Flieger über London. ßiu« Londoner Erzählung aus den Spätherb Magen 1915. Von Justus Schventhal». (Fortsetzung.) '.5. Kapitel. Offene Karten. sDuchh die stille Straße, in der Longfords BoardinghauA lag, schritt ein Mann in höchster Aufregung. Er ftichte die Hausnummern ab und wollte gerade in Longfords Wohnung erntreten, als sich eine Gestalt ans dem Dunkel des Hausflurs löste und höflich, aber bestimmt vre Frage aus sprach: „Zu n»em wünscht der Herr?" Der Angeredete hielt erstaunt inne. „Ich? Zum Boaroinghaus von Mistreß Smith. Bin ich hier irre gegangen^ „Board'inghaus von Mistreß Smith ?' imederholte der andere. „Doch nicht zu Mister Longforo?" „Gewiß. Eben zu diesem. Mer wer gibt Ihnen das Recht, mich auszufragen?" Der andere zog eine Alechurarke und eins Erkennungs- karte hervor. „Seattle, KrünirM'beamter," sagte er ohne Stimmaufwand. „Darf ich bitten, sich anszuwcisen?" „Gerl'le." — Er zog eine Ausweis karte hervor, lautend VUf den Hilfszensor im Kriegsamt James Atterleh. „Danke. Das genügt. Der Herr kornmen wohl in amtlicher Eigenschaft?" „Selbstverständlich!" log Atterleh beherzt. „Jc nicht, daß Mister Longford so streng überivac darf wohl eintreten?" . „Bitte sehr." wußte : wird. „Danke/ Die Gestalt verschwand wieder im Dunkel. Als das Zimmermädchen dem Hauptmann Atterlehs Warte brirrgen wollte, mußte es mehrmals kräftig pochen. Endlich gebot eine schlaftrunkene, nicht eben freundliche Stimme, einzutreten. Das Mädchen öffnete die Tür und war nicht rvenig erstaunt, kein Licht in dem fast nächtlich dunklen Zimmer zu finden. Aus der Sofaecke kam Longfords Stimme: „Bitte drehen Sie das Licht an! Ich habe ein wenig ^schlummert. Was ist los?" „Ein Herr wünscht Sie zu sprechen." Sie übergab Longford die Karte. Sichtlich erfreut hieß fte der junge Offizier, den Herrn hereinzuführen. „Dich ist mir in der Tat in so hoheln Maße erwün. Kerr Atterleh, daß Sie mich aufwecken kommen. Ich habe Vümlich den Nachmittag verschlafen. Ein bißchen Auftegung ^^bt nach dem Lunch. Da schlafe ich stets großartig „Wohl Ihnen. — Wenn ich mich auftege, spüre ich das noch Stunden, oft Tage lang hinterher. In den Tagen meines großen Prozesses denke ich oft die ganze Nacht hindurch was ich noch alles Vorbringen könnte z« meine« Gunsten. Dann mache ich wieder Licht, lese, bis mir Mt Augen vor körperlicher Ermüdung zufallen, blase die Lampe aus, schließe die Augen, kehre mit meinen Gedanken wieder zum Mittelpunkt des fürchterlichen Kreises zurück, denke wieder an die Gegner, ihren vornehmen Advokaten Buriv- Ham, fetze im Traumbild die Gedanken fort, führe die gräßlichsten Auftritte mit ihnen durch erwache entsetzt und in Schweiß gebadet, stecke wieder die Lampe an und — wiederhole dasselbe Spiel, drei-, vier-, oft sechsmal in einer Nacht, bis der Morgen graut. Dann firrdet sich endlich der Schlaf- aber ich muß dann aufstehen und arbeiten . . . Ach ich kann Ihnen sagen: manchmal schon habe ich es bereut daß ich damals Ihrem Rsat gefolgt bin und von meinem Lerchenbegängnis Abstand nahm. Es geht mir ja jetzt in mancher Hinsicht um vieles besser; sogar der Hauptprozetzj hat sich inzwischen zu meinen Gunsten gewendet. Grund: Eine neue Perücke besaßt sich jetzt mit der Sache... Ich möchte am liebsten mit Falstaff sagen: Ich wünschte, es wäre Schlafenszeit, Heinz, und alles wäre gut. — Mein Gott, ich schwätze da mit Ihnen und habe Ihnen noch gar nicht erzählt, weshalb ich Sie jetzt überfalle. — Wissen Sie übrigens — ich muß schon wieder abschweifen —, daß Sie polizeilich überwacht werden, daß jeder Besuch, der zu Ihnen kommt, sich ausweisen muß?" „Gewiß weiß äch das. Sie sehen, ich habe dabei ganz seelenruhig geschlafen. Es schläft sich bekanntlich nie sicherer, als wenn man sich gut bewacht weiß." „So ist das am Ende wahr?! Um Himmels willen, haben Sie den Verstand verloren, Herr Hauptmann?" „Soviel ich weiß, habe ich meinen Verstand noch nicht verloren," versetzte Longford trocken. „Aber. . . war diese Frage der Zweck Ihres Kommens?" Atterleh fuhr sich mit der Hand durch die Haare. „Also, . . . also ... ich verstehe das alles nicht mehr. Ist denn das überhaupt möglich? Aber das muß doch die Mißgeburt einer überhitzten Einbildungskraft sein . . * Nein, cs ist —-" „Wollen Sie mir nicht vielleicht sagen, was die Mißgeburt sein soll." Atterleh jagte kreuz und auer durchs Zimmer. „Ach, es iß ja verrückt. Sie sollen gär nicht Longford heißen und überhaupt ein Spion sein." „Das ist nichts Neues. Das sagte mir heute nachmittag sogar der Minister ins Gesicht, und zwar in vollem Ernste." „Der Mann ist geisteskrank." „Wer? Der Minister oder ich?" „Und ich kann's bei alledem noch werden." Er warf sich erschöpft auf einen Stuhl. „Ja, Kapt'n, ahnen Sie denn gar nicht, was sich für ein Unwetter über Ihrem Haupt entladen will?" „Meine Ahnungen sind recht friedlich. .Ich habe das Gefühl jener Beunruhigung, wie sie etwa ein Landmann nach getaner Arbeit hat." Atterley matib feierlich. „Mister Longford, Sre haben mir einmal in mreraen- nütziger Weise geholfen. Sie h-aberr mir dabei verraten, daß Sie geheime Widersacher fürchten. Ich kann Ihnen den Menst, dein Sie mir gel-eistet, heute wieder teilweise vergelten. Ich- habe heute unter der holländischen Post einen Brief gefunden, der Ihr Verderben sein kann. Offenbar hat der Minister unfern Konsul in Rotterdam veranlaßt, nach Ihrem früheren Aufenthalt dort Nachsorschmrgen anzustellen und ihm persönlich in seine Wohnung Bescheid zu geben. Das letztere ist ein Glück für Sie. Sonst hatte ich den Brief gar nicht zu sehen bekommen; denn Briefe an Behörden gehen nicht durch die Hände der Zensur." „Nun, und was hat denn der brave Humphrey heraus- ^ * , Sehr unangenehme Dinge. Er behauptet, Ihr ganzes Auftreten sei — werden Sie nicht ungehalten! Aber er schreibt so wirklich! — Schwindel gewesen. Die Familie Mev oder Droh seien deutsche Kundschafter und Sie siche^ lich auch. Ich kann Ihnen nur raten: Fliehen Sie, so rasch Sie köirnen! Morgen früh erhält der Minister den verhängnisvollen Brief mit der ersten Post zugestellt, und was dann geschieht . . . ?" „„„„ . , _ , , , Und wie denken Sie über den Fall?" fügte Longford, so leichtsinnig und übermütig es ihm nlöglich war. , Er ist jedenfalls ernst genug. Ich begreife mchL, daß Sie noch scherzen können. Mich persönlich hat es ja nicht zu kümmern, ob Sie ein Spion find oder nicht. Ich war ^hnen zu Dank verpflichtet und habe diese Dankesschuld jetzt ab- zutra^n verbucht. Mensch!" sagte Longford fast gerührt und reichte ihni die Hand. „Ja, es nützt nichts mehr. Meiil Tagewerk ist hier vollbracht. Ich will mit offenen Karten spielen. Mein Name ist nicht Longford. Ich heiße Paul Kersten und bin ein preußischer Hauptmann. Der Minister wird Ihnen das im wesentlichen bestätigen können. Ich sehe keinen Grund, es Ihnen, der mich in dieses Land eingeführt, noch länger vorzuenthalten." „Das ist . . . das ist ja fürchterlich. 'oie sind ja ein Kind "des Todes!" „Das sind wir alle, Mister Atterley! Wir vergessen es „Und Sie können so ruhig und heiter sein?! Warum fliehen Sie deiin nicht?" „Das hat mir mein VorgescHter von gestern, der Minister, verboten!" , Sie machen Witze, Herr Hauptmann? Jii Ihrer Lage? Und ich bekomme Herzkrämpfe, wenn ich Ihre Lage überdenke t" Lieber Mister Atterley, das ist doch weit besser, als wenn Sie Witze machten und ich Her'z^ämpse bekäme." (Fortsetzung folgt.) Aeindflug. Gurt Reinhard Dietz. F-lieaerkasino herrschte eine aus gelassene Lustigkeit, als Rittmeister von Büyren eintrat. Freiherr von Ellerkauw von der Jagdstaffel hatte seinen dreiundzwanzigsten, Leutnant ^-vevers Ken elften Gegner abgeschpssm. Man stierte. Der Ulanenrttt- meister der seit kurzem die Fetdflieg.erabteil.ung! führte, blieb am Lußersieg Ende des Tisches stehen. Prüfend überblickte er die ganze ffl* iw«tt er jem«Bbm lache. Taim llmgelte et mit bem Breiten 'Siegelring an eines der ungefüllten Glaser. ^, Gestatten Sie, daß ich Sie einen Monrent störe Ts ist sofort ein Änfklärungsslng zu fnackM. Ich such« Freiwillige dafür — Lie werden verstehen, was das bedeutet. Z^ve: Apparate ftnd bis jetzt bei der Sache verloren