Flieger über London. Bülte Londoner Erzählung ans den Spätherbsttagen 191Ü. Bon Justns Schoenthal. (Fortsetzung.) An den Wänden hingen einige minderwertige Bilder im Gibson-Stil, daneben ein paar Karikaturen von Fsicien Mops... In weißem Rahmen prahlte ein langgestrecktes Aquarell, das, nicht eben tollte. Unter dieses Jagdstü mackvoll, einen Jagdzug dar- war eine Ottomane gerückt. wer die ein dickes Ersbärenfell gebreitet war. Das paßte, wie Longford feststellte, zwar nicht recht zur sonstigen Einrich- )ien aber in allen Abtönungen den per- tung ific. oem Ganzen lagerte eine Wolke scharfen Moschus duftes. )er Bewohnerin zu kennzeichnen. Ueber des Raumes, schi öulrchen Geschmack dc ^ lc „Wie finden Sie das alles?" fragte Lady Edith. Aber sie wartete die Antwort nicht ab, warf sich aus den Diwan Und rief aus: „Wissen Sie, Kapt'n, hier kann ich, ungebunden leichtsinnig wie ein Backfisch sein." Es sollte spöttisch, fast selbstironisierend klingen; aber der Spott vermochte nur schrver die heimliche Erregung zu verbergen, die in ihrem Herzen zitterte. Longford tat einen Schritt auf den Diwan zu. Wie ein Kätzchen lag sie da, in daZ Eisbärenfell geschmiegt. Ihm war, als tänzelte er am Rande eines abschüssigen Felserrs. Er mußte die Augen schließen. Sein Hirn durchzuckte der Gedanke, daß sie den Diener «ortgeschickt, um dies Meinsein herbeizuführen, daß sie ihm di« Wohnung gezeigt, um zu beweisen, da!ß ihr Alleinsein jetzt niemand stören könne, daß ... sie ihn .. . liebe. Und die gelockerten Zügel seiner Nerven glitten schlaff $u Boden . . . Das junge Weib sah plötzlich, wie seine Augen ein seltsam wildes Feuer aus strahlten. Etwas Raubtierartiges, was ihr schaurig und schön zugleich erschien, glomm darin auf. Sie empfand eine Sekunde lang, bangend und freudig Zugleich, etwas von jenem Urweltsgeheimnis, das den Mamr tzum Weibe zieht... Da umfingen sie schon zwei sehnige Arme, und heiße Lippen, die Lieoesworte stammelten, such- len bebend die ihren. Mer die Liebesworte, die jauchzend an ihr Ohr klangen, Wurden in einer Sprache gesprochen, die nicht die ihre war! „Du, Süße, du! Du, Süße!" I Das war doch — bei Gott ! das war ja deutsch ! Sie befreite sich gewaltsam aus seinen Armen Urtd spra ng hoch, „Kapt'n, Sie sprechen ja deutsch?!" , Er richtete sich auf Und faßte au seine Stirn. Um immelswillen, was hatte er getan?! — Aber ganz ruhig m es von seinen Lippen: «Sie irren, Myladys Ich habe nicht deutsch gesprochen!" Sie sah ihn mit weit aufgeriffenen Augen an. „Leugnen Sie nicht! Ich habe es deutlich gehört: „MH, Süße, du! Du, Süße!" — Sie sagten es wohl fünf-, sechsmal." Ihr dämmerte etwas von der furchtbaren Tragweite der Worte auf. „Sind Sie ein Deutscher?" „Mylady..." In seinem Ton Mwehr und HÄhN. Doch sie ließ ihn nicht zu Worte kommen. „Ja, jetzt ahne ich alles, jetzt weiß ich es: Sie sind ein . . . deutscher Offizier, ein deutscher Spion!"- Sie zwang ihre Stimme zum Flüstern. „Aber, Mylady, ick) muß doch sehr bitten." „Sagen Sie nichts! Sagen Sie mchts! — Ich werde Sie ja nicht verraten. h ffinde es ja himmlisch. Ueber- wälttgend, berauschend finde ich das! . . . Aber Sie müssen mir jetzt alles erngestehen, wer sie sind und wie Sie oaÄ alles enrgefädelt haben . . . Was müssen Sie für wundei> volle Nerven haben!" Er nahm auf einem Polstersessel ihr gegenüber MaK mrd sah sie offen an. . „Ich verstehe von alledem, was Sie sich zusammen reimen, nicht das Mindeste, Lady Edith!" „Sie spielen ihre Rolle ausgezeichnet! Ich weiß aber?, daß Sie ein Deutscher sino und lasse mir rttchts einreden ..