M nlag, den \i. Leptemder Der rätselhafte Feind. Roman von Sven Elve stad. (Fortsetzung.) 24. Kapitel. DasletzteGliedder Kette. Asbjörn Krags überraschende Erklärung, die er ruhig und gelassen vertrug, schien den Rittmeister vollständig zu lähmen. „Nicht ihr Vater!" stammelte er und sank in seinen Lehnstuhl zurück. „Dagny ist nicht Oberst Holger s Tochter?" „Nein," antw-ortete der Detektiv. „Sie ist nicht seine Dockst e r." „Das kann ich "nicht begreifen!" ries der Rittmeister und stützte den Kopf in die .Hand. „Jetzt stürzt altes um mich zusammen. Treibst du auch keinen Scherz mit mir?" „Wie kannst du so etwas denkend rief d-er Detektiv. „Ich habe mich nur entschlossen, daß dn heute nacht rwch alles erfahren sollst. Dn selbst kannst lvählen, ob wir uns zuerst auf die Jagd nach dem Mörder machen sollen. Das ist das eine Drama. Oder ob du zuerst die Wahrheit über Fräulein Dagny Holger erfahren willst. Das ist das andere Drama. Und diese beiden Dramen stehen sonderbarerweise tatsächlich in keinerlei Zusammenhang. Und doch haben der Zufall, die Zeit und die Menschen diese zwei Angelegenheiten untereinander gebracht und ein großes Rätsel daraus gemacht. Und jetzt ist das Rätsel gelost." „Erzähle mir zuerst von Dagny !" bat der Rittmeister. Er war sehr blaß geworden, und seine zitternden Lippen verrieten die tiefe Bewegung, in der er sich befand. Die Spannung der letzten Stunden hatte seine gewohnte Ruhe vollständig erschüttert. „Wie ich dir bereits gesagt habe, ist Oberst .Holger nicht Dagnys Vater," sing Asbjörn Krag an. „Hat sie das die ganze Zeit über gewußt?" „Nein, sie hat bis vor loeuigeu Wochen geglaubt, Holger sei ihr Vater. Sie hatte auch gar keinen Grund, etwas arideres anzunehmen. Wie du weißt, ist Holger Witwer; seilte Frau ist vor achtzehn Jahren gestorben. Daguy ist jetzt zwanzig Jahre alt, und so w-ar es selbstverständlich, daß sre sich an ihre Mutter nicht mehr erilmern konnte. Holger nahm das Kind zu sich, als eis wenig über ein halbes Jahr- alt war. Damals lebte er in Deutschland. Die Jahre vergingen, und der vorzügliche Pflegevater bewahrte das Geheimnis; ivahrscherultch dachte er, er könne es mit ins Grab nehmen. Llbec da tauchte eines schönen Tages der Schuft, der Herr Advokat Bvmanu, auf mit einem Bündel Briefe. An jenem Tage begann das Trauerspiel. Lieber Freund, ich sehe, dn möchtest etlvas fragen." „Ich verstehe nur nicht, warum diese Tatsache so ängstlich verborgen iverden mußte. Warum sollte der Oberst sie nicht als seine Pflegetochter anerkennen?" „Unter gewöhnlichen Umständen hätte er das wohl arsh von Anfang an getan. Aber es liegen hier besondere Umstände vor, die den Hintergrund für die Tragödie bilden." „Warum hat er sie überhaupt zu sich genommen?" „Weil sie pie Tochter seines besten Freundes, seines Spielkameraden und Jugendfreundes war." „Schön. Aber dies erklärt doch weiter gar nichts." „Dieser Mann lebt noch," sagte Krag gewichtig. Der Rittmeister stand auf und ging gedankenvoll auf und ab. Er fing an, den Zusammenhang der