Die Rächer. VLoman von Hermann Wagnev. (Fortsetzung.) Die Untersuchung, die über den Fall sofort aufgenom- Men wurde, förderte nichts zutage, das den Mord aufgeklärt hätte. Ein Raubmord kam nicht in Frage, da dem Getöteten, der eine beträchtliche Summe in Papiergeld bei sich gehabt hatte, nicht ein einziger Schein fehlte. War Rache der Grund? Nichts bot auch dafür einen Anhalt. Lucie Blümner, die in dieser Richtung verrwmmen wurde, erklärte, daß, soviel ihr bekannt sei, ihr Mann keine'Feinde gehabt habe. Und andere sagten das gleiche aus. Das Verhalten der jungen Frau während der Einvernahme berührte freit Untersuchungsrichter sonderbar. Sie schien voll Trauer und wie niedergeschmettert, und doch ging aus manchem, das sie sagte, hervor, daß ihr Schmerz nicht der Ermordung ihres Mannes galt. Sie war in maitchen Augenblicken wie versteinert, um gleich darauf, vor einem Nichts, zu erschrecken und zu zittern. Sic weinte heftig. Aber sie lachte auch einmal. Das tat sie, als der Untersuchungsrichter sie fragte, ob ihre Ehe eine gute gewesen sei. Da lachte sie, und ihr Lachen klang bös und zufrieden zugleich, so daß der Untersuchungsrichter vor ihr erschrak und davon überzeugt war, eine Kranke vor sich -u haberr. Einen Augenblick hatte es den Anschein, als ob ein wenig Licht in die Angelegenheit kommen sollte, als die Schwester des Ermordeten vernommen wtlrde, ein altes Mädchen, das in seinem Aeußeren recht unsympathisch wirkte, infolge seiner groben, harten Züge, seiner stechenden Augen und seiner tiefen, tnännlichen Stiinnie. Diese Zeugin war wahrend ihrer Einvernahine sehr erregt tmd deutete mit unbestimmten Worten an, daß sie wohl wisse, tver in einem engen Zusaurmenhang mit der Untat stehe. ^ Als der Untersuchungsrichter sie daraufhin aufforderte, in bestimmter Form alles zu sagen, was sie wisse, lehnte sie dies freilich ab und wurde verlegen. l,,Sie müssen es sagen," setzte ihr der Untersuchungsrichter zu, „denn Sie haben geschworen, die Wahrheit auch nicht zu verschweigen." Da wurde die rauhe Person zaghaft und stotterte: „Das; es die Wahrheit ist, kann ich nicht behaupten." „Also eine Vermutung?" drang der Untersuchungsrichter in sie. „Auch das nicht. Aber ich habe so meine Gedanken." „Welche Gedanken?" : Das grobe Gesicht der Zeugin verzerrte sich iu Hast. ,Hch denke, daß s i e mit Schuld darall hat . . ." „Welche „sie"?" „Sie, — seine Frau. . Doch als sie ihren Verdacht sachlich begründen sollte, war sie dazu außerstande. „Wenn wir schon annehmen wollen," sagte der Untersuchungsrichter, „daß Ihre Schwägerin an dem Mord irgendwie beteiligt ist, so liegt die Vermutung doch nabe, daß sie es in dem Sinne war, daß sie jenen unbekannten Mann, der der Täter ist, zu seinem Verbrechen angestiftet hat . . . Glauben Sie das wirklich?" Bei dieser direkten Frage wurde die Zeugin blaß und antwortete zitternd: „Nein." . „Ist Ihnen überhaupt bekannt, ob Ihre Schwägerin Beziehungen zu. fremden Männern hatte?" Hier wechselte die Zeugin abermals die Farbe. Sie wurde rot. „Nein," sagte sie hastig und beschämt. '„Aber es verkehrten doch manchmal Herren in dem Hause des Ermordeten, Freunde oder Bekannte?" „Mein Bruder hatte keine Freunde. Nur Herr Behrens kam manchmal." „Wer ist-Herr Behrens?" „Ein Bekannter meiner Schwägerin, schon aus deren Jugendzeit her, ein reicher Junggeselle ohne Beruf, der eilt- zige, der in das Haus meines Bruders immer freien Zutritt hatte und der gern gesehen war." Der Untersuchungsrichter beobachtete die Zeugin, die die Auskunft in verbissenem Don gab, eine Weile scharf und fragte dann unvermittelt: „Hatten nicht auch Sie jederzeit freien Zutritt in das Haus Ihres Bruders?" „Nein," antwortete die Zeugin. „Warum nicht?" „Meine Schwägerin liebt mich nicht." Hier unterbrach der Untersuchungsrichter die Befragung der Zeugin plötzlich, denn er hatte das Gefühl, eine wirkliche Spur gefunden zu haben, deren Verfolgung sich lohnen mußte. Er ließ an Herbert Behrens eine Ladung ergehen, unverzüglich vor Gericht zu erscheinen, um als Zeuge