« Bitte, bitte, machen Sie mich zu Ihrer Vertrauten. Ich will Ihnen sogar helfen, wem: es in meinen Kräften steht. . . . Das ist ja herrlich . . . herrlich, wie Sie da ganz Mg- land eilten Stretch spielen!" „Da Mylady so sehr itt mich orangen, will ich auch mit dem wahren Grund nicht länger zurückhalten. Ja, ich habe deutsch gesprochen!" Ihre Augen leuchteten voller Genugtuung. „Ich habe nämlich drüben in Ottawa eiwnal ein deutsches Mädchen geliebt, wenn Sie es durchaus wissen wollen. . . . Soll ich noch mehr sagen?" Mer er fühlte, daß seine Morte nicht überzeugend wirkten. Einen Augenblick nur zweifelte Edith; dann sagte sie spöttisch: „Die Ausrede, die Sie da erdacht haben, ist nicht übel. . . Aber was würden Sie httt, rvenn ich von der Geschichte dem Minister erzählte?" Er erblaßte. „Das werden Sie nicht tun, tveil Sie sich datnit selbst unsterblich blamieren würden. . . . Und wenn Sie es doch täten, würde ich nur aussagen können, lvas ich Ihnen schon sagte. — Ick» bedanre, daß Sie einem britischen Offizier nicht mehr Glauben schenken." „Sie sind ja niemals britischer Offizier gewesen? Ich glaube Ihnen nichts! Gar mcksts glaube ich Ihnen!" Er tat entrüstet. „Mylady, wenn Sie meine Glaubwürdigkeit anzweiseln, muß ich dieses Haus verlassen." Im nächsten Augenblick befand sie sich allein. Sie hörte, wie seine eiligen Schritte Über den Gang sich der Treppe zu entfernten. 110 Sie schritt Mm Spiegel, der auf dem Schreibtisch ftanb und ordnete ihr Haar. Ganz zersaUst hatte sie der wundervolle Mensch mit seinem Ungestüm; und noch glüh- ten heiß seine Küsse auf ihren Lippen und Wangen. Sie griff zu dem kleinen Block, riß ein Blatt Puderpapier ad und rieb damit Über Nase und. Wangen. Darm klingelt« sie dem Diener. Bob erschien auf der Schwelle und warf prüfende Blicke ins Zimmer. „Schon fort. . . fort . . .?" fragte er feixend. „Kerne Berttanlichreiten, wenn ich bitten darf Y' Er grinste höhnisch „Jcbiveiß: die Zeiten sind Vorbei, da Klein-Edith Bob ihren lieben grtten Jungen nannte Und von seinem Mund die ersten Küsse stahl, haha, wenn's die ersten waren . . Das junge Weib hörte Nur mit halbem Ohr. Sie stampfte nrit dem FUß auf. „Laß das törichte Geschwätzt Du weißt, ich kann das Flennen nicht leiden!" Und mit veränderter StnmneHaben Sie sich in Newhampstead imtgefefyett?" Der Diener nahm wieder die unterwürfige Haltung anr „Jawohl, Mylady. Er wohnt in einem einfachen Boardinghouse, das einer älteren Witwe gehört. Irgendwelche Beziehungen scheint er sonst nicht angetnüpft zu haben. . . , Im Hause des Viscount Brauch soll er noch verkehrend Sie blickte ungnädig drein. „Das weiß ich ja alles längst. Hat er nicht eine kleine Liebschaft?" „.Ich habe nichts in Erfahrung gebracht. Sind Mylady eifersüchtig?" „Dummes Zeug! Auf wer: und weshalb? Ich will nur immer genau wissen, mit wem ich es zu tun habe." „Vielleicht," schnarrte der Diener hämisch, „hätte ich doch so etwas, was Mylady wenig Freude macht." Er zog einen unsauberen Zettel hervor. „Was soll's damit?" herrschte sie ihn finster an. „Das ist eine Abschrift des Briefes, den ich für ihn zur Post besorgen sollte." „Aber, Bob,- Sie haben doch nicht etwa den Brief geöffnet ¥' „Das ist Nicht nötig. Es war ein Ausländsbrief, und der muß wogen des Zensors unverschlossen aufgeliefert werden." „Ach Gott, Sie meinen das Schreiben an seine Quar-> ttersleute in Rotterdam? — Es ist gut. Legen Sie die Abschrift dort auf meinen Schreibtisch! Sie kouuen gehen!" Der Diener feixte wieder. „Von einer Ilse ist da die Rede. — Einen besonderen Handkuß cm das schöne Fräulein Ilse!" Sie sandte ihm einen wütenden Blick nach. Als er die Tür hinter sich ins Schloß gezogen hatte, griff sie nach dem Zettel. Mer sie wurde nicht klug daraus. . . . Die Worte schienen einen verschleierten Doppelsinn izu haben, do.ch sie vermochte ihn nicht zu ergründen. Der Zettel enthielt nur! die Sätze: ,,Meine liebe Familie Drooy! — Es wird Sie freuen, zu hören, daß ich vor drei Dagen zum Hauptmann im Großen Generalstab befördert worden bin. Daß Ilse sich nicht WohlfühA, tut mir leid. Sie will nacht dem Süden fahren? Doch möglichst