Samstag, den st. Auguft Oer rätselhafte Feind. Roman von Sven Elve st ad. (Fortsetzung.) 8. Kapitel. Eine Spur. ^^s?s^?ertretende Amtsrichter hatte alles scharf be- obEet. Er trat nun zu K^ag heran, erklärte ihin mit weni- v^rEiede^e sich ^ b ** ® erWr auf ntor0en öerta9e ' unb rmff. die dem Detektiv nicht geantwortet hatte, schritt langsam ins Haus Krag folgte ihr schweigend r- e L uer . verschlossenen Türe blieb Fräulein Dagny stehen. Sie deutete ans die Türe und sagte: „Wollen Sie ihn sehen?" Asbjörn Krag schüttelte den Kopf, in "Ai. ^ am besten, wenn der Krank wichtiger, gnädiges^Fräuwii/"^ Unterredung mit Ihnen ist der S'n StS" ^ ^ ^"«ber in Mt Absicht setzte sich Dagny in die Ecke des Sofas, wo ^lcht ihr Gesicht Nicht treffen konnte. Sie wußte daß mnss^/.^^^usdruck leicht ihre Gefühle verriet, und das wollte sie vermeiden. ^.s.^björn Krag war sehr ernst getvorden, aber er sprach gelassen, beinahe väterlich zu der jungen Dame. ' ^ kennen mich vermutlich dem Namen nach," sagte Rittmeister Jvar Rye gelegentlich Fräulein Holger nickte. bester F?emchch' Ö °" 3b " e " ^»Mt. Sie sind ja sein „Gut. Und nun möchte ich Sie fragen, ob auch Sie Vertrauen in mich setzen wollen " 4 tt fl uc"t t Ä" ,bIW>! " Ti6f fie ' "Selbstverständlich ver- Asbjörn Krag zuckte die Achseln. iAx Jia - l !. ar cYr e ^ 1t ^ gemeint," murmelte er „Nun ja fanZr l! 1 ® M?bn nullt auchrängen. Ich sage Ihnen nur fe. V*!' , l $ üriette in dieser feoche nicht nur fltr Recht und ^ ^„Das begreife ick? ^ «leinen unglücklichen Freund" & r befindet sich in einer sehr schlimmen Laae ^räul<»ch Säi, n ü m b ® ie ' daß er jetzt v«mMich veHchK wä" wmn nicht eingegrisfen hätte?" ' „Weshalb verhaftet?" fragte Fräulein Dagnh mit bei. „Und Jvar Rh« ist der Tat verdächtig Dagnh rang lana nach Fassung. L'KL HO* Si * « « U* | bemah^entrüstet." 3k bö§ ü6er&au fragen?" rief sie betrat« Sache einmal mit ganz kaltem Blute vetrachten. Cs darf als erwiesen betrachtet werden dag Ibr Ü in c^ T bkwa überfallen worden ist. Geradehin sein L^lib .P* Uo V u Hause abwesend. Kann er LftJrsf» 1 ü 1 ^ st, ist er verloren, denn er hat zu- fanden, daß er Ihrem Vater, in der Absicht, ihn aus dem bekannt? geschrieben hat. Ast Ihnen das verannt? Wissen Sie etwas von diesem Briefe?" „Ich habe davon gehört." ibr den mJJr s iefe y Krag und überreicht« Xt tJSmt. V °" bm Stmt8rtd>tet bem Bericht vvr. fanmmi C ® lift auf ben Brief und fuhr heftig zu- Krag betrachtete si- aufmerksam. Ein Ausdruck der Befriedigung glitt über sein Gesicht Dagny lfl ' nifbt b< * Rittmeisters Handschrift." sagte „Kennen Sie diese Handschrift?" „Nein!" ® n f "Rem" klang hart und bestimmt. Dagny zog sich stmd eine kleine P?use "'°" ®° Me mM ® 3 Ent ' auf” tTÖ9 fn ' bfte mit ben L'ngern. Dann stand er mir „ h[t ‘‘ sagte er. „Sie haben also kein Vertrauen zu » « !