gegangen. Leutnant Elbs ist tmi eSem Fluge schwer verwundet zurückgekehrt — dank der Geches- aeaenwart des Führers überhaupt zuruckgekehrt. Da kbm:eu Sie sich ungefähr denken, worum es sichhandelt.Jchbenüttge n«r iwck> Führer, Graf Poppenhusen hat ftch beretts erboten, als Be- ^^Man^httt^istn'aufmerksam zugehört. Hier und' da sprangen «in paar Herren auf. Vom untersten ^rde der Tafel klang eene fetze, entschlossene Stimme^ herauf. ,,^ch bitte sehr darum, den ' ^Bemd^lLelofs^blickte dem Rittmeister fest in die Augen. Noch einmal wiederholte er seine -Worte. „Ich bitte sehr darum —" Cs Tang fast wie eine Drohung. . . oder ein Befehl, niiü wie eine Bitte. Ern paar von denen, bte ftch hatten melden wollen» nahmen wieder an der Tafel Platz; sie wußten ganz genau., daß, wenn Weloff, der kühnste und tolllte von allen, ftch darum bewarb, einen Flwr machen zu dürfen, .er immer ausgewahlt wurde. Be- ft.®S? ÄSRoMitft mm. ni-kt- taitaK „Ich danke Ihnen, Adeloff. Sre müssen m zwanzrg Minuten fihctxibßxcit feilt/* , 9 Der andere verneigte sich leicht. „Ich werde fertig fein, Herr 1 i j ? f*i ny. Tie sehnige, schlanke Gestalt straffte sich. Ueber das braun- gebrannte, hagere Gesicht mrt der kühngeschwungenen Adlnmast legte sich plötzlich «in kalter, bitter« Zug. Er blrckte A N die ffhr: fünf Minuten vor fünf. . . Hastig leerte er fern Glas, ^rü^Bren^mde Somntersonne lag mit sengenden Strahler: über dem Landl Dumpfes Donner:: -der Geschütze grollte von der Front herüber. Bernd Adeloff schauerte zusammen: fetzt war es so weit. Seit vier Jahren hatte er sich,diese Stunde ausgemalt, batte er von dieser einen stunde getrännrt und geahnt. . ntu geheimer Wollust hatte er sich in einsamen stunden ausgemalt, wie alles komme:: würde . . . Und fetzt war sie da. Rasch trat er in den Flugzeugschuppe:: und tteß se:ne Ma- Mine Tarmachen. Mechanisch kleidete er s:ch an. Traußm fragte jemand nach ihm. Er hörte, wie her Monteur den Mgekommmen in den Schuppen rvies. Es war der Beobachter. Hasttg stülpte ex dm Sturzhelm über den D'ps mH setzt- hi- Schutzbrille Er war fertig. Der andere trat auf :hn zu, d:e Hand an der wcutze^ „Graf Poppeuhilsen —", „ Bernd Adeloff verneigte sich lucht. „Adeloff— , Ich habe schon von Ihnen gehört — man rühntt ^hre Fliegerkunst und Ihre Sicherheit." „Vielleicht sprach man zu viel. Ter Krug geht so lang« zn ^^Mrud^deloffs^StimE klang kalt,und abweisend. Ter arider« schaute einen Momertt betroffen zu ihm auf, dam: lächelte er leicht - Sie sind auch lebensmüde, daß S:e ,:ch gcmdbet haben —^ nur hängt der ganze Kram zum Hals l-eraus. Ter Flieger gab keine dlntwort. Langsam schritt er um den! Apparat und Prüfte das Gestänge. Es war , alles :n Ordnimg. Eure eisige Ruhe hatte ihn überkommen. W:e immer wrntte er den Monteuren und wandte sich zu dem Grafen zuruck. ,.W« Ter^Beobackter^schlruderte de:: Rest seiner Zigarette weg und sprang in den Sitz. Adeloff saß bereits und'Prüfte dm Mowr^ Ruhig, wie sonst im:ner, faßte er an feven Hebel, jedes Rädchen lastete seine Hand noch einmal ab. Tann Nickte er dem Monteur Mr'Mann in dem blauen, ölbeschmterten Leinerckittel faßte den Propeller und begann ist: zu drehen. Bernd Adeloff wandt« sich im Ditz zu dem Beobachter um. Seme sttmme klang er:: wenig heiser vor verhaltener Erregung. „Kenn«: Lne m:ch Graf — E^er^aüdere Mcktt^erstaunt auf. „Kennen — .getviß käme :H Sie Sie sind Leutnmrt Adeloff von den Feldfliegern 10 . . . Ter im Führersitz fiel ihm hart ins Wort. . > Machen Sei keine Scherze, Graf. Ich meine: haben Sie nie ca neu Bernd Adeloff gekannt - früher emmal? Ter andere schien zu überlegen. .Er hatte so v:el Menschen kermen gelernt in seinen: Leben, bei den Gardehusaren, auf semenj ®ern*>‘ «bcloff schob die Schutzbrille' mit jähem Ruck auf die Stirn und schaute de:: Beobachter eine Sekunde lang durchdrmgeM an. „Kennen Sie dieses Gesicht nicht mehr Er konnte nicht weiter reden. Der Motor hatte gefaßt Vor ihn: sprang der Monte::r .'zur Seite. Sern Ruf h:eß Lldeloft aufpassen., » df schaltete die Zündung und den Anlasser ein. Der Motor