in ein neutrales Land? Wenn ich mich recht entsinne, muß so ein Kurort, wie sie ihn braucht, in der Nähe von Kap Matapan in Griechenland liegen. Ein bißchen entlegen. Sie möge doch erst Dr. U. fragen, der gewiß, wie übliche wieder am 20. Kn euch kommt. Sonst konnte ich von dem Nachlaß von Ilses Onkel bis jetzt nichts ermitteln. Beste Grüße für sie alle. Einen besonderen Handkuß an das schöne Fräulein Affe. Capitain Longford." , . . . Sie schüttelte den Kopf. Rätselhaft und selffam war etwas an dem Brief. Trotzdem konnte sie nicht geradezu behaupten, er stütze ihre Ansicht, daß Longford ein deutscher Spion sei. Am sonderbarsten berührte sie, daß «r noch etwas von dem Fräulein Ilse gesprochen, noch weniger von dem Nachlaß des Onkels. Mer er war ja ein verschlossener Mensch, der nie so recht auftaute . . . Gewiß, der Brief konnte ebenso gut etwas ganz Harmloses bedeuten, wenn er nicht . . . ßa, wenn er nicht 'eine verabredet^ Geheimsprache enthiett. . . . Sie grübelte von neuem. Dann Verschloß sie den Zettel vorläufig in ihrer Schatulle. / 8. Kapitel, ! >* James.Atterley. James Atterley verließ das Gerichtsgebäüde. Er sah Verstört aus und blickte um sich. So tat er stets, wenn etl vom Gericht kam. Er begriff andere Zeitungsleute nichts die sich ein Vergnügen daraus machten, vor Gericht zjU erscheinen. Er empfand eine abgrundtiefe Scham darüber«, daß er das Gebäude betreten mußte. Er sprang auf einen vorbe ifahrend ei: Omnibus, uw nach Hause zU fahren. Zu spät bemerkte er, daß der Wagen eine andere Richtung einschlug. Er befarrd sich am Picadilch. Da stieg er aus. Er lächelte über sein Mißgeschick... So mochte einer lächeln, der auf dein Wege zum Galgen eine Sprosse der Leiter verfehlt. Das Leben der City umbrandete und umtoste ihn. Die Börse war soeben geschlossen worden. Ein scharzev Strotz: aufgeregter Männer flutete ans die Straße. Er. erhaschte einige halbe Sätze. „. . . fehlt eben ein Lichtblick. W.ie sott bei den Nach- richten auch Kauflust herrschen." „Zu denke::, daß ich vor einen: Jahre für Konsols 87 bot und sie mir heute mit 67 ans der Tasche bleiben, Konsols, das Papier, das besser als Gold war." „Ich war immer Haussier; aber jetzt gehe ich in di« Klontermine." „Versteht sich, nur in NeUyork! An: hiesigen Matz ist nichts mehr zu holen!" So sch ob itub drängte sich's ihm entgegen. Es kam ihm abgeschmackt und sinnlos vor. Er fand keine Beziehungen zwischen sieb und jenen. Ewig lvürden sie ihm, ewig er :hnen fremd bleiben. Und er ertappte sich darüber, tote er halblaut die Wort« hininurrnelte, die er zuletzt gehört» „Am hiesigen Platze ist nichts mehr zu holen!" Er entttuch in eine nahe Bar, um dem Gewimmel zU entfliehen. Ein stickiger Dunst schlug ihm entgegen. Und er fühlte plötzlich, wie trocken seine Kehle war,' w:e salzig- klebrig der Geschmack auf seiner Zunge. Er hatte ja auch geredet. . . geredet, bis ihm' dev Speichel auf der Zunge znsammengeslofsen war, wie man eben redet, wem: man die Aussichtslosigkeit der Sach« ahnt, für die man einsteht. Ihn ekelte. Er ließ sich einen Whisky mit Soda reichen und goß die bernsteingelbe, prickelnde Flüssigkeit in einem' gierigen Zug hinunter. Dann rückte er de:: steifen Hut ins Genick und enteilte.- Der Teil von Paddington, in dem Atterley wohnte^ gehörte nicht zu den vornehmsten Vierteln Londons. Die Häuser stammen meist aus den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts und waren seit jener Zeit kaum aus- gebaut Uno mit Neuerungen versehen worden. Die Treppen waren nicht mit Teppichen belegt und die trübe flackernden Gasflämmchen verliehen den Flure:: ein melancholisches Aussehen. Atterley schloß die Borsaaltür ans und betrat sein« Wohnung. Er schüttelte die Regentropfen von seinem Hut und hängte Mantel und Kopfbedeckung an der: Kleiderständer. Zur linken Hand die erste Tür öffnete er. Da