_' rief das junge Mädchen beinah« weine,id. „über ich kenne doch diese Handschrift nicht!'' Fräulein, das glaube ich Ihnen nicht. Dieser einem Dritten geschrieben, und diesen Dritten limm. Sonst »efahr." nahe versagender Stimme ' ist - *5 Ihnen doch sicherlich klar, daß Ibr SRntpr EAslstÄ'RWM' 8e,oefe " Assen wir Mi fassen fragen, sonst gebt es schwebt der ^Rittmeister in der allergrößten „Sie glauben also, daß ich lüge?" gelassen^'»? Antwött b ^ " b ^lörn Krag ganz Run stand Fräulein Holaer ebenfalls auf. ,,^ye ich gehe, möchte ich Sie aus eines auimeicki,inr w°ch-n " lagte Krag. „Der Fall kdnn sehr rasch echtteten bäna^ Rhes Rettung einzig und allein davon ab- hangt, ob Sie reden oder nicht. Jvar selber svrirbt nicht ha* 25 fe n ®\ e r 1 »» Arzeu^t sei?E7lauL' Sie mW l ^ jetn. ^rlauven feie gesehen?"^ ® 6Qbe " © le Jvar Rye zum letztenmal „Gestern gegen vier Uhr." „War ev M Pferd?" „Nein, er war nicht zw Pferd nnd ich aiuch nicht. Wir redeten zusannnen an der Wegkreuzung, nördlich von unseren: Hofe." „Trafen Sie zufällig zusammen?" „Nein, wir hatten abgemacht, uns da zu treffen. Hund Ihr Herr Vater war mit einem splchen fammentteffen nicht einverstanden?" „Nein." , „Hatte ch Ihnen verboten, auszugehen? ".Der Rittmeister schrieb also den Brief an Ihren Vater, um Gelegenheit zu haben, mit Ihnen zusanimenzulrmen „Nicht diesen Brief da," antwortete Dagny ntid deutete aus das geheimnisvolle Schriftstück des Dritten. „Einen andern." Asbjörn Krag nickte. . . . Es ist eine merkwürdige Uebereinsttmmung, dah dnic beiden Briefe dieselbe Stunde für eine Zusammenkunft bestimmen," sagte er. „Nun gehe ich gleich, gnädiges Fra lUem, aber ehe ich gehe, möchte ich noch eitles sagen: Falls der Meister der Täter sein sollte . . ." Der Detektiv bemerkte, das; Dagny unwillkürlich zu- sammensuhr. „ ^ . . Ich sage falls," fuhr er fort. „Ich personlul) hin überzeugt, daß er es nicht ist. Aber angenommen, er wäre es, so müßte er unmittelbar vor der Zusammenkunft nnt Ihnen hingeritten sein unb beit Oberst zu Boden geschlagen haben. Worüber hat er mit Ihnen gesprochen?" „Das kann ich Ihnen nicht sagen. Das ist auch unwesentlich für die Sache." „Haben Sie verabredet, später wieder zusammenzutreffen?" „Nein," sagte Dagny leise. „Das haben wir nicht verabredet." „So haben Sie also Abschied von einander genommen? „Ja." „Dann kann ich mir denken, daß mein Freund sehr niedergeschlagen gewesen sein muß, als er von Ihnen ging, niedergeschlagen säst bis zur Verzweiflung Und in solch einem Zustand kann selbst der beste und kaltblütigste Mensch . . ." „Sprechen Sie nicht weiter!" rief Dagny entsetzt. „Aber ich weiß nichts und ich kann nichts sagen." „Gut, so gehe ich jetzt, aber in zwei Stunden komme ich wieder. Entweder haben Sie sich bis dorthin entschlossen, zu reden, oder auch ..." „Ich verstehe durchaus nicht, was Sie meinen. Oder..." ... „Oder werde ich dann reden," sagte der Detektiv und verließ das Zimmer. * Fünf Minuten später sah der Rittmeister den Detektiv gelassen vom Hofe des Obersten her aus sein Haus zuspazie- ren. Er kam über die Felder. Der Rittmeister hatte erwartet, der Detektiv werde sofort zu ihm heraufkommen, aber Krag schritt statt dessen auf den Stall zu. Der Verwalter machte ihm die Stalltüre auf; Krag trat in den Stall und blieb eine Viertelstunde drinnen. Als er wieder herauskam, siel es dem Ritttneister aus, wie außerordentlich ernst er aussah. " „Hast du etwas zu essen?" fragte der Detektiv, als er KU Rhe ins Zimmer ttat. „Ich bin allmählich entsetzlich