Der rätselhafte Feind. Roman von Sben Elvestad. (Fortsetzung.) „Aber dann ist es dockt merkwürdig, daß Sie ihn seit gestern abend nicht mehr gesehen haben." „Er hat viel zu laufen seiner Waldkäufe und anderer Geschäfte wegen. Vielleicht hat er bei jemand, mit dem er wegen eines Waldkaufes in Verhandlung steht, übernachtet." „Sprach er davon, als er wegging?" „Nein, das tat er eigentlich nicht," „Wann ging er denn von Ihren: Hause fort?" „Gestern abend um halb acht Uhr." Asbjörn Krag überlegte. Uni acht Uhr hatte er selbst den Advokaten getroffen, und da deutete nichts darauf hin, das; dieser im Sinn habe, das Dorf zu verlassen. Und außerdem hatte er doch mich den Brief an den stellvertretenden Amtsrichter geschrieben und diesem mitgeteilt, daß er pünktlich am andern Morgen erscheinen und seine wichtigen Aussagen machen werde, das heißt, die Indizien vorlegen, die es ihnr gelungen sei, gegen den Rittmeister znsammenzld- tragen. „Haben Sie ihn gestern abend zurückerwartet?" fragte Krag weiter. „Ja, das habe ich allerdings getan. Er hatte im Laufe des Tages davon gesprochen, daß er noch Briefe zu erledigen habe, und die hat er jedenfalls noch nicht abgeschickt." Krag wechselte mit denk Amtsrichter einen Blick. „Wir fragen nur, weil ihm ja vielleicht etwas zugestoßen sein könnte," sagte dieser. Aber nun wurde der Kaufmann plötzlich lebendig. „Ach, das glaube ick) nicht. Bomann hatte einen Revolver bei sich?" rief er nrid warf Krag einen stechenden Blick zu. Asbjörn Krag zuckte die Achseln und lächelte. Dann wurde er die beideit Journalisten aus der Stadt gewahr und grüßte verbindlich. „Auch hier?" sagte er. „Sie sind zeitig zur Stelle, meine Herrn." Hier muß die Benierkung eingeschoben werden, daß Asbjörn Krags Person nur sehr wenigen bekannt war. Wenn er sich öffentlich sehen lassen mußte- trat er am liebsten unter irgend einer Verkleidung auf, darum war es sehr begreiflich. daß ihn die beiden Herren Journalisten nicht persönlich kannten. Aber jetzt wollten sie Nüssen, wer der Mann sei, und stellten sich darum vor. Sie wareu Mitarbeiter an zlvei großen Zeitungen der Hauptstadt. „Sie kennen wahrscheinlich meinen Namen," sagte der Detektiv. „Ich bin nicht von der Polizei hergesandt, sondern arbeite ganz privatim und habe mich hier in erster Linie aus Juteresse an dem Fall an sich eingeruischt, besonders aber auch aus Juteresse für meinen alten Freund, Rittmeister Rye. Ich heiße Asbjörn Krag. Wohin, meine Herren?" Dieser Ansruf des Detektivs war sehr berechtigt, denn kaum hatte er seinen Namen genannt, als die beiden Herren kehrt machten und mit flatternden Rockschößen aufs Tele- graphenbureau rannten. Nun war die Sachlage mit einem Male vollständig verändert. Die abgesandten Telegramme mußten mit der Nachricht vervollständigt werden, daß AS- björn Krag, der berühmte, geheimnisvolle Detektiv, der so selten zu sehen war. die Fäden in der Hand halte. Krag lachte. Es war ihm klar, um was es sich hier handelte, aber für diesmal hatte er nicht mehr die Absicht, sich zu verstecken. Der stellvertretende Amtsrichter sah nach seiner Uhr. Es tunt beinahe zehn Uhr. Jedermann spähte die Straß« entlang, ob sich beim der Hauptzeuge nicht doch noch im letztet! Augenblick einfinden werde. 13. Kapitel. Noch ein V e r h ö r. Aber es wurde zehn Uhr, und der Advokat erschien nicht. Dagegen kamen die Journalisten znrückgestürmt und wollten durchaus Asbjörn Krag über den Falt 'interviewen. Irr wenigen Worten tat er ihnen seine Ansicht kund „Es ist ein sehr geheimnisvoller Fall," sagte er. „Ws jetzt haben loeder die Verhöre noch die Nachforschungen, di« von verschiedenen Seiten angestellt worden sind, Licht in di« Sache gebracht. Das einzige, was man weiß, ist, daß der alte Oberst Holger einen Feind hat, der ihm nach denr Leben trachtet. Der Schlag, der ihn getroffen hat, ist so gewaltsam geführt, daß der Täter unbedingt im Sinn gehabt haben muß, ihn tödlich zu treffen Vorläufig sagen die Aerzte, der Oberst sei außer Lebensgefahr. aber es werden vermutlich noch mehrere Tage vergehen, bis er zum Bewußtsein kommt. In dieser Zeit könnt« der Täter längst entschlüpft sein, so muß man also .sehen, sich, so gut es geht, ohne die Aussagen