Die Rächer. Roman von Herrn ann Wagneo» (Fortsetzung.) Sie sah ihrn mit schimmernden Augen nach, wie einem, der jetzt ihr Herr war und vor dem es keine Rettung gab, weil er die Rettung selber war. — Auf der Straße unten wandte fidj* Reisner noch einmal Nach dem Hause um. Es war in dem protzigen Stil erbaut, der den meisten Häusern dieser Gegend eigen war. Er dachte: es ist m e i n Haus! Und er setzte seinen Weg in dem Gefühle fort, eine neue Heimat zu haben, in.der er, wenn sie seiner alten auch nur wenig glich, doch am sichersten zu jenem Hiel gelangen würde, das er erstrebte. Er schlenderte gemächlich die Straßen entlang, die voll eleganten Lebens waren. Alles, was er sah, war ihm in einem gewissen Sinne neu, denn es war anders, als er es in Hamburg gesehen hatte. Oder lag das nur daran, daß er hier in der Fremde war, einer Fremde, die, bedünkte ihn, fast weiter lag als ferne, fremde Länder? Niemand kannte ihn hier, niemand kannte auch er. Das ist ein Zustand, dachte er, auf dem ich neu aufbauen kann. Oh, er war zufrieden! Er begab sich in das Hotel zurück, ließ sich das Abendbrot auf seinem Zimmer servieren und hatte dann das Bedürfnis nach einer leichten Zerstreuung. So fuhr er in den Wintergarten. Das Leichte dieser abwechslungsreichen Kunst sagte ihm sehr KU. Es beruhigte. Auch die halsbrecherischen Akrobaten- trrcks regten nicht auf, weil sie mit jener fabelhaften Sicherst dargeboten wurden, die er sich zum Beispiel für die tetigkeit und Festigkeit seines künftigen Lebensweges nahm, wie er auch in dem lässig-grazösen Lächeln der Tänzerinnen die Art erkannte, auf die er künftig das Weib zu genießen dachte: in einem spielerischen Nippen der nicht ins Tiefe und Aufregende gehenden Freuden, die sie boten. Nach Mitternacht suchte er eine. Bar auf, verließ sie aber bald wieder^ da ihm die Zerstreuungen, die sie bot, schon nicht mehr genügten. Eine prickelnde Ungeduld war in ihm, die die künftigen Tage gleichsam vorwegnahm, jene, die ihn durch eine rastlose Tätigkeit in die Höhe bringen sollten. Er dürstete nach Arbeit. Er ging die Friedrichstraße hinunter. In ihrem heißen Gewühl verlor sich allmählich seine Ungeduld und machte einem stummen Staunen Platz. Männer und Frauen geisterten wie Schatten dahin, krankhast bleich und gelb von dem grellen Licht der Bogenlampen, in den gewaltsam zum Genuß aufgepeitschten Gesichtern einen starren Zug voll Abgelebtheit. Die wogenden FederhÜte der geschminkteil Mädchen wirkten auf ihn wie eine rauschende Mahnung des Todes, so daß er bei diesem Anblick erschauerte. Und er gedachte im Gegensatz dazu der jungen Frau, die sich ihm heute voll demütigen Sichfügens dargeboten bockte, itnb des pompösen. Hauses im Westen, das diesen geisternden Schatten einer todbringenden Liebe verschlossen war. Wieder packte ihn eine süß-bange Sehnsucht, die gleiche wie an jenem Hamburger Abend, da er das junge Paar, an einen Gartenzaun gedrückt, gesehen hatte. . . Er bog schnell in eine Nebenstraße ein, erblickte eint Droschke, stieg ein und sagte: „In das Hotel Atlantic!" * Am nächsten Morgen stellte sich pünktlich Ehrhard Gut- -eit in dem Hotel ein, ein untersetzter, fetter Mann in dem bescheidenen Anzuge eines kleinen Bürgers. Er ließ sich bei Reisner melden, doch wurde ihin bedeutet, daß er zu warten habe, bis der Herr in Nummer zwei- undzwauzig gefrühstückt habe. Nach einer halben Stunde ließ Reisner ihn in sein Zimmer bitten. Gutzeit i.. lchte einen mitleiderweckenden Eindruck. Sorgen rmd Enttäuschungen mochten seine Haare gebleicht haben. Seine Bewegungen waren scheu und nüchtern, und seine Stimme drückte jene Erschöpfung aus, die sich einftellt, wenn einem Menschen nichts mehr zu hoffen bleibt. Reisner sah, daß er hier