eine Aussoge zu machen. Doch der Gerichtsdiener, der die Ladung überbringen sollte, kehrte nach einer Stunde unverrichteter Dinge zurück. Er berichtete, daß er in der Villa des Zeugen, die draußen rn Uhlenhorst lag, nur dessen Wirtschafterin an- getroffen habe, die ihm mitgeteilt habe, daß ihr Herr seit einigen Tagen verreist sei, ohne das Ziel seiner Reise und Lag seiner Rückkehr angegeben zu haben. Der Untersuchungsrichter lud nun die Wirtschafterin des Herbert Behrens vor und erfuhr von ihr das Folgende: Genau vor sechs Tagen — das war der Tag, an dem )raußen auf der Außenalster der Mord begangen worden war —, berichtete die Wirtschafterin, habe ihr Herr kurz nach der Mittagstunde die Villa verlassen. Er sei erst in den Abendstunden zurückgekehrt, und zwar, wie deutlich zu sehen gewesen sei, in großer Erregung. Er habe nur wenige verworrene Worte mit ihr gewechselt und ihr schließlich gu5- 486 Uo getragen, niemänden vorzulasscn, da er die ganze Nacht arbeiten werde. Daraus habe er sich in feinem Zimmer ern- geschlossen, in dem in der- Tat wahrend der ganzen Nacht Licht gebrannt habe. Erst am nächsten Morgen sei er wieder -um Borschein gekommen. Er sei zwar übernächtig gewesen, habe aber sonst den Eiirdrnck großer Ruhe gemacht. Er habe ihr einen versiegelten Brief übergeben und ihr aufgetragen, dtesen unverzüglich zu Frau Lucie Blümner zu bringen und ihn ihr persönlich ztt übergeben. Daraus habe er telephonisch ein Automobil bestellt, das ihn mit einigem Gepäck zum Dammtorbahnhos gebrmht habe. Seit dieser Stunde habe sie ihn nicht mehr gesehen, noch habe sie etwas von ihm gehört. „Und der Brief?" fragte der Untersuchungsrichter gespannt. „Haben Sic ibn der Empfängerin eingelMdigt?" „Ja, nock) in derselben Stunde. Die gnädige Frau nahm ihn, ohne ihn sofort zu öffnen. Sie sagte, ich könne gehört, es wäre gut." Weniger als eitle Stunde später stand Lucie Blümticr wiederiun vor dem Untersuchungsrichter. Sie war totenblaß, zugleich aber von eisiger Ruhe. „Haben Sie," fragte sie der Ulltersnchungsrichter, „an dem Tage, da Ihr Mann ans dem Wasser gezögert wurde, mH zwar kurz bevor man seine Leiche in Ihre Wohnung brachte, durch eine Botin einen Brief erhalten?" „Ja," gab Lncie Blümner zu. „Bon wem war dieser Brief.?" Die Wangen der Zeugin färbten sich mit einem leiseit Rot. „Muß ich das sagen?" fragte sie. „Es liegt in Ihren: Interesse, wen«: Sie es sagen," redete ihr der Untersuchungsrichter freundlich zu. Die Zeugin zögerte. Es mar zu sehen, daß es sie eine übertnenschliche Anstrengung kostete, sich zu beherrschen. Doch es gelang ihr. Die Röte auf ihrem Antlitz wandelte sich dabei zu zwe: hektischen Flecken. „Der Brief toar von einem meiner Bekannten, von Herbert Behrens." „Besitzen Sie den Brief noch?" „Rein." „Haben Sie ihn vernichtet?" ich habe ihn verbrannt," antwortete die Zeugin mit einem Ausalmen, so, al^ habe sie etwas, sehr Schweres endgültig überwunden. „Wollen Sie mir nicht sagen, ivas in dein Brief stand?" fragte der Untersuchungsrichter weiter, aufmerksam, ruhig imd liebenswürdig. „Nein," antivortete die Zeugin. „Ich mache Sie darauf aufmerksam, daß Sie großen Unannehmlichkeiten, ja sogar dein Verdacht, an dem Mord Ihres Mannes beteiligt zu senk, entgehen, wenn Sie es sagen." Die Zeugin schien wie aus Stein. Keine Wimper zuckte an ihr. „Nein," wiederholte sie, ohne auch nur einen Augenblick zu überlegen. Die Augen des Untersuchungsrichters richteten sich groß und ermahnend auf sie. „Säger: Sic es «auch dann nicht, wenn ich Ihnen bei weiterer Weigerung mit sofortiger Verhaftung drohe?" „Auch daitn tlicht." „Dann," rief der Untersuchungsrichter, und sein Gesicht veränderte nch plötzlich, „tut es mir leid. Ihre sofortige Ver- haftnng verfügen zu müssen, wegen dringenden Verdachtes der Mitschuld an der Ermordung Ihres Mannes." a..., lächelte leise. Dieses Lächeln halte etwas Rührendes, cs sah aus. als ob es schon seit jeher ans ihren Lippen gelegen habe. „Wie Sie wollen," sagte sie fügsam, „m:r ist es recht." . Eme Haussuchung, die