Samstag, tat s. Vuguft äjTJi iO m 3 gfäjL ggt M '■f: Der endlose Weg. Roman aus Sibirien. Von I. O x e n h a m- . Autorisiert — Nachdruck verboten. (Fortsetzung.) 4 . Wie aus Stepans Kindvrtrcrum Wirklichkeit wird. . . Der Name des Gefürchteten räumte alle Schwierigkeiten ttns Stepans Wetz. War das Dorf groß genug, sich eines- Polizeibureaus zu rühmen, so fuhr er nur dort vor, und überließ es den Gendarmen, die Dinge für ihn zu ordnen. Doch auch ohne Polizei und im kleinsten Dörfchen wirkte der Name Paschkin, von dem man in einsamen Hütten sogar schon tvußte, daß sein gewaltiger Träger der leibhaftige Teufel sei. Kein Mensch verspürte Lust, gehenkt zu werden, und Stepan bekam Pferde, soviel« er nur haben wollte. Auch die Straße war so gut, tvie sie nur bei schönstem Wetter sein konnte, und am Abend des fünften Tages kam Stepan glücklich in Selemsinsk au. „Zwei Rappen? Tieffchwarze Rappen?" fragte der Polizeichef. „Jawohl. Sie gehören Fedor Urussow. Die Rappen also will Puschkin haben? Wh — er hat sie auf der Durchfahrt gesehen? Hoh, Fedor Fedorowitsch ist sehr stolz auf seine Rappen, aber wenn er das hätte ahnftst können, so würde er sie damals Weit draußen in der Steppe versteckt haben!!" ,Mird er sie hergeben?" Der Polizeichef machte ein erstauntes Gesicht. freilich," lächelte er dann. „Meinst du, wir hätten noch nichts von Paschkin gehört in Selemsinsk?" Und nach dem Abendessen ging der Chef der Polizei mit dem Abgesandten Paschkins nach- dem Hause von Fedor Urussow, der ein schiefes Gesicht zog, als er hörte, daß Stepan Jline aus Irkutsk im Aufträge des Gouverneurs Paschkin mit ihm zu verhandeln wünsche. ,Mrinken wir zuerst einen Wutki," brummte er. Sie tranken. ,Waschkin also, Teufel nochmal . . . Und was will Paschkin von mir?" ,Ms Paschkin in hastiger Fahrt auf dem Wege nach Irkutsk hier durchreiste, sah er auf der Steppe zwei tieffchwarze Rappen, die ihm gefielen. Ich soll sie holen." ,Weüfel nochmal!" brummte Fedor Fedorowitsch, ließ vor Schreck das Schnapsglas sinken und sah den Abgesandten Paschkins mit nicht gerade freundlichen Blicken von oben bis unten an. ,M-eufel nochmal — die Rappen will er, heh?" ^Jawohl. Mein Wille war es nicht, der mich mit diesem .Auftrag nach Selemsinsk führte/ doch man schlägt Paschkin nichts ab, wie du vielleicht wissen wirst, Bruder. Er kam in unsere Schmiede, ernannte meinen Vater zum Gouverne- Mentsrat, und befahl mir, deine Rappen aus Selemsinsk zu holen — alles in fünf Minuten. Am folgenden Morgen nach Sonnenaufgang mußte ich aufbrechen." „Teufel nochmal," sagte Urussow. ,Msy_" ,/Aber — bosse-moi — meine Rappen!" „Er gibt dir fünfhundert Rubel für die Rappen!" Urussows Gesicht hellte sich auf. Das war wenigstens etwas; es hätte Paschkin ja ebensogut in den Sinn kommen können, die Rappen umsonst haben zu wollen!! „Ah, fünfhundert Rubel ist wenig," brummte er aber doch. „Noch für tausend Rubel wären sie billig." „Ich zweifle nicht daran," sagte Stepan. „Paschkin kaust jedoch nach seinen eigenen Preisen und soweit ich es beurteilen kann, dürste es nicht klug sein/ mit Paschkin handelst zu wollen." Der Polizeichef lächelte. „Kind du Haft das .Geld mitgebracht?" brumtnte Urussow. ,^Ja." ^Paschkin scheint dir Vertrauen zu schenken," murmelte er mit einem bösen Blick. , Anscheinend " ^Fünfhundert Rubel! Und für tausend wären sie billig!" Er tröstete sich durch einen Schluck Wutki. ,Wann mußt du die Rappen haben? Sie sind draußen auf der Steppe." „Paschkin gab mir sechzehn Tage Zeit; die Rappen müssen in guter Verfassung ankommen." ,Mnd wo wirst du wohnen?" ,tDas hat die- Polizei zu bestimmen. Ich reise für Paschkin." ,Mr wird bei Wassili Totsin wohnen," siel der Polizeichef ein. So wurde denn ausgemacht, daß Fedor Urussow seine Rappen, nein, Paschkins Rappen, binnen sechsunddreißig Stunden vor dem Hause von Wassili Totsin abliefern solle. Stepan aber machte sich mit dem Polizeichef aus den Weg zu seinem unfreiwilligen Gastfreund. Der Polizeigewaltige klopfte an die Türe, als sie an das Haus kamen- und ein Mädchen öffnew sofort. „Ah, Katia!" sagte der Polizeichef. „Sag' deinem