Mittwoch, den 6. MRrz Flieger über bondon. Eiwe Londoner Erzählung aus den Spätherbsttagen 1915. Bon Justus Schoenthal. (Fortsetzung.) Der Journalist wiegte bedächtig daS Haiupt. „Ich bin darüber leider nicht unterrichtet. Vielleicht bÄmrf er Ihrer Alt irgend einem politischen Zweck. Ich habe Ihnen jedew falls die Einladung be§' Loros zu Überbringern Er bittet Die durch mich, sein Gast zu sein." Der Hauptmann stutzte den Kopf in die Hand. Der Neufel mochte aus diesem Journalisten und seinem Auftraggeber Nua werden Seine Züge strafften sich. Dann fragte er zögernd: „Vergebeir Sie mir meine Neugierde! In welchem Verhältnis stehen Sie eigentlich zu Lord Southriffe?" Atterley lachte bitter auf. „Ich bin sein und Lady GnthS Sklave!" Und als er das Erstaunen des jungen Offiziers bemerkte, fuhr er fort: „Bitte, nehmen Sie das ruhig wörtlich und erlassen Sie es mir, Ihnen die Gründe auseinanderzusetzen." „Wer ist Lady Ediths" forschte Longsord weiter. Jbm illang das Pathos des andern reichlich gemacht; er liebte die theatralische Geste an fremd eir Menschen nicht; es schien ja fast, als fei Atterley nur halb zurechnungsfähig, auf all« Fälle ein sonderbarer Kauz. Der Journalist beugte sich vor und sah den Hauptmann scharf au „Möglich auch," meinte er, ohne dessen Frage zu beantworten, „daß der Gedanke, Sie zu Gaste zu bitten, von ihr stammt. Vielleicht braucht sie wieder ein frisches Opfer auf n Altar." Seine Stimme klang häßlich urrd krächzend, ielleicht" — fuhr er fort — „will sie mit Ihnen prunken: Der Held des Tages in Lady Ediths Hofstaat!" Der junge Offizier war sichtlich peinlich berührt. Das Erlebnis begann ihn zu ärgern. Wie kam bev wildfremde Menschen von so schlechten Manieren eine Einladung bringen zu lassen? Er suchte dem Gespräch eine andere Wenourrg zu geben. „Der Hew des Tages? Ich finde, daß die Leute viel Aufhebens von einer belanglosen Sache machen." „Tod und Teufel!" versetzte Atterley mit bitterem Spott, „wir haben bis jetzt art unserm Krieg so wenig >e erlebt, daß uns das bißchen Jubel über eine Heldenwohl zu gönnen istz." orig. . . .. ^gef^rttch^e Weib der vereinigten Wnigveiche,^ einen . ehre schuld^ nrgl n das ausd rücken, ich möchte fast sagen: 'chuldige MeffMna-Nattrr. Sie hat wohl ein Dutzend Männer schon unglücklich gemacht." Und da fügte er ft, leise hinzu, als rede er mit sich selber: . . . hat sie auch auf dem Gewissens Der Hauptmann fand Atterleys Benehmen unsäglich taktlos. Er haßte alle Menschen, die im Bervehr mit dritte« Personen nicht Zurückhaltung zu üben vermochten und gleich jeden, der ihnen in den Weg lief, in alle persönliche« Geheimnisse einweihten. Ihm fiel aber ein, daß in des Journalisten Paß angegeben war, er sei verheiratet. So bemerkte er nur teilnahmslos: ' „So? Ich dachte, Sie seien verheiratet." „Das ist mein Unglück!" gab der andere dumpf zurück. Eine Weile herrschte Schweigen. Der Zug fuhr bereits durch den Nordostteil des Londoner Häusermeers, und die nahen Steinwände warfen den Schall drei- und vierfach zurück. Atterley richtete sich auf. „Sind Sie geneigt, von der Gastfreundschaft des Hauses Southriffe Gebrauch zu machen?" Der Offizier lachte. „Allzu einladend klang das nicht, was Sie mir andeutungsweise erzählten. Wer vielleicht kann mir die Bekanntschaft des Lords doch einiges nützen. Jedenfalls möchte ich eine so einflußreiche Persönlichkeit nicht vor den Kopf stoßen. Ich nehme also mtt Dank an." Atterley legte dem Offizier wie beschwörend die Hand aufs Knie. Longfords Gesicht nahm einen gequälten Ausdruck an. Gr bereute es fast, die sonderbare Einladung, dl« ihn im geheimsten Innern abstieß und verletzte, schon angenommen zu haben. Wer schließlich... es war ein Abenteuer . . . und hatte er nicht, bet Lichte betrachtet, sein ganzes Leben auf die Ungewißheit eines Abenteuers gv- stellt? Und während er dies dachte, sprach der ZeitungA- mann aufgeregt auf ihn ein: „Wir sind gleich am Ziel. Ich muß mich kurz fassen. Sehen Sie, was mich zu Ihnen hinzieht, ist nicht Ihr Heldentum. Davor habe ich weniger Achtung. Aber ich bewundere Ihre Jugendfrische, Ihre ungebrochene Willenskraft, — ich bewundere das an Ihnen, was mir verloren- gegangen ist... Verzeihen Sie, wenn ich Ihnen alles daA sage, obwohl wir uns knapp eine Stunde kennen .. .. t landen Sie bitte nicht, ich sei aufdringlich... Ich möchte ne warnen, bevor Sie das Haus betreten. Ich muH jetzt schon davon sprechen. Am Bahnhof wartet das Auto und da kann ich immöglich also kurz und gut. . . wir find ja bereits angelaugr. . . bitte, beherzigen sie eins : Setzen Sie sich nie mit Lord Southriffe an den Sp lettisch und lassen Sie sich nie, nie von Lady. Edith die Wohnung zeigen!" 