soforr in der Wochtung der Ver- hafleLen vorgenouiinen wurde, ergab nichts, das für Lucie Blümner belastend gewesen wäre. Jener ominöse Brief, der r?' ^^^/ochen zweifellos in einem Zusammenhang Mnd, schien alw :n der Tat vernichtet zu sein. So blieb, da ein neuerliches Verhör Lncie Blümners gleichfalls ergeh ^»^b^ltef, nichts atideres übrig, als zu warten, bis matt des Taters habhajt würde, der zweifellos geflüchtet mar. l m ihn zu bekommen, ergriff man unverzüglich alle nö- ttgen Maßregeln. Lewer gelang es nicht zu ermitteln, wohitk er sust gewendet hatte. Er war wie voin Erdboden verschwun- den. Man telegraphierte nach allen Richtungen, unterrichtete alle Dampserlknien und erließ einen Steckbrief hinter ihm Dann wartete mnit ab. * Es vergingeti vierzehn Tage, und m^n hatte schon jede Dvssnnng aus eme rasche Klärung der geheimnisvollen Angelegenheit aufgegeben, als die Lösutig ans höchst über- rasch'nde Weise plötzlich ganz von selbst zustande kanr. Eines Nachmittags ttämlich meldete sich beim Untersuchungsrichter ein vornehin gekleideter Herr zu einer dringlichen Unterred trug. Er stellte sich als Herbert Behrens vor und erklärte mit knappen, nüchternvn Worten, ,t:an möge die Unschuldige, die tuan verhaftet habe, sogleich in Freiheit setzen, denn er, er allein, fei der Täter und schuldig. Der Untersuchungsrichter, von dieser Wenduttg der Angelegenheit auf das höchste überrascht, starrte den Mann, der sich hier so ruhig der Gerechtigkeit überlieferte, wie eine Erscheinung an. Nur allmählich gelang es ih:n, seiner Verwirrung Herr zu werden, die erforderlichen 'Formalitäteil zu erfüllen und das Verhör, das sehr kurz ivar, zu protokollieren. „Bor allem eins," fragte er Herbert Behrens. „Wie kommt es, daß Sie nach begangener Tat die Flucht ergriffen, da Sic sich doch heute init solcher Ruhe dem Gericht stellen? Warum stellten Sie sich nicht gleich?" „Ich bin nicht geflohen," antwortete.Herbert Behrens in einem Ton, der erkennen ließ, daß er die Wahrheit sprach. „Ich brauchte nur einige Zeit, um meine Angelegenheiten zu ordnen. Jetzt, wo das geschehen ist, bin ich hier." Und er schilderte die Vorgänge jenes Nachmittags, wie sie sich zugctragen hatten: Wie er, nicht zum ersten Male, Justus Blümner zu einer Ruderpartie eingeladen nnb wie du'ser angenommen hatte. Wie er dann, was auch die zwei anderen Boote auf der Alster bemerkt hätten, mit Justus Blümner über Dinge, bezüglich deren er jede Auskunft verweigern müsse, in Streit geraten sei, wie Justus Blümner es gewesen sei, der ihn angegriffen habe, so daß er, Behrens, sich \n der Notwehr seiner habe entledigen müssen, wenn er nicht selber ertrinken ioollte. ^ „Sie behaupten also, ans Notivehr gehandelt zu haben? Und^te fanden, als Sie sahen, daß der andere ertrank, nicht den Mut, ihn zu retten?" Herbert Behrens schien aus diesen Einwand gefaßt zu oJ!' " vS T nct)c öM daß dies feig von mir war," sagte er. ,^Aber ich war in jenen Augenblicken nicht Herr meiner ^vlnne und dachte nur daran, n:ich zn retten." Als der Untersuchungsrichter auf den Brief zu sprechen kam, den Behrens vor seiner Abreise an Lucie Blümner hatte befördern lassen, lehnte dieser es in einem bestimmten Ton, der eine kalte Unerschütterlichkeit verriet, rundweg ab, über dessen Inhalt etwas auszusagen. Dabei verharrte er auch, als ihm der Untersuchungs- richtel vorytelt, daß eine solche Weigerung seine und Lucie Blümners Sache nur verschlimmere, anstatt sie zu bessern, und daß, solange über diesen Punkt nicht Klarheit herrsche, an eine Haftentlassung der Frau nicht zu denken sei. „toie werden die Frau doch schließlich freigeben müssen " sagte er ein ivenig spöttisch, „da ich doch alles auf mich nehme und da für ihre Schuld auch nicht der Schein eines! Beweises vorliegt. Ich erkläre klipp und klar: Der Streit Mmrn hatte nicht sic zum Gegenstand, und sie blieb er, soviel ihm der andere auch' zusetzen % ne ? dle Angelegenheit juristisch vollkommen zu Nherrschen. Er sagte da, was er wollte, und kein Mort mehr Und so führte mau ihn schließlich ab. 9 ' Man schloß bald darauf die Untersuchung und erössnete das Hauptversahren. (Fortsetzung folgt.) Sonja. B«ou .H e r t a T r i e. p e f. -Naclsdrnck verboten.) . 