Die Rächer. Roman von H e r m a n « W a g n er. (Fortsetzung.) t „Wieviel war es?" fragte Behrens sachlich, als ob er nur deshalb hergekomineu sei, um über diesen Punkt zu r, d m. Und Lautenbach war dermaßen angefüllt.Mit fronte rung, daß ihm diese sachliche Frage nrcht ausfiel. „AZw- viel?" schrie er. „Mehr als .hunderttausend.Marl l» es, um die er mich übervorteilt hat, als er fern Verhältnis ^ \k ttttt „Sie waren recht unvorsichtig?" sagte Behrens. „Nein, aber er ist ein Räuber!" „Wieso?" fragte Behrens harmlos. „Er war doch sru- Lautenbcrch durchmaß erregt das Zimmer und empfand es als eine Wohltat, daß er der Erbitterung, bte er lahr - lang stumm hatte mit sich herumtragen müssen, Lust mache konnte. Er redete, ohne daß es der andere nötig Hane, zu fragen. Behrens hörte ausnierksam zu. Reisner war nicht nur grausam und hart, sondern auch raffiniert. In einer schwächet! Stunde hatte er ihn, Lauten- back), übertölpelt, indem er ihn, der sich zu semem Gesellschafter hergegeben hatte, einen Vertrag unterschreiben ließ, der sonderbare Klauseln enthielt. Klauseln, die aus htn ersten Blick unverfänglich schienen, die aber doch dafür w rechnet waren, dem Unterzeichner des Vertrages nli gegebenen Augenblick die Gurgel zuzuziehen. Und da. hatte Reisner besorgt, vor vier Jahren, zu einer Zeit, da da» Geschäft sich eben auschickte, einen unerwarteten Aufschwung „Was habe ich gearbeitet," klagte Lautenbach, „^ag und Nacht, unermüdlich, bis ich pnt ureruer Gesundheit^ säst auf den .Hund herunter war! Und ich habe c.' gern gt.tan. Ick) habe, klein angefangen und wollte hochkommen. Da.- war mein einziger Wunsch, das war meme eniZrge Freuds U v es war auch schon so weit. Ich ^rtte alles vermgbarcGck in eine große Sache gesteckt, die todsicher war und die nur ein halbes Jahr Zeit brauchte, uni auszureifen. \ v b da-" „Und da?" fragte Behrens. Lautenbach ballte die Fäuste. undda kau, der Lunte gerochen hatte, und kündigte sein Geld, da. nn gerade jetzt'unentbehrlich war und das ich wir von anderer Seite so schnell nicht beschaffen konnte, — kündigte e^,, aU^v, bis aus den letzten Pfennig, nur weck er wugte, daß er mich damit ruinieren mußte!" , „So, und hat er Sie ruiniert? . „Nein, dazu ließ er es nicht kommen, das lag mcht tn seinem Plan. Er ist eilt Fuchs. Er legte nur neue^Daum- schrauben an. Er wollte mir das Geld noch em >zahr belassen, weil» ich einen neuen Vertrag unterschriebe, emen, der ihm fünfundsiebzig Prozent des GewmneS an jener eme» großen Sache sicherte, — und ich unterschrieb auch, nur m» von diesem Menschen loszukommen, dem ich me etwas zu Leide getan hatte und der sich doch ein Vergnügen daraus machte, mich zu schinden!" Und so sind Sie jetzt von chm frer?" . . . . "Ja, Gott sei Dank... Und deshalb bleibt mrr letzt auch nichts arideres übrig, als aufs neue ^arbeiten, und ich kann an nichts anderes mehr denken, als wie ich das Geld wieder zusammenbringe, das mir der Räuber av- genommen hat... Unberuserr, es geht gutv - „Und dabei nrerDen Sie langsam an, sagte Behrens sehr weich, „immer älter und älter.. „Ich bin noch nicht fünfzig..." „Und doch haben Sie schon werße Haare. Haben Sie das noch nicht bemerkt?" Lantenbach fuhr sich über fren Kopf hin und murmelte: „So ist das Leben..." .„ C1 . .,. . , „Falsch," rief Behrens aus, „ich finde nicht, daß das Leben so sein muß!" , ^ ar „Wie sonst anders?" fragte Lantenbach spöttisch, da er sich «nun endlich.erinnerte, daß er einen halb närrischen, halv komischen Sonderling vor sich hatte,, emen entlassenen Sträfling, vor dem er sich dummerweise zu unvorsichtigen Bekenntnissen hatte hinreißen lassen. „Wie anders? So, daß Sie, anstatt alle Ihre Kraft daraus zu verwenden, vorwärts zu kommen, endlich einmal daran denken, dort zu bleiben, wo Sie zufrieoeu uno glücklich sein können... Oder glauben Sre, daß Sie ewig hrer leben werden?" „ ' venerl Sie es beibringen, es ebenso zu mackien, wie Sie es gemacht haben, und die ihre Kinder danii