Mittwoch, den 11 3ul?. Die blonde Drossel. Roman von E. F a h r o w. (Fortsetzung.) Am dritten Tage endlich kam ein Tele gram nt von Kü- -row. Es war aus einer Küstenstadt datiert und bain mit pierundzwanzig Stunden Verspätung an. „Ein leider noch nicht eingestellt. Komme noch einmal Anrück unb bitte mit Abschieds treffen. Hermann." „Abschiedstreffen," murmelte Ruth entgeistert. Sie reichte Frau Ulrich das Telegramm hin, doch diese lächelte iniach sichtig: „Er drückt sich nur etivas ungeschickt aus. Natürlich meint er nur, daß er vor der Einkleiduna noch mit Ihnen Ausammeu sein will. Telegraphieren Sie ihm doch, er möchte hierher kommen. Sie können ja dann mit ihm spazieren gehen, wohin Sie wollen." Am nächsten Tage war er da. Ruth empfing ihn allein in dem großen Blum-enzimnier und sie fiel ihm sofort um den Hals. „Hermann," ries sie, „das ist ja furchtbar, daß du nun Mch mitmußt!" Cr lachte und hob ihr Gesicht empor. „Furchtbar? Herrlich ist es, mein Mädel! Gott sei Dank, daß es endlich losgeht? Dieses ewige Hinzieheu war ja nicht mehr zum Aushalten. Mer nun wollen wir uns sofort trauen lassen, nicht ivahr?" „Was? Trauen? Aber Hermann!" „Ich meine Kriegstrauung. Das ist jetzt ganz einfach. Und da ich inindestens noch acht Tage Zeit habe, wie man mir aus den: Kommando sagte, so können wir es sehr gut ein richten." Sie trat ganz erschrocken zurück: „Aber ich denke gar nicht daran! Wozu denn nur?" „Herzlieb, damit wir uns haben! Sind wir Mann und Frau, dann kann uns nichts und niemand mehr trennen, und ich ziehe ruhigen Herzens in den Krieg." „Trennen kann uns auch ohne Trauung kein Mensch. Ich verstehe dich nicht! Es hätte doch nicht den geringsten Sinn!" Er preßte eilten Moment die Lippen zusammen. Zum erstenmal sah sic die scharfgewellte Ader an seiner Schlafe anschwellen und ein zorniges Licht in seinen Augen aufblitzen. „Keinen Sinn?" rief er. „Ruth, kannst du denn nicht wenigstens meine Liebe verstehen, wenn du sie auch nicht entfernt erwiderst? Begreifst du nicht, daß es mir ein Segen und Trost iväre, wenn ich meine angetraute Frau zurückließe, an die ich ein Rockst habe, und die alle Rechte an mich hat? Und daß ich doch wenigstens vorher noch ein glücklicher Mensch gewesen wäre, wenn ich dann auch vielleicht nie wiederkehre?" Aber seine stürmischen Worte ließen sie nur noch mehr zurückscheuen. Seine Glut war ihr fremd, und sie verstand ihn wirklich nicht. „IJch habe dich lieb," sagte sic stolz, „und du weißt es. Was bedarf es erst noch einer Ehe, die keine Ehe wäre, da sie stur einige Tage dauern kann? Liegt dir soviel daran, daß ich deinen Namen tragen soll? Das ist etwas Gleichgültiges, und ich lege keinen Wert darauf." „Ruth!" bät er, doch in seiner Stimme war etwas Drohendes. „Sei doch vernünftig, Hermann," murmelte sie. „Es ist so überstürzt und so planlos. Es ist vor allem so ganz und gar unnötig? Weshalb soll ich dieses Haus verlassen, in dem ich mich wohl fühle . . ." „Ah so, das also ist es!" höhnte er. „Du suhlst dich wohl in dieser Umgebung — na ja, ich kann es dir nicht verdenken. Und da läßt du lieber den armen Schlucker ungetröstet in den Krieg ziehen . . ." „Hermann!" schrie sie aus. „Was ist das? Was für eine Gesinnung traust du mir zu?" Aber seine ganze