Sn Sturm und Stille. Roman von MaxTreu. (Fortsetzung.) Allen den scharfen Augen, die auf die Wege, die von der Altmark hinaufführten zur guten Stadt und alten Festung Magdeburg, Obacht geben, war es entgangen, datz zwei Rer- ter in bürgerlicher Kleidung eines schönen Tagev die große Straße nach Magdeburg entlang geritten waren, wch wer re ettva beobachtet hatte, dem waren sie jedenfalls nicht aus- SvÄchah es, daß der Gouverneur und Kommandant von Magdeburg zwei Schreiben erhielt, das eine an Se. Majestät den König von Westfalen geruhtet und mit der Bitte- um sichere Weiterbeförderung übergeben, das andere für ihn selbst bestimmt. .. Er öffnete das letztere und las es, unt es dann ärgerlich auf den Tisch zu werfen. ^ . r( . r _ . „Sapristi!" sagte er verdrießlich zu fernem ^tab^s, „wenn inan mich bud} nur von diesem verdammten Posten als Kornmandant hier erlösen wollte! Man weiß nicht mehr, was man machen soll. Aus Paris und Kassel gehen nur fortwährend Weisungen zu, milde und vorsichtig zu^verfahren urrd Gewalt nur dann zu gebrauchen, wenn tätliche Angriffe gegeir unsere Leute stattfinden sollten; chan inu>>e darauf achten, heißt es jedesmal, daß man sich rm Rucken der bald nach Rußland marschiererrden Armee kem zweites Spanien und keine zweite Vendee schaffe. Und hier schrat mir der Wellingerode den Befehl, ich falle den Lurauer Baron, den Sormitz, festnehmen und ihm den Prozeß machen ^^^Der Kommandant ging heftigen Schirittes im Zimmer auf und ab. t t r f . .„Ordre, contreordre, desordrc," fuhr er dann fort. Man hätte übrigens auch etwas Besseres tun können, als gerade diesen" - er spuckte aus - „Grafen Wellingerode hierher zu schicken. Bei dem Rufe, der chm vorangeht, ist er der schlechteste Unterhändler in delikaten Aufträgen Und hat der überhaupt Vollmacht zu einem solchen Befehl? Daß der Linauer Baron an der Spitze der Rebellen steht, wissen wir längst, aber daß er die Schuld tragen soll, wie Wellingerode schreibt, daß män drei seiner Reiter an die Baume gebunden hat, — davon wissen wir gar nichts. Ich werde mich hüten, hier auf eigene Verantwortung den Hunten mv Pulverfaß zu werfen." r r Und er beschloß, zuuäckist in Kassel um Verhaltungvmaß regeln gegenüber dem Wcllingerodschcn Aufträge zu bitteit. In dem Schreiben an den König von Westfalen abtt stand folgendes: , . „Eurer Majestät ^ . . • . , beehre ich mich untertänigst zu berichten, daß ich bei der Durchführung der Befehle Eurer Majestät hier auf den^ent- schiedeuslen Widerstand gestoßen bin. DerBaron von ^or- mid weigert sich, die Gnade der Majestäten -mzunehmcn, und hatte sich mir gegenüber offen als Preußen hmgestellt. Da. Fräulein von tzassow, das ein« Liebschaft mit dem von So^ mitz zu haben scheint, weigert sich, dein ehrenvollen Ruf« n-uh Kassel zu folgen, und hat mir em kategorisches -Niemals zur Antwort gegeben. Bei dem von