hungrig." „Der Tisch ist gedeckt." Asbjörn Krag ging zuerst und wusch sich die Hände, denen es deutlich anzusehen war, daß er damit in der Erde gewühlt hatte. Der Rittmeister fragte, ob es etwas ^koue-s gebe. „Eine Menge Neues," antwortete der Detektiv. „Steht meine Sache bessert' „Sie steht viel schlechter, lieber Freund. Wenn ich nicht to fest und unerschütterlich an dich glaubte, so tväre ich jetzt davon überzeugt, daß du der Verbrecher bist." „WaS hast du entdeckt?" „Beantworte mir zuerst eine Frage! Nicht wahr, um vier Uhr warst du zu Pferd?" „Ja." „Und du hast „Eva" geritten?" „Ja." „Und du bleibst dabei, daß du den ganzen Dag nicht in der Nahe des Ortes gewesen bist, wo der Oberst gefunden wurde?" i „Ja, dabei bleibe ich." ' ^ ^ , iJ „Lieber Freund, hast du bemerkt, daß eines von „EvE Hufeisen zerbrochen ist?" Nein." "Das Hufeisen des linken Vorderbeines ist zerbrochen.^ „Das wußte ich nicht. Aber was hat denn das mtt dev Sache zu tun?" ^ ^ r „ r , „Ich war soeben drunten im Stall," fuhr Krag fort. „Das habe ich gesehen. Was wolltest du dort?" „Ich wollte mir „Evas" .Hufeisen arischen, und da fand ich den Schaden." „Ich verstehe immer noch nicht . . ." „Dann will ich dir den Zusammenhang erklären. Als der Oberst gefunden wurde, lag er unter einigen Bäumen am Rande der Wiese. Es scheint wenig wahrscheinlich, datz er dorthin gelockt worden ist: man möchte eher denken, er ei dorthin gejagt worden. Tie Spuren deuten darauf hin, daß der Oberst gelaufen ist, als gelte es sein Leben. Er ist von einem Mann zu Pferd dorthin gejagt worden. Und nun kommt das Interessante: Die Spuren zeigen deutlich, daß das Hufeisen des linken Vorderbeines des Pferdes zerbrochen war, gerade wie das deiner „Eva"." Erschrocken fuhr der Rittmeister-zusammen. „Dn siehst also, daß deine Sache sehr schlecht steht/ fuhr Krag gelassen fort. (Fortsetzung folgt.) Beschreibung des Besormationssestes. vor ,00 Jahren in Lich, nach einer alten Schrift. Beschreibung der Reformations-Jubelfeier, oder eines alle 100 Jahren gefeyert werdenden DaMestes wogen der 1517 durch Luther unter göttlichem Beistände bewirkten Reformation, das heißt eine Verbesserung des Pro festländischen Gottesdienstes, ivie solche ,m Jahre 1817 den 31. Oktober in der Stadt Lich begangen worden ist. . . ^ ^ ~ Zu Ende des Monats September ivurde m der Land es-Zerrung betannt gemacht, daß in dem sämmtlichen Gvoßhl. Hessischen Lande. wie ebenfalls in den übrigen Proteslaiidisclen Staaten Deutschlands geschah, Mim Andenken an die rar 500 Jahren durch LutherUnter göttlichein Bcystande beNnrtte Reformation ein zweitägiges Tankseft, welches gleich, iedeni anderen hohen Feste des Jahres den Sonntag vorher von der Kanzel anzu kündigen und am Vorabend mit allen Glocken pn ku läuten spüre, gehalten werden sollte. Ein ini Anfang Oktober all die Geistlichen erlaßenen Rescript des Gvoßh. Hessischem Kirchen- und Schulraths in Gießen setzte weiter fest: daß am 31. Oktober dem Tage einer Kirchlichen Feyer vormittags die Stelle Psalm 69 Vers 6 bis' 7 vvr den: Altar anstatt der gewöhnlichen -Sonntags Epistel verlese,r ,rach dem Liede, EinsesteBlurg ist unser Gott, dann über erste Thimothcuw 2, Vers 