3n Sturm und Stille. Roman von MaxTreu. (Fortsetzung.) Fe näher .Hans Joachim an Hohenberge« herankam, um so ln ehr erschien ihm das sonst gewohnte Bild der Landschaft verändert. Die Staffage jedenfalls ioar eine andere. Während man sonst nur die „Klosterleute" oder Bauern aus den nahen Dörfern auf den Wogen erblickt hatte, >ah man heute französische KavaUeristen, die zu Fuß herum-- v _._w v-*-rv'i»rhft»^r ‘TWr C'vnrrS c -WvfiiTVtTti Plötzlich, an einer scharfen Biegung des Weges, stutzte tx und hielt den schnaubenden Braunen an. Fräulein Beate Hassow stand ihm gegenüber. Im Nu lvar er vom Pferde herunter. „Fräulein Beate! Welch unverhofftes Zusammen- treffen I" Herzlich streikte er ihr die Hand hin, in die sie freudig die ihre legte. „Herr von Sormitz!" . ^ Und wirrer huschte helle Röte über ihr Antlitz, und ^hre Augen hasteten einen Augenblick am Boden. t ans Joachim hatte Helle Augen. Er erkannte sofort, as Mädchen sich in einer starken Erregung befand. „Macherr Sie einen SpaziergMig?" fragte er. „In!" „Und ganz allein?" . „Ich mußte ja! Die Tante Aebtispn, drje zuerst mit- tzelteir loollte, ist verhindert — sie hat hohen Besuch erhalten —" „Aha, weiß ich schon!" „Das wissen Sie schon?" fragte fte erstaunt. „Ja! Wenn der hohe Besuch, nicht auch mich besmht u.nd Mich dabei über seine Fahrt nach Hohenberaen nicht selbst Unterrichtet Hätte, so würden mir die Soldaten hier auf den Wegen doch ein ungewöhnliches Ereianis verkünden. m liegt' so etwas in der Lust," setzte er lächelnd hinzu, „es mutz etwas los feint" Kurze Pause. Da Beate nichts antloortete, fuhr Hans Joachim fort: „Kennen Sie vielleiclst den Zloeck des hohen Besuches, Fräulein Beate?" „Ganz und gar nicht! Sofort, nachdeun ich ihn gesehen, diu ich aus den: Stifte weg gegangen." „So eilig?" „Ja, dem: ich ivill nicht mit ihm Zusammentreffen." ^ Hans Joachim sah Beate stagend an. „So kennen Sie ihn?" .Ha! Gr ist mein Verfolger ans Kassels Faust Graf Sormitz ballte die ^ r , p „Ah, mein Herr Graf von Wellingerode! streß tx grimmig hervor. Und dann fuhr er richiger fort: „Ich sah Ihnen sofort an, Fräulein Beate, daß etwaS passiert sein müßte, waS Sie persönlich nahe anging. Sie sind erregt —" „Wundert Sie das, Herr von Sormitz? Ich denke, dem abscheulichen Menschen glücklich für immer ans den Augen zu sein und meine ungestörte Ruhe wieder gefunden zu haben, und rtuit taucht er hier auf. Ich weiß ja nicht, ob er meinetwegen gekommen ist, — ich kann es kaum glauben — Ich drehe ihm das Genick um!" knirschte HanS Joachim. . .. . r „Er ist aber der Günstlrrcg des Mnigs — ein Graf — ich hörte seinen Namen, \mb Sie selbst nannten ihn —/• „Wellingerode," fiel Sormitz ein. „Und wenn der Teufel in Person es selbst wäre, wer Ihnen ans diesem altmärki- sehen Boden zu nahe tritt, sstäulein Beate, der mag sich vorsehen, daß ihn dieser Boden nicht verschlingt." Und dabei blitzten die Augen irnd sprühten Feuer, daß Beate nicht müde lvnrde. hineinzufehen. „Ich danke Ihnen, Herr von Sormitz," sagte sie herz? lich uitb streckte ihm die Hand hin. Ehrfurchtsvoll führte er diese an seine Lippen und gab sie nicht eher frei, bis sie seUist sie ihm sanft entzog. Beate nahm wieder das Wort: „Es ist ja vielleicht alles Einbildung von mir, wenn ich seine Sendung mit mir in Zusammeuhaug bringe, aber cm gejagtes Reh sieht schließlich den Jäger in jedem Hirtenjungen." „Furchten Sie