wieder dasselbe lehren werden..." ^ ^ - . Mer sind Sie überhaupt?" fragte Lautenbach gereizt, da er'sich besann, daß er einem Menschen zuhörte, der aus Cm Behrens chand aus und streckte Laudenbach die Hand hm. „Ein Mensch, dern Sie leid tun, weil Sie sich unnützerwecke oviel plage,i . . . Wollen Sie nicht meme Hand? Lautenbach sah zur Seite, um den Augen dieses »u- dringlichen Meuscheii zu entgehen. , . Da zog Behrens ferne Hand wieder bescherden zurück und sagte, schon an der Tür: „Behüt Sw Gott! ^ Er fuhr mit der Hochbahn bis zur Lübecker Straße. Niemand hätte es ihm angesehen, daß er ur Hawestcame rine eigene kornfortable Villa beuch, wahrend er sich letzt m Hohenfelde die drei Treppen zu den zwei möblierten tckm- merri hiuausbemühte, die er bei einer Witwe namen» Brr- #it "SÄS t erst kau« achlTagr bei ihr wohnte hatte diese Frau ihn dach scholl sehr schätzen kielerntz Seine Verhältnisse schienen,i°m« «t.tz. aber es gab °oÄ keinen, der heiterer war. Und dre Art, wre \.x tun ryrem Somstafl, de» 26. 'anuar ao kleinen Mädchen, der vierjährigen Gertrud, verkehrte, ließ! darauf schließen, daß er auch Kindern sehr zugetan war, was man von ,möblierten Herren' im allgemeinen nicht behaupten konnte. r _ Heute kam er ungewöhnlich spät. Frau Glöckner setzte ihm das Mittagessen vor, das hatte nachgewärmt werden müssen. Er verzehrte es, zog dann die Brieftasche und sagte: „Liebe Fran, ich muß für einige Wochen verreisen." Frau Glöckner erschrak. Wollte sich auch dieser wieder davonmachen, kaum daß er ein wenig warm geworden war? Und sie dachte daran, wie schwer es war, einen ordentlichen rmd pünktli ^-zahlenden Mieter zu bekommen. Behrens legte ihr zweihundert Mark auf den Tisch. „Als Vorschuß aus die Miete für die nächsten zwei Monate," sagte er, „und damit Sie eine Sicherheit haben, daß ich auch wiederkomme." „Aber — ." wandte Frau Glöckner mit vor heißem Schreck glühendem Gesicht ein. „Bitte, behalten Sie nur," versetzte er rasch, „und helfen Sie mir packen." Es war freilich, nicht viel, was einzupacken war, es hatte alles in der braunen Segeltuchtaskhe von mittlerer Größe Platz, die ihr Besitzer bei einiger Anstrengung ganz gut selber tragen konnte. Mit dieser Tasche begab sich Behrens wieder zur Hochbahn zurück, die ihre nach, der» Hauptbahnhof brachte. Dort löste er ein Billett dritter Klasse zu dem Personenzug nach Berlin. Jeder, der es sah, wie er bescheiden in einer Ecke des Wagens saß, konnte ihn für einen Großvater halten, der zu seinen Enkeln auf Besuch fuhr. - 20. Kapitel. Behrens bezog ein Zimmer in der Nähe der König- grätzer Straße, in einer schmalen Seitengasse, die nur wenig Licht bekam und die deshalb düster, müde, stumm' und verbraucht aussah-. Etwas Unerklärliches zog ihn gerade zu. solchen Gassen hin, deren Leben gestorben schien oder in der Agonie lag, zu Gassen, deren Bewohner kamst zu sehen waren, dis hin und her huschten wie Schatten und die für einander kein Wort, kaum einen Blick hatten. Sie glichen einer großen Gruft, irr die man sich freiwillig legte, um in Ruhe Nachdenken zu können, wenn man alt war. Denn wenn auch die Fäden des Lebens auf tausendfache Art verwirrt schienen, so wurde es einer ruhigen Hand am Ende doch nicht schwer, sie zu. entwirren. Man mußte nur das eine Prinzip erfaßt haben, nach dein alles gewirkt war, um den Weg durch die Jrrgänge der Ber- gangenheit zu finden. Er hatte an einer der schmutzigen Türe:: ein Plakat gesehen: „Möbliertes Zimmer zu vermieten, III. Stock, bei Piesecke". Er stieg die abgetretene Treppe hinauf, und es öffnete ihm eine weißhaarige Uran, eine Iran mit eingefallenen Wangen und stumpfen Augen, die eine Weile die Segeltuchtascho musterte, die er selber trug, und die dann einer: grausam abschätzeuden Blick auch, ans seine Person warf, nur ihn schließlich entlassen und das Zimmer zu zeigen. „Cs hat einen separaten Eingang ::nd ist ungemert," sagte sie, „aber die Miete ist in: voraus zu bezahlen." . „Wieviel'?" fragte er . „Zrvanzig Mark." Behrens enLschloß s ich sofort, das Zimmer zu nehmen, vor' allein wegen der Fran, deren abschreckende Häßlichkeit Und bösartige Unzugänglichkeit ihn reizten. Er versuchte es, sie nach ihren Verhältnissen auszu- fragen, doch sie autivo riete nur rvidernüllig und einsilbig, mit einer Stimme, deren Feindseligkeit keine Grenzen hatte. Sie war ohne 'Mann, und aus dem Wenigen, das sie sagte, schien hervorzugehen, daß ihr ihr Mann, ein Arbeiter, da- vougelaufen war und mit einer anderen lebte. Auch Kinder hatte sie, indes verschwieg sie, wo und wie sie lebten. In diesen: Zimnrer richtete sich Behrens, so gut es ging, ein. Und es ging vor trefflich so daß er sich nach einigen Dagen wahrhaft glücklich fühlte. ’ Alles, was in den: Zimmer war, roch nach Moder, und dieser Moder strömte einen suggestiven Zauber aus, dem sich, Behrens mit Liebe hingab. Welche Abscheulichkeiten mochte jenes Sofa schon erlebt haben? Sein Plüsch war abgenützt 'und glänzte an vielen Stollen schon schwarz und speckig. Schadhafte Stellen warm, darin, aus denen Wßhaar hungrig heraus weinte. Visionen: einer erbarmungswürdigen Häßlichkeit und erschütternden VertiertheiL stiegen vor Behrens auf. Auch ein. brauner 'Schrank war da, der knarrte urid stöhnte, tvenn man ihn. öffnete. Waren! das nicht Töne eines Mißnmts, der sich verachtungsvoll von den Menschen abkehrte? Cr ftrarrte auch des Nachts, und es war dam:, als ob die Geister des bösen Gewisseres in ihm rumortem. Eine dürftige Decke war iiber den Tisch gebreitet, das Bell war schmal und sein Holz faulte, und unter den Stühlen war keiner, dessen Beine nicht gewackelt hätte::. Das ganze Zimmer war rin Bild verkommenen, erlösnngs- bedürftigen Lebens. Es gab- zwei Fenster, die beide auf die Gasse hinaus- giugep, ans die dunkle, müde, stumme, verbrauchte Gasse. Die Scheiben waren blind, man hatte den. Eindruck, daß sie jahrelang nicht mehr geputzt worden waren. Die verblichenen Tapeten ivaren an. vielen Stellen zersetzt, die Mauern sahen nackt heraus, und der Teppich war eigentlich nur ein Hader. Doch eine ewige Ruhe war in dem Zimmer, deren sich Behrens nur nur! so intensiver bewußt wurde, wenn er nebenan in der Küche die schlürfenden Schritte der feindseligen Frau Piesecke hörte. Er verbrachte viele Stunden an: Fenste r. Die Scher der: schauten ihn traurig an, batest ihn gleichsam um Verzeihung, daß sie sich, ans Schurerz übw das Elend alles Daseins blind geweint hatten. Sie verstanden wohl die zitternde Erwartung, mit der er auf die Gasse, hinunterspähte, gleichsam fordernd, daß ein Wunder sich unten ereigne, welches doch den schönen Sinn, den edlen Kern, die tieft; Bedeutung des nnKulänzlicher: Daseins dartue, — aber, sie selbst erwart-eten das Wunder nicht mehr, dem: sie waren alt geworde:: bei ihrem Warten. Ost während der Tägies durchstreifte Behrens sie Straßen. Er kreuzte den Potsdamer Platz, besser: brodelnder Wirrwarr ihn umstricken und zu Boden werfen wollte. Er ging die Leipziger Straße hinauf und sah das tadellos und sauber funktionierende Getriebe der Warenhäuser. Er ließ sich trauuwerloreu durch das (bedränge der Menschen gleiten, der Männer, die ein Ziel lallte::, der Frauen, die ein Ziel suchten, betrachtete den Reichllmr, oer seine Unfruchtbarkeit hinter äußerem Glanz verbarg, die Armut, die sehnsüchtig oder neidisch ober verbissen nach einem glitzernden Strahl dieses Glanzes haschte, horte das ungeduldige Läuten vieler Elektrischen, die sich, staute::, oas Getrlle der Autohupen, die Wiche der LAllscher, sah Mädchen, deren Tugend schon wurmstichig geworden war. kaum daß sie ihre ersten Knospen getrieben hatte, Jünglinge, denen niemand mehr etivas weis machen konnte, alte Herren und Matronen, derer: schmerzliche Erkenntnis die eiserne Maske der Gleichgültigkeit aufgesetzt hatte. . . Oh, es waren wohl viele Menschen hier, doch redeten alle diese Menschen au einander vorbei? Behrens unternahm oft Gänge, vor: dene:: er befriedigt