2nt mehr als zSvri Jahren lebte die Vleinv Sonja nnn in Großmamas wtTtMigem, altem Hause, das für sie immer noch qehkimnis-, voller Herrlichtviten die Frille barg. Rußland, das Hunte, luftige Treiben dohc-mr in Petersburg, alle die früheren Eriun.-rungrm ver-, schwammen ihr schon MM imgeiocheu, ruenu auch iriürchenbast glauzeiiden Bilde. Nur die Gestalt des Vaters mitten darin stand derrtttch und statt vor ihr, mit den recht unbändigen Augen, die er hatte, und die doch so ernsthaft tvnrden, als er von Sonja .'lchctned nahm. s.as hm ilicht lange, bevor der Krieg ausdrarl> qe- weien. Vater kämpfte irt der russrscl^n Armee. Er rpurde in Sonjas Vorstellimg allmählich Mn .Helden, aber seltsanierrneise losg«k lost von seinen MiMinpfern und' losgelöst von allem Nationalem. 487 Er öXlcO eher einem geharnisckLen ein jdtrrtt Rieiöer, der mit flinke tu--, dem Spee» m dw Reihen der Geg»rer stnrntte. Tee fötie# n>nt für €oujo dankbar dafür, daß Sonjas bereister nngsfähiges! Herz an ihr, der alten, einsamen Fnrn hing. Sie sammelte 'ttfjeuf iinS glücklich jeden iwd> so unbedeutenden Zug, der Verbindungen knüpfen mochte, an ihr Kind gemahnend, das sein. Leben verlor, als dies kleine Wesen zum Lcbon drängte. Wenn Sonja neben, ihrem Stahl ans (Dem großgeblümten, dicken Teppich ihre verträum um SpiÄle spielte, mit dein Wben, per» sorrnenen intd tveicheir Ausdruck, deit sie hadert formte, jo glaubte sie manchmal ihr eigenes Kn cd $u sehen. Sie erzählte Sonja von ihrer Mutter, halte die vielen, längit. vergilbterr Bilder hervor, die Sonja mit tmfiKriffelten Ajulgen. betrachtete, oder ein seidenes Band, das die Mutter als Mädchen getragen, oder aitd> die unheimliche, vornehm g-c'^leidete Puppe mit den langen schvttvzat Zöpfen und den hvchlwi'nvpfteit Siieselchen, mit der Mutter Lesvielt hatte. Eine warnte Welle dnrckLchvß Sonja dann jedesmal, und mittinter ein jäher, beinahe nntt Micher Schmers Sie schüttelte die kurz- geschnittenen Hoorsträhnen, die ihr bleich geivorderres Kindcrgesicht nmg-alen, preßte die Lippen zusammen und tim schlang die Groß-, mama mit den leidenschgsl lickten Äermchen, halb stürmisch, hcrlb anch ein rvenig HÜffoZ und Pehend. „Ich Hab' dich lieb," sagte sie und suchte nach einer ungeheuren Beiräftjgllng, „ja, Größt, so lieb wie wie Vater?" * Tann kam der Tag, wo Sonja zur Schule gebracht wurde und strahlend zwischen lauter blonden KarneradmiMr fast, für die sie in der Folge umschichtig eine große Zärtlichkeit erfaßte. Von da an begann sich in ihr der Bch^riff der ^Gemeinschaft, zn -bilden! und die Freude am.nnbedinglen Zusammenl>rlt, wie sie Kindern! im Blute liegt. Fast unmittelbar gleichzeitig brach in ihrem engen. Idee ki kreis der größere, der Volksgedanle, an. Es lag nahe, da st sie, nun sie sich unter Derrtschm -fand, von dem Strom erfaßt wurde, der Teulsck-lands Größe als dem Ziel allen Wiklens zuftrömle. Die Kinder rist er nicht minder fort als die Grasten. Tie kleine Sonja MlckKte imd jubelte mit den anderen; sie sangen deutsche Lieder, sie beteten für den deutschen. Sieg? Uktd Sonja fühlte dies Vater-. Krad, von oem sie alle sprachen, wie eine wunderbare, beruhigende Macht sie tun schließen, der malt sich bedingknrgslos vertrauend überläßt. „Grosti." sagte sie eines Tages, cnitteit inr Buchstabieren unter- br eckend, „Gwßi, Iva rum l-ast du mir nie vom Vaterland erzählt?" Und ohne eine Antwort abz-nn-arten, plötzlich von der Frage ange- fastt: „Größt. Mamas Vaterland »bar dock- auch Teilt sch lau d ? ^lber Grosti" — ik-re Augen wurden starr, Nne lichtlos „warum ging sie nach Rußland? Ta lMte sie ja Pein Vaterland inehr!" Großmama strich ihr über den dunklen Kopf. Ihre Stimme zitterte ein wenig: „Die hatte Papa so lieb, lveißt du, baß sie mit ihm glchm m-ußte!" Soilja ckiekte ganz ernsthaft. „Und darum hätte sie eben dann in Rußland eine 'neue Heimat?" Tief-cuts seufzte Sonja: „Gott sei Tanch" sagte sie nachdenklich und schtt'ppeud. „Ta beZa.n sie dock) wenigstens lvieder eine. Aber Größt, meinst du nicht, Teutschländ ist doch das schönste Vaterland?