arbeitete, ein Zucken u:rd Zittern lief durch den gazellenschlankelt Leib der Maschine. Ter Propeller begann zu rasen. Adeloff blickte auf den Tourenzähler — 400 — Sfaetmßidjieri! ^ ^ne HennMötze wurden weggerissen, der Apparat sprangi an - zitterte, schaukelte - jagte vor - begann sich zu heben kan: noch einmal zur Erde, schwang sich hoch stieg hoher, Graf Poppenhusen, der schlanke ehenralige Gardehusar, starrte wie gebannt auf den Mann vor ibm :m Führersitz, der b:e iah rn ... . om . r'_«rwH» TOurfiipi irtl>’rffip‘r+p' winK wollte er aufsteigeiide Maschine mit eiserner Ruhe Meisterte Was wollte « von ihm? Was sollten seine Fragen, se:n eegentnnckichps Benehmen? Adeloff ... er hatte den Name,: schon einmal -irgendwo gehört . . . Wo war es nur gewesen? . Tie Taube schloß mit rasender Geschwindigkeit ::: die .Höhe. T-er Höhenmesser sprang nur so hoch — 300 5(K) 000 Adeloff mutete dem AP-parat viel zu viel zu. Unruhig beobachtete Poppenhusen von feinen: Sitz aus den ratternden Motor. Wenn « aussetzte, waren sie mlrettbar verloren. Immer hoher jchraubte sich der Apparat der Sonne entgege:l. Poppenhusen starrte nnabläsiig aus die Maschine. Plötzlich wefteteii sich ferne Amen, uvert beugt« er sich vo:mr':ber zu d-eur Führersitz. Bernd Adeloff hatte die 176 0 mmd über bm Winds« gehobm und.MM M jgn mngewandt. Ter Apparat schüvmrkte vmr der Mtz- ktzck.Ni Bewegung, legte sich leicht pw ^rtt. AdeLosf . kehrte ftch m (totem Sitz um und trat an das Sertmstener, sofort stand ^ R^rat wieder senkrecht. In jähem ^Entsetzen surrte ter andere Ms die Tafel. Was wollte der da am Steuer vonihm? Was wollte, ex mit dein Nanien? Was sollte die Frage? Er las » «boten Sie Marga Jhmig gekannt? Marga Jhmig — Herrgott, er kannte so vrele,was wußte er, war das wan Was wollte der Mensch damrt, fetzt, wo es vor den Feind ging, wo jeder Nerv der eigenen Rettung gepürte. ter MeM da vor ihm wahnsmnrg geworden oder wollte Eine furchtbare Ahnung üterkam ihn plötzlich ein Ahes Ernmeru: Marga Jhmig — natürlich das war s re, und ~ BerlchOÄdeLoff ^ Tafel weggenvurmm und schob sie zum! tzweitenmal vor den Windschutz. Immer höher stieg der ^pparat. Ter Acotor arbeitete ratternd!, der Propeller bohrte ttch sausend und wühlend in die Luft. Pvppeiihusen starrte aus dre Tafel, raum bah er die Buchstaben noch sehen konnte. „Tann bittren Sie auch mich!" Wie eine unerbittliche Trohung leuchteten die Worte öu ihm herüber. Bernd Adelofs saß regungslos im Mhrersch und mmsterte die Maschine — als wenn nichts los wäre. Poppmhusm fühlte den kalten Schweiß ans 'd>er Sttrne. Jetzt.Mr^e er alles. Er war verloren, wenn es der da voriie wvlltt; er hatte ihn m der Hand, Konnte ihn vernichten. Und nicht ein Wort konnte er sagen... Bor vier Jahreii war es. In Berlin. Er hatte Marga Jhmig tcnnen gelernt, irgendwo arif einem Ball, Gesellschaft er wußte nicht mehr, wo. Ihre lettene, rassige Schönheit httten. ihn aus den ersten Blick frappiert. Er begann ihr, den 5)os zu machen, bewarb sich augenfällig um ihre Gunst, ^re merkte es, fand anscheinend Gefallen daran - kurzum, er tanzte wt dni ganzen Wend nur mit ihr, saß sogar der ihren Eltern am ~W/ brachte sic in her Nacht, als sie hermsuhrm, zum Wagen. Als er in dm Saal znrücktrat, hatte er den ersten Zuß und das Versprechen erhalten, sie Wiedersehen zu dürfen. so hatte es damals 8 Erschreckt fuhr er auf. Ter Apparat hatte sich whaus die Seite aeleat, stand fast auf dem linken Flügel und sagte rn wahnsinniger Kurve !rach links. Mtt rasender Geschwindigkeit te- E>r die Maschine zu sallm. Ter Höhenmesser sanL rapid ttm Gardehusareii überlief es eiskalt: der Mensch wollte wahrhaftig — Ter Apparat schwebte plötzlich wieder ruhig und ohne schwanken Ter Motor arbeitete gleichmäßig wie vorher. Er blickte nach Bernd Adeloff. Ta sah er dessen linke Hand im dickledernen Handschuh aut 'die Tafel gerichtet. Er hängte sich weit vor und las die wenigen Worte : „Sie haben mit Menschmherzen geiprelt — Ihm schailerte. Ter Mantn da vorne war fern Fernd geworden und ließ nicht nach. Er hatte sein Opfer gefunden. Und