Sn Sturm und Stille. Roman von M a x Tre u. (Fortsetzung.) ? „Gewiß, Tante. Selbstverstäridlich. Wir nehmen keine Unade von fremden Räubern. Aber —" „Aber?" fragte die Tante, da er stockte, und sie trommelte wieder einen Marsch aus dem Deckel ihrer Tabaksdose. „Hm, Tante, siehst du denn die Angel nicht, die da liegt? Wenn ich die Gnade zurückweise, wird man mir wegen Majestätsbeleidigung den Prozeß machen. Man sperrt mich ein, setzt mich hinter Schloß und Riegel, wie den Poplitzer Krosigk, und erreicht das gewünschte Ziel besser und sicherer als auf dem ersten Wege: man trennt mich von meinen Bauern." Mit scharfem Klappen fuhr der Ebenholzstock der Domina aus btc Diele nieder. „Das sollen sie wagen!" „Und wenn sie es wagen, Tante?" „Hm-dann--, nun wir werden ja sehen. Vorläufig ist es noch nicht so weit. Man soll keine Geister zitieren. Sie drehen einen! schließlich den Kragen uni, wenn man sie nicht Mehr los werden kann." Eine kurze Panse. Jetzt führte die Domina bedächtig eine Prise tzur Nase und sagte: „Willst du nach Magdeburg?" „Es wird nichts anderes übrigbleiben, Tante. Ich werde ihnen schon den Standpunkt auseinandersetzen. Und wenn sie mich wirklich einsperren-" Heftig fuhr die Domina auf. „Hand an dich legen? Sie sollen nur kommen! Du wärest nicht der erste, der aus den Kasematten einer Festung den Weg in die Freiheit fände — trotz Kerkermeister und Schildwache." „Die Mauern sind dick iM Magdeburg." „Die altmärkischen Schädel sind dicker. Weißt du, wie der Schulze im Salzwedelschen gesagt hat, als sie ihm drohten, sie wollten ihn totscheßen: „Scheet man tau, jü Döö- köpp! Minen Schädel kreegt jü doch nicht kapott!" Und —" die Domina erhob sich, und ihre große, hagere Gestalt rich-- tetc sich stolz empor — „sie kriegen uns eben doch nicht kapnt!" Es 'wurde an die Tür geklopft. „Herein!" rief die Domina. Ein junges Mädchen trat ein. Verwundert sah Hans auf die blühende Erscheinung, nur deren reiches, blondes Haar die Sonnenstrahlen spielten, als ob sie einen Heiligenschein darum weben wollten. „Wie kommt denn dieses junge Leben in diese altersgrauen Räume?" dachte er und betrachtete immer erstaunter das seingeschnittene Gesicht, aus dem ein paar große, tiefblaue Augen ihm halb schüchtern, halb neugierig entgegen- blickten. Die Domina löste das Rätsel, nachdem sie dem jungen Mädchen die Hand gedrückt. „Mein Neffe — Hans Joachim von Sormitz — Fräulein Beate von Hassow," stellte sie vor und setzte dann erklärend hinzu: „Fräulein Beate ist bei uns zu Besuch. Ihre Mutter ist schon lande tot, und ihr Bater fiel in österreichb- scheu Diensten bei Aspern." Hans Joachim verneigte sich. Und die Augen der jungen Leute tauchten einige Angenolicke inenander. Dann nahm die Domina wieder das Wort: „Komm doch iu einer halben Stunde wieder, liebe Beate. Ich habe noch mit meinem Neffen zu reden, —i |e£ dauert nicht lange —" Beate neigte das schöne Haupt. Und wieder trafen sich die Angen der Jugend- „Du wunderst dich," sagte die Domina, als Fräulein Beate das Zimmer verlassen hatte, und ein leises Lächeln svrelte um ihre scharfgeschnittenen, energischen Züge. „Hier sind sonst nur alte Damen, meinst du? Jawohl, das haben wir nämlich selbst gemerkt, und als wir es merkten, waren wir uns einig, daß etwas fröhlicher Sonnenschein uns altert nichts schaden würde. Und kurz entschlossen, ließen wir Beate kommen. Ich habe ihren Vater gut gekannt und ihre Mutter auch. Das junge Mädchen twu bis jetzt in Kassel —i und das — das ist nicht der Ort für eine Beaute — eS stich zu viele Schürzenjäger da —, das weißt du ja besser als Ich Aber nun sag, willst du wirklich noch