Montag, den 20. August Der rätselhafte Feind. Roman von Sven Elve stad. (Fortsetzung.) 9. Kapitel. Ein Zusammentreffen. Der Rittmeister ging mit nervösen Schritten im Zim- kner hin.und her. „Latz mlich einmal überlegen," sagte er. „Ich habe ein Gefühl, als ob sich finsteres Gewölk um mich sammelte. Ich wiederhole noch einmal, daß ich Oberst Holger an jenem Tage mit keinem Blicke gesehen habe, aber so wie sich die Beweise gegen mich allhäufen, fange ich an, an mir selber, an meinem Verstände zu zweifeln." Der Detektiv zog eine Skizze von der Lage der beiden Gutshöfe hervor und sagte: „Gibst du mir zu, daß du etwa um halb vier Uhr eine Zusammenkunft mit Dagny, der Tochter des Obersts, an dem Kreuzweg in der Nähe ihres Hauses gehabt hast?" „Ja." Asbjörn Krag notierte sich die Zeit auf ein Stück Papier. „In solchen Sachen, wo die Entscheidung von ein paar Minuten hin oder her abhängen kann, ist es gut, alles in Ordnung zu haben," murmelte er. Dann fuhr er fort: „Es scheint festzustehen, daß der Oberst zwischen dreieinhalb und vier Uhr überfallen worden ist. Mit anderen Worten, wenn jemand auftritt und behauptet, du seiest von dein Zusammentreffen mit Dagny direkt aufs Feld geritten rmd habest den Oberst zu Boden geschlagen, so ist die Möglichkeit nicht zu leugnen. Wir können nicht beweisen, daß das Nicht geschehen ist." „Aber der andere kann auch nicht beweisen, daß es geschehen sei," sagte der Rittmeister. Asbjörn Krag wippte mit dem Bleistift in seiner Hand. „Doch!" sagte er. „Was meinst du?" t,Wenn ich jetzt dieser andere wäre, so könnte ich es so gut tute beweisen. Jedenfalls sind eine Menge Anzeichen aufgetaucht, die es sehr wahrscheinlich machen." „Du nlußt dich näher erklären." „Gut. Ich komme noch einmal auf den Stall und dein Pferd zurück. Sein Hufeisen des linken Vorderbeines ist also entzweigebrochen." „Das hast du schon einmal gesagt." „Der Boden um den Tatort her zeigt deutlich, daß der arme Oberst von einem Reiter verfolgt worden ist. Du hast selbst gesagt, daß es hler in der Gegend nicht viele Menschen gibt, die reiten." „So viel ich weiß, nur den Oberst und mich. Und dann Dagny." schon sehr verdächtig. Und nun kommt das Allerverdachttgste: der Mann, der den Oberst verfolgt hat, rttt nrt Pferd mit einem zerbrochene Hufeisen." Der Rittmeister verbarg das Gesicht in den Händen. „Wenn du das alles sagst, so mutz es ja richtig sein," tagte er. „Aber lch kann es einfach nicht verstehen. DaS ist nur ein vollkommenes Rätsel. Ich bin sofort nach meirrer Unterredung mit Dagny nach Hause geritten." „Und wenn wir diese Umstände mit den übrigen zu- lammenbringen, mit deinem ganzen Auftreten hier, der plötz- Uch gelösten Verlobung mit Dagny, deinem Brief an den Oberst und so weiter, so ist tatsächlich die Beweiskette ge- Schlossen. Lieber Freund, wenn der Oberst in diesem Augetr- blick wt sein sollte, so bist du der Mörder." ~... Aschfahl im Gesicht sprang der Rittmeister auf und Nürzte auf Krag zu. Gelassen schob ihn dieser zurück. ^ /SH uteme turistisch " sagte er. „Juristisch bist du der Mörder, moralisch nicht. Ich bin nämlich überzeugt, daß du es nicht getan hast, daß du vollständig unschuldig bist und daß eine Kette von rätselhaften und sonderbaren Ereignissen dick in so schweren Verdacht bringt. Das wird ein schwieri- Fall, und ich kann nicht dafür stehen, daß du nicht beim nächsten Verhör verhaftet wirst." ... . kann imr nicht begreifen, wer der Täter sein konnte, rief der Rlttmeister. „Der Oberst hat ja nur Freunde hier in der Gegend. Und eine solche Untat bedingt doch eine Todfeindschaft." „Ueberleg dir einmal die Sache, vielleicht kommst du dann auf eine Spur," erwiderte Krag. „Denk einmal an ? ie Peränderung, die plötzlich mit dem Oberst vorgegangen ist. Erst hatte er nicht das mindeste gegen dich und hätte dir gerne seine Tochter zur Frau gegeben. Dann kam plötzlich der Umschwung, ohne daß du dir eigentlich den Grund erklären konntest. Der Oberst, der vorher lebhaft, mitteilsam, gesellschaftlich und liebenswürdig gewesen war, schlug mit einem Male gerade ins Gegenteil um. Er wurde finster und verschlossen, beinahe feindselig. Das alles deutet daraus hin, daß ihn ein großes