2. Kapitel. Im Palast des Lords Southriffe. Lord Souchriffe ivar ein Mann von reichlich fünfzig Jahren. Er war groß und schlank, und sein ÄeußereS verriet in allem die Sorgfalt, mit der er feine Erscheinung pflegte- 74 von dien Fing-erspitzen seiner schlanken weißen Hände MS AM silbrigen Scheitel seines Haupthaares. Ir war sichtlich aufgeräumter Stimnlung. Seine Wcmen . , v. V? i. i . f./ _ /v Ai«? X./ 1 T 14 . t ffusi-t S&er alte Herr schlug mit der Linken zweimal leise, wie Beifall ktatsc^nd, in dre Rechte. ' „Das haben Sie fein gemacht, lieber Attertey. Zur Belohnung dürfen Sie zum Lunch hier bleiben." Er zog seine Brieftasche und reichte dem Journalisten mit herablassender Gebärde eine Fünfpfund note. „Damit dürften Ihre Auslagen und bas übrige ivohl ausgeglichen sein." Atterley stand aus urrd verbeugte sich dankend. Den Schein nahm er hastig an sich und einen fragenden Wich warf er m Lady Edithhinüber, fast, als schämte er sich Lord Southriffes Tochter saß, nachlässig an den Flügel gelehnt. Beethovens F-MolbSonate lag aufgeschlagen. Sie wandte sich nun zu ihrem Vater. „Ich finde, unser Gast läßt lange aus sich warten." „Nur Geduld, liebes Kind?" mahnte lächelnd der alte Lord. „Nur Geduld? Wir müssen ihm doch Zeit geben, den Staub der Reise von sich zu schütteln. Uebrigens war er da drüben wohl ab und zu Gast unseres Konsuls ; aber abze- sehen von den paar Tagen in Rotterdam dürfte es wvhl seit langer Zeit das erste Mal sein, daß iMser Held in einem guten Hause seinen Lunch nimmt." In diesen! Augenblick riß ein Diener die Flügel der RÄre weit auf, und an ihm vorüber trat der junge Offizier h«haufgerichtet ins Zimmer. Atterley erhob sich und eilte ich« entgegen. „Ich habe das Vergnügen bekannt zu machen ... Kaht'n Lairgford von den Ottatvafüsilieven ... Lord Sonthriffe, der Herr des Hauses,... Lady Edith, seine Tochter." Der Lord war aufgestanden und seinem Gast bis unter den großen Kristalleuchter in der Mitte des Zimmers ent- gegengeschritten. Er bot ihm die Hand pt Gruße. „Es freut unch, lieber junger Freund, daß Sie meine Wnladnng angenommen haben. Es ist eine Ehre für dieses £)ümt8, Sie als Gast zjrr beherbergen." Longford neigte das Haupt. „Mylord nlachen mich schamrot. Meine Wrdienste sind viel zu gering, um der Ehre würdig zu fein, in diese!n Hause «nrpfangen zu iverben. Ich bitte Sie, meinen herzinnigsten Dank dafür entgegmmehrnen zu wollen, daß Sie dem unbekannten Fremdling so gastfreundliche Mrfnahrne gewähren." Darm trat er zu Lady Edith, die noch immer am Flügel ßhand. „Bor allem! Ihnen, Mylady, als der Herrin dieses« Muses, meinen tiefgefühlten Dank!" Er fllhrte die Hand, die ihm gereicht wurde, leicht cm die Lrppen. „Ja, Kapt'n Lorrgford, es freut uns aufrichtig, daß Sie uns die Ehre geben, nachdem, wir von Ihren Abenteuern schon so mancherlei gehört und gelesen haben. —i Änd Sie mit dKN Zimmer, das ich Ihnen anwies, zufrieden^ „Aber, Mylady- ich Komme mir beinahe tvie ein Mär- chenprinz vor. Denken Sie doch: vor wenigen Wocherr noch im Schützengraben, vor vierzehn Tagen noch im Lazarett in Brügge, dann die Flucht mit all ihren Schrecknissen, die aufopfernde Hilfsbereitschaft des Konsuls Hunlphrey ftn Wwtterdam und hier dieser über alles Erwarten liebenswürdige Empfang. Ich bin so überrascht und zugleich froh. Mich endlich wieder einmal fern von Kanonengebrüll und Maschinengewehrgeknatter unter gesitteten Menschen bewegen zu können, daß ich auch mit einem weniger fürstlich eingerichteten Gemach, als es Mylady mir zuteil werden ließen, vorlieb genominen hatte." Lord Sonthriffe nickte zu denn allen freundlich und VLtckte seine Tochter an, als wollte er sagen : Du siehst, wie recht ich halte. Die beiden jungen