saß seine Frau, über einen KnabnumzUg gebeugt) den sie mit Nadel und Faden ausbesserte. In einer Zimmerecke, in die kein Strahl der Tischlampe fiel, kauerte stumm das Kind. Sein flüchtiger Gruß ward ebersso flüchttg erwidert. Aber der Knabe begcnm sogleich zu wimmern, als er seines Vaters ansichtig wurde. Leise, mit müden Bewegungen, führte ihr: die Frau ans dem Zimmer. Atterley warf sich auf einen der Rohrstühle, daß dessen Lehne knackte. ; Dieses knarrende Geräusch brachte ihn vollends zur Raserei. Er betrachtete die Möbel ringsum mit feindseliger: Blicken und schürzte verächtlich die Lippen. Erbärmlicher Schund! Leichte Ware mit gleißender Außenseite! Als di« Möbel neu waren, hatte er sich über sie gefreut; um: sie ins zweite Luftrum gehen sollten, fiel ihm auf, wie sehr ihn dev Händler übertölpelt hatte. Da war auch kein gediegenes Stiick im Zimmer, nicht eins. Ihn reuten die dreißig Pfund, die er dafür bezahlt. Und wie hatten sie gesparr und gedarbt, Um die Raten pünktlich zahlen zu HnnenH 111 Seins Frau hatte den Kleinen irr die Küche gebracht !Md ließ sich wieder bei ihrer Arbeit nieder. „Ist Post gekommen-" fragte er, nur, unr ettvas Ar l^gen. „Ein Brief. Er liegt auf deinem Schreibtisch."- .Er wollte hinübergehen, besann sich aber. „Eüvas Wichtiges 7" fragte er weiter. „Ich weiß nicht," sagte sie abweisend. Was sollte es auch wichtiges sein? Konnte es übsrhanpt etivas Wichtiges geben? Es war ja alles gleichgültig. Er brütete schweigend vor sich hin; dann, nach einer Weile, zaghaft: „Kann ich etwas zu essen bekommen?" Sie stand auf und ging in die Küche. Er vernahjm, wie sie mit dM Kleiner! sprach. Gr hörte Teller klappern. Dann kam sie wieder herein und stellte etwas Weißbrot und kalten Braten vor ihn hin. Ihr Schweigen war unerx träglich. Dazu diese Augen, dre ab und zu nach ihm herüb ersahen, diese großen, dunklen, Vorwurfs vollen Augen. . . . Er legt« die Gabel hin. (Fortsetzung folgt.) Var Vorspiel. Bon Konrad Martin Laut. Aus den verschneiten Alleen des Schwetzinger Schloßgartens traten am Vormittag ibeS 13. Januar 1782 zwei junge, schlank-, gewachsene Männer. Dre trugen zu ihren Reisemänteln aus blauem! Tuch und den sporenbesetzten Stulpstieseln die eckig-flachen Hüte ihrer Zeit, die sie zum Schutz, gegen den scharf herüberstreichendenj Dardt-ÄLind mit wollenen Binden auf ihren Puder-Perücken freu festigt hatten. Der größere der Fremden — ein etwa Drerundzwauziger — war voller Ungestüm. Die schmale, nur wenig gewölbte Brust nach vorn geneigt, ein langes Meerrohr mit schwarzem HoruknopD unablässig in seiner Rechten schwingend, stapfte er durch den frischgefallenen Schnee so eilig dem SclWoßtor am Garten-Austz gang zu, daß sein bedächtiger Kamerad ihrn kaum zu folgen ver- mochte. Der Zaubergarten des Pfälzer Kurfürsten Karl Theodor lag wie ein Traum spiel hinter ihnen. An. römischen Trümmern und in heiligen Dempelbezirken griechiischpr Götter und Göttinnen hatten sie gestanden. Das rote Wunder einer türkischen Moschee mit nadelspitzen Minaretts und stillen Gebetgängen war aufgetaucht Und versunken. Ueber weiße chinesische Brücken und spiegelblank gefrorene Weiher tvaren sie gegangen, jund.alle diese Werke der fürstlichen Schöpferlaunen hatten sie im blauen Licht des Wintern morgens mit wachen Sinnen genossen. Und doch, für den unge-s stümen Dränger und.rastlos Fiebernden war es zu wenig. Das Brausen und Stürmen in seinem Mut hatte sich nicht befchwich» Ligen lassen. Während die Freunde den menschenleeren Schlvßhof durchs schritten, um iin nahen Ritter, dem alten GaWaus am Ende der Schwetzinger Planken, ihr einfaches Mahl zu nehmen, überdachte der Ruhelose noch einmal die Eindrücke der letzten Stunden. Bon Stuttgart waren sie in beschwerlichen Ritten herübevge-, kommen, nun sollte es weiter nach Mannheim gehen. Tort aber, in dem Komödienhaus.des