Unglück getroffen hat. Zugleich wurde dir bekanntgegeben, daß von einer Heirat zwischen dir und der Tochter des Obersten keine Rede mehr sein könne, und die Verlobung ging stracks in die Brüche. Es sei nichts geschehen, behauptest du, und dasselbe sagt die Tochter und hat auch der Oberst gesagt. Es ist also nicht irgend ein Ereignis daran schuld. DaN.c muß es ein Mensch sein, der diese Veränderung bewirkt hat, derselbe Mensch, der den Brief chrieb, den der stellvertretende Amtsrichter als von dir her- rührend betrachtete, derselbe Mensch, der den Oberst zu Boden geschlagen hat." „Aber wer kann das sein!" brach der Rittmeister los. „Dahinter müssen wir jetzt zu kommen suchen. Vor erst aber wollen wir die Sache ruhen lassen. Ich ahne ein vortreffliches Abendessen." Die Türe wurde zurückgeschlagen, und des Rittmeisters alte Haushälterin bat die Herren ins Speisezimmer. Sie »atte sich dem Besuch zu Ehren besonders angestrengt, und 'schön: Krag ließ sich das Essen schmecken. Während der M.ahljeit sprach er nicht mehr Mn ba 362 Sache, sondern suchte seinen Freund durch allerler anoer^ Gesprächsgegenstände zu unterhalten und abzulenren. Der Rittmeister saß meistens schweigend da. Als sich die beiden Freunde vom Tisch erhoben, erklärte Asbjörn Krag, er wolle in der herrlichen milden Abendlust noch einen Spaziergang machen, und der Rittmeister begleitete ihn bis vor die Haustüre. Auf dem Hofe grüßte der Verwalter des Rittmeisters und deutete auf den Wald, an dessen Saum sich mehrere Pferde tummelten. „Sehen Sie, dort weidet „Eva", sagte er. „Jetzt hat sie ein neues Hufeisen. Aber woher zum Henker haben Sw gewußt ,daß eines ihrer Hufeisen zerbrochen war?" „Ich weiß viel mehr, als manche ahnen," antwortete der Detektiv, nickte dem Manne zu und ging seines Weges. Er ging langsam und summte ein Liedchen vor sich hin, so lange der Verwalter und der Rittmeister, der auf dem Hofe tzurückgeblieben war, ihn sehen konnten. Sobald ihn aber die Bäume vor ihren Blicken verbargen, fing er an zu lausen. Er wollte noch einmal auf die Hollewiese, dorthin, wo der alte Mann überfallen worden war. Es sing sachte an zu dämmern, und der Tau begann zu fallen. Die Umrisse der Dinge verschwammen, die Bäume sahen nur noch wie graue Schatten aus. t Plötzlich blieb Krag auf dem Wege stehen, der sich wie ein Band über die Wiese schlängelte. Er war nicht allein an diesem unheimlichen Orte. Dort unter den schiefen, niederen Bäumen, gerade an der Stelle, wo der Oberst bewuß- los gefunden worden war, sah er einen Schatten sich bewegen. Es war eine menschliche Gestalt, die eines Mannes, und eS sah aus, als ob dieser Mann nicht gesehen zu werden Wünschte, denn er schlich sich vorsichtig unter den Bäumen hin. Er mußte also Äsbjörn Krag ebenfalls bemerkt haben. Rasch schritt der Detektiv auf ihn zu. Nun hatte der Mann dprt droben die Wahl, entweder nell den Hügel hinunterzulaufen und damit zu verraten, ß er mit geheimen Absichten hier sei, oder Asbjörn Krag offen entgegenzugehen. Der Mann tat das letztere, er ging denr Detektiv entgegen. Und nun, da er aus der Dunkelheit, die unter den Bäumen herrschte, hervorgekonimen war, erkannte ihn Krag so- jbrt. Es war der Herr mittleren Alters, der aussah wie ein Lehrer und der ihm bereits bei seiner ersten Anwesenheit auf der Holtewiese aufgefallen war. Der Mann grüßte und Krag dankte. „Wir treffen an einem seltsamen Ort zusamm>en," stammelte der Mann einigermaßen verlegen. „Und zu einer etwas seltsamen Tageszeit," fügte Krag hinzu. „Vielleicht sogar zmn selben Zweck?" „Wer sind Sie?" fragte Krag. ,Der Mann lüftete noch einmal leicht den Hut. „Advokat Bomann," sagte er. „Aus Christiania?" „Nein, aus der nächsten Stadt." „Ach so! Und Sie halten sich wegen dieser Sache hier auf? Vielleicht führt Sie die Hoffnung her, Rittmeister Nyes Verteidiger werden zu könnend „Daran habe ich nicht gedacht," antwortete der Advokat abwehrend. „Mein Hiersein hat einen'andern Zweck, und ich wünsche gar nicht, Rittmeister Ryes Verteidiger zu werden." „Warum denn nicht?" „Weil ich keine Lust verspüre, eine so schlechte Sache wie die seinige zu verteidigen." Asbjörn Krag lächelte. „Oho, so hängt das zusammen? Sie