heimkehrte. Er war einer, der sammelte und das Gewonnene emsig, ivie eine Biene, in sei:: Haus trug, um es dort noch einmal eingehend zu prüfen und zu ordnen. Er erfuhr vielerlei und ::otierte es. Einer wies ihn zu einem Zweiten, der Zweite zu zwei andere::, und aus den ersten vier wurde bald ein Dutzend. Jeder konnte ihm etwas sagen, und jeden lWrte er an. ; , Eines Morgens ging er' in ein Haus und pochte an eine Tür, auf der ein Schild angebracht ivar, das nur den Namen enthielt: W. Mamchenner. Das war recht wenig, und doch wußte jeder, oer mit den geschäftlichen Verhältnissen der Stadt einigermaßen vertraut war, was dieser lapidare Name bedeutete. Er bedeutete Reichtum und Macht. Denn seinen: Träger war es innerhalb eines Jahrzehntes gelungen, sich von: simplen Kommissionär zu einem der reichsten und geriebensten Wucherer emporzuschw rügen. Indes, wer in einem Wucherer noch den alten Mam: der noch älteren Zeiten erwartet, den Shylock mit habgierigen: und leidenschaftonrchtoühltem Gesicht, den: würde in W. Mannheimer eine angenehme Enttäuschung bereitet worden sein. Behrens fand in diesem Menschen einen, konzilianten Weltmann, der liebenswürdig lächeln und noch! liebenswürdiger plaudern konnte, eine::; Mann geidäimppvr GestM und angenehmer Worte. UM.auch darin unteMMd er sich von beit: anderen, daß ihn der dttrftiige Rock des Bch-rens rächt im mindesten an- Pocht, daß er ihn mit höflichster SdlbstDerstMMichkeft hin- uaynr, als wüßte er, daß sich hinter ihm sehr wohl ein Woher ReiäMm, d er gleiMvertig machte,'verbergen- konnte, Mio ja im Äegeräätz da^r Mich oft Nicker dem blitzenden AeuSren eines Prinzen graues Elend angstvoll Muern Sonnte- „Bitte," sagte er zu Behrens, „mit wem habe ich die EM?" „Behrens," gab der Besucher einfach zur Antwort. „Ah," meinte Mannheimer mit einem leichten Neigen des Kopses, „Herr Konsick Griffen in Hamburg hat mir Ihretwegen schon empfehlend geschrieben. Was führt -Sie zn tim?" . Der' Mann war ebenso undurchsichtig, wie sich Behrens vorbehaltlos offen zu geben schien, der nun kurz erklärte, wmnun er bitte. „Reisnersi^ fragte Manuheiiner, „oh, — ein vornehmer, reicher unb mächtiger Mann !" Er sagte es mit stolzer Anerkennung, die sich zugleich verbeugte, die eine leichte Verbeugung machte, die in ihrer vorbehaltslosen Hochachtuna doch einen Zug kalter Ironie hatte. Behrens hatte die Gabe, durch Mauern hindurchzusehen. Das Herz dieses mit Liebenswürdigkeit rcknpanzerten M«rv- sche'n lag offen vor ihm. Er wußte, daß Reisner hier ein urteil gesprochen war. Und Mannheimer? Er, dein nie eine Information fehlte, hatte sich auch irr diesem Fall gründlich unterrichtet. Die Angelegenheit Reisner-Lneie Mnmner-Behrens war ihn: längst irr allen ihren Einzelheiten vertraut. Hier faß einer, der die ersten- Fühlhörner ausstreckte,' um sich zu rächen, einer, dessen Rache ernst zu nehmen war, weil er mehr als genug Geld hatte, sie durchzusetzen. Mannheimer lag kein Gedanke ferner, als der der Rache, und doch träfen sich die Absichten beider in dem einen Punkt: Reisner zu ruinieren. Dem einen brachte das Geld, dem anderen Freude. . Behrens kannte die Gedanken Mannheimers und freute sich ihrer. Sie dienten seinen Zwecken. „Reisner ist ein sehr vielseitiger Mensch," sagte er, „es ist erstaunlich wie vielerlei er schon mit Glück und Tatkraft, vollbracht hat. Er scheint auf sehr festen Mißen zu stehen Ä- „Jeder Mensch weiß das," bestätigte Mannheimer bie- der, „es ist allgemein bekannt." .