Dinge zu ahnen. „Dieser Manu 'lebt also noch?" sagte er. „Wie heißt er?" „Das bin ich nicht verpflichtet, zu sagen, um so weniger, als er nach den neuesten Nachrichten kaum mehr lange leben wird." „Wo lebt er?" „In Deutschland." Der Rittmeister ging zu dem Detektiv hin, sah ihm fest ins Gesicht und sagte: „Ich bin stark genug, alles zu hören." „Ich sehe, du hast erraten, um was es sich handelt." „Dagnys Vater hat also sein Kind seither nicht mehr gesehen?" „Nein, seit 18 Jahren nicht. Er selbst wollte es so." „Und ihre Mutter?" „Sie ist gestorben." Nun entstcnrd eine Pause, eine unheimliche Pause. Die beiden Männer schauten einander ins Gesicht. „Bei demselben Anlaß?" fragte der Rittmeister. „Ja." „Hat er sie umgebracht?" „Ja." „Großer Gott! Weshalb?" Asbjörn Krag zuckte die Achseln. „Wer weiß?" sagte er. „Es war ein fürchterliches Drama. Der Mann, Dagnys Vater, wurde znm Tode verurteilt, nachher aber zu lebenslänglichein Gefängnis begucv- digt. Jetzt liegt ?r auf dem Totenbette. Aber ehe er lebendig ins Grab ging, trat sein Jugendfreund Holger auf urrd erleichterte die Last seines Kummers dadurch, daß er das Kind zu sich nahm. Er gelobte seinem alten Freunde, es als seine eigene Tochter zu erziehen und keinem Menschen von dein entsetzlichen Drama zu erzählen, das sich abgespielt hatte. Der unglückliche Vater dachte wohl, wenn .Holger seine Tochter gerichtlich adoptiere, so werde sie doch, wenn sie erwachsen sei, «zu wissen verlangen, wer ihre Eltern waren, und dann könne sie nickt hinters Licht geführt werden Damit kein solch schwarzer Schatten auf die Jugend des unglücklichen jungen Mädchens falle, hat er verlangt, daß es so geinacht werde, wie es gemacht worden ist, und Holger gab sein Wort, bas Geheimnis zu bewahren. Aber nun taucht plötzlich dieser Schuft mit seinen Dokumenten auf. Er war der Sohn eines Sachwalters, mit dem der unglückliche Wann geschäftlich zu tun gehabt hatte. Da- 410 durch iflj es Bo mann gelungen, seine Finger in die Geschichte zu stecken. Er war der Typus eines gewissenlosen Spekulanten und Jobbers. Ich habe in Erfahrung gebracht, daß er seinerzeit wegen einer skandalösen Wechselgeschichte nach Amerika flüchten mußte. Nach dem Tode seines Vaters kam er wieder zurück. Aber dort, im Lande der großen Möglichkeiten, hat er wahrscheinlich gelernt, welcher Nutzen sich aus solch einer Sammlung von Dokumenten ziehen läßt, die das Wohl und Wehe einer ganzen Familie betreffen. „Daß ein solcher Schuft nicht hinter Schloß und Riegel gesetzt werden kann wie jeder andere Betrüger!" „Dazu ist es jetzt jedenfalls zu spät," meinte der Detektiv. „Im Leben trat er sehr geschmeidig auf. Er band sich die Maske der Gewissenhaftigkeit und Gesetzlichkeit vor und fing seme Verhandlungen mit dem Oberst damit an, zu behaupten, nachdem er einmal in den Besitz dieser Papiere gelangt sei, verlange es die Pflicht und seine eigene Sicherheit, sie dem Gericht vorzulegen. So war die Kugel ins Rollen gebracht, der Mann wurde immer dreister in seinem Auftreten, und