Flieger über London, Eilte Londoner Erzählung aus den Sp ä tyerbsttagen 1915. Bon Justus Schoenthal. (Fortsetzung.) . „Ich habe, ehrlich gestanden, noch nicht darüber nach« Öti>a ,%at'r ich dann vielleicht eine unmaßgebliche Meinung aussprechen?" „Ich bitte sogar darum!" ^ . „Also, ums frei herauszusagen, ich halte dre Maßnahme für ganz unzulcnrglich, ja abgrundtief verfehlt. Nach drei, vier Wochen wird der alte Trott Mieder da fern und dre Beschwerden von der Front werden wie Hagelschauer hier im Amt niederprasseln. So geht es piusach mcht! Die Sache muß von Grund aus anders angepackt werden. Sonst nützt aller girier Wille nichts.'" “ „Und welche Borschläge lhitten Sre hu macheri? ^ Dis Politik des Mügelns und Wägens und Prvoens, vor allem die Mitik des MßtrauenZ den Stabsossizreren gegenüber müßte ein Ende nehmen. Wir nriißten, dachte ich, nicht Wochenberichte bekommen, die uns doch kerne E^esamt- übersicht geben, sondern einmal ganz genau ersah-en, wie- viel Mann unter der Masse stehen, nebst genauen Einzelheiten, wann der und der Truppenteil verfügbar tft; dann müßten ivir bis aufs letzte Granatenhütchen genau dre Austräge kennen, die die Regierung vergeben hat, dre Uo- garrge an der Fvont mrd so weiter, und so werter^ . Alles aridere sind nnr halbe Maßnahmen. Wenn dre Erfahrung der Frontoffiziere nützen sott, muß man lnus mcht wra Maschinen behandeln oder wie kleine Bureauangestellte, denen man ihr Arbeitsperrsmn Woeist." „Was Sie sagen, Kapt'm hat Hand und Fuß Aver warum sagen Sie das nur und Nicht der ^ Exzellenzr drei sehr naheliegenden Gründen. Einmal wollte ich vir Ex^llsnz nicht unbescheiden erscheinen; auch hatte ich mir selbst den Gedanken noch nicht so ganz k.ar gemacht, ich wotttö erst Ihre Ansicht hören, Herr Oberst. Und dann konnte es in keinem Falle meine Absicht sein, nwmemBor- — * l "" r — des von uvl/1 „v.„, __M„ ^ „ treffen." Der' Bisöonnt dachte nach Gr konnte sich des GestchlS ivnßte, ivelchen. Die Gründe, die er dafür angab, daß er dem Oberst, dem „Vorgesetzten", die ersten Schritt» uberlasM wolle, waren gewiß stichhaltig- es schien zwar fast so, als wolle er die Bürde der Verantwortung von den eigenen Schultern ab auf den Oberst wälzen . . . Trotzdem . . . recht .hatte er auf jeden Fall. ^ r v ,Jn der Tat . . . Ich werde nur bie Sache noch einmal durch den Kops gehen lassen Und. dann wahrscheinlich bei der Exzellenz dahin vorstellig werden, daß man uns nicht ein Rädchen, sondern das ganze Räderwerk der Maschine sehen läßt. Ich muß Ihnen beipslichten, mit törichten Befehlsmaßnahmen kommen wir tatsächlich nicht vom Fleck. Sollten uns ein Beispiel an der großartigen Präzision der deutschen Maschine nehmen. Sie sagten soeben, daß die deutschen Miauen weniger Verstand als die britischen hatten . . . von den deutschen Männern läßt sich das uicyt eben behaupten." t ^ . „Es fveut mich von Herzen," warf Marianne cm, „daß Sie soviel Anerkennung für die Deutschen übrig Habens Und niemand merkte das Leuchten des Trmm'ph.s, das sich in Longsords Zügen spiegelte. „Noch einen Augenblick, gnädiges Fräulein! Ich bw ^gleich zu Ende... Ich muß Ihnen, Herr Oberst, eine streng vertrauliche Mitteilung etwas verfänglicher Natur machen. Zuvor bitte ich Sie beide !um Ihr unbedingtes Stillschweigen." Der Bisoonnt und Marianne bejahten. Longsord sah sich um. Der alte Diener War verschwur!