gehören also zu den vielen, die den Rittmeister schon zum voraus verurteilen? Meinen Sie nicht, seine Sache stehe an sich schon schlimm genug, ohne daß auch Sie sich noch in seine Angelegenheiten mischen?" „Ich babe von jeher einen ausgeprägten Gerecht igkeits- inn gehabt," erklärte der Advokat. „Und ich habe das Ge- ühl, daß wir hier weit von der Gerechtigkeit entfernt sind, besonders seitdenl der berühmte Detektiv aufgetaucht ist." Asbjörn blieb dieser Grobheit gegenüber vollkommen gelassen. „Ich begreife Sie vollständig," sagte er. „Sie halte:: den Rittmeister für den Schillingen. Und so nieit kann ich Ihnen recht geben, es liegen allerlei Umstände vor, die dafür sprechen. Wer es^ stecken hinter diesem Drama noch mehr und größere Geheimnisse, als wir bis jetzt wissen." Der Advokat blinzelte- den Detektiv spöttisch, an. ^ „Und dann ist hier auch viel, das man steht, und nick-t sehen will," sagte er. „Was meinen Sie damit'?" „Ich habe den Boden auf der Wiese auch untersucht.^ „So ei was!" „Und ich habe Hufspureu gestöcken." „Bon des Rittmeisters Pferd?" „Ja?"" „Er hat aber doch das Recht, hier in der Gegend zu reiten, wo er will." Der Advokat deutete auf die Baum gruppe, wo der Oberst gefunden worden war. „Aber die Huftritte führen dorthin," sagte er. „Man sieht in dem lehmigen Booen die Spuren ganz deilllich." (Fortsetzung folgt.) Erinnerung. Bon Paul Ernst. Ein iunverheirateter Mann vor: etwa siebeivzig Jahren beüoohnte mit cm er alten Haushälterin allem ein ererbtes Haus in einer? kleinen deutschen Stadt. Man trat durch die Haustür mit der lange nachkl:ngendn: Schelle auf die große, kühle Diele, aus 1 reicher hie gegenüberliegende Tür trt den stillen grünen Hos führte. An den Wänden standen atte^ dunkelbraune, geschützte Schränke. Eine gewundene flache Treppe mit eisengeschmiedetem Gelärwer, das schwarzes Rankenwerk mit vergoldeter Blumen darstellte, führte nach oben. In den Zinmrern des alten Mannes reihten sich hohe Gerüste mit Büchern, hingen alte Bilder von Borfahren, von An sichen vertrauter Gegercken; geschweifte Stühle standen vor Tischen, welche auf gewundenen Säulen ruhten, auf denen Kupfer-, Werke, Mappm, Bücher lagen. Mehrere Menschenalter hückurch hatten die Borfahren des alter: Mannes in diesem Harls gelebt;, jedes Aller hatte Bücher und Bilder, Möbel und anderes zugekauft und neben den älteren Dachen aufbewahrt; nun erinnerte die Einrichtung denn an Leute, die längst venoest waren in der Kirchhoferde, von denen niemand mehr etrvas wußte, wie der einsame alle Enkel; an Bader Und Mutter, Großeltern und Urgroßeltern und Ahnen. Ter alle Mann hatte einen Fremrd gefunden, einen Iüng,- ling, welchr mit vollen Wangen und blitzenden Augen in die Mell sah. Er wollte erzählen, und nun lauschte ihm jemand. Sv saßen die beiden in einer Dämmerstmide um den großer: rUiwen Tisch. Sie hatten ein altes Buch besehen, das in gefalteten Kupseri'. euren großen Aufzug Ln: siebzehnten Jahrhundert darstellte mit Wagen, die wie bauchige Traoben mit geringelten Schwänzen geschnitzt waren oder loie fremdartige Vögel; eine bestaubte Flasche Wein mit halbgefüllten Gläsern stand vor ihnen. Wie nun die Dunkelheit sich allmählich immer mehr sammelte, w-ie die Stille bemerkbar wurde imb dem einen die Züge des andern undeutlicher erschienen, da lehnte sich der alte Mann in den Lehnstuhl zurück imb begann zu erzählen: „Ich war als junger Mensch in die Großstadt gekommen, wv ich an der Universllät Vorlesungen höre:: sollte. Meine Familie hatte keinerlei Beziehungen zu den: neuen Ort ineines Aufenthaltes — merkwürdig! Ich spreche sofort tu abstraktem Ausdruck — und so ging ich den:: durch die breite:: Ltraßen zwischen den hoher: Häusern, verloren in der fremden, hastercken Menge, und las die Ankündigungen von Zimmern an den Hauseingäugen, stieg Treppen hock) mW sprach mit Vermieterinnen, sah mir Stuben an; und ein Gefühl grenzenloser Verlassenhell zwischen gemeinen Menschen kam über mich nill lasteicker Schwere. Endlich fa:ll> ich eine Wohnung, die Lwrrz aickers !var, unc die übrige::. Eine stalle, vornehme Dame .in Trauer vor: etwa vierzig Jahren öffnete mir, erwiderte gemessen ineinen Gruß, der umvill- kürlich