und Der rätselhafte Feind. Roman von Sven Elve st a d. Autorisierte deutsche Uebersetzung fron G- Bauer. (Nachdruck verboten.) 1. Kapitel. Ein merkwürdiger Tag. „Liebst du sie wirklich?" fragte Asbjorn schaute seinen Freund forschend von der Sette an. Der Freund fuhr heftig auf. .... t ~ ltrtS Du fenitft mich doch!" rief er. „Ich bin kern Freund großer Worte, am wenigsten, wo es sich um meine eigenen Gefühle handelt. Ich gelte für still , und wortkarg, und ich bin es auch. Stets bin ich meine eigenen Wege gegangen. Während meiner Reisen in Asien und Afrika habe ich gelernt, Taten zu schätzen und die großen, leeren Worte zu verachten. Du weißt also, daß ich wirklich,aus meines Herzens innerster Ueberzeuguna rede, wenn ich sage, ich liebe ste. M) bin mir vollkommen klar darüber, daß ich an einem Wendepunkt meines Lebens stehe: Sie muß mem werden, oder es 0l&t ^Ein 'Unglück? Was willst du damit sagen?" fragte ^"^D^andere trat ans Fenster und schaute hinaus. Die Bäume der Allee draußen prangten im ersten frischen Grün des Maien. Als er antwortete, lag ein ernster, wehmütiger Kürng in seiner Stimme. ^ ^ ,,, . ^ . „Jetzt bin ich fünfunddreißig Jahre alt, sagte er. ,,^ch bin weit in der Welt herumgekommen und glaube, daß ich jetzt endlich das große Glück meines Lebens gefunden habe. Wenn mir dies entrissen wird, so bin ich -— das.suhle ich bestimmt - für iminer unglücklich. Dann bleibt Mir Nichts, als ruhelos die Welt zu durchstreifen. Stilles Entsagen liegt 'mm, einmal nicht in meiner Natur. Es könnte sein, daß ich einen anderen Ausweg wähle, wie er besser für einen Mann paßt, der viel von der Welt gesehen und sich stets die Menschen' möglichst aus seinem Leben ferngehalten hat." Er setzte sich wieder Asbjärn Krag gegenüber und fuhr mit demselben tiefen Ernste fort: ^. /Stint möchte ich die Sache mit dir besprechen, weil ich weiß 'daß du ein Mann von scharfem Verstand bist, und weil ich dich als meinen Freund schätze. Ich habe in der letzten !Zeit unaufhörlich über diese Sache nachgedacht, habe gesonnen und gegrübelt in schlaflosen Nächten und in rummer- vollen Tagen, und ich bin zu der Ansicht gekommen, daß sich irgend etwas Geheimnisvolles zwischen sie und mich gestellt haben muß. Und das hat sich so plötzlich zwischen uns erhoben, wie sich die Sonne hinter einer Wolke versteckt. Willst du mir beistehen?" . . .. . M „Du gehst ja gewaltig ins Zeug," erwiderte Asbiorn Krag. „In allem, was "ich bis jetzt gehört habe, kann ich vorerst nichts erblicken, als eine unglückliche Liebesgefchichtc. Du liebst also das Mädchen. Und sie liebt dich auch? „Ja, sie liebt mich." „Sehr schön. Hat sie dir das gesagt? „Ja, das hat sie mir eingestanden," fuhr der andere heftig dazwischen. „Mehr als einmal hat sre mir das freudestrahlend und glückselig eingestanden." „Gut. Wie lange kennst du sie?" „Seit einem halben Jahr. Letzten Herbst lernte ich sie kennen, als ich nach meines Vaters Tod das Gut übernommen hatte. Nachher trafen wir öfters bei unfern Ausritten zusammen. Dii weißt, daß ich ein eifriger Reiter dm. und sie ist eine begeisterte Reiterin, und so