3n Sturm und Stille. Roman von Max Treu. (Fortsetzung.) — Hans Joachim legte den Weg von Hohenbergen nach Lin an, wo sein Besitztum lag, in flottem Trab in einer- halben Stunde zurück. Die Sonne stand hoch am Mittag, als er heimkam, und in flimmerndem Glanz gehüllt lag die flache Ebene. Auf den Feldern sproßte die Saat, und das Buschwerk zeigte allerorten den ersten Anstrich frischen jungen Grüns. Hoch oben in der sonnenglänzenden Luft schmetterte eine Lerche. „Schön bist du, meine .Heimat, du weites, flaches Land, und mein Herz hängt an dir!" sprach Hans Joachim vor sich hin, als der Braune auf die heimatliche Pforte zutrabte. „Wenn doch erst die alten schwarz-weißen Farben wieder über dir wehten! Aber wie sagt Riezler: „Tomen, bloß'» immer töwen! Der Tag kommt ooch noch!" Mer erleben will ich ihn noch, diesen Tag!" Er ritt in den großen Wirtschaftshof ein. Ein Stallknecht kam ihm entgegen und nahm ihm das Pferd ab. Aber wegführen durfte er es. erst dann, nachdem Hans Joachim dem treuen Braunen die üblichen Leckerbissen in das Maul geschoben hatte, die es nach jedem Ritt absetzte. ^ Dann ging Hans Joachim in sein Zimmer. Der Tisch war gedeckt, und die alte.Haushälterin trug das Essen auf. Aber es schmeckte ihm heute nicht. „Um Gott, Jungherr," sagte die^Alte^erschrocken, als sie das bemerkte. „Sie essen ja nicht! Sind Sie krank!?" „Ach, Mutter Martens, freilich — es fehlt mir was." „Gleich soll Fritz zum Doktor fahren —" Sie wollte eilends hinaus. „Lassen Sie Fritzen ruhig -essen, Mutter Mertens? Und der Doktor soll mir vom Leibe bleiben. Mir fehlt etwas anderes." „Aber um Gott, Jungherrchen, was denn?" „Eine Frau, Mutter Martens!" ^ Und dabei schlug er mit der Hand auf den Tisch-, daß die Teller klirrten. Mutter Martens stemmte die Hände in die Seiten. „Das ist recht, Jungherrchen! Das habe ich ja immer gesagt: in Linau fehlt bloß ne Frau, dann ist alles im Schuß. Und jetzt sag ich: nehmen Sie sich eine!" Hans Joachim lachte. „hm, Mutter Martens, Sie haben gut reden. In diesen Zeiten, wo's jeden Tag losgehen kann, und Säbel und Büchsen 271 der Wand immer so seltsam klirren, loollendie Ho<^- zeitslieder nicht klingen. Und dann — ich kenne ja niemand, komme ja fast gar nicht von meiner Scholle weg —" Mutter Martens setzte eine geheimnisvolle Miene auf und trat dicht an ihn heran. „Jungherrchen —" „Na, Mutter Martens, was denn?" „Ich weiß was!" „Man los!" „Drüben in Hohenbergen sind seit ein paar Tagen nWt bloß alte Damen —" „So? Wissen Sie das auch schon?" „Natürlich! Hab sie doch gestern spazierengehen sehen! Und hübsch ist sie, Jungherrchen, hübsch wie der lichte Maitag -" Hans Joachim hatte sick) erhoben. „Na ja. Mutter Martens, wir wollen mal sehen!" „Nee, Jungherrchen, nicht bloß sehen — nehmen, nehmen, nehmen, Jungherrchen, nehmen!" „Wenn sie nun aber nicht will?" „Was, nicht will! Die nröchte ich erst noch kennen lernen, die den Jungherrn von Sormitz nicht will. Alle wollen sie?" „Schon gut, Mutter Martens!" Damit schloß Hans Joachim das Gespräch, denn es sing an, verfänglich zu werden. Er ging ins Nebenzimmer und setzte sich an den Schreibtisch. Aber seine «Gedanken waren nicht bei den Papieren, die vor ihm lagen, i' flogen über die grünenden Felder zu einem Paar blauer Au t i Der alte Diener trat ein. Er hielt ein ;• Schreiben in der Hand. „Do is all wedder so'n Düwelsbreef", sagte er, seinem Herrn das Schreiben überreichend. Auf Hans Joachims Stirne zeigte sich eine Falte. In den Augen