sormitz halte ich alle weiteren Verhandlungen für aussichtslos; dem Fräulem von Hassow gegenüber werden sich Mittel und Wege finden, zum Ziele zu gelangen. Nötig ist aber dazu vor allem, daß der von Sormitz hier von der Bildfläche verschwinde. r . Ich brauche der erhabenen Einsicht Eurer Maiestat hierüber gewiß keine näheren Andeutungen äa machen und werde daher von der Vollmacht, die mir Eure Maiestat schon vor Jahren gegeben haben, in allen solchen Dingen nach eigenem Ermessen zii hairdeln, auch im vorliegenden Falle Gebratlch machen. Um ganz sicher in der Ausführung der nur übe^ tragenen Befehle zu gehen, erlaube ich mir die untertänigste Bitte, den Kommandanten von Magdeburg anzuweisen, mir weitere 100 Mann Kavallerie zur Verfügung zu stellen Eurer Majestät untertänigster Graf von Wellingerode." Das hochedelgeborene Fräulein Ludovika Aemiliane von der Rott feierte ihren Geburtstag. ^ Das war ein Feiertag für die ganze Umgebung pe» Sttftes. Seit Jahrhurrderten schon war es von jeder Mb* ttssin so gehalten worden. Me Dorfarmen wilrdeii reich beschenkt; die Kranken und die, die sich in vorübergehender Not befanden, erhielten reiche Gaben an barem Geld, an Wein lutb kräftigen Speisen, an Getreide für dre Mrssaat,an Fmtter firr das Bich. Etwaigen SchrUdnern des Efres pflegten an diesem Tage ihre Schulden ganz oder teilweise Mr frühen' Morgen erschieiien im Hofe des Stiftes ^ie Schulkinder mit dem Schulmeister und 1 armen feierliche Geburtstagskantaten, deren besserer Abschluß ledesmal in schweren Tellern voht Kuchen und großeui Gefäßen voll >)Mch Stifte selbst aber gab die Aebtissiu an ihrem Ehren> tageNn „Graiw-Diner". Jui großen, Hellen, von mächtigen Säulen gettageuen Speisesaale, der sonst nur selten beruitzt wurde, fand es statt. Der gesamte Wel der näheren Umgebung war geladen, die Geistlichen der nah«r ^'fer ebenfalls iind wenn das Diner begaurl, blies Böttcher^ ^ritze cnis' Linau einen schmetternden Drisch auf eurer alten, verrosteten Posaune, die für gelvölMich ihren Platz hurter dM Orael irr der Torfkirche hatte und dort das ganze Jahr über in ftwnmier Beschaulichkeit unangefochten ihr brachte. An diesem Tage aber wurde sie hervorgeholt. Das war ein altes Privileg der Fanrilre Böttcher, und k"n Krnstw und kein König konnte zäher auf fernen Privilegien besteh^ als die Familie Böttcher auf dem ihren. Und ob che Ti.ch gäste sich sämtlich vor Entsetzen dre Ohren zuhielten, ob che Konventualmnen sich in die entferntesteii Zimnrei fliichteten, um ihre Ohren vor dem grausamen Geschmetter i» bewlch- 440 rc-n, ob bie Tomina hellauf »vetterte über den „Teufels- Hingen und ferne vermaledeite Blaserei" ob alle Hunde rmgsum lärnmerlich zu heulen anfingen, — tat alles nichts, BöttchersFritze blies fünf Minuten lang, nicht mehr und 8»Ä!