hatten wir gleich ein gemeinsames Interesse für unsere Gespräche. So verging einige Zeit. Aber ich versichere dir, daß ich mir vom ersten Augenblick an bewußt war, in ihr die große Liebe metneg Lebens gefunden zu haben. So sagen jedesmal alle, dankst du. Nein, so sage wenigstens ich nur dies eine Mal, das weiß ich. Ich kenne mich, und ich habe mein Herz erforscht. „Was sagte der Alte dazu? Er mußte euch doch gelegentlich beisainmen sehen." „Du meinst den Oberst?" „Ja, ihren Vater." „Er war zu Anfang und noch lange Zeit nachher gag einverstanden. Er lud mich in sein Haus, und soweit ich erkennen konnte, sah er mit freundlichen Blicken mit an, wie sich Dagny und ich einander immer mehr näherten. Er scherzte auch gelegentlich und meinte, wir gäben einmal ent schönes Paar." „Warum hast du dann nicht um sie angehalten? „Das habe ich getan!" . . „Und da hat er also dann „nein" gesagt? „Durchaus nicht. Aber er unterbrach mich ganz freundlich und sagte, davon könnten wir später einmal reden. Wir beide, Dagny und ich, sahen die Sache als abgemacht an, und es wurden auch unserem beinahe täglichen Beisammew- sein keinerlei Hindernisse in den Weg gelegt. Wir hatten am liebsten sofort geheiratet, aber da der alte Herr auf die hergebrachten Formen hielt, wollten wir uns fügen und waren bereit, uns eine entsprechende Verlobungszett gefallen zu lassen. ... Aber da kam plötzlich die Veränderung in seinem Betragen mir gegenüber. Ach, wie genau ich mich dieses Tages erinnere! Es war am Abend vor nun gerade vierzehn Tagen. Die Sonne war am Untergehen, und es fing an, kühl zu werden. Ich ließ Eva", mein neues Reitpferd, satteln, denn ich wollte zu dem Oberst hinüberreiten, um heute noch einmal ein paar Worte nlit meiner Liebsten zu wechseln. Ich hatte sie schon am Vormittag einige Augenblicke gesprochen, und wir sollten uns eigentlich erst am iiächsten Morgen bei unserem gewöhnlichen Ausritt Wiedersehen. Aber es war mir wie eine Ahnung: es lag mir wie ein Stein auf der Brust. Ich trieb ,,hva an, — 334 fo sehr ich konnte, und schweißbedcckt langte sie vor der Haustür des Obersten an. Als ich mich eben aus dem Sattel schwang, trat der Verwalter des Obersten zu mir. Der M«in heißt Hansen. An seiner verlegenen Art sah ich gleich, daß etwas los sein mußte. „Wünschen Sic den .Herrn Oberst zu sprechen?" fragte er. antwortete ich äus alter Gewohnheit. Natürlich wollte ich mit ihr sprechen und nicht mit dem Oberst. „Komme ich vielleicht ungelegen?" fragte id) und erwartete die gewohnte Antwort: „Durchaus nicht." Denn ich kam sonst niemals ungelegen, ob der Oberst auf seinem Zimmer arbeitete, ob er auf den: Felde war oder eine von seinen fleuteu vergnügten Spielgesellschaften hatte. Aber ich erhielt eme unerwartete Antwort. „Der Herr Oberst empfängt heute nicht." „So — na — warum denn nicht?" i'/Kch soll Sie grüßen und sagen, daß er nicht wohl sei. Er hat Sie durchs Fenster herreiten sehen." "?? a / dachte ich. „Das ist wieder so eine von des Alten kleinen Launen. Da ist nichts zu machen." Ich fragte daher den Mann: * wich dann bei dem gnädigen Fräulein meiden? „Das