Die blonde Drossel. Roman von E. F a h r o w. (Fortsetzung.) 13. Kapitel. Ztveimal noch hatte Rnth ihre künftige „Herrin" besucht Herr Otter hatte ihr erlaubt, schon vor dem gesetzlich en Tenn in ihre Stelle aufzugeben, da er, miede rum durch die stets praktiscl-e Therese, eineil passenden Ersatz gefunden hatte. Und acht Tage vor dem Monatsersten hielt Ruth chren Einzug in dem großen, graueil Hause, das fortan ihre Heimat sein sollte. Gerade all demselben Tage erschien Mieder Herr Riethling iln Hause Otter und ward zu seiner unangenehmen Ueberraschung von eurer etwas welken, aber um so liebenswürdiger lächelnden Empfangsdame nach seinen Wünschen gefragt. O, er loollte nur fragen, ob einige Abzüge des neuen. Bildes fertig seien. Ob er nicht Fräulein Stockton spreckren könne? Nein, die Dame bedauerte sehr (mit spitzem sicheln), aber Fr'üulein Stockton sei nicht mehr hier angestellt. Wenn der Herr vielleicht ihre Adresse tvünsche, so köstme er die jedenfalls in der Pension Schubert erfahren, Mo das Fräulein aber ebenfalls nicht mehr weile. Heinz Riethling verlor keine Zeit. Nach einer Viertelstunde klingelte er vier Treppen hock) bei Fräulein Schubert wld bat lMl die Adresse von Nttß Stockton. Er glaubte nicht recht zu hören, als das Dienstmädchen mit der hochstehenden Haubenschleife sie ihm mitteilte. Bei Frau Ulrich? Und als Gesellschafterin? In der Großen F.-Straße? Jawohl, so lautete bk Adresse. Und just, als Herr Riethling sich dies noch einnial versichern! ließ, kam Mr. Most aus seinem Zimmer und hörte es mit an. „Hang you!“ sagte er im Vorbeigehen, aber man mußte nicht, ob er das Mädchen oder den Besucher meinte. Er hatte ja nicht das übliche „bang bim" ausgesprochen; übrigens loar er im Begriff, nach New York zurückzureisen. Riethling war ganz verblüfft, als er die vielen Treppen wieder hinabstieg. Frau Ulrich — er kannte sie gut. Denn er war augenblicklich für ein halbes Jahr Hilfsarbeiter bei dem Justizrat Kurzius, der Frau Ulrichs Sachverioalter und Notar', außerdem ihr langjähriger Freund war. „Merkwürdig!" murmelte er einmal über das andere. „Es ist zu -merkwürdig. Daß die alte Dame, bei der ich mich schon mehrmals lieb Kind zu machen suchte, nun gerade dieses Mädchen ins Haus nehmen muß! Diese süße Ruth, die mir sehr viel mehr den Kopf verdreht hat, als sie selber es ahnt!" Er wälzte unsichere Plärre im Kopf, die alle daraus hin* aiMrefen, daß er so bald und so oft wie möglich mit Ruch zusammen kommen wollte. Es müßte ja nicht mit ra&cft. Dingen zugehen, wenn er es nicht wenigstens zu einer kleinen Lrebelei mit ihr bringen könnte! Er wußte doch, wir inan die kleinen Mädchen zu nehmen hatte. Bei dieser grng es umgekehrt wie mit dem Goetheschen Schwerenöter: Nicht keck und verloegen durfte er sein, sondern „zart" mußte er rhr entgegenkonunen. Er strich seinen kleinen Katerschuurrbart in die Höhe, den er seit vierzehn Tagen trug. „Machen mrr, kleiner Käfer, machen wir!" murmelte er. * Zur selben Zeit sprach Franziska Sebius ein ernstes Wort mit ihrem neuen Armestellten, August Stockton, der wieder einmal zu spät ins Bureau gekommen war. „Das gehört sich nicht, Herr Stockton," sagte sie, durch ihre scharfen Kneifergläser den alten Eigenbold anschauend. „Sie haben wirklich nicht z>u viel bei mir zu tun, aber so pünktlich, wie ich meinen Beamten ihre Gehälter auszahbe, so pünktlich verlange ich auch von ihnen die Arbeit." „Ich Übervorteile Sie nicht, Frau Sebius," fauchte er. „Ich leiste das Pensum, das ich zu leisten habe, und dabei kann es Ihnen doch gleichgültig sein, zu toelcher Zeit das geschieht." „Durchaus nicht. Die Bureanstunden sind dazu da, um eingehalten zu toerden, scheint mir. Wollte jeder das Sei- nige zu beliebiger Zeit leisten, so könnte ja auch jemarrd nach Mitternacht Herkommen. Von zehn bis zwei Uhr haben Sie Ihre Arbeitszeit mit mir abgemacht. Die bitte ich einzuhalten." Bei diesen Worten wandte sie sich kurz unl und schritt hinüber in ihr eigenes Kontor, das am andern Ende des Hauses lag. Sie wußte, daß Stockton jetzt einige hämische und bittere Bemerkungen hinter ihr machte. Das verschlug ihr wenig, sie loollte nur auf Ordnung in ihrem Geschäft halten. „Deutsche