samrtag, i>«n i>s. Juli (c\t Der Flammentöter. Roman von Horst Bo dem er. (Fortsetzung.) Hellauf lachte Wellerkmnp. Er konnte sich denken, für Mas ihn dieser Mann hielt, für einen Feuerfresser, ime M auf Jahrmärkten herrmiziehen, oder so etwas Llehnlrches. „Nein, den brauch ich nicht! Also Adiew Sie? Warren Sie, bis ich eine Vorstellung gebe!" , Der Gendarm sah ihm irach, ging hinter chm her, da drüben lag ja das Städtchen mit dem Amtsgericht, nach dem der Stromer pilgerte. j Und als sich Wellerkamp dem Städtchen näherte, laute- ten die Glocken, im Feiertagsanzug gingen die Leute rn die Kirche. . . Donrrerlvetter, war denn seine Zeit schon nm? Da mußte er ja wieder nach Haufe! . . . Nach .Hanse? . . Ein bitteres Gefühl stieg in ihm hoch . . . Ein „zn Hause hatte er. eigentlich seit Jahren nicht gehabt! Er, der Flammentöter! 'Der Waschpnlverfritze! . . . Und wie er sich mrt denr Klausner irnd seiner blonden Drude samt Krohlow auseinandersetzen sollte, das Nächstliegende, deshalb war er ja losaezogen, — das wüßte er heute noch viel weniger wie jemals! . . . Das lvar so echt Heinrich Wellerkamp! x° Die Lene in achte jetzt himmelstürmende Projekte. Das Waschpulver brachte natürlich unzählbare Millionen, ein Leben ivürde beginnen, wie man es sich schöner überhaupt gar nicht ausmalen konnte . . . Und da sie nwnrand anders hatte, der sie ihre Zukunstspläne ansein-ndersetzen koimte, hielt sie sich an die Triide. „Ja, dm nun laß den Kops nicht hängen! Weißt du, wenn der Flammentöter in mich verliebt wäre wr-e ich in dich, was ich niachte?" Die Drude konnte ihre Schrvester noch so beschworen, endlich mit solch alberner Rederei anfzuhören, es Ms ihr nichts. .. t ^ „Hör doch zu, ich Meür's doch gut! Also ich wurde dem Flammentöter ein sehr srenndliches Gesicht machen, damit er seinen Verstandskasten auch weiter hübsch anstrengt und noch mehr erfindet. Denn, dalß sich Papa den durch die Lappen geheri läßt, ist natürlich ausgeschlossen!" „Damit Hab ich doch nichts Hu tun! . . . Was geht mich dieser Flammentöter an? . . . Nicht mehr, als daß ich mich in unser aller Interesse freue, bleibt der Erfolg nicht aus! Wagt er «her, mir anzu deuten, daß er sich Hoffnungen macht, die ich nicht erfüllen kann, so werd ich mir gar kein Blatt vor den Mund nehmen, und wenn er auch fein Bündel schnürt und sonsttvo seine Erfindung verwertet!" Die Lene geriet ganz aus den: Hänschen. „Twlde! das war noch schöner! . . . Heiraten brauchst du ihn ja nicht! Aber ihn vor den Kopf stoßen, das feMte gerade noch! In ei^paar Dagen kommt er wieder! Ich bleib an deiner Seite — immer! Er wird keine Gelegen- ljeit haben., dir einen 'Antrag zu machen, bevor chu Papa feftgeiegt hat, dta sorg ich schon dafür! Na und dann? Läuft ihni der Mund über, streckst du ihnr einfach dre Hand hin und sagst: Wir haben Ihnen soviel zu verdanken, daß mir's schrecklich tvehe tut, Ihnen einen , Korb geben m müssen! Aber rneinen Krohlvw laß ich wicht, der rst doch Ihr Freund! Werden Sie auch der meine, bitte, mtte, lieber Flan.nneirtöter! . . . Was bleibt ihm übrig? Er wird in der: sauren Apfel beißen, vierzehn Dage WeltschME markieren und dann wieder vergnügt lachen! Der uW sich ans die Dauer die gute Laune nicht verderben!"' Die heimliche Braut begehrte auf. „So unanständig beuehm ich mich nicht. Er soll bei der ersten sich bietenden Gelegenheit wissen, woran er mit mir ist! Me ich das mache, Hab ich mir ganz genau, überlegt ! Und wenn er dann seine sieben Sachen packt, ich kann's nicht ändern!" Die Lene fuhr auf. „Wie du auch immer gleich bist!" Sie seuMe. „Da muß ich mir wahrhaftig Mühe geben, dem Flammentöter den Kopf zu verdrehen!" Trude lächelte. „Ihr beiden paßtet ganz gut zusammen!" Me Lene fuchtelte mit den Händen in der Lust herum. „Meinst du? . . . Weißt du, eigentlich gefällt mir der lustige Kumpan ganz gut! 9kur muß er, erst zurechtgestutzt werden, -- äußerlich und auch innerlich! ... Es wäre eine dankbare Aufgabe!" „Na also t" ^ ^ Um den Hals fiel die Lene ihrer Schrvester. Muntvv baute sie ihre Lustschlösser höher. „Nun lachst du doch wenigstens wieder! Ja—a ha muß sich wieder einmal „das Klernchen" aufopfern ! Deinetwegen und des Geschäftes wegen! Es soll probiert ioerden! . . . Aber das sag ich dir, wem: ich in ein paar Jayrew mit meirrem Flammentöter in den Millionen herum- schwimme, streck ich euch allen die Zunge heraus, wenn ihr auch reichlich abhaben sollt!" i * Krohlow war den Sonntag über zu Hanse geblieben, selbst das' Mittagessen hatte er sich holen lassen, dann bekam der.Barsche zwei Mark extra in die Hand gedruckt. ,Machtzeichen. brs zwölf Uhr, ich will allein blerven!"