des Obersten zu behelfen. Die Indizien, die bis jetzt dem Gericht vorliegen, sind meiner Meinung nach nicht so überzeugend, daß sie eine Verhaftung rechtfertigen würden," fuhr Asbjörn Krag fort, während die Journalisten eifrig Notizen machten. „Die Leute waren bisher geneigt, anznnehmen. der Herr, den Sie dort sehen, sei durch das Verhör und die Untersuchung stark belastet. Da sein Name Wch schon in den Zeitungen genannt worden ist, trage ich kein Bedenken, ihn zu nennen. Es ist Rittmeister Rhe. Genuß, meine Herren, wir haben Indizien, die daraus hinzndenten scheinen, daß der Rittmeister der Täter sein könnte. Mit einigem guten Willen kann man diese Indizien sogar für völlig überzeugend erklären, und ich kann Ihnen versichern, daß ans dem einen oder dein andern Grunde fast alle Menschen hier in der Gegend diesen guten Millen haben. Es sind aber wichtige Umstände vorhanden, die diese Indizien teils einander widersprechend erscheinen lassen, und teils sie, was den Rittmeister betrifft, vollständig außer Betracht setzen. Ich räume ein, daß wir Jugendfreunde ftntf. allein ich spreche hier nicht als sein Freund, sondern als Polizeimann. Sollte es sich ergeben, daß der Rittmeister der Schuldige ist — nun, dann läßt sich eben nichts machen. Uber nichts sollte mir lieber sein, als wenn es mir gelänge, seine Unschuld ztu beweisen. Ich glaube fest daran, daß er unschuldig ist. Ich werde mich indessen nicht darauf beschränken, seine Unschuld zu beweisen, rch will auch den Schuldigen finden. Eher werde ich nicht ruhen noch rasten." „.Haben Sie irgend eine Vermutung, »ver der schuldige sein könnte?' fragte einer der Journalisten gespannt. Krag antwortete sofort: „Davon habe ich nicht die mindeste Ahnung." Zugleich aber lächelte er jo sonderbar und geheimnisvoll, als ob er dennoch mehr wisse, als er sagen wolle, und die Bleistifte der Berichterstatter glitten immer zögernder und unsicherer übers Papier. „Damit Sie aber einen einigermaßen richtigen Eindruck von der Sache gewinnen, möchte ich Ihnen folgendes erzählen," fuhr Krag fort: „An jenem Tage war es keineswegs des Obersten Absicht gewesen, auszugehen. Da erhielt er einen Brief, und in diesen! Briefe wurde er dringend auf- «ejordert, sich zu. einer bestinnnten Stunde an einem bestimmten Orte einzufinden." „Diesen Brief hat natürlich der Tater geschrieben!" riesen die Journalisten eifrig. Asbjörn Krag machte ein sehr geheimnisvolles Gesicht. „Einen solchen Brief hat der Rittmeister an den Obersten gerichtet," sagte er. „Aber das ist ja ein entsetzliches Indizium!" „Wir werden sehen. Um diesen Brief wird sich heute Vormittag das Verhör hauptsächlich drehen. Wie ich anNehme. steht Ihrer Antvesenheit dabei nichts im Wege, meine Herren." In den meisten Fällen empfindet Asbjörn Krag wde Art von Oesfentlichkeit höchst unangenehm, »nährend die Verhandlungen Und Untersuchungen noch im Gange sind. Diesmal jedoch wich er von feiner Regel ab. Warum? Hatte er in seinem Kampfe eine bestimmte öffentliche Meinung nötig? Meinte er, daß der harten und herzlosen Verdächtigung des Rittmeisters hier in der Gegend an: besten durch eine Stimmung, die von außen tarn, das Gegengeivicht gehalten werden könne? Eines ist sicher und gewiß: Wenn Asbjörn Krag für volle Oesfentlichkeit eintrat, dann hatte er eine bestimmte Absicht dabei, dann war sic ihm von Wichtigkeit. Es wurde noch zehn Minuten gewartet, und die Uhr war ein Viertel nach zehn, als die Verhandlung eröffnet wurde. Der Kaufmann wurde immer unruhiger. Er hatte seinen Jungen in fein Haus geschickt, der sich nach dem verschwundenen Advokaten erkundigen sollte. Atemlos kam der Junge zurück und sagte, der Advokat sei nicht zu Hanse gewesen und sei auch von niemand gesehen worden. Auch der Vorsitzende, der junge stellvertretende Amtsrichter, wurde bei dieser Nachricht auffallend unruhig. Er flüsterte Krag etwas zu. „Ja,, beeilen Sie sich nur so sehr als möglich. Es könnte sein, daß wir nachher keine Zeit mehr zu verlieren hätten," sagte dieser. Und die Verhandlung begann. „Das Gericht wünscht vor allen Dingen darüber ins reine zu kommen, wer den Brief geschrieben hat, durch den Oberst Holger an jenen! Unglückstage ans dem Hanse