achtungsvoll geworden war, und führte mich in das Zinnner, das sie vermieten .wollte. Es. war mit alter: Möbeln aus dem Anfang des Jahrhunderts ausgestattet, die im nur gut gehalter: gewesen waren: die Fenster gingen auf einer: sehr großer: Hof, in welchem sich zwei Linder: breiteten; Spatzen lärmten in U>uen und die Sonne blitzte in Tropfer:, welche aus der: grüner: Blätterr: lagen. Ich erklärte, daß ich das Zinrmer mieten »volle. Tic Dame zögerte eine Weile, sah rnich an, m:d sagte endlich: „Wir leben sehr zurückgezogen, es ist das erste Mal, daß wir das Zimmer vermieten, es ist immer sehr still bei uns oeweserr." Ich fühlte, was sie sagen wdllle, denn Manche .Reden der übriger: Zimmer- vermieterinnen hatten mir gezeigt, »velche Sitter: Herrscher: mochten: aber ich War so Verleger: wie die Tan:e Und flonitte nicht recht oitf*» Worten: ich sagte nur, wahrscheinlich sehr fchiichtern: „Sie werde:: mit mir Alfrieden sein." Eine Art von Freude flog über jhr Gesicht, sie reichte mir die Hand. Ich besuchte meine Vorlesungen, ging zum Essen, holte mir Bücher von der Bibliothek, las auf meinem Zimlner. Nach Möglichkeit vermied ich Geräusck>e und Störunge:: meiner Milbe-» wvhner. Es stellte sich heraus, daß die Dame nvch ihre errvachlsene 303 Tochter bei sich fjuttfc; ein Dienstmädchen war nicht m Mirtschaft; jeden Morgen kam eine Aufwarterin, welche auch mein Zimmer besorgte. Von dem Leben der Damen erfuhr rch nichts,- jo, sogar jenes Wenige wurde mir erst nach einigen Wochen klar. , r Es fand ein großer festlicher Umzug statt, der durch unsere Straße kam. Ich saß in meinem Zimmer und war unentschlossen, ob ich mich von meinem Buche losreißen und auf die Sttaße hinunter gehen sollte; da klopfte ies^ und die Dockster trat in die Tiir. Sie lud mich ein, in das Wohnzimmer der Familie zu kommen, Um den Zug aus dem Fenster zu betrachten. Wie soll ich das Mädchen beschreiben? Sie war ein schlankes, biegsames Kind von vielleicht siebzehn Jahren, in Hellen Kleidern, mit lichtem, leicht rosa angehauchtem Gesicht, das schnell blutrot werdeu .konnte bei einer Verlegenheit, mit strahlenden, mUt-, willigen und zugleich scheuen Augen, und mit einem Mund, der eilt so reizendes Lächeln hatte, ein so redendes Lächeln^ wie ch es nre sonst bei einem Menschen.gesehen habe. Ich trat in das Zimmer-, begrüßte die Mutter; aber von dem ersten LlUgenblick an, da Lilla, so hieß das Mädchen, auf meiner Schwelle gestanden, ivar ein Band zwisck>en uns gewesen, das ich- stark spürte, ein elektrischer Strom, welcher beständig gespannt war fühlte ich mich innig vertraut mit ihr, wie wenn wir seit langem verbunden wären. Wenn ich zu ihr sprach, umging ich Die Anrede, denn mir war, daß ich sie mit du ausprecheu müßte. Und das durste ich doch nicht. Tie beiden Frauen lagen in dem einen Fenster, ich lag inr andern. Wir sprachen miteinander; Lilla stand hinter ihrer Mutter, und indessen sie reoebe, machte sie mir Zeichen. Tic Mutter erzählte, daß 'sie am Nachmittag mit Litla ausgehen wolle, um einen versprochenen Besuch bei ihrer .Freundin zu machen. Lilla deutete mit dem Finger auf sich und schüttelte den Kops. Tie Mutter stagte, ob ich zu Hause bleiben werde; Lilla schüttelte den Kopf, ich schüttelte gleichfalls, es war mir, als werde ich durch iihre Bewegung ge-, zwungen, denn mir war gar nicht klar, n-as das alles bedeutete. Lilla drückte ihre Freude aus, daun sah sie mich fest au. als wollte sie mir einen Gedanken mttteilen. Ich sprach ohne Zögern aus, daß ich gegen zwei Uhr gehen wolle, um das Fest weiter zu betrachten. Sie lachte, dann zeigte sie auf sich und hob vier Finger hoch; ich wußte, daß ich um vier Uhr in die Wohnstube fommen sollte. Aber das wußte ich wie im .Traum. Ich verließ das Haus Punkt zwei Uhr und kehrte kurz vor vier Uhr in meine Sttlbe zurück. Ms es vier vom, nahen.Turm schlug, klopft^ ich leise an die Tür der Wohnstube. Wjemimb antwortete, aber ich Härte ein leichtes Rascheln. Vorsichtig öffnete ich die Tür; da saß Lilla in den Winkel des tiefen, alten Sofas gedrängt, die Füße hochgezogen, sah nach mir hin. Eine heftige Und fast schmerzliche Sehnsucht ergrist mich; ich eilte auf sie zu, kniete auf den