ich habe ihn stark im Verdacht, daß er die Heirat um sich dadurch die verlorene gesellschaftliche Stellung wiederzugewinnen. , hat einen Fehler gemacht. Er hätte sich selbstverständlich sofort an dich wenden müssen. Aber er mifc Mutete dem schweigsames und strenges Wesen und meinte, den Geboten seines Gewissens zu gehorchen, wenn er der Tochter alles erzählte. Das tat er eines Vormittags, und nun weißt du die Ursache ihres plötzliche veränderten Wesens. Das Resultat ihrer Ueberlegungen war, daß vorläufig einmal die Verlobung mit dir rückgängig gemacht werden müsse, ^oensalls bis sich die Sache auf die eine oder andere Weise üEart habe. Nun glaube ich bestimmt, daß es eigentlich gar Nicht io schwer gewesen wäre, die Angelegenheit zu ordnen. Aber da kamen die beiden Ueberfälle. Lieber Freund, kannst du ihr vergeben, daß sie dich einen Augenblick — nur einen einzigen Augenblick — wegen des Ueberfalles auf Bvmann im Verdacht gehabt hat?" «Ich vergebe dir alles!" erwiderte der Rittmeister. «Sie mutz entsetzlich gelitten haben." «, . sie twt sehr viel gelitten," sagte Krag. „Aber sie ist jetzt gefaßter, nachdem ich zuletzt mit ihr gesprochen mrd ihr ausemandergesetzt habe, daß die beiben Ueberfälle nichts mit der anderen Angelegenheit zu tun haben." „Ja, die beiden Ueberfälle!" bemerkte der Rittmeister werden nach dem, was du gesagt hast, immer rätsel- ^'ker. Nun sehe ich überhaupt keine Lösung mehr." Asbwrn Kraa schaute auf die Uhr. „Nachdem ich d ich mit diesen Auseinandersetzungen so duwohl, daß ich noch einige Minuten zuwarte, ehe ich dir den Mörder zeige," sagte er flüchtet?"*"" md,t bU f ° Wer ' er nicht „Er flüchtet nicht," erwiderte Krag. „Worauf wartest du denn noch?" „Ich warte auf einen Expreßboten vom Bahnhof. Wie £ §"ßt, komüit um halb zwei Uhr ein Schnellzug hierdurch. Er halt zwar für gewöhnlich hier nicht, ich habe aber verlangt, daß er diesmal halten soll." „Wer kommt mit dem Zug?" Christian'ia."d'E^r von dcr Detektivabteilung in «Was will er?" fragte dcr Rittmeister. „Dir bei der Verhaftung des Mörders beistehen?" . Durchaus nicht," antwortete Krag. „Er soll mir nur letzte GNeVin berÖ.""' M " b biefeä ®° tmncnt > ft bn§ 26. Kapitel. Ietztkoui inte r. Der Rittmeister war von Asbjörn Krags Auseinander- s-tzungen ganz w,rr ,m Köpft aber so viel sah er doch e n daß seine Sache nutzt meh^ so völlig hoffnungslos war. Wieder sah der Detektiv auf die Uhr. „Der Zug ist vor fünfundzwanzig Minuten einaerab- blick eLrtem"'^'' Ma,: 9 n jetzt j°Ln'WeL der Ferne "lang 3enfht U " b ^^e. Aus „Wem: ich nicht irre, so kommt er eben." rf. 911 t r tmet J t ? r war jetzt ebenfalls sehr gespannt und steifte sich neben feilten Freund ans Fenster. stehst?"friste*ci* U n,cnn du hier so im Hellen Lichte "U?s meinst du?" entgegnete der Detektiv. '.!