1 gepredigt, hieraus das heilige 'Abendmahl gehalten. Bei dem ausgehen aus her Kirche eine Collekte für die Armen aller Consessionen erhoben werden sollte. Für deir Nachmittag warf der Predigt Text Johannes 8, Vers 12 und das Lied: Der Du selbst die Wahrheit bist, vorgeschrieben; zugleich hatte man gedruckte Geböte fttont vor lesen nach der .'Predigt erhalten. Lim zweyten Tage, der gleich bei Anordnung des Festes zli einer Schiulseyerlichkeit bestimmt war, sollten Vorträge und Catechisatiioncn über die Reformations-Geschichte bey der Jugend statt haben, wobei man Ajustheilnugen von Geschenken an die Kinder, als Micher, Wecke und dergleichen Vorschläge, doch dieser, sowie alle übrigen Anordnungen zur höheren Feyer der Tage beit Ortesumständen und Behörden überlasse. _ Infolge des vorher gesagt traffen nun die Stiftsgcisllichew Authäus, Brühl, Cellarins mit Mitwirttmg der beiden jetzt lebenden Stadtbürgermeister Johann Heinrich, Zimmer und Hermann Philipp Jhring nachfolgende EinrvrlMmgen zur lvürdigen Feyer der zlvey denkwürdigen Tage. Nachdem am Vorabend mit der Bcspcrglockc das fest angelcütct lvar, ocrsammleten sich beu andern Morgen unter aber ,nahligen leuten der Fest-Glocke um 6 Uhr sämmtliche Einigungen unserer Stadt, als nähmlich die Geistlichen, Beamten, Landwehmfsiziere die Kirchenaelteften, der Stadt Magistrat, die Bürger nach Zünften die Kinder sämmtlicher Schulen auf dem Schloßplatze in einzelnen Auszügen. Tic Jugend schloß einen Kreis den die cr,viachsene Ver^ sammkling umgab. seyerlich und rührend erschallete unter Gottes freiem GWeölte, welches sich nach einer regnerischen und stürmischen Nacht wieder erheitert hatte und sein Wohlgefallen an diesem Morgenvpfer zu bezeugen schien, von Musik begleitet das Lied: Allein Gott in der Höh s e y E h r uslv. Nach), endigung dieses (Liedes hob unter dem Kirchengeleule der Zug nach der Kirche in folgender Ordnung an, wobei) man weiter sangt Aus Christen p re ißt mit mir den Herrn. Ten Zug cröfsnelen die Schulkinder. Arm in Arm, zur ReMen hie Mädchen, darneben in glejcliier Linie ebenso die Waben, bcitidn, die Ä 1 das. Chor und die Geistlichen folgten.. 859 An der Spitze tos Ztuiges selbst ftchren zwei) Wa^en der fürst- lichen Familie. vtach ihiren Hamen :lte Beamten, die,Kndwetzc^ Offiziere, der Stadttnagrstrat, die Krrchenaeltesten und die Zünfte der 'Bürgerschaft. - c . stM .* Hinter dem Zuge versammelten sieh! nun dre iübrme lLyrrsst,>aie Gemeinde zur Kirche. Eine beginnende Musik in derselben Wo mm ganz unerwartet Altar nnd Taufstein mit Blumen, Ephen und Eichenlaub umkränzl und Luthers Bildnist auf dem Altar nebst mehrere Bibolansgaben angebracht fand, stimmten die Herzen zur Andacht vor. „ Das vor geschriebene Lied, Ein feste Burg i ^ J} n ' ^ J Got t,' wurde gesungen, die bestimnrte stelle Psalm .89 Vers 16 bis 17 vor den, Altar, nach einem tont Tage angemeßenen <öebät, van dem dritten Stiftsgeistlichen verlesen und über erste Lhimo- thcnm 2 Vers 4 von denr Dechanten gepredigt. Am Sstlnste diese Predigt vor dem B. U. ertönte von etlva 12 — 16 stimmen das Lied: Lobt den Herrn Mit Posaunen schall, lobt den Herrn mit usw. Hierauf würde das heilige Abendmahl gel-alten, woran unsere ^rau Fnrsttn Durchlaucht (was vorher itoch nicht geschehen war) und sehr viele Familien der Honorationen mrd der Bürger ohne Ausnahme Lutherischer und Reformierter Cousession antheil nahmen. Ber dem Aiisgehen ans der Kirche erhob .man die verordnete CoUerte für die Armen. 