Teppich vor ihr, nahm .ihre Hände, küßte sie, hielt sie vor mein Gesicht Und verbarg mein Gesicht in ihrem Kleid. Sie lachte wie ein silbernes Glöckchen, und vielleicht lachte sie 'aus Befangenheit, denn eine süße Mrgst teilte sich ihr mit; sie schloß die Äugen, und ich barg wieder mein Gesicht in ihrem Kleid. Rachher küßte ich sie. Wir haben ja nichts gesprochen.. Was sollten lvir denn sprechen? Wir loUßten uns u'ichts zu sagen. Aber wir hielten unsere Hände versckKmrgen. Dem alten Mann rollten.runde Tränen aus den Augeu. Er schwieg eine lange Weile, dann entschuldigite e>c llch; es war eine merkwürdige Entschuldigung, die er vorbrachte; denn er sagte „so lange ist das nun her. daß man zu Tränen gerührt nrird", dann fuhr er fort: , >,Wir haben also eine Stunde zusammengesessem haben nichts- gesprochen, und sürd selig gewesen. Ms die Turmglocke fünf Uhr schlug, ich hörte deutlich die fünf Schläge, da sagte sie: , Tu mußt nun gehen; ich habe meiner Mittler gesagt, daß ich Kopfschmerzen habe, .deshalb hat sie ihren Besuch allein gemaust; sie kommt gleich ging a-'f die Straße hinunter, .irrte mit 'iriiv'n Klopf ohne Ziel ^nd) die Straßen und kam wät jiacft Äjuiiu: zurück. Ms ich die Gangtür ausgeschlossen hatte, metkte ich eine sonderbare Unruhe im Zimmer meiner Wirtsleutc. Ich wollte vorbei in meine Stn&c ae^m, da äfsnete sich die Tür, die Dame stand lauf der Schwelle, verweütt, Hatto die Lampe in der Hand. Hinter ihr im Tunkel war jemand, man härte auch ein Acck>zcn. „Mein Kind stirbt", sagte sie. Ich begriff die Worte nicht und stagte gedankenlos „Wie?" Tann aber wurde mir plötzlich alles klar, ich folgte der Vorauf- aehenden in das Zimmer. Ter Arzt saß am Sofa, aus welchem, das Mädchen gebettet war, eine andere Tamc stand dar Liegenden #u Häuptcn. Tie Sterbende wendete mir ihr Gesichtchen zu Und lächelte. Mir anderem Ton sagte der Alte „ihr liebes Gesickstchen an nnft läck-eltc.". Tann stihr er nach einer Weile fort. Die Mutter erzählte, daß das Kind herzkrank war. Sie I-atte sic nie allein gelassen. Heute hätte sie eine Verabredung geliabt, das Kind hatte plötzlich Kopsschmerzen bekommen, sie mar allein ge- aangeu. d<^s erste Mal in ihrem Leben: als sie nach Hause kommt, cs ist kurz nach fünf Uhr, da hockt das Kind im Sofa Winkel, die Füße unter das Kleid gezogen, sieht sie mit großen Augen an und sagt: ,^Ich bin sehr k«rnk, Mutter." „Ich WÄß ja nichts von dem Kind," schloß der Greis; es starb in meinen Armen, meine Tränen flössen ihm über das Gesichtchen. Ich weiß auch nichts von der Mutter, denn ich sagte ihr nicW und stagte sie nach nichts, ich lvar so erschüttert, daß ich die Stadt verließ. Vrie habe ich wieder etwas von ihr. erfahren." „Ja, ich weine, ich alter Maim," sagte er noch zuletzt. „Weshalb soll ich /licht Iveinen? Sie können nicht wissen, weshalb ich weine; ich trollte es Ihnen ja gern sagen, aber ich finde die Worte nickst, denn einen Gnind, den ich mttteilen könnte, habe ich ja nicht." Hule. Eine kleine Geschichte von K. v. d. Eider. (Rachdruck verboten.) Ov Tänuseu und Tiene Klock waren gute und getreue Rachl- bvru. Er besorgte seinen kleinen Haushalt und seinen großen Hühnerhof ganz allein, er scheuerte, fegte, wusch und kochte, wie es eine Hausfrau getan hätte. Tiene wiederum bestellte ihren Garten und dicker sebcr, grub, säete und erntete wie ein Mann. So lebten die beiden jahrelang friedlich nebeneinander, imb wenn sie sich mal an dem gemeinsamen Brunnen begegneten, sagte er: „Guten Tag, Frau Rachbarn!" und sie antwortete; „Guten Xaa Machbar!" Gegenseitige Besuche gab es nicht, wett sich das doch nicht geschickt hätte; im übrigen erwiesen ste sich einander stets gefällig. Ov Dönnsen bekam alle Eierschalen Mis Tien.es Küche für ferne Hühner, und weil es sich doch nicht paßte, daß sie hinüber ging, hatte sie draußen an der Vdauer einen alten, braunen Steintopf tzingestellt. In diesen legte sie die Schalen; Ov holte sie sich selbst rmd legte zum Tank dafür die Knochen hinein, die in seiner Küchle abfielen, und die Tiene ivieder an den L-nmpen-- maier verkaufte. Ties Verhältnis währte Jahre. Dre Krieg kam, Ov Tännsen und Tiene Klock merkten kaum etwas davon. Sie bekamen