»W — Nr. rs Samstag, den st- August Der en6lo8E Mg. Roman aus Sibirien. Von I. Oxenham. Autorisiert — Nachdruck verbotet:. (Fortsetzung.) Die übrigen Räte aber erlebten noch eitle stürmische Stunde, und als di-Sitzung zu Ende war. dauw em iedcr on ihnen allen Deiligen, daß er nacht nr StepAr ^lnre» Schuhen steckte, und daß ihtn der eigene Kopf imch fest aut tu Schultern saß, wenn atlch Sorgen und Angst genug m Utnruhrger zu werden, ehe er Katia gegenübertrat, gmg er Schmied auf einem großen Umweg nach Hache. In seinem >irn wirbelten und jagten sich die Gedanken. Fünf Minuten, crniseliae fünf Minutetl, hatten sein Leben zerstört und sein chück zerbwchen, und die Zukunft lag Ähwarz m Schwnz wr ihm da wie finstere Nacht. Er fand keinen Ausweg. Er oar wie betäubt. Das Unverzeihliche war ihm pa;fter„ dw »roße Sünde — er war Paschkin entgegengetreten: er, trotz Uler guten Vorsätze und Katias tausendmal wiederholten Flehens. Er selbst trug die Schuld an seinem Unglück. Narr, >er er war! Doch nein. Waren die Folgen auch unabsehbar, ^ hatte er doch nickst anders handeln können. Es war unmöglich, die Strecke in zehn Tagen zurückzulegen, und noch unmöglicher, den Gesamtauftrag in fünfundzwanzig Tagen zu Erledigen. Eine absolute Unmöglichkeit! Aber was scherte sich Teufel Paschkin um Unmöglichkeiten ;-. ' Nur Minuten blieben Stepan noch itbria, um emen Entschluß zu fassen, und sein Gehirn arbeitete fieberhaft. Langsam begann er, klarer und klarer zu sehen, und erkannte endlich, daß es in seiner Lage nitr einen einzigen Ausweg geben konnte. Neuerlich ruhig kam er nach Hause, Aber so blaß, so starr war sein Gesicht, daß Katia sofort wußte, ein kingluck sei geschehen. , ‘ „O, Stepan — was hat es gegeben? * „Der Konvoi ist wieder überfällig -- ich erzählte es dir schon, glaube ich - und Paschkin hat nnr befohlen, ntich fo- strt uns den Weg zu machen und ihn aufzu,uchen. In fast gleichgültigem Ton sagte er es, denn er wollte e schonend auf das Furchtbare vorbereiten, aber es gelang jm nicht, Katia zu täuschen, ^ie begriff sofork- „Stepan!" schrw sie. „Du,mußt nach Wers ivk ie en >ie dein Vater, und du warst me zuruckkehren! Mem Gott, ^ Da gab Stepaii alles Beschönigeil auf und erklärte sei- :em Weib mit raschen Worten - denn sie hatten um noch Ziertelstunden, die ihnen gehörten "'w^e das Unglück ge-- ommen war, und was er sich ausgeklügelt hatte, um Mi Zaschkins eisernen Fäusten zu entwinden. „Meine Lage ist sehr schlimm, liebe Katta PaWrn hat whl schon fange im Sinne gehabt. Mich M vernichten, utw i der Auftrag zu dieser Reise tu fünfundzwanzig Tagen bedeutet das Ende aller Dinge für uns, wenn wir Nicht sehr klug sind. Das wollen wir sein. Höre zu, Katta. Die Zeft drangtt In weniger als einer Stunde muß ich reifen, und ich werde wohl nie wieder nach Irkutsk zurückkommen können. Lv ist bitter, daß wir fast all unser Hab und Gut aufgeben mu len — doch tue ich das nicht, so bin ich verloren und konnte mr ebensogut den Hals abschneiden, um semer Exzellenz,alle wew tere Mühe zu sparen. Wir müssen dre Schmrede im StM laffen und fliehen. Wohin, weiß ich iwch Nicht. Nun ho re zu, Katia, was du zu tun hast. Du wirst alle ausstehenden Gelder einziehen, soweit dies möglich ist; sehr langsam, «ehr vor- sichtig, damit niemand Verdacht schöpft. Einen großen Teil tlnserer Forderungen werden wir nicht bekoimnen konnem doch das läßt sich llicht ändern. Sage ;edem Schuldner, ich hätte in Paschkins Auftrag eine lange Reste antreten musM uird keine Zeit gehabt, meine Angelegenheiten zu ordnen. Du brauchtest das Geld. Bin ich am fünftmdzwanzigften Tag nicht zurück, so wirst du die Schmiede und all unser Hab und Gut lmter der Hand verkaufen — um stden Pretv. SiMvn Rapin, der Jude, wird alles kaufen, wenn er sicher ist, em gut Stück Geld daran zti verdienen. Biel wird er Nicht geben, aber er ist ein ehrlicher Mann und wird dich eyrlich bezahlen. Ist das erledigt, so sendest du alles Geld, mit Ausnahme einer Summe, die für dich und Kattnta für einige Monate genügt, an deinen Vater nach Selemftnsk. Simon wird das für dich besorgen. Du darfft ihm trauen. Du wirft