Roman aus Sibirien. Von I. O xe n h a m. Autorisiert — Nachdruck verboten. (Fortsetzung.) P e t.e r K r o p m a ch t u i ch t s o gute G e s ch a sie, w i e er er!v ar tete. Die H \o chzeitsglo cken ! ä ute tt und St epa n I l i ne kehr t heim m it einer Fran und ^ den Rappen. Marya Feodorolvna, so glücklich und so stolz sie auch tvar als Mutter, wußte wirklich nicht mehr, wo ihr der Kopf stand vor lauter Sorge und Nachdenken über das gewaltige Problem, eine Tochter. Binnen zweiundsiebzig Stunden zu verheiraten! Man denßk — binnen ziveinud siebzig Stunden!! Eine Heirat binnen drei Tagen in einem Dörfchen, das nur einen einzigen Kramladen besaß, in dem aber auch gar nichts Kn kaufen war von all den Dingen, die eine Dochter von Mvrya Feodorowna nritbringen m!uß!te in die Che, sollte ihre Mutter sich nicht schämen! So pendelte Marya Feodovowua hin und her Wischen mütterlicher Glückseligkeit und hausfraulicher Berzioeislrrng. Doch ein lustiger Zufall (Marya Feodorowna schwor zwar darauf, daß dies kein Zufall sei, sondern der Himmel selbst ein Einsehen gehabt habe!) sandte früh am Morgen oen guten alten jüdischen Händler ins Dörfchen, den jedes Kind in Selemsinsk kannte, und den dis Frauen liebten und haßten zugleich, war er doch ein lieber Freund, weil er so seine schöne Dinge mitbrachte aus seiner». Karren, aber auch ein böser Feind, mit dern man sich bis aufs Blut abzankeu mußte um jede Kopeke' Zweimal im Jahr kam der alte Hausierer regelmäßig nach Selemsinsk, und jedesmal war sein Kommen ein großes Ereignis gewesen in Kallas Leben, denn wenn man auch nicht alles kaufen konnte. was man Aar Ml gerne gehabt hätte, so konnte man doch schauen und staunen über all die tzoerrlichleiten und Schätze, und noch wochenlang nachher schwatzen darüber. Und nun kam der alte Jude gerade, wenn man ihn am notwendigsten brauchte. - Sein Karren hielt vor der Türe der Totsind. In zwei Miauten hatte er die Situation vollkornmen erfaßt? Ein« einzige weitereMinute genügte ihm, um zu beschließen, seine Preise für diese besondere Gelegenheit gehörig in die Höhe zu schrauben! Die Zeit drängte ja, und Mart-a Feodorowna sah so glücklich und so weich aus, und diesmal wertigste ns würde sie ganz bestimmt nicht sich um Kopeken herumstreiten mit ihr«, wenn sie auch sonst die große Kunst des Handelns und Schachernd so meisterhaft beherrschte wie er selbst. Aber er hätte Frau Dotsin wirklich besser kennen müssen rwch so vielen Jahren! Zwar drängte die Zeit wirklich. Katias Stunden im Vaterhaus waren gezählt. Um alles in der Welt jedoch hatte Frau Dotsins janckM^rde Seele sich das Vergnügen nicht rauben lassen, nach Herzenslust Mr handeln und zu mäkeln, nun, da sie zum erstenmal seit langen Jahren dem armen Dotsin eine ganze. Faust voll Rubelscheinen abgepreßt hatte (einen schweren Karnpf hatte es zwar gekostet), und alles kaufen konnte, wonach ihr Sinn stand. Glückselig, als sei sie selbst die Braut, durchwühlte sie des JUden Packe. Sonst hatte sie ja nur das Allerno twen- digfte kaufen dürfen und seufzend die schönsten, preiswerten Einkäufe sich versagen müssen. Ah, diesmal war es anders! 