nute ihre Erzeugnisse besser bezahlt als früher. In den Topf wmi- derten immer noch Eierschalen, ja es, steckte auch sehr oft estr Knochen drin. 1 Im dritten Kriegswtttter umrde alles knapper. Dennoch eignete sich eines Tages etwäs, was die kleinen HeimlichLettanj der atten Leute ans Licht brachte. Krüger Paulsen hatte einen Hund, einen großen schwarzen Pjudel. Gr jvar Herkules getauft, wurde aber kurzweg Kitte genannt. Im Frieden lag Kulc ipohlgenährt und behaglich vor der Tür des Kruges und sah die Vorübergehenden mit vornehmer Ruhe an. Jetzt hing ihm das Fell auf dem Körper Wie dem Bettlest ein geschenkter Rock. Er strich fortwährend auf den Rackchar-, Häfen umher und spähte ans nach etwas Freßbarem. So 'kam er auf Tiene Klocks Hof. Ov Tännsen hatte gerade einen Knochen in den Topf gelegt, einen großen, schönen Knochen. Kule witterte ihn. Er fuhr mit dem Kopf hinein, erfaßte den Knochen und tonnte nicht wieder heranskoinmen, wett der Topf oben enger war als' unten. Er warf den Kopf mit dein Topf hin mrd her, ^vergeblich Er rannte davon, überkugelte sich mrd sprang übers Ltaket auf die Straße. 'Die Kinder hinterdrein. „Was ist los? Wer ist das!? Ist das rin Tier? Was hat er für 'neu Kopf? Was für einen schrecklichen großen Kopf?!" Tie Kinder johlten, die Erwachsenen traten ans den Häusern. Ter Hund jagte wie gehetzt die Straße entlang mrd wieder zurück. Dreimal ging es die Straße hinauf mrd herunter. Da an der Ecke fuhr er mit dem Kopf gegen die Mauer. Ter Topf zerbarst. Kittes verstörtes Gesicht kam zum Vorschein. Eine Schar Jungens brachte ihn im Triumph zu seinem Herrn. R'un kamen aber die Nachviehen der Geschichte. Am andere^ Tage erzählte der Krüger Jemen Gästen, bei Ov Tömrsen mch Tiene Klock gingie es hoch her. Ta gäbe Braten und Eier-, Pfaunkucken mrd Gott weiß was iwch. Bei Bäcker Fink erzählten sich die Leute sogar, Ov Tännsen und Treue Klon Witt den sich heiraten und der Knochen lväre vonr Hochzeitsbrateir. Ja, die Leute traten sogar au die briderr heran mrd fragten, ob sie nickst etwas gebrauchten: einen neuen Anzug, ein schvarres Kleid, ob sie n.icht eins von den Häusern verkaufen wollten mrd dergleühew Treue Weinte vor Witt mrd schloß ftcfii .in chre Stube ein, und Ov Tännsen ging .zwanzigmal rir seiner Diele auf rmd ab, faßte einen großen Entschleuß, zo-.z die Somttagsjoppe an und ging.zrr Tiene Klock. „Frau Rackcharn." sagte er, „weil es umr doch sckZon so ist. daß mss die Leute iu dem Mjulnd haben, da brauchen wir uns ja nicht mehr zu schrnieren, daß wir zu alt zirs Heiraten sind. Wenn es Ihnen mit ist, dann können wir uns ja zusammentun." „Ja, Ov, es ,si mir nstt," antwortete Tiene. Sie stand re soll tt auf, wischte sich mit dem Sckstirzonzipfel den Mund ab rmd gab Ov Tönusen den Verloiniwtsknß. An ihrem Hochzeitstage haben die beiden allen Leute den Knle zum Essen eingeladen. 864 vermischtes. •fPorltf hfS Großen Gemüsegarten. Wenn uns g auch vom Gemüsegarten des Mbertums wenig bekannt ist, sv wissen ' doch, daß er bem mtttelaltettichen als Vorbild gedient hat. r allem waren eS die Klöster, die den Völkern Mitteleuropas, ' e * öI t e ;Jculfrtist&e übermittelten, uiib znmr an erster Stelle dre Benediktinerinön che, die eine große Anzahl von den Römern übernommene Kulturpflanzen über die Mpen brachten und im ?• .Jahrhundert einen geregelten Siartenbau in Teilt sch land einfnhrten. Solche Benediktinermönche befanden sich auch am Hose Karls des Großen, der neben seinen sonstigen bedeuten- den Leistungen noch Zeit fand, den Garten uird 'seine Kultur zu fördern. Zn seiner „Ordnung für die kaiserlichen Domänen" vom Jahre 812 schrieb er genau.vor., ivelche.Pflanzen ans seinen Hos- gütern zu halten seien, so daH wir uns ein ziemlich genaues Bild davon machen können, nüc es damals in diesen Gärten anssah. Danack» wuchsen in ihnen außer ^lpfel-. Birnen-. Zürich-. Pflaii- — men- Quitten-. Mispel-. Aprikosen-. Vogel beer- und Maulbeerbäumen imd Gebüschen von großen welschen Haselnüssen allerlei Gewürzkräuter imd Gemüse, wie Kohl, Bdohrrüben, Saubohnen, Kohlrabis Zwiebeln, Knoblauch, Schnittlauch, PetersUie, Kerbel, Melde, Bohnenkraut, Till, Wiesen- und