Lb~iAyinifc t ,;rtj Der endlose Weg. Noman aus Sibirien. Von I. O x e n h a m. Autorisiert — Nachdruck verboten. (Fortsetzung.) Paschkin war launisch wie ein schlechtes Weib. Seine Stimmungen wechselten binnen Sekunden. Zufrieden, selbstgefällig, lustig sogar in seiner ironischen Art in einem Augenblick, konnte er im nächsten Moment in blindem Zorn toben aus geringfügigem Anlass, und einer: jeden niedertrampeln, der sein Mißfallen erregte. Er hielt sich für gerecht rrnd weitsichtig. Häufig beliebte es ihm, im Rat eine Erörterung seiner Vorschläge anzuregen, nein, zu befehlen. Dann rutschten seine Räte unruhig aus ihrer: Stühlen hin und her und quälten sich ab, was es wohl sein mochte, was der Gewaltige zu hören wünschte. Sie wollten ja gerne nach seiner Pfeife tanzen, denn ihre Haut war ihnen lieb. Aber Paschkin war boshaft genug, seinen Willen immer erst als letzter zn verkünden. So saßen die Herren des Rats mit verlegenen Gesichtern da. Schwiegen sie, so rief Paschkin einen nach dem andern aus, als seien sie Schulbuben, und die Meinungen, die er dann zu hören bekam, waren außergewöhnlich vorsichtig und nn- terwürsig. Einmal oder zweimal bei solchen Gelegenheiten war falle:; und hatte freimütig seine Ansichten dargelegt. Merkwürdigerweise fand dies anscheinend Paschkins Beifall? Aber nur anscheinend! Ein bloßer Schimmer von gesundem Menschenverstand mußte ja grell hervorleuchte;: in dieser Versammlung von Männern, deren jeder sich nach Kräften bemühte, ;nöglichft dumm und unfähig zu scheinen. Weil sich also Stepan einige- male im Eifer vergessen und wie ein Mann gesprochen hatte, hielt der Gouverneur ihn von nun an für einen gefährlichen Menschen! Leute von Intelligenz haßte Paschkin. So zogen sich langsam die Sturmwolken über Stepan Jline, den Schmied, zusammen. Es fiel den übrigen Räten auf, daß er wagte, was sie nieiuals gewagt hätten, und dennoch von Paschkins Zorn verschont blieb. Sie wunderten sich. Manche hielten ihn für einen Günstling Paschkins, der vielleicht einmal zu fürchten sei wie dieser selbst. „Hüte dich, Stepan Jwanowitsch! Du wagst viel!" sagte der alte Sabine, der Vater seines Freundes Feodor, eines Tages zu ihm. „Bei Gott, Feodor Feodocowitsch, ich tue mein Bestes, den Mund zu halten. Doch wenn er fragt, so muß man antworten." „Ah — -aber man muß sich hüten dabei. Man darf nicht mehr zn wissen scheinen als er selbst. Polikoff wußte mehr als Paschkin, und jetzt stirbt er langsam dahin in einem kleinen Boot aus den: Baikalsee!" „Ich will noch vorsichtiger sein, als ich es bis jetzt schon war." „Das ist auch das einzig Richtige!" brummte der alte Sabine. * * * Zum erstenmal seit Iwan Jlines Tod — seit Paschkin die Führer des unpünktlichen Konvois kurzerhand aushängen ließ — seit Stepan Jline den Männern von Wersinsk auseinandersetzte, wie pünktlich sie in Zukunft sein müßten, wenn ihnen ihr Leben lieb sei — zum erstenmal seit anderthalb Jahren war der Silberkonvoi seit einer Woche überfällig, und vom ersten Tag ab war Paschkin außer sich gewesen vor Zorn. Dile unglücklichen Räte kamen zitternd zu den Sitzungen und wagten kaum, sich in ihren Sesseln zu rühren. Am liebsten hätten sie sich alle miteinander krank gemeldet, aber sitz wußten nur zu gut, daß man aus dem Sterbebette liegen mußte, ehe Kranksein als eine Entschuldigung galt bei dem Gouverneur. Endlich brach der Sturm los. Eines Tages kam Pasch- kin in denkbar schlechtester Stimmung in die Ratssitzung. Er hotte allzu viel getrunken in voriger Nacht, und sein Koch hatte die gute Gelegenheit benützt, desgleichen zu tun. Das erste Frühstück war daher miserabel, und Paschkins verdorbener Magen empfand dieses kleine Malheur schmerzlich. An dem Koch konnte der Gouverneur seine Wut nicht auslassen, denn im fernen Irkutsk war dieser Mann unersetzlich und ein Juwel, wenn er sich nicht gerade betrank. Daher des 'Gouverneurs schlechte Stimmung. Solche winzigen Dinge — eine schlecht gekochte Mahlzeit, ein verstimmter Mager: —- können Menschenschicksale beeinflussen, wenn ein einzelner Mann absolute Gewalt in den Händen hält! Hätte Paschkins Koch sich nicht betrunken in jener Nacht und nicht das Frühstück verdorben am andern Morgen, so wäre Stepan Jline vielleicht nicht ins Unglück