Heftigkeit war erwacht, und er fühlte sich tief verletzt über ihre kühle Ablehnung seiner brennenden Wünsche. „Es ist hier gar nicht von Gesinnung die Rede." sagte er schroff, „sondern von Tatsachen. Ich bitte dich, da ich mich doch wohl sozusagen als deinen Verlobten betrachten darf, daß du dein Wort einlöst und meine Frau wirst. Und du schlägst es mir ab. Das ist doch wohl der Tatbestand, nicht wahr?" Sie sah ihn gequält an. „Wie bist du nur, Hermann! Ja, es ist der „Tatbestand", gewiß. Aber ich beabsichtige doch nicht, mein Wort zu brechen. Ich will ja deine Frati werden? Wir wollten doch noch zwei Jahre warten." „Und wenn ich falle? — Dann ist es dir anscheinend ganz egal, ob wir vorher noch ein paar Tage selig zusammen njaren? Ja, du bift klug und weise, und gar zu über- Üegr! Ich aber — ob ich- leide, ob du mir meinen so selbstverständlichen, natürlichen Wunsch abschlägst, das — das kommt ja gar nicht in Betracht?" „Du bist hart, Hermann," flüsterte sie. Sie war sehr bleich geworden, und ihre Augen brannten in nassem Feuer. „Ich bin hart? Ich? Nun, das allerdings hatte noch gefehlt! Das ist die bestühmte, weibliche Logik, an die ich bisher noch nicht geglaubt hatte Aber ich sehe schon, du hast denselben Eisenkopf wie dein Vater, du denkst nicht daran, nachzugeben, nur einfach mir zuliebe! — Ueberlege es dir, Ruth — es erscheint dir vielleicht doch noch in an* derem Lichte, wenn du ein wenig nachdenkst! Vorläufig fürchte ich, ich bin nicht in der Stimmung, um einen gemütlichen Spaziergang mit dir zu machen .— Lebewohl — schreibe mir, wann ich dich Wiedersehen kann." Er war hinaus, noch bevor sie etwas erwidern konnte. Sie stand da wie versteinert. Was war das? Hatte sie ihn denn beleidigt? Wodurch 294 hatte sie ihn so erzürnt? Und wo nahm er das Recht her, ftc so zu behandeln? Bit atmete schwer und fühlte, daß ihr Herz in lang sameu, mühsamen Schlägen ging. Uitb doch hatte sie ihn Ln diesem Augenblick lieber als lemals vorher. Nicht weil er „wie ein Ehemann brutal" geworden war, sondern weil er ihr namenlos leid tat. Quellwarmes Mitleid brodelte in ihr hoch. Er litt! Sie hätte seinen Kopf zwischen ihre Hände nehmen und lhn suß und sanft trösten mögen: „Komm doch zu über^ll?s lieb!"^^^ ^ ^ Wöu ' id) bab bid > ia h,m mÄI!! ? ie( die Haustür dröhnend ins Schloß. Und aus kam ein schneller, nickst eben leichter Tritt Ulrich hatte Kürow forteilen sehen und kam besorgt, nach der Ursache zu fragen. Kindchen, ich bitte Sie! Was ist denn los? Wie sehen Sie denn aus?" - Einen Augenblick stand Ruth noch da, die Lipven fest Alsamrnengepreßt und ohne sich zu rühren. Dann hob sie den ^-r.'Ä die guten, mütterlichen Augen auf sich gerichtet, und ihr Trotz schmolz dahin.^ 9 ' ..Ae schlug die Hände vor das Gesicht und rief: „Er mehr wiederzukommen! Er ist so wütend! t?n ] ? C i b rt in: $ a m‘' ba l toi I uns kriegstraiien lassen soll- Berserk^"^ sollte nicht. Da ist er fortgerannt wie ein und den blonden Kopf an ihre Schulter ^d 'trer^lte das lockige Haar. Ruth sah es nicht, daß ein 7?