Kleinlichkeit!" knurrte August Stockton. „So ettoas würde bei uns in Amerika nicht passieren." Er hatte sich nach und nach in den Wahn hineingelebt, wirklich ein „freier Amerikaner" zu sein, der nur aus Torheit und Bequemlichkeit noch hier aushielt. Daß er drübell nie zu etwas Gescheitem gekommen war, weil er eben nachlässig und ungleichlnäßig in seinen Arbeiten lvar, das hatte er vergessen. Zudem wuselte und lvirkte in seinem Kopf ein neues Gewebe von Plänen und Entdeckungen Er glaubte sich ganz nah daran, eine Flugmaschiue erfunden zu haben, zu der mau keinen Motor und keine Ballonhülle brauchte, sondern die auf eine ganz verschmitzte Art genau den Vogelbau und Vogelflug nachahmen sollte. Es loar ein ungemein einfackies Projekt. An welcher Kleinigkeit es lag, daß es immer noch nicht so ganz funkttornerte, das sollte sick) in den nächsten Wochen endgültig heraussdelleri. Vennutlich lag es nur noch an — 266 dem Material, das er ganz nach der Art der Vogelfedern Herstellen wollte nnd dessen Fabrikation er ebenfalls ganz allein und geheimnisvoll zu übernehmen gedachte. Nur Geld, Geld und wieder Geld fehlte ihm dazu. Es war eine Schmach. Für Automobile uno schwere Aeroplane fanden sich immer Kapitalisten — für einen genialen Erfinder wie ihn nie. Erst vor wenigen Tagen hatte er mit Herrn Wecker gesprochen und versucht, ihn für seine geheimnisvollen Ideen zu gewinnen. Aber Wecker hatte ihn mit stinen kalten, grauen Fischaugen spöttisch angesehen und gesagt: „Das soll ich wohl zum Dank dafür tun, daß Ihre Tochter mir ohne jeden Grund den Stuhl vor die Tür gesetzt hat? Sie hät^n sich das beizeiten überlegen und das Fräulein verhindern sollen, ihrer Abenteuerlust nachzu- gehen! Dann hätte ich mit mir reden lassen!" „Abenteuerlust?'" war Stockton emporgefahren. „Was erlauben Sie sich, Herr Wecker?" „Regen Sie sich nicht auf, Herr Stockton, und geben Sie lieber zu, daß ich recht habe. Wäre sie bei mir geblieben, wie gesagt, so wäre ich möglicherweise für Ihre Pläne nicht taub gewesen. Aber so? Ich möchte wissen, wie ich dazu komme, Kapital zu riskieren!" Ja, so war er abgefertigt worden! Und die Wut auf Ruth, die ohnehin fortwährend an ihm nagte, hatte sich in einem groben und unzusammenhängenden Briefe an feine Tochter entladen. Er nannte sie darin ein undank- vares Kind und den „Nagel zu seinem Sarge". Auch prophezeite er chr, daß er es in der entwürdigenden Abhängigkeit von einer Frau nicht lange aushalten, sondern demnächst mit dem Tode abgehen werde. Ruth hatte glücklicherweise endlich gelernt, sich durch solche väterlichen Zärtlichkeiten nicht mehr umwerfen zu lassen. Und Franziska schrieb ihr auf ihre besorgten Anfragen immer wieder, es gehe dem alten Herrn recht gut, und er sähe frischer und kräftiger aus als je vorher. So legte Ruth den zornigen Brief schweigend zu dem Uebrigen; doch merkte ihre mütterliche Vorgesetzte, daß sie eine schmerzliche Regung unterdrücken mußte. Sie fragte kaum ie etwas Persönliches, aber Ruth fühlte sich so unwiderstehlich zu ihr hingezogen, daß sie freiwillig oen aufmerksamen Blick von Frau Ulrich mit der Erklärung beantwortete: „Es war ein Brief von meinem Vater. Er kann es mir noch immer nicht vergeben, daß ich ihn verlassen habe." „Hm. Sagten Sie nicht, daß Sie jahrelang nur für ihn gelebt- baden?" „Ja, aber das war doch auch nur selbstverständlich. Ich «ache mir selbst zuweilen Vorwürfe — besonders, seitdem ich in Ihrem Hause bin — daß ich ihn verließ." „So? Und warum das?" „Weil es mir so überaus gut geht. Ich führe doch jetzt ein ganz paradiesisches Leben — arbeite nichts, tue fast nichts, und dafür bekomme ich rwch ein hohes Gehalt — wahrhaftig, Frau Ulrich, manchmal meine ich, ich müßte plötzlich wieder aufwachen und finden, daß alles nur ein Traum war." Die jungen Augen logen nicht, was sie an Zuneigung und ehrlicher Hingebung der Matrone aussprachen, das war ehrlich gemeint. Eine täglich wachsende Dankbarkeit erfüllte sie gegen diese Frau mit dem grundguten Herzen und dem gescheiten, schlichten Denken. Wie freute sie sich, als jetzt ein liebevolles Lächeln über die hier und da gefurchten Züge lief, und die ihr schon so liebe Stimme sprach: „Wir haben beide also Glück