nach Adagd-ebUrH gehen?" Einen Augenblick überlegte Hans Joachim. Dann enb" gegnete er ruhig und entschlossen: „Nein." Er hatte aber der Tante nicht gesagt, weslmlb er feiltest Entschluß so plötzlich geändert. Ein paar blaue Augen hatten seine ursprüngliche sicht umgestoßeu. Und diesen blauen Augen begegnete er jetzt, als er durch den Klostergarten hindnrchging, weil er, wie er selbst ernsthaft glaubte, sich überzeugen müsse, ob denn da die Frühjahrsbestellnug auch richtig im Werk und Werdau war. Daß er durch das Fenster hindurch Fräulein Beate, int Garten entdeckt hatte, wäre natürlich ganz und gar kein Grund für ihn gewesen, in den Garten zu gehen. Und nun standen sie sich gegenüber. Ihre Augen suchen sich, und dann senkte Beate schnell das ihre, und eine leichte Röte husche über die feinen, ausdrucksvollen Züge „Fräulein Beate-. Er erschrak. Mein Gott, wie durste er sie denn mit ihrem Vornamen anrcden! Aber das kam ja so selbstverständlich heraus. Und auch beim zweiten Male — als ob sie gar keinen anderen Namen trüge: „Fräulein Beate." „Was __ ii tun Sie denn hier, Fräulein Beate, in der kühlen lrärttuft und auf den feuchten Wegen?" - 426 „Ich wollte sehen, ob die Fliederbüsche schon Knospen haben." „Mer was tun Sie denn hier?" „Ich ja id> wollte Auch mal sehen, ob die Fliederbüsche schon Kziospeu haben." „Da stimmen wir ja ganz überein." „Seltsam, ja. Wahrhaftig seltsam. Aber ganz hübsch, nicht wahr, Fräulein Beate?" Sie antwortete nicht, sondern sah gailz eifrig auf die zarten grünen Knospen, die ihre deckende Hülle zu sprengen cm fingen. „Wie lauge gedenken Sie denn hier zu bleiben, Fräulein Beate?" fragte Hans Joachim. Sie zuckte die Achseln, und ein wehmütiger Ausdruck trat in die feinen Züge und spiegelte sich in den großen', feuchtschimmernden Augen. „Weiß ich's? Jedenfalls so lange, als Ihre Tante, die so herzensgut zu mir ist, mich hier behalten will." „Das wird sie hoffentlich ewig tun." „Das wäre lange, Herr von Sormitz," lächelte Beate. „Ja, wollen Sie nicht?" „Ich? Ob ich will? Ich bin ja lvie der Vogel aus dcln Ast, eine Vater- und mutterlose Waise, die kein Heim mehr hat, keine Stätte, wo sie ihr Haupt hinlegen könnte." „Die haben Sie aber hier gesunden, Fräulein Beate. Ich kenne meine Tante, — etwas Halbes tut sie nicht. Und haben Sie nicht den schönen Spruch gelesen, der über der Eingangspforte des Stiftes steht: „In Sturm und Stille — meine Heimat!" Sie neigte das von blonden Flechten gekrönte Haupt. „Ein schöner Spruch, in der Tat. Ackp und ich möchte gern, daß ich eine Heimat gesunden hätte." „Die Tante wird Sie schon iveich betten. Das versteht sie vortrefflich, und wenn an ihr auch ein ganzer Mann verlorengegangen ist, — die weiche, tröstende Frauenhand hat fte doch noch immer/' Beate nickte. „Wie eine Mutter nahm sie mich auf, als ich vor ein vaar Tagen hier eintraf. Ach, und ich fühle mich so iun-- oeschreiblich wohl hier nach den Aufregungen, die ich in Kassel durchzumachen hatte —" „Wieso?" fragte Hans Joachim neugierig. Sormitz, seien Sie froh, daß Sie kein Müdchen sind. Sie, ein Mann, können sich ihrer Haut wehren, aber wir —" Sie seufzte. „Na, den Halunken soll der Kuckuck holen, der Ihnen zu nahe getreten ist! Wer hat Sie in Kassel gekränkt?" „Ach, so schlimm war es nicht," lächelte sie. „Mer zu- drrnglich sind die Männer dort — gräßlich, sage ich Ihnen. Auf Schritt und Tuitt ist er mir gefolgt, wenn er mich ans § Straße sah, und als er meine Wohnung ausaekund- ifvet hatte — ich wohnte bei entfernten Verwandten — "un ein wahrer Blmnenregen sich über mich zu ergießen, konnte ihm nichts zurückschicken, weit ich weder seinen ^Nle Wohnung kannte, und so muß er wohl gedacht haben, ich hätte das alles in Freuden angenommen, keim eines Tages sprach er mich auf der Straße an —ft ^ ."Der Unverschämte!" rief Hans Joachim. „Das Genick ^br^b ich ihni noch nachträglich brechen!" . "Dirn Sie das lieber nicht, Herr von Sormitz. Sie hätten sicher nur schwere Unaelegenbeiten davon, denn ich. hörte, er großer Günstling imb Freund des Königs Jerome, und was^er wolle, das setze er auch durch!" „Und sein Name?"' „Ja, den konnte mir mein Berichterstatter auch nicht ?