} b ?t ^I-den großen, festen Mund lag, doch hörte sie dre warme E?tiinme sagen: „Das war sehr ve^tandiq u ^"bil, meine Kleine. Wozu denn im Sturm heiratend Uni jeden Preis noch rasch trauen lassen? Ohne jeden singenden Grund? Nee, lieber Herr Kürow, das konnten verlangen. — Aber klar ist's, daß er sich darüber fürchterlich geärgert hat. So si n d die Männer' Und ”*• d«"l o«t gÄl® tÄJÄüS St. SS öu dem Sofa geführt hatte, uni daß sie hin nun al^ Unb ^llschafterin, »Ä’aÄS'SffietgftÄ ffiTÄg“ 9 “ 119 Über die Ä-ck? recht gut, wenn Hermann sah, daß W®™ Kindchen war das er m der Ehe zu srnden wünschte. r . r -■ ?. ks doch Therese genannt? Unterbuttp^n" »ÄS f . .15. Kapitel. ett Cl * ner Woche nicht eine halbe Stunde U tun Ä " ne ® imute b°t.° sie gezweifelt, was'L'jetzt zu Das Vaterland rief nach den Seinpn itnS EMSBÖ^öBSi f T”Vi « E sie dem einen oder andern Mtalied°m?/ ^'? $° n iatte können. — Jetzt stand die m,£ F at und Tat nützen ,mno die Glocke an ihrer Wohnung den mittun"^^ ^ kamen und wollten „auch in ffwr;t 9§ ! rei o ii ’ i9C uwKeten sich in jeder Stadt, nickit nur rn Berlin, m Legionen. Therese erhielt von einem Bekanw- ten emc verzwerselte Posttarte aus Hannover: Es hätten sich d^tntilin" Tage vierzehn tausend Kriegsfreiwillige sen gemeldet. Und es fet „natürlich" ganz ausgcschlos- sen, dort anzukommen: ob Fräulein Berber nicht zufällig ein 3^g,ment wußte, wo man noch angenommen würde? „ Therese lachte und schüttelte den Kopf. Herrlich, über war ja das alles! Aber wo sollte sie nnOn/^d^'s'Ä^^^^ 9 '^""' 0 en herbekommen? Die Leut- photographieren ließen, die waren 2n feI6ft batte auch Wichtigeres zu zu hZfei? stürmenden Jungen bei seinen Schwierigkeiten s.^Lben war sie im Begriff, ihre Schwesterntracht, die sie f0 u 9 e fa bfe 9 SCÜ 9CnaU aIä -»fs orw?? sie öffnete, stand Herr Amadeus Kirchler vor ihr. Aber ohne Samtjacke. Und ohne Locken. Er war in Feldgrau. ^ fe ru&er f° erstaunt, daß sie vergaß, ihm £l»!*” dle Tür zu weisen. Und er machte sich dies zunutze, indem er nahertrat und erklärte: ,,^ch muß Sie unbedingt einige Minuten sprechen." „Guten Abend," sagte sie. tretenA"^" ^end. Aber bitte - ivollen Sie nicht näher- wt e£ner ^tnladenden Handbewegung deutete er auf das Wohnzimmer, und sie erwiderte- T „©te fmb sehr freundlich. Bitte — nach Ihnen" Er mm ~ al f 19 aber Herr Kirchler überhörte es Er schloß mit energischem Lxhwunge die Flurtür und trat Äa"z7„?fie'Ma5?^^l-ucht°te, behagliche Zimmer eva srano sie, schaute ihn an und wartete. (Fortsetzung folgt.) Märchen aus Ostpreußen. . Bon M. Braunfchwei g. 1. Die dre i Schwäne. deicht gar weil flußabwärts von dein Hünengrab üeiaen Me «ÄSSÄ^iä^tÄgg men liegen HÄe^^^l^wgt^ ÄTÄÄt Kamps flimmernd« Rah?. btiUet ^ Mhowrii Sommcrtagcs f. ivolkenlo sei lH öhe kamen, drei wilde Schwäne ge warn- - f Ä. öeT - ni ^ges an dem frischen Totenhügel ,üed^- der eme ' »ur Rechten der a^«>err n^Z ©taSSi SS jZ£ äft„f >5 “** ba6rim fel 9« ^ ShiwcAtSK ISWÄrfe*jr* k «»» «alw^tauS Somnwr und !*» ^üü 295 2. Das Märchen vom Bernstein. tw/ 2? Sonne schien auf ein rauhes und unnckrl- Ssjr 1 ^- .^»^Lorden her Indien an beit StranS, dessen weihe » ^^ffen sich dehnten, die branderrden Meereswogen. SÄitf finb bo armselig KiffergestrÄpp. Land- dahnUer Ahnten sich tiefe fc-, 1 , m a H en *?