^onlger, und dao Privileg und die Ehre der Familie Böttcher war gerettet. Darnach aber erhielt Fritze einen blanken Taler, einen großen Teller voll Braten nebst Kartoffel- lalat mid einen Schoppen Bier. Und nachdem er sich das - 1Ilb ® l ' )a ° cn ^ Gemüte geführt hatte, sagte tx u mr ? ' 9 in 9 a & und brachte die Posaune ans ihren alten Tlatz. Der Glanzpunkt des'Tages war damit vorüber. . r rt r “7 deute. Narl) dem nervenerschütternden Geschmetter hatte sich die Tischgesellschaft im Speisesaale zusammen- gcsimden. Daß Hans Joachim von Sormitz nicht fehlte, braucht nicht erst erwähnt zu werden. War er doch nicht nur vcr nächste Nachbar, sonderii auch der nächste Verwandte der ^omma, der ^ohn ihrer längstverstorbenen, von ihr hein- gettcbten <5chivester. ^ . .'/der auch der Graf Wellingerode war da. das war nicht so selbstverständlich geweseil. Die Do- Mlna hatte ,m stillen gehofft, daß er nach der deutlichen Ab- Me,. dic er von Fronte,n von Hassow erhalten, den, Stift Hohenbeigen möglichst schnell deii Rücken lehren und Relr- Schnepfen vergessen werde. Aber dem !var nicht so Ei blieb. Em Tag nach dem anderen verging — jetzt war er schvii zehii Tage da ^ er .na hte keine Miene znm Abzug , ttun ^h da war, so hielt sich die Acbtisjin nach inneren Widerstreit für verpflichtet, ihn zum Ge ^"//^ugsdiener einzuladcn. Die^ äußere Forn, sollte deni unter allen Umstünden gewahrt werden, -- ^fsOlaubte die alte Dame ganz einfach der'Würde und dem Ä^hen ihres Stiftes schuldig zu sein. Der Graf aber batte 5 /^den Takt besessen, vielleicht auch nicht besitzen »voller' die Einladung unter irgend einem nf.nifiMiMi „r. gesellschaftliche Beziehungen ve stehen Leuten nicht nur könnten. ^ ~ cr £ cu bald noch eine Verlobung erleben " saate UaiÄ-g ----- »«-'«hä Der Kapitän nickte. „Allem Anschein nach, .Herr Graf" huscht°'über?L7L^^ imX f ° rt ' Unb tln bö'« Zug von Ub /^pste jemaich an da§ OStoä. Es war der alte Herr mttn d äui' fu tu ? ans Joachim und Beate Redner ' ^ tuscheln. Alles sah erwartungsvoll auf den So aber sprach Herr von Litzbuer: „verehrte Damen und Herren! Immer lnenn wir an jr-fc' £! c oo n allen Seiten auf ihn gerichtet waren sowie das frostige, zurückhaltende Benehmen der Gaste ih.n ae cn- über schienen ihn nicht zu kümmern. ^gen- «.^.Zu4 bie beiden Offiziere der Kavallerie-Abteilung, den Kap lan de Lalignae und den Leutnant lmtte LKbtissiN konsequcnterweise wohl oder Übel einladlm aber Ä " i,Kt ^rc oane, vatz Wellingerode ff,®” teilnehmen wcrds, hatte sie zunächst rund- PÄ&l« fj c M uun^' -.e'.) daran bcinli SemFcrbe nTikS } i lf *r 5U I amiHCI1 011 einem und «* ■* 11 ^ brße, so gäbe ihm das ein gewisses Veckn >"* d°- »■**“ ÄW6t "KS' fix eonnritttein. b« Don Beate ;.uv Freude bcÄ£n «Ä rinSiu n rcin f r!Ir^ nSC l 4Ie: '- “ nb «' 'Hne.n^ämu7cr e n 6ormi6 ,Berbc ldj d>r den Hans Joachi», von bet, hätte dieD°' B „^uloin Beate sich hocherrötend abgcwcn- ' aesck.ickt n„s Domina lh. den „Hans Joachim von SormiN" senken de«" icrUchcn^St haben, all-Be. *" “ s ÄÄfÄ?S' benn be Ab-r - du der'Tafel droht^- abn'b^Tisck^'^-te ihm die Domina ge- richtig ihren Platz zur Recht", bei ’'"«7 S™** B °" gesunden Und darob lag auf hp«\w!t 9 )Sf r l n -? ,n 'r lÄä: ih.ti sonst das Essen ^'au, denn Lauser £rciicf>t ,c ^ ne Sa*«!? Leder Sch- H.