gerufen worden ist," sagte der Vorsitzende. Er griff in die Dokumentenmappe und holte ein Papier heraus. „Hier ist der Brief," sagte er. Nachdem er das Schreiben vorgelesen hatte, fuhr er fort: „Ich und andere waren der Ansicht, daß dieser Brief von Herrn Rittmeister Rye geschrieben sein müsse, da Umstände in dem Briefe angedeutet sind, die mit bestehenden und wohlbekannten Verhältnissen übereinzustimmen scheinen. Bei der ersten Verhandlung fragte ich den Rittmeister, ob er einen derartigen Brief geschrieben habe, und er gab das auch sofort -u. Als ich ihn fragte, in welcher Absicht er den Brief geschrieben habe, antwortete er, er sei durchaus nicht in der Lage, mir darüber Aufklärung zu geben, er sei gebunden. Ich nelt das für eine Ausflucht, die meinen Verdacht nur bekamen könne. Ich machte ausdrücklich daraus aufmerksam, )aß der Herr Rittmeister bis dahin den Brief, den ich hier m der Hand halte, nicht gesehen hatte. Als aber der Brief verlesen wurde, erklärte er sofort, diesen Brief hier nicht geschrieben zu haben, wohl aber einen ähnlichen 'Inhalts. Die Handschrift ist auch nicht die seinige. Ich dachie dabei Jo* fort, der Rittmeister könnte doch unmöglich leugnen, diesen hier vorliegenden Brief geschrieben zu haben, wenn er es wirklich getan hätte, während er zugleich zugibt, einen ähnlich lautenden Brief geschrieben zu haben. Diesen Brief des Herrn Rittmeisters können wir nicht finden. Ich. frage Sie nun, Herr Rittmeister, ob Sie in allem Ihre Aussagen von der ersten Verhandlung aufrecht erhalten?" Der Rittmeister erhob sich. „Ja," sagte er fest. ,^2ie geben also zu, einen Brief an den Obersten geschrieben zu haben mit der Aufforderung, um halb vier Uhr an einen bestimmten Ort zu kommen?" „Ja." „Was, hatten Sie dabei für einen Zweck?" „Darüber wünsche ich keine Erklärung abzugeben." „War es Ihre Absicht, mit dem Herrn Oberst zusammen-utreffen?" „Nein, ich hatte nichts mit ihm zu reden." „Dann hatten Sie vielleicht die Absicht, in seincur Hause — hm — einen Besuch zu nrachen und wollten dazu freie Bahn haben?" „Nein, das war auch nicht meine Absicht." „Aber Sie hatten doch eine bestimmte Absicht dabei?" „Ja." „Wollten Sie dein Oberst in irgend einer Weise schaden?" „Durchaus nicht. Ich hatte dazu keine Ursache, i nt Gegenteil, denn ich bin dem alten Herrn sehr zugetan." „Trotz allem, was sich in der letzten Zeit zwischen Ihnen ereignet hat?" < t-,Jch kam: nur wiederholen, daß er mir sehr lener ist. Ich habe ihn genau so gern wie vorher. Vielleicht noch mehr, denn er scheint von einem großen Unglück getroffen zu sein." „Sie wollen sich also nicht näher über den Brief und die Absicht, die Sie damit gehabt haben, äußern?" „Nein." ^ „Damit setzen Sie »«ich in die größte Verlegenheit," erklärte der junge Amtsrichter etwas ärgerlich. „Ich möchte doch gerne so rasch als möglich der Sache auf den Grund kotnmen, und eine offene Aussage von Ihnen könnte inich vielleicht auf eine Spur leiten." „Das glaube ich nicht. Was ich verschweige, hat nicht die mindeste Bedeutung für die Sache." „Aber es hat Bedeutung für Sie selbst, Herr Ritt- melfter. Sie kommen durch Ihr Schweigen unwillkürlich in eine schiefe Stellung." „Ich nehme die Folgen meines Schweigens und meines Auftretens auf mich." Der Vorsitzende ließ die Aussagen dieses Zeugen zu Protokoll nehmen. (Fortsetzung folgt.) 5rau Agaihes Beziehungen. Von Paul Alexander S ch c t t l e r. Frau Agatha gab immer ettctö' aus Beziehungen. Kein Mnnd^- Wenn man eine erlvnchsene Tochter im heiratsfähigen Alter IM, die man standesgemäß verheiraten will. Denn anders als' standest gemäß wäre es ein halbes Leben gen-esvn, darüber ivar iich Frau Agathe klar, und sie hielt auf Familie. Ihr Mann nm Wt nur kleiner Beamter, dessen Gehalt keine großen Fprünarj duldete. Aber sie selbst hatte etivas Geld in dir Ehe mit ihrem Joachim mitgebracht, und mit diesem Gelbe- einen iliwertt'unbarcn Zug zur Höhe. Diesen Zug teilte ihr Gatte keineswegs, weshalb Frau Agathe auch überzeugt rvar, daß er es nie weit bringen würde im Leben. Um so mehr pflegte sie ihn bei sich und ihrer Diese, das stand bei ihr fest, sollte es einst glänzender haben als die Mutter. Warum auch nicht? Tie verdiente