gnädige Fräulein kann Sie auch nicht empfangen." ^ch wollte nur ungern den Gutshof verlassen und war ££ usedergeschlagen. Aber schließlich flehte mich der Oberst I 7Trt I . t Zitternder St mime und verhaltenen Dränen an, zü gehen. . ° bur sieben Uhr," sagte er. „Heute abend Um ^ehn Uhr sollen Sre Nachricht von mir bekontmen. Sie werdeii sehen, es kommt alles wieder in Ordnung." «rr. ^"^b mir nichts anderes mehr übrig als zu gehen. Aber rch verließ den Hof mit dem drückenden Gefühl, daß niilfff etwas Unerwartetes und Entsetzliches geschehen sein Ich schwang mich auf „Eva" urrd ritt die Landstraße eirtlang an den Fenstern des Herrenhauses vorüber. -sTT , aTt ^^glchs Fenster Ecmi, entdeckte ich ein Helles Mew dahinter, und die Vorhänge bewegten sich. Ich hielt mem Pferd an. Da verschwand das Kleid, und ich mußtk weiterreiten. Es hatte angefaugen zu dämmern. . .. ^wber Krag, das war alles, was an jenem merb- JSS? ^ a 9 e geschehen ist. Aber noch merkwürdiger war, was später geschah." 2. Kapitel. Q „ ?ar so verblüfft über diese Antwort, daß ich die Zügel fallen ließ. Mem erster Gedanke war, daß sich das Fraulem m dem naßkalten Frühlingsweiter erkältet haben konnte. „Liegt sie zu Bett?" fragte ich. „Nein." „Dann möchte ich sie dennoch sprechen. Wollen Sie „Eva" so lange halten, Hansen?" Aber Hansen, der ganz unglücklich und verlegen vor unr stand, machte keine Anstalt, meinem Befehl nachzukom- uren. Im Gegenteil, er machte Miene, mir in den Weg zu treten. Ich.Fegriff nicht was das sein sollte. Meine Gedanken mgten sich Sollte ich irgend etwas gesagt oder getan ha- ben, das Mißfallen erregt hatte? Aber ick) konnte nirgends einen Grund zu einem derartigen Mißverständnis entdecken Zu emem war ich jedoch sehr rasch entschlossen: ich wollte Nicht heimgehen ehe ich ergründet hatte, wo das Mißverständnis steckte. Deshalb sagte ich Hansen: „Gehen Sie sofort zum Herrn Oberst und sagen Sie ihm von mir, daß uh den Hof nicht verlasse, ehe ich mit ihm gesprochen habe." Hansen murmelte etwas davon, daß er nur seinen Be- WNen gehöre, amg aber doch ins Haus. Rasch kam er Eder zurück, und meldete, daß der Oberst mich empfangen . ^ ?°^ Tt 6chg ,ich ins Arbeitszimmer des Obersten, und dort wurde mir ein Anblick, der mich aufs tiefste erschreckte Vor wenigen Stunden erst hatte ich den Oberst gesehen. Da war er vergnügt und gutes Mutes und auf seinem run- den, gemütlichen Gesicht war kein Wölkchen zu sehen. Jetzt stand ein gebrochener Mann vor mir. ^ waren m Unordnung; er sah sehr blaß aus, und man hatte meinen können, er habe geweint Der r '« feinen Augen zu lesen Noch niemals . e?ch m so kurzer Zeit eine so schreckliche Veränderung im Aufsehen eines Menschen wahrgeuommen. Za, lieber Krag, wie soll ich dir jetzt nur den Inhalt unserer Unterredung mitteilen! Das stürzte über mich her- em, und ich erinnere mich nur an eine entsetzliche Verlvir- rung von der wir beide der Oberst und ich, ergriffen waren. wir S L^ * Y^V mtrat ' föm er auf mich zu und streckte mir beide Hände entgegen. o r ,#!. e ia am ganzen Leibe," sagte ich erschrocken etwas geschehen? Wenn sie sehr