr ^ L un * 8m% r i. aua" 'choslenes Trer, dre Mannschaft an. ' chckt^W'. . /?dLd«dsntsch°nSVE! . . .Schnobt m sfeS''iöurfdjkm, di« KKit-iu Wr«° in. GrimM «•a* Heuert hatte, stürzten auf Jvmn Mohr los. JiSSss s»*a ESSSSwi sw sf ä Jynpi sank urrter und tauMe aufl ^n MNtgeNi Ajlgenblrckert trieb er hundert, zwerhirmdert Meter vom schaff aus osr Gckf« fast in der scharrrnigen Kiellinie des^ „Kong D«^>n . _ .. der vorderen Er sah, wie sich ein schwarzer Purrkt aus u* ------- -^rrr des Zevpelinkreuzers „löste. . ein serrurschte^,, d.nnrler s-tru zog sich durch die Luft und tauchte ins Wrfler. Em zwerter Pmrl, löste sich von der Gondel . . . sank rasch urrd traf den Tampfek« Rotbraune Garben von Rauch und Feuer sprangen pry, arrs dep .City ol York" . . . ein ungeheurer Knall tobte zum yrmmel . Ser Dampfer zerbarst . . . mitten in das Maschzuerrwerk. hrnein! mußte die Bombe gefallw sein. Das Meer stnrrdelte urw gr;chbe-te; in der wild aufloderrrdeu Lärrle von Feuer und Rauch sah man! zerbrochene Masten, den Schorirstein, Holzplauken, ^bernpatt^L dann stürzte das Durcheinander hser Trmrrmer knatternp ins'Meer zurück. Es gab keine „City of Hort mchr^, gab keinen Kapitän Nils Kjärre wehr. . . Plarrken, ppaxvm, Kisten urrd Fässer trieben auf der fchMpperrden see, dre pch laug^ sam beruhigte. Bald rollte nur rwch eine schwache Dünung ilbet der Stelle der Katastrophe, wie nach eruem Ltrrrnr . . . danch war die See wieder' still urrd glatt. * Jonni Mohr schwamm im Wasser. Ter Kortrirrg, auf dem! seirre Arme lagen, hielt ihn hoch. Mit angchaltenem Ateru hatte er das Ungeheuere rmtetlebt, und unter den Fieberschpuern; h»er Wrfreguug! sagte er vor flch ,Tas war mein Werk!" ^ .. . . , .. . « Als die brüllende Särrle zürn Hrmnrel hrrwnswcrbelte, sa» er, Tüte der gewaltige Luftdrrrck den. Steven des Zm^^nkren^E- in die Höhe trieb. Es war gerrau so, wre wenn em Boot von Woge emporgehoben wird. Darm rrchchete srch der Kopf de» LrA schiffes auf, urrd der Kreuzer stieg frer. und leicht, m götUrcheP Erlöstheit, m der: blauen Himrrrel ^ Tief unten schwamm Jown Mohr m gverrzmr^r VeKa >Lnheft . . kein Schiff irr der Nähe, der gmuen Nordsee rettrmgsloÄ verkauft. ^ .. ,. r Ta kam eure tiefe Traurrgkert über ihn. ~ „mt aktes aus tvar . . daß ps nun kerne HermteM mehr für ihr gab und keinen Kampf mehr auf den Schlachtfelder^ irr Frankreich oder in Polen. . . daß die Märrner da o.,en rnt leuchtenden Luftschiff, das irr der Glut der heoabstromendkn sonne zu ertrinkerr schien, tvieder irach Hause durften, um aufs neue ztt kühnen Taten auszufährerr, « a ÄfÄ2Ä5 Hertrieb und fchonderd'rrg aufgZperrtmRachen ^ N^e sth, die rroch so viel Platz, in rhrern schoß fyattie ... das gar i>ia^ und war schtver zu eptragerr Ter Zorn trieb chm dce Trcmen M die Auaen: er schlug' nnt den Fausten auf den KorrrnrN« Warum hatte ihm die Kugel aus dem Revolver des Kaprtcftrs Kjärre ni-cht das Herz zerschinettert? Daun loa re alles mrt ernenn Schlag zu Ende gewesen _ . dann wäre es mcht gekommen -- . » diksrs ^ ^ ^ HimnÄ ¥ "“sU im Blaw-N ftofl m dentsch- LnstschM der d-imat mi« g^Echjwer lag derrr jungen Deutschen das Herz in der Brust, die Todesangst griff nach chm ruft kalten Hmrd«N... Himmel . . . tvas war Has? . . . Herrgott. . . war m* ^^'^Das Luftschiff beschrieb eine Schleife und kam au.f den int *%*SfS8 & da °'E...