Die Rächer. Roman von Verwarnt Wagne«, (Fortsetzung.) Die Mutter ruhte erschöpft auf ihrem Lager, aber ihre Warmen glühten, rmd eine ruhige Freude verklärte rhr jlSesicht. Reisner beugte fick über sie und küßte sie auf die Stirn, die feucht vom Schwelst war. Die Hebammr bemühte sich um das Kind. Erst jetzt wandte sich Reisner auch diesem frii. Es lag in den Betten wie verloren, ein Nichts, das schon wieder schlief, kaurn daß es den Dag gesehen hatte. Es hatte die dunkel gelbe Farbe eines Chinesen, und fein Haar !var wie unendlich zarte Seide. Reisner frchr über das Gesicht des Kindes hin und erschrak vor dein Seidigen und Weichen, das er fühlte. Ein armes Tierchen, dachte er. Und er steckte den Kopf in die Betten und versuchte, das Geschöpfchen zu küssen. Aber die Hebamme sagte mißbilligend: „Nicht wecken!" Da trat er wieder zuDeiner Frau uud setzte sich auf den Rand ihres Bettes. Er nahm ihre Hand, die fast durchsichtig war. „War es sehr schlimm?" fragte er zärtlich. „Ich weiß nicht... es war wie ein Traum..." „Du bist erschöpft, du mußt schlafen!" „Ja, schlafen..." und sie schloß schon die Ltugen, lväh- rend er auf den Fußspitzen zurücktrat und lautlos die Tür hrnter sich zufallen ließ. Sie nährte ihr Töchterchen selbst, und soviel Schönes lag in dieser Handlung, daß Reisner erschauerte. Das Kind schlief, ttank und schlief tvieder. Manchnral schlug es in dem Bettchen die Augen auf, die schönen Augen feiner Mutter, und sein Blick schien verwundert zu suchen, was es nicht fand. Zuweilen schrie es auch, mit einer kräftigen Stimme, die krähte, anhaltend und eigensinnig, so daß die Hebamme lachte und sagte: „Ja, die Lunge, — die ist gut!" Reisner sah das Kind in der Wanne, wenn es gebadet wurde, er sah es im Steckkissen liegen, sah, kaum daß es erwacht war, sein unablässig suchendes Sich-wenden des Köpfchens und die triebhaften Saugbewegungen des kleinen Mundes, der immer bereit war, Nahrung zu fordern. „Bist du glücklich?" fragte er seine Frau. „Ich bin anders," antwortete sie, „ich glaube wohl, daß es das Glück ist.. Lucie durfte das Bett verlassen Nnd hatte bei den ersten Dritten eine sonderbare Empfindung. Sre war einer Bürde Arg, die süß gewesen war, und sie nahm nun eine neue wurde aus sich, die noch süßer war, weil sie Leben hatte, — ihr eigenes Leben, dessen Bewußtsein sich in ihr unendlich tzestemert hatte. Sie trug das Kind und sang leise Sieder dabei, sie betrachte tees in sich versunken, wenn es schlief, und ertrug die Unruhe ihrer Nächte mit geduldiger Freude. „Nie hätte ich das gedacht," sagte ihr Mann zu ihr. „Immer sah ich dich als reife Frau, aber nie hätte ich eine Mutter in dir vermutet f" „Ich bin es," entgegnete sie stolz, „ich bin nur Mutter." „Und ich? Bist du nicht mehr auch meine Geliebtes „Ich bin die Mutter deines Ändes..." Und sie blickte zur Seite, währerid sie das sagte. Nachdem einige Wochen vorüber ivaren, verlor sich allmählich das Neuartige des Eriegnisses und der Alltag kehrte wieder in das .Haus zurück. Der Hausstand war um ein Kindermädchen erhöht worden. Reisner ♦ war wieder ben vollen Tag über in der Fabrik, um abends todmüde und Das Kind wurde ihm zu einem gelegentlichen Spielzeug. Er kitzelte es gern am Kinn, und es machte ihm großen Spaß, nienn er hörte, wie es krähte. „Es lacht schont rief er aus, um sich daraus sogleich wieder anderen Dingen zu- zuwenden. Das Kirtd erhielt bei der Taufe den Namen „Öiicie", Reisner hatte darauf bestanden. Es gab auch diesmal keine Feier, außer bei den Dienstboten, die Geschenke erhalte« hatten. „Du," rief Reisner eines Tages aus, „wo bleibt unsere Reise?" „Ja, wo bleibt unsere Reise..sagte guch Lueie, aber während in seiner Sttmme bei allem Scherz ein gewisser Mißmut durchdrang, empfand sie selbst eine große Zufriedenheit darüber, daß sie nicht reisen mußte. „Du selbst mußt fort," sagte sie ehrlich zu ihm, „du brauchst sehr nötig einige Wochen Erholung." „Wo denkst du hin!" widersprach er ihr empört. Allein es kam doch dahin, daß er sich die Sache überlegte ltub schließlich geneigt war, eine Reise zu machen!. „Eine ganz kleine Reise, etwa ins Riesengebrrge." Er hatte sich diese