gehabt, Ruth. Denn ich fürchtete mich auch ein bißchen davor, mir eine Unbekannte rns Haus z/u nehmen, was ich doch mein Lebtag noch nicht getan hatte. Nun ist es so gut ausgefallen! Nur Frau Tribaldi wird mir natürlich zürnen, weil Sie nun nicht mehr Unterricht bei chr nehmen." „Ich bin froh, daß ich nicht mehr hin brauche. Ich time mich so gar nicht Lur Künstlerin! Und übrigens habe ich Ihnen ja altes erzählt, Frau Ulrich — wenn ich eines Tages doch heirate, wozu soll ich mich erst im Gesang weiter ausbilden lassen?" „Ich hoffe, Herrn Kürow bald einmal kennen zu lernen." „Ja — Sie sind so sehr freundlich. Aber wir sind doch nod) nicht richtig verlobt." ..Nichtig? Als ich jung war, da bätte ich mich gewiß ehr dagegen gesträubt, daß es einer nicht „richtig" finden 'oute, wenn ich auch nur ganz heimlich verlobt war. Nun, ässen Sie nur, Ruth, ich scherzte nur. Aber das meine ich doch auch — richtig verliebt scheinen Sie mir keineswegs zu sein." Ruth senkte den Kopf. Niemand brauchte es ja zu wissen, daß sie insgeheim brennende Sehnsucht nach Hermann hatte. Sie begriff es selbst nicht. Früher, als er noch nicht in Berlin war, da batten sie sich gar nicht oft geschrieben, und sie hatte — vielleicht auch nur, weil sie \n ein neues Leben hineingekommen war — nichts von Sehnsucht gewußt. Aber seit neulich Abend, seitdem sie mit ihm so trauliche, liebe Stunden verlebt, war in ihr ein Verlangen, gegen das sie sich wehrte; ihr war's, als müsse sie „stolzer" sein, als dürfe sie um keinen Preis merken lassen, wie bange ihr nach ihm war. Uebrigens schrieb ihr Kürow auch jetzt noch nicht oft; zwei oder höchstens drei Briefchen in der Woche, und es schien, daß ihn selbst seine Arbeit aufs äußerste interessierte. Frau Ulrich fuhr jetzt abwechselnd mit Ruth oder mit Berber spazieren. Alle drei zusammen, das wäre chr zuviel gewesen, auch hätte sie die geschäftlichen Rücksprachen mit dem alten Getreuen nicht ganz missen mögen. Und so auf der Fahrt, oder nachher im Tiergarten, da besprach sie alles so leicht und in den gewohnten Bahnen. Das Gewohnte aber, das ward nun doch langsam in den meisten Richtungen geändert. Schon nach wenigen Tagen hatte sich Frau Ulrich über Ruth ein klares und rn jedem Zuge treffendes Bild gemacht. Das war ein Mädchen nach ihrem Herzen! Und sie und keine andere sollte nun auch ihre Erbin sein, das war der erste logische Schluß ihrer Ueberlegungen und Empfindungen. Nicht etwa ihr Bruder! Der sollte freilich nie wieder Sorge haben, und er sollte auch bald aufyören, zu arbeiten. Mochte er doch als ein Sechziger, sich zur Ruhe setzen. Frau Ulrich schwankte noch beAglich der Art und des Zeitpunkts, wann sie sich zu erkennen geben wollte. Inzwischen aber wollte sie doch schon alles mit ihrem alten Rechtsfreunde besprechen und erledigen. Beim Justiz- rat Kurzius, wo sie sich auch in jeder andern juristischen Angelegenheit Rat holte, hatte sie schon im vorigen Jahr ein Testament entworfen und niedergelegt. Das mußte jetzt geändert 'werden, und zwar je eher, desto besser. Man iolttesolche Dinge nie aufschieben, denn rasch tritt der Tod oen Menschen ja an. Es war an einem heißen Julitage, als Ruth mit einem heißen Erröten bat, sich mit Kürow, der heute aus einige Stunden in der Stadt war, treffen zu dürfen. Frau Ulrich klopfte sie aus die Schulter, lachte und sagte: „Natürlich, Kindchen, gehen Sie nur und seien Sie vergnügt mit Ihrem Schatz. Es paßt mir heute sehr gut, denn ich habe mit meinem Anwalt zu sprechen." „Soll ich Sie dort abhoten, Frau Ulrich?" „Nein, Kleine, wir wollen es eber umgekehrt machen. Ich bin etwa um sieben Uhr fertig, der Wagen wartet auf mich dort, und dann kann ick) ja hinkommen, wo Sie sein werden und Sie mitnehmen." Ruth Überlegte, sie wußte nicht gleich, was sie antworten sollte. „Ich bin nämlich wirklich neugierig," gab Frau Ulrich unverblümt zu, „ich will Ihnen gar nichts vormachen.