- den. Dann begann er: „Ich habe von Seiner CMettenz nämlich noch einen diskreten Auftrag bekommen, und dessen Ausführung lehne ich ab . . . Ich soll Sie, Herr Oberst, überwachen!" Der Oberst fuhr zusammen. . „Ueberwachen? Mich? — Ja, bin ich denn ein Hochstapler oder ein Spion? Weshalb beim?" „Weil . . . Wdt Sie zwei deutschsprechende Dame« unter Ihrem Dache beherbergend" Marianne schnellte z- amMhend hoch. „Das ist eine unerhörte Gemeinheitk" Doch der Bisoonnt lächelte nur, ohne den Ausdruck seines Gesichts sionft zu verändern .Sein Lächeln sprach Verachtung und Ekel aus. Er brauchte ja oem Wauptmann nicht mehr zn sagen, daß auch er den Mistrag erhalten hatte, jemanden zu überwachen. Das ahnte der junge Offizier ivvhl «ohnedies. ^ „Ich sagte Ihnen ja bereits, Kept'n> was ich von den heutigen Briten hielte. Wir sind verderbt an Haupt und Gliedern, mehr aber noch am Haupt als an den Gliedern. Hoffen wir, daß der Krieg rrnsero sittliche Gesundung herbeiführt! Niemand wünscht dies inniger als ich!" Zwei Hündepaare drängten sich Longsord entgegen. Der aber wußte, daß er nun das Vertrauen, ja dre Freundschaft der beiden Menschen errungen hatts. Und in gerümpftem Halbslüstertone, wie er Trauer- Häusern eigen ist, plauderten sie weiter. Und attmählig schmolz die Rinde des Lews von den Herzen der Trauernden. . . . 7. Kapitel. Lady Edith. Lord Sonthrisfe brach das Gespräch ab und erhob sich. „Wenn Sie auch jetzt unser Haus verlassen, Kapt'n. sq 106 — % Jaffe ich doch, daß Sie mrs hin und wieder, wenn möglich, s-sgar recht härrfig, die Ehre geben und bei uns ^scheinen? „Wie wvbnen Sie eigentlich da in Hampstead?" unterbrach Lady Edith. „Ach, ich bin nicht sonderlich arrspruchsvoll, Mylady. Dar,, hat mail sich drüben in Wandern glüMch abgewGnt. lM rst eben die übliche Boardinghonsewohnilrrg." . ^ min ® .?uch nur: Ist Ihre Hauswirtin nett? äst fie jung? . . . Hübsch?" — Sie lächelte ihn neugierig an. Longsord ward der Antwort überhoben. Denn der Zei- tungsWnig, der noch immer stund, verabschiedete sich: „Mich entschuldigen die Herrschaften wohl. So ein acht-- ^Mjacher Zeitimgsverleger muh ab Und zu die Nase in ftane Geschäftsräume stecken. . . Ader, bitte, bitte, lieber junger Freund, lassen Sie fick) durch Mich riicht störerr! M sage also nicht Lebewohl, sondern Auf Medersehen!" Longford umschloß die Hund mit kräftigem Druck. „Mylord, Sie wissen, daß ich Ihnen für Ihre Gastlich- reft zu unauslöschlichem Danke verbunden bin, und wenn Sre und Mylady gestatten., so will «ich gerne noch öfters dres Haus aufsuchen, das für mich die Gastfreundschaft Londons verkörpert." Edith wurde ungeduldig. „Ach, lassen Sie doch die gesellschaftlichen Redensarten! sie jtruj mir beinahe unausstehlich, Herr Hauptmann, wenn Sre gar Jo förmlich und würdevoll daherreden ... Ja, bleiben sie noch ein bißchen und unterhalten Sie mich!" Der Lord hatte sich entfernt. . „Wovon soll ich Sie unterhalten, Mylady? Ich bin m den Monaten des Krieges rauh geworden und kann Ihnen Wohl schlecht das geistreiche Gespräch Ihrer sonstigen Verehrer ersetzen." fast ?erleMn^ ^U)te. Es klang ein wenig gezwungen, „Nun, ich WM Ihnen Unterricht erteilen, Mister Long- wrd, und^wemi Sie artig und ein gelehriger Schiller sind, sollen sie die Kunst der Unterhaltimg junger Damen in rwzeni so vortrefflich wieder erlernt haben, daß Sie allen Frauen den Kopf verdrehen kösnuen." ... "JÜ metbe mir Mühe geben," versetzte der junge Offi- Wer kühl. „Also bitte, erzählen Sie mir einiges! Ich habe Sie zain den Letzten Tagen gar nicht zrr Gesicht bekommen.,. Ihr Wunsch ist doch nun in ErftMnng gegangen? Sie sind Hauptmami im Generalstab. G^.nz großartig, wie das ÄmgL . . . Macht Ihnen der Dienst Wende?" „Freude?? ... In dem Sinne, wie Mylady das Wort aMaffeii, wohl tarnt. Ich erfülle meine Pflicht und das verleiht Mir eure innere Ruhe und Befriedigung, die