es. Sie war hübsch und hatte eine verbildliche Erziehung genossen, war in einem Pensionat genasen, 'konnte Klavier spielen, hatte Französisch Englisch gelernt, trieb Sport und verstand es, sich nett und gefällig zti kleiden. Es fehlte Hildchen auch keineswegs an Verehrern, die sich inu das hübsche Mädel nach Kräften bemühten, und >venn es nach Herrii .Joachim gegangen wäre, er hätte zu allem Ja und Amen gesagt und dem Kinde das Glück an der Seite eines K'ansmanns vder Beamten gegönnt. sticht so Frau Agathe. Sie war ganz und gar nicht damit einverstanden, daß ihre Tücher den ersten besten wählen in echte. O, auch sie glaubte einst, ein. aus Liebe geschossene Herzeusbnnd werde ein dauernder Paradiestraum fein, und wie war sie bei ihrem Joachim später aus den Wollen gestürzt, als sie erfahr«! f 375 jrattju, v«D Hnr alles Streben irach vberr, alle QMjÄÜtfWfciifc Imb jedes Ideal ennawÜ». To war fit denn allezeit wachsen: !mrd trat e»rer> Ach an spinnende HevzenLi veiAmger: ber ihrer Hilde, die mit WÜnilienstplze rächt vereinbar waren. . „ „Mem liebes Kind, was soll das bedeuten?" nahm sie Hilde «wes Tages vlor, als ihr ein hübscher Rosenstrauß ins Hans gebracht Warden war. Hilde errötete: „Ich iveiß nicht, Mama , ftannneltc sie. „Ich aber weiß, von wem diese Rosen tzaurmen. Bon Herrn Kwnfnianu Rosenhiagen. Tn solltest dich nicht so ireii he radlassen, ihn. zu solchen GefcheMm zu ermmigerr!" „Aber wenr: er es tixt; ehrlich meint, mein HansentgegMtei Hilde, gelrmrkt. „Eben darum," sagte die Mautter. „Unterhalte, drch mit ihrnl, ich l>crbe nichts dagegen, aber fürs Leben, nein, mein liebes Kind, das ist nichts für dich! Tn bist mir zu gut dafür. Denke nick)! nur an dich, derrtr au deine Mutter und an deinen Vater." ^ Ten lehren Sab sprach sie mit einen: tiefen, sch-v-ereu Sentzer vL^, in dein eine schmerzlich? Auflage und zugleich ein trauriger Verzicht lag. „Abt'r ihr seid doch so glücklich geirorden, du und der Papa?" wandte dann das Töel'tcrlein em. . . „Glücklich?!" sagte die Mutter seufzend. „Mein Kind, rer- haß dick: darauf, deme Mutter neiß besser, was dein Glück bedeutet." „Mutter, ich will ja nur meinen Hans fs gibt für mich kein anderes Glück!" beharrte Hilde. „Höre auf mich, mein Koch. Wer liebt, ist. blind. Ein Mädchen deines Standes kann ganz andere Anspruch)!? machen. Ich sage dir, tot wirst mir s rwch danken, dass ich dir die rechten Wege wies/' „Aber Mutter, Hmrs ist der beste Mensch der Well." „Tas sind sie alle vor der- Ehe," sagte Frau Agathe seufzend. „Aber was ist er iv»rs hat er? Welcks ZiWmft kann ein Kaufmann dir bieten?" „Er isl solide und strebsam, er kann es zu ettvas bringen." „Mein Kind, schlag' dir diese Partie ans oem Kopse, ich l?abe was anderes, weit besseres für dich." ,FZch nwich den Herrn v. Voek. aber den rnag ich nicht. Eher werde ich eine alte Jungfer!" „Tas laut du hübsch bleiben. Es ist eine glanzende Partie für dich, ja, es isl eine tyaty? Ehre für uns, daß er ü'oerlianpt, ein Adeliger, ein Offizier, dich zu feiner Frau rnachen E." Natürlich trotzte Hildchen. lreinw. ries den Vater vergebens nm Beistand an. Frau Agathc l>ätte ehren Willen chutcl)gefetzt, lväre nicht der .Krieg dazlwscheu getreten, der alle Heirakspkäne fürs erste aussck.ob. Svrrohl Hmrs. wie der adelige Freier rückten .ms Feld, und srnun war jede Entscheidung vor erst in weite Ferne gerückt, A'atitt- lick> hielt Frau Agatch ihre gut^r Beziehsingen zu Hernr v. Bork «ich jetzt iwch aufrecka, lnährend Hirdchm heimlich mit ihrem feldgrauen Ha>w im Feldbrn'ftreckneb' stand. Ein Jahr ging um, ein pveikes folgte. Tie Mgeusätze ^cnscherr Mutter und Tochter halten sich nicht ve-nntnbert. Begmur Frau Ägache ran den Tugenden ihres znAmftigen Schäme g er so hrres za: schavärmen, .Hildchck.r ronßte sogleich mit denen ihres Hans zu parieren. Aber dann trat doä — seltsamerweise langsam eine Berä.chernrig ein. Nicht bei Hilde. Tie blieb ihrem Harns treu, ob er nun im Westen oder im Osten lag: aber bei Fr«: ?lgathe. Es lvtzn- soirdcrbar. wie sie ihre Mllichi«» allmählich, änderte, wvun sie vor: Beziehungen sprach. Auch sprach sie nicht allein davon. Ter Trieb zur Höhe, den sie immer gepflegt, uahn: in. der Tat hinderliche