Gartenkümmel, Koriander, Lchymian, Minze, Fenchel, Kresse, .Lattich, Endivie, Erbsen, Melonen, Gurken, Mohn, Sellerie, .Senf und Anis, auch eins Menge heute nicht mehr gebräuchlicher Heilkräuter. Blumen, die hier gezogen wurden, wie Rose, Lilie, NM. blaue SMvertlilie, aUeölki Goldlack und Päonie, verdankten das zunächst nicht her Freude an ihrer Schönheit, sondern der schon ihrem Dufte, mehr aber noch ihren zerquetschten Blumenblättern beiaelegten Hcil- wlntmg Aus dem Jahre 630 besitzen wir den allerdings nicht Kir Ausführung gelangten Bauriß des schon damals bedeutenden Klosters von Lot. Gallen. In ihm werden drei Arten von Gärten un^rschieden, nämlich Obst-, Gemüse- und Arzneigärten. Ter oder Baumgatten diente zugleich als Begräbnisplatz. Wich- .ttger n^ar der Gemüsegarten, da die Mönche schön wegen .der Forderrmg vogetabilischr Kost zum Gemüseball verpflichtet waren. ' B e r wer tu von Gurken. Die ausgezeichnete Gurkenernte, die der L-ommer uns beschert hat, fordert die Haüs- irauen zu verständiger Ausnutzung dieser lvohlschmeckenden, viel- ^rlmKbaren Gemüsepflanze aus, deren für die Gesundheit -l^agliche Eigenschaften schon im Altertum bekannt lvaren. Das Beste an der Gurke ist ^rhr Saft, den man also nicht, wie es EroSik *k x ^alat^reitung fortgießen soll. Er wirkt klchleild und durststillend, nnrd daher auch Fieberkranken gern Ätl ^'-'ffS? n ^ ll ^oen Blutspeien qn und traut ihm etne h ilkastige Wirrkuiig gegen Lungenschwindsucht zu.' auch soll ^.bbttreinigerch wirken, ms Ohr geträufelt, Ohrenschmerzen ver- tveiben mid mit Glpzenn vermiss em Ltt>önh.ütS mittel abgjeben. Zubereitung die geschälten Gurken in Salz was ser atlfgekocht und dann m einer Mehlschwitze mit etwas Mustat geschmort werden, ist ern sehr empfehlenswertes Gericht, das auch von eknem g^en whe Gurken empfindlichen Magen vertragenwlrd Ter moderne Kinderarzt empfiehlt das Gurken- gemuse seiner leichten Bekömmlichkeit halber den Säuglingen. Tiq ^ Lcherben gesckin.tten und mit Salz bestreut könn man als Brotbelag Vettvenden oder mit verschiedenen Soßen als Salat jUc sogenannten gefüllten Gurken werden der Länge {"*£ b^^rt ^ d b ^ teü unb mjt ^Eeisch, ge- Füllungen angerichtet, nachdem man -alzwasser und Essig abgewellt hat. Zur Gurkensoße re-, ^ ruf %. m b'llbraun geröstetem Mehl und gibt Estragonesftg^Zlnd em Ltück Zucker darau. Tas Ein- ÄL bCr GuFen als Salz-, Senf-, Zucker-, und Essiggurken Ä ollgemem bekannt und aus jedem Kochbuch zu ersehen. Zum - m(ni bie kleinsten, für sosortige Verwendung sind die schlanken grünen am geeignetsten, während die gelben dicken überreif und weniger zart lind. Glatte Früchte sind süßer als !5, r i l , 9e l m ^'^nsalat zu sterilisieren (Zeitdauer 20 Minuten) nehme man möglichst kernlose schlangen- oder Slalgurken fülle tue mtt dem Mrkeiihobel ^ingeschnittenen sofort in Gläser' gieße eme schwache Effiglösung darüber und erhitze sie ans 80 'Grad v ^• 0 ^ ,er, ^. a l l>n,t Frucht bräunlich wird. Die Blätter der Gutte liefern em spinatartiges Gemüse; in Wein gelegt, sollen sie em giUrs Mittel gegen Himdebiß darstellen. w , ‘ ® ‘ ? “ °, * e " n J Zucker. Eine altbewährte zuverlässige Art, „Obst ohne Zucker" einzukochen, ist folgende: Feste, fri che Kirschen und Werchseln werden von den Stielen befreit, gewaschen Ä-ss!""^?^cknen auf em Tuch gelegt. Tann in Dunstgläser ein- gefullt, vom Rande des Glases muß ein daumbreiter freier Raum K; ^'^^bmdet man die Gläser zuerst mit eineni rveißen ^^^^eckchen, darüber Pergamentpapier, und läßt sie, vom bc§ K^l^oassers gerechnet, 1/4 Stunde im Tunst Tojen. .'tach mehreren stunden aus dem erkalteten Wasser heraus- nchnwn und an einem kühlen, trockenen Ort aufzübewahren Bcl Lflrslchen Zwet,ck)gen, Aprikosen, Marillen, die man qesckwlt ungeschält er.nlegt, nimmt man die Kerne heraus. Reifes ! >! hinen -dreijährige Haltbarkeit erprobt. Hat man zur Verfügung, kann man davon eine dünne Lage über das Glas spannen, darüber das Leimvnndfleckchen und dann das chergameittPapier legen. — Obstsaft. Tas Beerenvbft, jedweder u^iro mit einem LÄffel zerdrückt, den ausgepreßten Dafk lasch man durch em Tuch durchfließen, füllt ihn in enghalstg« Flaschen, dock) nicht bis zum Rande derselben, verkorkt