Freiyerrn von Talberg, ertvartete ihn sein Schicksal! Müs bedeutete demgegenüber die zärtlich, und galante Welt des sterbenden Rokokos, durch die sie eben gewandert waren? Sein Werk sollt« ja mithelfen, diese morsch gewordene Zeit Lnl Grund und Boden zu schlagen. Ein Tag mußte anbrechen, so glashell und llirrend tvie dieser Wintertag über den ärmlichen! Schlwetzingcr Häusern, Totes verschüttend und Lebendes — aufrührend, — vorausgesetzt, ^daß seine Dichitung die schwere Probe! bestand. In einen! Nebenraum des Ritters ruhten die iremden Gäste NUN bei einer Bouteille Bergsträßler Landweins von ihrer Wanderung aus. Unendlich friedsam und traulich war es in dem kleinen, sternenhellen Gemach. Zierlichje Kupfer mit spannenden Jagdszenen! und glänzenden Auffahrten aus den geselligen Tagen der Kur-, fürsten schmückten die Wände. Ein alter Ladenbnrger Ofen ver- bereitete wohlige Wärme. Bon draußen llang der summende Don der Sonntagsglocken herein lund tvirkte so sanft und beschwichbigend, baß selbst die Unrast des stürmenden Fremden allmählich zur Ruhe kam. Mit guten, fröhlichen Augen betrachtete er schon eine ganze Weile das junge Mädchen, das ihnen den.Wein kredenzt hatte und nun am Fenster -einem vorüberklingelnden Schlitten nachsah. Es war ein anmutig, zierliches Geschöpf an «der Schwelle der Achtzehn mit blütenfrischem Gesicht und goldbraunen Zöpfen, die in zwei schweren Flechten lüber den Klopf gelegt tvaren. Ein munteres Wort rief sie heran. > „Ich denke, ehe wir weiter reisen, leistet die Demoiselle uns wohl ein wenig Gesellschaft, ffiir haben es nicht gar so eilig, wach Mannheim zu SoMmen, Mrib in der Wirtschaft drüben gibt's, wie mir scheint, auch nichts Besonderes M tum" „Die Herren wollen nach Adannheim?" „Jawohl, schönes Kind, wundert Euch das?" Ein drolliger, altkluger Zug trat auf das kindlich-offene Gesicht pO nein, das wundert mich nicht. Mle^Wjelt geht ja heute nach Mannheim. Aus Speier und Heidelberg sind Hunderte hinüber. Sogar der Schwetzinger Rat WM sich die Räuber ansehen. Ti« Herren wollen gewiß auch in das Theater?" Der junge Mäun bestätigte die Annahme.. Eigens von Stuttgart seien sie gekommen, unr der Komödie beizuwohnen. T-as werde Wohl einen tollen Spektakel geben, setzte er'scherzend hinzu. Me blanken Augen der Pfälzerin wurden plötzlich ganz groß. Hatte sie recht gehört? Bon Stuttgart waren die Herren? Ta muß-, ten sie ja den Dichter der Räuber kennen, von dem man sich so gruselige Tinge erzählte. .Ihre Neugier war nicht mehr zu Haltens „Sagt Herr, ist Euch der Schiller bekannt?-Und ist es richtig, daß er selber ein Räuber ist? Wild, baumlang mit struppigen: Bart und vollenden Augen?" Ihre Worte überstürzten sich im Eifer der Rede. Hans Petersen, der dem Gespräch der beiden schweigend ge*« folgt twtr, sah an der fliegenden Röte 'im Gesicht seines Freundes, daß diesem die Begegnung mit dem artigen Kind- nicht unwill« kommen war. Auch das Mädchen schien.nur den anderen zu sehen. So fand er es an der Zeit, sich um das graue Kätzchen zu kümmern- das drüben im Wirtschaftssaal sein Fell an der Sonne wärnkte. Seine Beobachtung traf zu. In plötzlicher Mswallung seines leicht erregbaren Gefühls wandte der Freund, als Petersen gegangen war- sich lebhaft dem .Mädchen zu und zwang es mit sanfter Gewalt auf den ftergewordenen Platz. Lind hvähvend die Meine in wachsendem Staunen und mit einigem Befremden ihm in die sprühenden! Augen sah, stieß .er mit leiser, fast leid voller Stimme hervor: „Mädchen, was du Won Schiller gehört hast, ist nicht tvahr. Ter Mann ist kein Bandit und kein Bösewicht. Aber ein Dichter möchte er sein. Der Welt, die in Not mrd Bedrückung lebt, möchte er das Schönste geben, das er besitzt: Seine Träume von Freiheit und Gleichh-eit, seinen Glauben an das Gute und Edle, seine Hoffnung auf eine stolzere Zukunft. Verstehst