5tatia sollte eine prachtvolle Aussteuer haben! Totsin schimpfte zwar, aber was verstehen, denn Männer von solchen Dingen, und was kümmern sich kluge Frauen über brummende Ehemänner! Die Schlacht begann. Me eine Heldin kämpfte Ntarya Feodorowna um Stück für Stück. Lockend hielt sie dem alten Inden ihre Rrrbelscheine unter die Nase uird setzte ihm ausführlich und beredt auseinander, daß doch sie nicht darunter zu leiden gedenke, wenn er es nicht verstehe, billig einzzr- kaufen. Seine Waren im all genreinen nannte sie Schund; seine prächtigsten Stücke im besonderen wertlosen Dand. Zw Rürnpfen ihrer Nase lag unsägliche Geringschätzung. SLv schrie lauter als der Jude und fuhr noch mehr mit den Händen in der Luft herum als er. In jubelndem Bewußtsein^ eine wichtige Einkäuferin im großen zu sein, bot sie Preise an, über die der Jude entsetzt zusammenschauerte, uitb die ihn so erregten, daß er schwitzte vor Angst und Entrüstung. Es dauerte nicht lange, so versammelte sich eine Schar von Nachbarn um die berden, um lachend und schwatzend den Kampf der beiden Titanen mitzUgenießen. Peter Krop, der Jude, schwitzte immer mehr und schleppte endlich all seine Packe ins Hans. Nur hinter verschlossenen Türen wollte er mit Frau Totsin verhandeln und nur nach einem feierlichen Schwur, daß kein Mensch je etwas darüber erfahren dürfte, gestand er ihr endlich Preise zu, über deren Niedrigkeit Marya Feodorownas Herz vor Freuden hüpfte. So froh war sie, daß sie Peter Krop sogar zum Essen entlud, zunr Entsetzen von Wgffili Wassiliewitsch, der sich von allen Seiten gewalttätig ausgeplündert vorkam. Die Tochter nahm man ihm weg, die schönen Rubelscheine, und nun auch noch das Essen. Maßlose Verschwendung schien es ihm. So, roie er Juden kannte (und er kannte sie gut), zweifelte er keinen? Augenblick daran, daß Peter Krop einen Prosit von noch mindestens fünfzig Prozent an all den Sachen machte, so sehr er auch jMNmerte imd so viel er auch schwur und beteuerte ! Und lvahrhaftia! Trotz des Scha adernd nrrd des Schwitzens schrttnrizelte Peter Krop vergnügt, als er seiner Wege zog, und so waren sie alle sehr zufrieden, nur Wassili nicht. Das touren wichtige Tage! Die Frauen der Nachbarschaft verrichteten nur die allerrwtwendigster i Arbeiten daheim und ließen alles andere liegen und stehen, um Marya Feodowwna zu Helsen. Gearbeitet wurde in diesen Stunden bei derc Dotsins tvie in einem Menenbaus und geschnattert — 254 Wie in einem Pa pageien käsig und solche Massen am ge- trtotfen ans dem immer kochenden Samowar,^ daß ein daraus hätte schwimmen können, während dw Männer me Köpfe schütielteu und, Wassili Wassiliewitsch an der Artze, sich in den DorfkrUjg Legaten, wo sie nicht w-snrger schnatterten als die Weiber daheim. Wichtige Zeiten, wichtige Zeiten. . . Geschneidert wurde ohne Unterlaß, und daoel aückteu die fleißigen Hausfrauen darin und warm zu Ltepan und Katia hinüber und seuMen ein wenig und sagwn sich irr ihren Herzen: . , . . ^ ..... Ach, wenn man doch auch noch emmal >o jung wäre. Schon ist es, schön. Die haben jetzt ihr Stückchen Himmel gefunden, did beiden, aber gar bald werden sie wieder hrnuuwr- plumpsen auf die Erde. Wjr wissen es ja! Am dritten Tag heirateten sich Stepan und