Eine Londoner Erzählung ans den Spätherbsttagen 1915. Von Justus Schoenthal. (Fortsetzung.) , ' r „ „Nehmen Sie mir meinen Freimut nicht übel, Herr Haupttuann; aber wenn ich ganz ehrlich sem darf, Sw kommen mir verändert vor. Es liegt so etwas Unnatürliches in Ihren Scherzen, so etwas Gekünsteltes Gezwungenes, beinahe möchte ich sagen, Unschönes. In jedem Wort knngt noa sein, daß Sie recht haben. Entschuldigen Sw das alles mit meiner doch wohl begreiflichen Nervenüberreizung. Weshalb soll ich auch schlechter Stimmung sein? Er stützte nachdenklich den Kopf in die Hand. Als Atterley schwieg, fuhr er fort: . „Uebrigens weiß ich nicht, weshalb nw nur zur Flucht rate«, nachdem zur strengeren Durchfuhruna meines^ Hausarrestes der Minister noch einen oder wohl gar inehrere Engel mit flammendem Schwert vor die Paradiespsorten hat Pflanzen lassen. — Seien Sie unbesorgt, sich bin m spatesten-- 48 Stunden auf deutschem Boden." .. Wissen Sie das bestimmt? Ich hatte nämlich daran „C&C.Ä«, ob wir Sie nicht als Matrose oder dergl-lchen auf einen unscheinbaren Segler oder ein nnoedeutenbes Damvserchen verdingen könnten,, das nach Holland layrt. Sie werden hoffentlich so klug sein, nicht unt dem großen Postdalnpser zu fahren- Da lverden -sie ja sicher herunter- Öef)0 ^i?ein, Mister Atterley, ich lasse jetzt einfach das Uh^ werk abschiiurren: ein Rädchen in diesem Uhrwerk smd auch Sie und gar kein unwichtiges. Wollen Sie mir einen Ge- fallen ttln^i ^ nen ^lfen kann, Captain, — Sie wissen, baß Sie auf mich unbedingt zählen können. „Gut! Ich hatte nichts anderes von Ihnen erwartet. Die §iden Männer schüttelten einander die Hände und sahen sich dabei tief in die Augen. , . ,Bor allem eins! Seren Sie mir Nicht böse, daß ich mich amt Ihnen gegenüber für einen Captam Longford aus- Mb, der ich niemals gewesen bin." Lachend versetzte der .Hilfszensor: _ . • *uau> „Das großartige Paradoxon, daß sw, der wirtliche Spion, mich als den vermeintlichen Spion sestnehilwn netzen, gehört wohl auch in dieses Kapitel? - - - Aber im Ernst, wre wollen Sie aus diesem Hause entkommen? „Das lassen Sie bitte meine Sorge sem! Ev Wird em Ereignis eintreten, das mich in glücklicher Weise unterstützt. Uebrigens werden Sie selbst es rwch früh genug erfahren, lieber Atterley glitt es wie eine Erleuchtung. „Sie werden womöglich gar mit einem Flugzeug ent- fließen?" „Erraten!" lachte der Hauptmann. „Aber brtte, etwas leiser! Die Wände haben manchmal so ftme Ohven, und Sre kennen ja unsere Paradiesengel. Wollen Sw die Lwbenswüv- digkeit Haben, diesen Brief hier an die Dame noch heute zu "^^Atterley besah flüchtig die Aufschrift. Sie lautete «s Hauses nnd och schchal«i gibt, das auch auf den Laien ferne Anziehungskraft ausüben wird. Der Verfasser gehr von der Feststellung aus, daß die Weneawgi^ des Hauses Brabant seither insofern zu.kuA gekommen ttt, a.s die landesgeschichtlichen Bearbeitungen den hessischen Zweig dern thn- ringischen Stamm ansgepsiopft, das Hans Dessen alsi.vewrsw-- maßen nur als eine Nebenlinie des thurmgM^i bettachret^habew Das war mitvernrsacht durch die Tatsache, daß Heinrich I-,.um ferm Caa»- tut Tu*/*rWtnKp*rt ÖClt Wappen mit dem mütterlichen thüringischen vertauschte. Nun lM Knetsch zum ersten Male eine vollständige staMinrekl-e dos mtefum europäischen, in die karolingische Zeit zmmrrreichenden Hauses vor, dessen einzigen noch grünenden Zweig ebM unser Koßherz-oglickMs Haus und seine Arhessischen Agnaten bilden. Ter jeht erstlsienene 1. Teil führt auf sechs 4 .asetn^mrt beglesio.chsn Text die Genoalvgie von dem Ahnherrn Giselbert (84o) bis zu Philipp dem Großmütigen (f 1567), im ganzen 20 Generation^ mit 176 Personen umfassend. Sämtliche den emz lnen Nauien gewidmeten Artikel beruhen auf gründlichen Studien unter erf uwp^ fender SRnußnng der Literatur und eures ansgedelmten ungedruckten archivalischen Materials, aus dem eine.Menge seither unbekannter Tatsachen und neuer Aufschlüsse g-eivonnen tmrd. sre aeben in knappster Fassrmg die iwtwendigen Taten pns dem Oebensga.rg des einzelnen Familiengliedes, soweit sie.bekannt Mworden sind, urrd nennen arrch die Begräbnisstätten. Bedeutende Fürsten sind aus- sührlicher behandelt. Ein Vorzug sind .die Nachnchten über Mtur- liche Kinder und ihre Schicksale, die man sonst rn genealogischen Werken seltener zu finden pflegt. Illustriert wird der Bemd durch prachtvolle Wappenbafeln von der Hano U b bel o hde s und r. d St-i»dr,.ck---i. «. La»,-. Dirken.