nicht in Irkutsk auf mich warten, denn ich habe kenne Hoff- irung, zurückzukommen, sondern nach -Selem.msk zu deinem Vater gehen, sobald hier alles geregelt ist. Hast du das alles verstanden, Katia?" „Ich weiß es noch nicht, was ick) tun werbe; kann nicht wissen. Fliehen, irgendwohin. Dtl wirst Nachricht von mir erhalten und zu mir kommen, wenn ich tu Sicherheit bin, außerhalb Paschkins Machtbereich." Katia hatte mit weit aufgerissenen Augen zugehört und vom erstell Augenblick an verstanden, das; dies nicht die Zeck war, sich in fruchtlosem Klagen zu zermürben Sw itnd ^te- pan standen vor einer großen Krise ihres Lebens: vor dem Ende aller Dinge vielleicht. Jeder Nerv, jede Fiber tu m waren angespannt. Sie mußte verstehen. Sie ntußle bandeln können. Sie durfte lischt zusammenbrechen unter der Last des Unglücks; tvenn sie sich auch am liebsten hingeworfen hätte auf den Boden itüd laut aufgeschrlcn vor Schmerz. Aber die tapfere Katia wußte, daß sie fetzt stark sem mußte, stark wie ein Mann, wenn auch ihr Frauenherz beinahe brechen wollte -„Ich darf nicht schwach werden, ich darf nicht . . flüsterte sie vor sich hin. Ab und es war doch so schwer, stark zu sein.^ah, furchtbar, wie ein vernichtetlder Blitzschlag, war das Unglück über sie heveitljgebrochen. So glücklich waren sie gewesen in Schmiede; in engen Grenzen freilich uno rn steter hem^ sicher .Antzst vor einer Katasycophe—n wie Menschen, dse am 279 Rande eines Vulkans wohnen. Doch glücklich, überglücklich . . . Und nun war es Katia, als zittere und bebe dre Erde unter ihren Füßen, und ein Sturmwind des Unglücks peitschte Wer das Hans — —! aber sie biß die Zähne zusammen und beherrschte sich. „Ich verstehe alles," sagte sie ruhig. „Du wirst stark sein, Katia ?" „Ja. Ich werde alles ordnen, so, lote du es mir sagtest, Stepau." Und sie machte sich M an die Arbeit und versorgte ihn in fraulicher Zärtlichkeit mit vielen kleinen Dingen für die Reise. Lebensmittel packte sie für ihn ein; stärkenden Branntwein; Kleider, m Säcken, die bequem im Tarantaß untergebracht werden konnten — lauter kleine Bequemlichkeiten, die er jetzt kaum beachtete, die ihn aber später hundertmal urrd abertausendmal an sein Weib erinnerten. Stepan holte unterdessen eine größere Summe Geldes aus einem Versteck, in dem das Häufchen Rubelscheine schon lange als Notpfennig lag, und teilte die Summe mit Katia. Einage hundert Rubel waren es nur, denn Stepaus Geld steckte in seinem Geschäft. Dann gingen sie zusammen ins Schlafzimmer, und er küßte zum letztennral seine kleine blonde Katinka, die fest schlafend in ihrem Bettchen lag; denn sie war ja erst drei Jahre alt und hatte noch immer die Kinderart, zu wachen, wenn die Großen schliefen, und zu schlafen, wenn sie wachten. Dann verschlossen sie alle Türen und saßen still da, eng umschlungen, kaum ein Wort sprechend, bis jemand polternd an die Haustüre klopfte. Die Zeit Zum Abschied war gekommen. Eine letzte Umarmung noch, ein letzter Kuß . . . * Der alte Adam im Menschen, das Urmenschliche, der primitive Kampfinftinkt, läßt uns immerdar int Leben mit einem tiefsitzenden und sehr natürlichen Haß den Mann hassen, der uns unrecht tat. In gleicher Weise, oder bitterer vielleicht noch. Hassen wir den Mann, dem wir selbst unrecht taten; deshalb, weil dieser Mann uns eine ewige Drohung, einen ständigen Vorwurf, einen immerwährenden Anlaß zu Gewissensbissen darstellt. Es ist ein natürlicher Trieb, so sonderbar es scheinen mag, diese Drohung, diesen Vorwurst diesen Anlaß, diesen Mann, dem wir unrecht taten, zu vernichten, zu zerstampfen ... t „ So haßte Gouverneur Paschkrn den Schurted Stepan Jline. Und Stepan Jline haßte Paschkrn mit ;eder Faser serrres Herzens, mit glühendem durstigen Haß, als den Mann, der in brutaler Willkür ohne Grund und ohne Sinn ihn mit eiserner Faust getroffen und sein Leben zerbrochen hatte. Puschkin! Teufel Paschkrn!! Das war der Name, der immerzu in Stepan tobte, während der Tarantaß dahinjagte auf dem langen Weg nach Norden. Nicht anders aber erging es Pasckstin! gewaltigen Haß, der täglich wuchs, haßte der Mann mit der eisernen Hand dm