krank Äffen." SlC minEn, so Ware ihm das eine große Frerrde. BorlÜuftg sei es ihm aber unmöglich, mich zu sprechen, werden beT ^ irat mtt Wirrer Dochter könne nichts' Er habe mir nicht das mindeste vorzuwerfen, schrieb er werter. Verhältnisse, über di eweder er noch ich Herr seien, machterr den Bruch notwendig. Er wisse, daß er an einen Ehrennmnn schreibe, der die Gruirde für fern Schweigen achten werde. Mer eine Heirat sei und blerbe umnöiglichu Er habe sich rnit seiner Tochter verzichten^ ^ ^be sich bereit erklärt, auf ihr Glück zu war in großer Aufregung geschrieberr, die stark aus mich ernwrrkte. Ich, konnte d^e heftige Gemütsbewegung tn ber sich das arme Mädchen während des> förmlich mitsühlen. Alles müsse I ®nbe sie. Es fei am besten, iveinn wir uns nie I mehr sahen. Aber sie grüße mich tansendinal. Sie iverde bis zu ihrem letzten Atemzug mesirer gedenken. p ^?ohl, lieber Freund, daß mir in jener ? b » e kam. Die ganze Sache war nnr unbegreiflich. Es kam mir vor, als ob ich plötzlich vom iväre. Ich verstarw gar nichts, dieser plötzliche imd unbegründete Bruch? Ich er- k^e Lösüng Qk ** VCtt mit Eiligen Fragen, allein ich fand 5 , . Ä^äter nahm ich meine Ausritte wieder auf und vor dr^r Dageu traf ich mit Daguh zusammen. T/ mta'cv^ c cin schwarzes Kleid an und sah sehr blaß Mid ^^b'ßbedeckt, wie nach einem langen aneinande^örV"^^ ^ ** ^ ammm ilnb 'wußten mit dnefbunHÄle^' U " b überzogen sich chrem Pfe^in"dich'3üA Wtm ’ fonberi1 f teI • r du bist mir eine Erkläriiug schuldig," saate Ä' ^ d L re ^ e *. 0011 ^r, aber ich kann nicht gehen eüe rch erfahren habe, was uns getrennt hat." J ^ ^ (Fortsetzung folgt.) 395 5rau Zeineb. Mus dem Türkischen des Jakub Kadri. überseht von C. .Frank. ,,Mutter, Sonun schnell, es klopft!" bei, wer mag das n»>bl um diese Zeit sein?" ,vielleicht kommt Nachricht vvn Hassan! Mein Gefühl sagt Iren: k>. Kvnrm schnell, Mutter!" Mls diese Worte ihrer Schwiegertochter hin sprang Krau Vnneb vvr Aufregmig aut und lief, sogar ohne die Holzschuhe «rzu ziehen, an das Hanstor. IN der Tat war der alte Torfgendarnr k^sman Efendi, der Zeineb immer Nachricht von ihrem Lohn oramte. da. „Osman Efeiidi, ist ein Brief da?" „Ja, aber nichit gerade für dich! Hüll deinen Kopf ein rull) voimi^cm wenig bis zur Moschee mit. Ich Hab dir was zu sagen!" bes Vorgefühls einer mehr oder weniger ungünstigen Viachrrcht, well Osman Efendi sie aus diese Weise angeschrieir yatte, verlor Frau Zeineb nicht die Fassung. Sie erging sich nicht wre sonst Frauen in^überflüssiger Aufregung und umuitigem Gejllrn: denn ihre L^chstviegertrochter war im neunten Monat schwanger und lauschte an der Schsvelle der inneren Haustür, ftn Tunkeln. „Mutter, was ist's? was hat sich zugetragen?" ^cm-eb nahm ruhig ihren Umhang und schlüpfte in die Lebuhe. „Nichsts," sagte |te; Osnmn Efendi ist gäkoullilen, es ist ein Nn.es ca, sagte ex. Wir wollen setzt zur Moschee gehen imd ihn Uns durch den Imen vorlesen lassen." Während sie dies sagte, folgte fte Osman Efendi. Auf dein Wege fragte sie kein Wort, lleber die Art der Nachricht, die sie von ihrem Sohn erhalteir wurde, war