Reise verdient, denn das, was er in seiner Fabrik geleistet hatte, ging hart bis an die Grenze dessen, hinter der dann ein jeder Mensch versagt. Trotz der ungeheuren Ausgaben, die besonders zu Anfang hatten gemacht werden müssen und die viele Hunderttausende betrugen, mußte das laufende Geschäftsjahr schon, wie ans den Büchern zu ersehen war, mit einem anfehn- lichen Gewinn abschließen. Selbst Leute, die Reisner feind waren, — und alle waren ihm feind, — bewunderten die Zähigkeit, mit der er sich durchgesetzt hatte. Sein Betrieb war nahe daran, sich in die Reihe der erstell der Branche zu stellen. Was das hieß, konnte nur der ermessen, der die Schwierigkeiten kannte, die sich jedem, der Neuling war auf diesem Gebiete, entgegenstellten. Von mcnrcher Seite war ihm ein Fehlschlager prophezeit worden. Jetzt glarrbte ein jeder an den Erfolg. „Ich kann mich jetzt entlasten," sagte Reisner ohne jede Ueberhebrrng, „der Karren läuft allein. Das, was zu machen - 18 ist, machen meine Leute, vor allem mein tüchtiger Direltor. Das letztere sagte er nicht ohne Hohn, denn ev war chm cntt Genugtuung, daß er amh diesem Mann gezeigt .-atte, Daö Benehmen des Direktors ihm gegenüber hatte m völlig gewandelt, dieser verhehlte die Bewunderung nnhr, die er seinem Chef zollte. Er war nicht mehr reserviert, fordern amtz seine Höflichkeit hatte beit Zwang erhalten, bte Lucie an den Angestellten Reisners vor Jahr und ^ag au.- gefallen war, nur daß dieser Zwang hier nicht von außen, sondern von innen kam, denn es war Etwas in der Persönlichkeit Reisners, das es liebte, sich gegen Widerstande durchs iitkädt , „Ein Raubtier!" sagte, wie es auch'Frau von -/arisch einst getan hatte, ein Freund des Direktors einmal zu diesem. . . „ f . „Aber eines, das voll Natur kems war, versetzte der Direktor, „das es erst durch die Umstände geworden ist und dt?s seinen Ehrgeiz darein setzt, es zu sein." „Durch die Umstände!" lachte der anoere. „Natürlich durch das Gefängnis..." „ . Die Strafe, die Reisner verbüßt hatte, war langst bekannt geworden, aber gerade das hatte ihui lucht geschadet, im Gegenteil genützt. Man glaubte nun zu wissen, woran man mit ihnr war, und beruhigte sich, damit, Redner sem Etikett aufzupappen, ohne welches nun kein Mensch aus der Welt der Gesellschaft gegenüber denkbar zu sein scheint. Und da Reisner, ebenso wie seine Frau, deren Prozeß gleichfalls bekannt geworden war, sich der Gesellschaft nicht ausdrangte, sie vielmehr mied, waren Reibungen ausgeschlossen und die Akten über seinen Fall geschlossen und vergessen. „Ich habe nur die Wahl," sagte Reisner einmal zu seiner Frau, „von den Menschen verachtet oder gefürchtet zu werden. Ich ziehe das letztere vor." ..Mas tust du nur," versetzte sie, „weil du selbst die Menscheil entweder verachtest oder fürchtest." „Was würdest du an meiner Steile tun?" „Mein Fall zwingt mir selbst einen Standpunkt auf. Er ist der: .mir sind die Menschen gleichgültig geworden." „Aber es gibt auch gute Menschen," wandte er ein, „wie soll man sich ihnen gegenüber verhalten?" „Ich weiß nicht," anttvortete sie, „ich habe Menschen, die nur gut, das heißt: selbstlos waren, noch nie kenneil gelernt, — und ick) faim sagen, daß mir viele 'Meirscheil bekannt geworden sind!" „ „ . . . t , In jener Zeit pochte, zuerst zögernd, danii immer heftiger, in Reisners Blut wieder jener bnnfte Trieb, der ihn zum Weibe hin drängte. . „ . _ , . Sonderbar war, daß er dabei ]cme Frau nach wie vor liebte, ja, aribetete. Verstohlen und ohne es sich ansaiigs emzugestehen- gedachte er der vorjährigen Zeit in Südtirol, erinnerte sich Klaras und Doras und all der anderen. Sein Herz sprach nicht mit, das war klar, es war nur, als ob es iiach leidenschaftlichem Begehren, nach Kampf und Sieg ausruhen »volle. Dock) sein Blut wurde heiß und verlangend und machte dm Schlaf in bcu warmen Nächten unruhig und schlvül. Immer häufiger und immer interessierter betrachtete er aus den Straßen die Frauen. Seine Augen wanderteu von einer zur anderen, sie schätzten sie ab, suchten ihre Geheiuw nisse zu erspähen, und seine Gedanken itnb Vorstellungen trieben mit ihnen ein Spiel, das voll leichter