Vater, er möge dem Herrn hier, der für Paschkin reist, Nahrung und Unterkunft geben!" Damit schüttelte er Stepan die Hand, eine Entschuldigung murmelnd, daß der Dienst ihn rufe, und verschwand in der Dunkelheit. In Stepan Jline, dem Träumer, hatte der Name Katia ein wundersames Erinnern ausgelöst; etwas so Weiches, Sehnsückftiges, Weltfernes, daß er, ungeschickt wie ein Junge, verlegen dastand und das Mädchen in der Türe schweigend anstarrte. Ihr Gesicht sah er in schattenhaften Umrissen, denn der Lichtschein blendete ihn und das junge Menschenkind da auf der Schwelle zwischen Nachtdunkelheit und gelbem Stubenlicht war seinen Augen eine Silhouette von schlanken Gliederst, ein verschwommenes Bild. Nur durch die Massen hellbraunen Haares stahl sich 246 das Lampenlicht in leuchtendem Kreis, wie ein Heiligen- H^^Komm doch herein/' sagte sps. „Wn Vater ist Sei einem Nachbarn; ich will ihn Holen." , Stepan trat in das Ammer innd blieb m:t wertaus- gerissenen klugen stehen wie angewurzelt . . Dem Mädchen gefiel er, aber gar sorcherbar kamen er E ,b sein staunendes Schauen ihr vor. Etwas so Hungriges, Sehnsüchtiges, so Jubelndes lag in diesem Schauen- ß fie am Bari, den großen zotttgen Wolfshund deu'keu mußte; der machte solche Augen, wenn er nach erner Woche des Streunens auf der Steppe den Weg! nach Hause fand Und sich unbändig freute, daheim tzu sein. So htttmrrge! Augen! Es war ihr, als hüllten seine Micken sie förmlich ein, Und sie wußte nicht, sollte sie sich freuen oder böse fern, denn so hatte rroch nie ein Mjann sie angesehen wre dieser Fremde mit ben tiefblauM Augen voller Freude und voll Wunders. Doch es war etwas ganz Natürliches, daß es aus Stepau Elines Augen leuchtete wie Sternengesunkel.- Das Märchen war ja zur Wahrheit geworden; der Kind er träum zur Wirklichkeit. Dag um Dag auf der langen einsamen Fahrt über die Steppen Und durch die Wälder, die so viel Zeit zum Dräumem gab, hatte er gearübelt und gegrübelt, wo wohl an der großen Straße das Dorf sein mochte, in dem seine kleine Katinka! wohnte, und ob er es je im Leben finden würde... Ob! das kleine Mädchen, das' dem todmüden, schmutzbespritzten kleinen Jungen einst fern Stück Brot geschenkt hatte, noch immer so mitleidige Augen hatte? Wie sie wohl aussehon mochte jetzt? Ob sie wohl geheiratet hatte? Stundenlang hatte er von dem Kinderge- sichtchen geträumt auf der Reife und sich gewundert, ob er die kleine Katinka wiedererkeunen würde, Wenn er sie je sähe, nun, da sie ein Weib geworden sein mußte. Geschwelgt hatte er in DräUmen, der dumme Stepan. Ulrd jetzt war dem stillen Träumer von unwirklichen Märchenträumen ans einmal zu Mute, als müsse er jubelnd hinausjauchzen in die Welt, ob des Wunders, Pas da geschehen war: Das süße Mädchengesicht, das ihn verwundert beguckte, war Zug Um Zug und Linie für Linie das kleine mitleidrge Krnoer- köpschen von damals in dem Dorf an der endlosen Straße. Stepan hatte seine Katinka gesunden. Katinka! jubelte es in ihm. „Meine kleine Katmka," flüsterte er ganz leise. . . Wie eine Bision stieg die Vergangenheit vor seinen Augen auf. Er sah sich wieder als kleiner Bub vor der Türe dieses Hauses stehen, vom Kops bis zu den Füßen überzogen mit zähem, breiigem, schwarzem Schlamm. Die kleinen Beine waren so müde; so schwer und gefühllos, als seien sre von Blei. Der Magen leer wie eine Trommel und ein Eil bas in ihm, das brummte nno fauchte wie ein wildes Tier — der Hunger. Dann das Dorf, die Menschen an den Türen, das mitleidige Achselzucken, das Kind, das mit feinem SItück Brot dem Buben den schreiende!: Hnirgier stillte, die Fvauerrstimme, scheltend über des Kindes verschenktes Mend- brot. Das alles sah und erlebte Stepan wieder in deni Bruchteil einer Sekunde. Und als die Vision verschwunden war, blieb doch in lebendiger Wirklichkeit das Kindergesicht vor ihm, das kleine Mädchen von damals — reifer, weiblicher, schöner, aber das gleiche Gesicht, die gleichen nachj- denklichen Angen, dasselbe Sonnenhaar. „Katinka!" sagte er ganz laut, und es war ihm, als müsse die Freude ihm die Stimme ersticken. Staunend