sie letzt gleichsam unterrichtet. Mles kehrte soeben von den Nanrasaugsbeten in sein Haus zurilck. Im Hofe der Moschee brannte eine matte und rauchgeschwärzte Laterne. Sowie Frau Zeineb und der Gendarm Osman Efendi unter diese Laterne attUnlmcn waren, blieben sie stehen. Osman sagte, ohne Frau Znneb anzusehen: „Ter Brief ist ziemlich! lang; ich werde ihn Mt m ordentlicher Weise lesen können. Wart' du da ein wenig; «r, will den Hodscha rufen,; er soll ihn lesen und erklären." Frau Zemeb war ihrerseits, da sie einen langen Weg zurück- Selegr hatte, schwach und hockte sich an dem Ort, wo sie sich be° xmd. nieder. „O Erlauchter, Ivas mag es wohl sein?" sagte fte in ihrem Innern, und stierte geistlos in die Finsternis Es dauerte nicht lange, und der Geiidarnl Osman Efendi kam nrit dem Jmanr; auch sie bockten sich leise bei der Laterne ganz nahe bn der alten Frau nieder. Ter Imam las zuerst ganz genau die Aufschrift des Brief Umschlags, ^An Zeineb Hanym, die Frau des verstorbenen Orts° ^uslehers Atusa durch Vermittlung des Genbarmeriesergeaiiten Osumu Efendi mr Edtchieii X, zugehörig zum Tistrikt Kara Agadsch im Wilaset Aidin." ^-rcm Zeineb Hörte, währe, id sich ihre Augen mit Trauert Mlten, dem Verlesen dieses einen Satzes durch, den Imam zu, tzobald aber die Rerhc an deir eigentlichen Brief täm, fing ihr Herz zu llopseil an „Von tvem ist der Brief, Hodscha? Schau mal nach der Unterschrift, Imam! Von wem ist der Brief?" * * f Ter Geistlich^ gab keine Antwort; er las-zuerst den Brief in ft leiser Ltimmc Wort für Wort für sich,. Bei der Unterschrift machitc er lange, lange Halt, dann wiederholte er iroch eunnal das lautlose Vorlesen. Frau Zeineb verlor die Geduld. „Imam Hodscha, mg, was ist's? Ist es von Hassan?" Ter Hodscha hob sein würdevolles Haupt und blickte der alten Frau lange Zeit starr in die 2lügcn. Tann sagte er plötzlich- „Hassan ist Märtyrer geworden, Gott erhalte dich'" ^rau Zeineb konnte zunächst nichts verstehen. Es war ihr, als ob die Laterne, rn deren Licht sie sich zusammengedrängt hatten, samt den Gläsern urid ihrer Flamme auf ihre Köpfe herabgefallen lväre. Lie drückte ihre Hände an die Schläfe und V Platz wo sie hockte, zusammen. Einem Haufen alter Kleider ähnlich,, blieb fte eme ziemliche Zeitlang spvach- und regungslos sitzen, dann fing sie ganz leise mit langen und unregelmäßigen Uuterbrechn,igcii ans tiefster Seele zu schluchzen und zu seufzen an Ter Imam der Moschee und der Gendarm besten fte emigc Zeit in Ruhe, damit sie ihr Herz erleichtere- danach standen bc,de^ zugleich auf und sastteir die am Boden Kauer-nde her den Lchultern und wollten sie auftichten Ihr Körper genet immer mehr in die Erschütterungen erregten inneren ^chluchzens. Dazwischen Nagte sie: „O, .nein Junge o!" und machte eme Bewegung, als ob sie ihre Brüste zeiiei^en wollte ^ann verstummte sie plötzlich und, während sie den Kops nach bei- schüttelte, seufzte fte: „In zwei, drei Tagen wird noch dazu seui Kmd aus die Welt kommen. Der Junge meines Jungen! ^ imöe a , T fi gegangen, fein Junge kommt. Was ist o Allah, was ist das, o Hjer'r.'