° der Hain am dichtesten stand, Wortkarg und verschlossen Sekten, nur ^ durchs ^rackeAe Gocht tobten oder .Hagel und Regen lü ? r 05 dn Schutz und TrostNwrt »Ll den aufgefchreckten Bewohnern setues weiten Gebietes. Dafür »natz er ihre Liebe und ihr Vertrauen. — Oftmals, zumal in« WiÄ^Orauen oder Abenddämmer, hielt er Zwiesprach mit den ^ H^^Eteil von dem. »vas fte gesehen und gehört hatten, stets, wennfte von der Jugendfchönc der Sonne zu erzähl er« beKannerr lauichte er f ol chen Mären und neigte sein Haupt dabei, datz ern feltfames Rauschen durch den Wald zog- Jj™ ^r.sie zum erstenmal. Und die Sonne, die schon Uche-.ut, snh herrneder und hemmte ihren 'Schritt amk dlövlrch, wie vor Sck)am errötend, eilte sie von hinnen, ao^^nd^ Ferner goldige Abschieds grüne dem Wäld- KusnEe. Der hatte lautlos, ohne srch zu regen, zu ihr empor-- Mftheu. Das al,o war die herrliche Sonne, von der die Wellen zu erzählen »ne milde werden. Ein ungekanntes, jählings nach Aus- l^-errdes Gefühl durchschauerte den Einsamen. Da zog es ^ ^ nn mic . fin beimliches zaghaftes Flüstern. E KAon.il tue alten Bunme imegten l-rn und her: in ihnen tie? ?™fv rflC1 L' i?- Uöcn b - K , Dögel dazu. Das klang so keck und fj Lmide trpumcrisch nnc rnmmer noch in dem kalten, unwirtlichen Ochste Tag graute. Im Walde war's still. Rur der Bach LÄerTmTÄ Ämtb ^'°en entwert, uu* „•So war der Alte noch nie!" rief der Bach tmÄ bic r Dfcn'f„.' lH,W U1 * 6abcn 0 * r burtig erjäMt" tat sie?" fragte nerigierig der Bach „Sre lächelte?" „Wisse Geliebter, das; ich stheideu muß!" „Sclreiden? Du mußt, Souue?" * ud) unser, der Himmlischen „Bleibe hier, sonne! Dil gabst mir Liebe, gabst mir höchstes Ä-'dn-'^d Lande! Und ,<>vl imUst Du r-ehlm?" „Ich must es ja — nach ewigem Ratschluß?" , . ..vo »van -'re ivciier, Nolze tarnte! Sieh' schönere Lande LYLP ^ lt midKä mid ~ wi- mir - nach S T -, Ä' filziger! Du »mißt nicht, nnc ich Dich . :)'■ ^rbe. Dick). Waldgott. zu wahr, als daß ich Dich mit tö^nwin Klch^^ Normte. Höre: wen ick» nur hoißesten liebe, den ' So kuffe mich, himmlisck-e Sonne, küsse mich mit Deiner gitnzen Glu! und lasse mickz dann sterben!" - 1DC, S5 ^ £ Wl6 -. f 'knd gelötet haben ^"itz mu> dre W^t spottet meiner J£22!? F* prahlend? Sonne das säuische Wart der schweigt, o.utst Du ihr ein Geschenk! Nimm was mein arims Reich geivährt und wandle es in eine Gkib. 4timm mich en :gc^oime, uni unserer Liebe willen!" . .. f 'f° ^sse mich erst von Deinem Lande Abschied nehmen- ich es erst nach MEn .oieder, ohne Dich! Du wirst tEhnv unter meinem öAm. Drv. seine HiinnirlSkraft bringt ^iä> nach ^'"^'tiahngein ^cktaf der Welt zur tvabe dar Mein An kl in mag erblassen »oomi ans Deine Sterbestätte mein Herzblut fallt " Kann küßte btc Sonne ben Wald, lang imb lniß Kortoffelblfite. ^Blühendes ^Kartoffelkraut, Sanft vom Sommer.ornd umöost, Knmcr nxnin ich Dich geschont. Warst Du niir chn Augentrost, Mil der Büsche Laub^zelt, Mit der Blüten Rötlichblau Hebst Du »me ein Blurnenfeld Dick) hertwr aus grüner Llch" —, s Paul Gerok in seinem »rcrtig bekarmten Liede von bei §^Älelbl_ittr, dtE letzt, da der So armer seinen Höhepunkt erreick»» der Roseirstranch schmi den erste»: Purper abgesttcrft har nnd mi warmen Hauch des Iulmwnats die Birne heranreist überall nur den 3-dben, chre.Blüte-,Pracht en.fÄtek. 