nichts, Fräulein Beate," sagte er warm, „Sie stehen unter sicherem Schutze. Sie wissen doch: „In Sturm und Stille — meine Heimat!" „Ich weiß es," entgeguete sie leise. „Und ich will muh nicht fürchten. Und wenn ich Hilfe brauchen sollte, so werM ich Sie rufen, Herr von.Sormitz f" „Versprechen Sie es mir?" „Ich verspreche es!" Wieder richten die Hände einen Augenblick ineinander. Dann pfiff Hans Joachim seinem Braunen, der sich an süßem Kraute ru gütlich getan hatte, 'und der jetzt auf den Pfiff ge- horsam herbeigetrottet kam. Er nahm ihn am Zügel. „So, Fräulein Beate, ist es Jhcren recht, so aeheu \mx jetzt hinüber zum Stift. Ich will sehen, daß ich die Tante noch sprechen kann, — ich muß wissen, !vas der Kasseler Strauchdieb hier will." . Langsam gingen alle drei nach Hohe ickergeil. Die beiden Menschenkinder sprachen kein Wort mehr. Ueber ihre jungen Seelen zog das große Schlveigen, das beredter ist als atte Worte. —-_ :Der alte Bastüur stand am Tor unb sah sie kommen. Er ging ihnen entgegen und nahm das Pferd am Zügel en enrgeg 'n Abend .Gilden Abend ,Gu^ ok. In: , Bastto stau Ist meine Dante oben?" 438 „Achs Qfiotie doch, nee, Sfungfie.tt! Sie hat vorhin aw- fpannen lassen und ist titit dein FrÄulern-Koitf>erttuialiitl von HeHler und dem französischen General irgendwohin ge fahren —**■ „Wohin denn, Bastian?" ,',Jo, ick lveet dat mcfy Un ick weet vk uich. tvenn se torilckkowmen." Hans Joachim sah vor sich nieder. „Hm, da wird es wohl besser sein, !venn ich inorgerr vnedcr Lonune. Habt ihr denn leine Muung, Bastian, was der- Franzose hier w-itl?" „Nee, Jungherr. Aber sine Lüt segaen, dat se een paar Vage hier bliwen wollen — he will up oe Jagd gehn " , „Hole ihn der Teufel!" „Ganz genau daSselbige segg ick ov, Jungherr," schanmv- ^jelte Bastian. Hans Joachim nahm Beate beiseite. „Lassen Sie sich nicht vor ihm sehen, Fraülein Beate, sagte er. „Schlitzen Sie Krankheit vor. Ich komme morgen vormittag wieder. Und sollten Sie mich brauchen, — Sie toilfen, zu jeder Stunde intt Leib und Seele der Ihre." „Ich danke Ihnen, Herr von Sormitz!" Gr küßte ihr die Hand znm Abschied. Dann schwang er .ich ans den Braunen und trabte davon. Als er sich, umscch, mnd Beate am Torweg, mattroter Mendschein spielte um ihr Haupt und ließ die GoldbUchstabeu der Inschrift hell auflenchten: „3it Sturm uird Stille — meine Heimat!" Und Hans Joachim wollte es scheinen, als klangen diese Worte wre ein Gruß aus einer anderen Welt, wie ein Ber- »S-n von oben, das unverbrüchlich gehalten werden Er winkte mit der Hand einen letzten Gruß zurück. Dann ließ er den Braunen tüchtig aus greifen. Bor der Schmiede in Linau hielt er. Riezler hatte ihn schon erwartet. „Alles in Orüumlg, Jungherr," meldete er. v,Schön, schön, Riezler! Wir wissen ja, daß wir uns geaerrseltrg aufeinander verlassen können. Was der Jban va Eiben. eigentlich ivtll, weiß ickliwch nicht. Llber eins wrU ich Euch noch, sagen: .Habt sä>ars Obacht auch ans das A^sie?' ^ ba * im Stift zu Besuch ist, — ^09 is se gekommen NN hat de ^ mi Gugel, de up de Erd' steegen is, um für den lelven Gott nach dem Rechten to kieken —M gut auf" lo ungefähr ist das richtig. Also paßt ,^hne Sorge, Jungherr!" Lütt«,^"^ Etiler, und grüßen Sie die Frau und die tTn ^® Aber de» Hohenfriedbergrr Marsch psiff er letzt nrcht mehr. ^ Am Lormiitage des nächsten Tages ließ sich der Grus Wellingerode be, der Aebtrssiu melden. Dre Domina runzelte die Stirn »Ämm '»■ ” fc »»»» aber nicht machen ließ, mußte sie den hoben Last des Stiftes wohl oder Übel empfangen ^ Der Graf trat ein. Er verneigte sich und wollte der Dame die Hand küssen. Aber sie entzog ihm diese. cy. vötig, Herr Graf, nicht nötig! Ich zweifle NN Ihrer Achtung vor einer Dann ganz und gar nickt Wo? fe” fHn ? > Darf ich Sie bitten, sich möglichst kurz zu Wirtschaft gibt ^messen, eine gT0 | e Frau AEssch."'"