sah sie ihn an. „Aber ja. Ich heiße Katia. Katinka nannte man mich, Ms ich zu groß wurde dafür. Wer bist du? Woher weiht dtr, daß ich Katinka bin? Ich kenne dich nicht." „Und ich habe dich mein Lebenlang gekannt," sagte Lr leise. Da rührte sich etwas in einer Ecke, ein Kind schrie, und Katia lies hin, das Kind aus der Wiege auf die Arme Ar nehmen. ,/Du bist verheiratet!" stieß er hervor und seine Stimme Na!Ng heiser. Sie sah, wie blaß er geworden wtz.r and Wunderte sich immer mehr. „Uber nein!" rief sie lachend. „Das Kind gehört Varia. MH habe keinen Mann. Wen sollte ich! auch heiraten!" „Mich!" jubelte Stepan. Das Mädchen vor ihm war feto einziger Gedanke und erfüllte ihn zum Ueberfließen. „Dich?" lachte sie. Wie-wunderte sich immer mehr, aber der Mann gefiel W. Schön äußerlich — die kernige Männergestalt, die gevalden ehrlichen Augen, das scharfgeschnittene, energisch« Und doch so weiche Gesicht. Sie hätte ihn noch nie vorh« gesehen, ..sie kannte ihn nicht, sie verstand nicht, weshalb er sich so freute, aber etwas von dieser Freude strömte doch, ohne daß ssie es wollte, kaum daß sie es ahnte, über auf sie und erregte sie sonderbar. „'Ich will Vater holen," sagte sie endlich verlegen. „Sie sind alle drüben bei Dimitri Saxo." ,Warte noch," bat er. „Ich muß dir doch erklären... Erinnerst du dich — vor zwölf Jahren war es — an einen Konvoi von Verschickten, der auf dem Wege nach Irkutsk an Eurem Hause vvrbeikam', und an einen kleinen Buben/ schlammüberzvgen von oben bis unten, der gar so hungrig war und dem du dein srischgebackenes Brot —" ,,»Bosshe-moi," unterbrach sie ihn, staunend, über alle . Maßen und luftig lachend, „den Buben Hab' ich nie vergessen und ich hätte ihn ja auch nie vergessen können, denn jedesmal seitdem, wenn ich etwas -Dummes anstellte, hieß es: Was soll man auch mit ihr ansangen! Sie verschenkt ja sogar ihr bißchen Wen au die schmutzigen Jungen der großen Straße..." Der schmutzige Junge war ich.!" (Fortsetzung folgt.) Meldung. Bon Reinhard! Meer. Das Meldungmachen ist eine der Häuptnumniern im soldatischen Pflichteneinmaleins. Bon richtigen und guten Meldungen kann, wie man weiß, sehr viel abhängen. Deshalb wird das Meldungmachen draußen höllisch ernst genommen. Zwei kleine Soldatengeschichtm will ich erzählen, die davon Zeugnis ablegeN fl:ögen. Sie sind' einfach und !nicht aufsehenerregend, aber es steckt ein Kern guten Preußenlebens in ihnen. Ujnd sie haben überdies den Vorzug, wahr zu sein. So war die Lage. Zu viert hockten sie in ihrem Erdloch aus der kahlen Kalkhöhä, in die das Gei binde der Gräben wie Murmspnren in einem Baumstamm eingekerbt war. Um Mlorgei:, als er angekommen war, flnd einen fröhlichen .Gruß den anderen vom Eingang her m die dunkle Höhle entgegengerufen Halte, war Sonnenschein gewesen, der selbst in die Tiefe des llnterstandes etwas wie eute Ahnung, einen Widerschein und Abglanz seü:er lebendigen Helligkeit gesandt hatte. Jetzt lag die kahle Höhe, ranchüberballt, Ge- schößeinschläge hatten den weißen Kalk des nackten Berges schwarz nno grün und grftiggelb überfleckt, das 'kunstvolle Grabengeflecht war wie von Mörserkellen zerstampft und zerrieben und die vier Menschen hatten sich me furchtsame Tiere in der: untersten Winkel des Felsenlochs v!or den: Tromn:elfeuer verkriechen müssen. Das Scherenfernrohr, an den: er noch vor wenig Minute:: nach dem Fei::de hin beobachtet mü> das Feuer seiner Batterie aus die Gräben der Zuaven und' Senegalesen gerichtet hatte, war in Splitter zerschlagen worden wie ein blechernes Kinderspielzeug: ein Teil der das Gestern stützenden Balken war unter einem schweren Treffer krachend zusammen gab rochen, und die leise quäkende Stimme des Telephons, tröstliches Zeichen einer letzten Verladung mit der Außenwelt, war längst verstummt. Sie saßen unter den .Eisenschienen, die allein Pie Last des zermürbten, ständig nachrwschenden .Kalkgcsteins noch 'hielten, und warteten, warteten auf den Feind, der nun doch endlich kommen mußte, oder lauf den Abend, der der Beschießung ein Ziel setzen würde — oder auf das Ende. Bis zum erlösenden Abeüd, das