! . . ' . , diese Worte sagte der Sergeant Osuian mit fester und lauter Ltlmmc. „Wenn es so ist, ninim dich zusammen und schweig' denn Hort deine Lchwiegerlochwr von der- Sache, sind gleich zwei Leben auf einmal vernichtet. Bedenke einmal, der Gefallene ist zwar deur Kind, aber er ist ihr Mann uoid dazu der Vater des Kindes da^, fte unterm Herzen trägt. Wenn die Fraueii jung sind, wenn fte gar noch dazu schn'anger sind, können sie dnrchaiis keinen ^tragen. Wenn du nach Hause zurückkehrst, tu alles. Tranen trocknen, deiik dir eine Lüge ans, ,vie „Wir haben gute Nachricht von Hassan" und Oeifc einige Tage tu fl möf t ^vchst!"^ L>1 ' ^ rmi gerettet werden; danach < „ Umr Zeineb erwiderte, während sie sich die Träne,! «rns den Hgen wischte: „Osman Eferrdi, du hast recht! aber cs zu tun, ist schwer! Tn weißt nicht, wie mein Herz bmuü " r wischte sich der Imam, der an der Seite in Gedanken r n -sSwh/ 1 * n f N"„Ten Gefallenen zu beweinen. ^ *¥> banu bat dir Gott tm,- besi>ndsrs nro&c ft dnet Än." Cme " ,Öt " araomnK '"' W& Snnebä SfifMüen rersiegtc: humpelnd schlug sic brn Weg nach ihrem Hau-o em. Ov.nan Efeu di und der ">i!ia,'l folatcn Schritte hinterer. Tie alte als Ä Lt n2 fÄ ^ ccm Vause vergessen hätte, alle Augenblicke ftp ^ < Q< t nh l ^ l j Lort u-a.ch ihrer Umgebung: dann fing Z ^npaitfielnbm Schrfttes zu gehen an. Sobald sie wr der Haustur angelaugt war, wuchs plötzlich ihre Verzweifluna schlu^nend^ ^ ^ ^lt dem Gesicht zu Boden werfen und laut ff Wnu i n "nsangen wollte, aber ihre Schwiegertochter erirartete fte gerade hinter der Türe: „Mutter, ,vas oibt'ä Muttet M 6erBelSe Mr Aufregung! SpsM w.. mr™ -: 3ilt bi * ^ P vau Lcineb Iciofftc unmittelbar nach diesen Worten die lo furchtbar wie der Mtzenblick des 'Ber- schlNdcus, gesprochen wurde, vor der Tür zusammenbrechen Aber Faftuna^ck?^ M £ ^ndhrfte und beherzte^7tL Me Elf/’ fie oUN! ihre Trauer zu verbergen, folgende drollige List: „Gerade da," sagte sie da ich Kw'Ses^In ist; als ob der Platz, ich hingetreten ^.^^Em^hätte, hat sich mein Fuß auf einmal \o Ul ‘SnS 1 ^ beinahe verrückt gemacht hätte" Ö e ' M Sewohntermassjen dahin- Und ftng mit den Worten: „O Gott, weinenÄ' ^ bakte den Schmerz nicht aus!" zu Frau Zeineb eine ganze Nacht und einen ganzen 4s?' «■ mettl Svbdr," O ntein Fuß" sagte M!^a^fi! ü i e , 9ert r^! r * bn bemerkte nicht die List eines Armm- lu^iä.d^^^^^b^enen Lchmerzen mrd war damft beschäftigt, suchen ^ ^ b€V lhrer Schiwiegermutter Mittel zu x Uebcr diese stacht waren kaum vier Tage vergairgen als Iuiiq^n^^ zu^Welt'broä'i?"^L ^ramiköpsigen, strammen öur Welt brachte, sobald Frau Zemeb das Kind auf den ^rl 0 ? 01 ?^b herzte, schien sie für einen Augenblick die groste Trauer in ihrem Herzen vergessen zu haben; und während l’Ji w C ?