^ 6cmflöfn ' f° kurz als möglich zu sein, „Also bitte, Herr Graf." «de Platzen ahm" Stuhl, auf dem Wellinge sul, ein wenig, ehe er das Wort nahm: «*£ &«&%% » & SStn ® eä mu fleftern auf unserer Spazierfahrt Sic iS i'?mf* rr ^ b ° Ö ift ’ a nkbi3t mie ' fommtrt •ot sSS&jSttRs 341 ” i ‘ - *-*:• *«• nntin"%\ ( ^ t ^ t ^L^ e s} T ® va f'" Mlterbrach sie ihn, „gar nicht In der Spendung von Waidmannsfreuden ist Stift Hohenbergen niemals knickerig gewesen." Koss/t^,!^Eigenschaft des Stiftes am Hofe zu ifl i letzen- Also uh koinme zur Sache gnädigste Frau." Dle Aebtissm lehnte sich steif in ihren ^tuhl zurück. Eine laQ Erder ganzen hageren Gestalt Mit oem charaktervollen, energischen Gesicht. „Was beliebt also, Herr Graf?" junge Daine ^ ^ ^ bffinkt M Wx im Stift ein« fteife®tS i ä“bmc1l e flUf ' ^ fefnCU 3 “ 0 in mt iunge Dame," fuhr der Graf fort, „der Seine Maiestät der^Komg und Ihre Majestät die Königin eine außerordmtlrch« Auszeichnung zugedacht haben." idre^H^ von seiten der Doinüm. Nur DabEdose stellte sw mrt scharfem! Klappen auf bäZ Kerne Tischchen, das vor ihr stand 1 (Fortsetzung folgt.) - ki x_ Ein interessantes Erlebnis aus älterer Zeit. Bon Oberst a. D. Spiohr-lGießen. ' Wenn man, im 90. Lebensjahre stehönd, erst beginnt diü Dcnkwürdlgkerten eines vrelbewegten Lebensgrchges z-u PaL m brmgen, ist wohl ifter skeptische Gedanke sehr naheliegend ob mun ^ so Witt begonnene Werk auch WM vollenden weT ' ^tnd dami er scheu ren emzelire Begebencheiten so bervvrraaeiit» Z r «eKnZ tt daß «£, ÄÄä. I§ tI1Wn M fÜV bk Menschheit 7nsehou . ,-^as ist besonders i>aun der Fall, wenn es sich um Erlebnisf« mmisat jatÄ*- .**»SS fnTimt S rtt -^ lma ’ J“* »ugleich der Wunsch, durch eine Probe ill &*<< S äs,,*.' ÄtaartB S3Äg?;Ä£SS: V-r» S^'S WrHiWfp ^ damals Bourbardier in der 7 oade., m Münster i W. in Garnison mai MM Ä«SS ÄSXftSfÄ ÄS beneaaietp'lE^s!!- ^ ^ Mvrster umgebenden Promenade ’S bom moit a.trob daß sei» Jichaber wich viel Seid ?su^Lch wurde chm durch einen, danwis in Münster iin Justir! dien st sü heichen Unwersetächkommilitonen vorgoslellt und da miss, 2' Kf? L - °u mein« Gesellschaft Gefallen t Kfä, S Witrö« ttHt „a^r m itei, M nbn- bekaumg u'.-ch Jtf, «chhl VE ibm Begebnisse aus semt^ftlbÄechm «Ä W Nh«nlcmd^ von Geburt, ab« in den ggcr stabren bed (»Maior"nA> iU1n Sil- solcher stand er 1610 ,mit seinem Reaiin>.'nt in 'WWvrtK Si ÄJf 11 ■'°^ CTl k? m ar§ schon englische Kadalft-rie schioärmte' M lasse mm den Erzähl«. Hern. H.. persönlich b!:richtm Hitze "mll ?»gcs bei stark« Sounew- fSüuJ, - * ^SEvoiliv des Ävegrmeiits m einer ge.irottsom^n- ÄiS 11 ? .?n° at Ö f lC ausm'saiidt worden. Ich hvttg ^ Sioar mit svechselndem Mück attakiert aber dvickA SAMr«!