gestürzt ... „Der Konvoi — ist er gekommen?" knurrte Paschkin. „Nein, man hatte keine Nachrichten." „Er — ist — nicht — gekommen —" wiederholte- Paschkin langsam, ur:d ir: seiner: Augen blitzte es gefahrdrohend auf. Einen seiner Räte nach dem andern sah er der Reihe nach an, und die Männer zuckten zusammen unter seinem Blick und fühlten, wie ihnen der kalte Schweiß auf die Stirne trat. Sie hielten den Atem an vor Angst. Stepan wurde bleich, als Paschkin ihn scharf ir:s Auge faßte, länger als die andern, prüfend, überlegend. Der Schmied wußte vom ersten Augenblick an, daß er es war, den Paschkin ausersehen hatte. Es mußte so sein, es war unvermeidlich. Es war sein Schicksal. In ganz unwillkürlicher Jdeenverbindung mußte der Gouverneur die Namen Wersinsk und Jline in Beziehung zu einander bringen. Schon einmal war Stepan Jline in Wersinsk gewesen, als einziger unter allen Räten. Er allein kannte die Straße und er allein kannte die Männer von Wersinsk. Einem andern vielleicht wäre es brutal erschienen, den Sohn mit dem gleichen Auftrag in die Minen zu schicken, der dem Kater das Leben gekostet hatte, aber derartige feinfühlige Erwägungen 274 spielten gewiß keine Rolle in Paschkins Entschlüssen. Stepan Jline fühlte es in den Knochen, daß seine Zeit gekommen war. Noch zögerte Pasch,kin zwar, als sei er unentschlossen, doch das tat er nur, weil es ihm Spaß machte, seine Räte zittern zu sehen. Seine Wahl hatte er schon längst getroffen. „Du, Jline!" rief der Gouverneur mitJtarker Stimme, und seine Augen bohrten sich förmlich in Stepans Gesicht. „Du kennst den Weg. Du wirft sofort nach Wersinsk ab reisen) dort ausfindig machen, wer daran schuld ist, daß der Konvoi! nicht Pünktlich eintraf, und die Schuldigen in meinem Namen bestrafen. Dil erhältst umfassende Vollmachten. Begegnest du dein Konvoi auf dem Weg, so ändert das nichts an deiner Aufgabe. Ich werde die Führer hier sesshaften, bis du zurückkehrst." Stepair hatte sich erhoben und stand aufrecht da. Er wußte, daß es kein Entrinnen gab. Die wenigen Worte machten rhn zum Henker. Die Gefahren der Reise kümmerten ihn wenig; das war ehrliches Manneswagen. Der Auftrag jedoch — äh, dieser fürchterliche Auftrag- Doch Pasch kin war noch nicht fertig. „Dir wirft sofort aufbrechen. Zehn Tage hin, zehn Tage zurück, fünf Tage dort. In fünsundzwarrzig Tagen wirft du zurück sein, oder-" und ein Lächeln vollendete den Satz, nicht mißzuverstehen . . . Stepan reckte sich arrf. Der fürchterliche Auftrag war schlimm genug, aber noch viel schlimmer dieses Vorschreiben von Zeitgrenzen, die selbst unter den günstigstem Verhälö- nissen nicht eingehalten werden konnten. Dagegen mußte er sich wehren. Paschkin sollte wenigstens wissen, daß es etwas Unmögliches war, was er von ihnr verlangte. Stepan wußte genau, daß man sein Leben riskierte, wenrr man Paschkin widersprach, und doch widersprach er; denn schließlich war es gleichgültig, ob das Unglück ihn jetzt packte oder erst irr einem Monat, wenn er zu spät zurückkam von Wersinsk. „Mit Respekt, Exzellenz," begann er, nrrd nichts hätte respektvoller sein können als sein Ton, und doch schraken die Räte zusammen und hielten den Atem an vor Errtfetzen. Dieser Mann wagte es, dem Gouverneur zu widersprechen. „Mit Respekt, Exzellenz! Zehn Tage genügen nicht für die Reise zu dieser Jahreszeit. Die Straße^ ist überschwemmt. Der Schnee liegt noch nicht tief genug, daß man einen Schlitten benützen könnte." „Zehn Tage/sagte ich," dorrnerte Paschkin, urid in seinen Augen sprühte es vor Wut. „Du wirft zwei Kosaken mitnehmen und in fünfundzwanzig Tagen zrrrück sein oder die Folgen tragen. Zehn Tage hin, zehn Tage her — hörst du, Jline?" „Jawohl, Exzellenz. Ich werde mrt allen Kräften trachten, pünktlich zu sein, und mehr kann kein Mensch tun- Exzellenz. Denn zehr: Tage - " „Schweig!" brüllte der Gouverneur. „Du reift augenblicklich ab. Binnen einer Stunde wirft du deine Pässe und Vollmachten erhalten." Stepan verbeugte sich schweigend und verließ den Ratssaal. (Fortsetzung folgt.) Jonni Mohrr Heimfahrt. Von Kurt Küchler. (Fortsetzung.) Aber er sah in ein gutmütiges, lächelndes Gesicht und in tzwei verschmitzte, wasserhelle Aenglein. „Was wollen Sie von mir? Weshalb fragen Sie?" rief der Deutsche erregt und stand unruhig auf. „Ruhe, junger Mann!" sagte der Wirt sanft und lächelnd e b drückte ihn ans die Bank zurück, „Bleiben Sie ruhig sitzen. Ich im es sehr jMt mit Ihnen . Zig spr echen so ein schönes Englisch . . .Sie.sehen ans wie der Sohn des Lordkanzlers selber. . ." Ter freundliche Wirt machte eine kleine Pause, dann fuhr er eindringlich fort: „Aber Sie könnten doch .vielleicht in Verlegenheit kommen ...... wenn Sie vielleicht ein paar Papiercheu brauchen könnten?