Formen an. _ Fr«: Agath' verfügte bis dahin ülnn einen Stolz und eine Reserve, die sie nMergeorduelen Personen, ncunentlich dem Tienst- nrädclen gege:,über, deutlich fü^ei: ließ. Sie rwrgab sich nie evrws. Ter Krieg veränderte sie völlig. Sie schien plötzlich bei ganz anderen Kreisen ihre Beziehu,rgeu zu htckwn, als bish'r, und ihr feiner Instinkt täuschte sie mrf#, dem: die Beziehungen, die *:e nlunmehr auknüpste, erwiesen sich durchaus lvlnwiid. Ihren» Tieusr- Nürd eilen, dqs vom Leuche war und das sie iulluer von ober: herab behandelt hatte, bau: sie mit ausgesuchter Höflichkeit entgegen, Wofür ihr dieses hin und wieder erkeuirrtich ,var und der: kiiapp flöoioibeueit Krie-gsspeiseschraut bereicherte, der Händlersfraü gegenüber ivar sie die Liebeusivürducheit selbst, n:ch eine Bäuerin, bei der sie allerhänd Landerzeugnisse einbaufte, l wurde geradezu zl: ihrer Vertranten. Tiefer Bäuerin sang sie überhaupt das Loblied, sie nahm Anteil an deren intimsten Fannlienangelogenheiten, ja, sie fand sogar Veranlassung, sie bauu und wann tzn einem Täßchon Besuchs- hifsee einzuladen. 'Es tvvr natürlich, daß diese Zuneigung Gegenliebe fand und Frau Agathe dafür manckxn .Leckerbissen. eüt= Heini sie, beut man sich in so harten Zeiten nicht gen: vom Mimde absparte. Mer Frau Agathe tat es^ „natürlich" nicht darum. Vielmehr hatte sic ei.it geradezu patriotisches Interesse an allen Dingen gewannen, die das Landleben mrgrirg, kund ihr Interesse ging schließlich so weit, daß sie Hildchen eines Tages davon verständigte, sie habe sich die Heiratspläne init Herrn v. Bock ans dem Kvpf gcsel-lagen, s:e enrpsinde es als das einzig Passende, einen Landwirt als Schwiegersohn zu besitzen. Ja, sie habe ber-eitö einen prächtigen Menscher: kennen gelernt, eine gla sende Partie, eS sei ein Gnlsinspüior, ein junger Mann, den den besten Hofs- wurden berechtigte, und der auch^ mit dieser Wahl durchaus ein- verstanden fei. Hildchen fiel aus allen Wo-Kcn, und selbst der Barer Fcachtn: war diesmal vasf. Mer Fran Agath: lietz sich ans seine Wide-c- rede ein. Selbst ein Hungerstreik, den Hilde inir ihren: inszenierte unh der dem PoyÜoll der ^lninerlick nr Z?iwcnto:nae-n. galt, fruchtete nichts. Fran Agatha' wkrßta, iv,:s sie wollte. Aber wieder griff der Krieg in ihre Mherligter» Sck.üviegrer- mutterrechte ein. Oder war es diesrnal Hildck'-'ns List mneü-n? Eines Tages nämlich erschien Hans persönlich t-ei Fran Agalhe. Frisch aus dein Felde. E: kb m \n seiner fell-Manew llnisorin, mit Mnrncn rmd der Miene des Eroberers Hckd, flog ihn um bnr Hals, noch ehe er ferne Werbung be: Fran Agathe vorgedru6.'t hrtte. Letztere war spract^os vor Erst ru»en. über diese Keckheit. Hans I)arte nur drei Tage llrland. In dieser Zeit mußte die Kricgstranimg vollzogen werden. Auch die halte er l>ereits besorgt. Und ehe sich Fran .Agathe von ihrem Schreck erhvtt hatte, war Hildchen Hausens Gattin, und das SamncgerEhnprabieni war damit erledigt. Für Fran Mathe freilich noch wickU Teun obwohl sie heute schon ihr erstes Enkel eben wneal, »neint sie I8»ck> immer kopfschüttelnd, daß sie es dock> io «rt mit ihrer Hilde gemeint habe und daß sie es eigentlich nicht recht zu fassen vermöge, taue ihr Kind bei einen: Manne ja ohne alle „Beziehnwg-nr" reWvs glücklich sein könne. _ Das Licht auf veuders Zarm. Skizze von Han n sWohlbo i d Tie Regenzeit harte begonnen und f e:t mehr als einer sckilotz der Himmel nicht eine Strmde seine Schleusen Tic WoMen jagten vor dem Sturm, Blitze llammLen Tag imb Aacku unb der Donner rollte wie das Geschichstner einer ich-ver«» Schlacht- Gierig. g^enb einem cwndnrstcnden Menschen, traut du onsge- brannte Steppe die endlos strinnenden Wasserfluten, d«r harte rissige Boden sandte sie aus und verwandelle sich, itach und wach in einen zähen Lcl:lamm, der siet, fest an die ragender Kellen legte. Junges Leihen sproßte ans der sndorrikanisckei: Erde, Misttzm dvn Horsten der verdorrten, braun gelben Gräser zeigte fick, nnces, zartes Grün, an den Tornbnschstränchnn sPranger» die Knospen und ein weicher, ivarnier .Hauch wth.'e etter das werte, fl ad?: Land, der die Menschen aufatmei» und ihre Schritte ekastilttts. ihre Augen k)el!e, werden ließ. Ge^en