- Ää ich tu Madrid rinritt, »tobe dort gerade Alarm M mein ■WgKaiE geLlaseti, ^velches sich chlf seürem Mmipilatze (ich glaub« oer Erzähler nannte den Platz „placa de Doledo") sammelte. Staub- und bkutbedeckt ritt ich eiligst mit meiner Truppe «Mur Und meldete mich bei dem schon mit den übrigen Dchniaoranen deS Regiments anwesenden RegimemsLommandeur, einem Oberstleutnant. Dieser, ein Stidffanzose, und mir besonders) V»vv77 ich schon tnanche Belveise hatte, sehr wenig freundlich -esrnnt, lachte mich nach meiner Meldung an einem Kiiopfe memer Uniform, schüttelte mich Mid fuhr mich tu barschem Tone td^ e3 wagen könne, in solchem Aufzuge vor ihm zn er- nyernon? ^tatt aller Antive.rt zog ich meine SattelPistole aus! dem Hahn im Ziehen spannend, und schon ihn durch Deu Kops. Erst als er tot vom Pferde sank, itwube ich mir der Py ffirc P Iet 2J. r voll bewußt und iouuderte mich nicht, .als var älteste Rittmeister (capitaine) mich als „arretiert" erklärte den Läbel ab forderte. Ich wurde gesmigen gesetzt, mrd « wurde Kriegsgericht über inich abgehaiteu. Als inir nach einigen ^.agen iintgeteckt nmrde-, das; ich zum Tode verurteilt uuo das urreu zur Bestätigung durch den Kaiser Napoleon — König Bvleph von Spanien hatte nicht das Recht, das Todesurteil über P^S} /ranzosischn L'tabsofsizier zu bestätigen — nach Paris gern hielt rch mern ^schick für abgesclstossen. Ta die damalige Beförderuug des Urteils hin itnd her über die Pyrenäen durch bstiafetle eure geraume Beit in Ausdruck n/,hm ftmm tp irfi, Autorität des Buchstabens. Bo" Karl Ernst Knatz. ... bekannter Schriftsteller teilte nrtr einmal mit, er furchte sich geradezu vor den: weißen Papier. Selbst Ivenn das, was er nieder schreiben wolle, völlig in ihm ansgereift sei, pvcöo W.i denn Anblick des unbeschriebenen Bogens eine Betlemmu'n.r. d,e erst welche, wenn die erste Tinte fließe. Diese Erscheiiinng. — die freUrch nicht ohne weiteres mit aiideren nervösen Idiosyni'ra.sien etwa der pathologischeu „Platzfurcht, verglichen merbeit kann — I ü!i*‘ an«c^nc«>ate. Auch.das Gxgri.'slM /out . ' — — —r,,.. «iw yti ju/u mc imim Estafette eine geraume Zeit iit Anspruch '.rahm, sonnte ich diese zur Ordnung aller meiner Angel ege u heitei t benutzen. ,md l e ^ a ^ daun mitgeteilt wnrde, das Kaiser bestätigt, zurückgekommen mit dem Bufa!^, „eaß icf> auf derselben Stelle des placa de Toledo wo ich meinen Kmumandeur erschossen", füsiliert werden solle' war ich überzeugt, daß niein^letztes Stttndleiu geschagen. Als mir -itelle des placa de Toledo vor- der 1T ' üblich, dre Angen verbunden iverdeu sollten, ivei- gerte ich mich denen mit den Worten, daß ich mit denselben offenen Angen, mit denen ich im Dienste des Kaisers -o oft dem Tode eut- ^l auch mmmchr denkselben eutgege.!gehen wolle, wurde ^.£5 „besonderer Befelst Sr. Majestät des Kaisers sei, und ich must^e mich unterwerfen. ÄvglM hörte ich dann stcheich die Koni- mandos »um Chargieren für dre üblichen neun Mann de-i Erc- rütwnetommandos und dann das Kommando „FeuerEs kielen he neun -chnsse — aber ich stand n n v e r l e y t, die Binde wurde M. abgenDminen und mir mitgetcilt, datz ich vom Kaiser gum tflSfmMjg"***"*’’ — mitm mnner, Ehre" nur billigen könne und mir zu mcrner ne^n V ameifri' Ä fdSwift ' Elches der Ewß-Stallmeister Berthier Als der Feldmarschall mir daun mitteilte, er habe für mick m nck? lchlmmelstute ausgesucht, die seinen Leuterl ^Schwierig- knten mache u.ld hiNMÜgte, „daß ich als Deutscher, dst sich ja Ef die Dressur vo-i Pferden verständen, ivoht nüt deui Xl- ffiä l cMn C Ä m ^ 1 - Ekte.ich au feinem I,ämt= SSUivSb-IL' r