^Sie brauchen mir ja Ihren Freund nicht vorzustellen, aber es genügt mir oft, wenn ich einen Menschen nur sehe. Und es liegt mir am Herzen, zu wissen, wen Sie sich erwählt haben." „Gut, ich werde also von sieben bis halb acht das Stück am Tiergarten auf- und abgehen, das von der Bellevuestraße bis zur Lennestraße geht, nicht wahr?" „Ja, das ist mir recht. Und nun seien Sie noch so freundlich und nähen mir eine frische Rüsche in meinen Umbang, ja? Sie machen das so geschickt, und ich kann mich darauf verlassen, daß es gut aussieht." Frau Ulrich sah sehr hübsch und stattlich aus, als sie eine Stunde später in ihrem großen Landauer durch die Frankfurter Allee fuhr, um sich zu ihrem Anwalt zu begeben. Ihre seidenen Bindebänder umschlossen ein fröhliches, gesundes Gesicht, das aus den doppelten weißen (Aaze- rüschen so appetitlich berausschaute wie ein schon etwas schrumpfliger Bratapfel. - 287 ' Der Juskizrat erlvartete seine angesehene und beliebte Klientin in seinem Arbeitszimmer, das ähnlich eingerichtet war wie dasjenige des seligen Karl Ulrich. „Mrs gibt's. Neues, meine verehrte Frau Ulrich?" fragte er. „Haben Sie auch schon politisches Fieber bekommen und fürchten sich vor dem Kriege?" „Um Gottes willen, Herr Justizrat, malen Sie doch keinen Deubel an die Wand! Glauben Sie ernstlich, daß es Krieg gibt?" „Zweifeln Sie etwa noch daran? Haben Sie nicht seit acht Tagen die Zeitungen gelesen?" „Ja, ja, aber ich glaube doch nun einmal grundsätzlich bloß die Hälfte von dem, was gedruckt wird." „Das ist noch zu viel. Glauben Sie aber nur ein Viertel, so ist das auch schon genug, um uns den — oder vielmehr die Teufel zu zeigen, die sich nahen. Wir brauchen sie gar nicht mehr an oie Wand zu malen." Frau Ulrich sank in den Lehnsessel, den ihr der kleine behäbige Herr hinschob. Sie sah ganz erschrocken aus und fand nicht gleich ihren gewohnten Ton wieder. „Ich — ich fürchte mich nicht, Herr Justizrat," Murmelte sie. „Warum sollte ich das tun? Aber ich habe Siebzig mitgemacht — und ich weiß es noch wie heute, wie mir das Herz erstarrte vor Jammer und Mitgefühl." „Ja, ein Krieg ist immer fürchterlich", sagte Kurzius, „gleichviel, wer ihn führt, und wer ihn gewinnt." „Oho!" fuhr sie auf. „Wer ihn gewinnt. Na, daran ist doch noch nicht eine Sekunde zu zweifeln, daß wir gewinnen, wenn es wirklich losgehen sollte!" (Fortsetzung folgt.) Sommer. Von Waldemar Bensels. Als der Vagabund das von Wjeiden .und Eclengebüsch be* wachsene Ufer des Flusses erreicht hatte, warf er sich ins (Hras nieder, das in der feuchten, kühlen Erde so hoch stand, daß cs ihn wie eine grüne Flut aufnahm und üvecschlug. Es war so still um'her, daß mau die Flügel der Libellen in der Luft des warmen Mittags hörte und die geheimnisvollen Stimnren des träge dahingehenden Wassers. Die Rohrspatzen schrieen im Schilf in einer nahen Sumpfniederung, in der das tote Master zwischen oeiH hohen Halmen in der Sonne glitzerte. Der Ruhende dachte an das Heise Leidens band der Straße, wie an eine überstandene schmerzhafte Krankheit, trocknete seine Sürn und atnvete tief, als tränke er seine Genesung in diesem Frieden. Ter sanfte Wind bewegte über seinen Augen die Halme, Jie schaukelten im Himmel. Eine Biene zog daher, summte sorgenvoll, und lieh sich am Rand des Kelck)s einer Sommerblnrne nieder, die sich mit ihr neigte. Das kleine Tier zog in die farbige Helligkeit der Blüte ein, in den strahl« lven Sannen tcmpd, in dessen reincrj Halle das Leben einander suchte und begegnete, in den einfälligen: Wundern der Natur. Langsam zog eine kleine, »reiße Wolke hoch am Himmel dahin/ leuchtete, wcmderte, und verging im Blau. Wenn die Wipfel der Erlrm von eurem Wnrdhauch berührt »vurden, begann für eine Weile ein geschäftiger Eifer in den Blättern, ein silteimer Strom umfloß sie, der die Angerr lockte. Die Düfte, die vom drrrchwärnlteu Wasser und aus dem feuchten Grund der Ufer strömten, schläferte»» ein und führten mcrkrvürdige Erinnerungerl aus den Tagen der Kindheit mit sich, die zugleich wach und vergessen »oaren, wie ein von Träumen befangener Blick. Der Vagaburrd ließ die Stunden dahinstreichen, als habe er sein ganzes Leben lang nur auf sie gewartet. Ek sah nichk eben aus, als habe er sich viel um curdere Dinge gekümmert, aber in denl Biigen seines (^sichts lag ein aus der Tiefe des Herzens dringender Lichrscknmmer, als habe sich Gott um ihn gekümmert. Als schon die Gnadenbahn der Sanue ihren Höhepunkt überschritten hatte, vernäh.n der »Ruhende ein gedämpftes