- macker Der ' dnrn jvtl er ohne ^/rA.nS.tbcnff taucht den Mäzen. ' stndck nie icinni Mäzen. Man I ul s;?or 'f? ul * ber. Dichter 9 l 'ci ül>erhai:r»t nicku? WirssiÄs er ^canhert, der er sti mir etn>aS Aehnfiches Sc R V" cme 2dce, Buhne, div- ihn anstuhtt. odcr L^^^ramatcker heute die vie Flasch mit Wasser mAcke der Daniel im Wüsten fände de» Augen taime „ IMt s n = ff ^lrutc chm «non Telirn, »7r flasche G ;f>‘ mit, wenn k schreitet -mk aber die und eilt und rennt das bii'k Kettet und läuft £1', ^ J** Reiter scine QWrfuftc iu fwS ^^ockommcn seelenruhig die Angelrute ein bcr »ieht fte selber aus. ' cmfiwr!t bic Marche und trinll /Ech. Es gibt einen MLz-ri boö auö dem l?chi>e„, dumm und und viel Ge7dl>,77 Z & läerncn Samern l "' ^ ^ Eh- «Me 447 W L, b^Tichkr (4*. E, h*t*e «KtfcflieriM* der- je yaven. ^.cr Doktor hat^ihn kennen gelernt, uv .' ifa ct rtn" begegnet, macht bcr ,~r,-mt< f 5 ° 5 . CT bei > Tichier nicht lieh! nnd nÄ-^vf '? ,:ne hat den Doktor für einen s'ch.ac'chsnu. daß er noch nicht iSi Äfe <& rt 1 u fe b c Ift bcr , Sremde. Turch den Sk f -^"^.schast gemacht. Lelio kennt sein« ^ Wie? ^ ^ einfach sofort angepnmpt. f ., orzähkt? ihm, cs hat ihm geträumt. es aebt ifrm Tiiffrr IfMcfoorThlrä? ^bfadan essen p tt MakLaroui, und Bindfaden ZrlT^^ 1 ^ SP* Kleinen Nähnnert, es ist ein Selbst *mtt Ä "ff Bindfaden, int Also er Warnt £ feufcn ^/ hiS^S ö \ Um euren Dkudo, um sich Makkaroni zu S 3-rembc ver,pncht ihn den Dtubo, nur er !eg'cn ^e ^ ^ich. %m, der 'frrcntbc mird 'der-; UlM ä“ ä % &nnWvcffi&\b%£!fö S ? mm, W> wie di« E-cifcen kommen. satt ihm immer dn Komodintk n betrügen ihn. Er hat vom TireLr ei» «0niK mch dem dcr^E-V" Ä'"L^'. so brüllte lote ein Löwe f Ä^^» s SÄj»4- Sl -st SS&ärajftait^s "rl -i? f c C J? en fremden ausgere^t, daß er va bcm “' imb ,tcf» benagte; der Tirekwr sckMtelt r§ochlt merLtoiirdig! Das gctan_! Wenn der Direktr das ^er ^-remoe macht dem Wirt Bo' lic:;c Vage bringt, und ist ärgerlich. MKW »«M NL ■ LMMKWSn-c-r EÜilPHSSSS i'O.i einem Schreiber bcr fic'’fiir hi tu* -7vwYk‘- l “ At >^ mo iveilr Miou'xn schreibt er, nrit der J ^ b J d * Ön ~$}$ :clbt - liric der eine B-lchsnrbe'^ich^rnt ansehe^ r;?» *' ÄÄ gpiSBSStlESSS -K-WZSSsrr- Wissen i a ft. T er ^ ...» ,7-rernde finbet, daß ba$ Thr^cr Vm DKZHLZMMZItz M . cr <™j BrEern^ch Bücher V «'s dem jä« fi, ÄÄ!; ^„4*" »uch reißen, eine Lw fi .i wofre» Zmunetblute hinelirtun: er hat si- mlchWi MZMMLMM gÄ8 «.-SSL ”&&’ kLM WW.H^«sxssrK«?LK ADM?LL-dM MMMMLNAkZ äe a len uuh ^rk r " w/rcen rym die fitere» docl> mrd mit ' .'