du das wohl?? ...Ich weiß nicht, Herr: ich fühle nur, daß Ihr gut von dem -Schiller sprecht." „Und lieber! Möchte er! Lieben von ganzer Seel« und ganzem Gemüt! Die Welt, die Menschen, dich — ja, auch dich! Denn ohne Liebe wäre das Leben nur eure Wildnis, ein «leribe$ Stückwerk. .,." Bei den letzten Morten des seltsamen Menschen war über düs Zuhörende -ein jähes Erkennen geöonnnien. In scheuer, ihr selbst nicht bewußter Ehrfurcht wich sie ein wenig zurück und.stantch den leidenschaftlich Erregten.fassungslos an. „Um aller Heiligen willen, Herr, so seid Ihr selber der . . - Schiller?" Ter Dichter hatte sich wieder in der Gewalt. Wie mast ein ängstlich! gewordenes' Kind beruhigt, nahm er.der Kleinen Kopf in seine schlanken Hände und strich ihr liebkosend über das gold-, braune Haar. Und seine Wiorte tvaren hell und froh vom Humor seiner schwäbischen Heimat. „Ja, Pfälzer Und, ich bin's. . . der Friedrich Schiller. . . Regimentsfeldscherer und Poet aus Stuttgart. Der baumlang^ Räuber mit dem struppigen Bart und den vollenden Augen . . $ Guck ihn dir ruhig cm. Er sticht nicht und raubt nicht . . Im Klang seiner ftöhlichen Stimme flog die Scheu des MW-, chens wie -ein fveigelassener Bogel davon. Staunend sah sie ihn an. War das denn möglich? Ties feine, zartgerötete Gesicht mit de« stlölzgefchwungeneu N-ase über den bartlosen Lippen und den strahl lend blauen Augen gehörte dem Dichter der „Räuber"? Bon dem! der Doktor Werner noch gestern beim Abendschpppen gesagt, er sei ein höllisch gescheiwr, nur arg verwilderter Kerl, dem der Teufel die Feder beiru Dichten geführt habe? „Herr Schiller, die Leute haben euch schlecht gemacht," bekannte sie ehrlich. „Und du hastfs geglaubt?" „Ich glaubt schon nicht nr ehr. Man sieht's such.ja an, daß ihr ein guter nick lieber Mensch seid . . ." Den: Drch-ter stieg das Blut in die Backen. „Das Wärt nehm' ich mit in,die Welt, Schwetzinger Mädel; wer weiß, vielleicht kann ich '60 draußen gebrauchen." Sie sah ihn verstäud- nislos an. Vom Saal her machte ein dröhnendes Klopfen dem Plaudern ein Ende. Freund Petersen erinnerte daran, daß man nun fort mußte. Zum Kuckuck, das hatte er über dem -Schwatzen mit dem lieben Mädel beinahe vergessen! Nun kant der Ernst! Das Vorspiel in Schwetzingen war beend-et. Tie größere Komödie in Mannheim begann. Ter kühle Dalberg war kein Frennd genialer! Bummelei. Emporspringend' reichte der Dichter der Kleinen die Hand. „Und wenn der Schiller von Mannheim zurückkommt und Glück gehabt hat, gibt's -einen Kuß zum Lohn, was, Mädel!" Die blauen Sterne seiner Augen lagen nrit warmem Glarrz auf dem jungen Gesicht. Me ein zärtliches Kätzchen schmiegte die Kleine sich an ihn an: „Den Kuß g-eb' -ich dem Herrn Schiller schon heute, wenn er ihn will ..." Da neigte der lange Dichter sich tief zu dent ZwitschermäulchSnj hinab und küßte es' zwei-., dreimal aus fröhlichem Herzen. Und d-aZl Schwetzinger Mädel stellte sich auf die Fußspitzen, so- hoch es' ging und gab die Küsse ihm herzhaft zurück. - r~ >—i ~H tsst i»»i i~~ p-jj IIS Zwei Wunden Däter klopfte das Tichterherz irr einer per-, dunkelten Loge des Mairnheinrer Theaters. Die Räuber schäumten! vorüber. Jfflands Franz Moor erschütterte die Seelen. BW pathetischer Karl riß sie wieder empor. Die Menge lärmte und tobte m hemmungsloser Begeist-ernrrg. Das kleine Vorspiel im Schwetzin- aer Ritter aber zerschmolz wie Schiree iml Föhn. Ein Rückwärts M die Idylle gab -es für Friedrich Schiller mm nicht mehr . . * Büchertisch. Der getvaltige Entscheidungskanrpf im Westen hat den Rainen jenes Mannes mit einer neuen Glorie umwoben, der mit genialem! Weitblick die Grundlage für die großzügigen, bisher von so glänzenden Erfolgen gekrönten Operationen geschaffen hat, den Namen Lndendorff. Der 'bewährte Helfer Hiudenburgs kann mn 9. April seinen 53. Geburtstag begeheer, und die