blitzte es. „Was wollen die Herren schon wieder?" „Jo, ick kann dat nich weeten, Jungherr!" Hans Joachim ritz den Brief Sr. Majestät des Körrigs von Westfalen anziurrehmen. Denn da ich mein Gut selbst bewirtschafte, und da ich ferner die Ab sicht habe, in nächster Zeit zu heiraten, ist es mir unmöglich. einen Dienst anzunehmen, der mich aus lange Zeit vom Hause weg- führt. Ich muß daher so frei feilt, von meinem Privileg, dcrS mich als Mitglied des alten, landgesessenen Adels v>om Militärdienst befreit, Gebrauch zu machen. Genehmigen Sie, Herr General, die Bersicherimg meiner Vollkommensten Hochachtung, nrit der ich zeichne Hans Joachim voii Sormttz." Er schloß und siegelte den Brief. „Töwt man!" sagte er dabei lachend. Dann klingelte er. Karl kam. „Der Brief wird heute noch durch einen reitenden Boten nach Magdeburg besorgt." „Jawohl, Jungherr." Von der Straße her schallte Wagengeräusch. „Wer kommt da?" fragte Sormitz. Karl horchte hinaus. „Vielleicht mein Freund, Herr von Litzbuer?" Karl schüttelte den Kopf. „Nee, Jungherr! Dat sin nich de Lihbuerschen Gäul'! >e sin alt un pusten immer! Aber die, die kommen, lopern tvin 'n Hirsch nach dem Schuß, UN se pusten nich — UN Menu se nich pusten, denn sin dat voch nich de Litz- buerschen —" , „Sie halten vor dem Tore!" ries Hans Joachim aufspringend. „Also doch Besruh!" „Jo, jo, aber nich de Litzbuerschen — se pusten nich>." brummte Karl und ging hinunter. Hans Joachim setzte sich wieder an den Schreibtisch. Aber rricht lange saß er da. Denn schon kam Karl wieder und machte ein ganz verdutztes Gesicht. „Jungherr, 's eener da!" „Na, wer denn?" ,,'n General!" „Was?" ,,'n General, jo! Un er möchte den Jungherrn sprechen! Soll ick 'n rinführen?" Einen Augenblick überlegte Hans Joachim. „Ja, führ' lhn herein," sagte er dann entschlossen. Wenige Augenblicke später öffnete Karl die Tür und ließ einen französisck)en General eintreten, der die reichgestickte Uniform der Adjutanten des Königs von Westfalen trug. Es war ein großer, stattlich aewachsener Mann in den mittleren Jahren; das nicht unschöne Gesicht, in dem Augen unruhig flackerten, trug die Spuren vm schäften und Lmsschweifungen. Er verneigte sich vor Hans Joachim, der kühl zuwartend chm gcgenuberstand. "®*°f Wellingerode, Adjutant Sr. Majestät des Königs von Westfalen, aus Kasiel!" „Ah!" Hans Joachim kannte den Namen. Er kannte auch die Laufbahn des ehemaligen Kapitäns Meysonnet, der es verstanden hatte sich dem leichtserttgen Jerome in allen unsauberen Geschäften unentbehrlich Au nrachen, und den der König zum Danke dafür zum Grafen von Wellingerode erhoben hatte. Ein Widerwillen erfaßte Hans Joachim, als er den: vielgenannten und vielgehaßten Manne gegenüberstand, von sprach ö^Ntchen schmutzigen Händeln das ganze Land > „Darf ich fragen, was Sie mir bringend fragte er rro,ng. Etwas erstaunt er hatte doch wohl auf einen andern Edelmann^ ec ^ ne * ~ M Wellingerode den altmärkischen srWf ?,bmme auf Befehl Sr. Majestät des Königs von Westfalen," sagte er. ™ Joachim rührte sich nicht. ~ Befehl Sr- Maiestät des Königs von Westfalen, ^orr^ Baron! wiederholte Wellingerode mit starker Be- Hans Joachini blieb unbeweglich. Ein Blitz aus den schwarzen Augen fuhr zu ihm herüber. - ^-Majestät der König," fuhr der Graf fort, befahl mir die Gelegenheit wahrzunehmen, die mich unter der Be- aieitnng einer starken militärisch^" A=a# • " ■" - - . Y .