^ Jonni Mohr blickte den Wirt erstaunt an. „Nun," sagte der, „es ist nicht angenehm, vielleicht als Spion in den Tower > geschickt zu werden. . . wer Weiß, was geschieht ! Jeder Deutsche ist ein Spion, sagt die Regierung. Wenn Sie in Zukunft . . . sagen wir mal . . . John Fox heißen wol- Im,. . . ich mach's billig , . . ich mach's für drei Pfund . . , sechzig Schilling, junger Mann!" Ter alte Gauner lächelte und stand aus, ohne eine Antwort seines Gastes abznroarten. Aus den Tiefen eines Kastens hinter der Toonbank hob er ein Paket Papiere, kramte eine Weile darin' herum und tarn endlich mit drei Schriftstücken zurück, die er vor denr jungen Deutschen ansbreitete. „Tas paßt wundervoll, nicht wahr, my boy? Gr ist tot, der arme John Fox aus Birmingham. Er war ein anständiger Kerl in ihrem hoffnungsvollen Alter. Er ist eines Tages unter ei-neini Omnibus .gekommen und bei mir oben im Zimmer gestjorbeu. Ich konnte noch eben diese Papierchen in Sicherheit bringen, da kanr der Leichenrichter schon. Was gehen den Leichenrichter diese hübschen Papiercheu an, dachte ich. Papierchen sind wertvoll, Ustdi einem Toten nützen sie nichts. Na . . . wollen Sie, junger Mann? Drei Psündchen!" Ter Handel war zustande gekommen, und der Kaufmann Jonni Mohr ans Hamburg war von da ab der Metallarbeiter John Henry Fox aus Birmingham mit dem guten Leumundszeugnis der Polizeibehörde von Manchester. Es war besser, unter dem Namen Fox irgendwo zu arbeiten, und sei es ans den Tvcks, wo man Arbeiter! brauchte wie das tägliche Brot, als unter denr Namen Jonny Mohr aus Hamburg iit irgendeinem Konzentrationslager wie eist Verbrecher behandelt zu werden. Tenn die Engländer nähmest alle deutschen Reservisten unweigerlich fest. Jonni Mohr war jetzt zehn Jahre in England, mit Ausnahme der beiden Tienstjahre; er sprach ein gutes Englisch; wer sollte ihn entdecken? Alles ging gut, bis der herrliche Zeppelinkreuzer im Brausest des Gewitters wie ein wunderbarer Gruß aus dem Vaterlande hojch über bm Docks von London erschienen tvar. Da hatte die erglühende, deutsche Seele den zum Schweigen verurteilten Mund geöffnet . . . da chatte ihnr sein dreifaches, jauchzendes Hurra die Fäuste des roten Dick an die Brust geholt. Mit ungestümer Krastanstrengung hatte er sich aus der Gewalt des langen Burschen befreit, und im lärmenden Durcheinander, das pnn folgte, >var er glücklich entwischt. Und nun brannte nur noch! ein. einziger Wunsch in seiner Seele:. Weg ans London! Weg aus England! Nach Tentschland . . . nach Tentschland!! Aber wie sollte das geschehen? Er schaute versonnen über .das krause Durcheinander der Tächer von Whitechapel, aus denen der erste, dunstige Schein der Morgenfon ne lag; er sah buf endlosen Reihe der kurzen, rundest Schornsteine ans den Firsten. Müdigkeit kam in seine Seele, der Kops sank aus die Brust; er fiel auf den Stuhl, den er sich zum Fenster geschoben.hatte, und schlief ein. Er hatte unter dm sanften, heuchlerischen An gen des siebenten! Eduard einen seltsamen Traum. Er stand hoch auf einem Turm der mächtigen Towerbrücke, sah die Schiffe aus denr breiten Rücken der gelbgrauen Themse ans und nieder gleiten und die endlosen Tvcks mjrt ihren hohen Lagersperchern im Tunst verschitvimmen. Dahinter lag unter der rauchigen Luft die mächtige Stadt wie ein im Wellengang zu Stein erstarrtes Meer. Wie ein riesenhaftes Ungetüm hob sich die runde Kuppel der St. Pauls-Kathedrale aus dem ftchtlosm Nebel.. Eine unendliche Stille herrschte . . . London schien begraben ustkje» einer schweren Trostlosigkeit nrrd bedrückenden Bangigkeit.... wie ein wehrloses Tier, das dumpf und ermattet ein tragisches Schicksal erwartet. Ta kanr ein Domrern ans der Ferna, erst verhalten.grollend, dann'gewaltig wie