Zärtlichkeit und beherrder Leidenschaftlichkeit war. ^ , Er schob es auf seine Nerven uub dachte: Es ist Zeit, daß ich ausspanne! , Allein es kam wieder unb wieder, verließ ihn nicht, hielt ihn fest und verwirrte in solchem Grade feinen Willen, daß er wütend wurde und sich, um der Sache, die lächerlich war, zu beenden, zu Handlungen entschloß, die, wie er dachte, ihm dartun inußten, welch jämmerlichen Nichtigkeiten er da nachjagte. Er knüpfte ein Verhältnis an und löste es zwar wieder ebmso schnell, als er es begonnen hatte, wandte sich aber doch einem zweiten zu, dem gern ein drittes folgte. .Bin ich ein Narr? fragte er sich und war sehr erstaunt Wer sich, wie über eine Entdeckung, die ihm zuvor unmöglich erschiene): war. ., . Er riß sich gewaltsam los und tvandte sich mit doppelter Zärtlichkeit wieder seiner Frau zu, die ihm indessen --fei ek, daß sie feilte Wandlung ahnte, sei es, daß das Kind ihre ganze Liebe in Anspruch! nahm — kühler begegnete, als sie es je getan hatte. „Liebst du mich nicht mehr?" fragte er. verzweifelt. „Doch," lächelte sie, „warum sollte ich dich nicht mehr lieben'?" . „Ich finde, daß bu kalt bist!" sagte er sehr scharf, bereute freilich sofort feinen Ton und bat sie um Verzeihung, der Treulosigkeiten eingedenk, die er sich ihr gegenüber hatte zuschulden kommen lassen. , ...... Er verbannte jetzt ernstlich diese Nich 1igierten ans ferner Phantasie, die überhitzt w«;r, weil sie allzu lange hatte hungern müssen, und beschloß, seine geplante Reise ins Riesengebirge jetzt endlich zu verwirklichen. In irgendeinem stillen Waldwinkel dort wollte er ausruhen. Schon lange war er geistigen Dingen fremd ge- worden. Er wollte sich Lektüre milnehmen, gute Bücher, me seiner Phantasie gesunde Nahrung und feilten Nerven Ruhe geben rvürdeu. .Doch da traf er eines Tages unter den Linden Frau von Mansch, die, als er sie grüßte, ans ihn zukam. ihm dre Hände entgegenstreckte und ihn in einer Weise ansah, dre ihm verraten sollte, daß sie ihm verziehen hatte und daß es sie nach wie Vor zu ihm hiinog. Er war zunächst unwirsch und fast unhöflich zu ihr, widerstand aber schließlich ooch nicht den) Charme, mit dem! sie seine geflissentliche Kälte übersah. , . „Sind Sre so sehr Ehemann und Vater, daß Sie kerne schöne Frau mehr anzublickeu wagen?" ries sie lachend ans. Seine schnell wiedererwachte Sinnlichkeit streifte sie und entzündete sich im Nu an ihr, zu einen) Gtrohfeuer, das er lustig aufprasseln ließ, da es ihm doch so leicht >var, es sofort wieder zu löschen. .... „ x Blitzartig aber überfiel ihn zugleich eiu Gedanke, eme Idee, nrit der zu spielen ihn in diesem Augenblick ungemern reizte. „Haben Sie noch die Papiere, die ich Ihnen verkauft habe?" fragte er sie. . . , , r „ ,,Es waren hunderttausend Mark, dre ich verloren habe," anttvortete sie spöttisch, „ich habe sie so leicht nicht vergessen, trotz der Millionen, über die Sie vor Jahr und Tag so trefflich unterrichtet Ware))// „Haben Sie sie noch?!' „Ich habe sie noch, ba kein Zweiter mehr so verliebt tvar, sie zu kaufen." . . , „Sie glauben natürlich, daß ich Sw damals betrogen habe?" fragte er. > ^^ Sie neigte belustigt der) Kopf zur Sette. „Ich denke mir, daß es nur Ihren) Wunsch entspricht, itsenn ich das glaube!" „Sie täuschen sich," sagte er ernst. „Ich gebe zu, daß jene Papiere nahezu wertlos waren, als ich sie kaufte, — aber Sie dürfen es n)ir glauben, daß ihr Wert wieder steigen wird und daß Sie ))vch aus Ihre Rechnung kommen werden." „Sie spaßer) doch," meinte sie betroffen. „Jene Gesellschaft, von der Sie reoen, ist bankerott." Er lächelte. „Meine Mission ist es, bankerotter) Gesellschaften neues Leben einzuhauchen... Wie, rvern) ich es auch bei dieser versuchte? Trauen Sie mit* einen Erfolg nicht zu?" Sie zollte ihm mit einer weichen Handbewegung ihre Bewunderung. „Man spricht viel von Ihnen, nur ich hatte mit Ihnen kein Glück." „Sie werden es noch haben, haben Sie Geduld! Und hehalter) Sie die Papiere!" „Sollten Sie wirklich — ?" Er nickte, unb die Idee nahm in ihn) immer festere Formen an. „Ja. Mein Mort darauf. Und ich werde Sie diesmal ))icht täuschen." _ . Damit nahm ihr