ich unr nichts m der Welt wissen möchte." KapL'm?" künftig etwas liebenswürdiger sein. Er sah ein: im abgemessenen Tone des Ernstes war heute bei Lady Edith nichts auszurichten. Er lockerte die Zügel seiner dterven. ., "ßty will versuchen, der Gnade meiner hohen Gönner in mrch würdig zu erweisen." _ - 2 ®% erste Lektion scheint schon mit Verstand aufgefaßt lachend zurück. „Lassen Sie nur den Mut nicht sinken, Kapt'n. sie werden am Ende doch lernen wie man aus ernem Schützerrgrabenborstentier wieder ein ganz brauchbarer Mensch wird." 9 * anuEn^^^ SP0H letzte ihn: aber er ließ sich, nichts ^ rb f H Mo geruhen, den Unterricht mit rL^° l9 fortznsetzen. Zur Belohnimg rmrid der anstellige Schüler zum Handkirß zugelafsen." Er ergriff, ohne die Anttvort abzuwarten, ihre schonen LMide und küßte sie leidechchaftlicb. hie ließ ihn gewähren; sagte sie ganz erstg, als berühre sie diese stunnne Huldi- „Verzeihen Sie! Eben fällt mir ein, daß ich für heute Ä E^ verhetrateLen Freundin meirc Erscheinen WKöt habe . . Ach, diese fürchterlichen Wohltätigkeitsver-- b ?b arinen Krieger und ihre Frauen! Eine ^wiß, Wohltätigkeit ist ganz schön' fS *Äw tefe Mwmigenen Vergnügungen?! lan fi geben, — meinen Sie nicht auch?" MUmrg berechnet und unecht, wie sie das sagte. Me erschien chm wieder einmal ratfslhast. Was be- diesem sprunghaften Wechsel des GesprächK. ™ rhve Augen, die feucht schimmeren . gewapMet! ^ ^ m ^ngst du nicht; ich bin , Sie klingelte. Der Diener trat herein. Wie Lonaford Mlavenbbick^^ ** ^ beibe tinmt ürwerschMnt frechen Schreibzeug!" befahl sie in einem: Tone, wie ÄÄfe r “ f ‘- @me !ie bm tnrJSnH- ?!*, ^"ich barmt bitte,I, Kapt'n, jtmb etwas kurzweiliger zu fern versprechen, schreibe ich meiner Freun- din erneu Rohrpostbrief, daß ich, verhindert bin." - "A.G bitte darum," versetzte er gedankenlos. sre die Feder zum Schreiben ansetzte, toar E n ctzt ms uasern, Hause f&W da Sw sich so vorteilhaft entwickeln!" scherzen. Ich konnte Ihnen doch nicht ewig ^ ^ ! a o großartige Umzug aus dem Palast des Lords Southrrfse rn rnein bescheidenes Boar- ^??6»chvnse rn Hanlpstead ist doch keine Aiilerrkareise . . . ^ch 'WH? /wts zu Diensten der schönsten Frau von London." . ( "Huvch) gesagt. In der Tat, ich gebe die Hofsniura noch nicht aus, daß aus Ihnen iwch einnial ein gmrz liebenswertem Mensch wird, Kapt'u Aber. . ." - sie stand auf ibre Nixenaugen glimmerten in merkwürdigeur Glanz —' ,Sie Men das Haus wenigstens rrichl verlassen, ohne seine Ramne kenneir gelernt zu haben." ' ^..,?bugsord zchoß die Warnung des Journalisten durch den SfV* ^wyien Sie sich nre, nie, nie von Lady Edith die Wohnung zeigen! Doch ehe er noch eine Entgeginitlg stam- !?’ ll rS llt ? biar sie ihm schon poraufgeeilt und. j schließlich, es war ja Torheit! Was war denn Verfängliches daber, wenn sie ihm die Räume des Hauses zeiale?' 9 .. r „Unten die große Diele kennen Sie ja; daneben befirrdet sich^ unser Festsaal für große Gesellschaften.. Sie erinnern sich, . wo wir neulich das Essen gaben, der Saal mit den riesigen Kronleilchtern, dahinter die Billard- urid Spiel- I* wU dem Ausgang in den Wintergarten und unfern Hanvpark; ferner die Küche und noch einige Dienerschafts- “• Her diese drei Räwne sind Ihnen ja auch bekannt- dort drilben ist meines Vaters Bibliothekzimmer . ___' hindurch, und sie zeigte auf eine rückwärtiae Tapetentür sein häusliches Arbeitszimmer^" Der junge Off?zur verwincherte sich. Sie durchlief die 167 itÄlt üsmm äU ieiscn ' tMtcn rie mnfSi&SLOf \ x 9»?