Katta — in der winzigen weißen Kirche mit ihrer grünen Nadel von Kirchturm, und das ganze Dörfchen kam zur Hochzeit. Der Pope mit dem langen, schneeweißen Haar und dem wallenden Patriarchenbart gab ihnen viele väterliche RatschNge und verkündete endlich, daß sie nun Mann und Frau seien. Stepan und Katia wären am lieft )ile;n umhergehnpst twc ^T€iuj>e. Dotsin' machte ein ftrummiges Gesicht wie immer. Mury-a Feodorowna aber schwamm in Wonne. Sie war es gewesen, die sich getreulich um all die Emzelheüen bekümmert hatte — die Kerzen, die Ringe, die Kronen, den Teppich, den warmen Wein, das Wasser, alles so, wie ev sein mußte, und wie es gewesen wäre dahetm in Kwinruß» tand. Denn sie hatte Stepan immer mehr in ihr mütterliches Herz geschlossen: der untrügliche FraueniniAnck sagte ihr, dwg er der richtige Miann für ihre To aper sei. urrd dann kamen die Gäste und ein gewaltiges Dakeln, und bald »mch Mittag schrien sich die Dörfler, jubelnd und Tücher schwenkend, halb heiser, während der Darantaß mit Kmgenj den Glocken das junge Paar in sausender Fahre nach Irkutsk ttu trug. Hinten am Darantaß galoppierten Paschktns „Wir kommen bald wieder !" rief Stepan noch. Wie sie wiederkommen würden, konnte er ja nicht ahnen * Schon während der Herfahrt waren Stepan die Wälder unbeschreiblich schön erschienest; nun aber flammten und glühten' sie in Märchenfarben. In feurigem Karmin, strahlendem Dunkelgelb. Unten am Boden das immer gleiche, dunkle, stille Immergrün, das wie ein ungeheurer i Hintergrund für die Farbenpracht wirkte. Überall in oen sumpfigen Stellen der Wälder urrd xrt den Einbuchtungen !>er Steppe blühten die wilden Blumen, und als sie an d.w Nachtstation ankamen, konnte Katia sich kaum hevanswühlen aus den Blumenmassen, mit denen ihr Mann sie ubeV- ^^,M?- hast du das gebracht, was du für PasLMn holen Ältestfragte ihr Gastgeber, und sah! bald Katia an, ^„Ja.Äse^hier sind PasckMns Rappen," sagte Stepan. „Und dies W meine Frau!" „Hob! Das ist aber schiiell -gegangen , „Wenn man für Puschkin reift. . . jubelte Stepan. So jagten sie im Galopp dahm -rag für ^ag. Mit schweNenden Herzen, über die Steppe und bntdy die Wälder. Stunde brachste neues Glück. So ging es dahm gen Irkutsk, und sicherlich! war nie ei,rem Menfcheilpaar die Welt schöner erschienen. So neu war Katia alles. Ahr acmsres Leben lang batten sie arbeiten Und sorgen müssen, bald für den Kater, 'bald für die Mutter, als junger starker Mensch für die alternden Eltern, und nun fand sie auf einmal erstaunt sich selbst dm zärtlicher Fürsorge umgeben; warnr eingehüllt in Pelze, umschmeichelt, beschenkt. .. Gehst ja so vorsichtig ntit mir um, als sei ich noch die sechsjährige Katinka deiner Träume!" lachte sie, als sie zu einenr Hügel karneu und er ansstieg, während sre sitzen bleiben sollte. f „Katinka wirst du immer für mich blelben/ flüsterte er, mit erriem Blick, in dem sein ganzes Herz lag. .. Sie aber sprang leichtfüßig aus den Decken, die sie umhüll Len, und schritt neben, ihm die Straße entlang!. Vngumschlungen stiegen sie den Hügel hin au und waren Mcklisch Und schvvreu sich, daß sie alle Hügel des Leben^ sp erklettern würden, lind die fünf Pferde, die