Gespräch eine andere Wendung, jene, die sie wünschte ))nd auf die er bereitwillig einging. „Sie sind hübscher als je," schmeichelte er ihr. „Erlauben Sie mir, daß ich es Ihne)) sage?" „Ich bin erstaunt, daß Sie es tun!" Er suchte ihre Hand, drückte sie lässig und ließ sie Meder fahren. „Wolle)) wir uns wieder einmal sprechen?" fragte er. „Wo?" fragte sie verblüfft. „Nicht bei mir," sagte er lachend, „dafür ber Ihnen Sie erschrak imd errötete vor Freude. „Einversta))den! ging sie auf seinen Ton ein. „Wann?" „Morgen," sagte er schnell, „morgen gege)r sechs. Werden Sie mick) erwarten?" „Ja," versprach sie und überließ ihn) neuerdings ihre Land, die er küßte. * — 19 Me sah ihm bestürzt itod). Er war in eine Vorübeck Mrende Droschke gesprungen und winkte ihr noch aus der 8erne zu. Er ist ein Räuber, dachte sie, aber er ist doch entzückend! Und sie beschloß, sogleich einen Besuch abzudepeschieren, der sich für den nächsten Tag bei ihr angesagt hatte. — Dem Besuch, den er ihr am nächsten Tag inachte, folgte ein zweiter und dem zweiten folgte ein dritter, und doch war es nicht mehr die Lust am Getändel, die ihn zu ihr hinrrreb, sondern ihr Geld war es, ihr Millionen vermögen, das m Irgendwelchen todsicheren Papieren bei irgendeiner Bank angelegt war intb das doch, von dem besckieidenen Prozentsatz an Zinseil abgesehen, nicht das brachte, ivas es bringen konnte. Er hatte es bald heraus, daß er sie fest in seiner Hand hielt, und ■ eit zögerte nicht länger, ihr von dem zu reden, was ihm im Kopf spukte. .. . • Es war ein Unternehmen, das such in iirchts von dem unterschied, die er bisher mit bestem Erfolg durchgeführt hatte, nur das; es seinem Umfang nach größer war, wie auch zu seiner Durchführung Kapitalien gehörten, die er zurzeit bei sich nicht flüssig machen konnte, weil er in seiner Fabrik, die ständig wuchs, allzusehr in Anspruch genommen war. Es handelte sich um die Gesellschaft, von deren Aktien Frau von Marisch einen Teil in ihrem Besitz hatte, Die zur Zeit freilich bankerott war, deren Patente — sie verwertete ein neues Verfahren, Metallfädenlampen herzustellen aber gerade deshalb für eineil Pappenstiel zu haben waren. Reisner hatte sich. im Handumdrehen die nötigen Unterlagen und Belege verschafft und die Lage und die etwaigen Z uk un ft s >nö glichkeiteil der Gesellschaft genau studiert. Die Sache war, wie er n re inte, gut, und sie hatte sich nur deshalb nicht durchsetzen können, weil sie, die im großen Stil begonnen worden war, doch mit zu geringen Mitteln unter- nommeii war, so daß man schließlich auf halbem Wege hatte stehen bleiben müssen. M-isner sprach überzeugend, weil er an die wemttat mrd an -eilt Prosperieren des Unternehmens glaubte. Er gewann auch Frau von Marisch für die Sache, deren scheinbares Sichstränben nur ein Spiel war, das ihn nicht Mischte. . „ .. „Warum gehen Sie nicht Ihre Frau nrn das Geld an, das Sie brauchen?" fragte sie. „Ihre Frau ist reich." „Weil ich mit meiner Frau grundsätzlich nicht in Geschäfte verwickelt werden möchte," antwortete er der Wahrheit gemäß. „Es ist eine Marotte von mir, sonst nichts." „Und Ihr Glaube, daß Ihnen die Frauen bei Geschäften Unglück bringen müsse,!, — >vo bleibt der?" „Das ist vorbei," sagte er ernst. „Die eine Frau, die ich gewonnen habe, hat mich mit allen anderen versöhnt, an dt« ich. nun glaube." „Es ist bitter, ivas Sie mir da sagen, und recht wenig galant..." .... „Aber es ist die Wahrheit, und ich will Sie nicht belügen." (Fortsetzung folgt.) Erwin von Aeinbach. Zum 6M. Todestag des Meisters der Straßburger Tom bau Hütte am 17. Januar. Von Tr. Fritz Hveber (im Felde). Seit dm großartigen Worten des jungen Goethe von 1772, Straßburger Studenten, von Pckkstnn! und VolksgenM, des Sturm- und Trangdichters, des vaterländischen L-chan,piels vom „RtM. Gottfried von Berlichingen mit der eisernen Hand", lebt der sagenumwobene Name Erwins von Steinbach als leuchtendest Wahrzeichen alter deutsch>er Baukunst! iir unser aller persönlichster Grrnnerinrg. Ten Mannen Evrvins von Steinbach ist dieser ran- kchelwo Lobgesang Jung-Goethes geweiht, das begeisterte Bekennt- NW M dem Geftihlsüberschwang eines