«- Eskorte" — hier hob er ne Stimme em wenig — „mit einem allerhöchsten Aus- bes Stiftes Hobenbergen führt" nuJtaUa horchte ans, aber er blieb äußerlich regungslos —, „und da mem Weg dabei am.Rittergut Linau vorübergeht, so befahl Se. Majestät, Sie, Herr Baron, aufzu- ,uchen und Ihnen den dringenden Wunsch Sr. Majestät aus- zudrücken, daß Sie sich zur Nebernahme der Ihnen übertragenen Adjutantenstelle ohne Verzug in Kassel bet rhrn vorstellen, um von da aus in das .Hauptquartier Sr. Majestät des Kaisers geleitet zu werden. Sie sind vom Gouverneur der Festung Magdeburg bereits' benachrichtigt, und der Herr Gouverneur sagte mir heute mor- gen öei meiner Durchreise, daß er Ihnen nochmals in dringendster Werse geschrieben habe." Wellingerode schwieg und schien auf Antwort zu warten. Aber Hans Joachim sprach kein Wort. Hochaufgerichlet stand er schweigend dem Grasen gegenüber. „Haben Sie auf diesen Befehl Sr. Majestät mir nichts mitzuteilen, Herr Baron?" fragte der letztere. Hans Joachim warf das Haupt in den Nacken, c Allerdings, Herr Graf. Zunächst das, daß dieser Be- feylSr. Majestät, wie Sie es zu nennen belieben, mich aufs 'höchste verwundert." „Darf ich um eine Erklärung bitten?" „Noch" — Hans Joachim betonte das Wort sehr stört , „noch, Herr Graf, habe ich das mir angebotene Offizierspatent überhaupt nicht angenommen —" „Aber, mein Gott, Herr Baron, das steht ja doch wohl außer aller Frage." s „Verzeihen Sie, Herr Graf, doch nicht so ganz! Ich bm ein freier Edelmann und zu keinem Militärdienst verpflichtet —" „Verpflichtet, Herr Baron! Wer redet von Verpflichtungen! Hier -handelt cs sich um eine Gnade eines Kaisers und eines Königs —" c fr? Hnns Joachim ein, „mit einem gehör- , wmjten Dank ablehnen muß, wie ich dem Gouverneur zu ^o^oeburg bereits vor.einer halben Stunde geschrieben (Fortseirung folgt.) Aus dem Leben des Generaifeldmar^challs von hindenburg. . Dem Generalfeldmarfchall von Hindenburg jubelt morgen an serneui 70. Geburtstage das ganze deutsche Volk aus tiefstem und dankbar,tem Herzen zu. DerErretter der Ostmark, der 1914 mit vernichtenden Schlägen den Ikussen aus deri gesegneten Flirren Ost- preiltzens Mgte, ist zum deutschen Nationalyevos geworden. Wohl ward zu allen Zeiten genialen Kriegs selben die höchste Bsvimde- rung von Freimd und Feind zuteil, aber kaum jemals in der ganzen Weltgeschichte hat ein Heerführer sich derart auf das un- vedingte, unerschütterliche, greiizenlose Vertrauen nach Million^ zahlender Volkergrnppeii stützen können, wie es Hindenburg vernrav Zuversicht, ia der Wttge des endgültigen Sieges für Deutschland imd seine Bundesgeiwsseii. Nicht allein seine zum Teil schon geschichtlich gewordenen Lei- Lsugm als Heerführer und als Hirn der gewaltigen Kriegsmaschine der Mittelmächte wi Kaurps gegen eine ungel^euerliche Uebermacht haben ihm dieses Verträum gesichert. Ter eiserne Vtarschall wur- ' Volksseele. Seine markige Persönlichkeit die schlichte Große sem^Wesens, die liebenswürdige Bescheideiiheit des mahrhast großen Mannes, habm ihn volkstümlich gemacht Ob rnr Palast, oo ur der armseligsten .Hütte — ein jeder Deutsch siihlt mnig und stolz: dieser Miann, der so Gewaltiges im Weld- Odllbracht hat, ist Blut von meinem Blut, tausend Fädcii r Wesensverwvndtschast verbinden ihn und mich, er ist unser Nicht altern der natimralen Zugehörigkeit wegen, sondern auch mit Ieher Fiber fernes Wesens und Denkens. 