^u Franzosen nur von Ansehen. Ach, Liedern weg bin, denn wenn mau v. } n c ' ^ en Ui an aus dem Hause macht, imnrer ^ ?ou Zudringlichen belästigt zu werden, €ln ? m ganze Leben verleiden. Hier ist es so schön sttlt und ruhig und alles so liebe Menschen hier -f' „och auch, Frau lern Beate?" J e,!leUtrW > gerade sagen „Go halten Sie mich für einen Barbaren'?" 'vr Aber jetzt ist die halbe Stunde herum mebSeCr m Xa " tc - meu ' ^ bm die ÄgtäS 9 ° 0d)i,n Mt Heinc ' lckimare H^nd. „Auf Wiedersehen, Fräulein Beate!" ,* Sie wollte davoneilen, wandte sich aber nochmals urw und fragte: „Konnnen Sie oft nach Hohenbergen'?" ' „Wenn Sie es wünschen, jeden Tag, vormittags und nachmittags." „Ach, Sie sind auch schlecht —" Und schnell sprang sie davon. Hans Joachim aber sah ihr nach, bis sre im Hanse Verschwunden war. —> — Oben am Fenster ihres Zimmers saß die Domina und' las ut ihrem Wirtschaftsbuch — eine Art von täglichem! Rapport, der über alle Vorgänge in der Kloster Wirt schuft ihr zu erstatten man „Der Heinrich Möller will die Anna Biesemann heiraten —" Da fiel der Blick der Leserin durch das of feile Fenster gerade auf Hans Joachim und Beate, wie sie sich MN Abschiede die Hand gabeil. Und der Domina schien dieser Händedruck außergewöhnlich lange zu dauern. Wieder trommelte sie einen Marsch auf dem Deckel ihrer Schnupftabaksdose; aber diesmal ging er prestissimo und fortissimo. „Dazu habe ich mir nun eigentlich die Beate nicht kommen lassen," sprach sie vor sich hin, „daß dn ihr den Kopf verdrehst, Hans Joachim. Ueoer die Stränge geschlaft gen wird nicht in Hoheiibergen. — Das wird dir die Domina rrastig zn Gemüte führen, mein Junge!" lind dann machte sic zu der Notiz im Wirtschaftsbuch, die Randbemerkung: „Wenn er ausgetobt hat, soll er sie kriegen. Sonstein nicht. Und es soll sich's jeder merken: Liebschaften leide ich nicht, und wer heiraten will, nuiß zuvor vernünftig ge-' wordeii )em/' 1 ö d Doiui klappte sie das Buch zu und streckte der eiw-i tt elenden Beate herzlich die .Hand entgegen. (Fortsetzung folgt.) Zeldmarschall von Hindenburg. Zu seinem 70. Geburtstag am 2. Oktober. r ' Bon Ferdinand Runkel. Ein unscheinbares Geschchnis beim PfingslgottEeirst einer kleinen Vstpreußischen Gemeinde ist bezeichnend für die große ©er- s^bb^^Mgiährige Kriegsheld im deutschen Bolle genießt. Tcr Gottesdienst war zu Ende und Hiiideiiburg verließ dirrch deii Mittelgmrg du Kirche. Ta erhob sich wie von selbst die ganze Gemeinde und ließ dqn Retter Ostvreusteirs gleich emcm romlichen TrmmpWior die Rethen durchschreiten So empfmdet ganz TeutsÄand an dein festlichen Zorn da .Zeldmarscgall seur siebenzigstes Lebensjahr vollendet UnwUMrlich muß man an semen bedeutenden Vorgänger Hellmuth von Dioltke denken, der geistig fern Lehrer in der Kriegskunst war Aber es ist doch eUoas mweveS, was Teutschlaiid seßrein Hindenburg entgegenbringt als die BeivUnderung und Wertschätzung Ätoltkes Er gehorte nicht m,der Weise: dem ganzen.Volke, wie Hrndeinburg> olympischen Höhen, WEichkett das ist, als was ihn der Kaisn im Jahre 1916 feurte: der- wahre Heros