“ fuhr Edith im trägen Tone eines Musemnswärters fort, geleitet zu den Schlaf-, Bade- urrd Z«Nnd«aumen; auch Ihr früheres Zimmer Liegt ja, wie ffJf r tritt i>en andern Gastzimmern da droben. . . wmf hla l lt r €r gekannter, das Frühstückszimmer . . . Und S&kfcL® €lTt1 ?? Hauses Southriffe, das geheime Ge- VA. uur derr Eingeweihten zugänglich ist. — Rechnen Mre öur Ehre an,Herr Hanptmarur, daß ich Sie dahin sb-. ® 1 ’ ?^ute dunkel, daß die ganze Wanderung durch die Muume dev Hauses nur zu deul Zweck angetreten war, ihm dre,eL geyeimmsvolle Zrmmer zu zeigen. Er haßte alle Un- alles Unklar-Verworrene war seiner innersten lremd. So lehnte er aucy innerlich die rätselvolle Myst^ ab, mit deren Schleier Edith jenes Zimmer umgab. Aaih5^ ^ ne * € öle und sagte mit einem gewissen „Mein Zimmer! Das Damenzimmer -kla-.M>u^t?Er der LN^ «« aIItä « e ■ Er sah um sich. Das Zimmer war mit hellrotbraunen g, ZZummobeln aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts S>U->9kstattel. ^m Erker, dem weiße, in der Mitte geraffte Mullgardmen eine anheimelnde Traulichkeit aufvrägten l‘ST | to# f gebrechlich ommiicnier SclMibÜsch, dem man ilwi Ä!r f Ä“ e t H r 8 ,y uurt ’ c - 3 n der Mitte ein runder Mmv X R^KerscslMen umrmgd An der einen Wand Miß‘rffI n mr?$ e P , ^ ta l‘ 1 ’bcr gegenüber liege „den Ecke ein d m ^fEen, hinter dessen Vitrinen allerhmrd Kri- $£%' Medaillons, Kameen, Gemmen, auch Porzellane von Meißen, Sevres, Kopenhagen und Alt-Wien ausgelegt waren. (Fortsetzung folgt.) Das Abenteuer. Bon Franz Friedrich Oberhäuser. Lavendler, Stcmdichütze, hatte seine erste und kehle gemacht Wie uch die Sache jedoch später herausstellte, war Es ern kleines und bisserl gefährliches Abenteuer mit ben Welscher und zuletzt ern gewiß annehmbarer Eheschluß 1 Das Abenteuer ist bald mm, die Eheschließung dauert aber langer. Ter Staud-schütze Seppl Laverrdler empfand mies schonen! ^uternwrgens das erste und große Bedürfnis, auch einmal aus den Sklbrettern über Hänge und Wiesen zu fahren. Und wie es seine Art sckwn ist, geradewegs los zum Ziel, ergriff er ein Paar Ski, die gerade rn der Smrne dorm Urrterstand rasteten. Er schnallte sie unt forttna^h-rendem ettvas geärgerten Brumlnwn an, riß sie tmeder ab, schnallte ste wieder an, drehte sie nach vor- rmd rückwärts, und! Wleßlich bairntf, daß die Dinger ein „höllisch Zeug" seien. Weil sich aber Tiroler Standschiitzen ans höllischen Deifeln rein gar nichts machenl und sogar mit ihnen handgeurenr loerden könneri, ein schloß sich der Sepps Laveudler, die Bretteln, tvie sie mrn aucls seien, aus deir Grobgenagelten" W lassen, ergriff einen echten! lärcheuen .Prügel und suchte wie ein kühner Entdecker danrit das Weite. Dieses Weite waren einige Wesen hinter Wäldern, die manchmal stark abffelen imd driiben an der Waldlichtung in das feindliche Gebiet übergingen. Selbst vor diesem feindlichen Gebiete Kltte der seppl kenre Scheu, mrd die A-cssicht, daß ein ivelscher Mpini semen Stutzen auf ihn abfeuevn könnte, kam ihm, angesichts der ernsten Tatsache seiner Mühe, das Skiläufe,r zu erlernen, als Lächerlich vor. Der Seppl lernte" nun. Er schoß loie ein wildeis Mpenoock eu, ,stuck hangab, fuhr, einen Schwimmer gleich, ntit herrlicheii Kopfftürzeil in den tiefen Schnee, schrie, schnupfte und fluchte sogar über alles und besonders die „dalßerten" Dinger, bekam langsani aber sicher eine stets steigende Mut, und als er da aus der Hohe der Wese stand, und an nichts anderes als den leibhaftigen Hollgangerl 'dachte, spielten ihn, die ettvas boshaften, Aimtuck,scheu Skiüretteln ein>en beinahe schon gemeinen Schabernack. S,e bildeten sich e„r, einmal selbsttätig 'zu arbeiten, und damit bub das Abenteuer 'an. Irgend,me war es ihm gelungen, in