9 Freuch allem Fremden und Eitlm, streng gegen sich selbst gläubig, loyal und selbstbewußt, hat Hindenburg sich selbst zu dein erzogen, was heute das Vaterland in der Sttmde der größten Not ist nichts Augeftogenes, nichts begnadet Selbstverständliches In schwerer Arbeit an sich selbst biat ^ sich durchgerungm. durch eine harte Schule hat er gehen müssen. ausgewachsen. Wieviel er dieser strengen Pflanzstätte altpreußgcher Zucht verdankt, hat der Feldmarschall in emeUi Briese Mi der: jetzigen Kommandeur seiner trüberen An- 5 ^ucmut „Wenn, ich m meiner militärischen Laufbahn," so hnßt cs m dem Briefe, „viel erreicht habe, so bin ich mir stets gcrvesen, daß die Grundlage zn diesen Erfotgeir in meiner ö" Mm ift. War sckM, in S ^^rnhause Begeisterung für Meinen 'künfttgeir Beruf, die Liebe tu König und Vaterland in mein Kiiiderherz gesenkt' worden so imd Jüngling im Kadetten- korps Kaur^adschast, Selbstüberwindung und Manneszucht neben der wissenschaftlicheii Fortbildung anerzvgen." Ein lustiges Ge- stlnchtlerrl Mis der Kadctteuzeit des MarschallZ-sei hier eingeschE *^ rü1öteTt harmlosen Jtigendstreich sah sich dessen Erziehiing er damals anvertraui war, zu der Aeußerung veranlaßt: „Aus Dir wird Tein Leben nichts'" Jener 431 Offizier hat sein Urteil später freiwillig berichtigt; der Zufall fügte es, dast ihm als Geneval sein früherer Zögling Hindenbnrg als Generalstabsosfizier zugeteilL wurde. Jü den Feldzügen von 1866 und 1870/71 bewährte sich Hinden- burgs niilitärische Tüchtigkeit. Bei Königgrätz wurde er verwundet und 1870/71 erwarb ec sich das Eiserne Kreuz. Ergreifend und anschaulich sind die Schilderungen des jungen Offiziers aus dem Felde. Ueber seine Feuertaufe 1866 schrieb er: „Zunächst eine gewisse Freudigkeit, dast man nun auch einmal Pulver riechen lernt, dmrn aber mich ein banges Zagen, ab man auch seine Schuldigkeit als so junger Soldat genügend tun nnrd. Hört man dann die ersten Klügeln, so Nnrd man in eine gewisse Begeisterung vetsetzt, ein Stufenleiter stieg. Bei attebem blieb er stets der gleiche, klare und reste Charakter, Soldat vom Scheitel bis zur'Sohle, von eisernem Willen, frisch bis zur Derbheit, klihl und ger-echt. Ittrd dieses Bild, das r:r der tvuchtigen Ruhe seiner Erscheinung und in denr ehernen, tmllenSstarken Ernst seiner.Züge gipfelt, ist jedem Terrtschen lieb urrd vertraut. Ganz vortrefflich patzt dort hinein jener kleine Zug, der aus der Zeit seiner jungen Ehe berichtet wird. Löste der Feldmarschall hin und wieder seine Frau in der Kinderstube ab, was er mit besonderer Vorliebe tat, so pflegte er die /leinen Schreihälse dadurch zu beruhigen, daß er ihnen unentwegt den Loben- frredberger bRarsch vorpftsf. Klingt das nicht fast wie ein Gleichnis für unsere Zeit? Ntu/esfe Aufnahme des Generalfeidmarsc/iaUs von /imdendurg. ' vnrzes Gebet, ein Gedtrnve an die Lieben in der Heimat und den! alten Namen, und dann vorwärts! Mit der Zahl der Verwundeten umher macht die Begeisterung einer gewissen Kaltblütigkeit oder mehr Gleichgültigkeit gegen die Gefahr Platz." 1870 machte Hindenbnrg mit seinem Regiment den schweren Sturin «,f Lt. Privat mit. Roch vour Schlackstfeld schrieb er darüber Eserne Ettern: „Wir wareir gestern scharf im Gefecht Gottes Girade T>at sichtlich über mir getvaltet: ich bin die ganze Zeit mit meinem Kommandeur nicht vom Pferde gestiegen, nud hat nur das Pferd nieines Kommairderirs' eine Mitrailleusenttigel rns Bern rnrd ich eine Fliirtenkugel au btnt Stiefelschaft de- ^u.'uen ^ m begreife selbst nicht, wie ich bei der ganzen- Miion so kaltblütig bleiben konnte. Ich habe öfter nach