wußten sie, war noch lang —aber wie staud's mit den beiden anderenMöglichkeiten? Einer hatte das Warten aufgegeben. Tem waren Splitter in Kopf und Unterleib geschlagen, hätten .ihn in Sekunden hinweg- gerafft. Er lag, nrit den: 'Oberkörper über den Telephon kästen gebeugt, dem Leutnant auf den Knien, der sich! unter der Last nicht rühren konnte. Es sah aus, als wolle der Mann an den: Apparat etwas Nachsehen, seinem Apparat, den er nrit so viel Liebe betreut hatte. Diesen Tag wollte er rot anstreichjen in seinem Kaleiwer, hatte er gesagt, fünf Minuten vorher, als Eisensplitter und Steine und Erdklumpen durch die Bude prasselten., Tann hatte er ein Stück Brot hervorgezogen und .tüchtig zugebissen. Ten Rest davon behielt er in der Hand, als er rauchgeschwärzt und blutüberströmt zusammenbrach. Und auf das .Brot, das seine Hand fest! umklammerte, fiel däs Blüt in dicken heiße:: Tropfen, sprang es in kleinen, danrpsenden Bächen. Tie anderen sahen es mit düsterer Stumpfheit. Ter Artillerielentnant dachte nach. Wie war es doch ge- wefe::? T^r letzte Blick aus dem Scherenfernrohr hatte ihm dies gezeigt: die Schlucht von Beansejeur, kanchfumkrallt und rauch- überdunkelt, dahinter Höhen Mit dem wohlbekannten Bild der französischen Aufnahn:est.ellnngen und .Reservegräben, rwch weiter zurück ein kleines, braunes Gehölz, aus dem truppweise Infanterie hervorkaur. Sie liefen, immer etwa zwei Dutzerw Mann zusammen, über «einen kahle»: »Häng von einigen hundert Schritt Breite, um dann in einer bewaldeten Mulde zu verschwinden. Immer neue Truppen in kurzen Zwischpnräuinen! Er hatte dM 247 Telephonisten angeschrienr „MeMung au Wtelluug .und Regi- vreirt; feindlich: Infanterie.schreitet auf Höhe 304 in Richtung Wargemvulin. Stärke bis jetzt gegen drei Kontpänien." Ter Telephonist hatte angerufen, Ae Zeichen aller Stativuen durchgegeben, xeine Antwort war gekommen. Also die Leitung zerschossen! Und imu:er neue Trupps von .Franzosen laufen über den Abhang! -^Versuchen 'Sie eZ noch einmal, zum Teufel, ein ganzes .Regiments vielleicht eine Brigade gar, wird dort vorgeholt. Schreien Sie in den Apparat: WicÄige Meldung!" Keine Antwort. Ich muß hinaus, .denkt der Leutnant. Menu die an Unerwarteter Stelle Vorstößen, rollen si-e unsere ganze Linie auf. Aper jetzt hinaus? Zweckloses Opfer — ich komme keine zehn Schritte weit! Also warten. Mer Mein erstes muß diese .Meldung sein, wenn ich diese Hölle hier überlebe. Jawohl! Ein neuer Volltreffer bricht das Gestein und Gebälk über Men, wirst sie durcheinander wie.söleisoÜmten. Muer bleibt liegen, rührt sich mH.' Ter Offizier will nach der ersten Betäubung zu fassen, helfen, spürt aus einmal, daß er mit der Linken nicht greifen kann. .Tie sieht aus wie zerrissen, Blut springt heraus, der Taumen im verschmierten Handschuh hängt au einem Hcurt- fetzen herunter. „Schnell Verbinden," sagt er hertzer zu den. Leuten,^ die sich gefaßt haben und bis auf 'kleine Schrammen an Kopf und Armen unverletzt sfird, „schnell, ich verblute sonst." Drei, vier Verbandpäckchen aus dem Tascheuvorrat sind im Augenblick durch blutet, em Rock muß herhalten. „Hölle," knirscht einer durch die Zähne. „Wenn's nur zu Ende ginge," denkt der Leutnant müde. Mer dann strafst er sich ans feinem engen Kauersitz unter den Schienen: ,Äem, wir müssen.leben! Die Meldung, die Meldung!" Drei Ltunden später ist doch der Abend gekommen. Im Dämmerlicht kriechen sie, alle leicht verwundet, unter Zurück- Fassung des Toten, aus dem Grdl-Sch unter den Eiseirschieuen hervor. Das Artilleriefeuer hat nachgelassen oder ist verlegt worden. Sie lausen gebückt, kommen durch. „Nein, .Toktor, erst muß ich zum Kvrmnandeur, ein paar Minuten noch!" Ter Major fährt von seinen:! Sitz am Telephon auf, als in der Unterstandstür einer steht iM verschmutzten Mantel, phide Mütze, Gesicht und .Kleider bllltbeschmiert, den .Arm unförmig umwulstet :md verbunden, einer, den er erst an der Ssimme erkennt. „Ich habe Herrn Major zu milden, daß der Feind starke Kräfte in Richtung nach dem Kluckgraben vorgeschickt hat, vor drei Stunden schon .sing es an. Tie Stelle