4? ^ e|ie ^ blühenden Kartoffelfeldes, der wir geraoe Interesse und Verständnis entgegmbringen m folgenden Ver,eu etnen an,'preck)enden Aus klang gegeben: „Doch indem die Blüte fällt. Räumt sie gern der Frucht den Platz, So auck) Du mein blül»end Feld, - Hütest einen goldnen Schatz, Unter Dir rm Erdengrund, Wächst »villkommen Han:nnmtnskost, Eine Frucht, gesund rurd nrnd. Alt und jung ein Magcnttost. We»m ich drnm in Sommers Pracht Durch die blüh'nden Frf)ter geladen wurde, senkte er der Braitt elil Ltraus^em der kditbaren Blumen, das d.-r Glücklichen beim Kirchgang als Blineiisckmuck dieitte . . . Ws die KiNvjfel sckron ttn.git in ^nitlästaiid als loick-tiges Nahnmgsmittel Bcrbreiumg g imden batte, wurde man erst in Frankreich ans sic lwfnwrksgm : Ul J der Karlofseln begegrvete jcnseüs des Rhern - einem -rwliett ^'1 ^'lpr^-rdi.mst um die Verbreitung des ^^Uettaues rn ^ankreuh g-bubrt dem Pronomen nnd ^ixir- m. ,ih££\n!il tCX C * m ^ niafiin bcr 'U'>»-aUigc Wald nur den I L ll V l ' TagcS erschien Paniieiitier bei Hose mit einem eigen! L, dp- Stiitte. da er nefhtnben «r >or.. der nur aus - Karp.fi, Ilüütc» de.-and Ä m darüber'' w'r flC,lo Jj a '- 'Dann rollrru die «rtlm' ^rr »ad de. fWtnMx'u tfndriitä der vo-Um,,: ten- Kon irr an h' L. N m V.! jjolt.gl.11! ionbfin (.Vftriu o,. a id> Ittchm dre Ga!x- auf daa ,r.,Idl'o„ac a„ w, > SKnZ, nT MvereSlMiiche. ^ ift m Lande« koftl.,rstcr W* «"« der »•frhdwi fl einen Blu„,.-i in« Kiwpflaa, Und MÄ. nnd in säc ,r sl-u ?'•" ."'^1''L'' U"d UN wirtlich war. ^ •»'wd«r lrua di. .Ii-»r.,i„ Marie «n.aüettr s«.t dic.lvandenide S»,me hier rnm erNrn^ »>>r>oN.IUuIrn „„ Saar. So n„,rde d>-> Äliiiiüein in ^, ,„!r>a«, «nb Innr ^ ^ dersteinland ciu öarreiisck^'r Prurz »unr, seine Gemahlin nach Ärhn ht'irifii v äunT f ^^rr^rte^Lä , ?^ rmi 2I ^ vcLrüiÄ dn »i enigch "1* m wrer ^-grüstmigsinspr.rck»- d-ffrdie srf-ön Blüte von cln.-r mid köitlickkm Frucht sei. die nxchl im Heiinatkand.- der 296 Königin noch unbekannt sei. We»:n >mr Uns h-rtbe an bei- »a-oweir»! J tartoffctbtittc erfreuen iuij> fio mit Gwok als „Lhugeutrost" vier, an, so denken wir Mt dem Dichter nicht ^erst an den Winter mit tvcm „darnpsendon Kartoffeltopf", sondern ztmöckfft an che ersten Frnhkartofselu, die demnächst ans unserem Tische erscheu^n und nach der bösen kardoffeNoscn Zeit sich für uns als ein echter Magen- z^ost enveisen werden. Grabschänder. Henri Lavcdan hat in l'Jllustration einen Arffsatz veröffentlicht, in dem! er daz!n ausfvrdert, die deutschen Friedhöfe ans französischem Boden zu zerstören. Das ist der Hast, der schon den Wahn gebiert. Das ist der Hast des zügellos Verrohten, % Der, Scham der eignen Ohnmacht würgend, stiert. Die Axt »irr Hand, auf Kreuz und Kranz der Toten. Das ist der .Haß, der nimmer schlafen kann, Der neidvoll ah das Kämmerlein der Braven Klopft mit dem fieberheißen Finger an: Heraus, du Feind, auch du, du sollst nicht schlafen! Du liegst, sechs Schuch tief, keines Ruhms de »mißt, In blanker Stirn, zersplittert unter Eisen: Ich, will die starre Hand dir von der Brust, Vom mürben Tuch den kleinen Orden reisten! Ich will dir, rhythnrentoll, mein RachÄied Tief, tief in die venoelkten Ohren gröhlen: Icli will, ein iMlbarmlherz'ger Störenfried. Den Hohn dir spei'n in leere Augenhöhlen! Ich null den Kranz, der um dein Kreuz sich schmiegt. Die Blumen reisten von dem Schutz der Stäbe: Will dstch