Fahrt m kommen, Im' ersten Augenblick gefiel es dem Seppl, als er aber bemerkte, daß da mcht er, sondern tue Sk, die Gewalt 'hatten, da schwang er seinen! kleinen Larchenbwim wie ein rasendes Rad über seinem Strubbel- wps, schrie w,c em Feldherr in kräftigen Ausdrückerr alles mögliche, A als dre sk, auch ans das „Hö - hö ö-ha-a! Hööb! £& wollten, parierte er. Im selben Augen- sE . lief , kr , schon über die Grenze der Gefahr. Sarft^ tme ern wilder Läwinenknäuel hangab, näher und ^ ^en feindlichen Vorpvstenstetbmgen entgegM. Sah fto .Kwehre auftauHen, hörte plötzlich em schallendes Lttthen, das ihn gm«« wild machte, skmste, sauste weiter, bis er endlich rmt kühnem Sprung, oder besser Würf eiiren zehn Meter langen Bogen machte, und senfeits des ersten Grabens, Wer die wekscbM Kopse toeg, eurem vom Himmel gefallenen Patzen Schnee glich, oder gleich mm herabgesausten Meteor in die Schneewehe sagte. Aber es muß erwähnt werden, obwohl er fünfzehn Meter, glaub ich, sagte er, in, Schnee stak, verlor er -)och seine Geistes- ß^euwart nutz, und erkannte sogar, daß er in dieser Situation' ouchstaoliw mit den Bretteln am Himimdl lief, oder besser gesagt, Kopl stand. Ä,as Kopsstehen lptt zumindest die eine Annehinlrchkelt, daß dre Füße rasten, und deshalb blieb auch, der Seppl ein paar Augenblicke liegen, dann ka;n allerdings erst die Wut über ihn. Mit ihrer größten lavendlerischcn Stärke. Nich da empörte sich kein Stolz über 'das saudumme Gelächter der Welschen, er riß die Ski von den Sohlen, ergriff seinen Lärchenbanin, und stürzte wie ein auserstandener SaMeegeist in den kleinen Graben; ehe die Welschen m von ihrem Lachen erholen und ihn gesangen nehmen konnterr, N er Ski, und seinen Lärchenbaum besmchers hart aus die Butter- Kopfe sausen, rieb dem Letzten eine echt ans bem Hochiiwh importierte „Lpeckdrödellvatsche", daß nur so die F-imkeu stoben' ergrlsf Är beim „ehrlosen" Kravattl, und schleppte ihn, das letztä «Lttickche-ii Skr imter den: Dftm, über die Hmigtviese hirmn, iiis eigeiie Lager. Welsche tauchten da irnd dort auf, Schüsse fielen und pfifferi dein ^ippl recht haarscharf,und sakrisch knapp um die Ohren, aber er hielt stand, mi-d als er im Groben airkanr und zum' Kormnan- danten ging, rnelsete er: „Herr Diajor, ich nwld Dir ghursamscht, sechs Katzlen drschlagu und an gsauga ." Der Major schiittelte ihn lachend die Hand, klopfte ihin auf dir Schütter und sagte: „Msdaml, Laveudler, die kleine Silberne!" „Ms wegen die v-erflixten Bretteln!" sagte er. * Nach drei Wochen ging der Seppl Laveudler in den Urlaub. Er lachte oft verschmitzt drein, ftkhlte, ob „die Kleine" wohl noch! mr seiner Brrfft hänge, mrd dachte sich derr großen schweren Feldzugsplan aus, !oie er sich die Zenzl errirrgen körmte. Sv leicht, wie bei, den Wiellischen gings nickst, das wußte er. Und so stieg er halt mit ahnungsvollen, und unsicheren Gefühlen die Waldsttege mr, kreuzte die Mmrviesen und ging irnnrer langsamer, bis er wieder die kleine Silberne spürte mrd mit ihr eist kleiner Mut kam. Als er endlich die Mm erreichte, und die Hütte sah, da scheue ihm schon die Zenz laut entgegen: „Grüatz di Gott, Bua, wo kinrmst her, was rvilscht! Du Lotter dir! Hascht Absichten, ch!" , Gott. Devndl, Zenzl, zu dir bin i kumma, extra ^ örr! „Waß eh, rvaß eh aW, kirn irr einer, hast a Huirga, kmm> r mt lerdn!" Kräftig schüttelte er ihre Hmrd, mrd als er im Vorgefühl der Lust rnrd Seligkeit sie länger, als ihr beyagte, hielt, da schaute rhu die Zerrzl mit entern Blick an! Hui, derr Samte er, das war- der Blick, der zwlschMi Mmröserln mrd Edelweiß das' Getvttter zeigte, wohl erst am