>!.beide von außen ganz deutliche sichtbar." rin L t9, ' Erwiderte Krag. „Wenn dort draußen cm präch«ge?Z b el"°" ftl " be ' fo lüä,:en *° ir für ,&n Der Rittmeister schauderte. , Rah ™bist du verwegen dreist, oder du hältst alle Hrf! 1 v ^ Hand, jagte er. „Du hast doch soeben gesagt, treibe geheimnisvolle Mörder ums Haus herum "Das habe ich nicht gesagt." zu verhaften" ^och nur aus den Beainten, um ihn cv rri "? a ^ ^ abe H Ech nicht gesagt," widersprach Krag. uur gesagt, ivenn der Beamte hier sei, daun wolle ich drr den Mörder zeigen" „Und er ist in solcher Nähe?" „Ja, er ist in solcher Nähe." starrte in bie Finsternis hinaus mb schauderte abermals. Das Räder rollen Satn irmn'ex näher. ^t , es erlig," bemerkte der Rittmeister. „Ich kann Horen, wie er das Pferd antreibt." ° ' ^ ^bich daraus konnten sie auf der Straße unter den SJEL wL ^- e f M bie ? un ! en aufstieben sehen, und im nächsten Augenblick schwenkte der Wagen in den Hof. Eine mtt Mantel bekleidete Gestalt stieg «rs. T Asbnfrn Krag und der Rittmeister gingen hinaus und m Empfang. Das Pferd war schweif schaute auf^7uhf°Lsagtc " * b ’ C ^ eher."?lfiFb"Mt^atte." ^ ^ Minuten (Fortsetzung folgt.) An der mexikanischen Grenze. ^Skizze von Lene Haase. Zju Fort Sam Houston bei San Antonio in 2>raä schmetterten dre Hörner Reveifte. Tie Dinrna-Room-L?r^^^ ^ verschlafen E den Kaseniatten hervor mw hotten dA wartetn/schon ch/tapferm VerEger Uncfflamf Counts ■Ätt; K m&Wüg'&tt S#2 vsmea/ts»aiAS StaKnicr. Mit Ä ff KKRf« ^gen! - Davon K&m b »Wc lߣ in ®alBertou md;« gefegt, sonst hatte Patrick O'Mi sich uLZ L. Z-Mtz-UdL EL h? ? & ^ltenckt ihu^LLEamLe d" - b £ LN fSÄtSÄi Ä« LLÄ ^rnte. Uniform und ein freies, lustiges ^eben hn 3 lackte schon! Und wie ging's einem nachher? Arsten mußt ,n an tzlß. dre Lchmar-te ftmckte, und wnrde auch .roch grob beln „del?' r^?wnel das Gartenland umgraben, für die Miftreü shxSft Väst Deutsche puffte ihn in die Seite. „Hallo Pat' Äen ^ das Neueste? Der Edwards van der Ä»“ ' mU mit bem ® üter « 1, 3 »ach Larcdv ,.®k!" meinte Patrick neidisch, „wer das auch könnte'" „Wart man noch n bißchen," grinste der andere Tentswc „Nur alle haben die Plackerei hier satt. Sobald bre n kleines m* gSrüito ÄJ5 NorÜ-MeWo, dann rücke ich auch aus Wckver m riechen!" ^nsmomten! Ta trugt man loenigsleW — 411 „Wahr ha stick," sagte der jrmg-e Franzose nr:d ivarf sein Dckjerlertuch erbost in eine Ecke, „sell ick' hier bin. habe ick Noch ML m die Hand gehabt als Scheuertticher; — mx Gewehr! — erste occasion ick gehen über die Grenze!" „Mflleicht rverden wir selbst mobil gemacht gegen Mexiko." „Wir ? Pshaw, wir säst äsen ja nächstens ein! Wir haben ja mcht mal Pferde! Wjenn hie Garnison mobil gemacht wird, dann müßte die halbe Kavallerie M Hause bleiben oder zu Miß hinterher laufen." Tie Leute lachten. alter „Teil Teufel Ivevd' ich gegen MAcko ansrücken," sagte ein ' Soldat, „ich Hab' geiutg von den Spanl)ards! — Wieder halb l I IT If.rt o X /> a f .21 fTtm . f« a . ... 