Mann, den er vernichten wollte, wenn er sich, manchmal auch fast lächelnd wunderte darüber, haß er, der starke Puschkin, diesem gleichgültigen Ding von Stepan Jline, auch nur einerr Gedanken! schenkte. Aber — der Name und der Mann wollten ihm nicht aus dem Kopf. , . . ... Er erinnerte sich jetzt an unzählige kleine Szenen rrn Rat, an Wv/te und Handlungen dieses Schmiedes, die er damals kaum beachtet hatte, die ihm aber nun als vollgültige Beweise gefährlicher Aufruhrgesinnung ins Gedächtnis kamen. Alles fiel ihm wieder ein. Hatte Jline nicht mehrere- mal es gewagt, ihm gegenüber einen Einwand zu erheben! Hatte er ihn nicht auf Blicken des Mißbrllrgens, der Empörung ertappt! War er nicht einmal feuerrot geworden vor Zorn über irgend etwas, das er, Paschkrn, int Rat gesagt hatteN! Ah — der Mann war gefährlich! .Hatte einen zu steilen Nacken. Räson mußte man ihur beibringen; eine Lektion ihm erteilen, die er zeitlebens nicht vergessen sollte. Den andern auch. Doch ihm zuerst; denn ein einziger solcher Manrr mußte die andern Räte anstecken mit seiner Unbvtmäßigkeit. Schon vom ersterr Augenblick an hätte Jline ihm nicht gefallen, redete er sich ein. Etwas Steifnackiges hatte er immer gehabt, etwas Arrogantes, als ob er sich- gnädigst herablasse, sich unter hartem Zwang zwar zu beugen, aber auch anzudeuten dabei, daß er ein ganz anderer wäre, könnte er es sein. Solche .Gedanken rumorten in Puschkins Hirn. Das war Mließlich nichts, sehr Wunderbares. Ein Mann, der genau weiß, daß verborgener Haß gegen ihn — und wvhlbegriln> deter Haß dazu — in allen Ecken und Winkeln heimlM wuchert, wird gar leicht krankhaft in seinem Mißtrauen, i So waren kaum Stunden vergangen nach Stepans Ab-! reise, als Gouverneur Paschkin sich schon eingeredet hatte, ehrlich davon überzeugt zu sein, Stepan Jline sei eine ständige Drohung für ihn persönlich und eine Gefahr für deck Staat. Ern Mann, dessen man sich entledigen mußte. Schon deshalb, weil er sich so schlau verstellt und so getan hatte, als sei er nur ein einfacher, hart arbeitender Handwerker. . Stepan Jlines Urteil war gesprochen., Nur die Ausführung, die Art der Strafe, verursachte Paschkin noch einiges Kopfzerbrechen. Er liebte es, das vergeltende Schicksal zu spielen und seiner Ansicht nach mußte eine Strafe in ganz bestimmter und deutlich erkennbarer Beziehung zu dem Verbrechen stehen, das sie sühnen sollte, um kräftig zu wirken und kräftiger abzuschrecken. Wie Stepan also bestraft werden sollte, wußte Paschkin selbst noch nicht. Eine empfindliche Strafe sollte es werden jedenfalls, denn er hatte genug und übergenug vom Namen Jline. Spät abends noch am gleichen Tage kam der verspätete Konvoi von Wersinsk an. Man habe sie zu spät abgesandt, behaupteten die Männer, und überdies hätten sie in den Hügeln lange Umwege machen müssen, um die überschwemmten und unpassierbaren Strecken der Straße zu vermeiden. Nein, Jline seien sie nicht begegnet. Er müsse auf der Straße vorbeipassiert sein, während sie auf Nebenwegen mit ihren schweren Wagen in den Hügeln reiften. Paschkin ließ die Anführer des Konvois vorläufig ins Gefängnis werfen, urrd stellte sich vergnügt vor, wie Stepan Jline halb verzweifelt über die überschwemmten Straßen Wersinsk zuftrebe. Es war offenbar, daß Jline trotz aller Gefahr die Reise auf der Hauptstraße riskiert hatte, in der Hoffnung, so Zeit zu sparen und vielleicht doch noch zur rechten Zeit anzukommen. .- Paschkirr lächelte grimmig. Bei einem Zustand der Straße, wie die Männer vom Konvoi ihn geschildert hatterr, war es, so folgerte Paschkintz ein Ding der Unmöglichkeit für Jline, den Weg nach Wersinsk in zehn Tagen zurückzulegen, und in Wersinsk selbst erwartete ihn, wenn die Führer des Konvois nicht logen, eine zeitrauberrde Untersuchung. Sicherlich — Stepan Jlins konnte gar nicht rechtzeitig zurückkommen! Die Situation erschien seiner Exzellenz voller Humor. Der Konvoi doch noch angekomnren; Jline angstvollen Herzens dahinjagend un8 doch ein hoffnungslos Verurteilter, welche Anstrengungen er. auch machen mochte; Jline als Vollstrecker der Gerechtigkeit, während ihnr doch die