I b §chiuimelstute wohl ganz besondere r 031 - ^beumusse. ^ch erswhr denn auch spater daß sie SSÄ 1 *# ^ß^-^mvvfen Mid daß ImiSwmiMn ifemÄr?' ^ >rÄ en ' blondere Zufriedeuheit des Groß- tallmeistep^ B^rrhiet ertvarb ich imr aber dann, als ich bat daß mÄmf **** «^d«. damit ich cs'«?.nÄLrÄ l £‘Hn (df0n lmb dem Benchmkn der TrlMnmcl- gemerkt, datz sie wvhl an starkem Sattelzwang leide Ilnter dem Borwanbe, sie auzugurteu, ließ ich dann bio fef, ie= aügmen Lattelgiirte etwas nach, stieg,auf, ließ mich aber nickst Bieder, sondern .ritt,' mehr in deu Bügeln Berwuuderung der Franzosen die Schimmelstnte ;it- ri - Tn - 0eTlt sehr aufmerksamer Züge führimq am, nach einigen hundert schritten alter im Trabe von daunM Es ist dieselbe Sttite, welche rch heitte itoch reitt und F.ührm?t«d-n di- ich als N^rm-ntekounnandeur ist- Bcresina gelangte. ,md das'mi/'damäh das r§be?!^ttl«"h^» mich Cä öu erwähnen, daß der Kaiser Napoleon aiiS H. noch eme Mir bis zuni Regimeutskommande.ir ^warts bekimnt zu.gebende Mbinettsorder erließ, in der ^iercheii mw RegiNientMuiniaude.i^i seiner Armee beschide^ ^dgards m b^m ie manckics andere, wohl geeignet Dvapoleon I. als „Psychologen" flennen und schätzen zu lehreü" ^ " denLs<^ÄmSrl^^ m ^ Bewohnern des Aiietdoteusammler unb dem Jrrerrarzt bekannt: die un* besiegbare ^ucht, wden erreichbaren Zettel zu beschreiben oder zu bekritzeln. Hugo <^alus hat, glaube ich, eine solckie Geschichte ^nes allerdmgs kaum psychologischen Falles geschrieben: das novelttstifche Brld ernes ,imgeu Mediziners, dem das mechanische Lchreiben und Ab schreiben von Kranlheitsberichten, Statistiken und ahnlicheii zum innigen und höchsten Lebens behagen wird und der, als er fernen Dottor bestanden l-at, den Zimmerboden mit snnem Namen und dem Tr. davor in Kreideschrist bedeckt. * m ätatMen, denen die literarische Pvohrttion natürliche Anlage und Bcdnr nrs nt, darf man die Furcht vor hm jnrig-, frhilichen Pavi-r vrellrni-t oft als -ine Art Schani und Scheu an. sel^n, die das geistig Erz engte itur nach Kämpfen der äußeren! . preisgibt. Nichts wird ganz so niedergeschrieben, so geformt ? .Bnbrt-oual im Geiste war. Der meck>a,ijsckie Borgang des Uebertrttts ans der Welt des Teilt'eus in die Welt der Erschettiuna verändert oh:w weiteres das seelische Erzeugnis'. Und fast immer blerbt das ferttge Prodntt auf dem Papier hinter der gebärenden x M,r ü ( i„^ 0 erirfremdet also der Prozeß des Schreibens das Werk dem Schöpfer, mid darin mag ein Grund dafür gesucht werderi daß viele im Schrifttum Arbeitende der Entschluß, dre Mrschrttt zu beginnen, schwächere oder stärkere Ueberwinöung Zwischen Gedachtem und Geschriebenem liegt das Gesvrock'enL als vermittelnde stufe. Immer bedeittet — es sei ein GedickK, eru Privatbrief, ein amtlicher Bericht, eine kaufmännische Mit», reltung,^ — oder ums auch immer — das Geschriebene, gemessen aut Gesprock-enen, Auslese, Snmnlung, Berckürzung. Es'bedeutet Zoini, gute oder schlechte, gegeuüber denk Stoff an sich. BLan findet zwar, nicht allzu seiten, Menschen, die auch im Sprechen jeder», zeit mue rouruattstrsche Besinnung zeigen. Literaten, die auch M- tägliches in einem gefälligen und dem Stoff ange:nessene:i Rhyth- mus sagen nrrd, aufZstichsteni Gipsel, Künstler, denen die Natur in allem,^ im senken Lprecheu, Schreibeir und Handeln eine innere Harmonie geschenkt hat: aber auch Menschen