nun sollte er, der lustige, schneidige Gras Poppen Husen, tem dre Weiber nur so nachliesen — nun sollte er wegen eurer solchen Lwbschaft, -ivegcrr eines Flirts, den er einmal vor Jahren gehabt, ins Gras terßen! Wegen einer Spielerei — _ , Immer noch standeii die paar Worte ans der Tafel au den Windschutz gelehnt iurd grinsten zu ihm herüber. Wie em Toten- topt schien es ihm, wenn er hinblickte und die weißen Buchstaben im schwarzen Felde vor seinen brennenden Ingen ineraiider ver- schevanunen „Sie haben mit Mmschmterzm gespielt . ' Trei, vier Wochen hatte er Marga Jhmig fast täglich getrosten. Ta kam ihr Bräutigam von einer Studienreise zurück — es war Bernd Adelofs, jener Bernd Adeloff, der da vor ihm saß, regungslos ein Klotz von Eisen, und die Maschine dem Fernd- mtgegmtrreb. Eine Katastrophe tvar unausbleiblich,. Liter es kam anders rote er «dacht. Er hatte gemeint, der andere fordere ihn vor die Pistole — nichts dergleichm kam. Eines Abends, als- er Marga tme immer trat, warf sie sich träne,iüberströmt an ferne Brust. „Es ist alles aus mit Bernd. Er hat Rechmschast gefordert über alles — da habe ich ihm gesagt, daß ich ihn nicht mehr lrete daß ich nur dreh noch liebe. Ich habe ihm seinen Ring zurlickgegeten — alles ist aus Und unter Träum lächelnd blickte sre zu ihm aus. .„Jetzt bm ich frei, jetzt gehöre ich dir, Geliebter . .".Ta war er sah Msammm- gezuckt. Leichenblaß war er geworden, so blaß, daß es ihr aussrel. Er entschuldigte sich mit einem.leichten Unwohlsern. Herrgott, da hatte er sich ja in eine schöne Klennnle gebracht — so gerne er, das Mädel hatte: heiraten — kern Gedanke! Marga ^hmig war was man in seinm Verhälttrissm arM nannte — iurd er brauchte eine reiche Frau, deren Geld ihnr half, das Gut wieder bvchzubringm, wenn er bei dm Gardehusaren abdankte; iilid eme Frau, die den Namen Poppmhusm zu tragen würdig ivar — eine Adelige. . Gerne hatte er das Mädel ja — gewiß, wie man so viele geistreiche, hübsche Mädels gerne hatte, ater heiraten: n ' m< £er Apparat begann wieder langsam M fallen. Nervös beobachtete er dm Höhenmesser. Bernd -Adeloff blickte durch sem Glas angesttmgt uuter, sich zur Erde. Er hatte dre^ Tafel weggenommen und warf hin .uno wieder entert Blick auf die Karte tu seiner Linkm. Neben der Maschine krachte es plötzlich aut Schrappnells. Tort weiter rechts noch eins — man war überm Feind- Ter Führer machte ihm' ein Zeichen mtt der Hand. war , wett. Poppmhusm hob tes Glas an die Augm irNd starrte W die ^iese. .Hastig spannte er den photographischen Apparat. T« Tante begann jäh zu stürzem Ter Motor arbeitete ftetechaft, der Propeller vaste wie wahnsinnig. Immer tteser, wüner schneller sank di« Maschine. Man üoiutfce schon deutlich erkennen, was unten vorgmg. Direkt lütter ihnen mußte die Batterie sein, dre man suchte, ptaarSchra'pMells platzterrrechts rmd links, über und unter dem Apparat. Jnsanterregeschosfe schwrrrtm wie lästige Muckm vor>> bei. Tie Maschine stand.fast über dem Pfeil Sie bewegte sich kaum vorwärts — sank nicht mehr, stieg nicht. Ter Beobachter beganti seine Artest. Knipste drei-, viermal, zeichnete, markrerw in der Karte . . . . , ^, Trunten wurdm ein paar Kampfflugzeuge aus ernmr schuppen gezogen und bemannt. Sechs, sieben Stück stiegen auf. Jetzt war es höchste Zeit. Bernd! Adeloff riß das Höhmsteuer. Mtt rasender Geschivindigkest schraubte srch^ die Maschine hoch. Höher, rmmer höher ... und dann vorwärts. Ter Motor vaste . . Einer der Feinde hatte sie erreicht. Poppenhusm nß , Maschinengewehr hoch und begann zu feuern. Tritten der Beate achter antwortete. Tie Maschine jagte abwärts, stteg m tollest Spiralen über» dm Feilid — der andere ivehrte \m geMckt und parierte jeden Hieb. Bernd Adeloff hatte einen llemen Borsprung gewonnen — jetzt Machte er scharf kehrt und jagte aus den Versorg«« los. Ter rvich aus. Poppenhusen feuerte wie rasend. Pmtzttch begann» die französische Maschine zustürzeutauurelte - überschtug sich. Adelofs setzte äußerste Kraft etn. Tre Verfolger blieben immerwett« zurück. Unter ihnen tauchten die