kein schweres Spiel haben würde. Gut-eit hatte die erforderlichen Bücher und Papiere mitgebracht, aus denen hervorging, wie es um ihn stand. Reisner konferierte zwei Stunden mit ihm und überraschte ihn am Schluß mit einem wohlüberlegten fertigen Vorschlag. Gut- zeit blieb nur übrig, abzulehnen oder anzunehmen. und obwohl er sah, daß er sich damit völlig in die Abhängigkeit von dem arideren begab, nahm er an, da er zu müde war, noch zu kämpfen. Noch im Laufe des Nachmittags begab man sich zu einem Notar, bei dem man neuerlich mehrere Stunden Besprechun- t en hatte. Reisner war frisch und fröhlich und freute sich der atkraft, die jäh in ihm aufgeschossen war. Gutzeit war niedergeschlagen und schweigsam und schwang sich nur zu einem bitteren Lächeln auf, als mau ihm den Vertrag, in dem er Reisner als seinen Herrn anerkannte, zur Unterschrift vorlegte. Aber er unterschrieb. Damit war Reisner in den unumschränkten Besitz des Gutzeitschen Geschäftes gekommen, das Sägelnerk an der Ostsee, die großen HolzbestLn.de und das Haus Gutzeirs gehörten ihm. Gntzeit verblieb als Fachleiter gegen ein oe- stimmtes Jahresfixum linb gegen eine mäßige Beteiligung am jährlichen Reingewinn im Geschäft. Er hatte das erste Stockwerk seines ehemaligen Haukes tm Westen, in das unK Reisner einzog, zu räumen, und es stand ihm frei, eine kleinere Wohnung im dritten Stockwerk zu beziehen. Als alle Förmlichkeiten erledigt waren, lvar es Abend geworden, mrd Reisner, der Gntzeit gegenüber plötzlich, einen freundlicheren Dort anschlng, lud ihn ein, mit ihm KU Abend zu essen. Doch Gntzeit lehnte apathisch ab. Reisner sah ihn an und empfand etwas wie Mitleid mit ihm. „Fühlen Sie sich benachteiligt?' fragte er ihn. Doch Gntzeit schüttelte den Kopf. „Nein, ich fühle mich Alfrieden," antwortete er. „Zufrieden, nach alt Ihren Verlusten ^ antloorckete GrttzeiL. Er blieb stehen, nahm den Hut vorn Kopf und strich sich mit den kurzen, fetten. Fingern durch! die dünnen Haare. Seine Augen hingen an irgendeinem Unbestimmten in den Wolken. „Es gibt eine Gerechtigkeit, Herr Reisner," sagte er. „Es ging mir gut, solange ich zu der Frau und zu den Kiridern hielt, die mir der Herrgott geschenkt hatte. Seit dem Tage, da ich diese verlassen habe, um einer... andern nachzulaufen, seit diesem Tage geht es mir schlecht. Und seit diesein Tage war ich auch nie mehr glücklich und zufrieden. Aber heute bin ich es. Denn ich, sehe, daß öS eine Gerechtigkeit gibt." Damit drehte er sich um und ging, ohiw M grüßen, davon. Reisner tvar erst betroffen, lachte dann aber und dachte: Ein. Schwacher, der unter die Räder gekommen ist! „ Er ging, um allein zu speisen, denn nach dem' großen Erfolg des heutigen Tages hatte, er einen rechtschaffenen Hunger. 8. Kapitel. In der Ueberjiedlung aus einer Sechszinmrerwvhnuug nn ersten Stock in eine Dreizimmerwohnung im' dritten Stock drückte sich äußerlich die Veränderung aus, die sich in bett Verhältnissen des Ehepaares Gutzeit vollzogen hatte. Diese neue Wohnung hatte aber noch eine kleine^am- luer, wie sie von Dienstmädchen meist als Schlafstätte benützt wird. In diese Kammer ließ sich Gutzeit ein Bett, ernen Tisch, einen Schrank, eine Waschgelegenyeit und einen Stuhl stellen: sie wurde fortan seine Wohnstätte, wählend Hilde, seiner Frau und den zwei kleinen Mndern, etnenr dreijährigen Mädchen uitö einem einjährigen Knaben, dre übrigen Zimmer zur Verfügung standen. Das Dienstmädchen wurde'entlassen. Nur snr die gröbster, Arbeiter, wurde stundenweise eine Frau gernietet. In seiner Kamrner lebte Gutzeit fortan wie in einem Versteck, in welches er sich als ein verwnrrdetes Tier zurück zog, das den Wunsch- hat, zu sterben. Er hatte es bald heraus, das; der „fachliche" Leiter nur em T,tel war, und daß er das Gnadenbrot aß an dem Tgch eures Ade „scheu, der es ihm entziehen würde, sobald« sich der müßige Esser eines Tages rricht mehr gefügig zeigte. Und er jertrug seine Schande wie eine gereihte Strafe, die er frtr ern Unrecht abbüßle, das er einem anderen Menschen zugefügt hatte. Je fermer er innerlich, und äußerlich seiner ziveiten Frau ruckte, um so näher kam er in seinen, Herzen von Tag zu Tag ferner ersten ^rau. Oft dachte er daran, ihr zu schrei-- den, sre um Verzeihung M bitten, ihr seine Rot und seine Reue zu beichten ließ dann aber davon ab, weil er es für ern Urwecht hielt, sich, aus diese Weise seine verdiente Strafe zu erlerchtern. Sein Lerd war jetzt seine Freude, die blnzitze, dre er hatte. Und oft dachche er an seinen Tod als an dre endgultrge Sühne. , tt a e, L c P etv . imponierte ihm zwar nick)t, aber er beobachtete es doch mit einer gewissen Bewunderung, wie der Gebrauch, zu machen. Die \ iefec ilch allenthalben Raum schaffte, war tnt Grunde nur forcierte Rücksichtslosigkeit und ein Gewissen. Gewiß, er würde hoch kommen, das Iah man ichon letzt, er wurde sem Vermögen verdoppeln, verdrclsachen, allein er würde auf dein Wege, den er ging die lassen, die durch ihn gefallen waren. Und JOtenfdf) e n wiirden ihm einmal den Schlaf Gutzeit kannte das und empfand ein Befriedigung. Er wußte, daß es eine Gerechtig- Aeußerlich scheinbar blind und taub, beobachtete er ;m geheimen doch seine Frau. Es entging ihm nicht daß sch »üstrÄte^daü sie in ihr war, dem neuen Herrn s L r «[«"-wo immer es sich nur machte, zu vec- stehen gab, daß sie dre Serne wäre, sofern er es nur wollte »;s£r - Äatss x . lichnie hatte genug tun können in Ansprüchen d^-um nch schmücken und pflegen, um das Wohl eben ei r reichen Frau führen zu können, ohne Bedenken das Lebte ^ra-sgeprebt l^tte, - sie klaatc jetzt mit keinem War über die Demütigungen, die sie hinnehmen, über die Eiitbchrungen, die sic sich auferlegci, mutzte, nur weil eS ein Brutaler und Starker war, der sch ihr zufüqte. Sie hascht« nach einem Lächeln von den Lippen dieses Tyrannei ch aSfiJSl** ——“«"» Doch Reisner schien all das nicht zu bemerken. Oder doch: er bemerkte es wohl, aber er beachtete es nicht. Zw- wcrlen war, er Gutzeit sogar Bemerkungen hin, aus denen diesem klar werden sollte, wie es um seine Frau stand. In Men Augenblicken haßte Gutzeit Reisner tödlich und hatte ihn erschlagen können, denn dieses verächtliche Zurück- ^elsen einer Frau war um vieles schmachvoller, als es der zynischste Ehebruch hätte sein können. Reisner spielte mit !5 m , wle er mit der Frau spielte. Ihrer beider Angst war ihm eme Lust. Es war, als kühle er an ihnen eine Rache, die an einem anderen zu nehmen ihm versagt geblieben war. * (Fortsetzung folgt.) v worin besteht ba§ Glück? Eine Darlegung von Leo Tolstoi. Deutsch von Maria Bessamertny. jvv-llb-n erfahren, worin das Glück besteht?" begann ernst lächelnd eine Unterhaltung mit einem, ausländischen M die mannigfaltigen Deutungen vom unentbehrliü'eir Gluck für jeden einzelnen .grihtfceu sich lediglich auf Lehre und Kennt",s der Welt. SttJe verlassen dieserhalb Haus. .Hof, Vater-, Bruder, Weib und Kmd; sie wendeten sich, von der Wahrheit weg ww gingen m die Städte, in deni Glauben, daß dort das Glück sei. Mk)sen sie das Leben in der Stadt nach dem Maße des als Gluck betrachteten Begriffes, und sic werden sehen, daß dieses Leben vom Glück weit entfernt ist. Wenn Sie meine Meinung durchaus hören wollen, welche Be- biuguitgcu zum Erdenglück erforderlich, sind, so sage ick) Ihnen, oaß Sonnenlicht ohne ein Band des Menschen mit der Natur das Glück nicht denfbar ist. Das Leben außerhalb der Stadt, unter stelein Hluunel, in frischer Luft, auf dem Lande — dos ist die erste Bedrngnng zum Erdenglück . Sehen Sie, selbst die Poesie vermag das Glück nicht anders als ,n emem^rdyllrschen Arkadiem im Schoße der Natur und fern von den Städten zu >na len.! Sehen Sie nur, tvozn die Aiensihen m der Stadt verurteilt sind! Sie schauen nur Trnge^ welche von Menschenhänden gefertigt wiiv üt. ein künUerisches Licht gestellt werden, sre hören dre Lallte der Maschinen und das Rollen der Equipagen, sre atmen Spiritusgeruch und Tabaksrauch, sie essen - Ks urcht ftr,ch sondern übeilriechend ist. Nichts gewährt ihncrr eme! Verbindung mit der Grde, nrit den Pflarrzen rrnd Tieren Das ist twch geradezu ern Leben von Gefangenen! Die Stadt ist nicht, loie mau arminmtt, die Folge der Ent- wrcklmrg von F^riirckre mtb Genreürde, sondern vielmehr von den Zielen, der Eroberung. Man sagt, die Zivilisation entfaltet sich, Maschinen werden m Bewegung gesetzt mrd alle Iverden glücklich ftm .Sowohl imserc ii ferne solche? Alle gingen sie unter, rmd den Weg führe/Änn^ ^ 3nu(ifntt ; ort gehen, iveil sie nicht zum GlüM <. M.die Stadt alleür ist das Hiirdernis dafür, sondern auch ? bet’ Arbeit Arbeit ist zum Glücke irotwerrdtg, aber die me, verständige, geliebte, physische Arbeit, mrd nicht Ke das Ge. c^^brZend^ Nach dem Larcf und der Lehre der Well werden dre Leute Beamte, Men in den Kanzleien, erhalten Geld lleben ,re aber ihre Arbeft mü> befriedigt sie sie? N^in! Die W' o f r? e ll ^ rtüni i t ! t r UW ^- Arbeit wird ihnen unertr^lM sriedeüOjst ^ 1uettm , ba ^ dickst ein einziger mit seiner Arbeit zu- ..., GH uun fragen Sie den pslügÄiden Bauer, ob er zufrieden r ' vne zufci^>en und mit foelch liebevol/em Blick er aut seine schlvarzen Erdschollen blickt! 0UT .. ^ lpne Bedingung zum Glück ist — die Familie! Diese bfT Trsolz als falsch« Ä,^/ b ^se Ääuntt, diese Frauen Nne Familie? Sind sie siiax nicht oft zur Last, und Kmder warten auf den Dod der Eltern um sie beerben zu können! , ^ .. . Ächi sage rrüht daß der Mensch.den die Pflicht an die Stadt bwdet, alles anfaeben soll. Er mag seine Pflichi sich zum Bewußtsein bringen, und aus dem Beirußtscür der Pflicht erfüll irng nürd vielleicht cm wenig Glück erwachsen. Unter den olnvaltenden Umständen des städtischen Leberis benrühcn hie Menschen sich vor Km, das zu errerchen, was sie fälschlich als eine *2 ® Ä ri S‘ '"d fWt iKÄ « X Achten Glück durchaus nicht notwendig ist. Hat er eins erlanat kn schock E chm wenig, mrd er guält ft Ä ^ Ü lla^ 5 ^^^neii. Atan braucht svets niehr und mehr, ui^ da,, bedrückt die arme serle derart, daß ihr schon keine Zeft fi&rigfifet&t, sich am Wforschutug der MahrhE oder um Ertennt- Intö des Irrtums zu bemühen. die &itie eine immer höhere Stufe erreichen, von der sie sahnen, daß sie zmn Glücke führen kann, verengen sie auch stets der Menschen, mit denen sie in B^iehung treten Können. ZÄ»e Müsse hat ihre besondere GesellschaftSstellung, während eine freie Beziehung zu den mannigfaltigsten wdenschen auch zu den Notwendigsten Bedingungen .des Glückes gehört. Ich sage Ihnen, es ist notwendig, daß wir die Bande zwischen wls imd der Natur mcht zerstören, daß wir eine liebsame, physische Arbeit, daß wir eine Familie, Gesundheit und -einen frteMufct Ber- dehr mit allen Menschen dieser Welt haben, c* sich das ausführen ? fragen Sie. Ter Lehre Christi wtgein! -Lre eitthält eine tiefe Philosophie und zugleich einfache, rlare, praktische Gedanken. Wer für einen Aug-ealllick seine Gewöhn» Herten aufgeben uird einen Seitenblick anf das Leben werfen wollte, der wurde bald eiusehen, daß alles, was wir zur sogenannten ©r» Mtung unseres Lebens tun, verkehrte, müßige Mbeit ist. Wtt werdeir erkennen, daß wir es Armut nennen, nicht in der Stadt, ^ Il o£^ ailT v Sn leben, nicht im Hause zu sitzen, sondern in Wald und Feld zu arbeiten, die Sonne, den Himmel 311 sehen, cinto e Male täglich hungrig zu sein, , um mit Appetit ein Stück Schwarzbrot mit Salz zu essen, einen gesmrden Schlaf nicht auf Sfv 01 aber selbst curf einer harten Bank zu .schlafen, Kruder zu haben, um nrrt ihnen zusammen zu leben. Tas alles O nach der weltlichen Auffassung Armut oder Unglück — und doch ist es - das Glück, weil wir dann frei sein weichen im Umgang mit allen und nichts tun werden, was nur nicht tun wollen. Erst lebt der Marsch e iit Tierlebcn. Es ist ihm gleich, wohin er gelenkt wird. Dann konimeu die Jiahre, wo er zu analysieren vegmrrt, und wenn er dann denken, die Wahrheit suchen will, wird er kerne krummen Wiege zum geraden.Winkel brauchen mrd nicht zur Hofsuungsl.i,rgleit hinabsinken. wuß. llch, nllt dem .Gedanken vertraut machen, daß. die unumgängliche Bedingung des Glückes nicht der Müßtggmrg, sondern vre ckrbett ist', daß der Merrsch arbeiten muß und daA das Fkreru ihm schwer und langweilig wird. Mau muß überzeugt sein, daß bn 'Skrbeiteude stets ernährt werden wird. HanptsäckLich nmß man sich zicr Liebe erziehen und cE.M-^^eleu Wiege dem Nächsten das wünschen, was nian für stck. selbst wiinscht. Das allein führt schon zmn Agen. Bei der gegenwärtigen Lebensweise werden noch viele, viele Tausende lange fragen: O, Glück, wo bist du^ nommen und wir wollten noch ein tötettia svackeven ^ Sorgenvoll schaute die Mutter aus: zum nfhn Male fei es, daß cm anderer Arm als der chrige den Sohn lertm sollte. Ihr' Arm allein habe ihm bis jetzt seine ÖCnaet erfm. Dvchftihste sie, daßwir uns,viel -kui ^en hatten, pdtt-es auch Z^nAre,Geg^nwart hinderlich gewesen rvärs. Ueb erstes wniörS £ lv ' J*? S^c sein. So ließ sie uns gehen. SSJSf^ 1 ^ ^ ren - Bliihen. Steil und roetß ftmjbcn ^k^^ferzen m bte Höhe, von plumpen, tollpatschigen Mar» käfern umsummt. Ein leiser Wind strich durch die Muten, uw SSLÄ SS bem dlchchen Zeigten, um durci) dies r£?U?r? n6e (Skcäu ^ lhm zu erzählen, daß Mai sch und alle» sich der Sonne entgegenrecke. _ mv dk sich nicht von den Lippen lösen rvvllte. die Frage nach der Einen, die er mir einst hier unter ^ 5 ?'lmrr er sckM damals, rmt dem enermschsn Augen Kopf, der stattlichen Gepalt mü> deur w-ehendsn Haar > - - — Amemer UnbMmmercheit hatte er sein köuueii, die sonum-, durchfu'nkelt war, so daß sogar seine Mutter' oft nntten im Schelten lachen und ihn küssen jmi&te. ^^vürdig waren, ferne Augen gervesen: beim Tages-, hdjt hell und strahlend, erschienen sie bei kiknstlichem Licht dunkel und blitzend. Nie habe ich die Farl>en dieser Augen bestinrmen können. Jetzt halten sie ihr Leuchten eingebr'ißt. Wie es gekoinmen, wußte er selber nicht. Sem« Mutter hatte urir zuerst das Sckrrecklicke geschrieben: Er hatte schon den feindlichen Trahwerhau hinter sich gehabt, da habe er emen Schlag mbe von eirrer derben Ohrfeiae gespürt und es sei Nacht wn ihn ge,vorden. - 2?/ ?^«i Monaten gewesen. — Nun stand er vor mir, betastete mich rmd sagte bloß: „Ta bist du ja'" Ganz ohne Lew wnd ohne andere Erregung als die freudige, die wir stets beim Wiedersehen jlreber Freunde empfinden Und ick), hatte nur schon ausgodacyt, wie ich chin gut zuredon, wie ich ihn trösten könne wenn bei !^r ersten Begeanimg der Jammer losbräche Nim stand ich da fast ernüchtert: das einfackLte Wort der Begrll- ßung viel mir nicht an, ich blieb stumm, indes mich seine Mnttn mAgta ^ch vergaß auch den Fliederstrmch, ben $ Erbracht hatte, zu überreiche und behielt ih: in der öand £lÄL et: den Flieder! Dir dachtest also noch dai-an, daß er mir lieb ist?", Nim fand endlich Worte, die fehim MEr erzählten, daß er in pem Ntainst'idtche. in dem wir gehanstl bitte, alle Fliederbüfche zu plünderm pflegte. Gott sti Tank! scherzte rneril Frennid, „er kairu noch M'ch re^ii! Ich dtichte schon, er sei-stumm gkivvrden, wie ich LE" Daß er so über sein Gebre^m scherzen ftmnte, m m® ^Überraschung fast wieder verstninnren. - Dann miihtte K r ^ Blrnde, wie sie ihn jüirgst hätten bereden wollen, Meiner Timme fforfsjewfr m bcritorfai, weil « ja mm d»ck> baS Md senreßend schmren könne. „Ties Bild, das man ebeiiso iÄä &m!r f “ ate )mi> lSailteK ’ Richttmz av, _ _Mittlerweil« kitten wir ritten flriwm Jtnvitz zu icn* gc- iMken Nanl«, Totenuhr briMegl hat. Für ein eri^Laras^Ge- Ev« ü« fite «men Krauten mag es ein« jchaitertiche fe tn ; n ^ ll ] t ** m dmirler Nacht einsam wachend auf seinem Lager liegt, das regelmäßige MopM, das z-u solcher Zeit reckt boren zu nMen, ohne den Urhsber zu sehsi, mrd ohne die Ur,ach genau zu kennen Tie Wissl-uchaft bat uM rnve,)cn langp du Aufklärung über die uuheinttich Erscheimum Eracht DaL reMnäßige Klopfen wird nämlich iuack erom ^ baga) gehörenden Käfer, den Klopf- A>er ^wlzkäfer 'Anobium trernnch/ yervorgerusen, veffen Larve im be,onders m dem der Möbel, lebt. „Am Albend börten die Schwestern, beid' miernandergeschnliegt, roio oie Totenuhr in j der Kammer tmBerte . . heißt es in dein Gedicktt and« da- .Wort ,wickern" bedeittet st^- ^ Ta,chenichr Biele Romanschtt^ W auch heute nicht das wirttings- volle Orakel entgehe, wonach das von dem kleinen Jinsekt lmr- vorgebrächte Gerckusch den Tod ernes im Hause krank Ueaei^r Bm?ohrwrs anzengen M Iw Grunde genorninlen aber, so uns em.Marbeiter, rst es ent irreführendes Bild, ein an das Ttckeri einer Uhr gemahnendes Geräusch zu einem Tod^synckol lchr bedeutet ja gerade unige- kehrt oaö Leben und ihr Stillstand den Dod. In diesern Simne ^iNvmdnr wir- ia auch zur Bezeichnung des Sterbeiis die ütedcu^ ^ abgelanfen . Vielfach, nwiierttlich auch rn wiilen- schaftlrchen Merlen, begegnet man der Ansicht, dieses 5>olziourm- Orakel müsseerst der neueren Zeit entstammen, seit der die Tasck«i- ichrQi bekannt ,md Diese Ansicht ist aber nicht richtig oder viel- h™'Jlf ifEi. mn } n ^sug aus den Namen „Totenuhr" Gel» ten'a, Btri^ n^ttman - B. bm SÄMer in -3m,em M "Ir-ÜILr „j E, der ,erne ^>ense dengell - oder auch ^E^>ichmiedl«^ck aiid.uen Gegenden unseres Baterlaiides hön verursachten GVcrüufd: oas £>eiin Zu- ™$ cl V eu^s Sarges,ertönende Klopsen oder das Pochn des Äc^die Ölt blC H^lstür. Am Ansgang des Mittelalters Rearening von Luzeni ern „Pestmandat", das der» ^ Äußerste gefaßt,zu sein, „daß umrui her I ^mmt, der Rausch gerußt gerüst« syn und sich f^^rn ergebe . Früher nahm mau airch iu rvissen» sch. nl n Krei,eu an, das Geräusch loerde durch das Nagen der im Holz bohrenden Larve verursacht, die durch das Pochen unter- smheii >volle, ivte dick die Holzschick,t ,oi, die ihre.! Bohrgang noch fron der Außenwelt tremte. Es ist aber l-eute erwiesen, daß dao Kbopfi'n keruesioegs von der Larve, sondern vielmelu von Käser und zrvar sowohl Vvin Männchen wie vom Weibchu ansaebt. Der Zta,er sitzt daber innerhall oder w'hl auch.anherhalb seines Ganaoö in hollaufre mon teilt vre Stüter, jwnn tmm Qkrfaiftfj gtffbicft midv^iübnicn versteht. batocnj JuWciu (Sw ssvffcker er« rd«t Me .'Wer seien ins auf fönen 3d*rert'ti«& »rkommm, ukto^ er auf beflen Platte mit einem Tjarten Gegenstände tn «o ehrtet er Weise gMopst hätte. Der Ztveck des Klopfens Hut also mtt dem Tode nicht das gerirwste zu schaffen, sondern, bient mdnie^r der Lebenserhaltung und der Fortpstauzung der Art. Tre emztgk Ziehung zwischen dem HvLMficr mtfo einer LebenLV c rnrchtturg fteu t sein ihm ton LrrmL vertbefenec zoologisctMr Name VLnobinirt Krttnar" l>et, der wörtlich das „hartnäckige leblose Mes-M bedeutet rach auf die Eigenschpst des Käsers Bezug mmmt, stch be\ Berührung hartnäckig tot zu stellen, eine FWigkett, dleihvi auch den Bemamen „TiVtzikopf" cm ge tragen hat, die aber mit der der Totcuubr zugrunde liegenden Vorstellung gewitz nrchts zu tun l^rt. Süchertisch. Soeben erschienen: Ludwig Reeg, Der Heimweg. Verlag C £> Beck, München. Preis 3 Mark. — Das ist die machtvolle Lebens fuge/ zn der die beiden früheren Bücher Reegs „Bon deg liefet: Wirklichkeit" und „Das verborgene Leben" hmletteu wie zart und borf> bestimmt einführende Präludien. Erklingen m leiren früheren Tichttmgen die Melodien des inneren Lebens rede für sich, wie die Lieder des Psalters nud, wie diese, freigelöst über dem Persönlichen schtvebend, so schreiten die Rvthmr-n des neuen Wertes im Schritt des Dramas: wenn nicht der Form, so doch dem Wesen nach ist „Der Heimweg" ein Drama der Seele, des mneren Werdens der Persönlichkeit im Kampf mit den Lebensmächten. Die einzelnen Gesänge schließen sich zum Lebensbild zusammen; rede neue Lebensstufc wächst mit innerer Notwendigkeit aus »er früheren hervor: erschütternd wird es spürbar: Hier dichtet das Leben selbst' — Wohl tritt das Individuelle kräftig imt> lebendig m bieder Dichtung hervor, doch es ist nur Durchgang zur Vollenduug — und so zuletzt nur Siunbild — des ewigen Menschen Wesens. Fragt einer, was solch ein Buch »ms zu gelten habe u: der Vfot der G--genwar1, so möchte man ilM antworten: Eure neue Sehnsucht und eine neue Gewißheit! > _ Die O pferschvle. Roman von Jda Bop-Ed. Verlag August Scherl G. m. b. H., Berlin. Geheftet 4 Mark. — cfoa Boy-Ed hat sich zu diesem neuesten Romau von den geivaltigen Erscheinungen und Begebnissen unseres Weltkrieges anregen lassem Und doch ist es 'kein „Kriegsroman" im allgemeinen srnioe. Wohl tönt alles Große und Graue,ihafde dieses Krieges gewaltig durch da« Buch, aber es klingt doch nur von ferne hinein in. all dry Merrschenschicksale, die es tief imd erschütternd berührt, ^o lebenso voll und wahrheitsrmttig die Männer dieses Buches geschildert sind, die fast alle zu Helden »verdeu, in Wahrheit gehört es den. Frauen, schildert es mit einem von dichterischem Empfinden! verklärten, tiefen Verständnis das Erleben der Franenseele in dieser! schweren und doä) unvergeßlich großen Dagen. So muß mast denn auch vor allem von hm Heldinnen dieser an sich stillen und innerlichen Geschichte sprechen, von denen, die da entschlossen und, willensstark oder fast der Verzweiflung erliegend nach schwerem Kamps alles, was sie an wahrem oder vermeintlichem Glück besaßen, in die OpserschaLe legen .... -- Helene von Mü hlau: Die Abenteuer der Japanerin Kvlilee. Roman — Verlag von Egon Fleischet & Ev., BerlinW. — Preis geh. 5 Mark. — Ein Abenteurerroman — doch nicht nach der alten Schablone, wie ihn etwa Jules Berne gegeben hat: nichts Umoahrscheinliches, nichts Unmögliches ent* hält diese Geschichte Sie ist mrs dem Leben geschöpft, aber anö dem bei uns so lmbekmmten Leben einer uns wesensfremden Rasse. Wie die vornehme Japanerin, die Tochter des lwheuStaatsbeanr- ten, lediglich um ibrem Väterlande zu dienen, in der Zeit kurz vor dem Kriege, den Japan natürlich kommen sah, da sein Bundesgenosse England ihm die nötigen Winke gegeben hatte^ im Interesse der zukünftigen Entwicklung als Spionin in unsere Büdseekolvnien geht und dort zum ersten Male deutsches We«en auf sich wirken läßt, wie sie ihm irnterliegt, und tvie das Menschliche das Politische besic^t, ist von Mene von Müblau mit großer Anschaulichkeit und feiner Stimmung geschildert. Tie schwüle Atmosphäre vor Ausbruch des Krieges brs zu dessen Begimr, das Leben imd die Arbeit in unserer schönsten Kolonie, die herrliche Landschaft, die mit glühenden Farben hingezaubert ist. endlich der heroische Widerstand der kleinen Besatzung und ihre unausbleibliche Niederlage bilden den äußeren Rahmen des Seffengemäldes. Tenn ein solck^eS ist dieses farbenreiche Buch, das uns die Seele einer sremdrassigen Frau cnthrült. — Neuerscheinungen von Reclams Universal- Biblivthek in neuer Ausstattung. (Verlag Phil. Rec- lam jun., Leipzig.) — Frankreichs Schicksale im Jahre 1870. Aus dem Nachlaß des Grafen Gobiueaw Irr crutvris. lieber tr. von Rudolf Schlösser. — Sechs Monate Me st fr o n t. Feld- zua^erlebnisse eines Artillerieoffiziers in Belgien, Nordffankveich und der Eyampague. Von Walther Reinhardt. — Mirabeila und a ndere Novellen. Bon Lotte Gubalke. — Das Wart« bursfest am 18. Oktober ^817. Kurze und wahrhaftige Beschreibung des großen Bu '.scberrfestss auf der Wartburg bei Eisenach. Von Hans Ferdruaud Maßmumr. Nebst Reden sock» Liedern. Mt einer Grnlerttmg heraus gegeben von Tr. Raimund Steiuert. — Der Weltkrieg 1914/17. Gesammelte Berichte von Geueralurajor v. Loebell. 4 Banv: Bon Beginn 1916 bis zum DuSbruch des rumänischen Krieges, Ende August 1916. — Michel. Geschichte eines Deutschen unserer Zeit. Von J-oharmeB Schere. Mt einem Bildnis des Verfassers und einer Einleitung! von Tr. Rdax Mendheim. 1. Band. — Das neue Deutsche P o st r e ch t, enthaltend Postordnung für das Deutsche Reich vom 23. Juli 1917 mit erläuternder! Anmerkungen sowie Gesetz über has Postlvcsen des Deutschen Reiches nebst der PostnovAle, erläutert durch hie Rechtsprechung bis in die jüngste Zeit, beide Ausgaben mit einem ausführlichen Sachregister .und einem Tabell-enanhang über das Poslgebührenwffen von Dr. jur. R. H. Roeder, Berlin. PreiA 4 Mavk gebunden. Jndnstrieverlag Spaeth & Linde, Berlin C 2. Gietzcner Haussrauen-Verein. KochlUlweisungen. Eintopfgericht. 200 Gramm weiße Bohnen . 2Y» Pfund Schnittbohnen. 100 Gramm Gerstenffvcken. 2 Pfund Kartoffeln, Salz, Zlmebeln, Petersilie, Äohueukraul, etwas Fett. Tie Bohnen werben über 9tacht emgeweicht, augeÄxlü und 2 —3 Stunden in die Kochkiste gestellt. Die Bohnen (-es können Salzbohn-on! sein) lverden in Fett oder in Ermcmgkttmg dessen mü in Milch aufgelösten Suppenwürfeln gedünstet und mit den Gerstenflocken den kochenden Bohnen beigefügt. Ebenso die in Scheiben geschnitten neu Kartoffeln. Eventuell reibe man noch einige rohe Kartosfelst dazu. 15 Minute»! aukocheu. 2 Stunden Kochkiste. Bor dem An* richten mit Petersilie nnd etwa noch fehlendem Gewürz abschinrcken. K a r t o f f e l s u p p e mit Buttermilch. Geschälte, in Wüffel geschnittene Kartoffeln werben in Salzwasser weichgekocht, die Buttermilch nutet bestLudigem Rühren hinzugageben. Das Ganze mir heiß werden lassen. Labshaus von Fisch 3Pfund Kartoffeln, Vt Liter Brüh« oder Wässer, 70 Gramm Fett, 1 LorbceMatt, 1 Zwiebel, Salz, Pfeffer, Reste von übriggebliebeuem Fisch Mich Klipp- oder Stocks fisch. Ter Fisch ivird in kleine Würfel geschnitten, ebenso die Zwiebel. Tu gargekochten Kartoffeln werden geschält und &t* stampft. Das Fett wird in einen Kochtopf getan, die Zwiebel darin geröstet, dann werden Kartoffeln, Fisch und Gewürze da^ugsgeben. Das Gericht wird auf dem Hevd noch einntal recht herßgemacht. Schmeckt sehr gut mit SalzgurAeu. K r i e g s g e b ä ck. 2 Eier, 2 Eier schwer Zucker. 2 Eier schwer Mehl. Zucker und Eier eine halbe Stunde rühren, daS Mehl wn* unter mischen. Mit Tocköffeln auf ein gestrichenes Blech setze» nnd hell backen.. _ Bexlerdild. Wo ist der deutsche Horchpo''en k (Auflösung in nächster Nummer.) Auflösung de- Homogramms in voriger Nummsrr R Rad d o i r Ban B a m n s « n a Schnftleituug: W. Aleyec. — .ZwitlrngSrunddruck der Brüh l'schen Uuw.-Bitch- !ind Steiudruckerei. R. Lange, Gießen.