hölzernes; Pol Um» und ein Plätschern des Wassers, das nicht oon der Strömung kommen konnte. Er richtete snneu Kopf empor und sah aus fyc Silbecleisle, des Flusses einen Kahn hinabtreiben, in dem ein M rechen stand, da., mit einem groben Ruder steuerte und auf das U.'cc znh-ielt, an ccm c c lag. Er betrachtete ihre twr.i Licht uitt- flosserre (8es:alt, ihre jungen Glieder, die das oürstige und arme Sommcrkleid kaum verhüllte, und das feuchte Haar, das in einem nachlässigen Knoten in den gebräunten Nacken hing. Es war von einem seltsamen, farblose»! Blond, als hätten Smnc und ihn: seinen Glanz genommen. Und doch lag ein matter Schein darauf, von betörender Lcbenswärme. Dicht bei seinem Ruheplatz sah er nun einen- .Holzsteg im Sumpf, der auf morschen- Pfählen ein »oenig in den Fluß hineinragte, zwischen dem Schicks. Als das MÄ>chan den Kahn an die Bretter antrciben ließ, mid ihn befestigen wollte, erblickte sie den Vagabunden und sah ihn mit großes, hellen Augen starr und erschrocken an. Tie Strömung drehte langsam den Kahn, das Mädchen hielt einen Prahl mit der Hand fest, beugte sich vor und staunte, bis die Züge dieses fremde»: Mönnergesichts ein ratloses Lächeln in ihrem %nqe]idyt hervor brachten. „Was liegst di, dort? Woher kommst du?" fragte sie laug»am mit einer tiefen Altstimme. Sie zögerte, den Kahn zu befestigen und den Steg zu betreten der Frenrde schien cs mit der Antivort nicht eilig Zu haben. Endlich sagte er und erhob sich halb, wobei es schien als drücke der schwere, goldene Sonnenmäntel auf seine Glieder und Gedanken: „Ich ruhe und schaue das Licht, die Pflanzen, den Himwei und das Wasser an, und nun auch dich." Irgendwas seiner Art vertWyck-' sie leicht, sie empfand, das. sich mit chm nicht ans die Arkaden ließ, wie sie cs mit de,« Leuten ihrer Gegend konnte. %bci ihr »var, in einem bescheidenen Stolz, als sollte sie doch vor ihm bestehn: können, auch »var dig heimliche Sorge, die sie beschlich, ohne Angst, sic »var frei nndl rvunderbar. „Du bist inüde, vielleicht hungrig, oder lange mtterwegS?" fragte sic stockend. Sie sah nun, daß ec älter »var, als er ihr zu Anfang erscheine,: müßte, seine Augen hatte»: sie getärrscht, deren, Schein so jugendlich »var- »vie das Blau des Himmels. Die Würde ihrer Armüt rührte ihn tief. ES schrei: ihm, als entstammte ihre Gestalt dieser Landschaft, »vie eine Pflanze dem Wiescngeund. Ihm, »var, als oer»virrte ihm die Sommerglut alles zu einem einziger» Tepp ick) des Lebens, in dem das eine so viel.' »vie das andere galt, Blumen uird Wind, Mädchen und Hecken. Er tat sich Geioalt an, erhob sich und trat auf den Steg zu. „Komm herüber zu mir," sagte er, „ich »verde dar helfen." Sie antwortete nicht, sah ihr» voll und ruhig an und löste die Hand vorn! Pfahl, ohne sich zu rühren, so daß der Fluß de»: Mhn langsan: vom Steg abtrieb. Er sah ihre (Gestalt gegen den Himmel, unberveglich und doch auf stiller Minderschaft, »vie zuvor die Wjolke rm Blauen. So entfernte sie sich lautlos mehr und mehr von ihm, aber sie lächelte ihn an, als käme sie ihm entgegen. „Komm doch wieder," sagte er und trat Dom Steg zurück. Da sie sah, »vie er sich an seinem alten Platz ins Gras sinken (\t% und daß kein Anzeichen von Groll in senren Augen zu finden »var, tauchte sie die Ruder ein und stieß den Kahn gegen die Flut, bis ihre Hand wieder den im Wasser schwankenden Pfahl erreicht hatte. „Was wolltest du hier tun?" fragte er. „In der Bach'mündung liegt die Fischreuse." Sie erschrak, da sie den Ort perraten hatte, an dem »htr Gerät lag. deim ec hätte vom Ufer aus dorthin gelangen können, u»rd ein Landstreicher »var eS allemal, wenn auch.... „Wdhcc kommst du?" fragte sie rasch, um ihn abzulenken, aber cs schien, als habe er nichts von der Reuse gehört, denn er suckste weder nach ihr, »roch anttvortete er. Sie scch mit Befangenheit m seine Augen, und gewiß, »var ihr, als ob es eine glückliche Traurigkeit geben müsse. Sjie »vagste nicht indhtr zu sr^ecktm, üü enlpfmrd, als habe sie ihm unrecht getan, und ihre Unsicherheit? wuck)s. Da löste sie die Hand, ohne eS recht zu »vollen, und schlna, die Aügen nieder, danfit die sonderbare Frage seiner Blicke sie, nicht erreiche»: konnte. Die »vitlkommene Strömung faßte »nieder den Kahn, dichte ihn langsan: und nahm ihn lautlos mit sich for^- Erst als schon die Schuswände sie deckten, hob sie die Hand unv nmrkte schüchtern, ins Grüne, Weite dahi»: ... Erst vereü:zelt, ttzvm in Gemeinschaft, erklangen nun wieder die Stimmen der »Römspatzen, und eine Libelle mit dunkelblauen Flügeln ließ sich auf einem Schilfhalm, dicht vor dem »Ruhenden nieder. Als die Sonne mehr und mehr sank, wehte es kühler vom Wasser her. Der Sonnenschein um^r bekam auf allen Blättern, auf den» Wiesengruich und in der Weite am Saum-- dn, Walde-, je»:en Goldglanz ohne Frische, wie ec die Svmmernach-mittage so klar und sonderbar Macht, in ihrer Stille. Tie Fische begannen zu springe»», ein dichter Sck-warm kleiner, »veißgeflügelter Iüsekten spielte über dem Wien Wasserarü: in der reinen Luft und sah sich hruscndfach im Spiegel seiner Lebenstvelt: ein blanker, dunkler Abgrund mit den: Bild des Himmels, Wiege unb Grab .... striegrzahlen einst und jetzt. Tic in jeder Beziehung ungeheuerlich»n Ausmaße des Weltkrieges lassen sich am deutlichsten an den Zahlen ermessen, die hier im Spiele sind :md hinter denen die größten Daten und Ziffern? a»ls vergangenen ötriegen klein und unbedeutend erscheinen müssen. (2anz anferordcntlich enveist sich dieser Unterschied, den Leutnant Siegfried Baske in einer höchst interessanten Zu sa minensteltimg im nächsten Heft der beider Teutsck)eu Verlag: )l»i : ilt in S?»»ttgart erscheinenden Zeitschrift Naber Land und Meer darlcgt, ivemk man z..B. an die Zeit der berühmten „Potsdamer Wacknparade" denkt, als Friedrich der Oäroß: 175,7 einen fast dreimal so starkv: Gegner mit bloß 21 (MX) Mann schlagen sonnte, und als ein VLuf" gebot von 33000 Mann genügte,^ nm einen so bedeuumgsvollen Sieg wie ^>en bei Leuthen zu erfechten. Heute »ft ein einziges deutsches Armeekorps so groß, daß es in vorgefchriebenen Abständen auf einer Straße marschierend, uugesälc eine Suecke von 00 >lo- metcr cinnimmt, »vas also bedeutet, daß die letzten Truppen 10 Stunden ununterbrochen marschieren müßten, um an deri Punkt zll gelangen, wo die ersten ausbrachen. Auch die Zahlen der napoleo- nischen Kriege, »vie z. B. bei Leipzig 472 000 Mäim, bei Wagram VW 000 Mmm, ber Dresden 217 000 Mmm, bei dNars la Tour 176 000 Manu, müssen uns heute noch als geringfügig erscheinen. M-trachtlrck er,ve:st sich schon.der Unterschied zwisct-en dem Kriege 18ch hat auch die letztgenannten Zahler: bei tveitem ubertroffen. Nach einer «mtlick-en Meldmrg der französisck)-en Heeres- lertung vom 17. Juni 1916 tvnrden z. B. nördlich von Arras mr einem einzigen 4age von der Hmnzösischen Artillerie fast 300 000 Schule gegen die deutschen Steltunqen abgegeben, Mas also fast ganzen Verbrauch der deutschen dbrtillerie im Feldkrieglej 1870,^1 glerchwmmt. Die Bedeutung dieser Munitionsmengens wrrd greifbar, rvenrr Lenttrant Baske ausführt, daß das Gewicht der geuaunten 300 000 Schuß, auf nicht weniger als 4 500000 Kilo- gramm geschätzt werden muß, für deren Fortschafsung also inehr üls seck>s Eiienbahnzüge \mi je 100 Achsen notioendig rvaren. Wenn man einen Schuß aus einer Feldkanmre mit ungefähr 25 Mark ^usthlagt, so kostete dieser eine Dag bei Airras dre Franzose /chMallwnen Mark, Uwbei die Verwendung zawlieicher kostspieligerer Geschosse gar nicht in Be taucht gezogen ist. 'Nach einem Bericht der derttschn Heeresleitung verselwß der Feind an einem Febrnartage des wahres 1916 gegen eine Front von rrur 8 Kilometer Breite mehr als 124 000 Schuß innerhalb 24 Stunden. Diese Schußzahl ist also dreimal so hoch wie die der deutschen Artillerie bei St Privat gegen eine Front von fast 16 Kilometer Bveite. Entsprechend dem ungeheuren Anwachsen des Munitionsverbrauches ist andererseits drc Belagerungszeit der Festungen auf ein erstaunliches Man rinn m zurückgegangen. Währeiid im deutsch-französischen Kriege Paris vom 19. September bis zum 28. Januar belagert ioerden wußte. Stoaßburg von Mitte August bis zUm 28. September undMetz vom 18. August bis zum 27. Oktober, fiel im gegenwärtigen Kriege Antwerpen bereits nach drei Wock-en, Jwangorod nach 14 Tagen Lüttich und Warschau konnten sich sogar bloß zwei Tage halten.' Much lunstchtttch der Verpflegung siiid nattirlich die Zahlen im Vergleich zu früheren Kriege,: ins Gigantische gewachsen. Nach der A-iMtellung Leutnant Baskes muß die tägliche Nahrmig für eine Teldarnlee von nur 4 Millionen Mann über 1000 Eisenbahnioagen füllen Was die Kosten im gegenwärtigen Kriege betrifft, so kann man schon jetzt ^sageN, daß. sie so ziemlich die Kosten sämtlicher Kriege des 19. Jahrhunderts aufwiegen. Nach einer Berechnung .