ist gefährdet. Bitte ge- Hrsamst um gefällige Weitergabe an die Infanterie und an. die Division." Und während der Major schon nach allen Seiten telephoniert, berichtet er weiter: warum er nichit früher gemeldet, warn;:: er nicht in die Anrückeuden hinerngesch>ossen, wieviele es gewesen. Tann, ein paar Minuten später, im Nachbarunterstand: „Sv, nun verarzten Sie mich, Toktor, aber mad^m Sie's gnädig! Und wenn Sie einen Kognak bereitstellen wollten, ich hätte nichts dagegen." Vom Westen.nach.Galizien. Drei Jahre später. Da fechten türkische Truppen, Und HA ihnen steht ein einzelner deutscher Offizier, der Verbindung halten, den vvrgeseßten deutsch:: Stellen berichten, da und dort die Türken für den Ltellungskrieg ^anleiteü soll. An einem Maiabend wird er s-chfw«erverwundet aus der Stellung getragen. Zwischen ihm und einem Generalstabsoffizier bei. dem Übergeordneten deutschen Armeeoberkommando kommt es an diesem Abend zu folgendem Telephongespräch: „Hier Leutnant N . . . Ich melde Herrn Oberstleutnant ge- hvrsamst, daß ich heute mü dem Tivisiouskonnnai^deur in der neue:: vorgeschobenen Stellung aus dem Maschiueugewehrbevg und in dem südlich anschließenden Tal war. Wir haben alle Gräben angesehen. Ter Divisionär war sehr zufrieden mit der geleisteten Arbeit." „Schön. Wie weit sind Sie nach Norden gekommen?" „Nach Norden bis zur Türkenschlucht. Tort baut der Russe neue Sappen vor." „Was geschieht dagegen?" . _ „Wir bauen auch unsererseits einen Graben, eine Art Sturm- «ausgangsstellung. Ich habe den: Bataillonskommandeur eine Skizze gemacht, wie er ihn führen soll. Ein Mzugj davon geht morgen durch Meldereiter aus Oberkommando." „Gut. War alles ruhig vorn?" „Wir bekamen ein paarmal Feuer von Maschinengewehren, Scharfschützen. Ter Divisionär selbst hat zum Gewehr gegriffen, um zu erwidern!" „Hm. Er wird wohl nichts getroffen haben. Wie sieht der Drahtverhau aus dem Berg jetzt aus? Vor einer Wach« war er ganz zersetzt durch Artillerieseuer." „Sie arbeiten daran, wenn auch pur langsam. Er ist stellenweise noch nicht weit genug, auch sind noch ein päar Lücken da. Für Ae Drahtverhaue hat der Türke wenig übrig. Wer ich habe Mit den Kvmpanieführern an den gefährdeten Stellen gesprochen UNd sie haben mir bestimmt zNgesagt, daß heute nacht daran weiter- gearbeitet werden soll." „Schön. Tann empfehle ich daß Sie sich durch Augenschein an einem der nächsten Tage überzeugen, ob die Leute ihr Versprechen gehalten haben." „Tas würde ich selbstverständlich jtim, Herr Oberstleutnant, aber ich liege im Lazarett?" „Im Lazarett?" „Jawohl, ich brr: soeben hierher-transportiert worden imd war im Begriff, es Herr:: Oberstleutnant zu melden. Aus dem Rückweg hatte.sch Pech ich wurde verwundet..." „Sie sind verwunde: .... und das sagen Sie jetzt erst?" „Es ist wohl nichts Ernstes, aber ich habe sehr starken Blutverlust. Durchschuß durch den linken Oberschenkel. Ich bitte Herrn Oberstleutnant gehorsamst, mir für die nächten Monate einen Vertreter bestellen zu wollen . . ." Die beflügelnde vremfe. Bon Artur Fürst. (Nachdruck verboten.) An zahlreichen Wagen der großen preußisch-hessische,: Eisenbahn wird jetzt eine Einrichtung angebracht, _ die in vielen Beziehungen recht bemerkenswert ist, Es handelt sich unk nichts weiter als eine Bremse und dennoch unt einen der wichtigsten Fortschritte, den die Eisenbahntechnik seit Jahrzehnten gemacht hat. Man versieht -die Wagen mit einer neuen Bvelmse, und die Wirkung ist, daß sie fortab schneller werden fahret: können. Trotz aller «Kriegsnöte ist der preußische Staat imstande, für diese Neueinrichtung nicht iveniger als 245 Millionen Mark auszugeben. 