verlachen: Tu hast nicht gesiegt: Du starrst und schweigst, — ich lache ustd ich l-ebe! Ich will zertrümmern deine letzte Welt, Will dir die Tücher reisten von den Lenden: Mit jedem Schimpf, der einen Sieg vergällt. Will ich die Leiche des Verhaßten schänden? Will mich, im Taumel deiner Ohnmacht freu'n. Die letzten Locken dir vonü Schädel greifen. Will in die Winde deine Knochen streu'n, Das sie die Hunde burd* die Gassen schleifen k Wer bist du docl^ — du menschenähnlich Tier, Dnrchbrock)end aller Sitte fromm Gehege? Im Westen lauscht ein dentschr Grenadim Ten: Sckirei und legt den Hammer zu der Säge. Er hat, di eiveil sein Herz in Mitleid schuw^, Roch unverhärtet von der Not der Kriege, Dem welsch'n Bruder just aus Waldesholz Kimstlos geziminert seine letzte Wiege. Er Hai in Ehrfurcht, die sein Land ihn lehrt War allen, die aus blut'genl Feld erlösten. Des toten Feinds gekrümmten Leib geehrt Durchs ein Gebet und frommes .Händefalten. Er steht und lauscht, sein Werkzeug nebenbei: Den Fust um kringeln noch des Sarges Späne — Dein Wort klingt fremd ihm, ivie des Schakals Schrei; Dein Hast klingt fremd, wie Heulen der Htzäne. Weh. Unmensch, dir, wenn ihn: in Herz und Blut Ter Simt erst dringt von dem, »ras du gesungen; Wenn, er den Schwur, den Schnur der Liebe tut. Den ihn: die heil'ge Notlvehr abgenmgen: Nie soll, so lang in deutsche Hand sich schmiegt Ein scharfes Schwert, die Bestie wieder lauern Auf heil'gem Boden, drin mein Bruder liegt In seines letzten Hauses stillen Mauern! dtte soll der Unversöhnlict>e ein Blatt Vom welken Kranz der stillen Schläfer pflücken: Nie soll der Schuft von meiner Toten Stadt Nur einen Stein mit feigem Finger rücken? „Und gönn' ich tapfren Feinden Feld und Haus, — Weit schafft die Welt den Raum für Volk und Länder — Ten Todesacker geb' ich nicht heraus Dem tück'schen Wahnwitz welschr Leichenschänder!" Rudolf Presber. Vücherüjch. — „Züchthäuslerin N r. 555 3." Kriegserlebnisse ein«r dentsck'en Frau in Frankreich. Von Ltz van Brackcl, Verlag von August Scherl G. M. B. H., Berlin, Preis 1,— Riark. „Es gibt nn Griinde gononimen kein noheves Volk als das französische" bat Voltaire von seinen Landsleuten gesagt. Die Heldin des vorliegend, den Buches hat diese Wahrheit nur zu sehr erfahren müssen, ihre Erzählung zeigt, daß die haßerfüllte französische Brutalität nicht einmal vor der wehrlosen Frau haltmacht, obwohl Frankreich sich das „ritterliche" zu nennen beliebt. Es sind grauenvoll^ Bilder, die uns die Verfasserin, eine deutsche Tame von Rang und Stand, ans dem französischen Gefängnis- und Zuästdausleben enthüllt. Bon» Kriegsausbruch in Paris überrascht, beschließt sie, als Engländerin dort .zu bleiben und ihre ärztlichen Kennttriu« in den Tienst des roten Kranzes zu stellen, in der geheimen .Hoffnung, dabei auch den Unsrigen behilflich sein zu können. dRan über- n-eist der Engländerin, der giche Bozietzungo»: den Weg zu viele»: Beq hörven eheneu, vor allem die Fürsorge für die „versprengten 'l niglifcljien Soldaten, die sich in Paris hemrm! reiben. Einmal überträgt inan ihr sogar die Führung eines Rücktransports ivlcher Engländer cm die Front, »veil die Tommys ihrer „Pslegerrn besser gehorchen als den französischen Militärbehörden.. Tas Mitleid mit einem