- erslch -r 1 irb *£? C:i/ • onT * , ^ ÖTTrm kapier Tichtcrs. bnii man »einen Ruh.n bcm .valMmann Twm^r ^ &°&S ÄZSÄ ^cn ** m« MeÄffi lüm-M 'ie bloß nm drn anderen o„,ch,fbam» fv anrd der Tic wo rer Wirt sie ..... cm[ , T ber §5?"d e Ar ien Geld sieben hat. «?EMZu'°M S «ft SSÖÄ? ^-äül'Ä."L"Lm' gewor-n! »fb’ Ce’ 4 n“’A?Vto Tr *’ 7 " ^^nrsc NMMMPM andere Milch ekelda^ ml« ff 1 ' ^ mi ,,r eurem »ede Wochen ittbls 'S ITbcl 'nLt N'-iU.mehr rienic»! irft S.itOrf!! Es ergebt einem auf bcr' iur, - • ■’n^natal+^ISf' auch ^M«LLk-EL. ünb so setzen bic Komödianten denn feeM ^ÄSWen"* 5VÄ. . °°u WÄ rer- - ; d v,..’ V-** iuiu innen Lupre ' n b^iHlchnd'Lmmen rJtc i^-che'srbhalle' l>^ , u ^i M'-ber machr L-lio dieR^wn^mitdemDirt und ^ n,mmt er dann das fein- holländische ÄAt LUUMZMiWM-E-s -■ - " '-iA.ruiici ocmaa.i haben. Aber Nne '' bi'm feiTiV ^»^ä -rdiscke n $ ^r mit > vi ^ay'dn und bringt das D^s^^rpier zum Erschein, und erzählt, daß ^ Dichter gegeben der Menschen- und als Wirt tbmmc, das sei nichts an, tvvher r, seine Ware sei eure anständig« MMMUMWW 448 T.em Dichter ist es Irlich Irlich, den Fremden wieder zu besuckl-en' dieser hätte viellÄcht über alles aufgcklkrt werden können', wenn er Einerseits den Dichte besucht hätte; aber daran hindert iba sein Vorurteil. Sv reist er denn wieder ai> aus Rom, ahne daß er die Sföcrte des Dichters kennen lernt. Nur den Band der IngEd- SoVE-tEm? £für ©Stiften deS fmtmm T«n,l« hult, nimmt tX ^Wie wir wissen, wollte er sie herausgiLen; und da van dem Dichter sonst nichts gedruckt ist, so tvürde der hurtige Leier, Nxnin er ich ^rrch esiren Antiguar, der gnte Verbindungen.Hat, em Eie nvlar der Werfe des Hauptmanns Tromba verschaff^, irch em« StaÄi TichaLu des Dichters machen tomrn flffb brauchte dem Erzähler nicht auf's Wart zu glauben, daß er eru guter Dichter war. .. ^ ~ Llber der fremde Gelehrte iocr ein sehr gründlicher Mann Er arbeid'te lange Jahre an txm Untersuchungen über dl« Persorürchikett Tvombas, den &tü seiner Dramen, ferne Quellen, lerne Vorgänger und Nachahmer, nnd die Arbeit war noch nicht beendet, als er starb Seine Erben aber oerfanften feine Bibliothek und^ttuw Landschristen, und so kamen denn die Fugenddramen des Achters-um zweitenmal mm Krämer, und diesmal wurden sre Nicht wieder gerettet; der Krämer rife Blatt für Blatt aus bem Buch mch machte Düteir aus ihnen, für ganzen Pfeffer und gestoßmen Pfesser, für Muskatnuß und GewürznLgoleür, für Zrmt und Kümmel; und so komnrt es, daß wir -heute gar nichts von dem Dichter lesen können. vevmischkes. * Wieder militärische Gleichschritt eingeführt würde! Daß die deutschen Soldaten „im gleichen Schritt nnd Tritt" marschieren, erscheint uns ganz selbstverständlich Und doch lLelt man den Gleichschritt zur Zeit des alten Fntz für unmöglich, bis man durch den Äwgeiisck-ein eures Besseren belehr« wurde. Wie der Gleichschritt allmählrchzu Ehren kam, has erfahren; wtir aus einem in diesen Tagen rn Earl Flem'ntmgs Verlag zu Berlin erscheinenden Büüchün „LNerler Militärisch^, was man-- tatWÄ" in bem ret ».