«*» « «n <«* W» ®* , §*?''Ä t *Ste ©offnuuß in sein« S«Ie . . . Irtne ^ «iÄ ÄMZSZtchiff «W Sch«- »*W« lüjgX- Ä sk?ÄSSS»iaÄitt und mit beiden Händerr herabtvintte . . . UkÄ«« Itt.»« & &S aus dem unoe!ou,iu«> ”ÄTw' 1 « »'«injo fass in der Welt? Gab es, im Himmel so vrtt wr Weite Mro es rm -- Liebe mrd so viel Güte?. Eftr Frecldenschrei brach von den. Lippen Te.chch n^ Wst eftc TromMtenschß flatterte er zum Lustschtfs hurauf, Dcch ««BLRt.ndi- H'Ed« Le«! v« o-mtsch«-». [dKwtte der lenditeib« Lnstttenz« Sftetkg, Meter über dem Wasser. litt sÄtigM^ähm 'sKMUM Jonni Mvtzr hrrm, s ä« »vä bkÄ 4 «ä 384 «nHvrgeziogen. Die pvaffelnde Melödie hob ivieder an . . .' höher und höher schivebte ber Gerettete . . . wie ' ans Trauinesferne HArte er Männerstiinunen ,md fröhliche Lachen ... er spürte, wie harte Fäuste nach ihn» griffen und ihn durchs Fenster zogen . . ein mi nenn bares Gefühl des Geborgenseins blühte wunderbar in seiner Seele aus . . . bann schwand ihin das Bewußtsein. Wenige Stunden später saß er vorn iu der Gondel beim Kommandanten und erzählte mit aller Anstrengung der Stimme kurz und bündig seine Geschichte. Der Kommandant hörte aufmerksam zu und strich am Ende dem inngeir Menschen über das blonde Haar, in dem noch die Feuchtigkeit des Meeres saß. Tann zeigte er schoeigend nach vorn dllrchs Fenster. ..Sich da, prein Junge. . . TeutWmld!" .Im Tiefften ergriffen staird Jonni Ätohr vor dem Fenster. Zn der Ferne tauchte das deutsäM Land aus dem Meer . . . die warme Sonne des Abends belenckKete Häuser und Türme. Tief unten schäumte ein schtvarzes Torpedoboot mit der deutschen Kriegsflagge am &ec£ dem' Zeppelinkreuzer vorauf. Es sah aus dieser Höhe alles ans wie eine zauberhafte Erscheinung. „Ach," sagte der Heimkehrende seife, „das Vaterland . ,. . es eilt mir entgegen nrit fernen Buchten und Städten ... es will mich grüßen mit seiner Liebe . . . Wie wmckerbar ist diese Herrn- kehr!!" Und die Tränen stürzten aus seinen blauen Al'.gen. Ter Kommandant begriff, lvas in der Seele des jungen! Menschen vorgiirg. Ein gütiges Lächeln spielte um seinen Mund. Z Verflucht. Line möglich« Unmöglichkeit. Abenteuerliche Skizze von Alexander Moszkowski. (Nachdruck verboten.) Als ich junger Studio war, sah ich beim Professor Dove ein erstaunliches Experimeick: der berüHmte Gele'hrte brachte in einer rot gl ühend e n Metallschale blankes, flüssiges Quecksilber zum Gefrieren! Er erzeugte also den höchsten Kälte-Effekt aus Grirndlage der höchsten Hitze. Seitdem stand es bei mir felsenfest, daß es eilte physikalische Unmöglichkeit nicht gebe:: könne. Selbstverständlich mit einer einzigen Ausnahme: Niemand kann über den eigenen Schatten springen. Mancher hat es aus Spaß probiert oder in einer naiven Auloandlung, wie ein Kind das Händchen ausstreckt, um den Miond zu greifen. Tatsächlich yilh Klch der „Sprung über den Schatten" seit. Jahrhunderten als das Symbol für das in alle Ewigkeit Umnögtiche. Und als ich vor feinen besseren Titel als jenes Symbol „Der Sprung über den