fernen Horizont; weuu.'s einmal nah ist, dann klat scht's auch sthon. T".e Zenzl mrd der Seppl wareir inrnrer beisarmnerr gewesen, fte mochten sich beide grrt leiden, aber die Zenzl, die hatte halt Ansprüche, hrp-onders wollte sie eirmr, der stark und rnntig war. „Werd' di schon kriagn!" dachte sich der Sepperl, „und warm's mt anders geht, lei die Bretter anschnallen, oft kriag i di. wie'd Wallrschen, du Katz, dir!" . In Ruhe und Bebagliclsteir verging eine Woche. Ter Seppl lretz lrch's grrt gehen mrd schnrmizelte und lachte, und legte sich den -Plan zrrrecht, den er schon so oft rrmgeuWdelt. Und rrach der Woche, da nahm er sich men Anlauf, tvie danials berrn skrlanfeii, mrd freite. Als die Zenz zu lacherr arrhrrb, da wurde er ernst, verfolgte sie immer rv-eiter und rveiter, MB mdlrch, endlrch, da hat er sie. Nämlich! nicht die Zenzl, aber di« Watschen, und zwischen Errzran mrd Kohlrefferln ist er das erstemal rmglücktrch gerochen. Garrz tief und ernst unglücklich. Gar nichts bat er mehr geredet, gmrz stnnrnr ist er geworden, wie der Fisch, Ist draußen gesessen mrd hat dm Sormenuntergang mrd den nwrgen- dsn, Lrchtspielen zugchchant, ist ms Gebirg gewandert, und hat chließlcch dre klerne Silberne arr den Rock genadelt, daß sie Mtt so blruzelte rmo fmrkette. ^ .Hat Leise vor sich lstngercdet, so daß sie's wohl hören muß. „Mnaß da Bot bald kumma unt der kaiserlichen Anerkennung/ nn. n Paprer, muaß eahrü a guats Trinkgeld gebn, und lei mit- gean mrt atfym!" Hatte das wie in seliger Erwarttrng gesagt, fünfzig und. hundertmal, brs es der Zenz doch zu dumm rvurde und sie amal stehen blreb und rhn anfuhr: „Was summst Und schmust da mn- auand vom Papjsr mrd kaiserlcchcn Schreibrr, du anhabiger Lotter du! Zs eh ka wahres W!urt dran!" Und, da packte ihrr plötzlich sein Zorrr. Er sprang mff, daß die Zenz benrahe rn den Brrmnen fiel, und schrie ihr zu: „Gell, deine Augen san a überall crmrers als do, de klane, hat no gar wvllm is unser Kaiser drauf, ab« drr — du Haft ja fm Respekt mt. Glaubst da Herrgott wird da lei an extra großn! Lam nmchrr, mit Faust wia da Kmrkopel und Haxrr wia da Drmr aber da schneid'st di, gairz alkan wirst Aeibn, mrd bat in Mral Walluche derglarg, mrd da Konmrai^ant mi znan KMer fuhrt, mrd der mr selber «rszeichnru wird, und ftagep wird Ast 108 fein Wmffch mt, Lave-ndler, oft rverd i saKn: eppst rvohl, Herr Kaiser, der Zenzl an Lackl, der lei sau-gvob mit ihr iS wols es will! Tn, du V Erregt setzte er sich wieder nieder mrd schaute stiller werderrd Md befriedigter üls Berglarck» hinein, in die Somreilleuchtep der Schrveewärche, über Silberglühen, schimmernde Grate und Spitzen, und in seinem Innern MS, als wäre alles Lug nnd Trug. Und da trat die Zenzl leis« an ihn heran und sagte still und ganz anders als sonst: „Schau. Seppeli, schau, is alles nur Gsprel gwesn, a Prob, rmd die Ohrfeign. waßt, dis wo- i dir geb-n Hab, war nur stattn Buffl, aba hiatzl, ja, ja, Seppeli, Hab eh lauA, lang, ans di denkt!" Ta m langsam ein Lächeln auf sein Gasicht, er spürte, wie er den Innigen, glänzMden Bergen doch unrecht getan, griff über seinen Kops in di« langen Zöpfe der Zenzl, stand ans und küßte sie. küßte sie so fest und glücklich, wie es die lachende Sonne aus den Almen schon lange nicht gsfthen. „Hiatzt, hiatzt!" sagte er, „Han i mei schönste Belohmttrg." Und er rrgrrss sie unter den Schultern, hob sie hoch, drehte sich dreimal im Kreise, und jauchzte, daß Wald und Bergwände lachend widerjarrchzten. Vermischtes» * Der April im Volksmnndc. Kein Manat^ist_ so liauuenhäfr wie der April; so ist es kein Mmder, daß die Sprichwörter rmd