ariderer Lebensbe-, stlmniuug, venen daS Rdaß irgendeiner konventionellen oder tta- di wNLllen Syntax und Grammattk im Sprechen zur Gewohnheit geworden rst Leute, die reden wie „gedruckt". Im allgemeine« aber verzichtet dre Lachverstäiidigung des täglichen Lebeiis auf eine Form im srrengeren etnne. Manche Dichter — Schiller, Kleist, uiid^uubchstfen "r der Unterhaltung überraschend formlos Das Voll jedenfalls ttennt- Sprechen und Schreiben durchaus voneinander. Je begrenzter Erkenntnis und Bildung sind, desto ,^er w-trd alles schreiben als etlvas Ungewohntes, gÄvis^oz In ^uSerleseues und Deshalb als unbehaglich mL u geistigem Verttecdeu Berpflrchoendes empfunden. Bon dem KlfUe oer angstvoll sckM.wpnlden Familie stark schivitzeiid die strerliche Handlung emer Unterschrift vollzieht. §?*^ru bem ^acknsch der tm ersten Liebesbrief sorgsam erlesene v-jturuitten ncbenemander auffpießt, ist im Grunde der geisttgen Eebaruu j kein Uitterschred. Was auf dem Papier stehen soll ist eben ttwas ganz anderes als das, „was man so eiiifach denkt" oder "X° lpr"ht . Mail erinnert sich der köstlichsten Stelle in Mo« l^res Bourgois Geuttlhonmie: der Maitre de Philosophie macht deni buderen Jvnrdam den Unterschied zioischen Prosa und Ders klar: „Mis nicht Ber-s ist, ist Prosa, und iMis nickt Prosa ist, ist Bcrs „Und Was pt daA, n>as man spricht?" „Prosa!" Darauf ^ouidarn, baß erstaimt: „Tann habe ich also, weiß Gott seit vierzig Jahren Prosa gesprochen mrd nichts davon gewußt!" Ä^^mlen Lckierz wird das hoffnuiigslose Berhälmi« ttuchttt^^ schmttsmen!scheu zum geschriebepieu Wort rvundervvll ttc nrm noch natürlich- Unbefangenheit ihrer selbst sichr ^ pfusch'lwl der Schnabel geivachsen ist." Wir T>abcni ici gerabejetit mi Kriege erlebt, ine erfrischend und rerniaeiid .^^btes Deutsch aus Schltzeugräbeu off von Menschen, die oother nieuials „schrieben") in die überkultivierte oder erstarrte Lttlrstik der Literaturwinkel nird der Amtsstuben der^Ä-s^tt"^^ die Unbefarigenheit fedlt, nährend gleichcitig "Ei ^ der Wiirde des Geschriebenen gegenüber i>rn . uoch nickt übe rum ick eu ist, da beginnt die Wackt-. 'd" "bildet" schrvibM ^ 2!* T \ : T 0 ? S^ 1 Xr korrekt, und was ist gebildet? Es ? f! e boö Deutsch Königlich preußische Bureaus für mehr ganz lückenlose Erinnerungen an idas T: ^ die Unfehlbarkett jei>w Zeile, die „g^nicCt" tfr. Ävi allem alter: JCuf dieser Stufe glaubt der Mensch, Ge^ schriebe, tt-S müsse lüuücr däeii UmstLndttk ttn b e f* "'Kr aW Gesprochenes. girrend er bemr^ Erzählen noch «m« AuSdouck und Stil uäbeumßt ,mch dem Stoffe, dem Zweck des Cr gnhl km jund der Umwett, in der- er sprickch wL-tt, zwmgt er dem Paprer üiollveudig einen gespreizten und aus Gott ivech welchen Gründen für „richtig" gehaltenen ... Stil .. . mrf. Er vergewalttgt ftch selbst. Er verrenkt sich geistig wie ein Prrmcmer rn der Tanzstunde. Tie Straffung und Pressung, die das geschrieene Wort gegennbcr dem freier dahmströmendeu Gesprochenen mnrmgäilglich fordert, wird zu geftneiztzer Umständlichkeit und einem vvmrschar Uwervaut-t liüiseimvvU-en. Solch ein Unglücklicher spricht etwa (sehr schön und fiax): „Bon Karls Unfall wollt ich dir noch erzählen: es. geht ihm Keffer, gestern hat er ftöhlich seinen GeLurts^g ge^at Aber a schreibt im schicklichsten Paprerstch: „Bezüglich des Unfalls von Karl ich dir die Mitteilung „rachen, daß rn dem Befinden demselben