- Und nun saß der junge Offizier da und wartete. « Der Frau Uhlemann hatte er noch einmal erngescharft, ihm gleich mitznteilen, wenn Wellerkamp kam . Den mußte er richtig anpacken, damit er die vocke Wahrhmt erfuhr und sein weiteres Verhalten danach einrichten konnte. . Der Flammentöter — ein schlechter Kerl? Es wollte ihm nicht in den Kops . . . Ein würdiger Gesell war er zwar immer gelvesen. Mt so einenr wird man am besten, fertig, wenn man ihnr den Daumen auf die NchL drückt! . . ^ Nun daß er in seine Drude verliebt bis über 6etbe Ohren war, fand er sehr begreiflich!" --- - Eine Erstndung hatte 222 also gemacht, von der sich Mausner goldene Berge versprach -- und trotzdem war der Flammentöter auf und davon gegangen! . . . Das wcrv's ja, bei Mer GeniMtät fehlte :hm eines: die Energie, dnrchznhalken bis p 1 Schluß! . . .. Eine schwere Stunde würde das werden, den Freund dahin bringen, wohin er ihn haben wollte! . . . Aber war so viel gelungen, mußte der RieM Mch noch zu erreichen ^ Stunde auf Stunde verging, Krohlow saß da und wartete. Die Zeitung nahm er vor, ein Brich-, aber er war Mt aufgeregt, er wußte schließlich doch! nicht, was er überhaupt gelesen hatte... Der Abend brach herein, er machte Licht.... Kam etwa der Flammentöter nicht wieder- ... Es dämmerte ihm auf, warum er ausge- rissen war. Droben in den Thüringer Bergen hatte er sich klar werden wollen, Was nun werden sollte . . . Hoffentlich stellte er sich! endlich ein, denn dieses Warten, nachdem der Erfolg vor der Tür stand, d-as machte ja nicht nur ihn kaput, Klausner erst recht, und vor allem die arme Trude. ,Da schellte die Korridorklingel .Er stürzte hrnaus. Frau Uhlernann stand vor der Tür, ganz außer Atem. „Er ist gekommen, Herr Leutnant! Aber wie er cmsfieht, .Gort nein, es ist nicht zu sagen!" Krohlow nickte nur und ging hinauf. .Der Flannnen- töter stand mitten im Zimmer, bleich war sein Gesicht, die Mähne zerzaust, die langerr Bartstoppeln, der schmußige Anzug gaben ihm das Aussehen eines heruntergekommenen Handwerksburschen. Leicht würde das heute nicht sein, mit dem fertig zu w-erden, aber es mußte gehen. „Na, mein irrender Ooyssens, glücklich wieder in der Uhlemannschen Wohnung, genannt Jthaka, gelandet. .. Guten Abend auch, und nun komm rnit runter!" Des Flammentöters Blick irrte zur Seite. Es war ihm doch unangenehm, stich so vor dem Freund sehen zu lassen. Und dann hatte etwas in dessen Stimme gelegen! Etwas Schrilles, Energisches ! Und er war sich heute immer noch nicht klar, was er eigentlich tun sollte, —, mußte! . . j Z eit galt's zu gewinnen. „Ich will nrich erst lumziehen!" „Bist du so lange rn diesem wunderbaren Kostüm gewesen, kannst du's auch noch ein paar Stmrden länger bleiben! Mein Bursche ist nicht da, und paar Flaschen Rotwein lauern auf uns." „Nee, laß nur heute abend, ich bin todmüde !" D-a faßte ihn Krohlow vorn an der Joppe. „Jungchen, was soll das heißeu? Gehst mir fett Wochen aus dem Wege, machst einer: Jergnügungsrutsch und sagst mir nicht einmal Adieu! Und dabei hast du 'ne Erfindung gemacht, wegen der der Klausner kopffteht!"' Da kam .Leben in den Flammentöter. „Wer hat dir das gesagt?" , „Nu natürlich er! Aber um was es j:ch eigentlich handelt, hat er mir nicht verraten!" Endlich sah Weller kamp den Freund an. Der stand hochaufgerrchtet da. Verkörperte Energie! Mit einem Zuge um den Mund, den er noch nie da gesehen. Als wolle er kommandieren: An die Geschütze! Und nun schießt Eure Schrapnells los und zielt mir gut! ... Ja, es steckt doch etwas in den Offizieren, das Achtung einflößte. Disziplm! Der fuchtelte nicht mit den Händen in der Luft herum. Wre festgewurzelt stand er da. Eiserner Wille! . . . Und er mit seinem schlechten Gewissen! ... Es war wohl das Beste: was komme:: sollte, kam gleich . . . Kein Wort sagte er und ging mit dem Freunde hinunter in dessen Wohnung^. „So, Flammentöter, nun setz dich und laß mich-, erst reden, du kannst nachher antworten, so viel du willst! . . . Ich sagte dir schon, der Klausner war bei mir. Er vermutete, du habest ein