Schlinge um den eigenen Hals hing. Drollig! Schade nur, daß die Dummköpfe im Rat es vielleicht gar nicht ahnen würden, daß nicht eine an und. für sich gleichgültige Verspätung es war, um deretwillert Jline bestraft wurde, sondern sein Rebellentum. Doch die Strafe! Welche Strafe eignete sich wohl äM besten für Stepan Jline, den Schmied? Spät in der Nacht erst, während der Gouverneur schlaflos auf seinem Lager ruhte und über Rebellen im allgemeinen und Stepan Jline im besonderen nachdachte, kam ihn? die große Idee- (Fortsetzung folflü i Zonnl Mohrr Heimfahrt. Von KNrt Küchlcr. ^ (Fortsetzung.) Jonni Mohr, genannt John Fox, lief die ganze Nacht in den trostlos grauen Straßen von Grimsbv umher. Tie häßliche Stadt, in: der die Lust immer wie mit Kohlendunst und FrschgeruH gesättigt ist, schjen ihm mit einem Male big herrlichste der Welt.- Es war doch ein glücklicher Gedanke, schnurstracks mit der .Great Central Railwatst) von der Marlboroughistation in London nach Grimsby zu fahren, wo es keinen roten Tick gab und wo die Paßtonnolle gewiß nicht so scharf war toie in den Häfen nnmittehq bar dein FcMand gegenüber. Nun ging es nach Norwegen! Nach Stavairger! War, er erst in Stavänger, so war auch Deutschland! nW mehr weit! , * • '1 Gemächlich schleuderte Jonni Mohr tags daraus, mit deA guten englischen Pah in hgr Tasche, den Hafen entlang. Hundert Schisse hatten an den Kais festgemacht, Kohlenschoner und Fische dampser, auch ein paar tüchtige Segelschiffe waren darunter —ä ein langgestreckter Wald von Schornsteinen, Masten: und Rahen^, Noch zwei Stunden bis zurr Ausfahrt! tJ Ungehindert durfte er als John Fox England verlassen s e « M Jmni Mohr würde er norwegischen Boden betreten. 279 Wwdervvll, wie das alles geglückt Mrl Eiv hatte bislang »eine mächtig« HochachEung Vor der Ma cht Md der Unantustbar- jfett jsratflidjün: ÄUstveispapieve gehabt .. . . Mas blieb davon in-och Adrig, wenn man die Papiere und damit Bamen und Stand vw- dttchchm konnte wie einen Hut? Wo waren letzt die eigenen Papiere? Ach die konnten niemandem mehr schädlich oder nützlich seich die toaven sängst, hmrdert winzige Schnitzelchjen, mrs dem Londoner Siel in die verschwiegene Themse geschwommen mrd trieben! dstd .tanzten nim schpn ans beit grauen Wogen der Nordsee. Plötzlich riß er diese erbauliche Betrachtung ab ; unmittelbar bvr ihm lag mit dickem, schwarzem! Schornstein and zwei stattlichem Masten der „Kong Hakon", ein schwarz angestrichenes Schiff vvn gtut sechstausend Donnen. Tie norwegische Flagge leuchtete am Deck, träge schwappte sie im flauen Wind. '3>ex Heizer hatte schon Dampf Mfgemackst, schwarz stieg der 3ianch aus dem Schornstein Md sammelte sich über dem 'Schiff zu einer dickgeballten Molke, die schwerfällig von dem schwachen Wind abgetrieben würde, lieber Me Lansplanke schritten berußte Männer, gebückt unter der Last der Kohlenkörbe, die sie in die Bunker leerten. Ter Ladestrich war Hoch über dem Wasser, das Schiff war also ziemlich leer. „Hm," dachte Jonni Mohr. „Hat Konterbande nach Grimsby gebracht, Erz oder Lebensmittel oder so was, und fährt nun leer nach Stavanger. Ein toller Kerl, der Kapitän Nils Kjärre! Hat keine Angst! vor Minen und Unterseebooten, vor Zeppelinen und Flugzeugen. Llber gleichviel, wenn ich nur heil rüber komme nach Stavanger!" Ta stutzte er. Merkwürdige Sache! Er trat dicht an den Rand des Kais, der steil zUm Wasser abfiel. Aufmerksam betrachtete .er den in dicken weißen.Buch- staben frisch ansgemalten Namen „Kong Hakon". Tie Sonne siel buchtend darüber Kn. Sah man nicht ganz deutlich unter deni Namen „Kong Hakou^ die Spuren anderer Buchstaben? Ganz wenig nur, aber doch unverkennbar, hoben sie sich von der Schiffswand ab. Tie schwarze Farbe, die man über die Stelle gestrichen hatte, war.noch ganz wischt Es konnte gar nicht zweifelhaft sein . . man Hatte erst ganz.kürzlich eine Unitanse vollzogen. Unauffällig spazierte Jonni Mohr auf dem Kaichin und Her Md studierte mit den heimlichen Spähblicken eines Polizeispions die überstrichenen Buchstaben von allen Seiten. Nach fünf Minuten lvar er seiner Sache sicher. Er Hatte v!or