Leute »laßen sich mit den Augen, Atterley stellte insgeheim fest: So hätten sich vielleicht zwei römische Gladiatoren in der Arena gemessen, ehe sie den Kampf miteinander begannen. was junge Weib brach zuerst das Schweigen. „Kapt'n, es wird wohl, lange her sein, daß Sie eine Dame zu Tische führten . . . Zwar, nran nrNnkelt ja so allerhand von Ihren Schützengräben da drübeir; ganz Wfterlich geht es wohl nicht zir zwischen Lehm und Drahtverhau . . . Jedenfalls sollen Sie das laugenibehrte Ber- gnügerr sogleich haben . . . Wollen Sie mir Ihren Arm reichen!" Und sie ließ sich von ihrem neuen Ritter in das nebenan gelege ne Speisezimmer führen. Longford gebrcnrchte zerstreut einige höfliche WendUtv gen, ivährend er seine Dame an ihren Platz geleitete. ES war fiir vier Leute gedeckt. Schwere geschnitzte Eichenstühls umstanden einen wuchtigen Tisch. Die Füße versanken fast im weichen Sammet des Teppichs. „So, bitte, Kapt'n, Sie nehmen hier Platz! Mister Atterley darf, wenn er artig ist, an meine rechte Seite rücken . . . und Papa, wie immer, mir gegenüber, nicht wahr?" Die beiden Zeitungsleute redeten von der innerer: Politik, von Steuern, Parlam-entsvorfällen und allerhand Tagesklatsch. * Der Hauptmann beobachtete schweigend die Dame an seiner Seite. Also, das war das „schönste und verführerischste Weib der vereinigten drei Königreiche". Er betrachtete sie möglichst kritisch . . . Sein Fall war das schwerlich . . . Allerdings, schön war die junge Lady . . . ganz ohne Zweifel. So mußte die Herzogin von Devonshire ausgesehen haben, als Gainsborough ihr Bildnis auf der Leinwand verewigte. Aber ihre Augen waren ihm zu wissend . . . Was waren das überhaupt für seltsame Augen!? Sie schienen blau zu sein wie die des Vaters; dann wieder schillerten sie ins Grünliche wie Smaragde, sie schossen Blitze und erloschen im' nächsten Augenblick zu dumpfem Grau... Und dieser Mund mit den fein geschwungenen, ettvas übervollen Lippen, die von so viel Lebensgicr zu sprechen schienen . . . Eine Messm- lina-Natur, hatte Atterley gesagt. . . Ach, dummes Zeug! — Dieser Journalist mit seinen Nätselwarnungen und seinem sonderbaren Gehaben war entweder verrückt oder ein Schwärmer . . . Vielleicht beides. . . Ihrn !var diese Geheimnistuerei in der Seele zuwider; dieses zwerchfellerschütternde! Klmnftadtbühnenpathos: „Setzen sie sich nie mit Lord South- riffe an den Spieltisch und lassen Sie sich nie, nie, nie von Lady Edith die Wohnung zeigen!" . . . Wahnsinn! Er fühlte sich gefeit gegen alle Anfechtungen und Anwandlungeil. Atterley erzählte gerade die Geschichte, wie ihn Longford als Spion hatte festnehmen lassen. Lady Edith lachte. Und der Lord meinte, schalkhaft mit dem Finger drohend: „Sie verstehen die „mise en scßne" (die Juszenesetzung), wie unsere Verbündeten zu sagen pflegen. Meine Hochachtung, Herr Hauptmann!" Er hob das Glas gegen seinen Gast. Der Offizier sah zweifelnd drein. Sollte der alte Herr ähuen? War der Schleier des Spiels so leicht zu lüften? — Er mußte alle Selbstbeherrschung aufbieten, um seine Bestürzung zu verbergen. „Ich bitte um Vergebung, Mylord; aber ich weiß in der Tat nicht, worauf Ihre Worte zielen." Der Zeitungskönig ließ sich nicht irre machen. (Fortsetzung folgt.) Vas Ta! des Paradieses. Bon Fritz Reck-Malleczeweu. (Nachdruck verboten.) Geladen hatte die Persinwn: zrvanzig- Automobile Und fünft zehr: NußbLum-Pianinos. Eine Eisenbahn für Ecuador und sechs- mwvierzigtaufenb Maschen Patchouli für die elegante Welt vv» Valparaiso.... Munition für eine Revolution in Quito und sechs junge Offiziere amb vierzig Mann und einen alten MeergreiS von Kapitän. Aber der war ohne Belang und ging eigentlich keinen etwas an ... . Am zweiunddreißigsten Tage jrrach Antwerpen, da sichteten sie St. Pauls Roccs. Und wie die Segel am Lizzard gefkimbtert hatten, so standen sie noch heute an den vier Masten der Persinwn im steten Nordostpassat. Die fünf Offiziere lagen in ihren toeißen Anzügen auf den» Teakholzdeck. Vorn arn Kartenhaus ruachte der Alte die Ortsbestimmung. Ter Erste, der die Wache hatte, hob den Sextanten, und der Alte rähuetr dann in feinem Buch, und sie Sonnten ganz beut-, lich hören, wie er zu sich selbst sagte: „Stimmt das?