Abend, an einem Sonntag, hörte der Regen aus, aber fern Stern stand am Himmel, der iw eine fchwar^e Tecke ans dem Lande tag. Ta stieg der alte Hendcr die schrnole Leiter erwpor, die zu dem wiedrigen Tachboden seines Hauses führte, und stellet eine Lanrpe hinter das llei»»e Fenster, das »rach Osten wies. Das liefe, sonst eingetrockwete Flußbett, das m jener Richltng nicht weit von feiner Farm entfernt lag, Ec'ndooru Ri vier hieß es - führte infolge des starken Regens em reißendes Waller. Sck.malc, nicht minder st»rk strömende Bäche, di-' ftHIeim-t'ifc mehr als mannstief waren, rannen durch Sand mtt F-eks zum Eandoor Nivicr, und irer sich lwi Rächt in di-efer Wildnis verirrte, der konnte leicht, wwnn er nur eine?: falschen Schrrtt tat. in eine Strömung gerate:», ans der es keine Rettmu» für ih»» gab. Immer in sokchen Rächten der Gefahr stillt« Bender die Lanlp^ iH'ir Istnans: er tat das. seitdem sein Sohn, bev ans einer Reist während der Regenzeit sich ein paar Tagemär'cke rwn der Form entfernt bei der acht verirrte, in einen R im er Äraren und erkruntei: war. Tie kleine, »nenichenfreäwdlick Lan»p: ieuchte1.e weit in das Land hinaus, auch in großer Entstrunr-g war ein schwurck^r Schein üben das Wäger gedreiiet. der dem Wandere.: die Gefahr zeigte, und jeder, der zur Raci?'zc>t ue;1 dnrck dst Wildnis irrte, sah an dem bllnicnden Liel? . daß ihn: hie» ein gastlich Tach winkte, unter dem er rasten kouurc. bis der neue Morgen tarn. Drei Jahre lang d m stand in stück n in»>>eteil Räckwen das Lickt in Benders Farm und nocl> nie irar ein Berirreir im Hanse cingktehrt. Heut wmr es das erstemal, daß ein M, llc!- ksm, dem es in höchster R'or den Weg zeigte. Ter alte Bender hatte mir den Seinen, der Witwe de-. Salmes und dem Enkel, einem frisch.':: Knaben, ixis Abendbrot veroyrt. Tas Kind ging schilafstn und die junge Fran grill einer Handarbeit, Bender selbst zündete die P"elle an. Ein wnrc-r-des Bellen der Hunde, die an der klirrenden Met tobst'.», de.riete dar...»i di«, daß jemanb kam und dann !wurde n.-rgestüm an der Haustür gepocht. Ter Alte selbst ging, um zu öffnen, und der M draußen staick>, fiel ihm fast in die Arme, denn er w »r daß er sich kaum ans den Beinen zn halten Perms:-., st der Sch'wKcgertochiter geleitete ihn Bender in di: erschöpft auf das alte Leton softz. das ne ei- ans der \> sinken ließ. Fürsorglich rvwr die Frau und d, ^ Bllee um ?h»: bemüht, und nachdem er erst gesättüll iv.rr, tvgann.n seine pllch-. ns- feister sich langsam wieder zu regen. Seme Wirte I>.um: iml-e.e.. .. n Zeit gehabt, ihn zu betrackstew. Tie Erschöpfung nud em . .»dcs stben, das er vielleicht durch die Kü?t gvzimrngen in lem. : stu . der -ach. Hille tnbe, wo er Wt' Heimat ste'n E. S76 geführt, mochten sein Aussehen nicht zu seinen, Vorteil verändert haben. Er schien aber anch dann, wenn man bk? berücksichtigte, nicht zu den Menschen zu gehören, die man «gerne uitter den, eigenen Tacke l^aven mag. Bender im- die junge Frau, die ein l-artes und entvehruugsreiclzes, aber fcodji für die Verhältnisse des Landes, in denr sie ivohitten, wichtiges und braves Leben führten, betrachteten ihn mit Gefühlen, die aus Mitleid und Widerwillen gemischt ivaren. Ter Mann war iwch nicht alt, er zählte höchstens vierzig Jahre. Aber man konnte ihm ansehen, bah schwere Zeiten hinter chm lagen. Lein Gesicht, das ein struppiger, dunkelblonder Bart ulurahmte, war voll von Rubeln und Falten, daS gelbe Haar hing ihm in langen, farteu Strähnen um die Stirn, und in seinen Augen, die jedem festen Blick auswiä^en, lag ein icheuer, wilder Glanz, der nur zuweilen gemildert wurde, wenn es plötzlich lvar, al" wandelten die Gedanken dieses Meusck)en irgendwohin, in eine Ferne, in der sie otu»as suchten, das sie nicht finden konnten oder längst verloren hatten. Das verlumpte Gelvand deutete aus große Nachlässigkeit fernes Trägers, und öbivohl es schien, daß er weite Wege hinter sich hatte, führte er doch nickst das kleinste. Päckchen, wie es sonst auch Landstreicher wohl bei sich zu haben pflegen, mit. Als er gesättigt ,var und ihm ein paar Schlucke von Benders dünnem, selbst ge brauten: Honigbier die fahlen, eingefallenen Wangen färbten, erholte er