derttschm Lmien auf. Er luß den Motor langsamer laufen — sie warm in Srcherhett. Mechanisch, instinktiv blickte Pvppeiihusen nach dein Führer. Er schauerte zte sammm Bernd Adeloff butte sein Spiel von neuem begonnene leuchtend grinste ihn: die Tafel vom Wstchschutzi eittgegm: „Sie haben tnir mein Lebensglück zerstört — o Poppenhusm faßte sich an die Stirn. Gott war sem Zeuge er hatte es nicht so getvollt, wie es dann gekommeii war. Von jenem Tage ml, da Marga mit Adeloff gebrocherr, httte er sich langsam zurückgezogen, Hatte es ihr leise und ^vorsichtig zu verstehen ge^ geben: er konnte sie nicht heiraten, sroe durfte hfi kernf H°^ Nungm machm. Und dann, an einem somMeratend, herrlich un» strahlend, wie es dev heutige war, hatte er es chr offeir sagen mustm. Seine Verlobung mit einer anderen stmid bevor. Er hatte teii Arm um ihre Schultern gelegt und sagte ihr leise, schm«lld t«des Wort^ wie zu eiitem Kinde sprach er. Was er erwartet: Tranen, Vorwürfe, Klagen, war ausgeblieüm. Mtt Mem Ruch hatte sie ftch,erhoten such blickte ihn verächtlich an. „Führen shemich nach Hau,e! 'Stumm schritt sw neben ihm her. Vergeblich redete er auf sie ern, versucht^ sich zu entschuldigen — sie würdigte ihn 'Leines Wortes. Am anderen Morgen brachte seist Bursche erneu Brief, ^dm inan ate gegeberi hatte. Er kannte die Schrift. Hastig riß er das Kuvett auf und übers loa die wenigen Worte. „Ich habe Dich unsagbar geliebt. Ich hatte Drr alles gegeb^ Uiid Tu hast mir alles genommen, alles. Ich sterbe dmnoch mtt Teineni Namen ans den Lippen. Marga" Am Mittag erfuhr er. daß sie sich durch einen Schuß in die ^ichläfe mit einem kleinen Revolver, den ihr Bernd Adeloff einmal schenkte, getötet hatte. „ o ^, ,,, Er schüttelte unwillkürlich Sen Kopf. Tas ivar ferne schuld. Seit dem einerr Male hatte er Bernd Lldeloff nre toreder gesehen, nnd nun batte ihn. der sofort erkannt. Mit gehermem! schauderst bUck-t- er zu d-m anL-r-m himibcr^ «alt li-! es ihm üb-r.t«, Rücken Ter dort vor ihin trieb sein tolles spiel rmnrer wettett Während der Motor ratterrid nnd stöhnend arbettete^mrd dre Maschine sich gegen den Wind vorarbeitete, hatte er der ^tafel eine neue Aufschrift gegeben. .. ., f0 „ Wissen Sie, daß ich Sie vernrch-ten kann, wenn rch ivrll? Ja, das wußte er. Bernd Adeloff hielt ^ fern Leben ganz in der Hand. Und doch faßte ihn eine vhnmächtrge Wiit gegen den Mann da vor ihnr — und errr leltsanies, Grauen vor dessen MaÄt Langsaui lehnte er sich weit irr den srtz zurirck und schloß die Augen. Mochjte nrm konimen, was wollte-- . . Und da war es Mon. Ter Mptor setzte aus, er luhlte, wre der Apparat nrit raserLer Geschwindigkert zu smken- bpgmm. B^end preßte er die Zährre aufernarrder, daß sem starkes, luckmlows Georß knirschte und krachte. Sekunden . . . Mrnuten . . eure Ewrgkett Immer noch nicht schlug die Maschine bettend und iplickernd auf dm Boden . . . Immer noch nrcht. Jetzr, — sttzt mrißte es kommen. Fast wollüstig malte er rrch ans, wre es lern werde, ein Krachen und Bersten und splrttern und alles war ans. -'Wan zog ihn wie eine formlose Masse, unter dm Trümmern des ^T^Mv?or'^urrte plötzlich wieder leise. In elegantem Gleitt flug schivarrg sich die Taube zu Boden. Tie Räder hatten den Boten erreicht, ein schnttern liej durch deir Apparctt, eut Wrppen und SchwastSm — die Maschine stand. Ter Propeller nmchte ern paar letzte, müde Umdrehungen. Bernd Adeloss hatte einen inner toll-« um «„rt'-rjs' seines Feindes steinernes Antlitz. Ter hatte dre ^chntzbrrlle auf die Stirne geschoben und sah dem Beobachter fest m tee^. AugM^ Kein Muskel zuckte in seinem Gesicht, nur em Msagbar verackMckM 176 Lächeln spielte um jefatöt schtnülerl, herüsn Mpild. „Nehmen «m die Meldungen und die Films an sich, Graf. Man wird -Lie dringend erwarten. Ich steige noch einmal auf." Poppenhusen packte die Laichen rusanrnl-en ,md verlies den Weobachlerfitz. Unerrtschlvssen blieb er vor dem Apparat stehen. Bernd Weloff legte die Hand unwillig an den Sturzhelm. „Taille." Kurz und hart Lang das. Poppenhusen fühlte: er mußte gehen. Er