„Und jetzt, — jetzt plant er. . . etivas recht Großes?" ' Mannheimer lächelte beifällig, denn es imponierte ihm, daß dieser unscheinbare Mann so viel wußte. „Ja," bestätigte er wieder ruhig. „Es ist .eine Sache, mit der er steht und fällt/ V ja, auch vielleicht fällt . . .?" Gewiß, gewiß, dachte Mannheimer, und seine Freude stieg noch Es war ganz klar, daß Behrens völlig im Bilde war. Mannheimer rieb sich im Geist die Hände. „Aber er wird viel Geld dazu branchn," sägte Behrens, „ja, sehr viel Geld . . . Werden Sie es ihm geben?" „Gegen Deckung, gewiß." „Gegen Deckung und hohe Zinsen?" „Gegen einen Prozentsatz, der das liebliche in keiner Weise übersteigt," sagte Mannheimer, „natürlich. . ." „ilnd Ihr Verdienst," fragte Behrens ohne jede Anzüglichkeit in: Don, - denn es ist doch fraglos, daß Sre viel dabei verdienen wollen?" „Ich vermittle das Ganze," antwortete Mannheimer bescheiden und doch gar nicht verbergend, daß er etivas ver^- mittelte, das nur ihn: Vorteil brachte. i Behrens nickte und schien zufrieden. „Welche Deckung! werden Sie verlangen?" fragte er. Mannheimer sah ihn heiter an, als wünsche er ihm zu zeigen, daß es doch unnötig Zei, wenn Behrens sich irr übertriebener Weise verstecke. „Wissen Sie das nicht?" fragte er spöttisch. „Frau von Marisch?" fragte Behrens ruhig. - „Ja." . " „Deren Unterschrift wünschen Sie als Deckung?" „Natürlich" „Und wenn sie sie nicht gibt? ... Es handelt sich doch SM >—i arrderthalb Millionen?" (Fortsetzung folgt.) ©#« WnSheitrerinnekuns- * Bon L. N. Tolstoi. Uebertragen von Marie B e ß m e r t n y. . Tief mrrziette das Verständnis für die Gemütswerte von- Wch. auf m dein Wesen des -„Philosophien von Jgs-naja Pöljana", das! beweist auch die nachstehende Mfzeichnung. „Wie reich.auch die Zukunft an 'fesselnden und rvichiigew Momenten M seien scheint, zu denen ich Stellung nehmen möchte, sv vermag ich mich doch, nicht vion der Kindheit loszureißen, von. jener lichtvollen, zärtlichen, poetischen, geliebten mch- gehei minist vollen Kindheit. Erst, tvenn wir ins Leben treten, fühlen uitfr begreifen wir ihren ganzen wunderbaren, Zander. Wir wissen, daß das Leben nicht nur ans dem besteht, was die Gefühle uns geben, aber das gvahre 'Vorgefühl oder Mchgchühl dnrchwänkt dennoch die ganze Diese unseres Wesens. ( . Ja, es war eine herrliche Zeit. Wir hatten die Arbeiten beendet,- unfern Spaziergang gemacht und wartetejn im Salon, mit zu Tisch M gehen. IN den: Salon stand ein großer Divan, ein runder, alter Mahagonitisch, der von vier Hohen Sesseln umgeben war. Zwischen den mächtigen Fenstern hingen vergoldete Bronzespiegel, und dem Divan-gegenüber befand' sich die Tür, die nach dem Balkon führte. Ans der linken Seite d-esj Divans- saß die Großmutter mit der g-ot, denen Tabaksdose in der Hand und der Haube mit der steifen Rüsche ans dem Kopf. Die lTarttew -Alexandra, Tatjana und Paschenka sowie auch unser Erzieher, Fedor JwanMchj alle ,raren versammelt und lvarteten, daß Papachen aus seinem Arbeitszimmer heranskommen sollte. s Ta tritt er rum heraus, mit rüstigem, raschem Schritt und seinen weichen, absatzlosen Stieseln. Sein sanguinischer-Hals ist rot, seine hübschen Äh gen haben einen lieben.Ausdruck und seine inänn- lichen Bewegungen sind nmtig. Oft komntt er auch mit einer Pfeife in der Hand heraus und gibt sie dem Lakai ab. Er setzt sich zunächst neben. Großmutter, Mßt ihr die Hand' und macht irgendeine schW»-. hafte Bemerkung zu uns, zu heu Dmtten oder zu Fedor JtvauytW« „Warum bekommen wir noch nicht M essen?" ruft er nett seiner angenehmen, freundlichen Stimme aus. Jömiand- — -WvbrdjM Matrrscha oder Petruscha — steckt den Kopf ans der Gesindestube heraus und sagt: „Es wird sofort gereicht!" Und in der Tat öffnet sich die mächtige, dunkelgebeizle Türe, die jetzt noch, genau sio aussieht, unb hvrein tritt in seinem hlanen, Rock und mit hochgehobenein Schultern der Hausverwalter und frühere zweite Geiger im Orchester des Großvaters, Fdka DemidhtsH. Er zieht die AugMbrauerr in die Höhle und mit sichtlichem- StB» kündigt er feierlich an: „Das Essen ist serviert!" Alle erheben sich-, der Vater reicht der Großmutter den Arm-,. ihnen beiden folgen die Tsinten mit dem Evzliöher und wer sonst noch im Hause weilt, und die Kinder. Ich gehe (das ist mir vollkommen erinnerlich als besonders teueres Moment) an Vaters linke! Seite heran, juud er berühert meine Haare mch meinen Nacken nM seiner weißen Hand mit dem kennzeichnenden roten Streiftu