1 rf — . ... verhungern, wie damals auf Cuba und in zerrissenen Stiebeln mmlanfen und. verdorbene Konserven kriegen vorn Fleischllust . .. Ich danke! Bei der nächsten Gelegenheit rücke ich aus und mache Revolution/' .,, ^r Eintritt des Sergeanten, eines langen Schotten, der sehr fromm war und eine lose Hand halte, brach die Unterhaltung ab. Tre Leute duckten sich. — Leutnant Evans wachte endlich mit schweren: Kops auf. Tie Ordonnanz stand vor seinem Bett und hatte ihn schon mehrfach frafttg gerüttelt. Lmrgsam kam ihm die Erinnerung an den gestriger: Abend. Richtig! Erst waren sie alle bei dem Eolonel zu Tisch geweser:; der rvar Pvolstbillonist und strenger Gegner des Alkohols. Lann waren sie nach San Antonio gezogen in die Hoffmann-Bar Mw hatten Whiskl) getrunken i:nd Poker gesvielt, und eine Sennora Ranurez hatte er 'kennen gelenrt irr: Electric Parc ... Ob, die Kopft schmerzen! „Wwat's the matter?" „Captain Smith läßt sagen, Sie pwästen einen Versuch mit den nerc an gekommenen Maultieren machen, ob sie sich vor die Geschütze spannen lassen." „Goddam! Kann der Captain das nicht selber tt:n?" „Tie Mistreß hat ihr: zur Stadt geschickt." „Ist der Eolonel da?" A «^ x ' ^ er au f ^ er Börse. Tie Mistreß meinte, er koMe nnrl Nachsehen, obd er „Fuß" in Mexiko schon .Einfluß ans d:e BaumwoN-Kurse hätte “" „Gee, gee!" stöhnte Leutnant Evans. „Ter fnss ir: Mexiko makes me sick all oder!" „Patrick!" „Mir?" !„Weißt bin, wie die Consolidated Eopipier stehen?" Patrick nahm den „Da ich Expreß" vom Tisch und sah nach. „S7Vs, Sir." „Gott sei Tank!" ' Leuttrant Evans griff sich an die schurerzende Stirn. „Allright, Pat! sag' den: Sergeant, er soll die MulasI ein spannen. Ich käme gleich!" „Pessir." Tie Ordonnanz machte kehrt' nick) ging. Rach geraumer Zeit schleuderte Leutnant Evans, die Hände m beit ..Hosentaschen, dem Exerzierplatz zu. Durchgehende und bockende Manlttere, Umgefallene und'in: Sand festgefahrene Ge^ schütze, ein Durcheinander von schreienden und fluchenden Soldaten bot sich seinen entsetzten Blicke,:. Zwei Leute trugen einen Verwundeten weg. Ter Sergeant stürzte mit roten: Kopf aus ihn zu. „Tie Mulas kann kein Mensch einspannen, Sir! Die sind ja überhaupt noch nicht gebrochen, haben nie Sattel oder Zaun: gefühlt!" „Well, dann nrüssen wir sie eben einzeln.einbrcchen," sagte Leutnant Evans ergebungsvoll. Tie Ordonnanz kan: in vollem Galopp gerannt. „Order vom Hauptquartier, Sir!" Leutnant Evans erbrach nervös das Schreiben und las: „Auf Befehl des Präsidenten Taft ziehen sich die Streitkrüftei von ^.exas bei San Antonio zusammen. Tie Batterien von frort San: Houston treten den Marsch ans Laredo an." „Govd God!" rief Leuttmnt Evans. Pserde^etrappel ertönte vor den Toren des Forts Eine Schwadron RoUgh-Riders von San Antonio trabte rn den Dof ein. —, Hagere Gestalten in schäbige:: Khaki--Unzügen, und verbeulte:: Filzhütm hinge:: in salopper Halttmg in den hohen Bochatteln. T:e Reiter, meist kann: den: Knabenalter eill- wachsene im:ge Leute, waren mit Staub bedeckt, von der Sonne verbrannt und sahen abgehetzt aus. Ihre bunten Taschentücher hatten sie zum schütz vor Bäund und vftrse gebunden. Ans Befehl ihres Führers saßen sic ab. Mit zittencher: Knim blieben d:e mnden Gaule stehen. „Hallo, Evans!" rief ßeutuaut Brown. „Ich komme, um