-Nein, das stimmt nicht!" Und dann nach einer Weile wieder: „Stimmt das?-Ja, das stimmt!" Aber es stimmte in Wirklichkeit nie. IM> wenn der Erste nicht gewesen rväre, dann hätten sie nach vierzig Tagen ans denr Mond anheuern können und nicht in Valparaiso, wohirr sie doch am Ende nwllten.... Ja, da loollten sie wahrhaftig hin. Wenn rnan dreißig Tage fort ist von Rotterdam oder von Antwerpen und von den I weißen Frauen Europas, urw nran ist fünfundMarrziK Jahn M taSut will man überhaupt imnter nach Valparaiso hin mrd dann -vm nmn das gar nrcht mehr erwarten. Tann lauft man an den Menden, ivemr der Wind ansfrischl und- das Meer ganz düster- tzlan wird wie ein Stiefmütterchenbeet — -- dann läuft man das Teck auf rmd ab und ab und auf. AH, die Schenken am_ Zollkai Bet der Schelde, mit dem rosa Licht und den großen Wandsptegeln, deren kleine Löckstr mit dm sternförmigen Platzerir hemm nicht mi Hpazierstöcken gebahrt sind, lind die Mädchen aus Flandern und die van den westfriesisthen Inseln und das große Orchestrion tzmd. . . ach, wie unsäglich schön sind die kurzen Europatage -wischen Reise und Reise .... Und plötzlich mußten alle daran öeitfen, wie lange diese verbuchte Reise noch dauern würde. Urrd da lehnten sie mit einem Male über die Schanze mit finsteren Mimen und sahen steuer- Kordwärts, als ob da irgend etwas anstauären könne, irgendein unerhörtes Wunder, ErsüÜmtg-ihrer heißen Wünsche. Was sie^da vor sich sahen, das war nun ganz und. gar keine Insel der Seligen, wnderu das war eben St. Pauls Roees. Und St. Pauls Roers D nur ein winziger, mtbewohuter Fels, der aus viertausend Meter Wassertiefe ganz unvermittelt aufsteigt rrnd kreideNEiß ist, weil die vielen Meervögel ihren Dünger daraus deportieren .... Ta schaute also 'Frau Uebersee wieder einmal hart und fast grausam auf sie, und po war das ihren stürmischen Wünschen nicht aenug getan. Und sie spien mißmutig in die Dünung hinab und begannen wieder ihre.Wanderung über das schneeweiß gescheuerte Holz. Ach, sie waren ja alte kühleren Blutes, und es tvar ja wohl Nicht ztt befürchten, daß ihr Mißmut zu einer Katastrophe drängte. S einer jener tollen Katastrophen, wie sie sich mitunter ereignen aus lern mit sMändischer Bemannung, die gar zu lange unterwegs . Wo es dann ganz plötzlich, und ohne ersichtltchert Grund zu dlutigetl Messerorgien kommt und man am anderen Tage drei oder vier Tote über Bord siert, nur weil mau gar zu lange fort ge-, wesen ist, von der MakaystrE in Singapore ober vor« St. Pauli oder bar niedrigen grünbKvachfenen Kneipen vt Tillburh Täcks. „ So aber hatte Frau Uebersee es doch anders beschlossen mit ihnen an diesem Tage. Dmn eben, als sie. wieder nur das Deck^Her- wnrasten, da eben schralte der Wind herum, daß oben die Segel Lu schlagen besamten. Und tveun das aurh nur einen Augenblick, jo tvar — — er hatte doch iwut der Back her einen halbverwehten, wehmütigen Gruß der großert Dame Europa gebracht. Und als sie plötzlich stehen blieben, — — da sahen sie dort vorn ein Grammophon nnt eurem lächerlich großen Trichter stehen, mW der Zimmermaun, dein's gehörte, hatte ixrs Ding wohl an Der? gebracht. Ta schossen sie nnt einen'. Atal« dort Hirt wie fünf Wütende weiße Terriers, denen man irgendeinen Bissen vorgkworfru hat... . , Ach, es tvar ja nur ein Gassenhauer, den ihr alle einmal gehört habt, kurz bevor der große Blutwahnsirm über die alte Mutter Europa kam. .Und ihr habt über ihir gelacht und habt nicht gewußt, was vein Gassenhauer bedeutet, wenn ein Grammo- g »n mit einem lächerlich großen Trichter ihn spielt, ganz weit t von euren Europa frendeit, be i einer elenden Guano in sel. war Übrigens so, tme sie alle sind, diese nrassiE, unbekümmerten Md' lich hinein eine Melodie szöne grenzen ... Und so geschah es denn, daß sie plötzlich alle fünf um das Rirsengrammvphvn lagen und sich svrttragcn ließen von denk Sang, O weit fort. Und nunkwürdigertveise tvar es immer dieselbe le, die sie alle fünf so entzückte, jene Stelle, wo die beidetl Singstimmeu von. g irach e lpnaufspraugeu und tvounig über einem Meer höchst irdischer-Freuden zu sckSveLen schienen, lind sie hörten Mießlrch nur nock) diese Sexte und griffen mit