der Uhr gesehen und alle Gefechtsmomente an Ort und Stelle gleich auf dein Pferd notiert . , ." Hier zeigte sich schon bei dein jungen Offizier al^ Grundzug fernes Etzarafters die sttenge Selbstzucht,' die un^ erlchutterlrche Ruhe und die Gewissenhaftigkeit in der Beobachtung und Arbeit. Lern spaterer Kriegsakadeinietehrer in der Befcsti- gnngskunst der unlängst verstorbene Oberstleutnant P-ockchainmer sckwn derzeit klar erkannt. Pochhammer berrchdet darüber: „.Hindenbnrg hatte stxts irgerOeme Sektion der GeneWlstabSkarle vor stch liegen, chlf der er still zu arbeiten begann, "M nicht interessierte. Er arbeitete neti- an sid) .Zwei ZiviMlegen fragte ich einst harnrlos rmch Wem stattlichen Hörer am ersten.Tisch. Ter Geograph hatte dankbar die stets berertliegende Karte, der Mathematiker mit aleickfer Befrledigwig den riil/rrgen Gebrauch von Zirkel und Blei- bemerk - Datz dieser kleine „Moltke-ZiE" nur Marschtiescar mch Geschntzwirkungeii ans der Wrte feststellte, nnd dieser Blei- stift rrur Befehle inrd Meldnngeir schrieb, das; hier überhaupt ein Loldat Erregsgesckstchtc trieb, oder mittels taftiidycx Ausgab eil sich selbst erzog, hatten sie nM etkannt . " . " " nct> ununterbrochener Arbeit, gewissenhaft rmd pslicbt- Hrndenbairg den festen Grmrd, ans dem seirre grosten Fähigkeiten sich entfalten konnteir, ie höher er auf der militärischen Schreiend und kläffend nnckellt uns irr blutiger Feindschaft meh oenn Die halbe.Welt; Hindenbnrg aber pfeift ruhig nnd nnent wegr^den Hohenfriedberger, iind er wird sie zur Ruhe bringen ^zn dieser zuversichtlichen Erwartung feiert das ganze deutsch Voll aus tiefttein Herzen seinen Feldinarscl-all an scineiii Ehren tage und fleht den L<>zeii des Himmels herab auf jenes ergraittc gefurchte, trotzige Haupt, hbtter dessen mächtiger Stirnwöttum. das Lchicksal der Welt verborgen ruht. Ferii vom Jubelruf de Dental, ttefvergraben in ernstester, härtester Arbeit, rrngebeng trotz der Last lerner imgel-euereii Vercriwrortniig, über- schreit eit Hin denburg, der ewig Gleiche, Junge, die Schwelle des Greiscnalters Möge ihm der Tank und das unbeirrbare Verttaueri seinem Herrschers, des ganzen dentsckieii Volkes niid seiircr Verbündetei ferne -Aufgabe, die schwerste aller Ausgaben, erleichtern — zi unser aller Heil! ^ vevmsschtes. n; ■ r* ® * $J n a r ^ ^.b e r unsere Soldaten und das E r s e r n e 5k r e u z. Bismarck hat Kriege immer nur aus Staats nvtwelldigftiteil heraus geführt, inr Gegensatz zu Napoleon der unbekümmert um bte Wunden, welche seine Kriege Frankreich mit Den anderen Lmrderir schlugen imb ohne .jrf: i • t auf Vetlush eö Gemüt hätte Bismarck auch vor umrötigem Blutverglestni znrückschreckeir lassen. So kenneir ,vir erneu Satz von chm ans dem August 1870: „Gestern viel Garde geblieN viel ru tapfer, die hncrlrck^n Leutt. um leben zu bleiben: l?ri^r r l, n >i C> M mv ® r a Jf der Sieg mich freut;" und wenn w b^lng vorkamen, lprach er voll Teilnahme wu bejten Loldaten EnroNis". Am bekannteisten von 1875, das; er, solange ein höheres ^taatsrntcresie nickst vorliege, airch nickst hie gesunden Krwchcn eiires k!N^irPommer,ck)en Grenadiers einfetzerl wvNe. Auf den Sck !at- feldern v>ml c0/.1, n^v ick-oir l>ci MarS-sa Tour seine beiden Lvhrle verwendet wurden, sehen wir Biäinarck um die Blessiette»: vielfach selbst bemüht. Deiner Liebe zu den deutschen ^Soldaten gibt er in seine»: Briefen vielfach Ausdruck, so in dein Wort, das oerdieitt, ein geflügeltes zu werden: „Ovcmckxw ist ein Lump gegen unsere Füsiliere." Nach Wörth schreibt fr, daß die Infanterie sich das berserkerartige Draufstürzen auf den Feind doch etwas abgonwhnen müsse, denn „so gutes Blut »vie das unserer Soldaten ist selten auf der Welt". Im gleichen Sinne meint er an anderer Stelle von den Eisernen Kreuzen, es sei Mt, daß sie noch nicht ausgegcben seien, denn „iveim erst einige damit gehen, sind die anderen gar nicht mehr zu halten und .stecken die Kopfe in .die Mündungen der franzüsischein Kanonen". Ter schönste Aus sprich Bismarcks über unsere Soldaten dürfte aber wohl der folgende sein: „Unsere Leine sind zum Küssen, jeder so todesmutig, rühm, folgsam, gesittet, mit leere in Magen, nassen Kleidern, nassem Lagen', wenig Sehlas, abfallenden Stiesel sohlen, f:^euudlich> gegn^rMe, kein Plündern -und Sengen, bezahlen was sie können und essen verschimmeltes Brot. Es muß doch ein tiefer Fonds von Gottesfurcht im gemeinen. Manne bei uns sitzen, sons^ könnte das alles picht sein." * Tas Rätsel der bunten Farben bei P s l a n 3 e u und Tieren. Tie nnssenschastlicheu. Anschauungen über die Bedeutung der bunten Farben bei Pflanzen und Tiers»: haben in letzter Zeit durch die aufsehenerregenden Ltrbeiten des Münchener Forschers Pros. Tr. C. v. 5xß. eine grmrdlegerrde Umgeshaltuirg erfahren. Bisher waren Zoologen und Botaniker fest davon überzeugt, daß die Pflanzen »md Tiere ihre bunten Farben tragen, um die Fortpflanzung zu erleichtern oder um sich vor feindlichen Angriffen schützen zu können. Die Laien glaubten dies um so mehr, als sie ja allgemein der Ansicht sind, die Farben, in »velchen wir die Gegenstände sehen, seien Eigenscl>aften dieser Gegenstände, mrd daher »nützten die Gegenstände jedem tierischen Sehorgan genau in denselben Farben erscheinen wie uns. Ties stimuck aber keineswegs, denn die physikalischer Strahlungen lösen in verschiedenen Auge»: verschiedene Empffchungen aus, was ja schon durch die verhältnismäßig große Zahl „farbenblinder" Me»»scheu erklärt wird. Fick die verschiedenen Arten des Sehens sind, »via Heß. jetzt in dep „Naturwillmschaften" darlegt, die Helligkeiten, in »velchen die ver^ »ckiedcnen Farben gesehen »verden, charakteristisch. Bon diesem Standpunkt ausgehend, arbeitete Hetz systematisch Methoden zur Ermittlung der Helligkeiten aus, in welchen verMedsre Tierartckn» die bunten Farben sehen. Tiefe Metl>oden siird so ge»rau, daß man hercke über die Sehgualitäten zahlreicher Tiere ebenso gut »mter- richtet ist, wie über die des Menschen. Nack) den Ergebnissen dieser Fiorschung verhalten sich die Fische und sämtliche Wirbellose»! in allen Beziehungen so mt vollkommen sarbenblriwe Menschen. Dagegen ist die Dehsähigkeit der Amphibien auschei»:end der des normalen Menscheu ungefähr gleich. Auf die Tagvögel wirke»: Rot, Gelb und teilweise mich Grün ähnlich »vie auf uns, hingegen vermögen sie Violett und Blau nicht wahrzunehmen. Bei den Säuger»: gibt es große Verschiedenheiten. Tie Affen sehen die Farben ähnlich wie wir, den Hunden und Katzen aber bieten sich die Farben mehr mit Grau oder Weiß verhüllt dar. Bereits hierdurch scheint die bisherige Lehre von der Bedeutung- der Farben in der Tier- und Pflanzenwelt umgestoße»:. Tie Bienen z. B. vermögen die Bluineu- sarben nicht zu crteimeu, woraus gfolgert werden muß, daß die Blumen iyren Farben reiclstum nicht bekommen haben, um die Insekten airzulocken. Die Farben der Fische, Krebse usw. können ebenfalls nicht mehr als sog. Dchmucksaeben