der Deutschen. . - «»2, ME an dre Spitze des deittschen Heerbannes trat, war das Vaterland mcht rn Gefahr, der Krieg 1870/71 war gewisser- ern Kmnpf Ndcuin gegen Mann; aber als' Hindenburg am 22 August 1914 den Oberb« über die FvoM im Os^n über, nahm, standeil bereits fünf Machte g egen Tentschtand, lind die Nusieii begannen mit erner halben Million Truppen Unser schöileÄ Ostprensteil zri überschwemmen, Mord Md Brand iiin sich' her ver> brettend. Berzweiflimgsschi-eie :Jauvm von der SS A ^OOTMY ) 1 ^ 0011 Kowno herLommend mit nnn 6Wen 'Komgsjberg Uiid Samsionoff draiig hitt 230000^Mmin vom Narewi über Mawa gegen No-rdivesten in Misere blühende Provinz ein. Schnell entschlossen entwarf .Hi'ndcn,- ^ sEnebeiitz genialen hm fi^mt Et. .Er veriügte n^ ubei: 13j 000 Mann, aber bic genüge Zahl seiner Sti-eitkn/if!Ä ließen ihn kcineir Augenblick zöogern, beit um inehr als das Top'- pelre uberlegeiieii Feind migriffs!lv«eise entgegenzugehen In kaiiin einer Woch? imr bic gewaltige Narewannee jertStnrt UiS mut tvaiidte er sich gegen Reuneiitainps, der, wohl vas Schick,al mrSPsir-Ä 11 / ixrdroheiiden UmklmnuieiungeMzoa „St öS fernes SüdWgelsl über die Grenze zurück^ tz- G blurz ein Mmm. .nach dein Herzen des Volkes. Schlicht und herzensigrch Mn großer Einfachheit im Reden und KEln hervorstechertdste Eigenschaft ist seine mwerivüst- Ech ferner ganzen >Unracibuirg mitteilt und tedeir eu^etncn auch m schwierigen Lag«: mit feste,n Vertrauen aus den endlich«: Erfolg erfüllt. So Wurde er ein lvahrer Volks Held von Unbeugsamer Pfftchlttvmc und einer rlchrendm Bescheidenheit , ^.-lew verdei: Tugerrdm bezeugt am besten die Stelle aus eincin Briefe, den er :m Jahre 1915 nach Hannover schrieb: ~ .^Tas Vertrau«: und das WoOvollen, welches' mir von alle,: ^Eu cntgcgengebracht wird, b«vegt nrich mehr, als ich aus- zaffprechm vermag. Ich törrat diesen: Enpiegmkommen nur er- widern, da,; :ch nur meine Pflicht ft'ir.Könignnd Vaterland tue I?^m m:r h:erb« besondere Erfolge- beschied«:, so danke ich sie gimdigm Fichrmrg, meinem Mserlichm Herrn, der mich ans meuoeu Posten berief, meinem treuen Gchil sen Ludendorff nebst ^brn ^uld der uiwer-gletchlickien Ausdauer und memer Truppen. Ans solcher Grundlage bleibt für m:ch n:chtt viel Mvdrenst übrig. Meine Gedcm.'ken weilen oft im lieoei: Hairu-over. Die Freude am dereinstigm Wiedersehen vermischt bei d«n Beioußtsein, daß hei der Heinikehr so unr ernst nahe gestanden hdt. Aber getrost ^ 6 Hte Ende einige Wochen oder- Aüonate eher oder spater emtrftt, spielt in dem gewaltigen Mngen keine Rolle." Mein zreund Iohannsen. Es war iii der Zeit nach den großen englisch«: Angriffen. . J*? E'uer wieder anslebende Artilleriekanrpf, die ununter- Verinche seindlick>er Patrouillen und Aufklärungsabtei- 5^,Ncher erscheinen, daß der zähe Feind sich noch aEnwn Ergebnislosigkeitseiner dlnstrmgungm ab- Ä Ä?! unmer noch unruhige Tage im Graben, SniLÄ ^ ie ma }\ t) '. anri n ?^ Beobachter vorn lag, war gelvöhu^ l:ch nichts -vemger als eine Erholung fefte l T d} Ü n - Me verschiedener: Waffen, besonders wir lsten mit der Jnfanterte, m gentcinfd>cif 11 id^ren l Wirken zusammen, und manche Freundschaft für länger als einer: Tag ist da u: gleicher Not und Gefahr geschlossen ivorden. . d^b^br dritten Kouipagnie, die uns schor: mehrfach beherberat und wohl aufgmommm hatte, ivar mir ein bloiider Unteroffizier pf l ^ U 11 ?/ ^on ber Wasserkante, durch sein offenes, ^uläges Wesen lieb geworden. W war elircr- von denen, die inr klemm Kreis b e Eigenschaft«: jene Art Herrschaft ausriben, fä^L qffüs' r ] hc ' blc - m, f Gewalt str'jtzt. saßer: w:r, iulc >chon oft, beim Kerzeiisttmimcl zw samnim Der Kvmpagniesuhrer hatte aui Nachmittag in den ein- ^terstmwen über die neue Kriegsanleihe gesprochen und die Freude gehabt, bemi größten.