Leipziger „Illustrierte Zeitung" (Verlag I. I. Weber) hat diesen Tag zum Anlaß genommen, unserem ersten Generalquartiermeister einen großen Teil der neuesten. Nummer, 3900, zu ividmen. Das Heft eröffnet ein charaktervolles, farbiges Porträt Ludeiidorffs von Professor Walter Petersen. Wohlgelungene Aufnahmen zeigen ihn in seinem Arbeitszimmer im Hauptquartier Ost und im Großen Hauptquartier, sowie zusammen mit Hrndenburg und mit seiner Gemahlin. Von ganz besonderem Interesse sind die zahlreichen Aufnahmen aus seiner Jugend- und seiner früheren Militärzeit, mit denen die liebevolle Plauderei der Tante Ludendorffs, des Fräuleins von Dempelhoff, „Aus Ludendorffs Jugendtagen" geschmückt ist. „Ludendorffs Rolle im Weltkrieg" legt Generalleutnant z. D. Wollmann im Eingangsartikel der Num'mer dar. Ein packendes Gedicht von Hans Ludwig Linkenbach feiert die beiden! Meister Hindenburg und Lndendorff, den Feldmarschall und den Schiachtendenker. Von dem übrigen Inhalt des Heftes ist das doppelseitige Bild Schwormstädts „Ein Abend im Hanptquartiev des Oberbefehlshabers Ost währerkd der Friedensverhandlungerr in BresV-Litowsk" der allgemeinen Beachtung sicher. Ein Aquarell voll Martin Frost führt uns die Tankschlacht von Eamürai, ein anderes von Clcurs Bergen die U-Boot-Tätigkeit im Sperrgebiet oor Angen. Die Landung unserer Truppen auf den Llialandsinseln und der Vormarsch in Livland sind bildlich berücksichtigt. Der Friede in Osteuropa und seine Folgemvirknngen nach Osten rnacht Dr. Paul Rohrbach zum Gegenstand einer sachkundigen Untersuchung. Der reich illustrierte Beitrag „Schöne Erker" von Dr-Ing. Willy P. Fuchs und das vierfarbige Bild „Malerische Winkel irr einem Harzstädtchen" von Professor Hermann Schnee iverderr dm Lesern der Nummer Freude Machen. Das be kannte Weyers che Taschenbuch der Kriegsflotten für das Jahr 1913 gelangte soeben zur Ausgabe (I. F. Lehmanns Verlag, München; Preis m. Teuerimgszu- schlag 7,20 Mt.). Die Flottenlistm sind bis Ende Januar vervollständigt. Sie enthalten zahlreiche neue Angaben, insbesmrdere solche Über die bei dm feindlichen Staaten während des Krieges gebauten Schiffe. Mehr als 200 neue Schiffsnamen sind anfgeführt. Die schon im Vorjahr ans den Angaben des Taschenbuches zu entnehmende Tatsache, daß mit Ausnahme von England alle feindlichen Staaten während des Krieges den Bau und Weiterbau von Gvoßkampfschiffen eingestellt haben, wird durch die Angaben des Neuen TaschenbuäMs bestätigt. Nach dm letzten Nachrichten sollen auch in dm Vereinigten Staatm die Arbeiten an der: Gvoßkampf- schiff-Neubauten, mit Ausnahme der in Vollendung befindliches eingestellt wordm sein. In England sind bzw. rverden von Gwßkampffchisfen nur Schlachtkrenizer, und zwar Moei Typm gebaut, solche mit wenigen schwerer: Geschützen, aber voir sehr hoher Geschwindigkeit und besonderen Schutzeinrichtungen am Schiffskörper gegm Dorpedotreffer, und solche mit stärkerer Armierung, aber ebenfalls sehr hoher Geschivindigkeit. An kleinen Kreuzern sind besonders ber Englano zahlreiche Nenbmrten anfge führt. Ganz außerordentlich und mnfangreich war und ist bei allen feindlichen Staatm die Bautätigkeit klüglich der Schiffstypen, me für die Bekämpfung der U-Boot-Plage bestimmt sind, ein Beweis, welch entschvidendMi Faktor für dm Ausgang des Krieges diese Waffe bildet. So sind allein in England nach Kriegsausbruch für diesen Ztveck, soweit die Namen bisher bekannt geworden, 80 größere Fahrzeuge (U-Boots- Abwehrkreuzer) und etwa 200 Torpedobootszerstörer gebaut worden nebm einer in die Hunderte gehenden Zahl von Motorfahrzeugen.. Mit dem Bau zahlreicher größerer und kleinerer Moniwre hat sich England einen neuen, besonders stir den Mgriff auf feindliche Küsten bestimmten Schiffstyp geschaffen. Sehr übersichtlich gestaltet ist das Verzeichnis der feindlichen