gelten. Man behauptete früher, die gelbe»» nick) roten Farbe»: der Krebse hätten de»: Zweck, die Geschlechter gegenseitig anzulockcn, doch haben sich alle bisher untersuchten Krebse als völlig farbenblind erwiesen. Außerdem vermag selbst ein farbentüchtiges Auge bereits in einer Äefe von 4 Meter unter der Meeresoberfläche Rot nicht n:ehr wahrzu- uehineu. Auch die „Hochzeitskleider" der Fische^nrüssen jetzt bestritten »verden, denn wen»: z. B. dtzr Königsee-Saibling in einer Tiefe von 60 Meter laicht und z»»r Laichzeit eine rote Färbung zeigt, so ist dein nicht die bisherige Bedeutung -»gemessen, da ja, nüe g sagt, ck-on ln '4 Mrtcr Tiefe das 9iv't nicht »nehr zu erfennen tlr. Weiser ivird darauf chigewsgen, daß 'es unlogisch et'scheück, da»' '-uTagvögeln gcwTsie Farben sich entwickelt HMxn, ü»»r riir rr Ztvecke gesehen zu iuci'Dcn, an Vermerks cmvere Farben sich ebenso gul entwickelt haben, trotzdem die Vögel sie gegenseitig »licht wahrzunehmen vermöge»». E»»dlich weisen viele Pflanzen auch ai» unterirdischen Teile»» eine große Farbenpracht a»ck, trotzden» diese Teile den Jnsetien gar nicht zugänAich sind. Die Blüten sind also nicht un» der Insekten willen brmt geworden, die Gefiede»-farben der Tagvögel haben sich nieht zur Aiilocknng des airderen Geschlechtes entwickelt uslv, Ten»nach ist die bisherige Bedeutung der bunten Farben bei Pflanzen und Tieren hinfätlia, und der biolvgischert Forschung obliegt die Aufgabe, die wahre Bedeutung dieser Farbe»» zu entdecken. * T i e Gesundheitspflege in der guten alten Z eit. In welch drastischer Weise die Gesundheitspflege in früheren Tage»» versnhr. dafür mag folgender Befehl ccks BÄeg mitgelreilt werden, de»» König Friedrich Wilhelm I. an den Obersten von Kleist richtete. „Mein lieber v. Meist! Ich »oill, daß vor» Montig bis Tormerstag das II. Bataillon zur Ader gelassen »verden soll und w>\\\ Donnerstag »mb folgenden das I. Bataillon: a osern aber die Feldscherer solches »rieht aut fblden, so sollet Ihr erst davon berichten. Berlin, den 2 März 4723." Natürlich ßrnden di« Feldscl-erer solches für g»ck, denn erste», s hielt- die allgemeine Anschanunä Aderlässe im Frühjahr für nützlich Mid Ijeufom, und zäveitens pflegte man gegen Königliche Befehle nicht EinrH: düngen zu machen. Vücherrisch. — Großer Bilderatlas des Weltkrieges. Lieferung. 22: Tie Ostfront 1916: Lieferung 23: Rumänien °, Lieferung 24: Hinter den.Fronten. (München, F. Bruckmann A.-G. Quer- foliv. Subskriptiorrspreis dm Lieferung 2 Mark, Einzelpreis 3 Mk.) Tie drei luencftc»» Lieferungen dieses übersichtlich angelegten großen Werkes, das die Ereignisse imb Anstände des Weltkrieges » 7 » einer »vohlüberlegten und geordnete»: Folge der bester: arckhenti- scher: Bilder ststhalten »Ml, stehen ihren Borgmrgcrn an Reichtum und Schönheit des Jirhalts nicht nach. Lieferung 22 und der Anfang dep 23. Lieferung schilder»: m 200 photographischen Aus> »rahnien, Karten »md Urkunde»:, die, wie überall in diesem Werke, nur von kurzen, aber treffsicheren Textivvrten begleitet sind, die Be-, gebenhnten an der Ostfrorck vom Weißen Meer im hoher: Norden dis hinunter zur Bukaümra. Tavan anschließend ist der größte Teil von Lieferimg 2B mit 154 Darstellungen den: glorreiche»: Feldzug gegen Rumärcke»: aenckdrnet. Diese glmrzende Folge lu^gezeichneter, oft blattgroßer Bilder spricht viel eiudrmglicl-er zu dem Beschauer, als bloße SchiLderu»:g in Worten es vermöchte. Wenn grausig« Envzelheiten nicht