von den französischen Schiwestern roh gehemmten deutschen Ber»windeten wird ihr zum Verhängnis: sie »vird v?r-> haftet, angeAagt rmd als Schmu u trotz mangelnder Beweise und trotz des lebhaften Eintretens ihrer englischen Freunde zu zrver Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Trotz allen: Elend aber hält die Verfasserin durch»-, fa sie hat den Mltt, uachdern sie nach ihrer Entlassung ans dem Zuchthause einem Ansliesevungslager überwiesen »var und vergeblich schriftlich ersucht hatte, durch die ameri- kanischie Botschaft Hilfe .für die dort l>errschende»: Ungerechtr-w keiten zu schaffen, aus dem L-ager heimlich zu entfliehen und eme Reise nach Paris zu imternehmen. Boin Konsul des „neutralen" Amerika hinausgotvorfen, gelingt es ihr in: Ministerium des Innern diese Hilfe zu erveichen. Tiefer kecke Streich briirgt üjf sogar noch die minisherille „Anerkennung" als „Engländerin" ein, denn.eine Deutsche würde nach dlusicht der Franzosen den Mut hierzu nicht gehabt haben. Meine Kindheit von M a x: n: Gorki (Verlag von Ullstein u. Eo., Berlin». Dieser erste Teil von Maxim Gorckis Memoire»: ist Jahre vor der russischen Revolution entstanden. Jetzt, da er in deutscher Msgabe ersch-eint, wirkt er als stärkste rmd tiefste Kundgebung des nun befreiten russischen Volkstums. Ei»: Me»:sch spricht hier, »:aiv, schwerfällig »md dann »vieder voll wunderbar leuck»ieUdec Phantasie, ein Mensch, der i»l all seiner frühen Rot seinen instruktiven Glauben an das Gute mit ttwtziq- unerfahrenem Herzen verteidigt hat. Ein düsteres Märchen nennt er feilte K:ndl-e:t, ein un frohes Lied die Gespräche derer, die älter wäre»:, ein Lied von Krankheit, Feuersbrünsten, Morden und Gaunerstreichen, von Bettlern und schlimnrei: großen Herren. Tyrannisch liegt über diesen Szenen ans Nffclmij-Nowwrod die Atmosphäre eines stunipfen, gewalttätigen Hasses. Der Türmer (Kriegsansgabe). He: airsgeber: I. E. Fuhr. v. Grotthust. Vierteljährlich (6 Hefte) 5 Mt..,Einzelheft 90 Pf. Probeheft portofrei (Stuttgart. Greilter 6- Pfeiffer. > Ans dem Jithalt des ersten Julihestes: Der „Ostsoettimpel". Von Dr. Freiherr,: von Mackay. Tie Politik der unbenutzten Mittel'. Bon 31 E Frhrn. v. Gvofthusti. — Er»:e Ps'ingstfahtt ,:ach Kur» land. Von Karl Storck. - „Vater! hllf auch du!" Von Ohorg Max Knopff. — Mitleid oder Unterschätzung Frankreichs Bon Kuw v. Stcantz. — Das Schloß und der Soldat. Bon Max Jung- Nickel. — Der Reichskanzler. — Unser Recht auf Landnahme. - .Das englische Gold als Kriegsmittel. Von Pcncl Dehn. — Lothringer Bauern. Voi: Unteroffizier Luttringer. § — Das Vermögen des Zaren. Von Spiridion Gopceoie. — Die Ameise ein Go- ruchstier. — Bodenständige Kirnst? Bon P. Berglar-Schräer. — „Palestrina." Bo»: Karl Storck. — Türmers Tagebuch: Der Krieg. — Aus der Warte. — Kunstbei lagen. — Rotenbeilage. Magisches Zahlenquadrat. Ji: die teeren Felder des Quadrats sind Zahlen derart einznsetzen, daß die Summe jeder ivagerechten und senkrechten Reihe 160 ergibt. (Auflösung in nächster Nummer.) Auflösung des Scherzrätsels in voriger Nummer: Wille, Wolle. Welle. 28 29 30 25 20 40 3b 31 32 Schriiklettung: Fr. R. Zenz. — ZrvillingSrunddruck und Verlag der Brühl'sche»! UnioersltätS-Buch- und Steiudruckerei. R. Laiige, Gieüen.