stürzende Felsblöche. Ein Riesenvogel zog unterm Himmel her, schöner als alle Pracht Londons. Ans seinen Flügeln tropfte Feuer und Eisen. Ta pnrchte London auf. Das' Geschrei der bis zum Wahnsinn erschreckten Menschen tobte bis hinaus zum Turm der Towerbrücke, die in ihren Grundpfeilern erbebte, und schwoll über den leuchtenden Riesenvogel hin, der nnn aussah wie ein. deutscher Lirftkreuzer. Unbeirrt zog der strahlende Riese seine verderbenbringenden Kreise Und suchte wie ein zürnender und rächender Gott seine Opfer. Explosionen tönten hevstuf lvie die schrillen Sck/reie zu Tode getroffener Tiere, Feuersbrünste brachen zUm Himmel, nnn nicht mehr aus beu Tolverdocks, und den Tilburydocks, sondern weit über das Stadtmeer hin. Ticke Rastchj- massen, zu unheimlichen Gestalten geballt, schwankteiir über Loirdon, vls wollten sie die ungeheure Stadt unter ihrem dunklen Mantel erbarmungslos ersticken . . . Als der Zeppelinkreuzer sein Werk erfüllt hatte, rauschte er dem Turm der Towerbrücke entgegen, aus dem der Mann ans Tentschland stand. Schön imb ruhig glitt er ganz dicht heran. Und die Türen seiner Gondeln öffneten sich. Jonni Mohr trat ein, von seltsamen Schiauern ergriffen. Ter Lirftkreuzer hob sich in wundervoller Wendung und nahm die Richtung aus Deutsch- land. Der Wind prasselte jubelnd die Flanken des .eilenden Schliffes entlang. In der hinteren Gondel stand Jonni Mohr und sah das dampfende und per flammende London im Wesenlosen versinken^ Kindergeschrer kam aus dem Hof hinter der Treckbnrn-Streot in Whitechapel, und der träumende Schläfer erwachte. * In einer kleinen Kneipe in Grimsby saß gegen Weird dev alte, grimmig aussehende, norwegische Kapitän Nils Kjärre, dem der weiße Bart .struppig unterm ausrasierten Kinn hing, mit ein paar Hafenbeamten und Dockanfsehern anr runden Tisch. Er hatte eine halbvolle Flasche schottischen Whisky vor sich stehen, aus der er sich tapfer einschenkte. Alle fünf -Minuten stürzte er ein Glas durch die Kehle und goß einen Schluck Wasser hinterher. Er fluchte und schrnrpfte auf die.traurigen Zustände in den 276 Häsen am Humber und in ganz- England. Sein braunrot gebranntes Gesicht flammte. „Schiaffen Sie mir KMatroseu! Gentlemen!" schrie er die Hiasenboamten an, die ihm -grinsend, die kurze Shagpfeifei im Mclundwinkel, zuhörten. „Ich will noch heute aus dein verdamlnten! Huurber heraus und meinen Kahn nach Stavanger steuern. Ta will ich meinetwegen so lange liegen bleiben, bis dieser Trei- B Miselskrieg zn Ende ist!" Einer der Hasenbeamten zuckte gleichmütig die Achseln, schob die Pfeife in den anderen Mundwinkel und sagte gelassen: „Schaffen Sie die deutschen. Unterseeboote weg, Kapitän!" „Gvddam!" Ter Kapitän Nils Kjärve hieb mit der Faust aus den Tisch „Deutsche Unterseeboote! Geht ihnen doch an die verfluchten schwarzen Leiber mit eurer Flotte!" „Sprechen Sie mal mit Mister Churchill über diese Sache," entgegnete der Engländer mit der gleichen Gelassenheit. Ter Kapitän stürzte ein Glas Whisky in die unersättlichje Kehle und knurrte, etwas ruhiger, vor sich hin: „Mit Unterseebooten Hab' irifjk nichts zu tun. . . ich, binl ein MUtraler Mann. Aber die Minen, die verdammten Knall- erbsen, mit denen eure Leute und die flinken Germans das Wässer gespickt haben, die treiben mir alle Matrosen ans der Heuer. Kein Mensch will mehr fahren! Mer ich muß rüber nach Stavanger; W muß, muß, Gentlemen! Ich brauche drei Matrosen und zahle fünf Pfund für die Reise! Fünf Pfund, das ist kein Treck in diesen Zeiten, Gentlemeu!" Er hatte kaum ausgesprochen, da kamen zwei Männer, die vorn an der Bar gestanden und Bier getrunken Hatten, an den Tisch! des Kapitäns. „Geben Sie sechs Pfund, Kapitän, dann sind wir Ihre Leute!" „He!?" Ter Kapitän Niels Kjärve fuhr herum und besah sich die M änner. Ter eine war ein großer, breitschultriger Kerl mit einem verwegenen Gesicht. Tie Mütze saß ihm schlief ans dem krausen, braunen Haar. Er stand breitbeinig, die Hände in den Hosentaschen, die Pfeife im Mundwinkel, vor dein Kapitän. Ter andere war ein sjckMächtiger Jüngling, keine achtzehn Jahre alt, klein und unscheiU-l har. Er hatte die Mütze abgeuommen Und drehte sie zivischien den bis zur Brust hochgeschobenen Händen. Nach einer Weile fragte der