M der äußeren Fläche, und endlich- küsse ich diese Hand, die m-eiu-Ml Hals zärtlich drückt, und ich bin von Herzen glücklich./- < Wir gehe:r an.der Gesindelstube vorbei, die Stufen zum großen. Saal empor. Fast hinter jedeur Stuhl steht ein Lakai mit aufgeschichteten Tellern, die er ans dem linken Mm hält. Wenn-Gäste, da smch so- nehmen die Diener hinter ihnen AhMerlung. Ter -Tisch.' ist mit einem handgewebten, gröblichen Tischtuch! bedeckt. Ist der Mitte ist eine Flasche mit Wasser W sehen und vor jedeur Besteck ein Becher mit Ktvaß. Die Löffel sindiaus altein Silber, Gabel und Messer aus: Eifert urit hölzernen Griffen. Die Bläser sind fein, aber ganz: einfach.. Astr Büfett rttird die Sappe einggfültt und die Diener reichen- Pasteten hernn?. Wir bekvnmteu keine, aus irgendeinen) Grunde/ doch steckt mir der Kammerdiener Petruschx heimlich eine Pastete zu, weck er mir besonders gewogen ist. Bjei Tisch geht es irnnttch lustig her. Alles schrneckt und alle sind- vergnügt. Es ist zwar schrver, so lange still giui sitzen/dochhvenn es auch nicht gestattet ist, die oberen Körperteile zu bewegen, so- sucht man sich dadurch zu entschädigen/ daß man unter, dem Tisch kräftig mfit best dicken Füßen baumelchi die in weißen, gestrickten Strümpfen und in Schuhen stecken, die vvrt unserem tauben Schuster Mexei angefertigt sind. -, Mles mundet vortrefflich, bis- anfein Stückchen sehniges Meisch, das man kaut und kaut und schließlich!, während die Erwachsenen in die Unterhaltung vertieft sind, in die -kleine Hand WeintzmÄt -ündi Unter den Tisch wirft. Ae Grütze schnreckl aber, dias HMuchen mit Gurken, das Gemüse aus Rübchen schmeckt auch, und ganz besonders schmeckt der süße Kuchen, wie jeder süße Kuchen. Es macht Spaß, den Gesprächen der Großen zuzuhören und hinter- jbreiit mlit dien Brüdern darüber zu.plaudern. Bort besonderen) IN- tcresse für -uns Kinder war.Dichon. Dieser kleine, unaussprechlich komisch ivirkende Mstnn pflegte- in der.Hauskapelle des Großvaters! Flöte zu spielen. Er hatte bei Tisch hinter dem Stuhl der Großmutter »der des Vaters seinen -Platz. Plötzlich spitzte er mitunter seine dicken! Lippen, fuchtelte mit einein Teller, einen Kreis umschreibend,.umher. Und rief dadurch unser rtnbezimngbares .Lachen hervor. Jemand vstn den Errvachsenen . drehte sich infolgedessen gewöhnlich um, und Dichon behauptete lvieder eine unhewegsiche/ -stramme Stellung nah ch/ücktt seinen Stadel vo») Tellern ruhig an die Brust, 32 *u erfüllten, richtete.-Ich Mchrme mm «mn au» ummuimt ^ Aufforderung des Vaters gern Folge, wenn er munter sprach Nun, Lowka, m^ht Speckkliimpchen (so wurde ich genannt,, weil sch ein sehr dickes Kind war) erfüllte mal eine nm Charade Während ich spreche!, sehen mich alle mr und lächeln Ich weih und fühle es ab«r, das; diesiO LäckMa nicht etwa dadurch hervor-, gerufen wird, weil ich einen lächerlichen^ Eindruck mache, chudern weil ich geliebt wunde. Das fühle ich deutlich, und darum wird mir? f ° ^Ittä'li'Staaefientf^Scnfcet. Ten,,Vater um* mte wo der Zeichen unterra cy-r vegrnnr. v u 7 'rr 1 \ nns spricht mit Fedor Jwanytsch deutzch uckd setzt uns m Erstaunen Mt seine? schönen, Nasen Aussprache. Er IkvEteft wir aber sächsisch, gerade so tme Fado 1 _olixtrtl)tich- Dei Vater 'zeichnet uns auch nmnchmal etwas vor. Dann ge^n wir „Oute Nacht" sagen der Großmutter, bm Tanten und den anderen^ Der alte Nikolai Tmitrysch nimmt unsere Kleidungsstücke 5 iwm nien hängt sie über seinen Arm und wünscht uns woht S,u schlafen. Mir schlafen aber nach nicht sofort ein rmd schwatzen mikemand^ bis der Erzieher hereinkommt. Er zündet ein Streichholz an, dann ein Licht, das er wieder auslöscht, wann er fuj& entkleidet und,ni sein Bett mit den dicken Kissen gelegt hat. Dann schlafen wir auch e . Adalbert Stifter. Eine Halbjahrhundert-Erinnerung von Max Adler. Das Publikum macht den Dichter. Ohne die Mt-Mener Aristokratie. die Zeit, Nerven und Kultur genug ha te das .dle Klw yran der Stifterschen