zitternden Händen immer wieder nach dem Stift und setzten icht immer nnebeu aus dieselbe Stelle der Platte, uub merkten schließlich in ihrer Trunkenheit nicht, daß sie alle fünf 'wie große, weiß an gezogene Jungen, die «in herrliches Spielzeug Mts allernächster NHe besichtigen müssen— — daß sie alle fünf die Köpfe tief in den Riesentrichter des Grammophons gesteckt hatten. ... So merckten sie es denn auch nickst, daß hinter ihnen jemand stand, die einzige .Frau, die die Persinwn an Bord hatte. Sie war «n Teck gekommen und hatte die Gruppe von weitern zuerst erstaunt angeschaut. Und dann näherte sie sich und stand und begriff und lächelte. Sie tvar übrigens die Frau des Reeders, die alle fünf Jahre ihre Tochter.drüben in Chile bmrchjLe. Sie tvar iwch immer sehr gilt anzusehen mb schaute, in ihren lichten Leinenkleidern eigentlich selbst so aus wie eilte Bark unter vollen Segeln. Sie war eine große Tante und tvar ganz und gar unerreichbar für fiittf arme Seglevosfiziere. Aber gelüchelt hat sie doch als sie die fünf dort sah. Sv, wie fröhliche Mcnschnmütter lächeln, wenn sie bas Sehnen ihrer großen Kinder begreifen, so hat sie gelüchelt. Und einmal, einmal liegt auch Valparaiso vor einem Salpetersegler. Und wenn Bchparaisp auch kein paradiesisches^ Tal ist, und wenn ihm auch die Bäume fehlen, ohne die ein Paradies so undenkbar ist wie ohne Schlanae und Eva ein Paradies ist es doch. Am Tage, gewiß, da scheint ja wohl nur das unbarmherzige Licht Mer Vahle, braune Feilen. Alm TaM, da rnstssen sie alle an den Ladrktrkcn stehen, die Ossi ziere der NtwpaschrW, u nd m üssen Zahlst irr Bischer schreiben, toieviel ArtkMWhike Md wieviel Pat« schiuliflascherr man mtsgelodeir Hat. Am Tag. da ist das schließlich auch nur der große Hexenkessel, der Werall brodelt, wv Europas Verdienerwahusinn überheizt wird vom Feuer dieser exotischst! Länder, und es bedarf ivohl unserer aller Mutter Nacht, nur aus diesem Tal wirklich eiu Paradies zu machen. Aber einmal, an einem Samstag abend- gar, da geht es doch schlafen, das grelle Licht, und der Süder heult nicht mehr und keine Staubwolken tanzen mehr durch die Speicherzellen der Calle blanca am Kai. Und samnckenes Dunkel towmt schnell, und ganz still ist alles und alles. Alles Erwartung. Und dann flammen, sie plötzlich alle ans, die Lichter in den steilen Gassen der Berg-, hänge. Rote Lichter . .. grüne Lichter . . . japanische Schrift- reichen davor, und deutsche nnd spanische und englische. Und alle, alle mit dem Versprechen, daß hinter dieser Tür just das Paradies sei. Es ist ja immer das Gleiche, gewiß. Ein wenig exotischer, ein ivenig araura rischer die Tänze und die Lieder hier am Rande un-, bekannter Mmschheitsbozirke. Und gesalzene Seespinnen statt der Schelde-Austern wfo Wvercr düsterroter Quiloteser statt des fragwürdigen Rüdesheimer in Mtwerpen. Ein Paradies aber dennoch. Ein Paradies am letzten Abend von drcnmdnennz-is öbeit Tagen. An einem Samstagabend, da brauchten sie alle —_ Offiziere und Bootsleute und Matrosen tu cd Stewards — Vorschuß auf ihre Hamburger Heuer. Gehörigen Vorschuß. Und dann verwandelten, sie sich ganz schnell in Herren, denen man es ganz nnd gar nicht ansah, daß sie eben noch 200 schmierige O mb res (ckst lettische Sck-atterleute) beim Löschen beaufsichtigt hatten. In Herren mit voten Handschuhen und jMcrgrauen Filzhütsr und wohlanständigen Zivilröcken, wie man sie für diese Zwecke überall in Hamburgco Hasenläden bekomint, drehten sie dein Abendessen den. Rücken. Und dann fuhren schließlich doch zivei Boote vor, und sie schwainmeu hinüber nach der großen, brodelnden Stadt, deren bunte Laternen- züge sich ganz hoch oben verlieren in den Tälern zivischen derr Weinbergen von Zepita und von Qrnlota rrnd Mua bei Mar . . .. Es nmß allerdings benrerkr werden, daß. außer der Jmll- repwache rmb dem alten Kapitän, einer von den Fünfen nicht an Land gegangen rvar. Das tvar der jüngste von ihnen und war der Arzt der Persinton mih war eigentlich noch ein Kerl wie Milch und Mut. Und wenn er nicht an La,cd ging wie die anderen, so lag das daran, das hinter ihm wohl ein Abenteuer lag, das zw mehr verpflichtete, als einen Tanz in einer Mttverpener Kneipe. Daß eine