^n .voll Tränen, den Vtund dem Ohr des Neugeborenen nahertc, sagte fte leise mit schluchzender Stimnie: Kleiner Enael "us dem Paradies; sicher hast dir dort deinen Vater gettoffeip denn überall an dir ist sein Hauch. Sprich hrt er uns mchts sagen lassen; sprich, nrie ist's ihn:?" ' Kind und Gwßmutter singen beide auf einmal zu weinen „Mehr Nächstenliebe!" , 1U 11 ‘? §cht folgende Zuschrift zu, die wir unseren Lesern air BeherzrMiig empfehlen: ' * ^^€ 1 ] Ruf ist wohl zu keiner Zeit berechtigter als in der ^ü^",varttgen. Es soll sedoch hier nicht von größeren Werken wohltattger Nächste nlrebe die Rode senk, so.idern von jenen Au ft merksauikeiteu, die sich die Menschen gegenseitig häufig zu er- lmrsen Gelegenheit haden urrd die auf jene Nächstenliebe schlichen lasseii, nach der der e5k Charakter so sehr verlangt und aus ivelcl/c, ft?udigkeft"be^uht^' ^^n^ben schließlich allein die loahrc Ta seinA f.^-??L?onuhung der Bahn nach der Arbeitsstelle hon »chner er an seiner Last trag!, n-chme ich ihn: das eure Paket ab^trase «s die oasserdichder Oeljacke, so daß dre Kokosnuß, an euren anderen Strand gespült, im Verlaufe ihrer SeErse kernerler Schaden genommen hat. Nun erscheurerr dre rauben,chm Krebse auf der Bildfläckie, um die Kolosnust zu verspeftm Lre smd daher vor kerne leickte Ausgabe gestellt, da die Nuß durch ihre harte Jnnen- schale gegen sreck Fresser geschützt ist. Wenn alw ein solcher Krebs die Mß mit seiner gewaltigen Scheren vor srch herwllt, schalt er dabei sorgfältig Faser für Faser von der eigmtlrchm Frucht ab. Hierauf gebraucht er seine Scheren als .Kneifzange und Hammer und bearbeitet die sog. „Augen", d. h die Keimtöchn der rmreronj harten Nuß so lange, bis er erneu Weg in den eßbaren Ke^r gebrochen Hot. Tann dreht der Krebs sich um und holt mrt den innen kleinen Scheuchen seines Hinteren Beinpaares das n e" e <>> ti 1 e 11 = fleisch der s Jüifc aus der schmalen Oessnrmg herarrs. Wer damü ist die Nuß für den Krebs noch lange nicht erledigt. Er verwertet auch ihre Fasern, indem er dieselben zur Auspolsternug der am Wurzelwerk von Palmen geschaffllien Een Erdhöhlen ^mrtzt, woselbst er den Hellen Tag zu verschlafen pfleat. 'Nach nicht völlig verbürgten A'achrMm sollen die Krebse sogar in den laerm Kvöos- schalen Seewasser zu unbekannten Zwecken in den Wald MAeppeir, wionrrt also die tierische Erfindung der Flasche zum Wassertransporck gegeben wäre. Vollkommen verbürgst ist aber, dast der Krebs nötigenfalls die Kokosnüsse selbst aufsucht. Es stibt n,,anfechtbare wissensckMftliche Naturaufnahmen, hie mit photographischer Treue zeigen, wie die Krebse bis zu den Kronen der, Palm stamme empor-- klettern und dort die Nüsse ganz einfach mit ihren Zangen ,av- kneifen. Tie Kokosnusternähr'ung soll übrigens den Krebien aulwr- vrdentlick gut bekomme,,, 'ivesivegen gerade diese Krebsart rn Hvlländisch-Jndien besonders begehrt ist. Tie Eingeborenen ver^ kaufen diese Palmenräuber um teures Geld »Veiter, m,d besonders die Chinesen pflegen diese Krebse in kleinen Ställen unterzrrbrrngen» und sie regelröcht mit Kokosnüssen zu mästen, nm sich sv einen viel begehrten Fei er tags schm aus tzU verschaffen. Gietzcner Hausfrauen-Berein. Kochamveisungen. Wecks Gläser zu schließen ohne Gummiring. Äüan legr auf das fertig eingefüllte Glas ztvei Blätter angefeuchtete Gelatine, die den Rand vollständig bedecLen nMsen, schließt mit Deckel urrd Felder und schreidet die überstellende Gelatrne ab. Man