^eil der Marinschaftcu Verständnis LSE."«r «- wä Ätts Ä J aoa .; f lc Wtt »Ätat riacitUiS?"'% n mcht wtt der Sprache heraus. Tann sagte er: Ja Mein Lieber, d:e Sache ist so. Ich weiß ganz genau/daß tvir'viel Geld zum Kriegtuhren brauchen und daß es auf jedem einzelnen- Aber, scheu Sie, ich habe zuhause eine alte Mutter und «neu halblabmeii Vater scheu und die Leute leben bei den harten Eh E knapp. Daffchicke ich. ,vas ich v-oftder Löt> V »ach H«use. Und ich hätte doch auch so <^iäV n K tC ' Me > n Outer Johaimsen, Ihre beiden eisernen Waaschal^^^ ^ Zelchtumg, und wem: Sie die in S rÄirmI Essen :u die mrdre viele Leute steigen, denen es leicht fällt, :br Gew dein Vaterland gegen gute Zinsen zu. leil>m." r ,. drückte mir dankbar die Hand und ich hatte das schürze Ge- süyt, nnem braven Kerl seine Gemütsruhe imeder gegeben zu haben. ch Werg nicht, ob es sein Wahlspruch war, aber bei ihm traf miß Wort m seltener Weise zu: „Dem Mutigen hilft Gott!" Ter Abend karn. Wemr ich es nicht gewußt hätte, würde mir eine wüste Schießerei bald verraten Mben, das; cllvas los »var. lind siel-e da, kaum eine Viertelstunde spater kam der schneidige Patrouilleilführer zmütck. vvd :m Geleit seiner Getreuen schlichen drei Toinnchs mit ettoas bedrucktcii Micneii dm Graben entlang. Das war ein »oertvoller Fang! r sagte der Kompaguiesührer in semer Frmde, „die bndm Kreuze haben Sre schon. Sie habm aber schon längst wieder e:ne Anerkennung verdient. Ich wüßte nicht recht, was ich Jhnm geben sollte, wenn ich — hm — wenn ich nicht eben lvüßte ^ Oberleutnant war seines Zeichens Fabrikbesitzer, ein vermögender Mann, der eine offene Hcuid ftlr seine Leute hatte. Cs wunderte mich deshalb nicht, daß Johannsm plötzlich eiiien Blauen m der Hand hielt. „Herr Oberleutnant." „Lassen Sie's nur gut sein, Iohannsm, ich weiß, Sie ivlsferr etloas Rechtes bannt auzusangm." Oberleutnant, bitte das Geld lvieder zu nehnrm." „Aber. Iohannsm.?" „Ja, ^^' Oberleutnant" und seine Augen straMtm „ich zeichne d:e lumdert Mark auf Kriegsanleihe." Die Gelgewinnung in Hessen. lieber üv Del,Een ober, wie man sie in Oberhessen all«, mein nmnt, „Schtagnlühlcii", gab >es noch vor 50 Jahren im Krns Gieß«:, icud uichc weniger als 15 davoi: tagen inr Busecker Tal lmig» der palbach urid der Krebsbach, die vereinigt die Wieseck blldcn IN Wnscck, auf der nahm Badcbnrr, in Lollar, Lich und Ginnbcrg wurde Orl geichlagcin 5-rujie sind nur noch 10 Orlmühlen Inf iSrs; w * ch'^^Ärtcil nach und nach mit denr OclschlaMN ^ «miiottfa! rnrückging, Mroße Kosten ver^ ursqchte der Betneb nicht. Fast alle MWsr hatten Wasserkraft!, nur o sozenwmte RoWllihlen nmden mit Pferd und GSxrlwerk In dem ^,orf Stcinbach gelM, heute iwch 2 Rostnllihlen^ SÄiÄ“ 6 " 9 riC3t ,clt m ’ !ie ift ^ Samen »rird auf einfache WÄs« mtöü, Mittels eines KErgangs »der ernes Bolzenwerkes^ wird er zunächst zerLeinert. sechs b:s sieben Pfund des gequctichLe'n Saurens kommen darauf in eu:c Rnigio.ru:. Der Rmg, oder vielnwhjr Mehrere Nnme, iverden m einem Holztrog, der uuocndig mit Eisen verkleidet ist, die sogen. Pr^esse, nebmuuander ^gestellt. Daz,rischen steckt mcn: Buchenholz- ZT 11 cot w?