jedem Richter der Erde nick» des Himmels einen Eid ablegen können: unter dem „Kong Hakon" hatte noch vor ganz kurzer Zeit gestanden: „City of Bork". Was hatte das zu bedeuten? War der Kapitän ein Gannem ein Flaggenfälscher, der sich gehorsam Hen Wünschen und Ratschlägen der britischen Admiralität fügte? Unsinn. . . der Kapitän war ein Norweger, ein Neutraler, der Mit leerem Schiff nach Hause fuhr. Er hatte den Kasten vielleicht einem englischen Reeder, der seine Dampfer in dieser schlimmen Md g^ährlichen Zeit nacht auf die See zu schicken wagte, abge- die Sache war in Ordnung. Sv dackte der junge Deutsche, aber er schüttelte doch insgeheim den Kops. So völlig sicher war er sich doch nicht, was er von dieser Sache zu halten.hatte. Ta tauchte auf dem Schiff das rotglühende Gesicht des Kapitäns Nils Kjärre aus einer Luke auf. Schwerfällig stieg er an Teck, hinter ihm her kam ein Beamter der Hafenkontrolle. Jonni beeilte sich, an Bord zu konrmen. Er grüßte seinen Kapitän Und wollte sich, als er die Angen des Hasenbeamten scharf auf .sich gerichtet sah, rasch vorbeidrücken. Aber der Kapitän .rief Hn heran: „Paßkontrolle, my boh!" schrie er mit etwas schwerer Zunge. Jonni Mohr inerkte gleich, daß der .Alte entweder noch nicht nüchtern war oder schon wieder seinen Leib mit Whisky gestillt! hatte. Auch der Hafenbeamte schien nicht ganz sicher ans 'den Beinen, aber er wusch Haltung zu bewahren. Er lehnte sich gegen ein paar "aufeinander geschichtete Rollen .braunen Tauwerks und streckte, ohne ein Wort zu sagen, dem jungen Mann die Hand hin. Ter legte seine Papiere hinein. Ter Beamte musterte sie und gab sie zurück. „All right," sagte er bloß, gab dem Kapitän die Hand und ging vorsichtig, Schritt vor Schritt, würdevoll wie ein echter englischer Beamter, über das Deck und die Lausbrücke. In der Türöffnung zum Matvosenlvgis erschienen die Gesichter der beiden Burschen, die Kdpitän Ksärre gestern abend in der Bar Mgehmert hatte. Auch ein halbnackter, schwarz berußter Heizer wurde im Rahmen einer Luke auf der Back sichtbar, chnd oben auf der Kommandobrücke lag dev Steuermann mit den Armen auf dem Geländer. Sie alle blickten mit eigentümlichem Lächeln dem Hasenbeamten nach, der langsam, kauist merklich Mvankend , die Docks entlang ging. 1 „Well!" sagte der Kapitän Md toppte am Hauptmast einen Men Winchel auf. „Wir können losmachen!" Der Heizer vechchwand. und der Steuermann ging! Ms Rad. Das Aukerspill setzte sich in raffelnde Bewegung, die beiden MMen machten die Trpssen los, Mp JpMi soa mit dem KaMlstj Laufsteg und Brücke «in. Der MaschinertteleMW Nngelle zwehi mal Md dreimal, die Schraube begann ihr Erk und Erschlug das Wasser zu quirlendem, schmutzigem Schaum. Ter „Kong Hakost" trieb ein wenig querab, dann hiett er langsam Kurs auf drei Lchittw-, s«n von Grimsby, und bald glitt er mit weheirder Fahn« dÄ 'breite Humbermündung hinab. Tie sandige Küste, die graue StM Grimsby, der sMasteuwald des Hafens imb weit hinten die riesigen Kvhlenheber im Hafen von Jmmingham versanken allmäMch im grauen Tunst, und sie kamen in die Nordsee. Die lag glatt Md glänzend unter einer schönen Sonne, als wüßte sie nichts von.Kriegs von gefährlichen Minen Und deutschen Unterseebooten^ Jonni Mohr hatte sich Sorgen wegen oer Minen gemacht Wer es ging alles gut. .Offenbar wußte der Steuermann, erst hagerer Engländer, den Weg zwischen den britisch,en Minenfeldes Seltsam, dachte der Deutsche, außer dem norwegischen Kapi» tän nur Engländer an Bord. . . und auch mich halten sie sttt einen Engländer .- . . j Auf offener See fuhr der Dampfer mit voller Geschlvindigkeik. Kurs Südost. Tie kleine Besatzung genügte vollkommen für das, leere Schiff. Kapitän Kjärre hatte den Deutschen zum Koch bestimmt. Jonni Mohr hatte sein Lebtag nicht gekocht, -aber die Sache war sehr einfach-. Tie Kombüse^) 'war sauber und reichlich mA Geschirr versehen. Fleisch und Wasser, Kartoffeln und allerlei Gewürz Und Grünzeug für eine Suppe waren da. ferner Büchsen!