Kapitän: „Was seid ihr denn für Kerle?" „Ich bin Kohlenträger drüben bei den Elevatoren im Hafen von Jmmingham, und der Kleine hier arbeitet in! bet Eisfabrik am Fischhafen. Bor dem Krieg bin ichi als Matrose gefahren und der Kleine war Schiffsjunge auf der „Holyday", die vor einem deutschen Unterseeboot mit einem Torpedo im Magen koppheistergegangen ist. Wir wollen uns die sechs Pfund verdienen. . ., wnm wir für die gleiche Heller wieder rüber nach England kommen!" Ter Kapitän fuhr auf. „He? Mas? Wieder rüber ? . . . Ich lveiß nicht, ob ich wieder rüber komme!" Gelassen sagte der breitschulterige Kerl: „Ich denke, Kapitän, darauf können wir's ruhig ankommeu lassen!" Mißtrauisch blickte der Kapitän den Burschen an, dann fragte er kurz: „Habt Ihr Papiere?" Ter Große griff in die Brusttaschie und holte ein paar! schmutzige und abgegriffene Zettel heraus. „Ich habe meine Papiere zu Hause!" rief der Kleine. 'Ter Kapitän nahNr die Zettel unb las sie. „WellZ! Tie sind in Ordnung. Gcht zum Hafenkommandauten! Und laßt euch einen Paß geben. Ohne den geht's nicht. Wenn! sch noch einen Mann erwischen kann, fahren wir morgen aus dem HUmber!" „All right, Sir 2 )," sagte der Große gleichmütig. „Wo liegt Ihr Schiff?" „Am zweiten Tock im Fischihafen liegt der „Kong Hakon"!" Tie beiden Burschen schoben ab, und der Kapitän griff 'befriedigt nach der Whiskyflasche. „Eine Runde für die Gentlemen!" rief er dröhnend, und die Hasenbeamten ani Tisch .ließen sich den Whisky schmecken. Als der Kapitän Nils Kjärve eine Stunde später über die schlüpfrigen Grimsbydocks ging, um zu feinem Dampfer zu kommen, folgte ihm ein Mann wie ejvt Schatten. Ter Kapitän ging ein wenig schwankend, er hätte fast eine ganze Flasche W hi sch im Magen. Tie Nase war noch voll von Al ko holdunst und Tabaksrauch, und so spürte er nichts von dem herben Fischgeruch, der fast! körperlich aus den langgestreckten und kühlen Schuppen strich, wo sich auch! in Iriegszeiten, trotz der mattgewordenen Schifffahrt, die Fische aus den schottischen und norwegischen Meeren ansammelten und sich in den Eiskisten häuften, der mächtige, oft »entmrMvere Heilbutt und der schlanke Schellfisch, der wunderlich geformte Meerteufel und der .großköpfige Kabeljarl, die runde Scholle und der fette Seelachs. Unter einer Laterne, deren gelber Schein träge über das alters- schivarze Holz der FisMalleu zitterte, blieb der Kapitän Nils Knarre stehen, um sich eine Pfeife Tabak arrzuzürrden. Es war verboten, aus den Docks zu rauchen, ob es Tag war oder Nacht. Aber was hatte der Kapitän Kjärve aus Stavanger, der Freund all« britischen Hasenbeamten von Harwich bis Newcastle, zu .fürchten? Eben hatte er das Streichholz an der blauen Hose angerieben und bis, zur Pfeife hochgeh oben, so daß fein rotbrarrneq gedunsenes Gesicht, noch dazu durchglüht vom vielen Whisky, inr Widerschein der Flamme wie lebendiges Feuer brannte, da stand der Mann vor ihm, der jhm gefolgt war, wie jäh aus der Dunkelheit heraus,gewachsen. Ter Kapitän schaute ruhig auf und hielt dein Fremden das flackernde Streichholz vors Gesicht. Er sah in blaue, glänzende ÄU gen un d an s einen fieberhaft bebenden Mund. „Goddam . . . wem: ich nicht so ein alter ausgekochter Bursche wäre. Sie hätten mich erschreckt, junger Mann! Was rvollen Sie von mir?" Er hielt gleichmütig das Streichholz über den Pfeifen köpf, ^er Tabak brannte knisternd au,Mir gelbe Flamme erlosch. „J!ch will Mit Ihnen nach Stavanger," sagte der Fremde rasch und leise. „Ich, saß in der Bar, in der Sie die beiden LeuLö anheuerten, Kapitän." ! „Sv. Hm! Ich könnte noch einen .gebrauchen. Sind Sie Seemann?" Ter, junge Mann zögerte ein wenig, dann sagte er offen: „Nein, Kapitän! Aber ich kann arbeiten. Ich war Sackträger in den Docks von London." , Ter, Kapitän horchte auf und besah sich den jungen Manu em wenig näher. Das, matte Licht der Docklaterne beleuchtete ein hübsches, glattes Gesicht. Kapitän Kjärve verzog mißtrauisch dm Mund. „He? Was waren Sie? Sackträger in den Docks von London?" „Was soll, man tun, Kapitän, wenn man fein Brot Verdi cuens muß! Geben Sie mir vier Pfund, und ich! geh' mit nach! Stavanger." Ter Kapitän zog die graubuschigen, struppigen Augenbraue hoch. Er witterte irgend etwas ; er