sie fest, macht 4^Einschnitte in den Kork, überbrndet denselben kreuzweise mittelft ^pagatschlingen; Vs Stunde im Tunst Äxheu lassen, 'öcach einigen L tun den heraus nehmen, den trockenen Mtt mit Har», Pech oder Siegellack überstreichen. Die Flasche stehend an einem kühlen Ott aufbewahren. Tie entkernten LLeichscln und Kirschen werden zuerst in einem SieimnÄrser zersüoßen, dann läßt man den L^ast durch em Tuch durchfließen. Des Wohlgeschmackes spegen kann man einige ausgelöste, zerstoßene Weisel kerne iiiilkockMi. Jahrelange Haltbarkeit. Apfelhonig. Süße, saftige Aepfel und Birnen (von beiden Obstatten je btf Hälfte genommen, verleitzt süßeren Geschmach werden ungeschält in der Mitte durck>geschnitten^ m einem Einsiedekessel mit etlvas Wasser Wer offenem Fouev weich gekocht, der entstandene Saft durch ein Tuch gepreßt, worauf dieser m Littlpdicke eingekocht wird und in Steintöpfen oder loerm fef)v viel Obst zur Verfügung steht, in Füßchen anfbewahrt wird, m welchen er sich fahrelang gut erhält. Wohlschmeckend >md gesund. vüchettisch. — 2 v n n w e n d d e s G l ü ck s. Tie Symphon ie eines Lebens, M)mmi m vier Sätzen von Zdenko Po n Kraft. Zivei Bände. (Verlag von Bong u. Cv. Bettin). Ter junge SsterreiMsche Poet, der schon nach seinen Erstlingen von der literattschen Kritik gerühmt wurde hat sein erstes größeres Wett l-erausgegeben. Im kleine« Tnrnstem spielt dieses Menschenschicksal buch als Sck-icksal des Wolfi gang Aniadeus Burger und der Seinen umschließt es, und aus, diesem Lch.icksal erwächst im Gleichnis ein aNgemein menschliches, duvck- zwei Generationen. Dem Organisten Burger nürd ein Bich geboren, damit hebl's an, und mit.dem Lose des Enkels schießt es. Tiefem stillen Schicksal des einen veiketten sich die Schicksal«, der Freunde, mit denen Wolfgang Amadeus Burger im Quattett rnuflziett, des Pfaiwers Sebastian Haupt, des Uhrmachers Franz Hegermvos und des Ungestümen, .fti-edlosen Rudolf' Friedland. Wie sich deren Leben zum Quar-tett.verquickt, so schrngt und wirrt sich das ihrer Kinder durcheinander und löst sich wie im Spiele, iat> ubbreckieiid in Tissonanz-en und wieder l-armonisch verklingend. Tieft Menscheu,chichale malte ihr Schöpfer in die berausck-end- '«'uve der Wachau hinein, in den Frühling, Svckmer. Herbst und Wiiiter dieser natürlichen Musik; aus der Türnsbeiner LmL schaft steigen src auf und ivachssen in die weite Welt hinaus. In sie fließen sie zurück oder finden den Weg nicht mehr dahin — Tie wirtschaftlichen Kräfte Deutschlands. Herausgegeben von der Dresdner Bank, Berlin. Diese vor dom Kriege bereits in zwei Auflagen veröffentlichte Schrift liegt nun^ mehr in dritter, toiedettlm ettveitetter Ausgabe vor. Xie Einleitung, AEalt erneu kurzen lieberblick über die deutsche Kr iegsloirtschaft. Zn kiiappen, treftenden, von kurzem erlauterndeu Text begleite« statistischen Tabellen gibt das Buch ein mnfassendes Bild von der Entwicklilng der deutsck>en BolkÄvirtschaft in den letzten 30—40 ?a!^?^'ahren. Überall smd, sotveit möglich die Ziffern füp j^1ä/14, die bis letzt vielfach Nur an zerstreuten Stellen zu finden ftnd, eingesetzt. Das Bild der wirtschaftlichen Leistungsfähiakeit T^l^rds wird durch die ^ewttls zum Vergleich be^Egten Zah.. Ie.r ckür Eiigland, Frankreich und die Vereinigten Staaten noch in-' strurirver. Tre unermüdlich Arbeit der Friedensjahre bildtt auch die ber LeisAMen, die Teutschlands Jubusti-re.mb Laud^ wttttthaft, Bank- stnd Verkehrswesen während des Ki ieges anfweison. Das Buch, das em wertvolles^ Werbemittel für die nächste Kriegst anlech darsteflt, dürfte daher gerade letzt allen an i>rr deutsckmr Kriegswir tschaft Interessierten besonders wrllkoimnen sein Es wird aus Wünsch Mtimrären der Bank und Interessenten vom w-fec- 61 ’ Dresdner Bank, Berlin W 8, und den sämtlichen ^Überlassungen der Dresdner Bmck kostenlos zur Verfügung Magisches Dreieck. Konsonant. Zeitabschnitt. Baum. __ Gesäß. r> wV m el rrrK" 5 b k S T' ^ bie Buchstaben AA a t' ciA S .V U '. LL ' S derart einzutragen, daß die mittelst! senkrechte Rerhe einen männlichen Vornamen ergibt, ivahrend die wagerechten Reihen die beigesügte Bedeutung haben. (Auflösung in nächster Nummer.) 1