sich rasch und begann in einer unruhigen, hastigen Art zu reden. Seine Sprache war so scheu wie sein Blick. Er erzählte, wie er im Land umhergeivandert war, 11 m vielleicht irgendwo Arbeit oder sonst ein Unterkommen zu finden, wie er sich verirrt und seit Tagen kaum ettvas genossen habe, wie ihn das Licht hierher geführt. Alles sprach er in sprunghafter Ausdrucksweise, in abgerissenen Sätzen. Dabei blieb sein^Bttck nirgends ruhen, unstet ivanderten seine Augen durch die Stirbc. als ob er etwas suche vder^sich eüchrägen wolle, bis sie endlich immer wieder an die gleiche Stelle gingen. Ueber dem Ledersosa, aus dem er noch immer sah, hing ein kleines Bild, eine unbeholfene Zeichnung, die ein Torfkünstler gefertigt hatte und die Benders Heimatsort darstellte. Zur Erinnerung an das alle Vaterland nahm Benders Sohn, als er aus- »oanderte. das Bild mit. Ter Fremde faßte es immer wieder ins Auge und versprach sich schließlich beim Reden, denn es fesselte anscheinend seine ganze Aufmerksamkeit. Er stellte schließlich eine Frage in bezug auf das Bald, die beantivortet wurde. Bender, sagte ihm den Namen des Dorfes, den er widerholte. Er sprach ihn, als sei seine Zunge derrtsche Laute einst gewöhnt gewesen, und dam, kam wieder der suchende Ausdruck in seinen Blick. Man konnte denken, es wolle etwas in ihm lebendig werden, das lange tot war, eine Strömung, die ihm unbewußt durch seine Seele gttrg, tauchte aus. Nachdenklich und ernst sah er vor sich nieder. Vielleicht hatte er -ästch einst auf einer Scholle gewohnt, die ihm öeimat tvar, als Mensch intter Menschen, ehe er seine wilden Wege ging. Bender siel der Ausdruck in dem Gesicht des Unbekannten aus, er wechselte einen Blick mit seiner Schwiegertochter. Sie dachte tvic er und nickte leicht. Vielleicht konnte man diesen Mann wieder a!us die gerade Straße führen. Ta stellte der Frenrde plötzlich die Frage, ivaru in da «oben das Licht in die ^öacht hinauslenchte und ob es immer dort stehe. Bender gab ihm Auskunft. Er redete von seinen! Sohn, der aus der Reise, in einer finsteren Nacht, wie diese es war, in der Ferne zugrunde ging. Er fyitte Vieh verkauft und trieb es einem Ansiedler, der weiter im Norden wohnte, zu. Tie .Hererohirten, die er mitgenommen hatte, sandte er zurück, denn sie waren daheim, ans der eigenen Farm, dringend notwendig. Er selbst blieb, des schiveren Wetters wegen, noch einen Tag bei dem LandsumNn M Gast, der ihn freundlich ausgenommen Und der ihn um Rat in vielen .Trugen fragen wollte, da er ganz neu war in Südwest. Schließlich, noch ehe jener ihn gerne ziehen ließ, wandte er sich l-eimwärts. ?lber er kam nicht zurück, nnr seine Leicln fand man, die ein Rivier, der hohes Wasser führte, an das User spülte. Ter alte Bender erzählte mit stockender Stimme: die Erinnerung an all das ging ihm nahe, und die Frau saß schweigend, das Gesicht mit der Hand bedeckt, um ihre Tränen zu verbergen. Schließlich erhob sie sich uird verließ die kleine Stube. Ter Fremde hörte mit tiefgebeugtem Kops und finsterem Blick zu, es ,oar nicht möglich, zu sehen, ivelchen Eindruck Benders Bericht auf ihn machte. „Tie Tasche, die des Sohnes Habseligkeiten und auch das Gelo^ barg, das er für bas verkaufte Vieh erhalten hatte" schloß der Alte „fand man nicht bei ihm, und auch später gab es der Rivier nicht heraus. Man »veiß nicht, »oas davon zu hatten ist. Ein Bur, der meinen, Solm begegnete, tagte, ein anderer Mann sei bei ihm gewesen, der sich wohl ans dem Weg zu ihm gesellt haben mag. Mau hat von diesen, nie „lehr etwas gehört. Wir glaubten schon" der Greis dämpfte die Stimme, als müsse er sich überwinden, seinem Gedanken Ausdruck zu verleihen . „daß es möglicheriveise Aar kein Unglücks fall svar. Vielleicht hat der andere ihn, seine .habe genommen, das t^eld, das er bei sich trug, und ihn mit Absicht in den Strom gestürzt. Niemaird kann es wissen, tvas dort an dem einsamen Rivier sich zutrug. Aber das, was wir gelitten haben, mahnte nrich, ander« vor gleichen, Schicksal zu bewahren. Trum steht das Licht da droben, daß es fedem, der fern vorübergcht, in finsteren Nächten, wenn wildes Wasser die Rinnen überschwemmt und die Bäche zu reißende-, Strömen macht, den Weg zeigt, dainit