war ein Mann, der sich in Menschjengesichtern auskannte, der wackere Kapitän Nils Kjärre „Bürschilein, Bürschlein!" sagten seine verschmitzten AeUglein. „Ich kalkuliere, junger Mann, Sie kommen auch für zwei Pfund mit nach Stavängex, he?" Ter Fremde war einen Augenblick betroffen. Tann sah er das gutnckltige Zwinkern der verkniffenen Tl'ngen, und er sagte gerade heraus:, „Sie haben reicht, Kapitän. Ich! tu's auch für ztvei Pfchnd." Kapitän Kjärre lachte trocken. „Sagte ich's nicht? . . . Und Ihre Papiere?" Ter Alte trat Unter die Laterne und studierte die drei Lettes „John Henry Fox aus Birmingham. Hw! All riM!" Er überlegte eine, Weile, dann laichte er pfiffig. „Well! Wenn ,Sie morgen mittag mit einem! Paß von, der Hafen kommaudantnr an Bord des „Kong Hakon" kommen, da, drüben liegt der Kasten, dann sind Sie mein Mann. Für zive» Pfund, wohlverstanden! Auf Rückbeförderung legen Sie Wohl kemen Wert, wie?" fügte er lachend hinzu. „All right!" sagte John Fox, zog den Hut und vierschwand rm Dunkeln. Ter Kapitän blieb noch eine Weile stehen, daun schwankte' er langsam weiter, dichte Rauchwolken aus der kurzen Pfeife vvr sich! hinblasend. Als er eine Viertelstunde später in seiner Koje lag, überlegte er sich, den Falt noch Änmal, dann! sagte er laut vor sich hm, wie es seine Weise war: „Goddanr . . . wenn das kein Teutschjer war, laß ich mich hängen." Nebenan lag der Steuermann in seiner Koje. Aper der hörte nffkits. Das Hafenwasser gurgelte und gluckste zu laut unterm Kiel. Z Gut. 2 ) Schon gut, Herr. > (Fortsetzung folgt.) wie Nijinsky nach Argentinien kam. (Nachdruck verboten.) Vom russischen Ballett und feinem auch bei uns so hoch geschätzten Mitgliedes Nijinsky hat man in Deutschland lange nichts gehört. Jetzt erfahren wir durch die Vermittlung des Cri de Paris ein wenig über sein Schicksal. Dieses Blatt erzählt: Es war irr Spanien. Ter Direktor des Theaters von Brreuos Aires wollte das russische Ballett nach Argentinien entführen. Alle Tänzer und Tänzerinnen hatten bereits ihre Einwilligung gegeben, nur Nijinsky rroch nicht. Tiefer .erklärte, daß er das Meer schon in Friedenszeiten nicht liebte. Jetzt aber, wo es von Unterseebooten wimmelte, flöße es ihm eine muviderstehliche Abneigung ein. Ter Impresario war verzweifelt. Die kommende Saison mußte einen Zusammeirbru-ch därstelleu ohne den größten Künstler. Ta sagte der Theateragent zu ihm: „Geben Sie mir freie Hand irr bezug ans die Kosten und ich werde die Sache machen." Ter Impresario tat es, und zwei Tage daraus wurde Nijinsky arretiert. .Warum? Niemand konnte den Grund sesistellen. Ter Tau- her verzweifelte in seinem Gefängnis^ jBt sraAe tzvll schrecken, was er wohl Miau hätte, toelchjes «Schicksal ferner wertete. <^r schrieb seinem Kommunal, seinem Botschafter. Uber chep hatten gerade so viel Autorität, wie sie einem bolMwMc^n ^aptonlaten Mkmnmt. und der Tänzer hatte wenig Hoffnung. Hw diesem <ö^' stände der Verzweiflung erhielt er den Besuch des Theateragenten. ~ tl JSiJf in Spanien weiß man ganz genau, Wann man ins Gefängnis kommt, aber Man ahnt memals, tvMtN man ferne Mer- heit erlangt. Sie können hier aus Wochen und Monate vergesseri werden. Wer ich habe ein Mittel, Sie zu befreien. „lind welches wäre das?" „ „Unterzeichnet den Vertrag nach Buenos Aire». „Alles lieber, als hier im Gefängnis zu verfaulen. , Er Unterzeichnete. Am nächsten Tag ließ man rhu fver, ohne ihnr mehr Erklärungen zu geben, als ber seinem Eintritt. und schleunigst ging er an Bord. . „ Wie haben Sie das bloß fertig gebracht? fragte dev Inr- presario seinen Agenten. Tiefer sah in schlau an und klopfte aus sein Portemonnaie. ^ ... - - Nun wissen tvir wenigstens, wo Npruskh rst und daß man sich in Frankreich nicht geniert, über das als Bundesgenosse so begehrte S pan reu böse Witze zu machen. — Edu ard Rei n a cher: Der Tod Von Grallen- kels Straßburger Druckerei und Berlagsanstalt. Ern neuer Totentanz ! ein Totentanz der an Kraft der Sprache und vor allem an logischer Durchbildung der emzelrien Bilder be rühm Mn Vorgängern nichts nachgibt. Reina cher verfügt über une selten scharfe Charakterisierungskunst. Immer weiß er den rechten Ton, die passende Lokalsarbe zu finden. Ob er rn Allegorien schoeigt, ob er schildert, erzählt oder andeutet, ob der Tod als schöner Mann, als Freund, als Tröster oder als Verruchter aufchrtt. stets ivivd inan gefesselt und verweilt gerne. Verziert. ist oas eindrucksvolle Werk durch Zeichnungerl von Mice Pseffer- Nerlinger Auf den ersten Blick werden diese Blatter emer flüchtig scheinenden Schabkaust den Beschauer nicht gewinnen. Wenn er sich aber in das Werk vertieft- so werden chm auch dw Zeichnungen näher kominen, jip so nahe, daß ihm der Eindruck emep festell Harmonie zur Gewißheit wevoen kann. Das.