tiefverschreiert« Tanre ihn in Hamburg bis an den! Laufsteg aebrächt hatte. Und daß ihn in den Häsen Südamerikas Briese aus schwach noch dustenden ledersarbenem Papier erreichten, Briefe, wie eine ivirNich,' Tante sie schreibt, die für arme Segler-, off »ziere ganz und gar unerreichbar ist- .... Immerhin, cs war nicht eben leicht, an Bord zu bleiben in. dieser Nacht, trotz aller Briefe. Tenn nun thronte sie obeit, im Tnnkel, auf den Bergen, die lächelnde Frau Uebersee und spielte mit den Farbenflammen, so wie ein flinker Jongleur mit großen bunten Glaskugeln spielt. Und wenn das Schiss einmal weniger lärmend vor seinen Bugankern ritt, dann just richtete es die schone Frau, die Königin ist über die ganze bunte Exotik vom Lizzard bis zum Kap — dann just richtete sie es so cht, daß ferm Melvdien sich lächelnd durch die stille Nacht schlichen. Und sie machte es auch, daß diese Nacht ganz warnt tvar, und daß. vom Land der Wind einen starken, süßen Tust herüberbrachte, unq erhört stark und schwül fast in seiner Süßigkeit, einen Tust, dev wohl von den Hyazinrhenfelder'N bei Bina del Mar herrührte. Ta fand der Znrückgetzliebene deik Aufenthalt an Teck Ullerträg-i lich und ging in die Messe hinab mid ließ sich.zum Zeitvertreib das Grammophon auf den Tisch stellen. Und ein tückischer Zufall fügte es, daß er von allen Platten just die mn St. Pauls givccs zuerst erivischtc. Aber sie errvics sich bald als unbrauchbar, weil die bewußte Stelle mit den massiven Sexten ganz rmdj gar abgenützt war und tun einen halben Ton tiefer stand M die Unlgebung. ^ , . Er nahm sie und las die Uebcrschrift und er )a\), dag der Text eine Anssorderung enthielt, in eine wirkliche oder imaginäre Licbeslaubc zu kau,men. Ta machte er «in Gesicht, das hochmütiger geriet, als unbedingt noOvertdig gewesen wäre, lind legte die Platte tveg nnd drehte dem Gramnwphon den Rücken. Das war am Ertde unerträglich geschnracklos alles., „Liebes-, laube", sagte der Dcxt. „Liebeslanbe", dachte er kopfschüttelnd, „LiebMaube ] Ans was diese Menschen auch nickt kommenf" t Und er ging hinaus und spielte mit dem etufamen Kapitän eine Partie Schach, die er prvgramnräßig verlor. Tenn der Alte, wie das in seinen Jahren lag, vertrug es ganz nub gar nicht, daß ein anderer geiüOitu. * Aber ichlieglich verging mich diese Nacht. Und aut nächsten Mergelt, als das alles wieder wrbei war intb das Lickst wieder ganz hart' und grell aus das riesige Amphitheater des Hafens vmt Valparaiso schien, da lehnte er, ganz in der Nähe des Fallreps, mit vern Kapitän Mer die Reeling. Utrd er sah. daß ein großev Nvrdantecikaner eben einkam, und daß ein Achter des jkandrnÄvi» scken Klubs vorüberlies, tmrd daß nicken int Wasser die übliMst Delphine spielten. Und dann erst, in dieser Stunse des Avmckag^ Mörsens, ramen die Leute her Persinwn znrilck. Nun nicht mehr akk tu einer oder tu KmS Arvtzm SchaLrWen. sondern jrdeö in einem ganz Kernen Bvvl, auf dessen hirtterster Bank der E o aufrecht und ernst starch, als rudere er einen Toten zum . Und ein Boot nach dem andern legte an, und einer nach ndern enterte die Fallveptrepp« hinaus, di« Matrosen und die Stewards, und die Bootsleute urrd die OfstziLr-e. Und keiner war nun ein böser Kater mit gesträubtem Fell und 'reiner Hütte heute Noch den K)pf in den Trichter gesteckt. Sie waren ruhige, behWige Leute und m ihrem Gang und ihren Bsosgurrgen war etwas gewissermaßen Staatserhaltendes, das früher dort nicht' zu entdecken gewesen war .... Zuletzt kam der Zweite an Bord. Er hatte irgendwo seinen Hut ringebüßt, und sein brandrotes Haar über den schlohweisen Augenbrauen stand lästerlich in die Höhe. Den alten Kapitän grüßte er stcimm und versonnen, wenn nicht müde. Ter Alte aber sah es rmd sagtu nur kopfschitttelnd und lang- kam und in leiser Trauer: „Herr Pafsort . . . Herr Pafsort . Und sie fuhren nach Ecuador hinauf und nach Zentral und packten ihre Revolutivnsgrana teu aus. Und fuhren tvieder zurück nach Europa mit Kaffee und Kakao und Salpeter und Gott weiß was. Und dann kam es so weit, daß die große Frau Europa den eigenen Leib sich aufriß und ihre eigenen Kinder würgte in unbegreiflichem Wüten. Und da schlafen sie mm alle schon ziemlich