- fleisch, geräucherte Schellfische, Käse, Zwieback; da war die Mahlzeit leicht Herzurichten. Es war still an Bord und auf der See. Man hörte nur das Rauschen des Wassers vorn am Bug, das Verknistern der an den Flanken vorbeistveichienden Schaum» wellen und 'das knirschende Mahlen der Schraube. Manchmal! krachtci jeis in d>eit Rahen und Mastest, oder die Steuerkettel quietschte äuf den Rollen. Aber das alles waren eintönige, immest wied er kehrende Geräusche, die der großen Meeresstille nichts rmh- men., sondern sie vertieften UUd feierlich machten. Aus blaudunMgeM Himmel leuchtete die Sonne, die! See schimmerte wie eine unendlich^ Flächt aus.Opak. Nur ganz selten sah Uran ein Schiff. Tie Nordsee war Kriegst gebiet, die Kapitäne hüteten sich. Ein paar kühne englische Fischer» boote, die ihre Netze auswarfen, ein Dampfer, der fern am Horizont mit langer, schwarzer Rauchfahne hinglitt, und ein klersteH niedriges.Boot, von dem sie, bis es vorüber map glaubten, es sei ein deutsches Unterseeboot, das war alles, was die! Männer auf dem „Kong Hakon" sichteten. Jonnr saß unter der Kommandobrücke und ckchälte Kartoffeln'^ Seine träum-enden Gedanken flogert dem Schjifs weil vorauf. Etl sah das kriegerisch^ Tentschland, er sah die Schaven her Mers» genossen, die mit brennenden Augen den Sturmruf. auf den! Lippen, den Feind beranitten. Tas Rauschen der See wnrd« ihm zum Brausen und Knattern siegreicher Fahnen. . . unÄ ein-e Namenlose Sehnsucht überkam! ihn,, mit dabei Äu sein, wo aickeve, junge, krafwolle Männer wie er, sich Rühm und eiserne Kreu'zq holten. Da klängen Stimmen von der Brücke zu ihm herunter . . , leise, flüsternd, ab-er doch laut genug', um von dem Deutschen Verist mi den zu werden. Zuerst hörte er, ganz feinen .TraumvorstÄ- luugen hingegeben, nicht hin. Mer dann drangen ein paar Wortt in sein Ohr, die in seinem Bewußtsein nachhallten wrd ihn auk- horchen machten. Erst kam die knurrende Stimme des Kapitäns Kjärre. .„Welll), Wiister Thratter, ich werde versuchest, in Bergest die 'zwanzigtausend Stück geräucherte Ochsenzungen und die fünfhundert Tonnen Klippfische zu verladen, die Mister Bloomfieldi wünscht." Daun hörte Jonni die langsanie, bestimmte Antwort des' Steuermanns. Das.klaizg, als sei der Steuermann, und niM Mister Kjärre, der Herr des Schisses. „Mitte nächster Woche soll die „City of Bork" . i beg your pardon°) . . . soll der „Kong Hakon" wieder m Grimsby sein." „Wird schwer halten, Mister Thratter!" „Muß gemacht werden, Kapitän! Sie wissen, daß Mistet Bloom field Wert auf'Pünktlichkeit legt." „All righr^)," grollte Kapitän Kjärre. „Ich bin nächsten Mittwoch in Grimsby, wenn uns bis dahin kein deutsches!'Torpedo im Schlsssbauch- sitzt." Ter Steuermann laichte trocken. „Ein norwegisches Schiff . . . ein norwegischer Kapitän Z, wir bestimmen die Sachen nach Holland . . . was kann Uns gd- schchen?" „Tie GerniansZ sind schlau, Mister Thratter!" „Wir sirrd geriebener, Mister Kjärre!" „Well! Ich geh' runter, leinen Whisky, trinkest.. Soll ich Ihnen einen raufbringün lassen?" „Tanke, nein, Kapitäm" sagte der Steuermann und griff ins Rad. Das Ruder am Heck drehte sich ein.wenig, das Schiff machte eins kleine Mestdststg; nun hatte M geraden Kurs Mf Stavanger. Der Deutsche hatte alles' gehört rrM alles besrfffen. Das. cg so war die LösMg! 280 Um dert dÄüfchsrr gegenüber ftiiec dreffache mb vierfach- Sichech.nl zu lmben, machte dte englmhe Reederei. Bloomfield aus der- „City of ?)orl" einen «w|ti "Wng Staton", setzte die norwegische -Flagge auf die .Hecfftarrge und ftelUe obendrein einen versoffenen nottvegttchML Kaprran auf dre Kommandobrücke, den: es nichts aNsmachite, mit gefälschten fracher eu zu England, das mächtige, stolze England, Geschäfts im Krieg! , ., Somit Mohr lachte verächtlich. _ , , Herrgott . . . wenn jetzt ein deutliches Anlerseeöoot heran-, pirschte und wie eine rächende Gottesfaust aus dem Meere tauchte „Weg mit euch gen-ebenen Halunken!" fügte JoMr Aiohr ganz' laut Md auf gut deutsch. . Ta stand Kapitän Iiärre vor chm, brertbermg, die Kunde in den Hofentafchie;r. Ivnni liest erschrocken Kartoffel und Lchal- messer in den Wasserkübel sallert, so daß dre «mffpntzenden Tropfen! dem Kapitän Kiarre ins Gesicht flogen. Ter Kapitän