drei Schimmel Mw die beiden Rappen, guckten mit wundern den An gen Und vorgestreckten Hälsen ihnen erstaunt zu, denn sw erinnerten sich nicht, jemals gesehen zu haben, daß erwachsene Menschen sich so komisch anfführten ... ^ Stepan irnd Katia aber wären es ohne Zweifel sehr Unfrieden gewesen, wenn der Weg durch dieses Traumland des Wunderglücks und seinen wunschlosen. Frieden niemals ein Ende genommen hätte. Doch alle Straßen müssen ernnral ein Ende haben. Und Puschkin wartete. Als sie am siebenten Tag Air Angara karneu und hoch über den niedrigen Hügeln Dunka liegen sahen, kam ern nachdenkliches Sinnen über Katias Aiugen, und es wurde ihr schwer ums Herz. Nun mußte sie ja neue Menschen kemren lernen 'und vor neuen Menschen ihre Probe bestehen. Grübelnd wunderte sie sich, wie wohl Stepans Muttermund Vater die fremde Frau aufnehmen würden, die ihr Sohn ihnen ins Haus brachte, und sie fürchtete sich ern wenig. Stepan merkte sofort, was sie plagte und erklärte ihr glückselig, daß seine Eltern nichts Besseres wünschten,, als solch eine Schwiegertochter wie sie, bis sie lachte ob all der Schmeichelei und feierlich versprach, ganz gewiß reme Angst haben zu wollen. . . w . ~ Doch Stepan hatte auch seine eigenen kleinen Sorgen, obgleich er sich von ihnen sein Glück nicht trüben ließ. Seinen Auftrag hatte er erfüllt und Paschkirr konnte wohl nicht anders als zufrieden sein mit ihm. Die Rappen hatte er so ge- schont und so sorgfältig gepflegt, daß sie glänzten ww weiche Seide. Auch pünktlich war er — heute, am sechzehnten -ag würden sie Irkutsk erreichen. 0 Aber Katia? Die Heirat wahrend der Reise? Mas wohl würde Paschkin dazu sagen? ^ ,, Zwar war er dennoch pünktlich gewesen und eigentlich girrg seine Heirat ja Paschkirr gar nichts Ml, aber man .orrnte doch nicht wissen . . . Paschkin war eben Paschkm ~r ■ Aber weshalb sich sorgen, sagte er sich schließlich. Se uw Pflicht hatte er getan und Katia war sein Weib geworden. Das war das einzig Wichtige. , Sie flogen der Angara zu. Aus dem Fahrboot bewunderten die Männer Katia mit lauten Rufen urrd sahen sie mit Blicken an, in denen nicht weniger Bewunderung lag. Dann ging's wieder vorwärts im Galopp aus oer staubigeü Straße, und endlich! hielt der Tarantaß vor dem Palars des Gouverneurs. Paschkin war nicht in Irkutsk. Erlag km chichal.- aöttin ins marmorne Füllhorn legten? F'ck könnte euch' noch an viele Statten sührerr, über denen der Glanz der Erwartung webt, in Hallen de« Kunst, m SvD' vurchslu^ie Kirchen und immer rmd rmmer >meder m deut fchen Wald. Kameraden, euer Herz .ecke aus allen FahrnrNen. dorthin! Ein Nntertvn soll durch a(i euer Erlebe,r schwangen r die Heimat wartet! Der Lazarett-Zug. Bon Mw. W alter I e n s e n. Stillsouniger Dag. Ich wandte arn MPpeÄUnschlncken Bach ttrtlang Grünes WassevcMvächs schlängelt und schmregt sich rrn Wasser und lässt sich von, dm Wellen M® . inÄ Ein Schimm sträng streckt sich durch goldgelbe Felder itt nebltchrs Asteilm. Strecke steht ein Zug, gebannt vom ausgestreckten Arm des Semaphors. Kanonen, Pferde und Soldaten tragen ferne ^Ungeduldig läßt der LoLotnotitfitihM^ TarMp^ der Ferne antwortet ern kurzer, schütter PfiN. em