Lange den großen Schlaf. Bei Hirshals schlafen sie oben und bei den FalNcmdS und bei Toner, wo das Wasser noch salziger ist. Und da sipt nmr das Leben und kann sie nicht wieder fmdnr. „Ach, meme Kinder alle," schluchzt die große Menschen-, AMtter. . , ,Mh, meine schönen, frohen Kinder . . . VevsnZschte». * Der älteste deutsche Handelshvf in Rußland. Die Umgestaltung der Verhältnisse im Osten und die Erörterung brr östlichen Kriegsziele hat auch das Interesse an der Geschichte deS Deutschtums in Rußland wieder besonders rege aufleben lassen. Merkwürdigerweise wird diese Geschichte säst stets mit der Eroberung Und Kolonisierung der Ostseep-rovinzen begonnen, während sie ln Wirklichkeit viel weiter zurirckreickste, insofern sie nämlich deutschrussische Handelsbeziehungen betrifft. Bon großem Interesse ist ». B. die nur wenig bekannte Geschichte des wahrscheinlich ältesten deutschen Handelshoses in Rußland, die Tr. Kl. Löffler in der Zeitschrift Niedersachsen in Erinnerung bringt. Tie deutschen Handelsbeziehungen zu Rußland in der ältesten Zeit waren hauptsächlich an den Namen Nowgorod geknüpft. Es handelt sich Um Groß-Nowgowd, das am Ausfluß des Wvlchow aus dem Zlmensee, ungefähr 170 Kilometer südlich von Petersburg gelegen D. Während Nowgorod heute eine verhältnismäßig unbedeutende russische Gouveruementsstadt ist, konnte es seinerzeit mit Recht bm Ruhm für sich in Anspruch nehmen, nicht nur die größte, K auch die reichste und schönste Stadt Rlrßlands zu sein, der Begründer des russischen Reiches im 9. Jahrhundert, h tn Noivgorod nieder, und hier verblieb die Residenz, bis erst Ruriks Nachfolger Oleg sie nach Kiew verlegte. Ihre besondere Bedeutung hatten sowohl Nowgorod wie Kiew tvegen ihrer ausgezeichneten Lage an der sog. „großen Wasserstraße" Krischen der Ostsee und dem Schwarzen Meer. In seiner Glanze »eit verfügte Nowgorod, das eilt starkes Reich für sich darstellte. Aber ein ziemlich umfangreiches Gebiet und ein bedeutendes Heer. Seine Stellung war dadurch gekennzeichnet, daß eines der am häufigsten gebrauchten Sprichwörter lautete: „Wer kann wider Gott und Groß-Nowgvrod?" Zu Beginn des 12. Jahrhunderts haben die deutschen Handelsfahrt-en nach Nowgorod Angesetzt und W Ende dieses Jahrhunderts stand dort bereits der deutsche Hof, nach der dem httligen Petrus geweihten Kirche Peter Hof ge» Nannt. Deutsche Kaufleute von Misby, in der Hauptsache Westfalen, e khn gegründet. Tie Hauptbeteiligten an diesem Hcmdels» iren Kaufleute von Wisby, Lübeck, Soest nm> Dortmund, rod galt damals als der Handelsmittelpunkt von Ländern mit großen Rohstoffschätzen. Da es dort keine eigene größere Hand-, Merkliche oder industrielle Tätigkeit gab, konnten die deutschen Mmfleute Rußland mit Leinwand, Pergament, Bier, Wein und den verschiedensten Jndustrieartikeln versorgen. Dabei spielte der Peterhof die Rolle einer beherrschenden deutschen Nicherlassung, f§ war der hauptsächlichste Stapel- und Uebergamgsplatz. Ein be- wnderes Recht wurde diesem Handelshof verliehen und in eigenen Tchatuten niedergelegt, die nach einem nordischen Wort „Skra" genannt wurden, waS als Tätigkeitswort „schreiben", als HaujN» Mort „Aufzeichnung" bedeutet. Die älteste dieser Aufzeichnung« gehört zum Besitz des Lübecker Stadtarchivs, eS ist em einzelnes Wergamentblatt, das ans den 60er Jahren deS 12. Jahrhunderts stammt. Der Peterhof umfaßte einen großen, mit Holzplanken um» «Lunten Platz, und innerhalb dieser Einfriedigung standen die Mzernen Banden, , Mieten" genmurt: MrkcrujMlllen, Wohnungen, Buden, Krankenhaus, BrauAus, Backstube, und Mahlstube. Hier begegneten sich die Kaufleute ans wenigstens 30 deutschen Städten, das tanz« kleine Reich war in vier Quartiere eingeteilt, nämlich da» ächsifche, das wesMifche, das livländische und daN weMsche. Oben ier Richter, Bvrjteher und offtzicller Vertreter war der Äeltermarch !