^n Edmond Therpim Economiste Enropöen Gstet der' Krieg alle Kriegsuhreiiden zusammen etm 90 Milliarden im Jahve, also ^00Millionen :m Monat, oder 250 Millimien aw Tage, oder 10 Mrllwnen pro Stunde. Und zwar sind hier nur die reineil Militär- ausgaben berechnet. Was dies be.dentet, läßt sich an: klarsten erkennen, wenn man vergleichsweise die Kosten der größte,: Kriege des 19. Jahrhunderts heranzieht. Cs kostete nämlich der amerikanische Eezesnonskrieg 25 000 Mill. Fr., die Napoleonischen Knege 16 500 Pl' deutsch-französische Krieg 15 000 Milt. Fr., der rns- ffsch türkische Krieg 44 IM Mill. Fr., der spanisch-amerikanisckL Krug -,000 M:ll. Fr., der Transvaalkrieg 4 000 Mill. Fr., die ita- /^el^ö-üge 2 300 Mill. Fr., der chinesisch-japanische Krieg 1500 M>ll. Fr., d:e Kämpfe in Algier und Madagaskar 1 300 Mill Dr , der spanisch-portugiesische Krieg 1 250 Mill. Fr. und die Kämpfe mZcirtra lasten 1 125 Mill. Fr. Schließlich sei noch ein Vergleich Zwischen den Menschenverlusten gezogen: während die Menschen- Verluste sänitlicker Kriege des 19. Jahrhunderts rund 2178 000 Mann betrugen, 0 t man nach den russischen Feststellungen im gegenwärtigen Kriege allein für die russische Armee bisher zu einer GesaiutzaU von ungefähr 5 Millionen Kriegsgefallenen gelangt vermischtes. * Schätze i n: G e in ü s e a b f a l l. Me durch den Krieg ge- Wonnene Lehre, guch auf das Kleinste und früher als wertlos Be- reichnete zu achten, hat alliuähli ck.zur wirtschaftlichen Verwertung, von sog. „Abfallen" verschiedenster Art geführt. Gemüseabfälle wurden zwar Mwn :m Frieden auf dem Lande als Schwernefutter benu tzt, doch dachte man ivohl tan in d aran, sic in irgendeiner Form Mich noch als Menschliche Ernährung zu verwenden. Heute haben sich die Berhältniss-e in dieser Beziehung in grundlegender Weise geändert, und die Beschäftigung mit solchen Fragen führt immer noch zu neuen Venoertungsiuöglichöeiteu. Auf einen selten beachteten Schatz im Gemüseabsatt und ans seine besondere Verarbeitung macht nunmehr Margarete von Kigewski in der Deutschen! Landlvi rtschastlichen Presse aufinerffam. Ter kostspielige, übrigens M großen Teil aus den: Ausland bezogene Fleischextrakt läßt slch nämlich mühelos durch die Gemüseabfälle ersetzen, genauer gesagt, durch di/e in ihnen enthaltenen Rückstände. die Nährsalze Zu t>ic,-:,n Zioeck sammelt man alles Grüne des Gemüseabfalles, auch Obstreste, Apfel- und Birnenschalen usw. Man wäscht sie und laßt sie in einem großen Kessel drei Stirnden lang unter Zugabe vou kockien Es ist nüchtig, dies täglich zu lmederholen, um das grün Ul neuen Pflanzen i„Müschen urckff welken zu lassen. Durch diesen stochprozei; werden die gerade in den uubeiiützter: Blättern und Strünken euchalveneu Nährsalze gelöst. Me gekochte Masse wrrd drirch ein Sieb gegossen und liach Abläufen be3 Waffers mit Vüfe einer Walzvorrichtung ausgepreßt. Zu diesem Zweck kann man! sich zlverer Holztvalzmr in der Ajrt gewöhnlicher WäscheausringeL bedienen. Der hierdurch gewonnisne Sud lutxb zusaminen mit d«ü ab gekochten Wa^er ne!uerdiugs in den Kessel getan und ourch Koch«'.l ohne Teckel so lange enigedäntpst, bis am Boden riW dicke Brasse verbleivt. Mese Masse dient als Viehstrtter, das Gemüse- ivasier aber lvird mit den: Sud voi: Abfallkuocheii zusammenges gossen und iil der btchchriebeneii Wteise ivseder eiiigedämpft, ivomiti der „Extrakt" gettwnlien ist. Äußerlich kaum von den bekanulesben Fleiichextratten uirterschieden, dient auch dieser Extrakt z:rr Bereitung von Tunken, Suppen ustv. Er kostet nichts, hat durch die gelösten 'Nährsalze der Gemüseabfälle erheblichen Nährtvert Und kaiin durch Beifilgien von Ziviebeln und Wiacholdecbeeren beim! Einkock)-eii des Gemüses auch ein vorzügliches Aroma