zu fragen, ob s:c von: ,frort uns nrit ein paar Pferde,: aiEls-mr! Wunen. Unter Regiment ist beinahe nur halb beritte::" „Twl nur leid, Brow,:," sagte Evans mit höhnische::: Lächeln Es ist Abeud. Gttllwt ist die Sonne urrtergegaiigen und hol d:c alle, spanische Stadt mit ihren verfallene:: Kathedralen und Gefarcht schäften, den rnoderner: Wolkenkratzern ,md Palme::, rausche:,dm Parks mit glühenden Farben übevgosse::. Jetzt slanmll san Antonio in einem Meer von elektrischem Licht aus. Auf allen Talern bunt leuchtende Reklamen, alle straßdn überspannt von Bogen kleiner elektrischer Lanipen. Unter diesen Bogen in der Hauptstraße, der Houston-Street und aus der Alamo-Plaza, deren Palmen :n: lauen Abendwiich rauschen und an der sich düster die alle spanische Feste erhebt, rreben den: Rtenger-Hotel, einem vicr- “Jüeii Rreseiwau, wogt eine bunte Menschenmei^e Hin und her. Glattrasierte Geschäftsleute, Nord-Amerikaner mit ausacpolsterte,: schultern, breiten, schuhe:: imb hastigen: Gang, behäbige Deutsche oenen inan den Brauer ansieht, süße American-Girls in hellen, dufttger: Dolletten, ohne Hut mit Riesensrisuren, lebhaft ftirttnch m.ll :yrer: Boys und Gummi kauend. Dazwischen schreiten alint- äug^e Mexakanerinnen, .bunt gekleidet, .die Mantilla über "das durale Haar geworfen. Arnerikauische und mexikanische Soldater: Granne PeoneS, gelbe Chinesen.. Neger und Mulatte::: — das alles wimstlätt >cü:f den Tvottoirs, strömt in die Kinennrtographen- ^deater, Vanetes und Trug-Stores, wo es Eis und Lmw-nade gibt. Allerhand Straßenhändler schreie,: durcheinander Auf den: rpahrdanun bewege:: sich in unabsehbarer Kelle elektttschc Balmen, duMws und Eselkarren. Ueberall herrscht sndläridisches Leben und sudlmck):sche Farbenfrende. Tie Leute von San Antonio sind ern leichtlebiges Völkchen, sie kümmern sich wenig un: Politik Und drohende Kr:ege, dazu sind ja die SAdneblluppeu da! Sie Neuen i:cy ihres Lebens, solange die -Baumwollpreise g:ll sind die »raUOTMt jftmerat — Oben tm Tachgartm des San Ä ble - ^ Geiellschjast versammelt imd lauscht ben feurigen Weissn einer Merrkarrer- ^aude. Zu Fußen des Riese:kbmtes dehitt sich dpe lichtsprübeiche -tadt aus toch set-nWn zieht sich das »de Äschsand mit seinmi M^qm.Mgesünipp, m dem noch, vor fünf* Jahren Büffel und ^idtaner. Umherslrerfeen. llttir hier mrd dort leuchtet ein IjeTDer BS® Es tn der Sevnc, Wo eine Farm, eine kleine Ortschaft ist SÄÄ d« Du^httt rast ein Zug, Wie eine feurL SKf^u. r lyt SSJ&S; ^ er seht nach Laredo, nach den: SnwAr, uLt 1 i^Ü 5o !:-2 e ^Ä^ saven anflangt, — &ie elegante Gesell-, oben im Dachgarten unterhält sich auch über die drohende polttische Lage, aber lerch-thm, oberftäckstich. Das geht sie iam Vfa$'Jß2 t r&£& ! W«-n's n mv „pujtiieu Nichts schadet! — Und überhaupt ist ja nichts z:r be- furchten. Mrercka :ft fmüberwindlich, vor allen: TexasWenn die W,#« 01 lassen, was ja kein Wunder wäre, vor, die bei Baseball und Football t:a:u:ert sind! T:e Ermner>:mg an die Siege i Manila sind noch frisch ^ aJspytmstms ss a«; KWÄE* • Mm - Wl>Äu" 9tmericrt,t§:! 