-rfafl« Dr. »M Ww to«, BfaSncttt m T., sehr imwrhaltt-,m« Pl-^remn jw-r KmistmiS- drück«, NnrichtlMge-i und Gebräuche m, S>vn und Flotte Wtw Mmtlicht. Ae ölten Griechen und Slonte kannten ber-nts dcU Meiü.schritt' so rückten die Spartaner nach dem Klange der Flöte mVxt Infanterie König Karls VM, von Arwik- E 1495 in Rom einzog, wurden d« Schwerz^ dre m Gleichschritt ankamen, allgemein an gestaunt. Die Landsknechte manchrer- ten gleichfalls nach) dem TwNmvAfchlag m eurer Art von gleich icfcirt Svvttcnd nennten dre Spanier den um 1609 IM- ©en Km»fen eingeführten, nach dem Tronmttchchlag abgemessenen Marsch den „französischen Brauttanz . Dre Holländer kannten den Gleichschritt sowie das Antreten nnt oem lchken Fuße bereits zmter Wvritz von Oranien. Um 1720^ wir em heffmr-ka>selfchcs Regiment im Dienst des Kaisers in Italien, ^vrt lernten di eie Dvuvpcn den Glechischritt kennen, den ne nun in dre Dermat Nritbrachten, wo er bei der Infanterie rn veßen angeführt wurde. Kn Berlin wollte nwm an diese Mvernng, von der überall aH\ einer Merkwürdigkeit erzählt wurde, nicht glauben; man! lMt s» aiis.ie-'ibloiseu .daß jeder Kerl mit alben andern Kerls dem- selben Dritthaben könne." Da erklärte ein Leutnant von Kalckstem, der in hessischen Diensten gestanden hatte, er nwlle den Beweis liefern, rvemr man ihm ein Mar Soldaten zur ^rfügiing stelle. Die Probe gelang zur ^ro^en Mrwwiderimg to bm iucljeni Buchrner. Und der Wnig befahl -sogleich die Einführung des Gleichschritts in der Garde uiid danach in seiner ganzen Armee. * Schützengrabenfieber — eine neue Kriegskran kh ei t. A.n der flandrische Formt haben englische Heeres- ärzte eine neue Krankheit beobachtet, die sije als ''^eueü lever Schützengrabcnffeber. bezeichne, rmd ihre frmEchen Fachgenoffen haben nun jüngst, wie einer uon tljucn, Dr M'M.au- Beauchaiit, in der „Revue" mrtteflt, die Erfahrung bestätigt, daß es sich hierbei um eure neue Jnstktiionskrankheit handelt. Rach kurzer Inkubationszeit beginnt sich dre Mankhett zunaM durch heftige Kopfschmerzen, verbunden mit Anfällen von in verraten; die Deniperatur singt dabei auf ^0 Grad. m den! «lgenden Tagen sinkt sie etwas Md schwankt uni 39 Grad hennn,^ ^d es treten heftige SchwlüzM.M^- L^'^^undm deü Beinen auf, besonders nachts; es Mgt cm dritter Abschnitt des, Krankheit-Verlaufs, der durtch eänen mehrfachen Wechsel von. ntthr- tägigen Ficbcranfällen und Zeiten gewMlicher Körperte nperattO gekennzeichnet ist. Im Laufe eines Monats rst der Krankl) nt ab lauf beendet (Ls soll. sich nach den bisherigen Erfahrmigen um cm4 gewöhnlich gutartige Krankheit handeln J!n emem Punkte I J«C