erhalte^ Da das Kochen keine Aufsicht erfordert und der Kessel während der Zubereitung der 9N>cchlzeideu irgendwo aus dem! Herd beiseite stehen kann, besteht die einzige Arbeit eigentlich in dem Nuspressest der 'INaffe, der Erfolg aber ist ein Fleischex'traktersatz, der nickst schileckster, sondern^ bedeutend beffer ist als alle Extrakte, für beten! Beschaffung jährlich Millionen deutschen Nationalvermögens noch dem Ausland gingen. * Die Gelreideerntezeiten in Deutschland, Draußen auf dei: Feldern reift das Getrmde heran, das uns für das nächste Jahr abermals mit Brot versorgen soll, und die Behörden, die die BevwalLnng des Bvotcv-rns in der Hand habeii, haben schon die besondeven Bedingungen für den Frühdrusch festgesetzt. Dabei interessiert es, zu erfahren, welche Landsttecken Deutschlands cs sind, die uns die ersten Enrten geben. Im allgemeinen sind es die Niederungen, too das Getreide zuerst ausreiff und in die Scheunen gebracht tverden kann. Aber der Zeitpunkt ist auch dort in den einzelnen Jahren durchaus nickst gleich, sondern es kommei: inj den einzelnen Bezirken Unterschiede von vier Wochen vor, ja, es> liegen noch längere Zeitabschnitte dazloischen. Späte Bodeiibestel- lung, wegen ungünstiger Witterung, ein kaltes Frühjahr, lange egenperiode oder eiire Ku lange Zeit der Trockenheit und andere nnflüsse, das alles wirkt auf die Zeit des Heranrcifens des Getreches Und auf den Beginn der Evitte ein. So gilt in L-chilesivig^ Holstein der letzte tDag im Juli als der Tag, an dem im Durchsckmitt mit der Roggenernte begonnen toerden kann: dagegen hat diese auch einn:al am letzten^Junitag begonnen, und in einem anderei: Jahre ftel der Beginn der Enrte auf den 15. August. Zlvisck-en diesem^ frühesten und diesem spätesten Erutetermin liegt ein Zeitunterschied von 46 Tagen. Legt mm: einen Durckstchnitt zugrunde, so haben die Gegeridm am! Oberrhein, am Main, an der Mosel und an: Neckar die früheste!: Getreideernten. Dort tvird im Diirch^ schnitt sckwn überall bis zum 15. Juli mit der Ernte begonnen^ aber der Ernteanfang fällt auch sehr oft schon in den Juni, und die ^Landleute dieser Gegenden haben Meistens ihr Getteide sckwn vollständig eingeerntet, wenn in anderen Bezirke!: erst das Reifen cinsetzt. Später wird das Getreide der Nordseeküste und in den deutschen Gebirgen zum. Einernten reis. JU verschiedenen Gegenden imserer Gebirge wird idas Korn erst im September, selbst im Oktober zum Einbringen reif, ja, in manchen Hochgelege,ren Gegenden; wird das Getteide in Jührcil besonders ungünstiger Wittenurg überhanpt nicht mehr reif. Jedenfalls aber dauert es nur noch kurze Wochen, bis toieder mit der Ernte Unseres Getteides begonneu toerden kann. * Staiidhafte Liebe. Me folgende Anekdote, die zeigt, wi Uder Ehefeind Kitcheirer einmal fast tvirklich au die Möglichkeit der von ihm stets geleugneten standhafte!: Liebe geglaubt hätte,, toird voi: der Zeitschrist „Everyboy's" erzählt. Ms Kitchener den Oberbefehl in J«ikdieli hatte, erbat sich ein jirnger Offizier seines Stabes Urlaub, um sich z!u verheiratm. Kitchener aber eutgegnete: ^Sie sind iloch nicht Füiistriidzlvanzig. Warten Sie ein Jahr. Wenn Ihre Liebe solange dauert, sollen Sie daun den Urlaub er- halteii." Das Jahr verging und der junge Ofstzier kau: pünktlich, um seine Bitte zu wiederholen. „Nun gut," sagte Kitchener, „der Urlaub ist beivilligt. ?ll>er bei (tzott, ich hätte nicht geglaubt, daß ein SNann so standhafter Liebe fähig ist." Der junge Offizier ver- beiigte sich und ging zur Tür. An: Ausgairge aber drehte er sich :rm und sagte: „Vielen Dank! Nun kann ich Ihnen gestehen, daß es nicht dasselbe Mädchen ist." 5kat-Ausgade. (a b c d die vier Farben. V 2111 die drei Spieler) V, der Vorhandspieler macht auf folgende Karte statt des verlierbareu Großspiels ein b-Haudspiel (Grüu-Solo) und verli a b c B, b A, D, 7 ; a A; o A, D, 8. Eichel-, Grün-, Not ° Unter : Grün-Aß, -Ober, -7, Rot Ober, - 8. Wie war Kartenverteilung und Gang des Spiele? ? Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer: Griechenland in der Klernine. un- verliert. Aß, Schnstlettung: Fr. R. Zeirz. Zivitlnigsrnnddruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen»