Die Rächer. Nvman von Herrn ann Wagner. (Fortsetzung.) 5. Kapitel. «'Reisner besaß errre Kraft der Selbstsuggestion, die freilich eine Schwäche war: er war imstande, sich jeder veränderten Lage, mochte diese auch nach so sehr zum Schlimmen ausschlagen, nach kurzem Schrecken innerlich anzupassen und sich ihr zu fügen, auf welche Weise es ihm gelang, sc^inbar Herr jeder Situation zu sein, während er doch in Wirklichkeit chr blindester Sklave war. In dem Augenblick, wo er seinen Fuß auf das Hamburger Pflaster setzte, tat er es als ein Kämpfer — wie er dachte —, als ein Mensch der gesonnen war, sich zn wehren, ohne dabei erst den Angriff abzuwarten, als einer also, der durch seine Abwehr gleichsam den Kampf erst heraufbeschwor und heraufbeschworen wollte, — diesen Kampf, den er von vornherein als etwas Gegebenes und Selbstverständliche- annahm. Nicht im entferntesten kam ihm der Gedanke an die- Möglichkeit, daß es vielleicht Merrschen gab, die ihm die Schande feiner Strafe verziehen, imd dieser Gedanke lag ihn: deshalb so fern, weil er als ein Schwacher, der völlig im Bann der Dinge lag, diese Schande selbst noch nicht überwunden und sich verziehen hatte. Hier in Hamburg, dachte er, trage ich mein Mal für alle Zeiterr auf der Stirn. Und dies erftillte ihn mit einem ohnnrächtigeil Ingrimm, der sich mit Hochmut wappnete und der scheinbar Schläge austeilte, wo er doch jederzeit bereit war, Schläge zu empfangen. Er suchte vor allem den Mann auf, der ihn in seinem Prozeß verteidigt hatte, den Justizrat Doktor Eberhard Lorm, einen Bekannten feines verstorbenen Vaters, einen weißhaarigen Herrn, der in dem Rnfe eines Sonderlings stand, weil er in einem sonderbaren Starrsinn alle und jede Gesellschaft mied und, von einer alten Wirtschafterin und einem ebenso alten Diener betreut, als einsamer Junggeselle in einer allen Besuchen unzugänglichen Billa in Harvestehude hauste. Reisner, der die Absonderlichkeit des alten Herrn kannte, machte^ dennoch den Versuch, in seinem privaten Heim vorgelaffen zn werden, und er gab dem Diener, der ihn am Garteirtor abfertigen wollte, seine Karte mit den Worten: „Melden Sie mich nur: der Herr Justizrat wünscht nrich zu sprechen!" In der Tat kehrte der Diener gleich darauf zurück und meldete: „Der Herr Justizrat läßt bitten!" Reisner fand den alten Herrn in einem tiefen Klub- ^sel^rtzen, der seine hageren Gliedmaßen gleichsam ver- Während Reisner ein paar Worte der Begrüßung stanv- melke, machte der Justizrat eine Bewegung mit sein« knöchernen Rechten, als bitte er um Entschuldigung, daß er sich nicht erhebe. Auf einen Stuhl zeigend, sagte er krrrz und nüchtern.» „Da sind Sie ja. Es freut nrich. Bitte, nehmen Sie Platz." Dieser absonderliche Empfang, dessen.er sich gerade hier nicht versehen hatte, machte Reisner stutzig. Fast ohne eS zu wollen, nahm er eine Kampfstellung an. „Ich komm« nicht als entlassener Sträfling," sagte er höhnisch „ich komme, sveil ich Geschäfte mit Ihnen abzuwickeln Hab«. Sagen Sie es nrir ruhig, weniges Ihnen incht paßt." Der Justizrat wiegte den Kopf. „Eigenllich kommt mir in meiner Privatwohnung jeder ungelegen, besonders daun, wenn er Geschäfte zu haben vorgibt." „Es war mir peinlich. Sie in Ihrem Bureau aufzusuchen," mn reite Reisner. „9hm a.o," rief der Justizrat aus, „wenn Ihnen daS peinlich war, dann kommen Sie doch als enklaffener Sträfling!" Reisner wurde rot. Zorn und Scham nahinen ihm die Stimme. „Nrrn, so gehe ich wieder," sagte er rauh. Der Justizrat sah ihn uiit einem unbeschreiblichen Lächeln an und machte ihm ein befehlendes Zeichen. „Bleiben Sie," forderte er ihn aus. „Es ist inrbediugt nötig, daß Sie bleiben!" „Warum?" „Weil es nötig ist. Weil Sie gerade jetzt jemaicderh brauchen, der Ihnen das sagt, was Sie erfahren müffen. Und der es Ihnen so sagt, daß Sie es verstehen." Er hatte sich erhoben und zwang den Unschlüssigen auf einen Stuhl nieder. Er bot ihm eine Zigarre an und versöhnte ihn halbtorgs wieder, indem er ihm mit eirngen Scherzrv-orten Feuer gab. „Gestehen Sie es doch," drang er noch halb scherzhaft mrf ihn ein, „daß Sie voller Hatz sind. Wie?"' Reisner sah schroeigend zur Seite. „Aber voller Haß, der kein Ziel hat. Oder doch eines, das absurd ist. Denn Sie hassen die ganze Welt." „Durchaus nicht," warf Reisner widerwillig ein „Nicht die ganze Welt? Also wen? Wen lmffen Sie?" Mer der andere schwieg. „Also doch: die ganze WM! Ich toeiß es. Sie sind, nicht der erste, der aus dem Gefängnis kommt und dein ich das sage. Mer Sie sind ein Besonderer, denn Sie such reich und haben die Mittel, Ihren Haß in die Tat umzu^ setzen. Und das wäre vielleicht bedauerlich Bedauerlich filr die Menschen und noch bedauerlicher für Sie!" „Sie täuschen sich," sagte Reisner spöttisch „ich loill nicht kämpfen. Ich hasse die Menschen nicht, sie interessieren nrich nicht einmal. Ich will nur nreine Ruh«. Sonst nichts." „Ja, das glaubten Sie! Das glaubten Sie die erste Stunde, als Sie aus dem Gefängnis in# Freie traten uudl 494 der Gedanke an die plötzliche Frei speit Sie berauschte... Diese erste Stunde! Diese Dankbarkeit! Diese Liebe, die zunächst auch gar kein Ziel hat Und die sich doch in blinden Haß verwandelt, bei dein ersten hämischM Blick, der zwi:^ kerud zu bcnt Entlassenen sagt: Ja, dich, — dich kenne ich!" Der Justizrat sah Reisner scharf an. „Es ist innner dasselbe. Ich renne das. Sie siiw nicht der erste!" Reisner kreuzte die Beine übereinander und irraß den Justizrat mit schadenfroher Erwartung. „Nun gut, wenir Sie daü alles wissen: was raten Sie mir-'" >Der Justizrat knift die Augenlider zu sammelt, strich sich die glattrasierten faltigen Wangen rmd sagte: „Ich kann Ihnen zweierlei raten, etwas Gutes und etwas weniger Gutes. Der Rat, den Sie weniger ernst nehmen sollen, lautet: Verreisen Sie! Verlassen Sie die Stadt! Für immer oder für eine lange Zeit! In der Fremde werden Sie der sein, der Sie sein wollen!"" „Und Ihr zweiter Rat?" „Men: zweiter Rat, den Sie nur befolgen sollen, wenn Sie sich stark genug dazu fühlen, lautet: Bleiben Sie da! Meiden Sie da uiid fürchten Sie sich> nicht! Denn die Gesellschaft verachtet Sie nur so lange, bis sie sieht, daß Sie sie selber verachte::!"" Der Justizrat beschrieb mit den Händen einen Kreis, der die Abgeschlossenheit seiner vier Wände anderllete. „Gehen Sie mich an,"" fuhr er fort. „Seit einem Menschenalter lebe ich zwischen diesen vier Wänden und gestatte nie- mcnrdem, der mir nicht paßt, hier einzutreten. Schassen Sie sich einen gleichen Raum. Einen Raum, den zu betreten niemand das Recht hat. Was geschehen ist, ist geschehen, es liegt hinter Ihnen und Sie müssen fertig damit sein. Run beginnen Sie ein neues Leben. Da es andere Voraus-« setzungen hat, darf es dem alten nicht gleichen. Sie sind ein neuer Mensch, Sie müssen es sein! Sie müssen sich, neue Beziehungen suchen. Sie werden sie auch finden. Wenn Ihre Armen streng nach vorwärts gerichtet bleiben, dann werden Sie das, was hinter Ihnen liegt, nicht mehr sehen. Die Vergangenheit wird ausgelöscht sein, und die Zukunft wird das werden, was Sie aus ihr machen!"" „Kann man das?"" ftagte Reisner zweifelnd. ,-Ob Sie es können, weiß ich nicht,"" antwörtete der Justizrat. „I ch habe es gekonnt."" „Sie?"" „Ich! Und wenn mein Fall auch äußerlich mit bem a en keine Aehnlichkeit hat, so war er ihm innerlich, rm so verwandter."" „Das... das müßten Sie mir beweisen," stammelte, Reisner unbeherrscht, mit der Gier eines Menschen, der, im Begriffe zu ertrinken, sich an einen Strohhalm klam- mert. Der Justizrat versank noch tiefer in seinem Klubsessel rrnd schwieg zunächst. Dann überfiel er beu anderen plötzlich mit der Frage: »Was ist nach Ihrer Meinung schlinimer: von der ganzen Welt oder von einem einzeliren Menschen verraten m werden?"" ^ „Wie?" ftagte Reisner. „Nun," fuhr der Justizrat, indem er die Frage überhorte, rasch fort, „Ihr Fall liegt so, daß Sie sich,'von der ganzeir Welt verraten glauben. Jeder einzelne Mensch, glaube:: ©tc, xft Ihr Feind... Ich ftage aber: kennen Sie mrc einen Menschen, von dem Sie mit Bestinnntheit wissen, daß er Ihr Feind ist?"" gab Reisner nach einer Weile zu. „Und umgekehrt: kennen Sie einen Menschen, von dem 'vissen, daß er Ihr Freund ist, -h I hr wiMicher Freund?"" u '" weif; ich/' sagte Reisner langsam, „einen, — j'ia!" f Ä er,,ei1 **3 Alten krumpften sich zu hitzigen Fausten zusammen. „Einen? Gut. Und glauben Sie an seine Freundschaft?"" „Ja, ich glaube daran." „Fest?"" „Fest. Ganz fest." scb^^H^Ä^at lachte. In feinet:: Lachen war ein un- schäner, blecherner Don. „Uird wenn dieser Freund... dieser bertiete?' ^ ^»"d - Sie doch eines Tages mühjan. Verhaltener Wut hervor- gestoßen worden. Sie klang in einen heiseren Schrei aus, Und dieser Schrei blieb in einem langen und schwülen Schiveigen stecken. Reisner stvcckie ein wenig den Kopf vor, um den Alten zu betrachten. Dessen Kopf war zur Seite gesunken und lag bleich und schlaff auf dem braunen Leder des Klubsessels. Die Lider waren wächsern und greisenhaft schwer über die Angeil gefallen. dumm/" silhr der Alte nach einer Pause der Er- ichäpfung nlüde fort, „zu glauben, daß man zu. seinem Glilck und!unr leben zu können, die Menschen notig habe. Jchj brauchte volle ztveiunddreißig Jahre, um einznseheii, daß das dnnim ist. Genau so lange war ich ein Narr, der gewisse Dinge, die nicht wichtig sind, für äußerst wichtig hielt. Der, wie so viele andere, glaubte, ohne eine bestiminte Frau nicht leben zu können... Oder ist Ihnen nicht bekannt, daß ich einmal verheiratet war'?"" „Nein," sagte Reisner bestürzt. „Ich lvar es. Ich war es genau ein halbes Jahr. Nicht langer. Denn im siebenten Monat meirrer Ehe stelle es sich heraus, daß..." Der Justizrat lachte trocken lind ließ den Satz mwoll- ^^ lam iuit einenr Male Lebten in ihn, das von alten Erinnerungen gelveckt schien. Seine Augen funkelten lebhaft inid lustig. „Kurz,"" ergänzte er heiter, „es war mein Freund. Der, ans den ich jeder: Eirisatz gesetzt hätte. Gerade Nuu, imd ich bin doch alt geworden, alt und glückt ltch, glücklicher, als ick: es in der ersten Halste nieines! Lebens war! Und ich bin es geworden, weil ich nicht mehr der Narr lvar, mein Leben von dem Dasein eines arideren; abhängig zu machen. Weil ich hinter die Empfindsamkeit memer Jugend einen Striche gesetzt und es gelernt hatte, kalt und nüchtern meinen eigenen Weg zu gehen." (Fortsetzung toigtj J Martini (((. November). Edmund Gallus. - St. Martin, der gewaltige Heilige, beffen Fest- und Nantes Uiq der 11. November ph und der in zahlreichen Vokkssittnr. die mrt seuum Namen verbunden sind, in allen diMschien Landen! hoä)gefeiert wird, war zirka 316 in Steinamanger in Panmmten * n inngerr Jahren bekannt« Glaubeir, lveshalb er mit seinen! Vater in Feindschaft kam, welcher ihn zwang, im ramijd>eii Heer Dienste e ' ^ ail f ^jbs-e Weise sich das Herz seines Sihnes dm alt«: Götter:: wieder zuwenden wurde. §o diente derm Martins als Eenturiv m dem in Gallien stationierte:! Heere des ^lldanus, des Apostaten, des bekannten letzten christenfeindlichen ^'lä?en Kmsers. In der ckwiillichen Kunst wird daher der Heiftge E als frommer Bischof, der er später wurde, daraestellt, s daher dast <^ rtm aus seinem Schimmel geritten komme. Währschcinllch ist auch die Martmsgaus, die an Martini verspeist loird, aus ftül e° ren Wolansopfern hervorgegangen, die an den alten, dem Wotan! um diese Znt gewechten Herbftdankesfesten dargebracht wurden Zu Lnzern belustigte nian sich ehedem am Martins^ tage nnt dem sogenannten „Gans-abe-haue", wobei die Teilnelmier m einen? Seil aufgehängte -Zriftstelter, „wollen auch einige ^«nb infonbevl>cit bie Sömtern v 1 ' öbm Brustbein einer gebratenen Gans am ..ro.rtinsabbnd erkennen, vb ein kalt«- Winter einsallen werde oder Nicht. Wenn es durchscheinend ist, so sagen sic' von seiner (des Winters) -schärfe; ist aber dunkel, .so soll ein unbeständiger ^Vte Cl b''iD° b or V , 1 111 ^' das Braune am Brustbein soll totln ^entMr, „doch?", spottet der Bericht» -Mutmaßung nur denen eiiisältigen Leute:! und derg-letchen Bauernstände überlassen. ' Früher opferte nian ^m heiligt n Martm auch Gänse und Hühner zur Heilung von Tosselbe gescljäeht in Böhinen noch E bei Hochkeit«:. Ern schoarzer .Hal/n ,mrd unter Musik und - 4Ö6 Gesalng an «men Baarm sMvrde-n, iurf> inert ruft der HvchtzettF-^ reimerr „Hule, Hule, wir enthapten den. schivarzerr Hahn unseres Knechtes, des Hahnes Martim mit seinem Wüte besiegeln wir Md iveihen wir diesen Wmidl." Sa Mt deirn. der heilige Martin auch vils Gchutzpatvon des Geflügels und insonderheit der Gänse, obwohl diese eigentlich wenig Grund Hütten, eineir Heiliaen als solchen wr-uerkenneu, dessen Gedanktag so vielen von ihnen den Tod bringt. Auf den mit der alten Wotansverehrung verbundenen Pferdekult geht wohl auch die pfälzische Sitte zurück, am Martinstage die Pferde dreimal um eine Martinskapelle zu führen und sie vom Priester segnen zu lassen Ebenso weisen die Martinsseuer, die am Rhein an Martini, jabyebrannt werden, auf die alten Erntedankfeste zurück, und gleicher, weise auch die Trinkgelage, welche frtiher an diesem Tage der- vnsbaltet wurden. Seit alters her ist, Martini auch Zinstag. Aus dem Ober wallis wird darüber eine hübsch? Sage erzählt: „Jn'Bisp lebte vor 1222 «uf der ^übschsburg bei der Buvgerkircbe die Grästn Blaudrati. In den: Turm ihrer Burg hing eine Glocke aus lauter Silber. So weit ihr Heller Schall gehört wurde, muhten die Bewohner der Urugebung einen Tribut enttichten. Tie Bewohner von Eggen, eine halbe Stunde oberhalb Eggerberg, waren verpflichtet, jährlich &/u Martini eine schüvarze Kuh mit roteu^Ohreu und eine rote Kuh mit schwarzen Ohren nach Bisp in die Hübschburg abzuliefern. Tas gab imn alle Jahre ein peinliches Suchen, und zuletzt ivar eine solche Kuh gar nicht inehr auszubringen. Tie Gräfin aber bestand auf ihrein verineiutlichen Rechte. Tas verdroß die Eggener, wnd sie beschlossen, ihre Häuser nisderzu reißen uird sie hinter der Ecke weit hinten gegen das Baltschieidertal wieder aufzubauen. Tort, abgeschieden von der Welt, iourde das silberne Möcklein nicht niehr gehört, ja, nicht einmal die große Glocke von Msp. Tie Gräfin mochte Nun die Silberglocke läuten, so lauge sie wollte, Leine Kuh wunderte mehr vo-n Eggen in Pie Hübschbnrg." (Fr. Logger.) — Tie Solothurner Mordnacht (1Z82), welche glücklicheriveise durch einen getreuen Bürger verraten wurde, fiel just auf den St. Mar- tiustag. Zum ewigen Gedenken an diese Begebenheü beschloß der Rat der Stadt, an jedem Marttnstage ans dem Zehntkorn Mecken zin backen mid sie an die Bürger zu verteilen. St. Martin iß auch Schutzpatron der Städte Mainz und Würzburg. Auch als Wetterprophezeiuug wird im Volte der Martinstag herangezogen. „Weun's vor Martini gfrürt, daß's Js e Gans treit so isch der Winter verfröre", beißt's im Solothurnischen, und „Scweit's vor Martini i'lber de Rhr, so ischder halb Winter vorbi" im Kanton Zürich. — „Bringt Merheitigen einen Winter, so bringt Martini einen Donnner." — „An Martini Sonnenschein tritt ein 'kalter Winter ein." — Oder, ähnlich nne im Solothurni- s!ck>en: „,,Wenn um Marti tri die Gäuse am dem Eise gehen, so müssen sre oft um Weihnachten in denk Kote stehe-i." — Kommt St. Martini mit Wintertält', ist's gut, ioenn bald Schnee einfällt; man hat ihn lieber dürr als naß, so hält sich's auch mit Andreas " “ „Wenn um Mcartini Nebel sind, so wird der Winter ineift geliud; Martini aber weißen Bart, dann wird der Muter lang und Vas tödliche Lachen. Tagebit chblätter eines Krankenpflegers Bon Martin R v e h l. 'Nachdruck verboten.) Sie sollen nicht immer sagen, daß ich int Fieber getvesen bin Wno Tut ge gesehen habe, die es ni# gibt. Sie glauben das ia selbst nrcht und wollen tu*4 nur beruhigen. Aber ich bin ganz rubig trotzdern cs mit meinen Nerven liiert gut.bestellt ist, und schließlich glaube rch, der rch ein leidlich gebildeter Mensch zu »ein glaube' dmb nicht an Aberglauben und wilden Spuk. Ich mill mir aber doch auszcichneu, was -sich in der letzten Nacht begab, weil selbst m dieser Zert des Grauens' etlvas seltsam Scheinendes darin liegt wie, wenn Borhange vor großen Rätseln sich dunkel bewegen — VIm bOTte^cn Avend Fab es in unserm .Seuckmilazarett ,m- gewöhulrch mcl zu tun In langer Reihe hielten die kleinen Panie- wagen ans dem sumpfigen Platz vor der Einfahrt. Sie brachten Ruhrkrante, ia,t dttrchivcg gefangene Russen. Wir luden sie ab ttitd trug«! sie vorsichtig 'hinauf in den Saal, wilde, elende Gestalten Plötzlich taucht un ungewissen Licht der Hoslaterne ein alter geblick- 1er Jude ouf; .ein schinteriger Mftan schlotterte und lochte im feuchten Wutd um ferne dürftige,l Glieder-. Er hielt einen Kasten mit Aemen Waren am Tragband und fingerte zitternd darin herum ^edesmal oben wenn .etir kranker Russe vorübergetragen wurde ah er aus, und sem Weltes Gesrcht das plötzlich uralt schien, straffte s«h *u entern unbeschreiblichen 'Ausdruck von Gier, Freude und immerhin erhabeneur Hohn. .Sein spärlicher Ziegenbart erschien wie angellebt. Als der letzte Kranke hereingetragen ivar, wollte er mit rns Haus schlüpfen, aber der Sanitätsunterofsizter fuhr ihn au, ob er srch denn dte ckraitkheit holen wolle, er solle machen * von) Vvf komme Ta ging er denn. '>lber. als er ebcn iul Tuckkel Verrchvand, dunkle es mich, d,iß er sich aufrichtete und viel größer wurde als vorher. Ich vergaß das alles bald, als es di acht ttnurde, und uh iut kleinen ooo( die Mache bekam. Turin lagen neun schwersranke Kosaken, und ich hatte bald vollauf zu tun, betui sie fieberten alle und nwllten mit Gewalt fort, toenn sie sich ntcht ge- «da an unvendigem Feuer krümmten. Tie Luft war sehr schlecht, und die morschen Fenster durfte mail nicht zu öffnen wagen. Eben hatte ich einen riesigen Sergeanten mit vieler Anstrengung wieder ins Bett gebracht und Nlich totmiide auf einen Stuhl gesetzt, als es au der Tür schleifte und schlurrte, itnd als ich mich nmsah, lani der alte Jude langsain herein. Ich war so überwacht, daß rch ruhig sitzen blieb und ihn anstarrte. Ter Alte hatte den Kasteii nicht mehr. Er griff mit den langen Fingern iir die Luft und murmelte unverständliche Worte in deii zitternden Bart. Darm trat er ori bie Betten heran und fing laut und rmme'r lauter in seltsamem Ton zu singen an, während er bisiveilen forschende Blicke auf die Kraiiten ivars. Zuerst! hatten sie ihn nicht alle beachtet, nnn aber richteten sie sich aus und saheti ihn an, mit einem Ausdruck sannngslosen Grausens, daß es selbst itiir, der ich doch manclZeK gesehen habe, schtreidend durchs .Herz ging. Und da, als er noch .me dürren Hände ausftreckend mrd mit unsagbarem Hohn sich autrichtend, raffte ich mich auf und rief ihn an. Er aber recke» sich, Lippen, Augen,'Bart schienen zir schmelzen vor einer inneren Glut, und er lachte laut, daß es tvie ein wildes Surreu die Wände entlang fuhr. Ta bin ich zuruckgetaumell und ioeiß nichts mehr Dw Schtvefter von nebenan erzählte, sie habe ein Stöhnen und ballen gehört, |ei herertrgekommen und habe mich ant Boden liegend gesunden. Bon dem Alten, hat niemand sonst etwas gesehen. * Die neun Kv-saken aber wareir am Morgen tot. Ihren Blick jedoch, diesen stieren, jammervollen Blick werde r* CL m ß} vergessen. ■ — Dämmerte diesen stumpfen Hirnen grauen- hast ^beladene Erinnerung und namenlose SckMd? - es sich mit diesen Zusammenhängen verhallen, wie es will, für mich liegt etwas Rätselhaftes darin ;tnd eine Erniedrigung des MenschenwefenA, die grauen macht Vermischtes. ^ Mardipää oder Martiinsfest bei den Esten AuS der Zeit meines estlündischen Aufenthaltes, so schreibt uns ein Mll- arbeiter, erinnere ich mich einer eigenartigen BBartinsferer' die Mtter Mardipää bekatrnt ist und das estnisch? Volk wie bei einem arotzen Volksfest belustigt Am Mend des 1.0. November maS. fterett sich Männer, Frauen imd Kinder wie bei uns zu Fastnacht. Fn oft smuvoll und witzig zufammengestellten Gruppen ziehen sie dnr.chS Wädtchien vor die Türen ihrer Bckanntnr. Dort sagen sie ecn ^prüchlem aiif, das oft eine humorvolle Anzüglichkeit aus "bai Haus hei m oder die Hansfran bedeutet, um dafür mit AepfÄn Niisssn und Leckereren!oder arrch mit kleiner Dtttnze beschenkt zu werden. Eine Wiederhol,mg fürdet vierzehn Tage später, am Katha- ^ rMontage, statt, nur ist ntan dann in der Maskierung einfacher Auf dein Lande feiern nameuttich die estnischen Dienstboten ihren Brardr- pää mit Schmaus uird Btaskerade. Tie Herrschaft bewilligt ihnen an drefem Tage besondere Freiheiten. Tie Atostterten ziehen auch am die Nachbardörser zu den Bauern, die das lustige VtarlinKvölk» chen bereits erlvarteu. Ter Bauer sitzt rein.gebürstet auf der Ofen, batik, die Bäuerin im Kreise der zappelnden Kinderschar wartet in weiß gesteifter Haube an den Feirstern. Mit Klingelzeichen nähern sich die Martittsletltchen. Ter erste -unter ihnen sckar rt vor der Tür nach singt dimckf ldie Türspalle sein Verslein: „Lasset eilt bic Btartinsbettlei, Kälte rötet ihre 9?ägel, >llill erstarren ihre Hände, ^ Lasset ein die Martinsbettler." Ter erste Haufen darf eintreten, um mir Speise und Kvkja, das ist Tüimbier, betvirtet zu werden Darauf tritt Väter Martin mit Frau itnd Kurdern ins Zimmer. Er l-at sich den umgekehrten ^ > v 7 wu uuiuiii 11 l ui« itimt Die ötielouna aß zu iviederholen Hiev, bei smgen sie ein Lied: ..Wir danken d<-r Gesiudemntter, Wir danken dem Gesrud.vater, Wir lvünschen ihnen alles Gute. Große Herden, reiche Felder, Langes Linnen, dichte Wolle. An die jkrippe einen Hengst Und der Kuh die beste Weide/' Ihre Beute ist meist so ilppig, daß sie geiiieimam drei Togo jubelnd davon zehren können. * War Goe t he ein Fr a u e tl k e n n e r'? Ti.- scheint eine Frage zu sein, deren Antivvrt als seN'stverstäitdttck gegeben ist Na tiirha) war Goethe ein Frauenkenner! Mer da gibt es doch Mancherlei, ivas dagegen spricht. Es ist bezeichnend,' daß Goethe Mst laesteht, «rns Lotte Buff, deren künstlerisches Bild er mit aller iiut» erschaltternber Wahrheit gezeichnet hat, mcnrals „acht gehabt zu haben' — btrzu habe er sie zu sehr geliebt. Tsiß er sick, dmm m dett AlterSjahveii Ottilie von Poauäsch sur Schtviegertockttr 'va.I-lte, schnitt doch ernen mcrflvürdigen Mangel an psvchologisäiem 44 *« «Rrf m ömutöt iS» Legt Wer ent « «iS E n l ckheS Problem vov, nur bas der Sxiödtbecijer Phüosopb. ^nwefTor Georg Simmel, in feinem soeben bei .Klinghardt & Mermamr in Leipzig ersch inenden, übevaus geistvollen und anregerckerr Buche über Gvctbe himv-stst. Goerbe sewst chrt im höchsten Alter bekannt: „Meine Idee von den Fronen ist nicht von den Erscheinungen der Wirklichkeit abstrahiert, sie ist angeboren oder in mir entstanden, Gott weiß wie." gibt doch auch zu denkerr, daß dieser begnadetste und säst dauernd erotisch b«vegte Aldensck dennoch so toerrig eigentliches (Mick in der Liebe genoffen bat — in ieitern Rückblick auf sein acküzigjähriges Leben spricht er „von Schlägen und Püsseu" mit denen „Schicksal und Liebchen uns geprüft !ubeu". Sollte sich dies neben anderen Ursachen nicht auch auf die Pvaktiscl-e Tauschbarkeit feiner Frauen- -enntnis begründen? Es-gibt esire bestimmt« Gattung von Menschen. die in der Tat kein erhebliches Beobachtu ngsvn s ftn um die Frau baden und dennoch in ihrer Weise die Frau sehr wohl kennen — aus der „^bee" der Fvaü heraus, die ihnen irgendwie angeboren ist. Aich Nietzsche scheint, wie Goetke, zu denen zu gehören, die, von den WirllichAeitsbezidtzuugen unabhängig, ein eigen tüm- kick*es Wissen um die Fvanen besaßen. Soviel man weiß, hatte er nie ein Liebes Verhältnis, und er selbst erklärt, daß er „sich nie um Weiber bemüht hat". Aber zuglerch bemerkt er doch: „Darf ich die Bernnitung ivagen, daß ch dre Weiblein kenne? Das gehört zu meiner dionpusthen Mitgift." Freilich, Raffael, auf den sich Sim- mei .gleichfalls bezieht, :oerl er sich bei seinen Frauengestalten nach seinem eigenen Geständnisse nicht der Modelle, sondern „einer gewissen Idee, dir in seinem Geiste entsteht", bediente — der gehört rooM nicht hierher, da er bei seiner Aeußerung vielmehr die weiblichen Formen, den weiblichen Körper, nicht aber die Psyche der Frau im Auge hatte. Bon Goethe aber wird es wohl gelten, daß er kein Franenkenner im gewöhnlichen Sinne des Wortes, am allerwenigsten einer vom Schlage der Don Juans war, sondern daß seine ganz besondere Franenlenntnis einem angeboreneir Wissen entstammte. * Das Blitzen der Geschütze. Man schreibt uns aus Trier: Eine Erscheinung m der Natur, die auch erst der Krieg mit sich, gebracht hat, ist dos sichtbare Aufleuchten der Geschützfeuer aus weite Entfernungen hin. Aehnlick wie döe Schaltwjirkung, die sich über große entsernte Strecken hin fortpflamt, so daß rvir an des Mosel feit dem ersten Kriegsjahr den Geschützdonner der flandrischen Sckiackten Horen kühnen, macht stch hier bei uns seit wenigen. Wochen da- Widerspiegclu der Geschützfeuer bemerkbar. Dieses Blitzen erinnert cm starkes, anhaltendes Wetterleuchten. für das eine große Anzahl Menschen es auch gehalten haben. Allerdings ihnen die nichere Erllärrmg dafür, da es herbstlich kalt uxrr (rnd keine Gewitterluft herrschte. Au lnstttareu, nebelfreien Herbst«, iabeuden beobachten wir in Trier dieses auffallende Blitzen am östlichen Himmel. Zu beobachten ist diestr helle Widerschein nur dann, wenn die Wolken tief am .Horizonte sichttbar und ohne Schleier sind. Die ganze Erscheinung währt nur wenige Mimckm mit Unterbrechungen und sie wirkt wie der Lichtschein eines glühenden riesigen Brandes, der sich in den klaren Walken spiegelt mck rasch erlischt, lmt von neuem aufzuflammen. Beach.tenswert ist, daß das Natur- schauspiel nickft im Sommer beobachtet lourde, foickern im .Herbst, wahrend die Wälder sich entlauben und die Wolken tief hängen. * „Ich bin der Doktor Eisenbart . . ." Am 11'. November 1317 jLhrt sich zum 200. Male der Heiinsangstag eines Medizinalhelden, der in Volks- und Studenbsnliederbückern unter dem nwhLbekanntien Namen „Doktor Eisenbartt' als groteske Figur besungen wird. W,ir sind dem namentlich bei der Lahmen- und» Blindendiagnose etwas summarisch operierenden Heilkünstler zu besonderem Dank verpflichtet, daß er die Menschheit so Verhältnis^ mäßig frühzeitig mit feiner eigenartigen Behandlungsmethode beglückt hat. 2Bet dieser ferner dankbaren Gesinnung einen gebührenden Ausdruck verleihen möchte, der wallfahrte am Erruna-' rungstage mub Harm.-Pcnecken zur St. Blasiuskirck^e, altwo dev Grabstein des berüchtigten Wunderdoktors Interessenten gerne gezeigt wird. Die Außchtzftft unter dem von zwei Engelein getragenen Wappen derer Eisenbart entsprich',t ganz dem Stile seiner zu Lebzeiten aus geübten marklßchceierischen Reklame „Allhier ruhet in» Gott der weiland höchste, hochehrbare Herr Jos. Andreas Eisenwart, Köuigl. Großbrita»risicher . . . ustv." Gebürtig war der im Liede Verewigte aus Bayern, wo er 1661 das Licht der Welt er-» blickt hatte ... . vöcherllsch. — Klarheit über die Kriegs ziele. Bon Tr. Alfred L a nick. Mtt einem. Anl»ang: Zusammenstellung wichtiger Kriegs- rieläußernngen mck Denh.briften. Politische Verlags an stalt, Heidelberg Der als Hnirpsschciftlefter mitten im politiscl-en Leben stehende Verfasser geht aus von den Ursachen her Feindschaft gegen TeutstUand und behoickelt dann die verschiedenen Wege zum Frieden Er erörtert die Pflichten gegen die Meusck-enrcclste, das ^f^UE«ltaenPrinzip, die Lebens rrotloendigLefteu Rußlands und die .laichen der Feinde gegen Dcutschlans, aus denen sich dann mU logvcher Folgerichtigkeit ergibt, durch welche Sicherungen toir , unsere Zukunft schützen und den Frieden zu einem dMi-ernden ge- j sta^-n können. Ter 3. Teil des Blvches enthält alle Krie.ssM. oenrschriften, dre bisher z. T. nur auf vertraulichem Wege üer'jrr irä mwrbeit sind und der breiten Oeffenlliichkeft nicht zu gängig waren, ferner alle parteramll»chen Kundgebungen der politischen Örteren nick alle wichtigen Kriegszieläußerurrgeu Al/render Politiker und Fachmänner. — Erzählungen von Knut Hamsun. Ausgewähtt und ^enrgelettet von Walter Von Molo. Einlvndzei-chnung von Feiger. Press vornehm gebunden 3 Mark. Verlag von Albert Langen nt Münch.m. — Knut Hamsun I>at seit vielen Fahren bei Uns seme Gemeinde, dennoch ist er noch lange nicht so bekannt, wie er es eigentlich sein müßte Wer von Hamsun noch nichts oder nur erneu Einzelzng fernes Mosens kannte, erhalt nun aus dem vorliegenden Baicke einen Begriff seines reichen Wesens. Hier ist diese Zanz scheue, keusche Geschichte einer unerfüllten Lrebe, rst „Lchwänner", ent kurzer Roman voll eines köstlich versteckten Hutrvors und erfüllt von dem mit immer neuer Farbigkeit ^eschrlderteu Laben an den norwegischen Fjorden: da ist eine Satrre, che lächelnd !,md überlegen mit symbolischen Bosheiten eine Spielergeschichte von großer Schärfe der Men- schenzerchmukg, auch sie in^das Licht einer fast gutmütigen Ironie getaucht I lmd da ist schließlich „Bagakwudm^e", eine jener wilden Mio rucksrchslos wirklichkeitsgetreuen Präriegeschichlen, die aus Hamsuns eigenster Erfahrung stammen. - Einen Sommer lang. Roman von Georg Her- 7Ü. 11 n. (Verlag von Mlstebr n. Co., Berlirr.) — Der neue Roman Georg Hermanrrs hat feinen Titel von einem der lleinen, entzücken- v« G rdichte Lilienero:,s. Nicht was Cseorg Hermann .erzählt, sondern wie ec erzählt, gibt seinem Buch die mrnachahmliche Note. -Las rnd ^ Potsdamer Bikder, von einem schwelgerisch Liebenden geiehen: duuAe Koniferen, Parkwege rm± Bänken aus Birkenzwei- Marrnorsarü)phage, die von Milten überschneit snck, tan- zÄnde Brvnzegrnppen, eine Welt erstarrter Sandstein ff guren, «bemre, an denen der grelle Duft der weißen Maiblumen selber 7 ^"?. I^^üchligen Gesang der Nachtigallen verschmilzt. Neben den lprischm Stimmungen die heiteren, von Fvonie überglänzten: ecne Dampferfahrt mrf^der Have«, eine Th-eatervorstellung in Pots- lmm, die durch hin- und her flatternde Schmetterlinge gestört wird. U-rck mitten rn allem schnurri.gen Gepftncker zeigt dD Verfasser arrch die verborgene Tragik des Lebens. Gietzener HausfraAen-Bereiir. Kochanweisgngen. . Weiß/rantschnitten. Ern sehr festes Weißkraut wird m dre Hälfte gesschurttQr, der Strunk entfernt und die Hälften ffr Salzwasser halb gar gekocht. - Ausgekühlt, schneidet man dicke Schecken davmr ab salzt fw leicht, läßt sie in einem Teig, den man aus Mehl, Milch, oder Wnsser und Ei oder Eiersatz her gestellt Mt, anziehen, roendet sie in Semmelmehl nick bäckt sie langsam in. Fett gar. Rote Rüben oder saure Gurken passen dazu. Schufterpfanne. Ein Stück Schweinefleisch mit Schwarte Imrd gesalzen unt» nn. die Mitte einer länglichen Bratpfanne gelegt Ibte SckMai-te obmauf nick in Vierecke gekerbt. Auf die eine Seite des Fleisches legt ,nan kleine geschälte Kartoffeln, mit Salz über- strech, ans dre andere Seite ganze, kleine, gesck',Ate Birnen ohncj Blüte und Sttel, die man mit etwas Zucker und Gewürz gemis.ch,t hat. Die Mrune wird dann halb voll Wasser gefüllt, ins Rohr gestellt ;unb 2—3 Stunden gedämpft. Gegen Ende streut man Semmeln,ehl darüber. Ro sin entnn ke zu gebratenem R i ndfleis .ch 1—2 Löffel Zucker iverdon in Fett recht dunkel gebrämtt, dann Mehl milgeröstet, mft Wasser oder Fleischbrühe nach Bedarf aufgefüllt und lüchtrg durclMkocht. Darur schmeckt man mit Salz und Essig ab und gib» kurz vor dem Anrichten eine Handvoll sauber eje* wascherre urck verlesene Rosinen und, wenn möglich, einige ge>- sttftelle Mandeln dazu, die nur noch nntMhen, nicK kochen dürfen- fAuflösmrg nächster Nummer.) Lluflösung der Scherzfragen in voriger Nummer: 1. Erna, 3. Farmer, 3. General, 4. Rache. Schristleilung: W. Me,)«r. — ZwiNingsrmckdrnck der B r ii h !'scheu Un v.-Nuch- und Steindrnckerei. 'i. 2 a n g e, Gissten. /