9iach mittags predigte der 2te Stiftsgeistliche über die ebensaUs vorgcschriebene Stelle Johannes 8 Vers 12 wobest gesungen wurde, Der D u s e l b st die Wahrheit bi st und beschloß somit dre Feyer des ersten Tages, welche bei allen, die den Gottesdi en stIich«cu. Bersamniliingen behgewohnl l>arten, walsthaft Religiöse Gefühle enveckt hatte und bei ton Gedanlen wir lutd unsere Kruder et* leben und feyern iiim diesen Tag nicht wieder, einen niM alltags, lichen Eindruck zurück ließ. Ter folgende zlwcpte Tag zu einer Schul scher lichtst angeordnet, ivurde Abends dar 31ten Oktober und dem andern Morgerr um ackst Uhr ebetisalls Mit der Bespergloche als hol/er Festtag angeiäntet. Um der Nach'.onimimschaft lvelä-e in hundert Jahren lvieder dieses Reformations-Jubelfest begehen wird, ein bleibeiches Tenk- nml zln stiften, pftanzten die Jugend (ähnlich^ anpflanz-nngen geschaheti fast an allen Orten bei dieser Gelegenlieit) eure Eiche^ welcke der Förster und der damalige Landlvehr Hauptmann Gerth aus dem Licker StadtimUd mit rühmlicher Sorgfalt ausgesucht und geliefert l>atle und die seht an dein Ruhr-Brunnen in der Mitte des offeiieu Platzes steht. Unter dem Kirckengeleistc zogen die Scknliindcr die Eich' voraus tragend ans ihren Schul len zu genannter Stelle vor. zur Aii Pflanzung tos Baumes wo der Herrschaftliche GartenaiiNcher Horche das Loch gegraben hatte. Sänuntliä e Kinder schloßen daselbst eilwii Kreis und stintmten das Lied an, Besieh! D u D eine W e g e. Wahrend dieses Gesanges, an welchen! bald ein großer Theil der Gemeftide, die sich inzwischien zinr Kirche sammelten mit vieler Rührung Antheil nahnr, würde der Baum gesetzt. Da der Kinder zuviel waren und nicht alle dabei) thätig sein konnten, so trugen dile drei obersten Mädcheii^md Knabcii sowohl ails der Privat als ans den öffentlichen schulen als Stellvertreter ihrer ganzen Kameradschaft, ,'edes einige Schwuselii Erde zum Stainme zu. väach Beendigruig zog inan zur Kirche. Rach tont hier das Lied. T u l ä ß eft Herr n ns u n t erweisen, b 1 i r ch Deiner Lehre helles Licht, gesungen .nwrdeii war, hielt der dritte Geistliche als Rebtior der Stadtschule vor dem Altar einen Bortrag an die vor ihm sitzende fönnntlicf ;j Jugend ans der Resormations oÄmnna eines ihrer Mibllieder für Euch die Urenkel oerlorrt, gehe! Möge aber auch der Baum ton wir setzten immer unbeschädrat um in Ehren bleiben, damit er, wenn wir einst lange nrch ntehr sind, noch von den Rachkommim gvftinden nnd unserer dabet dankbar von ihnen gedach werde. Lich den Iten Jänner 1818. Philipp ZiMmcrmMU. Rainen der SstMer der Rektor sch le. I. Ordnung. 1. Heinrich Christian Walz. 2. Johann Hcnieich Heiler. 3. Johanii Warn Heller. 4. Heinrich '7ldarn R'ecb. 5. war! Friedrich, Jung. 6. Philipp Zilnrnermaim. 7 Conrad Ziinrniw 8w^riedrich, Wilhelm Löschenkol-l. 9. Friedrul) Fischr. 10. oernnch Lepper. 