riesengroßes Auge auf meine Drude geworfen! . . . Nein, schweig du nur jetzt stille! Sitzt ja bequem in deiner Sofaecke und zur Tür schmeiß ich. dich nicht raus, Gott bewahre! . . . Wir sprechen uns einfach aus, — als Freunde, Flammentöter! . . . Und da handelt es sich nich-t in erster Linie -um mich, also keine falsche Scham, sotwern um die, die wir beide lieb haben! . . . Willst du's darauf ankommen lassen, probiere dein Heil! Ich bin weder schriftlich-, noch mündlich mit ihr in Verbindung getreten, seit du weggefahren bist. — Junge, tch. bin iäMlich ein anständiger Kerl! ... Und dir werben wah.r- scheinlich Klausners das Geld scheffelweise zu verdanken haben! ... Mit solcher Genialität kann ich. nacht mit! . . . Ick) denke, du bist losmarfchiert, um dir klar zu werden, Wammentöter, ich bin auch nur ein Mensch, deshalb möchte! ich dich bitten: schenk mir reinen Wein ein! Denn der Trude wollen wir doch unnötige Erregungen nach Möglich-, keit ersparen . . . Wählt sie dich- — setz ich einfach den Helm auf, laß mich- bei meinem Kommandeur meiden und sage: Bitte gehv.Mnst um meine Versetzung! Und füg hinzu, was unbedingt gesagt werden mutz . . . Dann krieg ich auf der Stelle ein paar Wochen Urlaub, meine Ver--. setzung steht dann im Militärwochenblatt, ich komme wieder, pack meine Koffer, laß mich int Kasino ab feiern! Tsching* terretetäh! Hoch! Hoch! Händedrücke reihum. Die Musrk spielt dazu: Muß ich denn zun: Städtle hinaus und so weiter! Dann ist der Fall erledigt, und ihr beide braucht euch keine Vorwürfe zu machen.! Ich komm nöer'n Berg, verlaß dich drauf!" (Fortsetzung folgt.) August Wilhelm von hofmann in Sichen. Bon Oberlehrer Prof. Dr. Ma'vkert. Die schöne A. W. v. Hofmaml-Tafel an: Hettlerschen Hause in der Frankfurter Straße hat für uns Gießener »noch eine ganz besondere Bedeutung. Sie soll u:rs auch erinnern, daß der große Sohn unserer Stadt hier seine ganze Jugendzeit und die Jüng- lingsjahre verlebt hat, und daß er hier in der Schule Liebigs den Grund gelegt hat für sein späteres erfolgreiches Schaffen imbi Wirken. Sein Vater, I. P. Hofmann, >var nach reichbetoegtem Leben und nach wechselndem Aufenthalt in verschiedenen hessischen Städten im Jahre 1817 als Provinzialbanmeister hier nach Gieße»: gekommen. Er bewohnte mit seiner Familie das Halts am Seltersweg, in den: sich jetzt das Hutgeschäft vor: W. und G^ Schuchard befindet, so daß dieses Hans als das Geburtshaus! A. W. v. Hofmanns anzusehen ist. Das jetzt Hettlersche Haus, an ^ dem die Gedenktafel angebracht »vorden ist, wurde erst einig« Jahre später erbaut. A, W. v. Hofinann schreibt dariiber selbst in einen: in feinem Nachlaß vor gefundener: Anfang einer eigenen Lebensbeschreibung, die leider unvollendet geblieben ist und nur die ersten Jugerldjahre urnfaßt: „Meine ältesten Erinnerungen gehen bis zur Erbammg eines eigenen Wohilhauses zurück, welches mein Vater in Angriff nah»»:, nachdem er die Ueberzeugung ge* Wonnen hatte, daß Gießen seine bleibende Wohnstätte sei»: würde. Ter Bau dieses eigcnthümlich gestalteten Hanfes vor dem Seltersthor — noch heut unter dem Namen „„Tintenfaß"" in Gießen männiglich bekannt — tvar für mich die Qjuette alltäglich sich erneuenwen Vergnügens. Von Morgens früh bis Abends spät war ich auf. den: Bauplatz, um den Arbeiter::, bei denen ich als Söhnlein des Bauherr:: »vohlgelitten »var, znzusehen. Ich war nicht glücklicher, als wenn ich eine Schürze vorgeb »rüden bekam und mit mauern durfte. Auch ließ n:an mich getoähren. Als ich anfrn'g.. Hiermit brechen die Aufzeichnungen jäh ab, zu deren Weiterfüh- rnng der mit Arb-eit stets Ueberhäilste nicht mehr gekoininen ist. Was wir weiter von A. W. v. Hofmanns Leber: in Gießen »uw seiner: Beziehungen zu semer VaterftM rvissen, findet sich außer in seinen zahlreichen Briefen und in seinen „Erinnerungen an vorangegangene Freunde" vorrrehmlich in der ausgezeichneten Lebensbeschreibung, die sein. Frenrtd und Schüler Jakob Bolhard. weiland Professor der Chemie in Halle, in Berbindung mit Emil Fischer, Professor der Chemie in Berlm, herausgegeben hat, und in gelegentlichen Mitteilurrgen seiner Schüler und Frermde. Auch in Gießener Bürgerkreisen dürfte sich noch manche Erinnerung an unfern großen Landsmarrn erhalt«: haben, und es wäre sehr erwünscht, sie zu sainineln und der Mit- und Nachtoelt zu erhalten. Ter Verfasser