>es Hofes, dem vier beratende Meister und zwei Aelterleute zm, Seite standen, welche die Finanzen verwalteten, für die Arck rechter Haltung der Statuten sorgten und die Mieten, die Ab, gaben, die GeldstrafM erhoben. Ein Priester waltete des Amtet und half außerdem den Kaufleuten als offizieller Schreiber. Ter Handel des Peterhofes wurde mehrmals durch russische Will«, kür unterbrochen, nach einiger Zeit konnte er aber immer wieder in großem Umfang neu ausgenommen werden. Ein Ende bereitst!» ihm die Bezwingung Nowgorods durch Iwan III. im Jahre 1478. Zwar bestand der Peterhof eine Zeitlang noch in ziemlich eingeengtem Maßstabe weiter, aber mit seiner oedeittenden Wird, mmAeit war es vorbei, und im Jahre 1494 ließ Iwan III. bau Peberhof liberfallen >und die 49 Anwesenden ins Gefängnis werfen. Die hierbei geraubten Waren stellten einen Gesamtwert von uw gefähr 432 000 Mark dar. Die gefangenen Kaufleute stammten aus Lübeck, Dorpat, Reval, Dortmund, Duisburg, Hamburg und noch mehreren anderen deutschen Städten. Erst 1496 und 1497 wurden sie auf Fürsprache des Großfürsten von Litauen wiedep entlassen, bis aus vier, über deren Los nichts mehr bekannt ge^ worden ist. Mit der endgültigen Abschaffung des Peterhoses hat Nowgorod dann ziemlich schnell seine Bedeutung als. Zentral* Handelsplatz verloren. Büch erlisch. — R aufs eisen, Herkules, Akademisches Lust», wäldlein. Mit Einleitung und ydachweisen hevanSgogeben durch Arthur Kopp. Dieterich'fche Verlagsbuchhandlung m. b. D. t» Leipzig. Geh. 2.50, geb. 3.50 Mark. — Regsten Antell an der schöpferischen tzmd ausübenden Liedkunst haben von jeher die Stildeulen genommen, und heute noch wächst dem deutschen Lied« alljährlich eine schätzbare Vermehrung aus Studentenkreisen zu. In dem hier neu .aufgelegten Akademischen Lustwäldlern deS rätselhaften Herkules Raufseisen bietet der auf dem Gebiete de« Geschichte der Studsntsngesanges anerkannt wohlbeniandert«, Anfang Januar dieses Jahres in Lübeck verstorbene ehemalige Mav, öurger Universitätspnofessor und Oberbiblivthekar Dr. Arthur Kopp ein weit über die akademischst Kreise hinausreichpndes Erzeugnis des absteröendM Pennalismus in der Uebergangszeit zum heutigen Studententum, das ivoch von Hoffmann von Fallersleben vielfach beachtet imb bemttzi wurde, seither aber für verschollen galt. — „T ie Wetterstädter". Ein Bierteljahrlausend deutschen Bauernstammes, Roman von Paul Burg, Verlag von Pauk Lift-Leipzig. Broschiert 4.80 Mark, gebunden 6 Mark. — Ta- kraftvolle urdeutsche Buch eines Dichters. Das Werk führt d« Leser von Geschlecht zu Geschlecht eines aufrechten markig«! Bauernstammes, der zäh und hart um die Erhaltmrg und Mehrung seines Eigens und seiner Wesensart ringt. Ein Vollsstamm mu Erster Liebe zur Scholle, 250 Jahre deutscher Geschichte in ihrer Wirkung auf ein kerniges Bauerngeschlecht sind hier spannend ge- schWert. Ter Roman paßt trefflich in imsere Zeit. —• „Meine Laute undi ch", von ElsaLauraFreiifl v. Wolzogen. Deutsche Vereins-Druckerei und BerlagSanstalt Graz, Radetzky straße 15/17, und Leipzig, Talstraße, Theodor Thomas. Ladenpreis 3 Kr. 60 Hl. (Mk. 3,—), mit Zusendung 4 Kr, (Mk. 3,30). — Frau Elsa Laura, dl« tn ihrer Kindheit durch die verschiedensten Vertreter die Welt kennen lernte, zog in diese S plaudert von dem, waS sie erlebt, erfahren und errungen hat, rnterhaltsam, frohlaunig, meist mitunter traurig oder zornig! .. jeder Leser irgendein Erlebnis „getrost nach Hause tragen" kamt. — Die Schau bühne, Wochenschrift für Politik, 5kunst, Wirtschaft, herausgegeben von Siegfrred Jacobsohn, enthält m der Nummer 8 ihres vierzehnten Jahrgangs: Wahn und Wille tum GerwamcuS: Hellmut von Gerlach von Johannes Fischart: Z« diesem Krieg, von Pindar; Der siebente Kanzler, von Helnntth Z-uenka; Warnung von Meyrink, von Rudolf Kurtz: Ern auSg» storbenes Rollenfach, von Anton Kuh: Burgthsaler, von Alfvck» Polgar: Malers Daggesang, von Ludtvig MeÜmer: ZS fälsch« stets . . von Gregors Merle: Krflvoy Mg, von Loro-ry».: Aatz« wort«. i Logogriph. Mit { in Sturm und Wogenbrau» Da fühlt er sich zu HanS. Mit t steht sie gar würdig auS Und emsig schafft sie im Hau». (Auflösung in nächster Nummer.1 Auslösung deS Rösselsprung» in voriger Numme«. Herbstfäden l Nun spinnt da» Märchen in blauer Luft, Silberne Härchen, ob Wald und Klukt. Schweigende Felder, schlumnrerndeS Land, Sterbende Wälder im Scharlachgewand. (Lohmey«^ Schritzleitung: W. Meyer. — Zwillmg»runddruck der Brüh l'Zchen Univ.-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Bietzen.