245 Millionen für eine Bremse! Da sieht tvohl jeder ein, daß es sich um etwas ganz Besonderes handeln Muß. ‘ Und das ist auch der Fall. Es wird nämliche nach Einführung der neuest Bremse die seit langem in den Fachkreisen bitter geimg empfundene Tatsache verschwinden, daß die langsam fahrenden Güterzüge auf vielen wichtigen Strecken der deutschen Kähnen die dringend erforderliche .Verdichtung des Verkehrs sowohl für Personen wie für ZAüter hemmen. Tag und Nacht folgen ans den großen! Linien die Züge einander in -engstem Zwischenraum. Ueberholungs: geleise, die in imrner steig«end-er Zahl angelegt Werden, Wunen doch nur mit .Mütze ein Tiurchbringen der Schnellzüge , ermöglicheu. Tie Schien eupsäde sind an vielen und gerade den wichtigsten Stellen am Ende ihrer betriebliche Leisiiungsfähigkeit an gelangt. Darum haben allmählich die Stimme:: .derer immer mehr Bedeutung gewönnet:, hie eine grundsätzliche Dr-enNNÜg des langsamen GüWv- vom schnellen Kersoneuverkehr verlangen. Sicherlich wäre auf sehr vielen Strecken Ae Verlegung dritter fctttb vierter Geleise binnen' kurzem unabwendbar geworden, wenn nun nicht die sichere Aus- sicht bestünde, durch! eine grundsätzliche Beschleunigung des Güterverkehrs eine d-urchgreisende EntlasAng der Strecke herbeizuführcn. Tie Fahrgeschwindigkeit, d ie An Zug. haben darf, ist nämlich nicht nur von der LeistÜNg der Lokomotive, sonderst auch von der Bremse abhäirgig. Jeder kemrt ja das Bild der auf dem fahrenden Güterzug hockende:: Bremser. Sie haben Ae Ausgabe, auf den durch die Tampfpfeise geg-eben-en Befehl des Lokomotiv«- füherers -die Bremsen anzuzi-ehm. Tas geschieht aber höchst unregelmäßig, da durchaus nicht alle Bremser gleichmäßig arbeiten., Tie Folge ist ein starkes Stoßen im Zug Und! Reißen, an den Kupplungen, da die loser gebremsten Wagen auf Ae bereits mehr verlangsamten auflaufen und d-ann von den Pufferfedern wieder zurückgeworsen w-erden. Einen schnell fahretldeu Zug aus Aese Weise zun: Halten zu bringen, ist nicht möglich!, ohne fortwährend. Ae dringende Gefahr einer Zugz-erveißinNg heranszNbeschswölvsn.. Nur ans diesem Grund kriechen bis jetzt die Güterzüge so langsam über die Strecken. Tlaß sie nicht schneller fahren, liegt seltsamerweise nicht an der Zugkraft, sonder:: an der Bremse. Tie ausgezeichnet wirkende Trncklnstbvemfe, die bei Personen-, und Schnellzügen ganz allgemein im Gebrauchs ist, konnte bisher füv Güterzüge nicht verwendet >v«erden. Es hat dies seinen Grund in der sehr viel größeren Längenausdehnnng der Lastzüge. Tie Apparatur der Trnckluftbremse braucht vom ersten Anstellen des Führer- Bremsventils bis zum Eintreten der vollen Wirkitng ejne getvissa Zeit. Und diese Zeit wächst sehr stark mit der Entfernung d«er einzelnen Wagen von der Lokomotive. Bei einfacher U-ebertragnugi der Schnellzngbremse auf den Güterzng würde der vordere Zugteil schon vollständig sestg!ebremst sein, während Ae h-iuteven Wagen noch ihre volle Geschwindigkeit beibehalten haben. Das würde wiederum zu Zngzerreißungen führen. Jetzt aber ist- durch eine neue Erfindung, um die man sich zwar schon seit :nehr als zwölf Jahren bemüht, die aber doch in der Hauptsache während des Krieges in: Schjoß der preußischen Staatsbahuverwaltung gereist ist, die Möglichkeit der mechanischen Güterzugbremsnng geschaffen. Nach einer Reihe, von Jahren werden sämtliche Güterzüge, bei uns mit Personenzuggjeschwindigkeit gefahren werden, !vas eine ganz außerordentlich wichtige Betriebsverbesserung darstellen wird. Tie vielen Millionen, welche für Ae neue Bren'.se^ansgegeben- werdeu müssen, lassen sich also durch Ersparnis der außerordentlich hohen Ausgaben für die Anlegung von Erweiterungsgeleisen und den Aükaus der hierzu erforderlich:: Geländestreisen wwder ein- bringen. Tenn es ist klar, daß ein mit 60 Kilometern SticndeU- aefchwindig^keit dahst:fahrender Güterzug das Gleis nur halb sc lange in Anspruch nimmt, wie ein solcher, der nur 30 Kilometer StundengeschiwMdigkeit HM. Mit der neuen Vorrichtung, die nach ihrem Erfinder, dem Geheimen Oberbaurat Kunze und der an ihrer Entwicklung lebhaft beteiligte:: Knorr-Bremse-A.-G. Kunze-Knorr« Bremse heißt, ist ein mechanisches Kunstwerk allererster Ordnung entstanden und zugleich der iun-ere Widerspruch einer besch-lkNuiglön- den Bremsvorrichtung in Stahl und Eisen greifbare Wirklichkeit geivordei: . 