Rasuln näher!. Leib «8 Mm fb* «i* »sc «smWim» W* l«Ä«« ri " L SÄ, tar »«h ch»r V-« *j« Mr Ungckuld die Tmupspfeift gezogen Hatto, mnunt dre Miutzo vom Kopf Mid faltet unwillkürlrch ferne Hanoe: „Unser Bai»«, de« dir bch^ ^b^der Semaphor gebieterisch den Arm. ^ Mechanisch greift der.Führer dm Hebel, und in die Fenre ent? Mrt er seine trutzigett Kanonen und die juugm, nrngon Männer, ychin, woher de? Schlachtenlärmr dftM^das Ohr bestzirmt. Ich starre lang denr Spul der beiden Züge nach. ^ , ^ O wtes, rotes Kreuz! Wird dei ne Farbe rstemaA bleichen? " Der heim ysn heute. Sie saßen Und tranken am, Deetischs, Und sprachen von Essen viel, it.A Und wurden beinah . . Bei deutscher Marke „Derfrl". — „Wir hattm heut Gerstenpnddrrrg," Der dürre Hosvat sprach; Mit einem Ei drm," strahlt Adntting, verzückt seufzt jeder manu: „Ach!"— 'Ter Pfarrer schnalzte vergnüglich; „Ich schwärme für Schikoree, Als Spargelersatz vorzüglich : -Das Fränleirr Lispelt: „Ach nee!" —' Tie Gräfin spricht sanftmütig: „Enthaltsamkeit ehrt die Natron," Und präsentiert gütig Ein Rübmsaftbrot dem Baron.-- Am Tische war noch ein Plätzchen, Ta hatte der Hausherr gefehlt, ' Er hat sich im Herrn bei dem Schätzchen Gehamstertes Eisbein errpühlt. — . Anna Jutta Wotfi Vüchertifch. — Ter deutsche Vorstoß beiderseits Reirns hat wieder aller Augen imch dem westlichen Kriegsschauplatz gelenkt. Eine Vor- stÄlung davon, wie ein solcher Vorstoß erfolgt, verruritelt dft Leipziger „Illustrierte Zertung" (Verlag I, .I. Weber), die in ihrer neuesten Nummer 3916 m einer doppeher rg wiederaegebenen Zeichnung Kurt Albrechts eine Darstellung hmter dem konzentrierten Feuerschlag der Artillerie vergehender Strmrw trlipps Sringt und außerdem zwei Zeichnuitgen. Albert Rn Mg „Begleitbatterie unterstützt einen Jnsalsterieangriff" rmd „Unsere Danks bahnen der vorgehenden Infanterie ^n Wech'. Wettere. Frontzeichnuirgen von Engelhardt-Kpffhänser, Willy Muller-Gera und Theo Matejko zieren, das Heft. Die wichtige Frage de« Rohstofsversorgung für Deutschland in der kommenden Frcedenszest behandelt Pros. Dr. Mvrnbert. Die Ergebnisse des Seekriegs irn ersten Halbjahr 191.8 würdigt Kapitän z. S. a. D. v. Pustau. Geheimrat Karl Sudhoff (Leipzig) plaudert über die weitverbretteft „spanische Krankheit" und ihr Auftreten in Deiltschland rU früheren Jahrhunderten. Das Lebensiverk des verstorbene Jagd- rrnd Trermalers Richard Friese unterzieht Arthur Dobsky in einen, anschaulich illustrierten Beitrag einer kritischen.Betrachtung. Eine fesselnde Erzählung aus der Zeit des Bosmakenaur- stanvs 1878 „Infanterist Neugeboren" von Roda Roda vervoll- ftändigt den Inhalt des Heftes. — Die Welt bühne, der Schaubühne XIV. Jahr, Wochenschrift für Politik, Kunst, Wirtschaft, herausgegsben von Siegfried Jacob- john, enthält ln der Nununer 32: Die Ursache des Deutschenhasses: von E. Hurwicz; Zur äußern Politik: von 01?; W:eu und Berlin: von Herbert Jhertng; Die Vorbedingung des Lebens: von Peter Panter: Ter Tag von Saint Denis: von Fritz ReÄ-Malleczewen: Ein A--B-C: von Theobald Tiger; Fünftes üriegswirtschaftsjahr: von Alfons Goldschmidt; Tlntworteiu Weßener Hausfratten-Berertt. Kochanweifungen. i VerwertNng