11. Georg Jung I. 12. Johannes Fuhr. 13. Friedrich Scherf. 14. Johann Heinrich', Glöckner. 15. Herrn. Helbig. 16. Karl Friedrich Kraus. 17. Friedrich' Liidwrg. 18. Johann Heiitrich Heller. 19. Philipp Fischer. 20. Johann Heinrich Pfeifer. 21. Philipp Keck. 22. Jacob Wagner. 23. 2tda„i Lotz. II. Ordiiung. 24. Pf. Reilihard Walz. 25. Heinrich Lang. 26. Philipp Wal». 27. Jiohannes Renß. 28. Peter Tietz. 20. Jacob Jung II. 3(1. Friedlich Deubel. 31. Joh. Heinrich Sturm. 32. Jacob Metzger. 33. Philipp Sommer. 34. Joh. Heinrich LchMettor. Noch find die Tage der Nosen .... Skizze von Hedwig von Pilttkamer. (Rachdnick verboten.) * „Weißt du auch daß heute inrser siinsjähriger HockUeits- ^ Fraii von Herzberg fragte es, nnd ihre etiras malten Gesichtszüge belebteii sich,, »vähreird sie über den Zierlich gedeckten Lisch Wwca m ihrem fflami hrnsah. Er hob Heil Kopf m,l dem dunklen, kurz gehaltenen Haar aus der Zeitung, sein Blick kehrte aus irgendeiner nnbekannten Ferne zurück. Er hatte^sichtlich nur geleserr, lim midern Gedantzeti nach hängen zu können, sie,erkannte es deutlich, imd es gab ihr einen Stickens Herz. Er war,.letzt oit so gcdankenabweseüd. Was verschwieg er ihr, was beschäftigte ihn? „Wie sagtest du: Fünf Jahre . . . ach so . . . o, verzech, ich lwtte üs total vergeffen." Sein sämmles, vornehmes Gefmu. das voii starkein Innenleben deutliche spuren trug, bedeckte mit leiser Röte. . ^_ Men: Gott, irre jung ist er noch . . milt diesem Erröten ... ftihr es ihr durch den Sinn. Ach«t.Jahre jünger als ,m. Welche Zeitspanne des Erlebens ftir einen Mann in feinem Stlrer' sre strickl mit der sehr sorgsästig gepflegten Hand, .die dennoch die ivel'ke Blässe der altcrntoii Franenlwnd nicht vcrlengnete, über Stint und Augeii, als könnte sie die.Fältchnr sortwisck.m. bv das unerbittliche Lebvii Kr, der Frau über Fünfzig, »enigezculmei, hatte. Die herbe Linie im ihren schmalen.Mmd verttenc sich Er legte die ZeitMig fort niid stmid auf. „Du willst geheii?^ _ k „Ja. Ich will . dir ein paar .Rosen holen ' Es kam w heraus, als wäre es ihnt nur eben .schielt eingeiallen. als Boi- wand, loszickominei,. ..Roch sftid ja die Tage der Roseii," fugte er mit einem flügellahmen Versuch zum ^ävrzcn hinzu. Ihr tat das tnatte Mort iteh. Fast wäre ilw eine towige dlbwehr entschlüpft. „Jch> mag diese Rosen nicht, die dil imr ans Ziraiig für mich holst " Dottl« sie to'herrsätc ich. Als sich die Tür butter seiner jugendlni' .schlanten Crsctrenmnq schoß, barg sie den Kopf in beiden Handel, und blieb lange w, in stummer, dumpfer Unruhe mid Herzcnsnot. Fred von Herzberg war seit gestern vier Wecken ans Urlaub daheim. Seit Kriegsto'giMr im Felde, waren ihm jedes Fahr nur diese g< nnd siä> keinen besseren Kameraden für die ttcu ^r nese wenigen Wochen des Zusammenseins mtt semer .vran gegönnt lcwesen, und bisher lwtte er sie sröi.ich und zufrieden aewi'en .md sich keinen besseren Kameraden für die Zeit geivün, bl. als sic Sie ivar eine Jugendliebe, an der er noa:- als Bkann von vnizig Jahren in Treue sestgehalttn und ne gelriralet ivi 11 v. niwld tnc Berhälttnsse cs gestatteten. Der große AttersnMernI:ed !wln :lm einen ein bisher nicht