dieser Zeilen ist dcrzu gerne bereit., W. v. Hofmann genoß bei aller Freiheit:n semer Enttmcklung eine sorgfältige Erziehung. Sie erstreckte sich auch auf die Pflege der Kunst; war doch, »me uns Karl Wogt gelegentlich berrchtek, das Hofmannsche Haus damals eines der wenigen Häuser hmr iu Gießen, wo Kirnst gepflegt wurde. Er besuchte dann das, h:e>:gq Gymnasium, kam aber, darin seinem großen Borbrld Lrebrg glep- cheitd, hier nicht recht vorwärts. Seine Begabung und seme Neigungen lagen aus ei,:em ganz andere:: Gebret, als aus denen, die damals ans den Schulen gepflegt werden konnten. Dadurch, daß er für einige Zeit zu einem Pfarrer in Melbach m derWetteran kam, scheint aber dem Mangel rasch abgeholfen »vorden zu >e:n, denn! kurz darauf lesen wir, daß er wieder von Greßcn aus regelmäßig nach Laubach fährt, um sich bei Pfarrer T:effenbach m italienischer Sprache zu vervollkommn«:. Im .Herbste des Jahres 1836 kam A. W. v Hotmann auf die Universität, um zunächst Jura zu studieren Daneben horte er, seinen Neigungen entsprechend, allgeinein brldende und machen:«-- tisch-naturwissenschaftliche Vorlesungen, bis er dann ganz zur! Chemie abschwenkte. Seine, Lehrer waren »reben dem berühmten Literarhistoriker und Philosophen Hillebrand, be: dem er Mstyetrk und Vorlesungen über Tante und Shakespeare hörte, der Mathematiker Umpsenbach, die Physiker Schmidt und nachher Buff, der später auch sein Schwager wurde, der Mineraloge v. Kllpstem, dann Knapp, bei de»»: er chemische Technologie hörte, und vor allem Justus Liebig, der A, W. v>. Hösmanns fernerer: Lebenslauf 323 entscheidend beeinflussen sollte. Liebig wirkte seit 1824 an der hiesigen Universität und hatte, veranlaßt durch' ferne eigenen Jugenderfahrungen und seinen. .Aufenthalt in Paris, den chemrlchen unterricht auf eine ganz neue Grundlage gestellt. Er beschränkte sich, nicht darauf, die chemische Wissenschaft gleichsam als etwas fertig Gegebenes vorzutragen, sondern leitete seine Schiller auch dazu an!,, sich den Unterrichtsstoff selbst zu erarbeiten. Er schuf ernen chemischen Arbeitsraum, ein Laboratorium, in dem ihnen, Vorrichtungen und Geräte zur Verfügung standen, damit sie die chemischen Erscheinungen selbst Hervorrufen und beobachten konnten, -ras regtü fie zu scharfem Erfassen und sicherem Besitz selbsterworbenen Wissens! an und leitete vor allem auch zu eigenem Wetterarbeiten und Weiterforschen iiber. Dieser neuen. Art zu lehren ist der groge Ein-- sluß zuzuschreiben, den Liebig neben seiner eigenen hervorragenden» Forschertätigkeil aus die Entwicklung der Chemre gehabt hat. Liebig und sein Laboratorium übten bald eine mächtige Anzrehungskoaft auf die jungen Chemiker der ganzen Welt aus. Immer mehr Schiller aus aller Herren Ländern strömten ihm zu; es war eme Glanzzeit für unsere Gießen er Hochschule. Bald waren die vorhandenen Arbeitsräume zu klein, und Liebig mußte versuchen, neue größere Räume zu beschaffen. Dazu bot sich eilte günstige Gelegenhett^als das hier liegende Militär infolge von Streitigkeiten nnt den denlen nach Worms verlegt und dadurch die Kaserne — jetzt eile Klinik — frei wurde. Liebig erwarb den einen Teiterrbau, der als Wachtgebande gedient hatte, und ließ ihn durch den Baumeister' Hosmann, A. W. v. .Hofmanns Vater, zu einem chemiichen Laboratorium nmzubanen. Es war kein kleines Stück Arbeit, und beide Männer haben, wie uns A. W. v. Hosmaun selbst berichtet, oft ms tief in die Nacht hinein zusammen g> »essen und beraten, entworfen und gezeichnet. Es folgten dann noch einige größere Erweiterungsbauten, bis dann im Jahre 1842 der Umbau vollendet und damit das weltberühmte Liebigsche Laboratorium entstanden ivar. Es ist der jetzt im Besitz der Liebig-Laboratorium-Gesellschast befindliche und deni Andenken Liebigs gewidmete Bau in der heutigen Liebig- straße, das unsre Hochschule iind imsre Stadt Gießen in der ganzen; Welt bekannt iurd berühnit gemacht hat. Noch heute ist dieser Ruhm nicht ganz erloscheii iind führt noch manchen Chemiebeflissenei» aus fernen Landen zu uns. Unser Gicßeuer Liebig-Laboratortum ist das Urbild aller später gegründeten chenlischen, Laboratorien geworden, deren Einrichtungen in ihren wesentlichen Grundzügen! noch heute das von Liebig und Vater .Hofmann geschaffene Vorbild erkennen lassen. lieber die Einrichtung des Laboratoriums sind, wir durch