Reden-endungen, in denen der V-olksmund seiner gedenkt, recht zahlreich .sind. Man muß den April nehme::, wie er kommt — das ist wohl die billigste Bolkswsisheit über diesen Monat. Etwas inhaltreicher sind artzdere, so die, die richtige Bauerst^ regetrr sind nnd aus dern Wetter des Aprils allerhand Schlüsse ziehen. Ta heißt es ganz allgemein'. April und Mai sind die Schlüssel »um ganzen Jahr. Eine Beziehung zwischen den drei Frühlingsmouater: stellt ßolg-enh-er Sprich fest: April warm, dNar kühl, Juni naß, füllt dem Bauer Scheuer und Faß. Achrrlichj heißt eö: Auf nassen April folgt ein trockener Juni. Weiter behauptet eine Bauernregel: kalter April bringt unS Boot und Wein viel; eine andere behauptet: nasser April gibt blumigen Wtai, wrsder eine anders: tvockencr April ist nicht der Bauern Will — Aprilregen ist ihm gelegen. Weitere Wetterregeln für den Llpril find: Wenn der April bläst in sein Horn, so steht es gut um Heu und Korn. — Wnn der April Spektakel macht, gibt's Heu rmd Kvrr: in voller Pracht. — April kalt und naß, füllt -Scheuer und Faß. — Je früher im April der ScWlKwrn blüht, desto eher vor Jakobi die Ernte glüht. — Nasser April verspricht der Früchte viel. — Bringt der April viel Regen, so deutet es ans Segen. — Gras, das im April rvöchst, steht im Mai fest.— Biel Tadel mich sch der Mo:»at April vom BolkÄüunde gefalle:: Lassen. April und Weiberwill, ändern sich sehr bald rmd viel. Der Volksmund warnt: April ist bos, darum geh« 'nicht bloß. Weiter behaupteu die Aargauer: es ist kein April so aut, er macht noch jeden: Amnsteckm einer: Hut. Ganz ähnlich heißt es andere wärts: ch der April ach noch jfe gtit, er schneit dem Bauern auf den Hut. Daß innerhalb dieses Monats der Uebergmrg vom harte:: Winter zum lisblchen Frühling vor sch gehen kann, drückt der Botksmnnd so aus: Mnm der Aprils wie em Löwe kommt, so geht er wie ein Lamm. Garer.der wenigen Sprichst, die eist Wort des Lobes für den April sichen, sei Mießlch rwch angeführt^ Ter April macht die Blumen, mrd der Mai hat ben Tan? dafür. * T-er Birken wel n. Im Hinblick auf den'Mangel an er- ftischenverr, gesunden und dabei billiger: Getränken, lenkt Dr. Prax- ler im Prometheus Hie Aufmerksamer auf de-: Birkeirsast, der im Winter ein allsn gcrmrrnter: An^ovdcrmrgen vorzüglich echsprechu:-, des Getränk zu bieten vermag. Bon jedem kräftigen Bir umbau ist kam: man innerhalb wenige Tage durch BHrrmg eines 4—6 Zentimeter schief aufwärts in bm Stamm gehenden, ungefähr bleft stiflslarken Loches 28--35 Liter Birkensaft erhalten. Am .praktischsten ist es, in das Loch ein pafsendes Gchilfvohr zu stecken und den Saft durch dieses in eist Gefäg abkruZer: z-u lasten. Am saftreichsten sind die Bäume natürlich vor dem neuen Austreiben! während der Win terra st, aber auch sonst läßt sich das Verfahren mit Nutzen mrwenden. Den Birkerüosm stellt man aus oresein Saft mit Zusatz von Hefe, Weinsäure urck einer gerürgen Zuckermenge h«r. Auch gesundheitlich ist der Geruch dieses Weines von Vorteil, da der Birkensaft erwiesenernrasien dcä Blut peinigt. Nicht von der $ haltenden Teil des Heftes, während Skizze:: wie „Die Wmcherer" von de Paula Rost, „Morgeugedanoer:" war: H. Grimm-Retter rmchdeukendeu Gemütern tvillkoumvenen Stoff bieten. R. Eorwegh bietet mit seiner Arbett „Der Khythnu^ und der menschliche Körper", mit Künstler skizZen von Hans Liebmamr einen wertvollen Berttag zur Körperkultur, dhuch die Berlage „Licht, Luft, Leben" enthält tmoder reichen Stoff. —-Die Schaubühne, Wochuftchrift für Politik, Kunst, Wirtschaft, herausgLgeben von Siegfried Jawbsohn, errthcklt in der Nunmwr 13 ihres