^uch erh.r>i^ seine Gemeinde, aber es wiro ffe finden, denn c» steht über dein Alltag, und doch nicht unerreichbar fern. - " _Alt-Livland. Heitere Bilder aus dem Baltikum. Von Eva Gaehtgens. Mit Buchschmuck twn Lina Burger. Hübsch gebunden 4,80 M«rk. Verlag der Ilgmtur des Rauherr Hansev, Hamburg. — Tie durch ihre Machtvollen .Kmderoucher schnell vekanntgÄvvrdene, AchriWvllerin bietet, sw meueste.Gabe ihrer Muse den ^Erwachsenen dar. Die von inniger Liebe zu >y ^r Heunat beseelte Baltin erzählt uns Mer mit unübertrefflicher ^rzahlw- Pnnst Erschautes und Erlebtes, schlicht, aber eigenartig und lebens-r wahr. Eva Gaehtgens hat die seltene Gabe, , fast , photograpyrsch getreue Schilderungen ganz innerlichvmrt stark urdchwuellem, t- lenscknm Geist zu durchhauchen uns dadurch dw, alltäglichsten Wrrk- iMeiten zu verklären. In diesem Buche kommt ihrer Gabe nun aber noch die so -eigenartig kernhafte und anzreheilve ilit b-J deutsche:, Baltentmns zur Hilfe. Bilder wie „Krebspartre" „Bauernhoch- zeit in Livland", „Unser Sommer" u. a. tun es ledem Le,er Mit ibveni eigenartiigjeri Zauber ohne weiteres ganz innerlich an. ^_Ti e O r g a n i s a t i o n des '% olkss chu l w e se ns auf dissercutstllchsy-ckologischer Grundlage mit besonderer Berückjichtr- gung der Begabungsforschung und mod-emer Schulreformen deM sch.er Großstädte Von Dr.'Jacob van den Wyenbergh. 116 gelten G eh'st et 8 M ark, gebunden 3,60 Mark. Verlag von Quelle und Mever in Lcivzia. 1018.Die Ausführungen srnd nicht nur für den Pädagogen vvm Fach »und den praktischen Schulmann von Interesse, sondern auch für Volkswirt, cha«i> er, staatliche unr städtisch: Scknlbehörden, für alle, 'denen die Hebung der allgeineinen! Volksbildung durch eine naturgemäße .Ausgestaltung der Volksschule am Herzen liegt. „ .. . ™ — T ic S ammlung der '„Zeitbucher , die im Verlage von Re>lß und -Jtta, Konstanz a. B. erscheint, hat waeder eine wertvolle Bereicherung 'durch- 5 neue Bandcheir er- fahren. Wie die früheren,'schönen, billigen Bande (i0 Pfg. kart.s stets durch ihre geschmackvolle -Ausstattung und den klaren Truck austieleu so sind auch die neuen Bände 86—90 wieder vorzüglich ausgestattet Dabei bieten die -„Zeitbücher" stets nur Gutes, keine Alltags- oder Durchschnitts-Literatur. ' , „ ^ ™ Band 86: „Der Dichter pHer mann Bu rte . Der Verfasser dieser kleinen klaren 'Biographie und, Würdigung, eines! starken Talentes ist Tr. Kaudsen. Er wird m jeder Beziehung dem Dichter und Dramatiker Bürte gerecht und führt ihn uns fesselnd vor Augen. ^ m , Y> x t Band 87: Ingeruhig pe r mstunde". Neue,Verse von Alfons Petzold., Starke Realistik mnd feme Beobachtungsknust zeichnen diese Gedichte aus.' < ^ ^ .. . Band: 88: Menschen und'Trere. Fabeln und Glossen von Arthur Schubart. Ter -Bersasser ist Voeifellos ein äußerst seiner Beobachter und Lebeuskünstler. >Wre er all diese besonderen, Züge seiner „M-euscheu und 'Tiere" schildert, oder dre Torheiten, auch glossiert, das ist äußerst ergötzlich zu lesen ^ Band 89: Schicksale. Novellen 'von Ern,t Zahn. Als eckcker „Zahn" treten uns diese Erzählungen entgegen. Lchtuht in der Form, dabei -von wundervoller Charakterisierung der Figuren, von prächtiger Tiefe undrKlarheit., . . „ . ^ Band 90: Liebesabend tn 'Bengherm LandsMts- erlebnisse von diorbert Jacques.'Der Verfasser frep Mannten Romans „Piraths Insel" hat'mit diesen „Landfckmtsmlebnisfeu. Bilder aus der Natur'.und dem Volke mstgchrlten, wre es fesseüider gar nicht gesch-eheri könnte. — Ter Weltkrieg in seiner Einwirkung auf das deutsche Volk. Unter Mitwirkung von Gertrud Baumer, Wilhelm Blankenburg, Rudolf Bovensrepen, Martur Faßbenoer. Hugo Freiherr v. Fveytag-Loriughoveii, Johann Giesberts, Rudolf Herzog, Wilhelm Jutzi, Arthur Kampf, Christian Jasper Klumbec, Alfred von der Lehen. Kurt L. W. Freiherr v Maltzahu, Johannes Norreuberg, Ernst hoffe, Willi Prion Max Rotger T^odop Schiemann, Wilhelm Schumbürg, Max Schwarte, Wilhelm ning, Johann Georg Sprengel, Ernst Troeltsch, Georg Ernst Wilms, Willi Wygodziuski, herausgegeben -von GmeralleutiiaNt Max Schwarte. 