248 Dke spanische Krankheit. Fern im Süd das schöne Spanien, Spanien ist ihr Heimatland, Die vom Heime der Kastanien Hin den Weg gen Norden fand. An der Spree, der Seine, Themse, Macht es sich bequem das Vieh, Spicht zu jedem zärtlich: „Nemm fei* Und sieh da, — schon hat man sie! Ob inonsieur, ob Herr, ob mister, Ob inadam, ob Frau, ob miß, Schwester, soeur, sorella, sister, Ist für sie kein Hindernis! Keiner trägt den Schmerz alleinig. — Welt, wann macht sich der Termin, Wo du über China einig Wie jetzt über das Chinin? Span'fche Krankheit, schnöde Grippe, Die durch ganz Europa kroch, Du insamigte Rantippe, Etwas Gutes hast du doch: Es bemerken alle Länder Unter deinem bösen Joch: Internationale Bänder Gibt es trotz des Weltkriegs noch! Karlchen. Vs?mrsehte§« * Bauernregeln für August. Um St Lauventi (10.) Emmen schein, bedeutet ein gutes J ahr von Wein — Wer im Heu nicht gabelt, im Schnitt nicht zappet, rm Lesen mcht früh pufstcht, der sieh zu, wie es ihm im Leben geht. — Wenn dre! Laselnüsse geraten, dann gibt es meist auch vsel Ercheln. — Der Tau tut dem August so not, wie jedermann das tägliche Brot — Gar fröhlich toird der Landmann sein, der gute Ernten brachte ein. Bei ihm ist alles toohl bestellt, denn Kali gab tc feinem Feld. — Wenn recht viel Goldkäfer lausen, braucht der Wirt derr Wein nicht zu taufen. — Wie Bartholomäftag (24.) sich hält, so ist der ganze Herbst bestellt. — Hitze an St. Domin« (5.), ent strenger Winter kommen muß. — Maria HrmmKahrt (15.) Emmenschein, bringt uns viel und guten Wein. — Wenn s rm KtztMstl ohne Regen abgcht, das Pferd mager vor der Krrppe steht. Büchertifch. — Elsaß-Lothringen und die internationale Lüge. Bon Dr. H. Ruland, Cölinar i. Elf. I. Bielefelds Verlag, Fret- burg im Breisaan. Preis 1 Mk. — Der Völkerkrieg. Eine reich illustrierte Chronik der Ereignisse seit dem 1. Juli 1914. Herausgegeben von Tr. C. H. Baer, Verlag von Julius Hossmann, Stuttgart. Heft 175 und 176, Preis je 40 Pf. Die Entftchrmg des Krieges zwischen Deutschland und der nordamerikanischen Union wird für Historiker und Bölkerrechtslehrer der Zukunft ohne Zweifel ein Problem vdn hervorragender Bedeutung sein. Ein tief und weit mernan.der-! E isender Zusammenhang .von Verhältnissen, Beziehungen und tgen, wie sie vorher noch nie da waren, ist ausgetreten. Zwischen Regierungen entspann sich ein diplomatischer Zweikampf von! Wachsender Schärfe: geheime Machenschaften jenseits des Ozeans jund die öffentliche Mjeuumg auf beiden Seiten wirkten aus die Zuspitzung der Lage hm. Für den Historiker, der einntal ein klares Bild dieser wahrhaft tveltbedeMerrden Begebenheit zeichnen .soll, muß zunächst das gesamte Material bereitgestellt^ werden. Dieser Ausgabe unterzieht sich nun wieder der „Bökkerrrieg" in teilten) Heften 175 und 176. Eine besondere Behandlung findet ferner! die Frage der bewaffneten Kauffahrteischiffe. — Die Schönheit. Mit Bildern geschmückte Zeitschrift für Kunst und Leben. Met Beiblatt „Licht, Luit, Leben". 1b. Jahrgang, Heft 1. 1,56 Mk. (Verlag 0er Schönheit, Dresden A. 24.) In vollständig neuem Gewände tritt mit dem soeben zur Ausgabe gelangten ersten Heft die bekannte Monatsschrift in den 15. Jahrgang ein. Das Heft legt wiederum Zeugnis ab von dem ernsten Bestreben zur Förderung einer gesunden deutschen Kunst, einer auf sonniger Natürlichkeit beruhenden Weltanschauung und einer naturgemäßen Körper- und Geistespflege. Neben einer Würdigung des Malers K. Schmoll von Eifenwerth mit zahlreichen Abbildungen aus der Feder von Egbert Delpy, wird namentlich allen Naturfreunden der Beitrag von Professor Dr. B. Hosfmann über die Schönheit des Vogelgesangs reiche Anregung bieten. Dazu plaudert Viktor Sylvester über Familiensinn und Rasseupflege. Novellen und zart empfundene Gedichte ergänzen den Inhalt des bildlich reich ausgestatteten Heftes. — Neuerscheinungen von ReclamsUniversal-- Bibliothek. Nr. 5981/82. Ein verhängnisvolles Blatt und andere Geschichten. Bon Anton von Persall. Nr.5983. Die Metternich-Pastete. Ein appetitliches Lustspiel in drei Gängen. Von Rudolf Lothar. BühneneinrichMng. 9h. 5984. KriegLnovellen. 9. BcaE. Mt Beiträgen von H. Fr. Blunck, I. #8#, M. Lampe!, H. O. Oehlke, M. Proskaner. H. Rolf, H. Unger. H. Wantoch, Heinz Welten. Nr. 5985/86, Gustav Mahler. Von Dr. Arthur Neißer. (Musiker-Biographien. 