38e ’ n ««» th- WSW« World! KM Begeistert stimmen die anderen ein. Die belehrten Amerikaner. Humoreske von Alfred Fried mann. (Nachdruck verboten.) Vier Amerikaner saßen eines Abends in dem elegante:: Nauck- zrinmer emes gvoßen Pariser Hotels. Es w'ar lange vor der V I nmgen Entschließung Wilsons, den armen Deutschen den Garaus M machen und. ihnen den Hals unqudrehen. Ter eine des Qu^- tieors, ein ergrauter Kerr in mittleren Jahren, saß schnei«»" entfernt von dem ander», und rauchte träumerisch, svw-it cii, Amerikaner traumer„ch ,em kann, ohne seinem Bunneß ,melnu- gehen und rauchte eine negerschwarze, schwere, endlose Jigarre Kx-dr« oberen ruhrtm enre ungsvöhulich laute UnterWwL' -lmerrkaner ettbas geräuschvoll, sie hatten j» drei % .5°« «*?6 Napoleons in den and mftc die Achseln, „Wie ’lto f3b« fchT - 1 ©£ biefc Momesel! iie sollen wir eiubrechen, als GeschrkKespanming!" "be: Wermiorgei: sollen Wir (Uif Laredo marschieren „W:r auch, sonnp!" Tie beide:: Lercttmnts sahen sich ratlos an. '"Nd das „Monlin Rouge". Nun hätte h n P , r* nic 5 t davon abgebracht, daß sie Litllc Pans na: :hre Westerllasche kannten, daß die Hauptstadt des ertlen Frankreich an der serne in allen Dingen fünfzig Jahre huller der Zell, und 60 Jahre hinter Amerika zurück sei. In Pa>ns -Lvr/V-r jkiiuuh: uri ö'uiic eines vier «wra-v.zu ll?Olucks sei nicht die geringste Hilfe vo. gekehrt. Aus Grund ihrer entgehenden sttidien auf dem Ball des , ' v yolie ihre Geschichte mal los! Ter ältere Amerikaner lehnte sich in den Stuhl zurück, rollte die endlose, schslvere niggerlike Zigarre von einein Mnrdwinlel in den anderen und wieder zurück, dann begann er sehr ernsthaft seine Erzählung: „Ein Papagei, Gentlemen, ist die miserabelste aller Kreaturen. Laute, welche mit Papageien umgehen, mtb ich iveiß nicht, ob Sie mit Papageien bekamtt sind, behaupten aus das allerbestimmteste, daß es nichts gibt. wodurch man es dahin bringen kann, daß ein Papagei sich vor sich selber schämt. 9hm, das ist ein Irrtum, denn ich habe einen Papagei gekannt, der schließlich doch dahin gebracht wurde, sich vor sich selbst zu sckstinren. Und dies ging so: Ich faru eines Tages nach Hause und fand einen Papagei vor. Meine Dochber Jsal'el hatte ihn von einem Seemanne gekauft. Wollte sich zivar niemals von dein Vogel trennen, sehnte sich aber danach, in die Stadt zu reisen, wo seine alte Mutter lebte, und j>i den Vogel daher fiir einen Tollar seil. So kaufte denn Isabel den Papagei, hing ihn im Parlour auf und wartete, daß er §11 reden beginne -- Es stellte sich aber heraus, daß das Biest um- spanisch sprechen ffomtte und sogar dieses nur .wenig. Eines Tages jedoch 'ffttg er ganz allein urch aus eigenem Antrieb es: loarnm gvir ihn nicht den Missionären mitgaben, die aus wackeren Indianern und stillen Chiiresen schlechte Christen ^Herstellen? Well, weil Isabel sagte, das wäre das beste Trug, sie zum Selbstmord zu bringen, oder sich vom Fenster heraus m den Hudson zu. iverfen, da