eine im Jahre 1842 erschienene eingehende Bau- beschreiburig I. P. Hosmanns genau unterrichtet. Ihr ist neben, einer äußeren Ansicht des Baues und eitler Reihe von Plänen eine vorzügliche Zeichnung des damals hier lebenden Malers Traut- schold beigegeben, der neben vielen, anderen Bildern, uns Gießenernl besonders durch seine Slndentenbilder bekannt geworden ist, dtp noch heute in unserem Museum, auf dem Schiffenberg nsw. zu sehen sind.' Tie Zeichnung gibt uns ein anschauliches Bild von dem Leben und Treiben, das damals in den neu hergerichteten Räumen des Laboratoriums herrschte. In der Mitte des Bildes sehen wir neben Liebigs Assistenten Will und dent dicken Laboratorimns- diener Anöel, der später wohlangesehencr Bürgermeister von Wie- seck geworden sein soll, eine Schar von Studenten, die Hu) mit, regem Eifer ihren verschiedenen chemischen Beschäftigungen hingeben. Einige von ihnen fallen bitnf} ihre abenteuerlichen Kops-, bedeckungen auf, die sie zum Schutz gegen den durch die o,sen!eN Kohlenfeuer — Gas gab es dazumalen noch nicht — entstehenden Staub und Ruß tragen. Ganz rechts an der Seite stellt em schlanker junger Mann im vornehmen Ausgehanzug mit Zylinder und Handschuhen und schaut sinnend dem Treiben zu. Es ist unser Ä. W. v. Hosmann, der anscheinend nur zu einem Besuch gekommen, von der emsigen Tätigkeit vor ihm angeregt, überlegt, ob es für ihn nicht klüger wäre und seinen Anlagen und Neigungen mehr ent-, spräche, die Jurisprudenz mit der Chentie zu vertauschen. A. W. v. Hosmann hat diesen Schritt getan und nicht zu bereuen gehabt. Mit wahrem Feuereifer nahm er sich seiner neuen! Pflichten an, und bald war er einer der fleißigsten und ob leinen Fähiokeiten, seines Geschicks und seiner Arbeitskraft beliebtesten! Schüler Liebigs. Er genoß dessen vollstes Vertrauen, wurde bald sein Privatassistent und als solcher mit wichtigen chemischen Untersuchungen und wissenschaftlichen, besonders literarischett Aufgaben betraut. Im Jahre 1843 veröffentlichte er aitc£> seine erste eigene wissenschaftliche Arbeit über die organischen Basen im Stemkohlen- teeröl, zu dem ihn: sein Freund Ernst Stell den nötigen Unter* such'ungsstoff lieferte. Sell besaß in Offenbach eine kleine chemstche Fabrik, in der zumeist ausländischer Steinkohlenteer auf Lack- sirnis verarbeitet wurde; aus ihr hat sich später das große Oehler- sche Werk entwickelt. Kurz darauf folgte die berühmte Arbeit über die Metanrorphose des Indigos, die den Namen des jungen Hosmann mit eitlem Schlag berühmt machte und ihn in Parts etwa goldene Medaille einbrachte. Mit diesen Arbeiten, denen sich kurz nacheinander iwch eine Reihe weiterer Untersuchungen hier tu Gießen anschlossen, beginnt seine hervorragende Tätigkeit aus dem Gebiete der Steinkohlenchemie, die ihn später in London und nachher in Berlin zu großem Ruhm rmd höchsten Ehren führen sollte. Inzwischen hatte sich A. W. v. Hofmann mit einer Nichte Liebigs, Helene Moldenhauer, verlobt, und er mußte sich nach einer dauerndeil uiid sicheren Lebensstellung umsehen. Dazu war hier in Gießen keine Aussicht, da neben dem ersten Assistenten und voraussichtlichen Nachfolger Liebigs H. Will noch die beiden Privat-» dozenten Knapp und Hopp vor ihm waren. Er wandte sich des-^ halb im Jahre 1845 nach Bonn und wurde dort Privatdozent. Hier traten dann die (Ereignisse ein, die eine entscheidende, Wendungi in seinem Lebensgang herbeiführten. Er bezog hier die Räume, die Prinz Albert voir Coburg, der spätere Prinzgemahl der Königin von England, als Student innegehabt hatte. Ms nun im sommer 1845 das englische Königspaar zur Einweihung des Beethovendenkmals nach Bonn kam, suchte es auch die ehemalige Wohnung des Prinzgemahls auf, und bei dieser Gelegenheit wurde A. W., v. Hofmann den Herrschaften vorgestellt. Aus ihren Wunsch führte er ihnen in seinem Privcttlaboratorium einige glänzende Versuche vor, die großen Eindruck auf sie machten. Das kam ihm, als er noch in demselben Jahre auf Liebigs Vorschlag nach London berufen! wurde, sehr zustatten, mtb hat ihm dort manche sonst unüberwindlichen Schwierigkeiten aus dem Wege geräumt. Er war auch fernerhin sehr angesehen am englischen Hose, wurde öfter zu chemischen; Vorlesungen im Schlosse herangezogen und übernahm u. a. auch den Unterricht der Prinzessin Viktoria, die der Chemie stets große Aufmerksamkeit