romantisch erlebten, natto-, müen Mittelalters, zugleich aber auch der kraftvolle Protest gegen die Mode des französischen Klassizismus jener Tage: „Was brwucht's dir Denkmal! diu hast dir das herrlichste errichtet; und kümmert die Ameisen, die drum krabbeln, dein Name nichts, hast Kr Deiches Schicksal mit denk Baumeister, der Berge austürmte in me Wolken." ® .. . >. • m. In solchen prometheischen Bildern redet der Mige Goethe femen „heiligen Erwin" an. Wenigen ivard es gegeben, einen, «vbclgWanken in der Seele zu .zeugen, ganz, groß und bis in den kleinsten Dell notwendig schön, wie Bäume Gottes; wenigen, auf tausend betende Hchche zu treffen, Felsengrrwd zu graben, fteS« Höhen drauf zu' zaubern und dann sterbend ihren Söhnen -- ; „Ich bleibe bei euch, in den Wecken meines Geistes, das RegvmvenL m di« M-Mi." Und mm das Werk, das Straßburger Münster selbst, im Spiegel dieser glühenden Siffig* heilen bestand, ich wohl schmecken und genießen, keinestvegs aber erkeiMeil und erklären konnte. Sie sagen, daß es also mit den Freit!« den des Himmels sei, und wie oft bin ich zurückgekehrt,. diese hünm-, lisch-irdische Freude zu genießen, den Riesengerst unserer älteren Brüder in ihren Werren zu umfassen! Wie oft bin ich zu rückgekehrt, von allen Seiten, aus allen Entsernnngen. in jedem Lichte des' Tags, zu schauen seine Würde und.Herrlichkeit!" — Wie dem Sturm mtb Drang, so galt auch der aus ihm her-, vorgegangenen PoMde der Romantik Meister Erwin von Stein back als die wahre Personifikation altdeutscher Baukunst^ So lebt er in der Gedankentvelt Wäckenroders pnd E. T. A. Hoss'.nanns weiter, in diesem Sinne ist das Bild des liebenswerten Malers Moritz von Schwind entworfen, das ims den jungen Erwin im Traume durch die vollendet«..! Gewölbeschifse des Straßburger Münsters schwebend zeigt, von einem Engel Gottes geleitet. ^—. Wie bei den Geschichten Homers, so war es auch bei diesen ersten Studien vaterländischer Bangeschichte für alle Forscher selbstverständliche Voraussetzung, daß diese Werte künstlerisch: Einheiten seien, daß sie — zum mindesten — auf einem einheitlich voraus-, bedachten Plan beruhten. Ken noch an spätromanische Formen anklingenden Osttsil des Straßburger Münsters, Chornische und Querschiff, das im Verhältnis zur Fassade noch srühzotijche Langhaus, die Fassade in ihren auf verschiedene! Meister sich verteilenden Einzelpartieen selbst, der durchaus spätgotisch: hohe Turm nut seiner barocke bereicherten Helmspitze — alles das fassen der junge Goethe und jene dichterischen Mmantiker als planvoll erdacht« imd wlgerichiig gestaltet« Werkeinheit auf. die sie mit der mpthen* umwvbenen Persönlichkeit Erwin von Steinbachs in schöpferisch« Beziehung bringen. Indern mm die Kunstgeschichte geleimt hat, Stile zu unter-, scheiden und aus ihnen di« verschiedenen Zeiträume eines so gewaltigen Bauwerkes, wie es das Straßburger Münster darstellt, abzugrenzen, verliert die Persönlichkeit Erwin von stembachs ;e länger je nrehr an historischem Nnifang und an wmantichMN Zauber: ans dem halbmMfchen Urmeister altdeutscher Baukunst wird ein biederer, tüchtiger Steinmetz, wie noch viele andere am Werk des Straßburger Münsters tätig gewesen waren. — Das, was wir von Erwin bestimmt wissen, ist sein durch den Grabstein überlieferter Todestag : Anno domini 1318. XVL Kal. Febr. vbiit Magister Ervftms, Gubernator Fabricae Ecelesiae ArgentinenW. Sein Beinanre „von Steinbach" ist bereits nur sagenhaft, ebenso seine Tochter Sabine, die dem Vater als Geselle am Bauwerk gcbvlsen haben soll, und die dem Besucher der crzählungslustige Sakrifttm gern in einer Franengestalt der Münsterplastik noch zeigen möchte. Ja, die Stelle einer Urkunde von 1284, in der Erwin bereits als Münsterbamrieister genannt wird, ist als eine nachträgliche Verbesserung erkannt worden. — Von dein ganzen Münsterbau.-- werk konunt Erwin nur ein Bruchteil der allerdings großartigen Westfassade zu, das Untergesckjvß mit den drei von Wimpergen gekrönten Fassade und der berühmten Rose des mittleren Ober- geschosses. Ebenso sind die Dekoration der tvestilichm Innenwand und di«, die Turmgeschosse tragenden Freipfeiler des Innern auf ihn zurückzusühren. Und diese Arbeiten erscheinen weder tit de« Ausführung noch gar im Entwurf als sein unbeschränktes künsk lerisches Eigentum. — Von der ursprünglichen Innenausstattung stammt von Ertvin eine 1316 ansgesührte Tribüne für^fürAuhe Besucher, deren Untergeschoß eine Marienkapelle barg. Sie schloß sich an den bereits am Ende des 13. Jahrhunderts errichteten Lettner an. Wenige Reste von ihr birgt die Tvmbanhütte des Frauen- Hauses. Unter Erwins starkem Ernstuß und der Mitarbeit serncs glerchnaniigen Sohnes wurde die gotische Stiftskirche ikneder- haslach, im Unterelsässischen Kreis Molsheim, int ersten drittel des 14. Jahrhunderts errichtet. Wenn die Straßburger Münsterbauhütte im Lauf des 14. Jahrhunderts in künstlerischer Hinsicht für viele Kirchenneubauten Süddeutschlands ernflnß- und maßgebend erscheint, s», liegt das also nicht an der überragenden geistigen Persönlichkeit Meplw Erwins, als vielmehr an zwei andern, allgemein wrchngen Faktoren: einmal an der Art des mittelalterlichen Baubetriebes, der feine Baurisse von Werkplatz zu Werkplatz auslich, und sodann daran, daß hier in Straßbnrg zuerst jener Stil in voll-, endeter Ausprägung erschien, der das künstlerische^ und geistig« Bedürfnis seiner Zeit darstellt: die französische Hochzotrt. von Hans Kunze (Sonderschnft 1911) und ein Aussatz des Tvmbau- meisters Johannes Knanth im „Münsterblatt" genannt semr, ihren?! zeitlichen Hintereinander entsprechend Mit den Bnaistaben A, B mid C gekennzeichnet. — Ter Riß .B ivar int ganzen das Vorbild des Erwin'schen Fassadenteils: irr Komposition tute Em- zelheit setzt er die Kenntnis der 'klassischen französischen Kirchen-, safsäden zmische.n 1250 und 1270 voraus. Individuelle Bezrehnn-» gen verrat er vor allem zu den Fassaden wn st. Nmuse in Reims und des OureftchiM von Notre-Danw in Paris. Dre.eur E.z imbekannten Meister des Risses B folgt di« Missühnmg des seit —. so sttva 1280 am Sübturm der Westfassade tätiget Meisters Eriviu in freier Weise. (Ter am Nordtnrm emsetzende Baubeginn der ganzen Westfassade fällt ins Jahr 1276): Zwischen d-ie drei Strebepfeiler, die die Münsterfront den inneren drei Schiffen entspre^rrd rhythmisch gliedern, werden die lief eingestuften Sprtzbogenportale gestellt. Tie hohen abschließMden Giebel, „die Wimperge^', über ihnen werden — im Gegensatz zu dem Bauritz, der' hier drei gleiche große Mebel vorsieht — in Blocht« und Höhe kräftig voneinarÄev unterschieden: dadurch wird das Haupt Porta! über die kleineren Seitenportale beherrschend herausgehoben. Ter ganzen Wand darüber wird bis zu dem das Erdgeschoß abschließenden Ballustraden-- gesims ein höchst elegant gearbeitetes, sehr seines Maß- >md Stabwert vorgelegt, das ganz einzigartig, wie eine zarte Harfen- bespannung wirkt. — Mit Anfnahme der Möse, die der Plan B nicht zeigt, griff Erivin auf den Bauriß A tmd damit auf das Vorbild von Notve-Dame in Paris zurück. — Mit dieser Fassade, die also keineswegs eine geniale Er--; findrmg des gertialen Meisters Erwin ist, und mehr noch mit den tont Bauhütte zu Banhütte wandernden Rissen drang die klassische Formensprache der französischen HockMtik in Süddentfchland ein. Tills persönlich? Verdienst Meister Erwins besteht, abgesehen von der individuellen Attsführuttg zmd Verbttidimg der Plärre A rtnd B, in der -- nnfvanzösischett —- Beränderrmg des Höhen- und Breitenverhältnisses: diese Fassadensoche haberr nicht die elegante Schmalheit und Schlankheit der französischen Hochgotik. In ihrer seßhaften Breite zeigen sie gewisserntaßen eine deutsche Proportion. Aber diese war schon durch den Querschnitt des Langhauses, das zwischen 1250 und 1275 errichtet Ivar, als zwangsläufige Voraussetzung gegeben, also durchaus riicht freier persörtlicher Eattschtuß.