Kriegsschiffs-, Verluste bis Ende Januar 1918. Die Uebersicht über die Verluste der feindlichm und neutralen Handelsschiffe durch kriegerische! Wdaßnahmen der Mittelmächte ist ebmsalls bis Ende Januar 1918 vervollständigt. Die Chronik des Seekrieges ist bis Ende Januar 1916 fortgesetzt. — Miniaturen aus dem alten Rußland. Von der Tätigkeit der zaristischen Beamten zum Wohl des Volkes enthielten die ruffischen Zeitungen die erstannlichstm Beispiele. So der „Rjetsch": „Am 3. Februar 1916. abends, traf der Pvlizeikommissar Innigen im Dschesiw-owkaer Kirchspiel zur Prüfung der LebeirG, mittelpreise ein. Sein erster Besuch galt natürlich dem Popen und einem reichen Kanftnann des Kirchspiels. Nachdem' er sich dorttz trotz des strengen Mkoholverbots, betrunken hatte, ging er von Hans Au Hans, weckte die Leute auf und belästigte die Frauen und Mädchen, bis er endlich in einem Hause ein Opfer fand. In seiner: Trunkenheit zerstörte er die Zurichtung des Hauses, und als sich tn* folge des Lärms viele Menschm um das Hans versammelten, zog er den Revolver und erschoß einen Bauern, Vater von acht Kindern^ Der Wirt des Hauses, der ihm der: Revolver mtwinden wollte^ wurde dabei verwundet, Als sich die Nachricht vom Morde in der Umgebung verbreitete, verprügeltm die Bauern dm Kommissar,- Me Folge davon war aber, daß eine große Anzahl von Bauers vors Kriegsgericht gestellt wurden, während der Beamte bis heul« srei herumgeht." Und der „Djm": „Auf dem Marktplätze zu Belgovo stehen lange Reihen großer tönerner Töpfe mit Milch. Der Pristaw, dort die höchste Instanz als Vertreter des Minister» Chwostow, fragte nach dem Preise. Dieser erscheint ihm zu hoch, und deshalb zerschlägt er mit seinem Stock, sobald er eine unbefriedigende! Antwort erhält, einen Milchtops. Erst nachdem er vierzehn große, mit Milch gefüllte Eimer zerschlagen hat, verkaufen die Bauern ihre Milch billiger.... aber am nächsten Tage war auf dem Markt-! platz keine Milch aiffzutreiben." Diese reizenden Kulturdokummtej aus dem Lande der großen Hoffnung der Entente bewahrt uns der „Völkerkrieg" (Herausgeber Dr. C. H. Baer, Verlag Julius Hoffmann, Stuttgart) auf, der in seinen letzten Heftm, 159 und 160, in die allrussischen Zustände arnndlich hineinleuchtet^ Gießener Hausfrauen-Verein. Kochanweisungen. Sellerieauflauf. Zwei .große Sellerieknollen werden geschält, in Scheiben geschnitten, in kochendem Salzwasser (V» Liter) gar gelocht. 2—3 Pfund in der Schale gekochte Kartoffeln werden! ebenfalls in Scheiben geschnitten. Hat man getrocknete oder ein* gemachte Pilze, so kann man auch diese gehackt dazuZebm. Taust bereitet Man eine Mehlschiwitze, dre man nrit dein L-elleriewasseü löscht, gibt einen Brühwürfel oder Pftanzenextmkt, Salz und Pfeffer dazu rmd mischt alles gut durcheinander. In eine vor-, gerichtete Form gegeben und 3 A Stunde im Ofen gebacken. Man gibt grünen Salat dazu. Marmeladenudeln. Bandnudeln werden in Salzwasser nicht zu weich gekocht; Marmelade mit Aepfelwein, Zitrone und Zucker gemischt und heiß werden lassen, beides heiß zusammen?! mengen imd mit etwas brauner Butter beträufelt zu Tisch geben. Karottenkompvtt. Große zarte Karotten schält man dünn ab, schneidet sie in ferne Scherben, gibt sie mit kaltem Waffer bedeckt auf starkes Feuew läßt sie bis vors Kochen kommen und schüttet sie dann auf ein Sieb. Halb Aepfelwein, halb Wasser, Zucker und Zitronensaft läßt man kochen und gibt dre Karotten hinein! und läßt sie gar kochen. Danach nimmt Man sie aus dem i und legt sie in eine Kristallschale, die vorher erwärmt sein muß, noch ztvei Blätter Gelatine in den Saft, läßt ihn poch «ufwchen und gießt ihn über die Karotten. Rätsel. Auflösung des Festrätses in voriger Nummer: Ostern — Osten. Schristleitung: W. Meyer. — Zwillingsrunddruck der Brühl'schen Nniv.-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen»