Die Rächer. Roman von Hermann Wagner. (Fortsetzung.) Eine Utrnreng-e von Winzigem hatte sie in ihn Dasein hineingetragen, und doch hatte diese Vielheit von Kleinem, wenn sie auch noch bunter und reichhaltiger gewesen wäre, nicht vermocht, ihr Dasein ausznfül.en, das nach wie vor im Innersten einsam und leer war uird das nun nach dem Einen, Großen Ausschau hielt, das noch kommen mußte. Wenn sie nicht nur zufrieden, sondern wahrhaft glücklich werden wollte. Sie lächelte und sagte: „Auf dieses Eine mrd Große warte ich noch. Was wird es sein? Wann wird es kommen?" Da spürte Reisner etwas wie Unbehagen und Zweifel und antwortete: „Vielleicht ist dieses Ganzgroße und Aus- schließttclre, von dein wir träumen, nur ein Irrlicht, das uns narrt. Oder vielleicht ist es in diesem Leben hier nicht zu erkennen, sondern nur-" Sondern nur?" soirdern erst hinter dem Leben, wenn wir alt sind.'" Und beglückt von dieser Erklärung, die er gesunden hatte, ries er noch lebhafter aus: „Ja, vielleicht sehen wir eines Tages, wenn wir alt sind, daß wir jenes Eine und Große schon in unserer Jugend besessen und nnr nicht gesehen hatten, weil es unseren Äugen zu nahe lag." — Der Hinrmel hatte sich wieder völlig ansgeklärt, und sie verließen das Dampfschiff bei prächtigstem Wetter. Ein Wagen brachte sie nach Klagenfurt. lieber der Stadt hing die heitere Bläue des Himmels, die Slräucher oer Anlagen, die Bäume der Straßen trieften vor Nässe, wie nach einem Bade. Spatzen rauften sich überlaut in den Hecken, die Wege waren wie blank gescheuert und in den Gärten der Restaurants breitete man schon wieder Decken über die Tische, in Erwartung der Gäste, die der miloe Abend herbeilocken würde. Prokop erwartete sie im Hotel. Sie verabschiedeten sich für diesen Tag und begaben sich ein jedes aus sein Zimmer. Doch Reisner litt es nicht darin. Als es dämmerte, begab er sich auf den Marktplatz und mischte sich in den Strom der Leute, die den Korso auf und ab bummelten. Es waren dies ausschließlich junge Leute, Studenten und sechzehn- bis achtzehnjährige Mädchen, die sich All einem Stelldichein «ingesunden hatten, das gar nicht verabredet worden war, weil es einen selbstverständlichen Punkt des Tagesprogramms b ildete. In nichts, fand Reisner, ähnelten sie den jungen Menschen draußen in Deutschlarrd. Eine helle Unbekümmertheit war ans ihren Gesichtern, eine leichtere Art, das Leben dort zu packen, wo es unterhaltend ist; ohne daß doch ettvas von Taugenichtsen an ihnen hastete. Er sah den federnden Gang der Mädchen, die, sich kokett- sinnlich in den Hüften wiegend, das ungefüge Pflaster nrit ihren Füßen zn kosen schienen, und mußte im gleichen Augenblick an Klara denken, das erstemal seit dem Tage, da er sie geküßt hatte. Sie gehörte zu jenen Dingen, von deneri er scholl Abschied nahm, ehe er sie recht genossen hatte, wie er ja auch diese Gegend schon morgen verließ, kaum daß sie ihn gelehrt harte, wie wohl auf eine Reihe ununterbrochener Arbeitsnlonate ein paar Stunden der Ruhe taten. Dis rief in die Nacht hinein saß er in einem Restaura- tionsgarten, etwas abseits, um die Gäste, die sich an denj Tischen drängten, beobachten zu können. Bunte Lämpchen hingen auf Drähten zwischen dicht belaubten Bäumen, ein Mann spielte die Ziether und zwei Mädchen sangen Lieder. Zwischendurch flog lautes Lachen auf, der nächtliche Raum nahm bie wirr durcheinander geführten Gespräche und hitzigen Drspute entgegen und entführte sie in sein friedvolles Schweigell, ganz unmerklich ulld leise, was den bunten Stunden einen Zug des Zauberhaften und Geheimnisvollen gab. Am nächsten Tag saßen sie im Schnellzug nach Wien, und mit jedem neuen Kilometerstein, den der Zug mit einem kraftvollen Wurf nach rückwärts schleuderte, bröckelte auch aus ihrem Gedankenkreis ein Stück der Erinnerung an die verflossenen Tage ab, diese Erinnerung, die sie mit in ihren r 1 "” 3 'ahmen und die sich doch jetzt schon anschickte, zu verblassen. iluji. .... ,o nüchterner und sachlicher, je weiter man sich vom Süden.entfernt," sagte Reisner. „Aber ich finde, daß in dieser Atmosphäre der Nüchternheit unsere Verbindung, unser Bund, erst recht bestehen kann, — ja, erst „Erft recht," pflichtete sie ihm fremrdsich bei, denn sie spürte das Fragende und Tastende in seiner Stimme. Als sie den Semmering durchfuhren, umfing sie der Zauber der Berge ein letztes Mal. Sie standen .an den offenen Fenstern und schwiegen beide. Aber beide dachten sie dasselbe. Hinter jenen bewaldeten Kuppen, denen die Abendsonne ein goldenes Bad bereitete, lag die Landschaft, die sie beide zu einem kurzen Spiel vereint hatte. Vom Norden her, sie spürten 6,'s beide, wehte ihnen schon der fiebernde Atem der großen Stadt entgegen. „Noch zwei Tage Wien, die Stadt des Ueberganges, sagte Reisner, „rioch ein kurzes Atemholen, ein flüchtiges Prüfen der Muskeln —" „Und dann?" fragte sie. „. . . der Kamps!" . , . Er sprach es bewußt und zufrieden aus, wie emer, der sich dessen, was andere bange machen könnte, freut. Aus der Ferne geisterten ihnen schon die Lichter Wiens entgegen. Sie wurden sofort nervös, als sie sie sahen, gingen viel zu zeitig daran, ihr Handgepäck zu ordnen, und fanden dann kaum iroch die Geduld, auf ihren Sitzplätzen zu verharren. Die große Stadt zieht die, deren Heimat sie ist, viel unwiderstehlicher an als einen Bauer das breite Land, wer in ihrer Sphäre einmal gelebt hat, kann auf die Dauer nicht mehr außerhalb ihrer sein. 2 i Sie fliegen aus, und die hallenden Geräusche unter der Euppel der eisernen Bogen war ihren Ohren Musik. Dre Luft, die ihnen draußen entgegenschlug und die sie im ersten Augenblick gleichsam betäubte, diese Zusammensetzung aus allen möglichen Düften, die nichts Reines mehr an sich hatten und die doch ein eigenes Ganzes und für sich Bestehendes waren, — sie atmeten sie mit gieriger Lust, und sie belebte sie im Moment, so daß alle Müdigkeit und alle Abspannung von ihnen abfiel und der Wunsch in ihnen lebhaft wurde, sich noch an diesem Abend in jenen geisterhaften Strudel zu werfen, der mit gedämpftem Lärm und in der grellen Blässe künstlichen Lichtes durch die nächtlichen Straßen der großen Stadt fegt. . . Allein nur Reisner gab diesem Drang nach und suchte ;roch, 'kaum daß er sich im Hotel gewaschen und umgekleidet hatte, eines der großen Cafes im ersten Bezirk auf. Dort verweilte er über eine Stunde und war überaus zufrieden, so wie sich ein Mensch nur wohl fühlen kann, der nach langem, zwecklosem Umherirren unter fremden Menschen, die ihn nicht interessieren, wieder daheim zwischen den ihm bis ins kleinste Detail vertrauten vier Wänden sitzt. Hier, wo er saß, und draußen zwischen den lichtbehange- nen Mauern gab es zwar keine Wahrheit, dafür^ eine ^bestrickend geschminkte Lüge, hier gab es keine Natürlichkeit, dafür gefällige und anschmiegsame Formen, mit einem Wort: den Schein, der zwar keinen Wissenden blendet, noch blenden soll, .der aber, weil er so bequem ist, dem rastlos Hetzenden wohlgefälliger ist als die Wirklichkeit, über deren Ecken und Kanten nran jeden Augenblick stolpert. Sie blieben zwei Tage in Wien und verwandten diese Zeit darauf, in dem halben Dutzend der pompösen Straßen umherzuschlendern, ihre Sinne durch das Erlesene der zur Schau gestellten Dinge reizen zu lassen und von dem und jenem zu nippen und zu naschen, ohne dabei auch nur ein Gericht bis zum letzten Rest zu verzehren. Sie machten Einkäufe, fuhren in den Prater, saßen lässig und zufrieden in den Restaurants, jener Freude hingegeben, die es einen: von Zeit zu Zeit macht, wenn man wahllos und ohne zu rechnen viel Geld ausgibt. Reisner überhäufte Lneie mit Geschenken. Er setzte seinen Ehrgeiz darein, sie, die doch recht verwöhnt war, zu verblüffen. Er zeigte bei dieser Gelegenheit, daß er Geschmack und Phantasie hatte, und es machte ihn sehr stolz, wenn er wahrnahm, daß sie das merkte. Ihm war, als ob er in solchen Augenblicken, wo sie ihn mit einem dankbaren Blick der Anerkennung und Bewunderung lobte, wachse. Sein Ton ihr gegenüber wurde freier, beherrschter und war doch von jener sich beugenden und fast demütigenden Zärtlichkeit durchsetzt, die die einzige Art ist, der schöne Und überlegene Frauen sich unterwerfen. So ergab sich allmählich jenes uralte Verhältnis zwischen ihnen, in dem der Mann scheinbar der Führende ist, während er in Wirklichkeit doch geführt wird. Reisner verlieh das eine starke Sicherheit. Er lachte jetzt des Alten in Meran, dessen Einfluß, wenn er wirklich bestanden hatte, mm endgültig ausgeschaltet war. Reisner wurde nun ungestümer und drängte darauf, daß auch Lucie das Ihre tue, um ihrer beider Hochzeit zu beschleunigen. „Ich bin kein Jüngling mehr," ineinte er, „der eine Lust darin findet, endlos zwischen Hangen und Bangen zu schweben. Mich drängt alles znr Ruhe und Klarheit. Wenn du mir gehörst, dann sollst du mir ganz gehören, nur mir allein, und dann sollst dn es mir sagen." Da legte sie die Arme um ihn, und sie tat das ganz anders als früher, ein Zug von reifer Frauenhaftigkeit und von Stolz und von Vertrauen war an ihr: „Freilich gehöre ich nur drr, und auch ganz. Wem sonst?" Am gleichen Abend begegneten sie inr Wandelgang eines Theaters Herrn von Webenau. Dieser sah zuerst 'mir Lucie, war aus das höchste überrascht, wurde sehr rot und verlegen, trat dann aber doch auf sie zu, um ihr die Hand zu küssen. Sie lächelte nachsichtig und sagte ih-rn ein paar Worte konventioneller Höflichkeit. In diesem Augenblick trat auch Reisner hinzu, und Herr von Webenau, als er ihn erblickte, verfärbte sich und bot ein Bild bemitleidenswerter Hilflosigkeit, die sich noch steigerte, als Reisner, der den jungen, eleganten Mann richtig einschätzte, Lucie mit einer nachlässigen Hartdbewe- gung als seine Braut vorstellte. Herr von Webenau fand, wie die Verlobten richtig vermutet hatten, nicht die Fassung und die Kaltblütigkeit, die nötig gewesen wären, wenn er dem Paar hätte verachtungsvoll den Rücken drehen wollen. Er stotterte vielmehr einen Glückwunsch, verbeugte sich mit verzerrter Miene und verschwand in der sich drängenden glänzenden Menge. „Ein gutes Omen," sagte Reisner. „Die Menschen fiixb alle feig, wenn man sie im richtigen Moment fest in der Hand hat. Gegen die banale Selbstverständlichkeit, und wenn sie ihn auch zermalmt, rennt selbst der nicht an, der außerordentlichen Ereignissen gegenüber ein Held ist." Im Schlafwagen des Nachtschnellzuges legten sie die Reise nach Berlin zurück. Reisner schlief gut und traumlos. Diese letzte Nacht war für ihn der Vorhang, den er hinter einem nicht sehr beträchtlichen Abschnitt seines Lebens endgültig zuzog und den er nie lüften wollte. Auch das Berlin, in dem er am nächsten Morgen erwachen würde, war für ihn nicht mehr das alte. Er sah LZ mit neuen Angen. Und sein Boden war ein Grund, der unter ihm nicht mehr wanken konnte. Zehn Minuten, bevor der Zng in den Anhalter Bahnhof einsuhr, trafen sich Reisner und Lucie im Gange des Schlafwagens. Ihre Gesichter waren frisch, und ihre Augen hatten den Glanz mühsam verhaltener Ertvartung. Noch ehe der Zug in der düsteren Halle zum Stehen ge- konimen war, öffnete Reisner die Tür des Wagens. Er sprang ab, lachte und hielt ihr beide Hände entgegen, so daß sie gleichsam in seine Arme siel. Prokop übernahm das Gepäck und sorgte für ein Auto. Sie fuhren zum ,Hotel Adlon', in dem Lucie für die nächsten Tage Wohnung nahm, mrd trennten sich daun. „Wohin?" fragte Prokop, der mit dem Chauffeur vor dem Portal wartete. „Nach Hause," ries Reisner, „aber schnell!" Der Chauffeur fuhr rascher, als ihm erlaubt ivar, und jeder dumpfe Brummer, den die Hupe von sich, gab, erschien Reisner wie ein Signal der Freude. Er fand sein Haus stumm und einsam, mit verschlossenen Türen und herabgelassenen Rolläden, wie in einem tiefen Schlaf befangen. (Fortsetzung folgt.) Die ziamme. Märchen von A. Clara. Es war einmal eine riesengroße Flamme, die sah vom nnend-, Lichen Weltraum aus die Erde, wie sie so spärlich erhellt und in allen T lugen von der .Sonne abhängig dahinrollte. Mitleidig folgte sie mit ihren leuchtenden Augen der schmalen Spur; da empfand sie, daß vom Erdball ein seltsames Atmen ansging. Sie sah, daß Tinge auf ihm wurden und sich veränderten, daß Städte und Länder entstanden — und das alles von Menschenhand. Tie Wamme wandte sich ab und stand ganz fteil und gerade —• sie dachte nach. „Sie müssen etwas Göttliches haben, diese Menschen," dachte sie; „gleichen sie nicht mir, die ich anch eine Gottheit bin?" —■ Sie verstehen nur nicht zu brennen so ganz urrd gar — so durch und durch, daß sie leuchten, müßten, daß sie stammen müßten wie eine Sonne!" Tie Flamme bebte, es zuckten blaue Blitze aus ihrer Ge-, statt, so ergriff sie das Wunderbare. Und sie konnte nicht wider-i stehen. Sie eilte zur Erde mtb schritt über sie hin mit dem Evaw gelium ihrer Flammenpredigt ans den Lippen. Und die Menschen entsetzten sich vor ihr, oder sie verkamen achtlos irr ihr oder sie stürzten sich mit rasender Leidenschaft in ihre Arme und gingen, S igrnnde. Wo die Flamme hinkam, blieben Schutt und rauchende rümmer und Leichen zurück. Ta hob der Geist des Lebens schützend und zürnend seine Hand: „Halt! — Was tust du? — Wie kannst du es wagen, in meinem Reich zu morden? — Geh! — denn dn bist auch mein Geschöpf; geh — oder ich kenne dich nickst mehr!" Tie Flamme schlug erschrocken die Augen auf; da sah sie, was sie angerichtet hatte, und ein'grenzenloses Granen vor sich selbst überfiel sie. „Das wollte ich nicht," rief sie und drückte die Hände vor das Gesicht, „ich meinte es gut!" Sie wandte sich flehend nach dem großen Geist, aber er wies sie mit herrischer Gebärde hinweg. Sie senkte ihr strählendes Haupt und schritt langsam in den Weltenraum zurück bis in die dunkelste — fernste Einsamkeit. Hier stand sie still und schlank und leuchtend — sie trauerte. Inzwischen hatte der Geist des Lebens auf der Erde alles! wieder in den gewohnten Gang gebracht. Nun sah er sich nach der Verstoßenen um. Es gibt nichts .Gütigeres, nichts Friedestärkeres' als den ! Geist des Lebens. Er duldet kein Zürnen — er versöhnt alles. Und j nur was sich nicht versöhnen läßt — das ist die einzige Härte, die I er besitzt — muß sterben. W!o aber irgend noch ein Hauch der .Hofft 3 »irrig, ein Wunsch zum Licht ist, da sendet er all seine Stärke hin rwd nimmt alles an sein liebevolles Herz. Ter Geist des Lebens fand die Flamme trauernd und , sie tat ihm leid; denn sie war so schön —t so göttlich!, utmbl sie war km Ebenbild. Er trat zu ihr: „Kannst du dich nicht in dein altes Leben zurücksinden?" — Sie seufzte: „J-ch habe es so gut gemeint!" Tabei iah sie ihn mit ihren Wnnderaugen so groß und kindlich an, daß er sich gütig p. ihr neigte. „Was 'hasst du denn, ,eig;en!tlich ti'n wollen?" „Ach," entgegnete die Flamme, und es knisterte Leise in ihrem Haar; „ich sah der Erde bleiches Licht Mid wollte die Menscher: belehren, daß sie selbst brennen sollten und die sonne nicht mehr branchten. — Es ist viel schöner, selbst zu leuchten, als von der Sonne Gnaden." Bei diesen Worten warf sie jtots. den Kopf zurück, daß die Haare wie Strahlen über ihren Rücken sielen. „Törichtes Kind," murmelte der Geist des Lebens; aber schMi kam ihm der erlösende Gedanke. „Höre, du wilde flamme! Tie Menschen auf der Erde sind oft von hohen Gnaden. Du magst warten, bis du euren findest, der eine leere seele hat; die magst du mit deiner Flammengewalt fühlen, bis sie brennt und leuchtet." Da jubelte die Flarnme, und an ihrem Körper glommen Funken ans und ab wie blitzende Sterne. Und sie wartete geduldig in ihrer glühenden Herrlichkeit — jahrhundertelang. Eines Tages ivurde ein wunderschöner Knabe geboren, dessen Seele war leer und weit und heilig groß wie ein Tempel. Tie Flamure hätte ihr: am liebsten an sich gerissen und geküßt — ach, geküßt! Wer sie war klug geworden und Wichte, daß da der Knabe sterben müßte. Teshalb fegte sie ihm nur die Hände aus sertz kleines Herz und erwärmte und verstärkte seinen Schlag — uno in die Seele senkte sie ihm einen winzigen Funken von ihrer lodernden Pracht. Sie schützte Herz und Seele des Knaben, daß er sich selbst nicht kannte und niemand wußte, was in ihm verborgen'war. So rouchZ er heran und sein Herz wurde''heiß und der Funke in seiner Seele entzündete sich zum hellen Feuer. Tas leuchtete und sprühte aus den Augen des Jünglings und ans seiner raschen Rede. Da fing die Flamme an, ihm ihr Feuer gebet in das Ohr zu flüstern, daß es wie glühende Hämmer auf seine Seele fiel und ihn zum Manne machte. Er ahnte, daß eine eigenartige Kraft in ihm sein mußte, und die anderen Menschen merkten es mit Staunen. Tenn es brach, wie ein gewaltiger Strom aus dem jungen Menschen heraus. Sein Geist belebte tote Steine und formte seltsame Märchen daraus, er schaute Wunder und ließ sie mit der Kraft des Schöpfers zw Wahrheit werden. Er stürmte über Höhen und durch Tiefen, er jubelte und jauchzte ; denn er liebte das Leben mit seiner goldenem Sonne, mit seiner wilden, leidenschaftlichen Kraft, und er litt Schmerzen, daß ihm fast das Herz zerbrach, denn er tvar einsam und die Einsamkeit ist die Summe alles Leides. Wiobl glühterr alle Herzen durch, ihn und zu Zeiten fühlte er sich dem König gleich, der -Schätze austeilt, aber manchmal wußte er, daß er bettelarm tvar, ärmer als alle, weil keiner init ihm gehen konnte. Und das Feuer der Gottheit in seiner Seele wurde zum Feuer der Sehnsucht und begann sich, selbst aufzuzehren. Es war ein Minderbares Farbenspiel in dieser Sehnsucht, weil sie heimatlos war. Sie sandte ihre bunten Funken aus und nahm sie wieder auf. Sie begehrte nach, Reichtum und Ehre, nach Glück urrd Liebe, ruhelos nnd wechselvoll. Aber bald hatten die Funken keine Kraft mehr nnd verlöschten in , der Cimamkeit; da wurde die Sehnsucht färben arm und verlor ihre Tiefe. Tie Flamme hatte längst mit banger Sorge die Veränderung in der Seele ihres Lieblings wahrgenommen. Und da sie keinen Rat wusste, ging sie zum Geist des Lebens und rang die Hände: „Hilf mir, das heilige Feuer, das ich entzündet habe, ivill ver^ löschen! Was soll ich tun?" Und der Geist des Lebens sah ans den jungen Mann mit dem bleichen Gesicht und den durstigen Lippen, Und er lächelte. „Er braucht nicht viel," antwortete er, „ich will ihm geben, was ihm not tut. Du mußt ihr: schonen, Flamme, die Menschen sind ein gar zerbrechliches Geschlecht." Tee Flamme nickte traurig. Ter Geist des Lebens aber führte dem einsamen! Manne ein schönes Weib zu. Das war so still, und kühl, als er unruhig und heiß war, das hatte Locken wie Gold nnd ein liebliches Gesicht wie eine Apfelblüte. Ms er sie fahl, versank fein ganzes Leben hinter ihm, er dachte, wünschte und wußte nur mehr sie. Sie war sein Anfang und fein Ende, sie schien ihm der köstlichste Preis, den er erringen konnte, und seine brennende Seele versenkte sich, in ihre kühle Zartheit wie in den Tust nächtlich betauter Tannen, der so herb und wohltuend ist. Und sie war, trotz ihres gemessenen Wesens ein warmblütiges, liebendes Weib, sie sah sein Heimo erlangen nach ihr, sie sah seine Schnfncht Und Einsamkeit und wußte, daß sie die Erfüllung in den Händen trug, die ihn selig machen 'Sonnte. Ta gab sie ihm alles, ihr Herz, ihrcj Seele und ihren schönen Körper. Und das Feuer, das müde Feuer der Sehnsucht in der Seele des jungen Mannes lohte empor und wurde zum Opserbrand der Liebe, den jede Seele einmal trägt. Tie Flamme stand und lauschte mit augehaltenem Atem in ihn hinein; doch sie fand nichts mehr von ihrer Art in ihm. Sie wurde zornig Und flüsterte ihm die Herrlichkeiten seiner , Jugend ins Ohr. Er verstand sie nicht, ihm schien das alles wie ein toller Traum, aus dem er nun zur holdesten Wirklichkeit erwachs war. Me Flamme klagte nun den Geist des Lebens an, daß er schuld sei, daß sie ihren Liebling verloren hatte, daß alles Große ver4 gangen sei und ihr Funke in seiner Seele ausgelöscht. Ter Geist des Lebens schüttelte ernst das Haupt. „Habe Geduld, du wild« Flamme, es wird nicht mehr lange währen, dann, wird er dich selber rufen und dann wird er dein sein, wie er es niemals war." Ter Geist des Lebens sah mit seinen wissenden Augen, was die Flamme nicht verstehen Sonnte. Er sah das stille, stolze Weib Mutter werden, und er wußte, daß ihr zarter Körper den kleinen herrischen Willen, der in ihr wuchs und wurde, nicht erhalten Sonnte, er wußte, daß sie zerbrechen musste, und was so früh- liugjung und Snvspenhaft in ihr sich regte — mit ihr. Wenige Monate später lag das junge Weib mit dem imgebore- neu Kindchen glanz still und farblos im engen Sarg und der Wann, der sie geliebt, erschauerte an der Kälte des Todes bis ins Mark. In seiner Seele war alle Ruhe, alles Glück zerbvvchjen, es war alles leer und stumm irr ihm. Erwollte sich und fein.Leid verbergen, so tiefer konnte. Aber ohne daß -er es ahnte, ging sein« Seele suchen, denn sie war die Freiheit gewohnt und wollte sich nicht binden lassen. Es begann langsam in ihm zu glühen und zu wogen und mit einemmal zerriß der Schleier, der ihm die Vergangenheit verborgen hatte, und er erkannt«, daß er die Gottheit seiner Jugend, die Flamme, verloren hatte. Ta schrie er aus, so mächtig, so. schmerzgewaltig, daß ihn die Flamme, die traurig wartend in der Unendlichkeit stand, hörte. Sie wollte zu ihm eilen, aber der Geist des Lebens hielt sie zurück. „Bleibe, er kömmt zu dir!" Ta breitete sie stumm die Arme aus und sah ihm entgegen. Sie hörte seine Stimme: „Göttin — Flamme, einmal noch lag mich brennen, laß mich leuchten wie die Sonne. Hilf mir — ich^muß es können: sieh, wie mein -Herz blutetlund doch jauchzt meine Seele dir zu. Schgu den Abgrund in meinem Leben — da unten liegt mein Glück, aber es ist tot. Und du bist der Gipfel, der höchste, der herrlichste, den ich kenne — ich muß Izu dir!" Da sah ihn die Flamme stehen und sie hätte beinahe geschrieu vor Freude, denn feilte Seele brannte lichterloh und tt>ar au zu sehen wie sie selbst. Er war kein Mensch mehr, sondern ein brennendes, wogendes Meer, das strahlende Garben über die ganze Erde warf. Da sah er sie und ihre offenen Arme und war mit einem Jubeln, mit einem Ausschnellen seiner heißen Kraft bei ihr und hing an ihren Lippen so wiD und jäh, daß sie erschrak. t Seina Seele staub im himmelhohen, verzweifelten Brand, und sie fand das größte und gewaltigste Licht der Unsterblichkeit^ Der Geist des Lebens trat herzu und sein Gesicht war wie aus Stein gemeißelt in kalter Härte. Er sah, daß sich hier nichts mehr versöhnen ließ, 'und er legte seine kühlen Hände aus daS pochende Menschenherz, — da stand es still.' Tie Flamme trug ihren Liebling in ihre Einsamkeit und begrub ilpr. Sie stellte sich aus sein Grab hoch und schlank und hielt Wacht. Ueber ihr steht ein leuchtender Stern, das ist die unsterbliche Seele ihres Lieblings, und wenn die Unendlichkeit klar und rein ist, hält sie Zwiesprache mit ihr: „Verzeih mir, Seele, daß ich dich so leiden ließ. Die Menschen haben ihr Licht von der Sonne Gnaden und dürfen nickst selber brennen." Dann strahlt der Stern und seine Antwort kommt wie ein Segen. „Flamme — Göttin — ich danke dir; denn ohne dich wäre ich vergangen, wie alles vergeht. Sieh, wie ich leuchte — leuchte mit dem FunkeU deiner Herrlichkeit. Gönne es doch den anderen auch, daß sie'dir danken müssen wie ich." - Ueber die Flamme kam ein großes Verstehen und sie begriff aus einmal, was es heißt, unsterblich sein, und sie wußte, daß 'es ihr gegeben war, Menschen unsterblich zu machen. Und sie schaute wieder auf die Erde und wartete wieder, daß einer geboren würde mit leerer Seele, 'den sie beschenken konnte. Der Meist des Lebens ließ sie gewähren, vorausahnend, daß sie dereinst ein großes Feld von Gräbern bewachen würde und trotzdem Zwiesprache halten mit einem Himmel voller Sterne. So täm's, daß es auf Erden Seelen gibt, die selber brennen — nicht von der Sonne Gnaden — und die noch nach Jahrhunderten leuchten, daß Men- schenaugen sie sehen können. vreikömgssyiele. Zu Freiburg in der Schweiz war es bis zu der französischen Revolution Brauch, das Fest der heiligen drei Könige öffentlich zu begehen. Ursprünglich pflegte man am 6. Januar in feier-, lichter Prozession zur Hauptkirche der Stadt, der Stifts- und Pfarrkirche zum heiligen Nikolaus zu wandern. Jin der Prozession stellten drei Chorherren von St. Nikolaus die Weisen aus dem - Morgenlaude dar. Sie trugen feit dem 16. Jahrhundert ChorNiäutel, von verschiedener Farbe: Melchior einen roten, Balthasar einen weißen, später einen blauen, Kaspar einen schwarzen. In der St. Nikolauskirche angelangt, sangen sie stücke, die auf den Bezug 'hatte, und brachtgu an der Krippe ihre Gaben dar. Diese um 1430 aufgekommene Prozession bildete der: Kern, um den trn Laufe der Zeit allerlei Zeremonien sich rankten, bis eure ausge, dehnte geistliche und weltliche Behörden beschäftigende Schaustellung «daraus wurde. Tas Spiel b-egaun zu entarten, als mau einige Jahre 'später sich entschloß, militärischen Pomp hinzuzufügeu. Drei gerade aus Frankreich heimkehrende Regimenter von Freiburger Söldnern erhielten die Erlaubnis, der Prozession beizuivohuen und dabei Proben ihrer militärischen Tüchtigkeit abzulegen. Bon da ab wollte das Kolk den militärischen Aufwand nicht mehr snfc, 4 behren Und jeder hei- drei Könige erhielt eine Konrpagnie van Sol-, baten M seinem Gesistge, mit Uniformen in der Farbe seines! Chormarttels. Weiterhin Mg nran vom Turme der Nvtre-Danre- Kirche, in deren Nähe sich die Pvozession zrr bilden pflegte, z,im Tuch? eines benachbarten HausD'eiiren Draht, an dem, genau nach der Erzählung des Evangelisten, ein beweglicher Stern sich vorwärts schieben liefe, der den Weisen den. Weg angeben sollte.' Bald aber ließ man die drei Könige ihren Weg , zu Pferde znrücklegen., rmd soldatisch?. Nnterhalttmgen ihres Gefolges erfreuten die Zu-, schauer. Dazu, kam eine Darstellung der Flucht nach Aegypten, 'bei welcher die heilige Familie von einer Menge/mit Flügel versehener Engel begleitet war. Auch errichtete uran einen Thron für den Körrig Merodes und, gelangte so zu einer vollständigen Dramatisierung der biblischen Geschichte, der auch das Groteske nicht fehlte, da beispielsweise das Gefolge des schvarzen Königs sich nicht nur in schwarze Uniformen kleidete, sondern auch Gesicht unb Hände schwärzte, und Hevodes die Schriftgelehrten aus ihre Erklärung der Schrift hin mit seinem Zepter 'drrrchprügelte. Fecht- rmd Schießübungen der Sokdatsn Laten das Ihrige, ntrn dqw Spie! noch den letzten Rest des Erbaulichen zur nehmen. . Es ist eine deutliche Folgeerscheinung der Entartung des religiösen Empfindens jener'Zeit, daß das Freiburger Treikönigs- lbiel scharr gegen Ende des 16. Jahrhunderts seines ursprünglichen relrgrcherr Charakters so errtkleidet war, daß die Chorherren voü St. Nikolaus sich weigerten, fernerhin daran teilzrrrrehrnerr urrd zu beit gewiß nicht unerheblichen Kosten bsizu steuern. Trotzderrr erhielt sich das Spiel noch während zweier Jjahrhnnderte, bis die französische Revolution wach diesen Ue&erreft des Mittelalters hrnwegsegte. Ta es zu einer reinen Bo ttsbelnstigung ausgeartet war!rmd Aergernisse und Mißbräuche aller Art sich daran knüpften, sv braucht man seinen Verlust nicht zu Hekla gen. Man mag Wagner, denr diese Ausführungen teilweise entnommen sind, vom kirchlichen Standpunkt aus recht geben, vom volkskundlichen aus aber ist das Schwinden dieses Freiburger Spiels »n bedauern, 'and sicherlich wäre eine Wiedereinführung unter Beseitigung der Mißstände verdienstlicher gewesen, als es völlig faliren $u lassen. Die Sprüche der handelnden Personen des Spiels, wahrscheinlich ein Werk des Magisters Fridolin Luttenschlager, dessen Berse 1594 vom Rate zu Freiburg approbiert wurden, haben sich in emer Pergamenthandschrift des Archives von St. Nikolaus zu Frei- bnrg erhalten. Sie sind bemerkenswert durch ihre Abfassung in deutscher Sprache, die in Freiburg sicherlich seit dessen Ausnahme m dt? Eidgenossenschaft (1481) die Umgangssprache war. Line Parabel. «Bon Leb T o 1 sto r. (Deutsch von Marie Beßimertny.) Als die Moskauer „Gesellschaft /zur Pflege ber russischen Sprache" einen Tolstoi-Abend nach dem japanisch-russischen Kriege veranstaltete und sich dafür eine neue Dichtung des Gefeierten erbat, wollte er eine Erzählung sMdeprUjdie eme Siylmg des Kftiegs-i gerichtes znm J!N!halt hatte. Im letzten Anggnblick isinr jedoch das Ersuchen des Grasen, nachstehende Parabel auf das Programm zu setzen. „Es war einst ent Wohltäter, der an nichts weiter dachte, als an jedwede Möglichkeit, den Mttasichim Gurtes zu tun, ihnen z-u nützen trnd sie vor jeder Widerwärtigkeit >zm bewahren. Er kam schließlich wo alles das z!u finden war/ was die M«enschen nötig haben und loas ihnen Vergnügen bereitet. ' Sie mögen xmr kominen, dachte er, und essen, trinken, nehmen, was sie brauchen rnrd selbst sich Wer niederlassen. Ist der Vorrat erschöpft, so will ich für einen neuen sorgen. Nachdem sein W«eri' vollendet war, D g er sich zurück und wartete ln der Ferne ab, was wohl geschch«en würde. Erst kamen gute Leute, die froh waren, etwas essen, trini?*t .und Übernachtesn zbr können. Sie stellten sich auch anl anderen' /Tage.ein, rrahmen unentbehrliche Dinge mit und waren voller Dankbarkeit für dm unbekannten, Wohltäter. Bald erschienen aber auch kecke, freche und übelwollende Menschen, die sich nicht mur sattessen, sondern alles vertilgen und an sich reißen wollten. Es entstand ein heftiger Streit,unter ihneir. Man schrie, tobte, man wurde handgreiflich einer görrnte dem anderen nichts, urrd schließlich hatte keiner was.« Ans diese Weise wurden all die angesammelten Güter verdorben 'und vernichtck, und als die Leute wieder froren und hrmgerten nnds sich gegenseitig Wagten, erhoben sich zürnendie Stimmen gegen den Wirt. „Warum hat er alles so schlecht eingerichtet, »varum hat er keine Wacher hingestellt, die auf Muhe «und .Ordnung sehen sollen? Gutes tun ist noch nicht genug, man muß, auch reichlich für die menschlichen Bedürfnisse sorgen amb — vor allem feine bösen Menschen! Wneinlassen!" \ Jeder hielt sich natürlich für gut und seinen Nächsten für schlecht. Die Hungernden >nnd 'Frierenden verließen wütend den sogerkannten „Bersorgungshof", schimpften aufeinander rmd fluchten denijemgen, der sie hier zusammcngefnhrt hatte." Genau so geht es in der Welt M, ivemn die Menschen, keine Go ttes liebe im Herzen haben. Sie richterr ihr.eigens ÄebM zn- gründe rmd das der Mrderen, ohne auf Ütt Gädanken zu kommvn^, daß, sie nur sich selbst anzuKaggn /haben für ihre Leiden. Wollten) sie nur die Feindseligkeit Md das Zanken unterdrücken und nur daran denken, sich selbst nicht zn chhäGgM., sie hätten so viel Gutes im Leben, daß« ihnen (kaum -qt-oas nach Lneser Richtung hin zu wünschen übrigbliebe. Söchertlsch. — Die Schaubühne, Wochenschrift für Politik, Kunst Wirtschaft, herausgegeben von Siegfrieo Jacobsotzn, enthält in d'er Nunrmer 52 ihres dreizehnten Jahrgangs: Boxer und Treuhänder, von Germaumrs. Zum Problem der Demokratisierung IV., von Moritz ■ Goldstein. Friedrich Naumann, von Erbe. Phantasie, von Egon Friedell. Walter Heymarms Nachlaß, von Hans Wh ne-« feit. Ergebnisse, von Wfred Grünewald. Hermann Essig, von 2. I. Von Morgens bis Mitternachts, von Alfred Polgar. Wucher, von Lovarms Bis ein Himmel fällt, von, Hermann Kesser. Antworten. — Das literarische Echo. Halbmonatsschirist für Litera-, tnrfreunde. (Begründet von Tr. Joses Ettling er. Herausgegeben von Tr. Ernst Heilborn.) Verlag: Egon Fleischsel L Co., Ber-, lin W9. Das 1. Januarheft ist soeben mit folgendem Inhalt er-> scheuen: Anselma Heine: Heinrich Manns Führerberus: Heinrich ZerkaNlen: Gorch Focks letzter Gruß; Ludwig Geiger: Ernst von Wrldenbriich; Dom> Kellen: Wämische Literatur: Alexander von Glevchen-Rußwnrm: Zwiespalt; Richard Müller-Fretenfels: Nene Werke über Aesthetik — Echo der Bühnen — Eclw der Zeitungen — Echo der Zeitschriften — Echo des Auslandes. <- Dü r er schule, Zeitschrift des Bundes Düverschule E. B. Heft 2 rft erschienen. Gießener Hausfrauen-Berein. Kochanweisungen. ägerkartoffeln mit Blutwurst. 2 Pfd. Kartoffeln, V? Sellerie, Vr Tasse Milch, eine saure Gurke, Peteiffilie, Salz, Pfesier, 3 Gewürzkörner, 2 Löffel Kräuterkäse, eine kleine Zwiebel, etwas Maggi. Tie geschälten., klerngeschnittenen Kartoffeln werden mrt Sellerie, Zwiebeln usw. und Salz in reichlich Wasser weichgekocht. , Das Wasser wird abgegossen, die Kartoffeln zerstampft (aber nicht ganz zu Brei) urrd mit Milch, Petersilie, Pfeffer urw Maggi tüchtig durchgesäpoenkt. Zuletzt fügt man eine scharfe Gurke, m tteine Stücke geschnitten, hinzu und den ger. Kräuterkäse. Das Gericht wird auf einer runden Platte angerichtet und mtt Scheiben von heißgemachter Blut- oder Leberwurst umgeben. Mohrrüben mit Aepfeln. 1 .Kilo Mohrrüben, 1 Mo säuerlrche Aepfel, l .Mo Kartoffeln, 50—100 Gr. Graupen, Reis oder Gerstengrütze. 1 Zwiebel, etwas Fett u. Gewürz. Tie Graupen werden zunächst mit reichlich Wasser, d. h. zum Ansqnellen ge- rrügend, und ettvas Salz angesetzt. Wenn sie halb gar sind, werden die in kleine Würfel geschmttenen Mohrrüben dazugegeben und beides völlig gar gekocht. Tann rvevden die geschälten, vom Kernhaus besretten und in Stücke geschnittenen Aepfel dazngefügt und verkocht. Jnzwisckien hat man auch die geschälten Kartoffeln abt- gekocht, gießt sie ab und tut sie ebenfalls daM. Das Ganze muß ein bürrdsizes, nicht zu steifes Gericht sein, dem nun nock) die in F-ctt gerösteten Zwiebeln '.rnd ettrms Nette«rpfesser zagesetzt wird. Je nach Geschmack kann man noch Zucker, Zitronensäure oder Essig znsetzen, doch darf kein Gewürz zu sehr vorschnrecken. Kohlrüben an fl aus. 2 Pfd. .Karwffeln, 2 Pfd. Kohlrüben, 1 Ei, 1 Brötchen. Tw geschälten, gÄocksten Kartoffeln werden durch die Presse getrieben, die abgewellten Kohlrüben ebenfalls. Nach dem Anskühleir beides mischen, mit Salz und, w>enN möglich, ettvas Kräuterkäse würzen, das Eigelb, das geriebene Brötchen und den, Eierschnee hinzusügen. In gefetteter Form eine Sttinde kochen, mit Salat- oder Bratentunke anrichten. Rote-Rübensalat mit Sellerie und Kartoffeln. 1 Klg. Salatkartosfeln, 1 Klg. rote Rüben, 1 Gr Sellerieknolle, Essig, Salz,,Pfeffer und wenig Zucker. Eine große, geschälte, in Scheiben geschnittene Sellerieknolle wird in 1 Ltr. Wässer mit den Gewürzen weichgekocht. Tie abgekochten, geschälten und in Scheiben geschnittenen Kartoffeln und roten Rüben werden hin- zugesügt, das Ganze gut verrührt und abgeschrneckt. Zahlenpyramide. 4 Pokal. 4 7 Viel umstrittene Naturkraft. 7 4 5 Fluß in Rußland. 3 4 5 7 Hunmelskorper. 7 6 3 4 b Hirtenname. 5 4 3 6 7 8 Ethnographische Bezeichnung, 7 4 3 6 2 5 8 Herrschaftsgut. 13345676 Getränk. (Auflösung in nächster Nunrmer.) Auflösung des Vexierbildes in voriger Nummer: Längs des Zamres im Hintergründe. Kopf rechts im Gebüsch. Schnftleilung: W. Rieyer. — Zwillingsrunddnrck der B r tt h l'scheu Nn':v.-Buch- und Steiirdruckerei. N. 2 n ii g e, Gießen,