fehlen, so sind sie doch so gewählt und angeordnet, daß ihre Darstellung nickst abstoßend »virt't. Die 24. Lieferrma führt in 190 Bildern das Leben, die Arbeit auch die Feste unserer Krieger hinter den Kampffronten vor. Quartiere »md Soldatenbeime, die Verpflegung der Truppen, die Masmahmen zur Erhaltung des Gefulchyertszststandes, die Tätigkeit der Feldpost, Gerichts- »rnd Schulwese»:, Zeit und Geld in de»: besetzten Gebieten und a»chere bemetkens» verte Tinge »verden geschildert. Ei»:en besondere»: historischen Wer! erhält diese Lieferung noch durch die Wiedergabe einer ovoßen Zahl seltener und unveröffentlichter Kriegsdrucksache»: aus beiden Lagen:. - Deutsches Knaben buch. Ein Jahrbuch der Unterhaltung, Belehnmg und Beschäftigung für unsere Knaben von 10—17 Jahren. Mit .Beiträgen der ersten Schriftsteller und Künstler. Ein Bmch von über 400 Decken mck vielen .hrrndertt Text- und feinen Farbenbilderir. 29. Ba»ch. Aufs feinste gebrmden 7,50 Mark. K. Thienemanns Verlag. Sticktgarl. — Neben spannend geschriebenen Erzählrnuzen »mserer ersten A:rtörei: finden, wir Aufsätze, »velche wie die reizend illustrierte „Mbwmcherung" von Julius R. Haarhaus, Kenntnis »md Liebe zur Heimat pflegen. Andere Artikel machen mit Volk u»ch ^Ditte ferner Länder bekannt. Was aber »msere Jugend besoirders begeistern wird, das.siich.di« zahlreich eingestrescken Berichte über die ne»:esten Erfindrengen »md E»:tdeckungen, über die Aortschrckte von .Technik »md Jtckustrie, über chemische und Misikalisiche Experimente und Erfahrungen. Das Bl»:ch i»t eckve Quelle für naturwissenschaftlick)e Erkem:tnis, eS vex»ncktelt Anleitung und Beschäftigung. Ga»:z besondere Dorg- satt hat der Verlag auf die bildliche Ausstattung des Buches^ gelegt. Eure große Zahl von mehrfa»:b:gen u»ck> schtvürzen Bildern ziert den Band und imterstützt das Verständnis. Kurzum, Thieue- numns Deutsches Knabenbuch ist »nieder ein prächtiges Werk gavvrden. — Verner von Heidenstain, Kampf u»:d Tod Karls des Zwölften. (LaMens Marckbücher Band 21.) lln:- schlagzeichnuna von Wilhelw. Schulz. Preis gebimden 1 Mark. Verlag von Wert Langen ck» München. — Der vorliegende Band der Lang-enschen MarMicher vereinigt drei Erzählungen aus Hei- denstams grvtzem Prosaepos ,^Karl der Züviölfte mck> seine Krieger". Es sind die Novellen „Das befestigte Hans", „Der Köni-bsrckt" und „Frederikshall", die, ga»rz beherrscht von: dunkel»: Bckd des Sch»vedeiiköi:igS, sich aus den mrderen Erzählungen des Wecckes besonders he r vo»cheben. — Castell, Die mysteriöse Tänzerin. Nv-velletten. (Langens Martbücher Band 22.) Urnschlagzeichnuna von O. Bau»n- berger. Preis gebundei: 1 dRmck. Verlag von Albert Langen in München. — Tie schon bekannte Novelleftensammlung, deren Verfasser den Dchtveizer Schillerpreis für 1916 eihiekt, liegt jetzt in 1 teuer, billiger und schön anZgestatteter Ausgabe vor: in dieser Form wird sie den großen Kons ihrer Freunde noch erwecken:. Abftruhrätsel. Lrüsel, Stib, Centa, Steuer. Von jedem Wort sind zwei Buchstaben an beliebiger Stelle ab- .ustreichen. Die siehenbleibendeir Buchstabengrnppe»» n»üssen im Zu- ?anm»enhang etrvaS bezeichnen, rvaS so n,a»»che auf ihren Reise»: ersehnen. (Tluflösung in nächster Nuunner.) Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer. Reiben Relie»». Reiaen, 7kte»iien. Reimen. Recke»,. Re»ten, Reizen. Gchr»tle»tuna: Ir. R. Zeuz. — Zw:llingSrunddr»:ck m»d Verlag der Brühpschen UniversitätS-Buch- und Steindruckecei. R. Lange, Gießen»