entgegenbrachte. Sie hat später als Kronprinzessin! und als Kaiserin Friedrich ihrem früheren Lehrer stets große! Dankbarkeit und Verehrung bewahrt und ihn in ben engeren Kreis ihres Vertrauens gezogen. An ihrem Denkmal ans dem Platz hör dem Brandenburger Tor befindet sich nebm der Büste des Philosophen Zeller auch diejenige unseres Ä.. W. v. Hosmann. D urch seinen Weggang, von Gießen wurden A! .W. v. Hofma-nns Beziehungen zu Gießen keineswegs abgebrochen. Der rege Verkehr mit nahen Verwandten und- lieben Fremiden hielt ihn dauernd in enger Verbindung mit unserer Stadt. Hier wohnte vor allem bis zu ihrem Tode im Jahre 1854 seine Mittler, an der er m treuer, zärtlicher Liebe hing und die er alljährlich mindestens, einmal m dem ihm so wohl vertranten „Tintenfaß" aufjuchte. Hier fand er auch im Jahre 1865 seine dritte Gemahlin. A. W. v. Hofmann war vierinal verheiratet. Er besaß eilten ausgeprägten Familienstnnt -irnd schätzte' ein trautes Farnilienheim sehr, hatte aber das Unglück, daß ihm seine drei ersten Frauen jedesmal nach- kurzer Ehe durch einen frühm Tod entrissen witrden. Seine erste Frau war schon im Jahre 1852 einem Lungenleiden erlegen. Im Jahre 1856 heiratete er in London Rosanurnd Wilson, mit der er aus nierkwürdige Art bekannt geworden ivar. A .W. v. Hosmann beschäftigte sich damals u. a. mit dem Triaethylphosphtn, dessen! verdünnte Lösung einen hyazinthenähnlichen Geruch besitzt. tnnes Morgens fand er in seinem Laboratorium einen großen Korb Hyazinthenblüten vor. Eine junge Dame, die regen Anteil an seinen Vorlesungen und Arbeiten nahm, hatte ihn geiandt rn der Ueberzeugnng, daß der Geruch der Blüten auf dm erwähnten Stoff znrückznführen sei. Die Untersuchung bestätigte diese Vev- mutting nicht, dafür entspannen sich aber zarte Beziehungen zu der güttgen Spenderin, die zu Hofmanns zweiter Ehe führten. Schon im Jahre 1860 wurde auch diese Ehe durch den Tod, der jungen Frau gelöst. Seine dritte Frau hatte er im Hause seines Schwagers, des Physikers Hieinr. Buff hier in Gießen, kennen gelernt, der mit einer schon im Jahre 1848 gestorbenen älteren Schwester A. W. v. Hofmanns, verheiratet geivesen war. Elise Moldenhauer war ein Geschwisterkind seiner ersten Frau Helene und wie diese eine Nichte Liebigs. Auch sie erlag schon nach kurzes Ehe inr Jahre 1871 einem langen, schweren Leiden. Im Jahre 1873 heiratete A. W. v. Hosmann die Schwester seines langjährigen Assistenten mrd Freundes, Berta Tiemann, und mit ihr lebte er bis zu seinem Tode, fast 19 Jahre lang, in dauernder! glücklicher Ehe. Sie lebt noch in jugendlicher Rüstigkeit in.Berlin und hat es sich nicht nehmen lassen, an der Gedenkfeier für ihren! Gemahl teilzunehmen. ' . A. W .v. Hofmann war besonders tu früheren Jahren oft und! gern hier in Gießen. Er war ein Freund vom Reisen und hatte die Anregung dazu schon hier in seinem Elternhaufe empsaligen. Schon im Alter von 16 Jahren, im Jahre 1834 .nahm ihn sem Vater mit -auf eine große Reise durch die Schweiz und nach Italien, dre m dem Knaben einen dauernden Eindruck hinterließ. Während seines ganzes Leben hat A. W. v. Hosmann fast alkjährlich eine Reise nach Italien o-der an das Mittelmeer unternommen, und diese Reisen pflegte er, sowohl von London als auch- von Berlin aus stets so einzurichten, daß sie über Gießen führten und- er hier einige Stunden oder Tage im Kreise seiner Verwandten und mit lieben Bekannten und Fremtden verbringen konnte. Er fand, namentlich in den ersten Jahren, hier stets einen großen anregenden Fr-enndes- und Bekanntenkreis vor, in dem er sich sehr wohl fühlte. Da waren von der Universität neben Liebig und denen Assistenten und späteren Nachfolger Heinrich W 1 1 l sein Schwager Heinrich Buss, Friedrich Knapp und Hermann Ko pp; von gemeinsamer Tätigkeit am Laborator mm her waren es Friedrich Schoedler, der später das oerühmte ^Buch der Natter" herausgab, der Physiker Friedrich Z a m- miner, später Realschuldirektor in Michelstadt, 'der Geologe Ernst Diessenbach: ferner von Lehrern an unserer kurz vorher gegründeten Realschule der Chemiker und hervorragende Mineraloge Carl Ettling, früher Assistent Liebigs, und Johann Müller, später Professor der Physik.m Frechnrg und erfolgreicher Ueö-ersetzer und Bearbeiter des berühmten Pouilletschen Lehrbuchs der Physik. Dazu kamen noch andere, die nicht der Naturwis senschast