der Niagara zu weit ei User nt läge. Sie ließ mich absolut nichts gegen das Brest unternehmen. Und so hatten unr beim sichere Aussicht, durch ihn aus dem Hanse vertrieben zu werden. Ta besuchte uns eures Tages ein Mann, der bedeutende Erfahrungen in Papageisachen sein eigen nennen durfte, denn er besaß sie. Er stellte) nrernen berechttgten Klagen einfach die Frage gegenüber: ..Und warum kaufen Sie nicht eine Eule^ Nehmen Sie eine Eule, hängen Sie diese in einen.Käfig neben den des Papageis und in zwei Tagen tverden Sie suchen, daß der Vogel infolge unangebrachter Konversatvon todkrank ist!" — „Well! ich kaufte eine kleine Eule, und setzte sie in einen Bauer in nächste Nähe des Käfigs des Papageis. Tiefer versuchte es sofort, die Eule mit seinem arroganten Geschwätz zu betäriben. Aber es ging nicht. Er machte ein.totales Fiasko. Tie Ercke saß da nnd schaute auf den Papagei just so ernst, lvie ein Schauspieler, der seine Gage nicht ^gekriegt hat. Nach einer Weile versuchte es der Papagei, ihr mit,Spanisch beizukommen, war aber ohne jeden Erfolg. Tre Eule tat so, als ob sie's nicht verstünde. Tami probierte der Papagei seine Aufschneidereien nnd nahin einen Anlauf, um der Eule zu beroeis-en^ daß von allen lebenden'Papageien der geschickteste und herrlichste er sei. Aber er vermochte nicht, eine Feder der Eule zu rühren. Tiefer vornehme Vogel blieb stumm wie das Grab und blickt« den Gegner m^r an, als wollte er sagen: „Ties ist wirklich ein außergewöhnlicher, melancholisch^: TummDpf." — — Well, noch ehe es Wen.d wurde, schämte sich der Papagei so sehr ferner selbst, haß er aufhörte zu.schwatzen und von diesem Tage an nicht mehr ein unnötiges Wort sprach, solches, Gentlemen, ist der Iwohltätige Einfluß eines guten Beispiels selbst auf den schlechtesten aller Vögel!" Ter dlmerikaner zündete sich eine dritte von seinen schweren, endlosen Niggerfarbenzigarren an, drückte den Hut tief m die Augent. als Knolle er nicht mehr gesel)en sein, mred verfiel in ein nachdenkliches, aber äußei-sd- beredtes Stillschweigen. Seine brei Zuhörer machten zu seiner Geschichte leinerlei Bemerkung irnd wiedercholten auch nickst: hie Frage, tvarum er von dem Kellner eine Eule verlangt hatte. Noch, einige Minuten qualmten sie ivorftos ihre Zigarren und dann lnd einer die aildern ein, „mal rüber Zu schauen ^u Henry Glavesmerrder und bei ihm was zu nehmen", eine Einladung, toelchjer sie mit affenartiger Ge- schwindigknt Folge leisteten. Ten Verbleibendeir störte an jeuein Abend kein aufschneiderisch Papageieugeschwätz mehr. Und das Rauck-zimmer sah die drei Untertanen des ententefrsundlichen. Wilson an demselben Abend nicht ivieder. Zchach-Aufgade. 'Lou Baron F. Wardener. » d c d e f g h (7 -f 6 ) Weip Weiß zieht an und setzt mit dein 3. Zuge matt. Auslösung in nächster Nummer. Auflösung des Füklrälsels in voriger Nummer: X S T LAUTE OST BRAUN I N N M 0 X A T S R E GchruüeUung: Fr. R. Zenz.—Zwillingsrunddruck und Verloq der Brüyl'scbei' Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.