Schatten". Und nun kommt die große Ueberraschuug : Auch dieser Sprung ftxwr in einem einzigen, ganz absonderlichen! .Fall ausgefirhrt werden. Und lvenn er aicch bis heute niemals erlebt 'wurde, so ist er doch ganz leicht vorstellbar. Kein Professor hat das herkiMefunden, Indern ein imclchenllicher Soldat, der mir seine scharssinnige Mee in wenigen Worken mitteilte. :Jch toerde freilich etwsA 'weiter aurcholen müssen, um! diesen unerhörten Sprung allgemein verftckndlich zu beschreiben. Wer fli'hrt den Sprung aus? Den Sprung über den eigenen Schatten? Ter Held des Abenteuers ist ein Ski-Läufer, dem die Sonne senkrecht auf den Kopf scheint. Ist deutschen Laudschasts- gxbieten kann ihn: dies niemals passieren, weil in unseren Zonen ehte derartige Sonnenstellnng nicht vorkommt. Wohl aber in den Tropen, nahe am Aeguator; und die Natur hat ja dort auch für ausgedehnte Schneeflächen gesorgt: unser Ski-Läufer braucht ßrur in die Kordilleren zu reisen oder zu na Kilimandscharo in Afrika, dort findet er beide Bedingungen vereinigt: den Schnee und eine Sonne, die ihre Strahlen senkrecht herabfeuert. Ter Mann auf Schneeschuheu sauste einen schrägen Bergabhang hinunter und bemerkt ün letzten Augenblick zu seinem Entsetzen, 'daß ein reißendes .Gebirgswasser ihn: den Weg versperrt; er muß hinüberspringen auf den jenseitigen Abhang, um' drüben bergauf sein Heil zu gewinnen. Und in diesem einen Augenblick hat sich das Schattenwunder ereignet. Solang der Läufer halwärts ftrhr, sah er seinen eigenen Schatten beständig voy ftdj auf der Bergwand : denn die gestreckte Form des gleitendest Schneeschuhs ztmngt ihr: ja in die s e n krechie Stellung gegenüber dem Abhang, und während er hinabsaust, verfolgt er sozusagen seinen eigenen Schatten, der vor ihm dahinvast. Aber in dem Moment, wo er die jenseitige Wand erspringt, kehrt sich der Borgang um: Seine Stellung AN den Sonnenstrahlen hat sich vollständig verändert, ebenso wie die.Richtung seiner Augen, die nun bergauf blicken; mit andern Worten: sein eigener Schatten liegt ihm im Rücken, und du diese plötzliche Umkehrung als uir- Permeidliche Folge des wagehalsigen Sprunges anftvat, fo ergibt sich nlik aller Deutlichkeit der Tatbestand: Unser Abenteurer iß gradeaus über seinen eigenen S cha tten g esPtungenk Ganz genau ausaedrückt: wenn ein Schneeläufer bei folchent Sonnenstand solchen Satz riskiert, so fliegt sein Schatte,: unter seinem Körper hinweg nach der entgegengesetzten Seite. vücherttjch. — „H tnden bür g und F orfj' betitelt sich ein biograpHisch-- strategische Betrachtung aus der Fader von Erich von Salzmann in der soeben erschienenen Nummer 3949 der Leipziger „Illustrierten Zeitung". Ter geschätzte Militärschriftsteller gibt eine fesselnde Charakteristik der beiden großer: Feldherren im Weltörisg, des Volkshelden Hindenbrcrg, des wahren Führers eines ganzen Volkes in Waffen, auf dessen Schultern ungeheuere Verarckwortungj lastet, und seines Widerparts, des glünzerDen, fast Mittelalter-, lichen Generals, der mit Schachfiguren spielt, der aber wenig mehr als eben nur der Generalissimus her Entente ist. Ar:s dem reichest Inhalt dieses Heftes, das sowohl eine vorbildliche