gestört. Er glaubte selber»il ErrcgiMgcn fertig zu sein und wünsche ruhiges, sricdsames Altern miteinander. . Ta brach der Sttirniwind des .Krieges die am Brento' \:i dies LebensboUwert Und die Liebe lag a: de. Laue» nnd ttiang wie ein toller Frühliiigslnabe in ">d in di-.' Einlawkeu. in der er auf weit vorgeschobenem nrilitätn 1 'n Bonrn an -liarren mußte. .Er toilte ein Leto'n bang über.die Liebe an, dn gespöttelt, nun mußte er sie an iici» selb i erlabten ihren Banden. Sie streute die Blüten ihrer selig! mid drückte ihn» dock, zugleich)« die sckxn'K n Dornen aU» r ^.naien in-- Her.;, die sie zu geben vermag. Lore Wittes Mann toitte sich eiul^sia,. als ie»n < Zllsalnnlcllbruch lutoanuitoui« sck,en Kinde,los ebe. ni! hi c*i Foniilienanhang, stand sic vor der Roiivt-ndntterl. n.t nlto» r^r erhtilftni. UnverdixFin nnd nuststz v»'»suche ne die «nt rucs ncn Blick" ld lag in über i!m $60 &£. ÄL r. kr hwUn Krfctf eilte Tätigkeit, twtH ? - r ■ ! '‘!T u u,lb dre Un- aurtj, zusagte Fleißig St,U? "Ä ^dEu nur ech'Nlt von den Aus- k?k '. * l L b y Ui Menten, hatte sie «S fast vergesfti^ 7. ^ bnre mnye o-rqu ivar, bis ihr auf der Infornlattousrcise tvataf K " n ' ''" ,ftrn8 ,mb fri " e <**r '^erstrebend, gab fre sich dach endlich gefangen äss .s. l! 5' lebeverl an a endes Her- wurde mehr arnd inehr- g^ Su ,U F SW* hoffnungslosen Liebe Ivurde ihr durch lange Monate hmdinch Lebensinhalt und -zn^eck ihrer Tage. ''T.J'f'j l ^ ,L die (Geschichte seiner Ehe nicht verschwiegen. «nicht tos Sonnte, ohne sich selber ivortbrüchig Eü -\V bcn "^d. >vch der llnehoenhaftigkert ^egen die Frau zu bezichtigen, dre^ io viele Aahve älter »var -als or, und die er an [t cvj£rlf !>me nvch so Ärge, forderiide Lebenskraft! 'Md lvüvdc' chn dennoch nicht gntivillig frei-, lassen, das glaubte er fest zu iviflen. ^vrmeir mit Zittern wtb laugen entgegen. §X ^!!?urch das süße Gift dieser heimlichen Liebe zerstoi't . . . Lvllte Nun auch noch ein drittes hinein- werden m den Kampf ohne Eirde, ohne Lösung? Konnte auch nur einem von rharen Glück erblühen aus so viel Vcot uitb üerbotgeium Tranen? Die tapfere Fvauenseele rang nnd stritt mit sch nl zermürbenden Kämpfen, mit sich,und ihrem heißen Zehnen nach) entern Gheglück, das ihr an ? Ä (öfiimT fiüden!^^^ Paradies vorschwebte. Die mnßtc eine Er- Stunde nach jener kurzen ttntechrltung am bn», als F-i^d von Herzbera eilig von ftinem Ausgang Zin sen' Srm Teerosen in der Lanp M.' ' --2^ ec einen rtoch größeren VON tief dUttkelvotekü ^?'en für ftch zurEegen lassen, den wallte er nachher abholei? ^ ÄaEk ^st svel machen und M Love eilen konnte Die f?Ä m ; ? aß ,7 kam sie hatte versprachen. ihn zu erwar^ Er tteberte vor Ungeduld und Glücksühmmg. erwarten. brüchtesemer Frau die Ros«r und küßte ihr laicht die «Är.srAÄHs einm SL »**■ "Da ist ein W?ef für dich >™rbm " Da alng ,ste brugsam hinaus nich zögerte nvehr als nätia. ^^'Ue, che sre ivicder mS Ziinrn« kvat. * eine fangf ,— ouumicr rau. Erftk-rocken. fuhr fre zurück. Bor dem Defsel neben dem gestanden, lag rhr Mann, wie vorn Mid aef<Ä ' JJf iS!» V eK ben Kopf in Me «me Mgnfenjä A bieXfa mit «orten ä*öfen, und jeder Hauch wdr ein IX™? ^ei breiten Armlehne lag ein