* biefe ?on oben die Hdlzstekmpel, vou. einem: dicken Wellbanu: gctrrebm. meder', ivodnrch das Oel, das untm ab- Mßt, herausgepreßt w:rd. Zurück bleibt der Oelkuchen Seckjs PNtnd^cünen geben y 2 Maß (ein Liter) Oel. Geschlagen ivurde ür d«: letzten Jcchrzebntm hauptsächlich Rübsen, d. i. Winter- dessen gelbes Blütenmeer w«eitliüc über die Fluren sichtbar :st.. Ter ngenttlche Raps, mich Kohl oder Dölpet genanift. tv:rd nur veremzett gezogen .Er hat dicke Körner, sein Oel ist nicht fr/J* 11 *' , 4 ? Ä? ^tDhnzucht tour nicht.allgemein verbreitet. IU 7 /sm 5 dllten-Bu^ck mimten zroei Bauen:, die alljährlich MoM Magsauimh oder ime man hier sagt „Oleköpp", ,Ole- Äm 1 ' ^ 6 aib '.Oleköpp" so. groß wie ein Hühnere:. Q\!Lri' lÖ p Clt ^ )at rn Bnscck auch, ein )Mni: ein paar Pftuch Zloetschmkeme schlagen lassen, nieder eii^elne Zivetschenkmii mußte ausgemacht 'und der eigentliche Oelkeri: herausgeiioinmen werden .9* »latte erneu recht guter: Geschmack. Ta es Spuren von. geschützt^ rst es vor denk Ranziglverden und Verderben . ,„^urch der: Krieg ist nun die Sarneiisiicht lvieder zn Ehren ge- konrnun. Wer halbwegs vermochte, brüte ein Srück Sauren, uln p decken. Der vermehrte Smneubau tonrtrf l *!!i stärkte Tätigkeit der Sckftagmüchlel: zur Folge und in ^ ^ 2?^ Ggar erne nme Oelniühtte gebarit. rr. /^eiu Niar: ^wieder a::. Er bringt dopt>estm Gelvinn' FlochS und Oel, DerLnn braucht j<>tzt nicht ä# wm Bauer tts zum m 2ciiiot«ttii vvvavbeideL zu lyerto, kommt tucfrt mie»jcin. fcfce Bach, iiKrfc A mehr gedvecht. apschwrtnaen \tnb gebbrrtt, sondern rmro nachdem er gevefft ist, als Grünslachs verkauft. M den Setten des Scheuertoves wurden die Resse (eiserne Riffel) mi gebracht und durch oie^e der Kein gezogen. Die „Knotten" fuüen dabei, ab. Hrer und da kann man yeubr noch etttc „altes Reff" sahe't Der de,te Flachs in der Qteijenb iouvdc in Annerod geigen, der Wetterauer Flac^ war von geringerer Güte. Ans dein Fhtchsgaru webte sich der Bauer auf eigenem Webstuhl sein Leinen: vctttlies und feines, zu Hemden, Wagentüchern, Hosen und Röcken. Das Zeug rvar von außerordentlicher Dichtigkeit Mid Haltbarkeit. Ntsan webte Beidevwand, Beiderwolle, Bauiinvolltuch iurd sogenanntes Kilminel- nnd Salztuch, je nach der Farbe und dein „Zusatz ym Wolle und Bctunuvolttäden. Die selbstsesertigten Anzüge waren unverwüstlM Das Tuch brachte der Bauer zur Walknrühle nach Gietzm -der „ach Trohe, iuo es gewalkt und geraühit wurde. Die Tuchjtücke wurden in einem Iw, in dem sich Wasser und Letten (Tonseise) befand, mit Stempeln bearbeitet. Zum Raühmachen des glatten TuclM benutzte man selbstgemaäü-e Streichhölzer. In einen kleinen viereckigen Holzratzmen spannte man 5—6 Reihen Distelkarden. An dem Rahmen war ein Holz griff, uitd mir dein Stretchholz NÄrrde Wer das Dich gefahren, bis e3 rauh mtb wollig uvic. Die Disteln (Karden) käme,: aus Frankreich. Die l)eimisck)-e dtcke Stechdistel war nicht gut oerlvrudbar, zN leicht und ilutzde sich rasch ab. Noch vor 50 Jahren hat der 80jährige MiEler Bol? aus GroßenBuseck m der Bilserniützle $u Trolse Tmtz gÄvalkt. , Hier zog man fast durchweg den „Gehjans" oder Klangflachs, der auf Johanni gesät im'b zur Zeit der Kirmessen (im September) gerupft wurde. Die Samenhülsen, die Kirotten, sprangen von selbst ern Zn der Svwre aus, rechte sie öfter um und trennte dann mit her Wurf- schausel die Knotien und den Leinsamen. Die Knotten. gaben ern gutes Dchaffntter, der Sauren das gute Leinöl, das in der Küche Berwendimg fand!und von detn jetzt das Liter 20—30 Mark kostet. In der Bilsermichle zu Trohe wurde auch Hirse geschält. .Man benutzte dazu eineil Ki mitten und eineit Stempel. In den K.umpen kamen die Hirsekörner, die durch den Stempel enthülst wurden. Der Stentpel alter durfte uicht bis cinf beit Bödeit des Kinn Pens fallen, sondern uxrr so gorichtch, das; er in seiner tiefstem Lage handbreit abstaird. Andernfalls iioäreu die Körner zermalmt worden „Selbstg-esrwnnen, Selbstgemacht, ist die rechte Bauern kracht' so lautet jin uraltes Sprichwort. Es will besagen, daß der Bauer anu besten führt, der, söwett er kann, seine Leberts bedürfuisse selbst herftellt. Wohl hat er saure Arbeit ztt verrich,ken, alletn er hat an dent Selbsterzvugten auch doppelte Freude Dr. G. Vüchertljch. — Bonns I l l n st r i e r 1 e Kriegsgeschichte. Hand« feuerwasft, Abwursbombe, Fliegerpseile, Masclüueugewehre, Schitellfeuergeschütze, ErPlofiv-6)eschZse. Diese rüngste Kriegswaffe, das Flugzeug, lmt sich int Weltkriege zu einem ganz besouderert Faktor herausgebildet, uicht nur als 5kampf,verkzeug, sondern auch -zu Beobacht!mgs-, Erkunduugs ttud anderem Zwecken ihre Brauck>- barkett erwiesen. Diese KriegÄvafse in allen ihrelt 'Auwendmtgs- sonnvt keimen zu lernen, dürfte heute jedermann interessieren und deshalb wird ein Artikel, wie ihn Oberiuaeuienr E. C. Hel)mann in den soeben erschienerrem Heften 143—146 von Bongs I l ln- ftriert-er Kriegsgeschichte „T e r Krieg 1914/17 in Wort und Bild" (Teutsä-es Verlagshaus Bong L Eo., Berlin W 57, wöäientlich ein Heft zum Preise von 35 Pfennig) er. sch?inert läßt, Etommeit sein. An diesen Artikel schließen sich andere, ebenfalls reich illustrierte Artikel, >oie „Vorn Knüppeldamm und ähnlichem", „Die Front der Winkel und Bogen". „Der RusservKehtans in Galizien und in der Bnboloiim", „Vom Krieg im .Hochgebirge", „lheleilzüge", „Marschleistungen im Kriege", ^.Daö Plakat int Kriege", uud anderes mehr. Diese Abschnitte mit ihren Schilder- uuaen und Einzelleistnrtgen unserer verbündeten Heere, geben eine toillkommöue Ergänzuu;) zu dent Hauptabschnitt des Werkes „Der eigentliä>cu Kriegsgeschichte". Hier finden 4oir die Fortsetzung der Kämpfe an der Arrassront bis im Mai 1*917, von dem bekannten Kriegsschriftsteller Wilhelm v. Masfow, in seiner bekannten, an- sämuliä-cu und interessanten Schreibroeise geschildert, und die zahlreichen Bilder, Karten und Pläne, geben eilte vollkommene Ergänzung zu dem Texte. Cs wird jedermann interessieren int Zusammenhang diese geSvaltigen Borgänm' an der Front keuneurn- leriren, die durch das Heldentum rtuserer Truppen eineu für Deutschland vollen, glücklictten AtiHganjsi genommen haben. Ein roilliommener Schmuck der Hefte sind die farbigen Knnstbeilage", sie werden auch diesmal den Leser jreur»ig^überraschen durch ihre Darstellungen. Wir neunen von Pvof. W. Slöiver „Deutsches See- kampsslugzettg nimmt vor der Tl-emsemünduug die Mannschaften eines beschädigten Flugzeuges aus": von dem Kriegsmaler Martin Frost: „Aus den RückzugsgefeckKeu des' Ja Momm andos einer Reserve-Division m der Straße Perouue-Eawbrai": von C. Zimmer: „DentsckZec Doppeldecker uitterftützt den (^egeustost bei (Hvrelle" mid „Siegreich' Ahltkchr des italienischen Angriffe auf der Hochfläche der Sieben Gemeindeit durch K. u. K. Truppen." Auguste Haüschuer, Matjes Hochzeit. (Laick- ge>il-z MarVbüclZer Band 23.) UncschlwMichuuüpg von MilWm Schntlz. Preis gebimdeu 1 Mark. Verlag von Albert Langen in Münchesr. — Diese Erzählung ist erfüllt von der 'Salztust des Meeres, vom Küstenst'vom, vom wilden und gefahrvollen WellensckKvg der Nordsee. .Jade 'Sette schildert das mühselige ,md Harge Leben der lwlläu- dischen Fischer, das Elend der verlassenen Frauen, die harte Arbeit der immer vom Tod bedrohten Männer. Auguste lHauschner ge- shaltet das Eianze schlicke und wahrheitsgetreu', ohne jedes Pathos, aber hinter der 'SachlickMt ihrer <^chttderivrg splrrt man stre:ngtz ,imb zielbswtußte Kttnst. — Bibliothek de r Unterhaltung und des Wissens. Wer den Wunsch tzrtt, sich mit geringen Mitteln eine gnte eigene Bücherei anzmegen, in der er sowohl Romane und Er- Äah'lnngen angesehener Schriftsteller für die Unterhaltung cttS attch zur Erweiterung feiner Keinttwisse anregende Artikel aus allen Gebieten des Wissens Und des prattischen Lebens findet, dem kann kaum etwas GeeiMeteres empsohileit werden als di.