— Somit war Erwin weder ein genialer Baumeister, der seine Zeit als schöpferische PersönlicWeit überragte, noch ein bewußt oder auch nur unbewußter deutscher Künstler in seiner Kunst. — Wie so häufig bei wachender geschichtlicher Erkenntnis gilt es hier, eine fromuve Legende zu zerstören. Fast ttitx zufälligerweise bat die Geschichte rars gerade den Namen Er-vins aus der großen Reihe der SdemmehAtgeschlechter des Straßburger Münsters überliefert. an den datrn der juirge Goethe und die .Romantik d«l überschwängliche Vvrstellrutg eitles persönlich großen Meisters alt- dsutscher BaMmst arrkrrüpfen. Tas beroußte Deuttchtum pflegten in jenen Tagen des hvhen Mittelalters nur ganz einzelne, geistig Mrserlefer«, wie der ritterliche Sänger Waltlier von der Äogeb» rveide, die Mnige und Fürsten sogar am wenigsten, denen es damals vor allem auf Mehrung ihrer HauSmiacht, selbst auf Koste»! des Reiches, mckam. An der llebernahme, Schöpfitng oder Ber- bveitutrg eines geistigen Deutschtums konnte einem schasienSeifri- gen Handwerksmeister des 14. Jahrhunderts aber deshalb nichts siegen, als gerade die gesamten künstlerischen tmd technftchen Fortschritte nur «Ns der Fremde, aus Frankreich, zu holen loaven, imd als überdies die gesainte gesellschaftlich? und ästhetische Kultur sich nach Westen orientiert hatte. — Baukunst ist immer eine rmindividnslle Kunst, in der der Schöpfer völlig hinter seiner Schöpfung zurücktritt, zumal im Mittelalter, wo strenge zünftige Gebundenheit der Entwicklung von Persönlichkeiten durchaus zuwider war. Unsere deutschen Dome sind von großen Geschlechtern in langsarner, zäher Jahrhintdertarbeft errichtet »oorden, sie sind ober nicht «ns der persönlichen Jrrspirntion einzelner Kunftgxnies heraus geboren! — In der Kunstgeschichte kommt es nur darauf an. die Ereignisse so zu erkennen, tvie sie rvaren, nicht aber, wie sie edle oder ferttünen* tute, stets parteiisch voreingenvmmMe Msichten darzustellen beliebst! — Wilhelm vusch und ich auf dem Dache. Zu seinem 10. Todestag, von Ludwig Beil. Mein Elternhaus, das in einer kleinen, lustigen Studenten-« stadt im Hessischst steht, birgt unter seinem Gipfel einen düsteren, von braimem Gebälk unhemtlich durchkreuzten Bodenraum, der mir beute »roch als der allerschönste Apfettthalt erscheint, den es gibt. Wetrn man da hinauf 'u-ollte,, tnnßte {matt erst eine gräuliche Lnkentür mit der Schulter in die HÄM stenmten, als Gegengewicht rollte ein Backstein an einem dünnen Seile herab, und baumelte einem dann gerade vor der Nase. Die Guillotine nannte ich diesen Apparat, und noch jetzt beim Mederschreiben, zischt es mir wie ein eiskalter Schnitt oder Schlag in dün Mcken. trotzdem datnals mit der Luke nie etwas anderes passiert war, als oaß.sier in meiner MantcGe die fcemb«n£ grausamen Scharrer vor einer Mordmaschi n e, die so still da stand, erregte. Jnmrer des Mittags, rrach deni Esstzu, wenn der Vater auf denr roten Plüschsofa schnarchte, die Mujtter über dem Flicken rneineri Sonntagshoserr eingenickt voar, die ältere Schwester aufronsch und die Gesellen unten in der Werkstelle auf gelben Hobelspänen schliefen, schlich ich hinauf, ein mächtiges Puch unter denr Mm. Die Lnftntüp kreischte, der Backstein kam drohend ans d-Aü Dunkeln herab, ich stieg in den heißen Sonnnerbrode-n hinein, der mit denk betäubendes 'Dunst, der von der Hitze cmsgeplatzten alten Datntenbalken, der ge- trockneten Birnen und Pflaumen, die da oben auf Darren lagerten, und den» zum Htr,sticht reizenden Staub die Sinne und das abend-« r Neuerliche Bütt des Maberr erhitzte. Dort lag eine alte KaffemMe per Großmutter, nift einer »EnderfchönLn Düessrngftippel, ein verblichenes Kissen .mA orittitakischer PerWckevei, nicht twnüger als vier schroere, geschnitzte Eich^rtruhsn, die ich nienrals aufgÄvcM habe, standen nebeneinander Mt der Wand: ich weiß heute noch nicht, tvas sie enthalten. In Papier eingepackt, lagen sorgfältig an- einaridergeschichtet, Vaters neu« Sägeblätter; lvickelte ich sie jedoch aus, damt tvaven es furchtbare Hunnenfchwerter, und ich verfang beim Anblick des nackten, grausta.m-bla.nkm und gezähnten StaWl ganz in eine düster«, farbenschwÄende, lychentallsche Welt. In der Nähe des einzigen, sehr engen Dachfensters lagert eimj ganze Nüenge toter jKvMoeiUinge «und Bienen. Besonders diese Hattert etwas Gvanertvolp-Llnsgedörrles das warert alles Wlder^ die Len wahrhaft afrikanischen Genuß dieser heißen Einsamkeit e» höhten. Da fühlte ich mich wohl. Da war es schön, sich auf den Bauch zu