35. Barch.) Nr. 5987. Berühmte Kriminalfälle. Nach dem Neuen Pitaval und anderen Quellen. Herausgegeben von Dr. Max Mendheim. 12. Bd.: Manolescu, der Fürst der Diebe..BearöÄtet von Herrn. Pilz. Nr. 5988—5990. Kriegs- gesetze des Deutschen Reiches. 10. Ergänznngsheft. Abgeschlossen am 1. Januar 1918. Textansgabe mit (kurzen Anmerkungen und Sachregister. Herausgegeben von Karl Pannier. —'Deutsche Hochschulzeitung. Das l. Heft des 10. Jahrganges dieser Hochschul-Zeitschrift ist soeben erschienen. Der Bezugspreis beträgt halbjährig nur 6 Kronen oder Mark. — Probeheft unberechnet vom „Deutschakademischen Berlage", Wien, 7., Sieben- sterngafse 59. — Volkskochbüchlein für die Krieg s- und Uebergangs- zeit von Frl. Th Wittich, Lehrdame des städtischen Gaswerks in Mainz, 4. Auslage. Mit »feien erprobten Kochvorschristen paßt sich das Büchlein auch den einfachsten Verhältnissen an und bietet außerdem eine genaue Anleitung über die Benutzung der Kochkiste, deL Gasherdes und wird somit allen Hausfrauen bet der immer schwieriger werdenden Art des Kochens während und nach dem Kriege sicherlich viele Vorteile bringen. Preis 40 Pfg. Mainz, I. Diemer, Großh. Hofverlag. Gießsner Hausfrauen-Verein. Kochanrveisüngen. Tomatentaler. Man bereitet aus 1 Kilogramm in der Schale gekochten Kartoffeln, die man heiß z-erdrwkt und leicht salzt, einem kleiyxn Er und 260—300 Gramm Mehl einen Teig, rollt 3 Zentimeter dicke Würste aus, jidjfneibet talergvoße Blättchen ab, dcüÄ sie an ein Reibeisen, das mit Mchl bestreut wurde, und läßt sie in siedendem Salzwasser partienweise gar kochen. Auf ein Sieb gelegt, spült man sie mrt kaltem Wasser ab und erhitzt sie nochmals in Mcht gebundenem Tomatenmus. Kochen dürfm. sie nichlt mehr, nur bmchtziehen. Soße zu Pellkartoffeln oder kaltem Fleisch. Man rührt 200 Gramm frischen Quark, der durch die Kartoffelpresse gedrückt wurde, mit 1 Glas Rotwein und 1 Tass« Jvhaimisbeergelee, 1 Teelöffel Senf, etwas Salz und Pfeffer schaumig und verbraucht sie gleich, da die Soße durch längeres Stehen an Geschmack verliert. Verwertung von Johannisbeersaft. Ungezucker- £er Saft von weißen Johannisbeeren Bann statt Essig zum. Einlegen von kleinen Zwiebeln verwendet werden, wodurch diese bedeutend' an Wohlgeschmack und Bekömmlichkeit gewinnen. Doch mtütz man sie in den Gläsern der Haltbarkeit wegen sterilisieren/ und zwar 30 Minuteu bei 90 Grad. ^Schwarze Johannis beeren! geben einen sehr gefunden, im Geschmack dem Wein ähnelnden Safw Dsa dieser Saft dick nnjd ölig ist, tut mjan gut, die Beeren nöit Wasser, das bis zur Hälfte stehen (kann, an der Herdseite unter häufigem Umrühren zerrinnen Kl lassen und dann erst aus- Krdrücken. Dem Saft wird gelärrterter Zucker, 300 Grmnm auf 1 Liter, zugefetzt. Man sterilrsiert ihn 20 Minuten bei 70 Grad. Tie beim Pressen gewonnenen Rückstände kann man meistens noch zweimal auskochen rmd den Saft zu roter Grütze verwenden. Don Lindenblüten läßt sich auf die hier schon einmal für» Holunderblüten angegebene Weise ein äußerst erfrischender und wohlschmeckender Trank Herstellen, doch empfiehlt es sich, außer Essig iwch eülms Zitronensäure zuzusetzen und iW. nur 2 Tage nrit reichlich Blüten stehen »u lassen. Ueberhaupt 8crnn dieser un gezuckerte Saft überall statt Essig verkvendet werden, gezuckert kommt sein Geschmack d em des Weißweines M allen Obstsorten am nächsten und eignet sich besonders zur Herstellung von Botvleu. Füllrätfel. 1. hohrr französischer Titel 3. Behälter 3. Speise 4. weibliche Märchengestalt 5. Familienglied. Die Buchstaben AAAßCEKEHHIIINNNOP RRRSS8TT find in die Felder obiger Figur derart einzu- tragen, daß die fünf wagerechten Reihen Wörter von der beigefügten Bedeutung bilden, während die beiden durch schwarze Felder bezeichneten senkrechten Reihen eine Weltstadt und einen europäischen Fluß bezeichnen. (Auflösung in nächster Nnmmer.) Auflösung des Versteckrätsels in voriger Nummer: Keine Rosen ohne Dornen. Tchristleüung: W Meuer. — Zwillingsrunddruck der Brüb l'kchen Umv.-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.