grm,te: Lie sprechen ein gutes rmd verstärrdlrches Deutsch, Mister John Fox?" i) eine der englischen Eisenbahngesellschasten. *) Segelstangen. *) Schiffsküche. ch Gilt. Mtschuldigen Sie. 6 ) &wn gut. ?) Deutschen. (Schluß folgt.) Lin Brief von der Ameriiafahtt einer U-Areuzerr. . . . ., den . . Juli 1918. Liebe Eltern! Wir find nun Meder von unserer Fahrt zurück, die . . . wäv- nate und . . . Tage gedauert hat. Habe Euren ,Brief vom 24. Juli erhalten, ebenso das kleine Paket nnd danke Glich recht herzlichst dafür, besonders für die Zigaretten, denn das Rauchen ist ern gr,oster Genuß für rms, den Wir aber auf der .Reife sehr oft schmerzlich entbehren müssen. Doch mm tvill ich Euch ettvas über' unsere Fahrt berichten, soweit ich das darf. - .., ^ Wir kamen also ungehindert über den Atlantischen Ozean, wurden aber schon 500 Meilen .östlich der Bermudainseln von einent englischen Dampfer gesichtet rm'o drahtlos gemeldet. Wir darbten nun?haß sofort alle amerikanychen Fnnkenstatwnen die Schiffahrt vor' uns warnen würden, aber nichts dergleichen ge- qesckah Die amerikanische Station Arlingtown gab immer noch ihre -gewöhnlichen Nachrichten, aber keilte Kriegsivarmmgen. Zuerst versenkten lvir drei amerikanische Segler, die zumeist mit Negern bemannt waren. Ta. wir keine anderen Schifte arttrafeu, nuto bet Weg nach dem nächsten Land zietnlich weit war, nahmen wir die Schiffbrüchigen zu uns an Bord. Die Neger wurden für sich und ' die Europäer mit unserer Mannschaft zusatlttnen unter^ gebracht Zivei Kapitäne warett Schulfreurtde. Sie hatten sich zwanzig Jahre lang nicht mehr gesehen und feierten mm auf rmserem U-Krerrzer ein rülwcndes Wedersehen. Sve erzählten uns viel über die alnerikanische Kriegsstimnrnng, die künstlich von, den GeldmäMiern rmd Kriegsgewinnlern in Amerika geschürt wltroe. Das Nordamerika,tische .Volk sei ich großen ganzen gar nrchtz sür detr Kriea, würde aber durch 'Zeittmgen und die Hetze der Regierung gegen die Mittelntächte beeirtslußt. 'Ms Mr danrc nach ä Tagen nü-eder Sckstsfe sichteten und sechs davon ver,enkten, wurdett die Amerikaner von uns in die Rettungsboote entlasten. Sie sprachen sich bei ihrem Wschied sehr anerkennend über dte Behandlung durch uns aus. Einige Tage später versEen wrr einen amerikanischen Dampfer, der 300 Passagiere an Bord hatte und diese in ungefähr 20 RettungsbaoiM mtssetzte. Wahrend der nächstett Tage habert wir noch mehrere Schisse mit 36 000 Br.-Reg.- Tonnen, zumeist Mit Zucker belad-Är, auf den Meeresgrund geschickt Ein norwegischer ^Dantpfer hatte eme Kucherladung an! Bord. Davon hadert, wir 1400 Zentner aus unseren U-Kreuzer übergenommen. Dieses Schiss hatte auch rroch emen Passagier liebst Frau und einem zweijährigen Kinde. -Letzteres, bekam von unseren Matrosen Milch und Schokolade geschenkt. Die Frau benutzte ein so starkes Parfüm, daß man es selbst durch den Oelgernch rtn Boot merkte. Für sie wurde. von dem. Dampfer, ehe wir ihn versenkten, eirt beqnetner .Korbstuhl Herübergebracht. Es,wimmelt« irr dieser Gegend Von Haifischen, auf die sehr viel geschossen wurde, jedoch ohlte Erfolg. Wir haben dagegen einen mit einer grasten Angel gefangen und geschlachtet. Wir haben darin die Boote ins Schlepp aenommie», uni nach einem andeveti Schiffe hinzusah-ren. Dieses hielten wir an, nachdent lvir unsere Rettuttgsboote losgei morsen hatten. Als der Dampfer versenkt war, nahmen nur auch feilte Boote in Schlepptau lind brachten sie alle zusammen nach einem kleinen Küstendampser.hin, von dem alle Lenw aufgenvmmen wurden. Ans der Rückreise hatten wrr sehr viel schlechtes Wetter, doch haben lvir den .Humor nicht verloren. Vor allen Düngen freuten wir uns darüber, daß wip ttiti §ol.ch' schones Ergebnis! auf unserem Kreuzzug an der ainc-rikanischen Küste erzielt hatten, und- daß die Feinde unserer nicht habhaft werden konnten. Wann wir wieder in See gehen, i seist ich noch nicht. Ich schvetveEuch tisch Näheres darüber. -Habt Ihr gute Nachricht aus dem Felde? Wemt Ihr wieder hinschreibt, so bestellt drxh eilten schonen Gvutz von mir. . _ ch In herzlicher Liebe grüßt und küßt Euch «, Euer Sohn Ernst. vüchettlfch. — Eckardt, Richard, Wo ist Gott im Kriege? BoW- schriften zum grostert Krieg. Nr. 138/139. Mrlrn W 35, des Evangelisckelt Bundes. 