eine Bessenmg eingetveten ist und konnte derselbe gestern in bestem Wohlbefinden seinen Geburtstag l^gclwir." Es gibt auch Lewe, die in diesem Stil sogar sprechen . ..... Man bemerkt, wie die unsinnlichen Worbe überwuchern (dre Un — Ungetüme'»; Me abgerissene Wendungen, steif wie Spazier- stärke und erstarrte syntaktische Fornreln das natürliche Gesck)öpf der Sprache zu einer zusammengesetzten Gliederpuppe machen. Tie prattisck>e Nollverrdigkeit, die Sprache in ihrem jeweiligen Stande zu kodifizieren, in Schulbüchern, Grammatiken, Stilistiken Und Rechtschreibungen — gerade sie ist die böseste fretnmuitg für den sprachlich Unselbständigen. Ta jeder Kodex vom Gesichtspunkt der Zeitlos igkeit aus nur eine Moinentphvtographie sestlxrlten kann, so ist er auch in jedem Alugenblick von der Sprache über hott rmd tmrichüg. Ter Abhängige aber- nimmt dieses starre Abbild der Sprache, die etwas Werdendes, Wachsendes und Schwirrendes W* gleich, die dtooä ewig Veränderliches ist, für die Sprache selbst. In der Versachlichung, die alles Schreiben gegenüber dem Sprechen bedeutet, vermag mir J>ex die gestaltende F-rechleit zu beu-ahren, der sich Respektlosigkeit vor allen Normen erarbeitet hat. Glück- ttdjer noch der, dem die Autoritätslosigkeit — jeder schaffenlx«. Kraft als bestiinmrnde Anlage unentbehrlich — angeboren rvuroe. Ist daneberr die spezifische Begabung des Wiedergebens, Mittertens Und Formens vorhanden, so wird urrber dem Schichten das Gut- geschriebeue schnell unbeumstt, bald bewußt, erkannt und ausgenommen. 9lber auch der, denr eine besondere Veranlagung zum Schreiben in irgendeinen geringeren yder höheren Linst-l-errlcyen Grade fehlt, snärd allein durch die Befreiung vorn Buchstabenglaubeu (tu einem sehr wörtlichen Sinne) die allen erreichbare ^chönhert des Schlichten, Klaren und Einfachen garvirrnen. Jeun rrur .befrett von dem Götzendienst der Norm, kann das Sprachgefühl, den >,PapierM" überivinden. . Tenn dieses „Sprachgefühl" hat ja besteche urchr mit dre Sckmlm ei Herausgabe, zu entschechen, ob etwas „ruhtig ist oder» „falsch". Tas Sprastrgefülst ist der unsterbliche Erzeuger der Sprache. Tie Wechselwirkung in der Summe aller Sprachgefühle bestimmt die Veränderung der Sprache. Tas Sprachgefühl ist der etrüge Rebell gegen festgelegtze Gramnratik und autzorttatw gut- geheißenen Stil. Und die seltenen Menschen, die das überlieferte EvrachgUt nach seinen imrereu mebaphysischen Gesetzen bildend, zu neuem persönlichen Eigentum gestalten — ba$ Jiwmt sein mag oder auch unerhört kühn —, sie smd dre ttorbUdttchen Wlisten ihrer Epoche. __ VüchertM i_ Otto Al sch e r. Die Kluft. Ruse von Meusck-eu und Dieven. (Üangens MarMistner Bcurd 20.) Umschlagzeichuung von C. O Petzersen. Preis gebunden 1 Mark. Verlag von Albert Langen in München. — Otto Mchers Schaffen gilt allein, was der Natur enger verbündet ist, als der Stadtmensch von heute es sein kann. Er wrbernimmt keine literarischen, auch keine Nüsse,rschafllichen Versuche, die Seele deS Tieres %u deuten.: obre er gibt die Men Be- wegunaen eines Marders, die wilde uftb hockMütige Sicherheit ehb& alten Wolfes, den gÄrnzloseu Mick eiires tranken Fundes .mit einer Gestaltungskraft von sdtener Farbigkeit, llnd diesen trafa vollen Instinttwesen gegenüber stellt er beu SHenschen, der, jenseits der Kvuft. seinen Daß auf die ihm fremd geivorÄerren Geschöpfe wirft, erneu Daß, der