^ .. .. Tie Geschichte, daß eine M Stände rin mtter ihnen sitze, sprach sich langsanl wie ein uusa-uberes kleines Geheimnis ttr dar Klasse herum. Tie Kinder tuschelten imtcfetminber, wandten sich auch wob! voir ihr ab. Aber die meisten '.zeigten einen sonderbaren, reifen Takt dem aeinen fremden Eindringling gegeirnber. Sonja versah sich alles» dessen in ihrer ZutwaMchlieit nicht. Bis eines Tages, der Himmel mochte wissen, wie es Vitm, ein hämisches Mädchen, über irgend etwas erbost, ihr's ins (Besicht warf: „Tat dn Ruß!" Tas traf wie ein Schlag. Wütend, wie eine tpilde Katze, sprang Sonja ails das Kind zrr, das sich wemeitd Knsammeilduckle. Sie hieb itmd hieb blindlings darauf l-os. — Bleich und still faut sie nach Hause.Erst am nächsten' Tag verunockcke sie zu sprechen. „Sind wir wirtlich Russen, Großmama? Aber du bist doch Deutsche, Großi? Ich bin doch bei dir, ich bin doch auch ein deutsches Kind, nicht Gwß-manw? Sie sagen . . ." und nun taut stoßweise die ganze Erzählung Ixervor. Tie Augen der alten Frau füllten sich mit Tränen. Sie wußte, daß sie jetzt vielleicht dies einzige, loas sie besaß, »eir. Es Nivng aber dock) wie: hilf mir eilt weitig! (vnoßmama nickte: „Und dann brufc daran" — unsäglich gOig winde der ?hiMrnck ttt dem greisen Gesichte — „wie lieb du Vater hast? Ta Muß doch seine Heimat das Mferhcrrlichsw für dich fein!" ^ Es butzle ans dem traurigelt Kinderanttch eine erlöste Gluck- seligleit, ohne Maßen. „Großmama," sagte Sonja, ims es klang fast lote eilt Gebet: „T-n. weißt iMiner das Beste!" Wunderlich, dachte Großmutter noch manchmal ttt der Folgezeit, wie dieser eine Gedanke uns »tot ist. Als ob wir uns all« davon nährten, so fest »purzeln wir bnrtn! - Es war in der Tat beinahe ergreifend, mitzuerleben, it-ie in Sonja der Umschwung' vor! sich ging, lum sie ihr gawzcs tlemes Sein in eine von Grund auS! iieue Idcenlvclt einznfügen hatte. Immer rvieder lwgaitn sie zag-, hast, als wolle sie die GroßiiUilter mrr ja nicht verletzerr, vom iHiifjUmb zu reden, von Rußland, dras sie allmählich mit bcrfelfcm Glorie umgab wie dr'it Vater, der dafür tämpfbe. Es keimte in ihr die Entnutllis ans, davon, ivas cs sei, für diechn Gedanken „Valcr- land" zn streiten. Und die Ayitnng, ivas er dafür ein setzte . . . Ein Jener, entstchtster Zug stam in das KiM'rg-esichtchif. Still u-ar Sonja aitck? in der Schule. Mit einer hochniiitigeit Kvplbewegttng ging sie durch die Reihen der aitLereu. Stolz, daß sie eine Fremde war, daß sie schnurze Haare hatte.und schnearze Aligeu: stolz auf die paar Brocken Russisck), die sie behalten hatte': holz vor allem ans ihren Heldewvater, der für sie Rußland verkörperte. die unermeßliche, ,»nbegreisliebe Rußland, dessen Namen schon ihr^ Ehrfurcht weckte. . . . Großmutter verschavieg es ihr lange, nachdeat sie cs erfahren, bi: sie cs nicht mehr Über sich gewärmt, zu pchlvcigen. Sic l^tttck solche l-ültl-ose Ver.v.veistnng iticht envarttt. Nur eittsernt konnte sie ahnen, ivns cs hieß, dem Kinde, fernen Vater ranbeit. Tie untröstlich blickenden, Irrenden Augen taten ihr weh. tzimdertmal setzte sie zu Nudttch beschwichtig cm d eit Werten an; stets versagte die Sprach. „Papa ist ja für sein Vadnsaivd gefalle»," sagte sie endlich leiß',^,,LMija?" Sonja gab seine Anttrvrt. „Grostnlama freut sich, daß Sonja nun inunter bei ihr bleiüeit wirch Großmama lviU «vn-ja lieb liabeit, iwe sie mir jfanu ?" Und sie ruckte das Kind alt kich zfi. ziehen. Dttnmm und ffoüti v entiignb sich Sonja ihren Armen. Erst später nachts, in dem gtwßcit dunklen Belke, in dem sie hier schlief, stakt in ihrem loeißett Kinderstttbchn zn .Hause, rief sie nach ihr. Säe iw.