Briefblatt toffl Rolfen, ,ns Ihr »«e die S&eS Ä « (l a avi GirMgaeliebter! • yf?! lebten Male nenne ich Dich sv nnd rl» su> ^ mtr selbst die Antwort gibt, sollst Du dies teisn D^WL-A-LSL-'T 6frt, das diesen Weg nicht auch nach mnschlteken Sagen * "* Um W »«* % weche ich es &hr w ftt”c »rÄ^r&^rs *Ä4» Ä »£*&%&& « mtsr. tü-Äsr^ s .KA 1104 44 mff 6,nu1 "'-“' na 9' n “■* fefltife emem e r V*% und krrz 'wallte eine harte Bitterkeit in ffcr eup « f* e derart hatte täuftfen (^«an. Ä! U ^ lh '<-uch>schim,ncr>,t>ks ^ A»-^'mttEnet7fchf »imml»?** 1 seien über, als sie Nihiis sagti * """ b cr *.;fc » »s warm ,» - bie ffni'- T " rJe ° ,fm36n mit Dann fiel er »Stift gut . "Hilf mir, Erna!" ffr barg den Kopf in ihrem Kleid und ibr -tL Hände seine zuckenden LchuUerN/ ?Kss"immer nur mft dem einett nt1, schass ich sie ihm noch, dre Tage der Rosen . . . ^ vermischtes. !/ l b n als telephonischer Festredner Die ^'zählen voll staunsnder Bewundernna, lvie der von f^^Euerten so ttefverchrte Präsident Wilson sich letzthin ^brlegeich?rt %u ziehen wüßte. Er hatte versprockM^ ^lteu Rochester Handelskammer eine Rede sr letzten Augenblick wurde er aber durch wichtige An- Masövratan mrückgehalten mrd sann mm aus D^bn .ürSwV, um er fern Versprechen dennoch halten könne wieder emmas bas Telephon als Retter in der VW*, ^r Mere Telephonorganisation nach dem r m l Washmgtvn entfernten Rochester wurde W> ntig benutzt, daß leder Festteilnehmer zur festgesetzten Stunde hJfr Wilsons Lauschen Lmmte. An jede,,! Platz war nämlich em teleMmscher Empfänger ausgestellt, und mitten 2^ ^bkegtesten Unterhaltung nahmen alle, auf ein Mingel- HLr ans vhr, um eine Stunde lang die vedeittsamen Mrsführungen Wilsons auf sich wirken zu lassen. ^ oaJ". rasenden „Pvlicewomen." Nicht alle Versuche, matmMym Berufen durch weibliche Kräfte aus- HS gJW Uch- Jü London batte die Stadtverloaltuntz gestellt, deren schöne Haltung, kleidsame p*?.*? mmt mrfänglrch allgemem iü uiutberäL ’2f bie Beerbe srch letzt, wie die Londoner Presse berichtch ßt, die Pofteewomen fanrt imd sonders ivieder ngch Häuft Die ihnen verliehene Amtsgewalt toar ihnen nämlich J» gestiegen, daß sie die mämUiche Bedölkermw IW 1 # Weise tyrannisierten, und es gab in einem Mu>nZ '^hr Verhaftung en, als sonst in einem Führe, -üun wn'rde den wJStIH ■wgeit endlich stättgegeben, üSem man die Polic«, ^lEeu' ^ ^ ^ nachgerade doch als alltzU „tüchtig vüchertisch. ^v rps 1014/15. Ein Erinnerultgsbuch^ im Auf^ des Geirwalkommantws Yerausgegeberi von Hauptmmm von ot 41 , ^biDmrgen Stuttgart und Karlsruhe i. B.s 7 ^ derlaEbnchha i rdluwa. 157 Seiten. Lex. 8^ Bill uw ':rL.r ä3ä’ äjs > xK WMMM te?¥.a e A K^bcheft Portofrei (Stuttgart, Grein er L P seife r)^Aus dem «•tr-ftmec.** raS £ Dvotlhnß. - Krummsttebel. BonIulius Kr^s — ^ und IZr Essen t-deN°s!"Bvn Ernst»«» w wowierltasc ^ftii Max 3totgni*I. — BeranNvorümgSgefühk »»n Sott &ü6eftanb^etwtg - Deutsche Art «der müLtsL ungutstt. Von ,F. — Deutsches Verhängnis? _ Teutichbni^ unter eu 00 ^^ Vormundschaft. Von PwßTr. JnliusFroboese g^^^ bon Gütt^iön!" — Kolonien der deulsKm Zuönft — Är A»N .«wmNZÄch Wmw «wn sronwiicr ßett ^ Das Harmonium, mit .besonderer Berückstchtta f^