löse die Feder erst am folgenden Tag nach völliger Erkalttmg. Apfelsast in Flaschen. Falläpfel ungeschält aber ge« viertelt und ausgeschnitten ,oerde,r durch die vorher gebrühte Flei>ch- u,aschine gedreht und mit der Obstpvesse ausgeprestt (den Rückstand veriveirdet ntan zr, Kompott oder Mtarmelade). Der Saft wird ohne Zucker gleich in saubere, trockene Flaschen gefrilll, die zehn Zentimeter hoch leer bleiben. Die offenen Flaschen werden in den Wecks Kessel gestellt (in Ermangelung sonst ein hoher Kessel mit HolzwoNunterlage) und kaltes Wasser eingeff'cklt. D^e Flaschen sollen zehn Zentimeter aus dem Wasser l»ervorragen. Drnn imrd der Kessel Mit dem Deckel fest geschlossen, ist dieser zu ruedrig. mrlpt man statt des Deckels eine passende tiefe Schllssel darauf. Deckel oder Schüssel sollen die offenen Flaschen nicht berühren. Der Kessel ,mrd irun aus nicht zu starkes Feuer gestellt und bis zu 80 Grad Celsius erhitzt. Auf diesem Grad erhält man ihn noch zehn Muiuteu, dann nimmt imkm die Flaschen vorsichtig herausi, wpbei che nichv auf zu kalten llnterarnnd stellen darf, sonst platzen sre, und schließt sie durch einen dicken Gipsbrei luftdicht ab. Sind die Faschen vollständig erkaltet, legt man sie in den Keller. Den Rückstaickr der Aepfel verwe,idet man mit Zucker zu Marmelade, wozu man noch Kürbis, Quitten oder Möbren nehmen kann. Zur besseren Erhaltung nnd Znckerersparnis gibt man nach dem Fertigkochen etwas Benzoenatron daran. T o m a t e n m a r m e l a d e. Zwei Pfand große Tomaten iver- den geschnitten und angekocht, zivei Pffmd große Aepfel und ein halbes Pfrind Zwsiebeln geputzt und durch die Nbaschrne gedreht, ein achtel Liter Weinessig, ein viertel Pfund Zucker, Salz, Senf, Zimmt Pfeffer, Nelkeu. Dies alles läßt man lanmanr einige Sttm- den kochen, bis es steif »vird, dann abgeschMeckt nnd in heiße Gläser gefüllt. Ebensogltt als Brotaufstrich ivie verdünnt als Tunke zu Pellkartoffeln. K ü r b i s g e m ü s e m i t T o rn a t e n. In ettvas Fett schmort man ztvei klein geschnittene Zwiebeln, schneidet zwei Pfrrnd Tomatm hinein schmort sie mit etwas Wasser, gibt dies durch ein Sieb, dann schneidet marr zwei Pfrmd geschälten Mrbis tn schmcckm Streifen dazr, nnd kocht ihn gar, dann verdickt ntan mit in Wasser glatt gerührtem Mehl nnd würzt mit Salz, Pfeffer nnd Zitrone. Pfifferlinge mit Graupen. Zwet Pfund Pfifferlinge werdm mit kochendem Wasser Merbrüht, das Wasser abgegosse,t, dann dünstet llNan sie mit Butter uUd Petersilie.»veich (der allen Pilzen gibt man das Salz zuletzt daran). Homogramm. « • • « • 1. vielbenützte Kraft. 2. Der Stolz der deutsche»: Marine. 3. Waffe. G G G Die Buchstaben A DDD EEEEE FF MM NN PP RR SS sind nach dem Muster obiger Figur derart zu ordnen, daß die drei »vagerechten Reihen gleichlauteird mit den drei senkrechten sind und Wörter von der beigefilgten Bedeutung ergeben. (Auflösung in nächster Nummer.) Auflösung des Rätsel« „Unser Stolz" in voriger Nummer: Landsturnnnann. Hchrijllettung: Fr. R. Ze»rz. — Zwillingsrunddruck und Berla« der Brühl'schen UniversitätS-Buch- und Stetndruckerei. R. Lange, Gieße«.