30 Ps., 10 Linck 2,7a Mk., 100 Stück 25 M k. — Von Eduard Engel, dem Verfasser der so ungewohm- lich erfolgreichen drei Bücher „Deutsche Stilktmst, Sprich Deutsch! Entw-elschnng" erscheint als Krönung und Wschlutzwerk diyÄ Reihe: „Gutes Deutsch. Ein Führer durckji Faftch und Rtchtra (Hesse & Becker, Leipzig). 384 Seiten. Preis 4 Mark. ^ Eduard Engel schlägt in fernem neuen Buche „Gutes Teutsop ernen völlig andern Weg der Behundlirng.stveitirstr Sprachfrageii ern. Er w- bietet nicht, verbietet selten, schilt nicht polternd u,rd ackMffenv: er lauscht vielmehr, wie von den GÄ>ildetsten gefpvockMi, von den Besten ges-chriebett wird, und aus dieser ,'chrrfen Beobachtung Uitd Feststellung des guten, des bessern, des besten ^rachgebrauM zieht er seine Schlüsse. . . . — F. Hiusmann: „Theater-Elend und ter» End e". Schwabin ger Eigelt.-Ber1ag, Mürtchan. (Kartomttt 4 Mk., geb. 6,50 Mk. 148 Seiten (Bütten). — Ter Verfasser schtldert eindringlich den steten Niedergang der Kunst in den deutsche^ Bühnenhäusern. Es sind nicht leere Worte irr schpnein Kleid, die er dazu benutzt. Eiltdringlich redet er zum deutsck-en Volke, ob reich, ob arni; streng, aber rnaßvoll zu den Theaterdirektoreli, Krttikerm Künstlern; und zeigt, wo der Hebel anzusetzen ist, um den MG, ständen Wbrnch zu trm. Hinsntann schildert offenherzig, '.oahr und selbstlos als Dramatiker das alt« Lied „Theater-Elend und kein Ende". Jeder Direktor, Regisseur nnd Schauspieler, sollte es aus seinem Schreibttsch haben, da dem Buch ztoeifellos eine ltterarischr Note gebührt. Gietzerrer Hausfrauen-Verein. Kochanweisungen. Weißkraut, Kartoffeln und Haferflocken. Mm lästt etwas Oel orderrtlich mrs, dämpft darin eine große Zwiebel hellgelb, füllt 1 Liier Wasser auf, tttt 1 Psmid MrtoffeLn, 1 in Würfel geschnittenen WeißkoW, das nöttge Salz und Pfund Haferflocken dazu und läßt das Ganze Vs Stunde tvchen. Holunderbeeren-Marmelade. 1 Pfnnd Beeren — ^ Pfund Zucker; die gewaschenen, entstielten Beereii 'werden ohne Wasser auf schvaches Feuer gesetzt, bis sich Saft bildet; dann mit dem Zucker unter Rühren dick eingecocht. Holunderbeeven be- konunen.durch l ä n g e r e s Ko ch e n leicht einen bitteren Geschmack. M olkenspeise. In hs Liter Molke, die man .bei der Siebkäsebereitung gewinnt, werden 5 Blatt rveiste nnd 1 Blatt rote Gelattne gerührt, Zucker, 7roch besser Sirup, ettrms Zitronensaft oder Marmelade hinzngesügt und in eine mtsgespülte Form gesüM. Vanillesoße dazu. Kaninchen sülze mit Kartoffelsalat. Das mit viÄ Suppen.grün und Salz weichttekochtt KaninchMfleisch 'wird von den Knochen gelöst und in nmudferttge Stück« zerteilt. Aus der Brühe, die mit Suppenwürfel oder Fleischextraktersatz, ettvas Es sw oder Wein abgeschmeckt wird, bereitet man mittels Gelatine oder fertiaev Sulzpäckchen eine schmackhafte Gallerte, die man mtt dem.Fleischgemisch erstarren läßt. Dazu in Dcheiberr geschnittene saure Gnrkw und Kartoffelsalat. Marmelade-Er sah. Mmr bereitet aus Va Pfund nicht zu flüssigein KunWouig ntit' Wasser einen dicken Brei und mischt diesen mit Vs Pftmd.Weißkäse. Diese Mischung .gibt der besten Marmelade nichts nach. Will man den Kunsthonig nicht kaufen, sondern selbst bereiteti, so kocht man x h Pfund Zucker mit 3 A Liter Buttermilch so lang«, bis die Masse dick Md goldbraun wird. Pyramide. H ü 1» l«l In die Felder der Ppra- nnde sind die Buchstaben A A A, B, D, E E E, I, L L, M. N, 8 8. ? derart einztttragen, daß die mittelste senkrechte Reihe einen sagenhafterr Volkshelden bezeichnet, ivährend die wagerechten Reihen ergeben: Konsonant, geographische Bezeichntmg, Heilmittel, bekatrnte italienische Stadt. (Ajuflösung in nächster Nummer.) Kuflösung des Ergänzungsrätsels in voriger NummcN Weimar, Richte, Znber, Patent, Liste, Demokrit, Stranch, Knie, Pachtzins, Ruhest, Elfen. Wem nicht zu raten ist, dem ist auch nicht zu Helsen. Schristleitung: vr. Meyer. — Zwittingsrnnddutck der Brtthl'schen Univ.-Bnch- und Skeindruckerei. R. Lange, Gießen.