verneigte sich stumm und schritt über den huldigen Flugplatz derr Häusern zu. Hinter ihnr ratterte der Motor von neuem auf. Er blickte fick), nicht um. Das Gurren des Adotors klang ferner und ferner. Tie Maschine mußte schon hoch sein. Ern« Gestalt kr-m über den Platz und wiükte ihm zu. Es war der Ulaueurittmeister. Er lachte. „Heil und Tieg, Graf.' Hatten Tie Erfolg —" Ter Beobachter reichte ihm die Meldung. Plötzlich fuhr er er- , bleichend herum und folgte dem Karren Mick des Ulanen. Ter ' wies mit der Rechten zum Horizont in der Richtung, in welcher Bernd Adeloff aufgestisgen lvar. Poppenhnsen schrie auf. Gellend. Markerschütternd. Haltlos griff er mrch dein Arme des Rittmeisters. Am tiefblauen Abondhiurmel sarlste ein Flugzeug wie «in lahmgeschossener Vogel zu Boden. ' Bernd Weloff. . . Büchertisch. — Deutsche Sprachlehre. IM Verlag vmt Emil Roth in Gießen ist eine von Prof. Dr. Friedrich Schmidt in Tarmstadt ausgearbeitete deutsche Sprachlehre für die höheren Schulen erschieu-en, die wvhl auch manchem, der der Schute ferner steht, willkommen sein wird. Bei allem Bestreben, auch ivissenschast- lichen Ansprüchen zu genügen, berücksichttgt diese deutsche Sprachlehre vor allem die Fassungskraft des jugendlichen Geistes und dre praktischen Bedürfnisse der höheren Schäle. Uebungsaufgaben, wie sie die VvMschnlgramimtttiTen bieten, fallen hier weg, tveil in der höheren Schule der Uebungsstvsf dem Unterricht und dem Lesebuch entnommen werdet: muß. Paradigmen, Konstruktionsaufgaben, Ein- zelbe-obachtungeu und Unregelmäßigkeiten, die in der fremdsprachlichen Grammatik im Vvrdergrund stehen, treten hier zurück. Der SchwerpuE der Behandlung liegt vielmehr aus den Eigentümlichkeiten der deutschen Sprache, den Schwierigksitön und Schwarrkungen des Sprachgebrauchs und artf der Erziehung des Schülers zur Sprachrichttgkeit und Sprachschö-nheit. Daß dabei die sprachgeschicht- liche Entwicklmlg gebührende Beachtimg finden mußte, ist selbst- verstärchlich Althochdeutsche und mitteNwchdeutsche Sprachformen haben freilich nur in Llusnahmefällen Aufnahme gestruden, da auf 'den höheren Schicken bis heute das Althochdeutsche überhaupt nicht, das Mittelhochdeutsche nur in beschränktem Maße gepflegt wird. Eine, den neuzeitlichen Forderungen entsprechende krcktnr- geschichtliche • (Betrachtungsweise .kommt besonders in den. Ab- schmtten: Wortbedeutung und Zusammensetzung unseres Wortschatzes zur Geltung. Aber diese Grammatik beschränkt sich nicht lediglich auf die EigentümlichLeiten der deutschen Sprache, sondern sie tvill zugleich, ausgehend vom Deutschen, eine Einführung in das sprachliche ^Denken überhaupt bieten, die grammatischen, GrmÄbegriffe erklären, einen grundlegenden grammatischen Unterrichts gang schaffen, der das enthält, was die fremdsprachlichen! Gramumtikerl voraus setzen. Auf diese Weise will sie dazu beitragen, eine einheitliche sprachliche Schulung zu fördern, die von der Muttersprache ausgeht, durch die vergleichende Behaudllurg dev freniden Sprachen erweitert und vertieft wird und in ihvs>.n> Ergebnis wieder der Muttersprache zugute kommt. Besonders eingehend wird aus diesem Grnrnde die Satzlehre behandelt, die in. der renr wissenschaftlichen Grammatik noch immer htttter der Lautlehre und Formerckehre zurückzutreten pflegt. Für die unteren !nnd mittleren Massen der höheren Schulen will diese Sprachlehre ein Lernbuch sein. Die am Rand beigedruckten Massenbezeichmmgen; geben einen Vorschlag, wie etwa nach den Lchrpläuen der Lehrstoff auf die einzelnen Klassen, verteilt tverden kann. Den Oberklassep soll diese Grammatik hauptsächlich als Nachschlagebnch dienen. Ein« ausführliche Inhaltsangabe und ein alphabetisches Wort- und Sachverzeichnis soll diesen Gebrauch erleichtern. Tie Anfänge dieses Baches liegen zwölf Jahre zurück. Es ist erwachsen aus den grammatischen dlnhängen des in demselben Verlag bereits in zweiter Auflage erschienenen „Deutschen Lesebuchs für die höheren Schulen des Groß Herzogtums Hessen" und stellt also gleichsam die dri tte, völlig umgenrbeitete und vielfach