« mit vielen Abbildungen geschmlichteit Bände der Bibliotl-ek ^der Unterhalkung und des Wissens. (Uirvon, Detttscl^e Verlagsgesell^ scktaft Stuttgart.) Der soeben erschieitene 1. Band des netten Jahr- gangs enthält n. a. eilten neuen Zeitroman von Horst.Bodemer, „Die schöne Polin", dessen Inhalt für die Gegenumrt besonders! interessant ist. denn hier lernen wir die Gegirer, mit denen im Weltkrieg unsere KAaft sich mißt, keimen, wie sie wirklich sind. Ferner wird der neue Jahrgang viele spannende Romane und Erzähtmtgeit enthalten. Als Mitarbeiter sind, wie der Verlag schreibt, gewonlten: Gräfin Ballestrew. Victor Helling, Friedrich Jaoobsen, Reinhold Ortntann, Heinz Welleit, Anna Wittula, Arthur Zapp n. a. Zahlreiche Abbildungen, unter cutderem auch interessante Originalaufttahmen aus der Natur, solvie der Ländern und Mllerknndc. Preis 90 Pfennig für den Band. Gictzener Hattssrauen-Berein. / Kochanweisungen. Gurkengemüse. Große grüne Gurken werden auSgehöhlt, geschält und in Stücke geschnitten, mit rvenig Sal- eingestneut, 1 U Stunde stehen gelassen, mit etwas Wasser, soviel man nachher zur Tunke braucht, Essig, Pfeffer, Lorl'!eervlatt, 15—20 Minuten weich gedämpft. Dann Speck mit Zwiebel sck-witzen, darin Mebl bräunen, mit dem Rest Gurkenwasser abrühren, Salz und Essm imch Geschmack tzinzufügen, i U Teelöffel Zucker und die Gurken m dieser Tunke ziehen lassen. T o in a t e n a u f ft r i ch. V 2 —1 Pfd. Tomaten mit einem lveichgekocksten Ei, etn>as Salz und Pfeffer in einem Topf verrühren, dann eine kleine Scheibe Speck in Würfel schneiden, nnt einem halben Apfel in der Pfanne 'bräunen, zu den Tomaten tun und alles auf dem Feuer unter Rühren weichkochen, durchrühren und erkaltm lassen, die Riickstände in der Suppe kock-en. Graupen Pudding. 1 /i W». Graupen gemahlen, mit x l -2 Liter Wasser zum Wären bringen und in die 5wchkiste stellen. Den Brei, ivenn er gar ist, mit einent nttt 6 Löffel Wasser an»- gerührten Banillepuddingpulver, eüvas Zucker, aufkochen lassen, in eine kalt nmgesplllte Form filllen. Daztt Fruchtsaft. Apfelsuppe mit Schwemmklößen. 1 Pfd. Aepsel, gewaschen und m Stücke gesämttten, setzt man mit 2 Liter Wasser, eüvas Zitronenschale auf und läßt ste, wenn sie weich sind, durch ein Sieb gehen. Zu den Schioemmklößen kocht man 1 / 8 Liter Milch mit 3 Eßlöffel MM iwnb rührt dies m»f scl"-vachem Feuer zuMj festen Kloß, Uergiuirlt Vs Ei rnit uienrg Miasfer, gibt Zucker hinzu und na? tz laem Erkalten 1 Messerspitze Backpulver, sticht teeläffet-, große Klöße ab und läßt sie in der kochenden Suppe gar werban. Holundersri pp« mit Nudeln. 2 Pfund Holunder werden mit kaLem Master, 2 Nelken und Zitronenschale aufg-ekochL durchgestrirhen, wieder aufgesetzt, etwas verdickt und Zucker uny Zitronensaft Äugeft'lgt, zuletzt ko,nwt V« Pfund in Sal-Wasft« gekochte Nudeln tziutzu. ' tz? c >*s — Logogriph. SDIit b nützt c3 beim Waschen, Mit t ein Kinderspiel, Mit g beim Klang der Fiedel, Mit b geordnet viel. Mit m Poelenarbeit, Mlt s wirdS bildend sein, Mit t nützts fremde Kräfte, Dtit z wirktZ mächtig ein. (Austösung in nächster Nmmner.li ^ . Auflösung deS HomogralnmS in voriger Nummer L B A Birne Brett Anton e t n -U. ScöciUUUima: Kr. R. Zrnz. — Zwillingsrunddruck und Verlag der Brühl'fchen UnioersttätS-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, (hießen.