Poesie in den Vorlesungen des Dichters zu neuesten Werke zu lesen, wäre Adalbert SttfterMnMErg' wog- sich gewesen wie ohne die Berge, Forsten und Gewässer seiner schönen Böhmerwaldheimat. Zunächst freilich war er stlbst P b kum. Seme Großmutter Ursula - schon der Name ist einen T'ichterahne würdig — wandelte als verkörperte ^mawm e d ^ seine K'mderjahre. Oeffnete sie vor den Enkeln die AMÄtammes- iMN sorgsam behüteten Schrein ihrer ^amilb uM stammo ^ ermnernngen, dann entquollen ihm m rercker FMe Marchs, schichten und Sagen der Heunat, denen zu lauschen der -Miab- mch riniid? ftyur’be Frühzeitig fällt ein dunkler Schatten iib.r >einen twK... VTS....J1 '„2_ itHorftoft Kj>r ttmÄnäbriae den Vater. Einundzwanz igj ahnger — 1826 — bezieht Stifter die Mi Universität. Er soll sich der juristischen Laufbahn widmem betreibt aber alles andere als Rechtswihenschaften: Schone Lttewattm Kmrst Naturwisseuschasten, Physik und Mathematik Hunt durcheinander. Vor allem aber Menschenkunde Er enkdc'ckt feinen Er- Mherverus und wird Hauslehrer m voruehmen Wretrer FainiUen. Lange Zeit bleibt sein Verhältnis zur Dichtkunst ein platonisches Er m txn feuriger Bewunderer Jean Pauls »ich Goethes, bosftll auch gelegentlich an seinen „Studien", Mißt aber diesen Nebenarbeiten wenig Gewicht bei. Eher noch glauot er an seinen 'Maler- bierns, 'bringt übrigens auch ein paar ganz respektable Landschaft^ bilder zustande. Nur schwer Überwindet er die Zertrummernug eines HerzensWndnisses — im „Nachsommer", ^.n bct^efiatt beit Natalie, hat er sich später von dem schmerKchen Erlebnis befreit — und vermählt sich 1837 mit Amalie Mohaupt. Em Zufall bringt seine poetische Begabung, ans Lichtz Das Manuskript des „Coudor" entschlüpst während eines Besuches,m einem befreundeten Hause seiner Rocktasche. Man vMckstePPt den, annoch in weitesten Kreisen unbekannten HausWrer fast gewaltsam ür die Literatur. Die Arbeit wird 1840 in Watthaners „Wiener Zeitschrift" veröffentlicht. Hier und in Graf Majlaths Taschenbuch ^lris" erscheinen fortan, vom Publikum mit Begeisterung begrüßt, Stifters Prosadichtungen. Sein literarischer Ruhm ist gesichert. Grillparzer, Zedlitz, die Betty Paoli stchm mit ihm m frennd- schasilich m Gedankenaustausch und persörilichenr Verkehr. Jü den Salons des Wiener Adels liest er seine Werke vor.. Nur ostentliche Vorlesung darf er nicht halten: das geht der Regierung des vor- märzlichen-Oesterreich ebenso gegen den Strich, wie sie spater seinen schulresormerischen Plänen beharrlich widerstrebt. Gleichwohl vermag er sich für den Märzsturm von 1848 nur theorensch M begeistern: in der Praxis verabscheut,er den nnmrstokrattfchest Lärm 'der revolutionären Zeit. „Ich bm ein Mann des Acaßes und der Freiheit," schreibt er in eineni Brief an seinen Verleger .Hecken- — {idibeä ist jetzt leider gefährdet." Tie Berufung ins Unterrichtsministerium lehnt er-ab und lebt, seit, 1860 iri„der geln-bten Donaustadt Linz das beschaitliche Maiern eures ober österreichischen Schulrats, unablässig, mit Ernst und Hingebung an gia Sw tuuoen arbeitend. Daneben widnwt er sich, als Schaffender und- Kritiker, der Malerei und in Mußestunden deni «animeln vml Bildern, geschnitzten alten Möbeln und — Kakteen: den Moment des Aufblühens dieser spukhasten, säst beseelt scheinenden Blumengeschöpfe m erleben, war chm immer em Ereignis. Seme letzten Lebensjahre verdüstern tragische Todesfälle tn der Verwandtschaft und schweres Siechtuni, denr wiederholte, Reisen nach dem Jungbrunnen der Heimat nur vorübergehend brn^ernng zu schassen vermögen. Am 28. Januar 1868 stirbt er nn Atrophie der Leber: neben den, Toten fand man das Mmufkript der „Mappe", an dein der Uebergewissenhaste noch m leinen letztes Stunden geseilt hatte. . . ; ... „ . >f!L , . ,, r . ... Stifter ist neben Kürnberger der grogte Prosaist des altereu österreichischen Schristtunis. Seinen Diästungeii tnangelt es oft an dem belebenden Puls einer kräftig fortschreitenden Ha tw- lang: aber lunübertrossen bleibt er »lw^ der erhabenen Geibaltz seiner Natnrschitderungeii, üi die seine Eharaktere, wie Geschöpfe der Landschaft organisch eingebettet sind. Sem Bestes bot er uU der Sammlniig mit deni Malertitel „Studien , m seinem.schwer^ mütig-düstern „Hochwald", in seinem reaw-PgMch ichwarnwn^ den „Condor", im anmutigen „Heidedorf", tu der phantastuchest „Narrenburg", in der orientalischen Faroengmt des ,, juiid all den anderen Stückle» > dieses einzigartige Lepebiichesl des Menschenhevzens und der Natur. Als „Festgeschenk sur dw Jugend" sind feinte „Murten ©Witte" gedacht, das wertvotlM Werk der deutschm Jngendlfteratur. Weniger bedeutend ist er m seiner geschichtlichen Erzählung „Witiko" und m semem lo.)J etltstandenen Roman „Nachsommer", wenngleich er selbst dnsis Buch, das von der verklärten Ruhezeit emes großen Staatsmannes erzählt rmd tnanch erlebten Seelenschmerz beichtet, ftkr seine reifste Schöpfung hielt. Allen seinen Werken aber 0 ine geruhsame Kraft der Darstellung, die künstlerisch vollendete Durchdringung im einzelnen und kleinsten gememsam. E-, lehtt iym sticht an Leidenschaft: aber sie rinnt wie ein unkindischer Strom durch seine Dichtimg, oft kaum erkennbar unter dem gehaltenen Edetmaß der Form. Gottfried Keller schilt ihn tm Philister: Nietzsche hingegen liebt an ihm dw exklusive WenMng gegen den Zeitgeschmack, den hohen Ernst und die echt künstlerische Beflissenheit seiner aristokratischen Spnachkümir. VScherttsch. F r i tz S 1 0 f f e l, Arbeit. Verlag von Grethlein & Es. G. m. b. H. Leipzig. In seiner schlichten, kernhasren Art gibt uns hier der durch seine prächtigen, gesunden Hermatbuä-er aus dein Hunsrück bekannte Erzähler Fritz Stoffel, abseits vom Kriege, ein neues Zeugnis vom Segen, der ans Arbeit e»nporwachst und neues Beispiel davon, daß dem Menschen nur durch Erziehung Mr Arbeit geholfen werden kann. Ein schlichter, ..verträumter BauernburscM lund ein prächtiges Mturkmd der zigeunechaften „Horde; . dieMtn, Liebe zueinanderstehen, sind es, die den Weg v!on der Lrebi. hinweg! zur Arbeit finden. Gießener Hausfrauen-Berein. Kochamveisnngen. Weißkohl suppe mit Blutwurst. Ter geputzte, > gut abgewellte Kohl ivird mit kaltem Wsasser gekühlt, ausgrHruckt. geschnitten und mit Wasser, Salz und eurem Brühwürfel oder mit etwas Knochenbrühe gekocht und in die Kochkiste Zum Fertigkochen gestellt. Man kann die Suppe nach Belieben dlckftnssiger oder dünner bereiten. Gern läßt inan mich einige geschalte, geschtiittene Kartoffeln nntkochen, damit die Suppe recht seimig wird, und gibt beim Anrichten in lscheiben oder in Würfel geschnittene Blntumrst hmem.^^ Chicoree. Dieser überaus wohlschmeckende Salat ist jetzt eine angenehme Moechslung Due Blätter der stände werden voneinander gelöst und in Mrzo srücke geschnitten, daim gewaschen und zum Abläufen gebracht. Man Mft eure Mischung von Essig, durch Wasser gemildert, nebst Salz, P,efstr, oder, gelbem Sensmehl urtd Zucker her, der Geschmack muß krustig sein, und übergießt damit die Blätter, die mr sich schon aromatisch schmecken. Chicoree als Gemüse. Um die Farbe angenehm zu erhalten, setzt man dem Kochwasser etwas Milch oder em wenig Saure zu Letztere schmeckt im Endresultat nicht schlecht. Die Staude wird quer durchschnitten und das Wurzelende noch einigemale gespalten Knapp mit Wasser bedeckt, schinort man sie gar, gibt dann ein wenig Mehlschwitze, so daß sie bindet, und schmeckt mit salz, Pfeffer und etivas geriebener Muskatnuß ab. Ein Stuckchm frtfci)« Butter macht das Gericht außerordentlich schmackhaft. Scherzrätsel. Ich gebe davon dem liebe,: Freund» Sobald er mich besucht. Doch kommt von mir ein Teil hinein, Jagt's ihm einen mächtigen Schrecken ein Und da ergreift er die Flllcht. (Auflösung in nächster Nummer.) Auflösung des Kapselrätsels in voriger Nummer. Reue macht nichts ungeschehen. SchrMKtm» 4 : W. Meyer. - ZwillingSrunddruck der Brüht'schen Univ.-Buch- und Steindrnckerei. R. Lange, Gießen.