vv'n Johannisbeersaft. Ungezu.ckeM Saft von weißen Johanuisbveren kann statt Essig zum EinlegM von kleinen Zwiebeln verweud-et rverdm, rvoduuh diese bedeuterch vn Wohlgeschmack und Bekömmlichkeit gewinnen. Trxh muß uum sie in den Gläsern der Haltbarkeit tvegen sterilisieren, und -war 30 Minuten bei 90 Grad. (Ueberhau.pt kann dieser rmgLziuckerte Saft überall statt Essig verrvendet werden. Gezuckert lvnnnt Mi schmuck dem des Weißweines von alten Obstsorten anr nächten tmd eignet sich besonders zur Herstellung pon , Bowlen. Lchwarze Johannisbeeren geben einen sehr gesnnden, in Geschmack dem Wem ähnelnden Saft. Ta dieser Saft dick und ölig ist, tltt man gut, die Beeren mit Walser, das bis zur Hälfte steherc kann, au der Herd- feite unter häufigem Um rühren zergehen zu lassen und damr erst aNsÄudrücken. Dem Saft wird geläuterter Zucker, 300 Gramm aus 1 Liter, zugesetzt. Man sterilisiert ihn 20 Minuten bei 70 Grad. Tie beim Pressen geivvnneneu RückstäiGe kann mau meistens noch zweimal anskochsrr und den Saft zu roter Grütze vevivenden. Von Lindonolüteu läßt sich auf die hier schwi einmal für Holunderblüte angegebene .Weise ein äußerst erfrischercher und ivohlschneckender Trant Herstellen, doch empfiehlt es sich, außer Essig u.och etwas Zitronensäure Mzusetzen und ihn nur 2 Tage nrft reichlich Blüten shehen zu lassen. Pilzpfann«. Mau quellt etzoas Grieß oder Grütze mir Wasser dick auf und salzt es. Ti« gilt gereinigten. Pilze, am besdn Mefserlinge, ober Steinpilze, werden irr etzvas schvach gesalzenem Wasser weich gestocht, abgetrapft :mb grob gehackt. Tann inischt man sie, wenn möglich, mit einem Ei und dem Grieß oder Grützebuesf füllt die Masse in eine feuerfeste, uichi: zu hohe, mit Fett aus-' gestrichene Form oder Schüssel und läßt die Speise im Ofen in mäßiger Hitze goldgelb backen; sie wird in der Form anfgetvagerr. Hat nian Leinen Ofen zuni Backen und bereitet die .Speise aus der flahen PfMme, so stellt nmn diese über kleilies Feuer und läßt dje Masse erst unten bräunen, worauf ntati fie vvrsichttg mU Hilft eines DoWöfftls wendet, um auch die andere Seite braun«! -tu lassen. Gemüseauflauf. Junge Geinüse, wie Spargel, Blumenkohl, Schoten und Mvhrrüben, gibt man in eine ausgefettete Aust laufform und legt darüber eine Schicht von Kartofftlnlus, das.mit eineni Ei verrührt wurde, oder mau nimmt statt dessen ausgvi q-wllene Graupen (nurn kann auch mehrere Schichten cviederholm) und läßt die Speis« backen. Macht man die. Speise mit Kartoffelbrei, so tarnt mau .sie mit einer Spritzkuchrnspritze, init der tmn kleine Hänschen auf die glattgestricheue Kartoffelmasse setzt, hübsch tz-er-ieren. Lichtgelb gebacken, sieht die Speise sehr appetitlich aus. SchkberStsel. Nebettstebende Wörter sind ohne i'lerrdcrung der Reihenfolge, also nur durch seitliche Verschie- bring so untereinander zu setzen, daß zwei senkrechis Buchstaben- reilieir ein bitvd» ein Trauerspiel bekanntes Liebespaar bezeichnen. (Auflösung in nächster Skunimer.) .Auslösung des Scherzrätsels in voriger Nummert Gericht (G—er, ich—t) Schristleittlug: vr. Meyer. — Zmisting-runddruck der B rüh l'schen tt»riv.-Buch- und Steindruckerei. R. Latrge, Gießen.