ßw anfrech.' am Fitßende des Bettes, mit haibwachuden Airgen, die nngebleudet in Großinu-tter:- Licht frarrtciT. „Grösst," sagte sch, intb warf sich ihr wötzlich an den 5?als, „Größt, mm Hab' ich finit Vaterland mehr!" vermischter. * A l t -- A e g y p t e u in. Hildes he i »kl. Httdesh-eim, das als alte BisckiofsTttdt und bleibender Zeuge für die Gaschstchlö Medersacklens ditrch ntehrere Jahrhunderte mit feinen rvmanischen Kirchen, den zahlrercheir klmstgewerbltchcil eitert romanischst Srils, den Bamverken der Gettik und Reuaissntee stets erne Frtrtd- grub-e für die Verehrer dnttfck.cr Knust war, birgt seit Jahren ttetar, diesen eigentlichen heinmckl n auch einen sremLen Besitz, naimlilt eine der illteressant-esten imd vollständigsten Sanemliingeu ägyptisch r l-nd griechischer Mfkrtnmer atis Aegypwu, Es strudelt sich um. das erst seit 1911 in Hildesheem bestehende Pttizaeus-Mkllscikm. das in »vetteren Kreiselt Tentzstl/ands »vch> kaum bekannt ist und« jetzt zum e.rsttn Male vor Pros. Tr. Roeder im nächstett He st der bei der Deutsch, n Verlags Ansplt in Stuttgart erschemeuden Zeit sckrttt Utter Land wud M-.vr .näher besptzock-en sv-irL. Dieses Mtrseum, denk in ftLrvrr besoitd.nn Art in Tetttschlaud nichts an: die Sette gestellt nterdeu kann, wltrde durch einen ein-igelt Mann) igeschtfscn: Wilhelm.Pclicaetts, der ans einer seit Generalkmen. im Dienste der Bisttöse voit Hildeshettit stehenden Familie stammt, vor Nk.hr als 40 Iahrert nach', Kairo ging, sich bort als Unkeruestmer lttd'n StW und FülMlAntatm niederließ tntd schließlich seine ztt wivaltigem Umfang angeivackttme Sammlung altägypiischer Kunstwerke wenige Jahre vor Kriegsausbruch, seiner Vaterstadt gls bleibendes .Gesckchnk tchcsaltdte. Einen großnr Rminr nimmt dem Muchimedie Sauiii'.lung von Bronzesignren ägyptisch,er G-ail- lMten ein. Sie bildet den ältesten Besrlamdteil £*'r ganzen Sa mm - lnng, Low handelt es sich nicht ettma sink zj l fällig ztlsnnjntmge , konmwne beliebige ^Stucks , sondern jede etttzottte dieser Brortzle» stgilrcn bat vom Staudpuntte des Altertimtssvrßlvrs istreil be- soud-ereu Wert. Beine rfensio-erk ist das Fchnat de schädig tec Stucke, alle -ägyptischer! Gottheiten sind in tadellos erhaltenen Exelnplarent vertreten. Hier bcsiackwrt sich Bronzewrtneu vott Osiris itnd Isie. vion dein Gollsohn Horns, danelxu alle niederst ägyptischst Götter. z>. T. als Men'chj'u mit Tierköpst'it abgebikde!, da ja Hatw-kierct lmtd Wild bekanntlicki nach Aj ijiickt der Aegypker zu den Gvtthetteu; ttt enger B-ez-ttckMUg standert. Das Hauprstnck der Bvotrzefaninckmig ist der lebensgros»' Kops ettre-o Pharao int Kriegschlnt, eilt Bronze- köpf, »vie er ttt keinem zweien Ezeillbljar aus dem Pharaonenreicks ^kannt ist. Tw neueren Eriv>'rk.'iiugeu der Stammlung sind Ergebnisse der lwngMrigen p-luisgradüngen an den Pyramitt.n paus fÄiseh nmvcit von Kairo, ttm die Pyrani^deit Grs eh, die Grabdenkmäler der Pharaonen dc-s drittelt Itthrdaltchnds,v. Ehr. besttideitz sich fit sreissörmlgtzr Anordtuptg die sogeltaiutten Mastabas, die /Gräber deS und der Beamten. ''Jedes dieser Gräber enb- tzält eine Statue des Verflpabe>:en, und niedrere dieser Statuen sind in den' des Hildesheimer VÜuseums llbiergcgangcw. Das 5)aupi- stück ist das überlebensgroße Sitzbild des Schres eines.der ältesten Pharaonen aus der Zeit vor den Pliranttdarbauten, oes Pri:rzest Hem-On. Das Bilbuvrk, das die Figur in der Haltung eines Königs, aber in der Track,t eines gewö'hkrlichQ: Mannes darstellt, gehört zu den künsll-e rischsten Skulpturen jener Zeit. Eine besonders cniginÄle Seltenbeit bildet eine Kalks)'chrgrWPe, die ein Ehepaars ans niederen Bolkskreiftn darstellt. Eine andere Statue, ebenfalls! in bemaltem Kalkstein, zeigt einen Schreiber, der nach Art deck Orieirtaten mit einem zwischen den Knien aufgerollten Pappnist auf dein Boden hockt. Interessant ist auch der Denkstein eines! altägvptisck-en Offiziers, dem twn seinenl Herrscher Orden verliehen tverden, und -mar - in Gestalt goldener Halskragen und sonstigen wertvollen Schnncckes. Ein Schrank birgt holzgeschmtzte Gr'uppen in der Art unseres Kinderspielzentges, die den Toten ms Ga-ab gelegt wurden. Da nchru aus diese Meise daS Fortleben der aus der Erde Verschiedenen in einer anderen Wselt dnrck) kräftige Ernähnmgi sichern wollte, so zeigen die Gruppen B. das Schlackten einc^ Rindes, das Melken einer Kuh usw. Schließlich ist als eines der wertvollsten altägyptisck^n Kurrsttoerke in Hildes heim noch das Relief einer schnoebenden Siegesgöttin tzu erwähnen. Der oltägyptischch Besitz HildcsheimS soll nnnmech auch der modernen Kunst dienstbar gemacht iverdcm, da man die Motive des Pelicaeus-Museums alsl Modelle für moderne kunstgetverbliche Arbeiten benützen will. * Zur Geschichte des u o r d d e u t s ch e u Bauern- schmucke s. Die gesonderte Stellung, die im Rahinen des Botts- schmuckes der norddeutsche Bauernschmuck seitjeher eingenommen hat, nnrd im neuesten 5>eft der vom Deutsche:: Bund heraus ge-, gebenen Heimatschiutz-Zeitschrift auf Grund interessanter histvrisck>er Belege charakterisiert. Der Wund hat es sich bekanntlich zur Ausgabü gemacht, die Reste der echten deutschen Volkskunst in Tracht und Sch«m!uck nach Möglickcheit tveiter zi: erhalten und macht daher mit Recht aus den Wert der stilechten Bauernschmucksachen in Nord- dcutschlcmd, ganz besonders in Ostfriesland, auftnerrsam. Nach alter Sitte verblieb der Brantsschmuck oft als Geineindeeigentum in der Kirche, um nur zur Hochzeit verliehen zu werden, und hierauf beruhte die ausgedehnte Schmuckindustrie in den kleinen Städten, vielfach:, sogar in den Dörfern. Dies trat in Süddeutschland weniger) sehr stark aber n: Norddeutsch.! and in Erscheinung. In Ostfricsland gab es fast in jeden: Torf einen Väeister, der seine besondere Eigenart hatte'mwldarum findet inan irr keiner andern: Gegend Deutschlands so zahlreicher örtliche dsbinandlungen des Schmirckes. Fast jede Marsch hat iiichjt rrur ihren besonderen Trachteu--nild Wohutvpus, sondernt auch ihren charakterisüsckien Schmuck. Wahrend in Süddeutschlaud die Frau aus dem Volk den Schmuck hnrptsächlich auf dein Mieder,' befestigt, verbindet sich, in Friesland der. eigeirtttche Bolksschinuch mit der Haaraufkämmnng, bei den Männern ist der Schmuck iit /Verbindung mit der Drachjt .auf Knöpfe, Hut- und Schuhschnallep beschränkt. Bei den bäuerlichen Schutt icksack/en herrscht die Technik des Drähtwerks, das Filigran, vor. Sie hängt einerseits mit ge^ wissen altgermanischssil Uebertteferrmgen, die ein von deur ostfriesi- schvii .Häuptling Maiilmrga m:gelegtes Trachtenbuch schon für die Zeit i'ni 1500 verzeichniete, mDererseits mit der deutschen Gold-, schniiedekllnst der Renaissance zusammen. Ihre eigentliche feste ForiU erreich,de die Filigranknnst aber erst in der Mitte des 18. Jahr- 'Hunderts. Der Bolksschnruck Norddeutschlands bildet den besten Beweis dafür, daß die Knnstüberttefernng in Deutschland iiacb bem Dreißigjährigen Kriege durch,cucS nicht überall abstarb, währmd man sich in Eirropa zumeist der französischen imd italienischen Ans- drucks,ves sc airpaßte, hat sick:> abseits von den große:: Kunstnnttel- punkten im Rücken dieser Girtnncklung die Bvlksgvldschmiedeknnst als eine selbständige Gruppe erl>alten. Allinählig iiahm sie aber auch in Mitteldeutschlarrd fveUlde Eharaktere an, irnr in Norddeutschsand, besonders im Niedersächisischen und Friesischen, hat sich der Stil noch in vieleir Exernplsaran wein erhalten, die zu bewahren eine der von, nehmsten Ausgaben deutschen Heinlatschritzes ist. vilchertilch. — Hessen - Ku n st 1918. Unsere Heimat Kunst hat durch deii Krieg nicht gelitten: ganz im Gegenteil erscheint sie gestärkt, gekräftigt und auf der Bahn zu einem edlem großen Ziel. Das bc-, weist wieder der vor einigen Tagen im Berlage der E l iv e r t-, scheu Buchhandlung in Marburg erschienene Kalender „Hessen- Kunst 1918" (Preis 2 Mark,, der graphisch von der abgeklärten Kunst Otto Ubelohdes beherrscht wird, die wieder die kraftvolle Eigenart des Künstlers voll zur Geltung bringt. Auch deck sonstige Inhalt des Kalenders nracht denselben äußerst einpfehlens- wert. Besonders erwähnt seien nur die Ausiätze von Geh. Avchivrat Dr. Küch: „Der Ealdener .Kruzifixus", Pvofessor