angehörten, wie M o r r tz C-arrrer^, — 224 der Schtviegersohn Liebigs, und Privatdozent und spater Professor der Phllojophle, der damalige Prosektor Adolf Bardeleben, nachmals hervorragender Chirurg in Berlin u. a. Der Kreis wechselt, alte Freunde gehen und neue treten an ihre Stelle, so der Physiker Karl Bö pp ritz, der Schwiegersohn Mills. Wasser schieben, der Kanzler der Universität, Botaniker Hermann Hoffmann, dessen hundertjährigen Geburtstag wir nächstes Jahr feiern können, dann August Streng, der langjährige und beliebte Mineraloge unserer Hochschule, der vor kurzem hier verstorbene erfolgreiche Forstmann Richard Hetz, der Apotheker M e t t e n h e i m e r, der Buchhmrdler R i ck e r ujf. Das sind nur einige der Namen, die A. W .v. HofmamO Freundeskreis hier arismachten, in dem er so oft und gern wellte. Bei seinen Besuchen in Gießen hat er aber auch unserer Stadt selbst und ihrer Entwicklung seine Aufmerksamkeit gewidmet: Gan.z besonders erfreute er sich immer wieder an unserer schönen Um- aebung und Vor allem an dem herrlichen Landschastsbild mit Gleiberg, Betzberg u. Dünsberg. Am schönsten hat er das wohl zum Ausdruck gebracht in seinem im Jahre 1887 erschienenen Nachruf für .seinen Pariser Freund Wurtz, mit dem er bei Liebig zujammen gearbeitet hatte. Er schllderr darin das damalige Leben hier in Gießen und den ersten gemeinMnen Spaziergang, den beide nach den: Phllosophemvald unternahmen und dem dann später größere gemeinsame Ausflüge in die lveitere Umgebung folgten. Daran knüpfte er .Vergleiche zwischen einst und jetzt, die zeigen, daß er die Entwicklung Gießens auch weiterhin mit großer Aufmerksamkeit verfolgt hat. Wo immer sich %. W. v. Hofmann in seinen Briefen, in seinen Reden. Erinnerungen Gelegenheit dazu bietet, gedenkt er seiner „lieben Vaterstadt an der Lahn" in treuer Liebe und Anhänglichkeit. Aas letzte Mal hat er wohl in unserer Stadt geweilt, als er am 28. Juli 1892 bei der Einweihung des Lieöigdenkmals die Festrede hielt. Den älteren Schülern Liebigs, darunter auch A. W. v. Hofmann, erschien tzs Lanz.selbstverständlich, daß für Liebig hier -in Gießen, wo er seinen Ruhm begründet hatte, ein Denkmal errichtet wurde. Die Mehrheit der anderen aber war für München, und nur dem tatkräftigen, geschickten und klugen Vorgehen A. W. v. Hosmanns haben wir es zu danken, daß ai:d> Gießen sich eines hervorragerrd schönen Liebigdenkmals erfreuen kann. Er batte als ältester und berühmtester der noch lebenden Schüler Liebigs den Vorsitz im Aussührungsausschuß und hat in treuesten: Zusammenarbeiten mit seinem Fremrde Pros. Wlll nnd Buchhändler Ricker, die den Vorstand des hiesigen Ortsausschusses bildeten, alle Schwierigkeiten aufs beste überwunden. In .seiner Festrede bei der Ertthüllung und vor allem auch in dem Nachruf, den er seinem im Jahre daraus dahingegangencn Freunde Will gewidmet hat, konunt neben dem berechtigten Stolz über das so schön gelungene Werk auch die treue Anhänglichkeit an seine liebe Vaterstadt zum Llusdruck. Die Erinnerungen an Gießen, an seine hier verlebte Jugend- und Jünglingszeit und an die lieben Freunde, die er hier gesunder: hatte, gehörten stets zu der: schönsten seines an so vrel größeren nnd gewlltigeren Eindrücken reichen Lebens. Die Gedenktafel am Hettlerschen Hanse gilt nicht nur einen: der größten und berühmtesten, sondern auch einem der treuesten und anhänglichsten Söhne unserer Stadt Gießen. Büchertisch. — Aus tiefer Not. Roman aus der: Tagen der Reformation von Johannes Höffner. Verlag von I. Engelhorns Machst ft: Stuttgart. Ein groß angelegtes Kültnrbild aus der Zeit der Reformation. Frei von hohlem historischem Pathos läßt er hör uns die damaligen Träger der erschütterrwen Geivissens'-i konslikte erstehen: den Küchenmeister von Kürmainz, Nikolaus Engelmann, den Verfasser des kulturhistorisch so ioertvollen berühmten Engelmannbuches, die Witwe des gleichfalls historische:: Bierherrn von Kurmainz Heinrich Kellner, der irn tollen Jahr (unschuldig hin gerichtet worden war, und besmwers die Gestalt des Augustinermönches, der soeben zur vollen Reise des starken Lnthercharakters empvrznivachsen beginnt. Das Buch ist mit einer Anzahl Holzschnitten geschmückt. — Von der Maas bis an die Memel. Drei Jahre Kriegspsarramt in Belgien und Hindenburgs Hauptquartier. Von Pfarrer Dr. Ludwig Wessel. (Verlag von