er nicht in der Irre geht." - Er schwieg und sah den Gast an, der sich jäh ans seiner gebückt ten Stellung ausrickstete. Sein Gesicht war schneeiveiß „Wo war das, mit Euren, Sohn?" stieß er hervor. „Nicht weit vom Geitsaub." Ter Fremde stand vollends auf, aber er hielt sich au der Tischecke, auf die er sich stützen mußte, denn er zitterte lute eilt Rohr im Wind. Jeder Tropfen Blutes war aus seinem Gesicht gewichen, mit unnatürlich weit aufgerissenen Augen starrte er den alten Bender an. „Bei — Geitsaub —" stotterte er mühsam. Ter Bauer wär nicht weniger blaß, als der zerlumpte Frenrde, und auch er bebte an, ganzen Körper vor Erregung. Ihm war zun,ute, als ob eine brutale Hand plötzlich einen Schleier zer-, rissen hätte, der ihm mitleidig ettvas Furchtbares verhüllt, das er nun schauen „rußte. Einen Augenblick starken sie regungslos, Auge in Auge. Ter alte Bender ballte die Fäuste, aber er stürzte sich nicht auf deu andern. Schwer sank er auf du, nächsten Stuhl und barg schluchzend das Gesicht in den Händen. Ter Freu,de sab ihn schm an und dann ging er wankend zur Tür. Langsani, mit stolpernden Schritten bewegte er sich vorwärts, immer wieder zögerte er, und er wandte de,, Blick nicht von dem alten Mann. Es war, als wenn er noch ettvas sagm wolle, oder als dächte er daran, sich dem Greis zu Füßen zu werfen. Noch an der Türe blieb er stehm, schwer atmend und regungslos. Bender sah nicht nach ihm hin, er hob den Kops auch nicht, als die Haustüre ins Schlot; fiel. Am anderen Morgen fand nran zwischen den Felsen, nicht weit von Benders Farm, die Laiche eines Fremden, die der Eendoorn Rivier an das User geworfen hatte. VNchertlsch. — Rittmeister Manfred Freiherr v on R ichb, Hofen. Ter rote Kampfflieger. (Verlag von Ullstein su. Co Berlin: Preis 1 Mark.) Der erste allen deutschen Kampf-« slieger spricht von den,, was er bisher geleistet hat. Ist eS ein Zufall, daß der Rittmeister Manfred Freiherr von Ricksthvsen, bevor er an der Westfront als NMing in die Flugmaschine kletterte, nrit Leib und Seele Kavallerist war? Hier erzählt er, kurz uird knapp, in Worten, die hell klinget, tote Digitale zum Angriffs von seiner Kadettmzeit, seiner FähnrickMeit, feinen LEnants-, jahren bei dm Schweidnitzer Ulanen. Lebendig, famos lebendig brndgt ec alles zu Papier: wie ec Welche kennen lernte, wie er zum erstenmal allein flog, wie ihn, für den 16. Feind der Kaiser dm Pour le Mdrite gab. — Velhagen & Klasings Volksbücher (Verlag Von Belhagen & Klasing in Bielefeld und Leipzig) haben sckion eilte, ganze Reihe sehr lesenswerter Bändchen mm Weltkriege gebracht, die geeignet sind, nammtlich der Heranwachsenden Jugend viel Anregung Mtb Belehrung zu bieten. Eine ganz besondere Beachttmg verdienen die beiden soeben erschienenen neuesten Bände der Sammlung, die den, deutschen Flugwesen gewidmet werden. Unser Teut- sches Kriegssknawesen behandelt Hauptmann Neumann, der Leiter der Luftfahrerschule Berlin-Adlershof. Ter ^Leser bekommt ein klares Bild von der Organisation und dem Betriebe unseres Flug- wesms und lernt an der Hand eines vorzügliche,, Blldermaterials die verschiedenen früher und jetzt int Gebrauch befindlichen Flug-, zeugm>odelle kennen. Das zweite Bändchen führt deu Titel: Unsere Heldenflieger und ist unseren jungen Helden der Luft gmüdniet. Der Verfasser, Viktor von Koerber, schildert in kurzett Biographien die glänzenden Taten dieser Offiziere, die „ltsecein Heere die Ueberlegenheit auch in der Lust erstritten haben. Vor-, zügliche Bildnisse aller namhafte,, Flieger sntd deu, Buche beigem geben, das sich als Würdiges Denkmal für unsere gefallene,, Flieger- helden darstellt und unserer Heranwachsenden Jugend ein Ansporn zur Nacheiferung sein ivird. Beide Bücher können zur Auschaffutdgl Wann empföhlet, loerden. Lharade. Er saß i>l, Ersten a», Strande Und trank das letzte Paar. Er hatte dabei das Ganze An seinen, Fuße gar. - li. (Auslösung in nächster Nummer.) Auslösung des Anagramms in voriger Nummer: Helm, Ulanen, Notar, vaine, Lileii. Cajo, Altar, Garn, Estrich H », n d s t a g e. Schciitlettuna: Fr. R. Zenz. — ZwillingSrunddruck und Verlag der Brühl'schen UniversUätS-Buch- und Stetndruckerei. R. Lange, Gießen.