erweiterte Auflage dieser im praktischer Unterricht an vielen Schulen durch lange Jahve hindurch berichten und erprobten. Anhänge dar. Tie Zahl der deutsche Grammatiken, die in die höheren Schulen EinAcmg gefunden! haben, ist nicht gwß. So möge derm diese neue Sprachlehre, di« von vornherein für die prakttschen Bedürfnisse der höheren, schulen berechrret ist, nicht für überflüssig gehalten werderr! Möge sie sich im unterricht der höheren Schicken brauchbar erweisen in einer Zeit, wo infolge des Krieges überall in deutschen Landen der Sinn für deutsches Wesen und deutsche Eigenart neu 'erwacht ist ruck) wo an den deutscher. Unterricht mrd den deutschen Sprachunterricht neue und Miere Anforderungen ^stellt werden! 'Tie Sprachlehre kostet broschiert 2 Wlark imb gebunden 2,60 Mark. —- WallenfteinS.Antlitz, Gesichte Urrd GssMchttN vom SOjährigen Krieg von Walter Flex: C. H. Beck'fche VMagsbuM Handlung, Osttrr Beck, München: Preis geh. 8 MaÄ. — Ein Vers mächtnis von bleibendem! Wert hat Malter M«x, den 'nm so manclSA junge Talent die feindliche Ksuge'l HÖckveMaffte, hier HLrrttrlassM, Dltt psychologischer Schärfe .schall der Verfasser, der HistoriLH genug ist> um den historischen Hintergrund nicht allzuse^ dmM Uusschmücklmgen zu belasten, reine Charakter Marls. FesfelrrS in packender Sprache sind di« Bilder entivorfen, niemals ernM>«M aber weitschweifig werdend. Das Bändchen wttd sein« Liebhab-Z firrden. — Tie n«»eftiC Nurnnter der Leipziger Jllustri«ri«N Z ei tun g (Nr. 9808, Verlag I. I. Webers, die dem WirrbrmÄ gewidmet ist, erbringt in Wort und Bild den Gegenbeweis gsgen \M Behauptungen unserer Feinde, der Bierbund stelle ein-e unnatüv- liche MHaaatenbildung dar. Llutoven wie Friedrich N-aumaml» Prof. K. Jäckh, Oberst Egli, FeldmarfchÄl-Leutnartt von Lve^, PlA-fessor Tode, Professor Krnsch, die Atinisterialdirektoven Gold« kühle und Synrpher, Reichsrat von Miller u. a. Autoritäten cutt ihren Gerieten zeigen in einer Reihe von Artikeln, daß es sich beim Vierbund um kerne willkürlich: Mmstrullion, smrdern ML ein organisches Gebilde hcmdell, das gemsinsanre JrrterHen und gemeiniame Bestrebungen Ul einem lna-Ävvllen Ganzen znmmmerr- gefchmeitzt haben. Das geschriebene Wort wird durch eine Reihe wiickungsvoller Jll'ustrationeu Mtterstützt und belebt. Von besmlder^r Wirkung sttrd das Stuck'sch: Genrälde „Feinde ringsum", die ©e* mälde von Garttnann „In der Gegeiw von Tviransee" und von bei Milchen" von Obvouski. Tie graphisch: Kimst ist ausgezeichnet vertreten durch Minger, Jsselmann, Giese und Kasimir. Gießener Hausfraueu-Berein. Kochamveisungen. Graupenpudding. Am AL«nld weM miau 250 Granvn Graupen ein, kocht sie anl anderen Tag in leicht gesüßtem, rwch Geschmack gewürztem Wasser zu dickem Brei, der erkalten lnnß. Man rührt dann durch den Brei 1 Löffel lauwarnre Butter, zwei Eigelb, Zitronensaft, 109 Grni>nn Z.ncker, 3 Eßlöffel Brokkrum«l und den Schnee der Eier. Tie Masse wird in Mlsgesttichener Plck- dingsorm iVs Dtnirde im Wasserbade gcht und bevor rnan sie stürzt, Vs Stunde stehen gelasserr. Spinatpudding. 2 Kriegsweckml toerderl in Wasser oder abgekochten Spinat oder übriggebliebenes Spmatgemüse, Salz Muskat 1—2 Eier, das Weiße zu Schnee leicht wtter die Masse gerührt, diese in eirre bestwichene Puddingchnn gestillt und 1 Stlmde im Wasserbad gekocU. Ter Pudding wird zu Salat oder zu einer Mlttersoße gegeben. S p i n a t a u f l a u f. 1 Pst uw SpiuatbreL, Aius von Vc. Md. Kartosscln mit V-i Ltter Mibch durchgerührt, werden lagerrwerse ül ein« Auflau fforrn getan, zuerst Kartoffelbrei, der, rvenn rmur Käse hat, mit demselben bestreut wird, dann Spinat, zuletzt Kartoffel-- brei-. Tie Oberfläche wird mit Butter bestricheu, Brosamen, auch Käse dariibergestreut lind im Ofen lichtbrarm gebacken.. Vexierbild. Sieh, Kamerad, da drüben ... Ja! wo steckst du denn? (Auflösung in nächster Nummer.) Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Pinsel — Insel. Schristleuung: W. Meyer. — Zwillingsrunddruck der Brckhl'schen Uuw.-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.