Kriegschwnik als auch eine informierende. Kulturrundschiu darstellt, seien noch erwähnt hie reich illustrierten Beiträge „Stimmungsbild aus Petersburg", „Tie deutsche Handelsschifsahet und der Krieg", „-Die Blutschuld der Eickente" und „Otto Gußmmm". — Im Schulwissenschaitlichen Verlag A. Haase, Leipzig erschienen: Alfred Götze: Wege des Geistes in der Sprache. (Volksbücher zur Deutschkunde Nr. 1.) Alois Bernt: Der deutsche HumauiSinus und die deutsche Bildung. (Volksbücher zur Deutschkunde. Nr. 2.) HeinrichSchmid-Kngelbach: Deutsche Frömmigkeit. (Volksbücher zur Deutschkunde. Nr. 3.) Wilhelm Ganzenmüller: Deutsches Wesen im ersten Jahrtausend. (Volksbücher zur Deutschkunde. Nr. 4.) Emil Lehmann: Deutsches Volkstum aus Vorposten. Volkskundliche Bilder. (Volksbücher zur Deutschkunde. Nr. b.) Preis eines jeden Bändchens 90 Ps. — Hugo Meyerheim, „Was muß jeder Deutsche von der Altgerneinen Umsatzsteuer und der Umsatzsteuer auf LuxuS-Gegenstände unbedingt wissen? Das Wissenswerte aus dem an: 1. August 1918 ii: Krast getretenen Umsatzsteuergesetz nebst Aussührnngsbestimlnungen übersichtlich und leicht faßlich dargestellt und mit praktischen Ratschlägen versehen. Verlag: Handelspraktischer Verlag, Berlin NO 43. Preis 60 Ps. — Die Monatsschrift „Der Velsried" (Auslieferung für den Buchhandel Verlag Georg Stilke, Berlin), die im Laufe ihres zweijährigen Bestehens ein reiches Material an politisch u>:d wlssen- schaftlich bedeutsamen Beiträgen zur Geschichte und' Gegenwart der belgischen Lande veröffentlicht hat, begann mit dein Julihest ihren dritten Jahrgang. (Einzelhest i Mk. — Preis des Jahrganges 10 Mk.) — Die Hygiene des männlichen Geschlechtslebens. Bon Professor Dr. .C. Posnev. 121 Seiten mit zahl- veichen Abbildungen. (Wissenschaft und. MlÄmig, Bd. 97.) gebunden M. 1.50. 3. Auflage. .Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig 1918. Ds ist ein -erfvenliches Zeichen unserer Zeit, daß man nicht mehr ans falscher Prüderie dem Bedürfnis nach ernster sexueller Aufklärung aus dem Wege geht, sondern berufene Männer das Wort ergveiftn, um vor den großen Gefahren zu warnen, die hier lauern. Deshalb kann man es nur begrüßen, daß auch in der so angesehenen populärwissenschaftlichen Sammlung „Wissenschaft und Bildung" dieses treffliche Büchlein bereits in dritter verbesserter Auflage erschienen ist. wortspielMsel. Man suche 11 Wörter von der Bedeutung unter a. Von jedem dieser Wörter ist durch Umänderung des Anfangsbuchstabens ein neues Hauptwort zu bilden von der Bedeutung unter d. Die Anfangsbuchstaben der Wörter unter b muffen den Namen eines großen Dichters ergeben. a. b. 1. Gefäß — Himmelskörper. 2. Schmackhafter 'gisch — Pflanzeuteil. 3. Kirchenfest — Blumen. 4. Werkzeug — Trennuugsnnttel. 5. Rückstand —- Baun:. 0. Baun: — Gewebe 7. Altbiblischec König — Voruaine. 8. Verwandter -- Abkömmling. 9. Farbstoff — Stück Land. 10. Bauwerk — Altberühmte Stadt. 11. Spanischer Feldherr — Insel im Mtttelmeer. (Arfflösung in nächster Nummer.) . Auslösung der Pyramide tu voriger Nummer. T S 6 0 Salbe Mailand Schriftleitung: vr. Meyer. — Zwillingsrunddruck der Brühl'schen Univ.-Buch- und Steindrnckerei. R. Lange, Gießen.