Dr. Ha- m ann: „Zum Gedächtnis des Malers M. Hosfmann", F. Wi ldem amt: „Zum Gedächtnis des Architekten O. Toer-, lecker", H. Knodt: „Schlitz iir Oberhessen", und Fr. ckh K.l in g el schmi t t: „Ein übersehenes Wert, Hans Back-i fens in Main-". — Adam KarrillvU, AdamS Großvater. RvmM. (Grote'sche Sammluirg twn Werden zeitgenössisck-er Schriftsteller, Baud 128) geheftet I^Mackk, in Pappband gcb. 5,50 Mark. Berlins G. Grote. — Die Seele seürer Odenrwälder Heinrat bricht auS dresem neuen.Roman Adam Karrillons, der wohl viel ans des Dichters Ju.geudjahceir erzählt mit Schönheit und tvarmcr Kraft hervor. Das ergreifende, ernste Vatersschicksal emeS Großbauern, dessen starrsimriger H!ochinut durch die in die Veckkommerlheit füh^ rende Nichtsnutzigkeit des Sohues schavere Buße erfährt und dessen innere Gradheit in der Liebe des Enkels Main beglückendeir Twst findet, wird der fecir geleiteten, vom Erlebnis crsüttterr Phantasie und Eriinrernngsgabe des Verfassers zum Llulast, vor: eurem Odeirwälder Dorf und feirteit Bewohnern aus den siebziger, und achtziger Jahren des.vergangenen Jal^hrmderts ein packendes nird anmutiges Bild zu zeichlren. '— Nach dre i Krie gsj ahr eu. Rückblick imb Ausblick auf unsere imlitärische Lage. Boir Karl Hosse, Major im Großen Generalstab. (Verlag August Scherl G. m. bi. H., Berlin. Preis 50. Pf.). Major Hosse gibt auf etwa 50 Seiten, unterstützt durch st? Karten voir den Kriegsschauplätzerr, ein scharf rrmrissenes Bild riuserer Lage, an denr es schlechthin nichts zu drehten und zu deuteln! gibt. Mehr als eirrnral ist der Vvnvirrs erhoben worden, daß man irr Deutschland die Widerstmrdskrast des Ferirdes unterschätzt habe. Major Hosse weist nach, daß dieser Vorwurf den deutschen (vencral- stab nicht treffen kamr — daß er vielmehr abprallt ans die Vazi- sisteir nrit riird olme Partei, die jede Warnung vor deni Weltkriege schon als Kriegshetze verdächtigten und vor allen: Eirgtands Be- teiligm^g als unmöglich verschrie::. Gietzener Haussrauen-Berein. Kochanmeisungen. Grüne Klöße mit Pilzen. Tags zuvor in der Schtale gekochte Kartoffeln werden gerieben, sehr viele Petersisie roirjd i< etwas Fett gedämpft, :venn möglich, so -viel, daß der Teig dadurch grün erscheint, za: den lKartoffeln gegeben, gesalzm und soviel Mehl,, zur Hälfte mit Grieß gemijchh dazu getan, daß es einen feste:» Teig gibt, dem mm: möglichst ein Ei oder etwas Backpulver zusetzt. Dann alles gut dupchemander knebm, rmche Klöße formen und i:| Salzlvasser koch>ei:. — Stieurpilze oder Pfifferlinge werde:: klein) geschnitten, gut gewaschen, und in heißem: ,Jsttt mit etwas gehacktes § :viebel gedmnpft: dann streut :nan etivas MM darüber, füllt leischbriche oder Wasser auf, schnreckt das Ganze mit Salz und Pfeffer ab. Klöße mit den Pilzen anrichten. H i m m e l:: n d E r d e i n d e r Form. Gekochte nick» geriebmck Kartoffeln nnscht n:an nrit so viel gesiißbein Apselbrei, daß eine nicht zu dünne Masse 'cutsteht. Man bedeckt hiermit den Boden und die Münde einer leickH eingesetbete:: A:rftanfforn:, füllt die Mitte mit geschmorten, abgetropften Apfelstückch^r: aus, streut Zucker dariiber und bedeckt sie mit den: Ms/ des Breies. 'Man übergießtz die Speise mit einer aus Ersparpnlver rnrd Milch oder Wasser hergestellte:: Tunke und läßt sie im Bratofe:: V*—1 Stunde backew Grützenbratlinge. Man'kocht die Griitze (500 Gramm ans l'/i, Liter Wasser) langsam sin der Kiste) zu steifem Brei, fügt eine kleine geriebene, in: etw)as( Mtt -gargessck'iu:!orte Zwiebel, etwas Eiersatz, etwas Salz mrd etivas Rächt dazu, so daß eine gut lialt- bare Masse entste'ht. Ans dieser sticht nur,: längliche flache Klöße ab u:ü> laßt sch in gelb g-ctvordenem Fett ans beidm Sechen gejh^ bram: braten. Vexierbild. Da ist so ein umgerer Chinese, der wird mich nicht satt nmche,^ (Auflösung in nächster Nrnnmer.) Auflösung des Teiträlsels in voriger Nunnner: Postainent (Post, Amen, — t.) Schrchlleitung: W. Rkeuer. — Zwillingsrunddruck der Brnh l'schen Nn'v.-Bnch- und Steindruckerei. VI Lang e, WiciVn.