ohnmächtiger Neid ist mrd sich schließlich beugt in schmerzlicher Ehrfurcht vor unwiederbriidglich Verlorenem. — Tie Firma Otto Harvassowitz, Bucht-andluug in Leiptzig, halt soeben anläßlich d«S 400jährigen Reformatious -iIubiläums Unter dem Titzel „Lutder und.seine Zeit" einen Bück-erLa, tzalog erscheinen lassen, der eine reiche Sammlung von Original- drrrckschriften aus der Mformattonsz-eÄ, und aus dem 16. Iahrn hundert überhaupt, enthält. Außer ca. 200 Original-Einzelschristen des Reformators selbst über sein refornmborisäM und homiletisches Wirken, sowie Pamphleten politischen rurd geistlichen Inhalts, enthätt die angebotene Sanmstuug Schriften von Förderern, Geg^ uern und Zeitgenossen der Reformation. ^ r ^ — Alexander Solomv nica, Derr Deck fisch. Er- zWkung. Flandern. Von fäm Rosner. (63 S.) Geh. 25 Pf. — Erziehung Und Leben. Ausgewählte Llbschnitte aus den Werken von Wilhelm Rein. Der-E aiusgegdben und eingeleibet von Ivhairnes Meiner. Mit einem Bilde Wilhelm Reins. (166 S.) Geh. 50 Pf., ^eb. 90 M. — B er ichte aus dem Großen Hauptquartrer 1616. 5. Band. Her-^ äusgeaeben von KaA Witte. (96 S.) Geh. 25 Pf. — Hugideo. —> I»nrPerus. Zwei Geschichten. Von Viktor von Scheffel. VW einer Einleitung heransgegebLn von Tr. Edmund von Sallwüri. (66 S.) Geh. 25 Pss., geb. 60 Pf. — (Kriegsgesetze deS Deutschen Reiches. 7. Ergänzungsheft. Abgeschlossen am 1. April 1917. Textausgäbe mit kurzen Anmerkuugeir und Sach» re^ister^crauscjegeben von Karl Pamrier. (367 S.) Geh. 1,25 Mi., Gretzener Hausfrauen-Berein. Kochanweisungcn. Spinatpudding. 2 Pftmd SpdmL gekocht und durch die Maschine getrieben. 1 / g Pfund Hafer-- oder Gersteuflockerr ausguelleN und mit dem Spinat ver,nisich,cln'. Dazu 1 geriebenes Brötchen, 1—2 Eier, 1 Löffel Butter oder Fett, 1 geriebene Zwiebel u,ch wenn man ,tritt, etwas Sardellenbirtber, in eine Pgchdingfvrn gefüllt «und V/ 2 Stunde im WasseMrde gekocht. Kar tv s felpudding. 2 Pftrrch ^ekvckite geriebene Klw^ toffeln, l /i Pfund Leberwnrst, 2—3 sem gewiegte, gedämpfte Zwiebeln, 1^/» geriebene Brötchem Salz und 2 E,er, auch wen« jman ,oitt, etlvas Dhymimr oder Majoran. Dies alles gut untere eilmnder gemengt, in Berk Mchdingform gefüttt und 17 *—$ Stunden im Wasserbade gekocht. Hecinge in Tomatentu«.ke. 5 Dcmraten läßt um« lheiß ,verden, streicht sie durch M Marffeb und gibt eine kleintz geschnittene Zwiebel, 1 Michsorspitze Zucker, Salz, Saft einer 7» Zitrone oder einige Tropfeu Essig und erneu Eßlöffel Del dazu. Messe Ttmke wird über 4 oder 5 vorg-erichchete, entgrätete Herings gegeben, die darin einige Stunden stehen Müssen: es können muH SalKheringe verweridet iverdeu. Haferslocken mit Alevfeln. Vi Pfmrd Haferflocken, 3 U Liter Wasser, 2 Pfund geschälte, geschnitzette Aepfel, alle- ^usanrnten s>ick gotzochL (Kochkiste). Wn^Wriise Salz/ und Zucker kovmxk Sahlenrälsel. 12342SV7L6 Truppet, gattung. 2 4 5 5 6 7 Kriechtier. S 6 7 L Pflanze. 4 7 16 Musikstück. 2 1 6 7 6 innerer Körperteil. 5 4 2 6 6 Verwandte. G 1 e 7 NahrungSnttttel. 7 4 18 am Felde. 1 7 4 2 Sand in Asten. 6 7 2 4 Vorname. (Auflösung in nächste r Stummer.) ^ ^ f Auflösung des Ergänzungsrütsels in voriger Nummert Augel, Ast, Sieb, Docht, Rübe, Kralle, Auge, Wespe, Feuster. Angst steht überall Gespenster. Schristleitung: W. Meyer. — Zwillingsrunddrnck der Brühl'schen Univ.^Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.