die Franzosen mit den Engländern nicht m der ^sännbung der Kranklseit überein. Während du rsranzoM .eme Schwellungi der. Milz beobachtet haben, trat diese ErscheiNwig rer ^ die die englischen Lherzle behandelt haben, nul)t auf. Der Erreger des Schützengrabenfiebcrs ist nocl> nicht <^tckt loor^n. ^vch soll er in d»n roten Mutkörperchseii der Kocmleii lebeii, icu S Uabertragung wird auf stechende und blutsangende Insekten, be^ sonders Läuse, zurückgefülüt. ** Eine Umformung der Shakespeare-Bühne. AuÄ Hamburg wird uns,gescbrrchien: Das Altonas «tadt- th ea te r hat die expcrimentierrnoe Tatlgkert rn derr Aufgaben der, Shakespeareinszenierungen mit dieser Spielzeti fog^ich wieder ans- genommen und der junge Nachfolger Walter Brüstm an.n^ Tr. Ludwig Berger, baut, die knnsllerische Dinterlaffen- schaft noch wieder um einen Schritt werter ans. Me er.die Idee der Vercinfaclmng durchführt und alle naheliegendeii Rittet aus- arnst, um «inen beschleui^mtrn Ablauf der orragMd söiilichkeiteii dürste diese Mon^slchnft ^L^,^osNerten Krnfe von allgenrainem Wert sein. .Der Fahrpreis.bettatt 4 Mk.^Be- stellungen .nimmt die Geschättsstellc Meegen. "7^^ dnnlbe eit von ihtni übrigblieb. ,/Jia mer, sagte der.. Dttffev Uno nestelte in Ruhe das nächste Wurfgeschoß vom Gürtel, ,/wann l>altö dem seine Fvochn (Gesich) mei' Handgranat n aushalt, bätt' er foll'n drüben bleiben, in Austrchien — Zlveiguttn Freunden waren die Schuhe im flandrischen Schlamm fchdtzaft getvorden; auf einer Pattouille kam jedoch der eine zum grvßest Steide des rudern Ul einem Paar nagelilerrer englffchr Stiefel. Das Schlhwerk fand Bewunderung im Graben „Gehts naus nnd Mlts euch auch so was!" sagte der Patrouillerrgwiger, „ffehgst es Schäfer, bei dir schaugn aso bald d'Zehn raus!" Aber.da kamen die Engländer selbst, und der Mann s^e s^uem Minera^nwll Freude m: Schäfer, da Cemma derne Schuah! ".K^viiprmz Riipvrec^t liefe sich nach der Schach bei Fromelles die mit dient Eisernen Kreiiz ausaezeichnetenMaunschflen vorstellenmchftagte jeden einzelnen, wKür er es bevommen l>abe. Cm Ob^bah« Mb die uttvrüchsige Antwort: „Weil i grad da hiN genga tun, wo dre mehr ankemma san, Königliche Hoheit!' —Jß>Tt entnehmen diese Einzelheiten dem reichhaltigen Heit 139 des „Bölkerkrreg (Heraus- geber Tr. C. H. Baer. Verlag J-ülrus Hofmann.in Stuttgart, das mit dem ebenfalls erschienenen «Hest 140 dre Kampfe an der Somme und bei Verdun rm Julr 1916 schldert. Magiiches Sahlenquadrat. Die leeren Felder sind durch Zahlen derart zu besehen, daß in keiner Reihe wagerccht, senkrecht und quer von Ecke zu Ecke eine Zahl doppelt ist und jede dieser Reihen die Summe von 1b ergibt. (Auflösung in nächster NnmmerZ Auslösung des Bilderrätsels in voriger Nummer r j Brigadegeneral. ©djtiitleihma: SB. - Zwillin^runddruct bet B ra t, l'fdj'n U" «.'Buch, und Sleinbmctcni. 3t. 2 eng«, Gi°b«».