Velhagen & Klasing in Bielefeld u. Leipzig.) Preis kart. ,3 M. Ein ungewöhnlich frischer Zug weht durch dieses Buch des bekannten Berliner Pfarrers an St. Nicolai, der seine Kriegserlebnisse im Westen und Osten ganz besonders fesselnd und belehrend zu schildern weiß. Es kann auch besonders Volks- und Jugendbibliotheken warm empfohlen werden. — In einen: Rückblick aus unsere große Offensive im Westen, der in der neuesten Nummer 3914 der Leipziger „I l l u - strierten Zeitung" (Verlag I. I. Weber) enthalten ist, kennzeichnet der Verfasser, Generalleutnant z. D. Wollmann, als Unser Ziel die Vernichtung der Kainpffvast und des Siegeswillens unserer Feinde und kommt zr: dem Schluß: „Das ersteve haben wir in.den drei Monaten der großen Offensive fl: hohem Maße erreicht :md das letztere werden wir erreichen." Zahlreiche Abbildrmgen mich .AusnckhMM pvn der Westfront.zeigen vor allen: die riesige Beute, die wir gemacht Haben, andere behandeln die Feier des 30Mr:geu .Regierm:gsjubiläuu:s des Kaisers im Gwßerr HcüM« quartier, denFlugabtvehrdienst, .die Ereignisse in Finnland ü. a. nfl Von Mgen:eft:em Interesse ist die Darstellm^ eines GelellzngeA duvch den Wiarinemaler R. Schmidt-Hamburg. Tie 'hervorragender^ Leistungen bulgarischer Künstler veranschaullcht ein Beitrag über d:e Kriegskunstausstellung ft: Sofia. Dem neuen hellen Stern im Adler widmet Dr. Archenhold, h«er Direktor der Treptow- Sternwarte, eine durch Illustrationen erläuterte Betrachtung. DG Heimgegangenen Erzählers Peter Mosegger Leben und Wirken würdigt Tr. Richard Plattensteiner. Eine aufschlußreiche, mit instruktiven Bildern ausgestattete Studie Professor Dr. Bastian L-chn:ids ^ handelt vom „Spiel der Tiere". Der: Farbenzauber der Orchideen gibt eine Reihe mehrfarbiger Abbildungen wieder, - 7 - Das literarische Echo. Halbmonatsschrift für Literaturfreunde. (Begrüradet von Dr. Josef Ettlinger. Herausgegeben von Dr. Ernst Heilborn.) Verlag: Egon Fleische! & Co., Berlin W 9. Das 2. Juliheft ist soeben mit folgeichem Inhalt erschienen: Franz Servaes: Emil Lucka; Emll Lucka: Autobiographische Skizze: Erich Klein: Die Selbstkritik; Alfred Biese: Storm- Schriften; S. Rudnianski: de la Mettiers „Art de jouir" — Echo der Zeitungen — Echo der Zeitschriften — Echo des 2lnsla:tdes Kurze Anzeigen. Gietzener HKusfraueK-Gerein. Kochanweisustaen. Gurken-Ka rto fseln. Die Gurken rverdm geschäll, ausgeschnitten, von Mark und Kerne:: befreit, ft: beliebige Stillt geschnitten und in wenig Wasser mit etwas Salz, Zucker, Essig, säst weichgekocht und abgetvopst. Aus -Niehl, Zwiebeln, Fett :nacht rstan mit dem Gurkenwasser eine braune Schsvitze, der man etivas Sirup mW auch Essig zusetzt. Die Soße muß schön süß-sauer sein. Man gibt in der Schale gekochte, in Scheibe:: geschnittene Kartoffeln. Lnd die Gurken hinein nnd läßt alles zusammen an der Herdseite gut durchziehen. Speise von reifen Stachelbeeren. Tie Beeren ivev- den von Blitte nrll> Stiel befreit und mit Wasser, ettva 1 Liter! Wasser auf 1 Liter Stachelbeere::, tüchtig gekocht und durch «ft: Sieb gestrichen. Darm läßt man den gesüßten Saft ivieder znn: Kochen kommen und verkocht in Wasser klargequirlten Grieß oder Sago oder Ma:su:ehl dannt zu JtjdJcn: Brei, der in mit kaltem Wasser gespülten Formen pder ft: Schalen gegossen wird und erkalten muß. Wem: man nicht Grieß oder.Sago oder Kartoffelmehl hat, so quirlt man etwas Grütze oder Graupen erst ft: Wasser aus und gibt dann die Stachelbeerflüssigkeit dazu, um Grütze oder Graupen darin vollständig weich imd dick quellen zu lassen. Tomatensalat. Tie Tomaten -werden durch kurzes lieber- brühen niit kochendem Wasser von ihrer Haut beft-eit, oder sie 'werde:: mit, der Haut ft: Scheiben geschnittei:, mtt Zucker, Salz und Pfeffer bestreut. Ta die Tomaten ar: sich viel Säure besitzen, die der Zucker auslöst, so könnte es darnit eigentlich genug sein. Der richtige Salatesser setzt aber gen: Noch ^ettoas Säure dazu, die tu Zitronensaft oder in Ermangelung dessen ft: seinem Essig besteht. Sehr gltt schinecken feiugehackte Zwiebel dazu. Vexierbild. Die Bäurin mutz mir doch atlmeil zugucken! (Auflösung in nächster Nummer.) Auslösung des Diainauträtsels in voriger Nummerr G E i s Baron ' i raff« Hafer Ufa © Schristleitung: W. Niep er. — ZwlllmgSrunddruck der Brahl'ichen lluiv.-Buch- und Stsindrucksrsi. R. Lange, Gießen.