vierzehnten Jahrgangs: Lichnowsky, vost Germanicus; Minna Cauer, von Jvhcarnss Fischart; Der Gin-, deutscher, von Lucy v. Jdc-obi; Morrs Thsatevereignisse, von Alfred Polgar: Jngendgedichte, von Joses Kainz: Techniker und Kauft mann, von Lororius: Antworten. — Stürme grnd Luftsieg-e, vom Kgl. bayr. Haupt- mann. Ritter von Dutsche? (Verlag von Gustav Bvannbeck, Ber-> Int W 35). Ties kleine Buch des tapferen gefallenen Flieger- offiziers wird zweifellos feine, große Leserschttr finden. — B ienenbuch für Anfänger. Von Pfarrer Johannes Aisch. Mit 67 AbbildnngM im Text. Zweite Auflage. Frankfurt (Ooer). Verlag Twwrtzsch & Sohr:. .Gebunden 3 Mark. — DerTü rmer (Kri-egsausglabe) HerauÄgiebcr: I. E. Frhr. v. Gwtthilß. Vierteljährig (6 Hefte) 5 Mark, Einzelheft 90 Pf. Pwbehcft portofrei (Stuttgart, Goemer u. Pfeiffer). — Ans dem Inhalt des ersten Aprilhestes: .Passion. Von Alice Weiß v. R::ckle^ schell. — Weihnacht rmd Osberrr. Von Pwf. Tr. Emil Hadinq (Wien.) — Birrbus zmitis. Bon Max Memrn. — Ter Grübler und der Krieg. Vor: Karl Meiftuger. — KriegsverläNkgerrmg. Von Tr. Otto Seidl. — Märznwirchen. Vom Krisgsfteiwilliger: Alfred t eilt.. — Tie.Balten. — , Bstrz-eppa in der Weltliteratnr. Bvnt mhtro Tonzolv. — Frenst-MrS' Krrsgsroman. Vor: Karl Stosck.—' Türmers Dagcbuch: Ter Ktieg-. — Mff de« Mrrte. — Kunstbettagü. — Notenbeilage. Gie^ener Hausfrauen-Verein. Kochanweisungen. Kartoffelküchlein. 2Pfund rohe Kartofftlir, ans dem Reibeisen gerieben, werden mit 30 Gramn: geriebener: Zwrebeln^ ettvaS Salz und etwa 50 Gramm Kriegsnwhl schnell zusammen gerührt, Ein Küchmblech wird auf den Gasherd gelegt, gut mit Speckschwarte oder Fett eingeschmiert, mit dem Eßlöffel je eüi Häuslein Kartoffelmasse aufgesetzt, rmch Belieben dicker oder' dünnev arrseinandergeslriHerr und auf jeder Seile gebacken. Ka ffegeb äck aus Graupen. 250Gcanrm Graupen über- gießt uwm mit ÄxhMdLn Wasser und läßt sie 24 Sttrnden stehen, und gibt dann die Graupei: 4 mal durch die Fleischmaschine. Zu der trockenen Vdasse gibt ME so viel Wjasser, die Hälfte oder die gleiche Meirge Mehl, 2Vs Backp'.llver, brs ein gefthrneidiger Teig erttstehl, was bei der Verfchiel-errheit des Mehl-es auch verschiedst ist, und läßt der: Teig *& Stunde ungefähr bei nicht zu großem Feuer irr an.sgefchmierter Mstsnforrrr backerr. Gs gibt ein loohs-, schmeckendes Brot: derselbe Teig mit 400 Gramm Kriegsmus vermischt, einer: Küchen zum Kaffee. DaZ Schließen von angebrochenen Weck- Gläsern. Auf den Inhalt des (Aases legt mar: ein Stück Pergamentpapier und auf dieses einen kleimm Mtttesto-psen mit Spiritus getränkt. Der Gimttrnring wird aufgelegt. Man entzünd^ den WattestiapftN und legt so schnell wie nröglich den Teckel auf. Tas Glas ist durch die flüchtig ausströmende, errvärmte Luft ivieder fest verschlösse,: ruck» läßt sich unbegrenzt ausbewahrer:. Das dtb-, brennen der Wätte gibt abchlut keirm: Geschmack! ab, denn die Watte gelangt nicht zum Abbrennw:, nrur der Spiritus. Aepfelschalen oder Birnenschalen werden mit Wasser m:d 1—2 Eßlöffel Essig übergossen '-urd ivarm gestellt, nach 8—10 Tagen erhält man darau-s einen Essig, der in Flaschest filtriert wird. Uriegrrätsel. Z»N! Fest! Die Waffen nrhrr, es schweig: der Streit ! Das Ncitselwort bringt herrliche Zeit. In ihm, wenn's eriren Teil verloren, Ward uns ein holdes Kind geboren. Ein 5ttrrd, das grüne Paln:en bringt, Und bald die ganze Welt bezwiirgt. (Arrflösung in nächster Nummer.) Arislösung der Charade in voriger Numnrer. Kupferstich. SchristleUung: W. Meyer. — Zwillingsruuddruck der Brühl'schön Univ.-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.