legen, und ans pem Staube des Bodens, mitten zwischen den toten Kohlweißlingen innd verttockneten Bjienerr schlug ich das» schrvere Buch auf. Es waren siirchtbar ernste, toild-erregende Drnge> die sich da laS und sah: schrecklich, wie die Schrmpsflasche da auf dem Tisch stand mrd die doch eigerrttich so gttte HÄene auf den Krtien langsam zu ihr hirrrutschte, roie die Wasche immer größer tvurde undl di? rarnntr Mxgen der Helene sich in furchtbarer, Angst erweiterten- während sie näher, Lnm^tr nähi.'r rächte rund dairrt, o Grauen, drei Flasche Mtsetzte und trank, lvirklich trank von etwas, was so uveinfach dagestanden hatte, aber in dieser Einfachheit so entsetzlich drohend« durnpf, und schwarz wirkte, und wie sie nachher verbrennen rnnßttf und ihre dünne SLele vom Teufel wie ein kmtm noch gestialthaftep Schleierfetzen, auf so ettoas lvie eine Heugabel gespießt, aus dem Schornstein geschleift wurde tutd — der Rest toar nicht mehr zu ge-, brauchen. Das schien mir das Fürchterlichste, was einem MirdckM< passieren konnte. Ich weinte lnicht, aber ich schwitzte glaAhellck Tropfen, die mir über das pbnsterheiße Gesicht liefen, und meiq Herz schürg heftig, während mein Mem schwer mrd angstvoll ging!. Ich schleppte einen alt«! Rohrstuhl nttt zerrissenem Sitz hierbei, und nun kam eine schvierigchSack^. Wusammen mit dem dicken Band kam ich nicht durch die schmale Oeffmmg düs Dachfensters, ihn zuerst aufs Dach legen und dann nachklettern, Mntz» »ebensowenig, da er über die Schuber in den Hof gerutscht wäre. Es blieb mrr keimt Wahl, als ihn aurf pelwkSttlU M legen rmd erst einmal mich hindurch-! znzwängen. Dann tauchte ich von oben, beide Schenkel rechts und links gegen die eiserrte FensterfUbung gestemmt, kopfunter in die schwüle Atmosphäre des Bodenraumes hinab und angelte das> Btrschalbum vom Sttthl mit in meine luftige .Höhe über den Dächern. Hier saß ich nun, hatte nie gedacht, daß Schi^erplatten s» groß seien, und stützte die Beine nnt den vom Klettern zer^ schundev.en Kniescheiben zum Sckmtz gegen das Abrutschen an de» Schornstein, dluch den hatte ich mir rrie st groß vovgü'teWp In seinem Schatten las ich, ganz allein über der sonnenbrütettdar Stadt, immtteii der flimmernden Dächer und fernen blaudunstigen Berge mft weißem Wio8kengetnrnve dahinter. Ich kleiner Junge mit meinem großen Buch auf den Knien. Kam,dann der Abend, st eMangerr hier oben die Glocken Vitt reiner, .ich hörte unten im ganzen Haus die Mutter nach mir rufen und schimpfen, FabEirerren stießen ihren dumpfen Hall über di« Stcärt, und ich saß da oben tmd lächelte und ließ nnr dtz< nackten.Beine, die Hände und das Buch darunter von der tvarmm Abeiidstnne vergolden. . . So Hab ich WAHekm Busch gelesen, nein getrunLen, und merkwürdig, ^habei bin ich rocht ernst geblieben, das rein Spatz- Hafte ist mir erst viel später bewußt geworden, vielleicht i» Gegensatz.zu den meisten Kindern. Jetzt tst der Meister zehn Jahve tot Und ich bin, nackü ebi-nstviel fjarteu Jahren, in diesem Winter zarm ersten Male toieder in der Heinrat gewesen. Das StädtchM war tief verschneit, als ich anLrm, ich erfuhr, baß das alte Brrschz album.einem mir Nnbestrirntert geliehen worden war, der es nicht wieder Kurückgebracht hatte, nnd als ich nach dem Essen gan^ beim- lich ans den eiskalten Booen kvoch, kmrschte wohl die Gucklotmiü »roch. Mich lagen die toten Schntetterlinge noch da, aber meine! Schultern waren schotr zu breit für das Dachfenster geworderr — und das kalte Hans an der „Schoor", dem alten Stadtgraba^ war das Haus tneiner Jugend nicht mehr. Grilppknrätsel, attb alst a!Sv anfa denh derrv dscha egin eise etßt eret erwä evor fft gier irrrme rtden nekr »rgen mem ntun ollen otver rast rund schwe stsei rmdk waSb zeit. Vorstehende Buchstaben sind so zu ordnen, daß sie in stnn- gernäßem Zrisarnmenhang gelesen einen Vers von Julius Sturm ergebe,;. (Auflösung in nächster Nummer.) Auslösung des Rösselsprungs in voriger Nummer. Minuten zerstören, Was Jahre erbautem Mirtuten turs bringen, Was Jahre nicht brachten. .. Schrrstleirnug: W. Meyer..— ZrvillingSrunddrrtck der Brühl'fchen Nnw.-Buch- und Steindruckerel. ist. Lange, Gießen.