520 Seiten. '.Preis geh. 16 Mark. Verlag von Quelle L Meyer in Leipzig. 1918. — Was der Krieg an einschneidenden Einwirkungen dem deutschen Volke auf ailen Hebens- und Schafsensgebieten brachte, "me er es zürn Umgestalteu aller Gedanken und Äsrbeitsgewohuheiterl 'Zwang, und wre er ,up dieser Umgestaltung die Grundlagen 'schuf und die Wegziele wies für den demnächstigeu Neubau- für die Lebensuotiveuoigteiteu und Zukuustshoffnungen — das 'alles in einem Bande zusanimen- qefaßt zu schildern, ist 'in dem genannterr Buche von führenden Männern aller iir Betracht kommenden Berufe imternommeu. Kriegsführung zu Lande, zur'See und in der heimatlichen Arbeit, innere und äußere Politik,,Verwaltung und Volkswirtschaft, La.nd^ Wirtschaft, Industrie .und Technik, 'Handel und Verkehr, .Gesundheitspflege und Fürsorgewesm, Rechtspflege, Frauenarbeit, Religion und Unterricht, Kunst, Presse, und Literatur: ,edes Gebiet wird von einer seiner führenden Persölilichikeiten uliter dem (ye* sickitspunkte der Kriegseinwirkung behandelt, verschieden pe nach der slaats- oder volkswirtschastlickM'Anschauung der Verfasser, aber einig in der Richtlinie 'der heißen Liebe zum Vaterlaude,, einig! in dem Ziel, daß aus den Kriegstrümmern erstehen mu„e ein kraftvolles deutsches Volk, gleichberechtigt 'in der Welt mit ledem anderen Volke, kurzer, 'prägnanter Darstellung geschrieben, werden die Arbeiten zweifellos 'dje AufmerksaniMt aller Krerse aut sich ziehen, zum iMeiuungsaustausch Äviiigeu und an ihrem Tüil Mitwirken, die Grundlagen -für das Wiederaufleben der deut- sckMl Art, der deutschen Arbeit und der deutschen Gedanken zu klären, sie inr Friedeusschluß festzulegen und für die Friedensarbeit vor zaubere iten. ' — Der Völkerkrieg. Eine reich illustrierte Chronik der Ereignisse seit dem 1. Juli 1914. Hcrausge-geSen von Tr. ^ C. <0 Baer Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart. Heft 179 und 180, Preis.je 40 Pfennig. Ter „Völkerkrieg" hat sich in seinen neuesten Heften 179 und 180 der Mühe unterzogen, aus all den hundertfachen, täglich aus den verschiedensten Quelleii sließendeu Einzelheiten vom englichen Handelskrieg in seinen, Beziehungen zu den neutralen Staaten, besonders den europäischeu. Nordstaaten, eine ziusammerchängeüde, erschöpfende und gründliche Tarstellung zu geben. Kein Staatsmann, kein Politiker, niemand, dessen Aufgabe es ist, am Gemeinwohl mitzuarbeiten, das Volk anfzuklären, oder der auch nur für sich selbst klar sehen will, darf diese Ausführungen ungelesen lassen. Hier kann der Deutsche lernen' und holen, woran es ihm noch vielfach gebricht: Selbstbew-usst- sein, Tatkraft bis zur Rücksichtslosigkeit, Voranstellen des eigenen! Vorteils, uuverwüstliche Zähigkeit im wirtschaftlichen KampQ Ter Gegenstand dieser Hefte würde sich ganz besonders gut für öffentliche Vorträge eignen, die sich merkwürdigeriveise anscheinerld ivenig mit diesen hervorragend wichjtigen Dingen befassen. — Behandelt wich in diesen Heften ferner der von der Entente geplante Wirt-i schaftskrieg nach beendetem Krieg. Ergänziingsratsel. ar, • e, K .okr . t, .be . , P . . . - t, L . . .e, . . e, Pa ... . ins, R . . e, E . . . . Statt der Punkte sind passende Buchstaben zu setzen, so daß Hauptwörter entstehen, die in anderer Reihenfolge nachstehende Bedeutung haben: Verwandte, Rechtsverhältnis, vertragliche Leistung, Zustand, Märcheugestalten, Körperteil, Verzeichnis, griechischer Philosoph, deutsche Residenzstadt, Gesäß, Geivächssorm. Sind die richtigen Wör ter gesunden, so ergeben die ergänzten Buchstaben in sinligemäßem Zusammenhang ein bekanntes Sprichwort. (Auflösung in nächster Nummer.) Auslösimg der Zahlenschrist in voriger Numnier Wer wagt, gewinnt. (Schlüssel: Wein, Ratte, Wange, Tinte, Tran.) Schrtstleitung: vr. Meyer. - ZwiNingsrunddruck der Brtthl'ichen Univ.-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.